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Full text of "Diagnostische Assoziationsstudien. Beiträge zur experimentellen Psychopathologie. Zweiter Band."

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UHIVERSITV OF MICHIGAN 



DIAGNOSTISCHE 
ASSOZIATIONSSTUDIEN 

BEITRÄGE ZUR EXPERIMENTELLEN 
PSYCHOPATHOLOGIE 

HBRMJSG£QE8Eh 

Du CTG: JUNG 



ZWEITER BAND 



U'II'ZIO 
VERIvAG VON JOHANN AMBROSIUS HAKTII 



r.- •■ t~* nn.r*lr* Origiricl fnorn 

3igfliz«J by ^OOgle UNIVERSITY OF MICHIGAN 



Ilriirk der Spameracben Hni:h<!nckcTei iu l^eiptig. 



Origiral from 
UNIVERSITYOF MICH GAN 



Inhaltsangabe des IL Bandes. 



Sri!-: 



VII. Kasuistische Beiträgt zur Komitnis hysterischer Assoziationsphäno- 

menu. Von Frans Ri&lin .... ...... i 

VI II. Assoziation, Traum und hysterisches Symptom. Von C- G- ^^K" > 3 1 

IX, Über \Uc ReproduklknssUiningcn beim Assoziationscxperttricnt, Von 

C G, Jung , . 67 

X Statistische Untersuchungen über Wortassoziationcn und über fa- 
miliäre Obere instimmi inj; im Reaktionslypus bsi Ungebildeten. 
Von Emma Fürst . 77 

XI. Über das Venalten des psychogalvani sehen Phänomens beim Asso- 

zintionsexperimer.t. Von L. Finswatigi-r 113 

XII. Üher körperlxhe Begleiterscheinungen assoziativer Vorgänge. Von 

H Kitttherg , . . ... 196 



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UHIVERSITV OF MICHIGAN 



Arbeiten im der pfTcbifiriftllcii ValT*nl H ! riflinilf in Zürich. 

Di a g n o st i s ch e Assoziation sst udien. 

. VII. Beitrag 
. j 
Kasuistische Beitrug« zur Kenntnis hysterischer Assoziationsphänomene, 

Von 

Dr. Fräoz Riklin. 

Seluaduaizt der PHegewstalt Ri«io»ju. 

Im Iblfeaden möchte ich über einige tri iii runden berichten, die ich 
bei Agsoziat.oasvträüchcn mit acht Hysterischen 1 } gemacht habe. 

Knter FiD. 

Kithaiina IL zeigte schon zur Schulzeit hysterische Züge. Sie studierte an einer 

russischen Hochschule und lebte die Aufregungen und Wirren der letzten Jahre intensiv 
mit. Auf ^Äfuiwh rtpr g^flnjfqfijr^n Anjjj-hfiTijjK'Ti "Ehirli^rte qir im Ausland wirirnr Rirhattp, 

eine, von ihrer Seite wahrscheinlich platonische, Freundschaft mi: Einem &udenrei, Pat. 
hatte eine eigentümliche Sexualität, weiche für ihre Hysterie Zeugnis gibt! Sie ist imstande, 

alle sexuellen Erfahrungen und Kenntnisse, die jeder im Laufe dei Entwicklung notwendig 
erwirbt, so zu verdrängen, daß sie über so Jährt alt wurde, ohne eine richtige Idee davon 
iu beco mmc n . trotzdem sie studierte. Ji, sie nahm so^ar einmal m einer Diskussion über 
ProstiTution teil, ohne eigentlich zu wissen, was Prostitution ist, und lobte einen Bekannten, 
der nachher gestand, er habe auch sc. hon einm.n ein so'.ches Frauenzimmer bei sich auf- 
genommen; sie glaubte, es handele sich um ein von der Gesellschaft verachtetet Mädchen 
und fand, der Bekannte habe ein gute« Werk getan. Später, nachdem, eine Katastrophe 
Ehr die Augen Über alle» jrecüfhet hatte, kennte tie iich nur mit Btichimuftg an jenes 
„dümnw" Geschwätz erinnern. Es fiel übrigens auf, wie wenig ihre Sexualität auch spater 

manifest war. 

Ihr Freund R. liebte sie aber nickt nur platonisch. Er schrieb ihr ins Ausland, ge- 
stand seine Lebe und wollte s-ie zur Frau haben. Empört über diese „bürgerlichen und 
gewöhnlichen Anwandlungen" schrieb sie ihm einen ungehaltenen Brief, worauf er Suizid 
beging- Als Fat. eine; Tages in heiterer Laune zu Landileuten kam, stand die Nachricht 
in einer russischen ienung. Sit wollte glauben, es sei ein anderer junger Mann gleichen 
Namens, und änderte rtithra an ihrem fröhlichen Benehmen. Aber es trieb sie doch zur 
WähnUng einer FreunJin zu gehen, die näheres wissen mußte. Nach längerem Suchen 
uh lix dieselbe von -weitem auf der Strafe, und. als «in W«t dtr Freundin ihr olles 

sagte, sank Fat. um, und hatte den ersten hysterischen Anfall. (Einen kleineren Dämmer- 
zustand soll sie, auch aus psychischer Veranlagung, einmal als Schulkind durchgemach l 

1 ) leb beziehe mith nul folgende Literatur i 

Juogutiu Riklin, Experimentelle Untersuchungen tber AsaoiiaLionen GrULDdcr. 

Jung, Über du Verb alten der Reaktionszeit btiin AsiiiziitififLieifverijiieit. 

Jung, Experimentelle Beobachtungen über du Eriim;ru.n.(fJT=rnit>|jen.. £*atFplbk!i f, N«fttnheilk. 

o. Psychiatrie. S»pt, 1905. 
Riklin, Die diignos'jiehe Bedeutung der AHorätiJoniTemche bei Hysterischen. Piychiatr,- 

Dturcl. WfleteiMItjriLt, i*r, 19. 1904- 
Riklin, Afialytuehe Untermcbunj der Symptome lud Aaaeuiationen eines Falles von Hysterie. 

Pfycbi«t],'rxcurol, Wochemthiift. Ni. 46. 190 c. 



Crrn^dlf* Origiralfrom 

UNIVERSITVOF MICH GAN 



DR. FRANZ RIKT.LV. 



haben,.) Eme genauere Beschreibung des Anfalls ^ar spater nicht mehr erhältlich, Pnr. 
bei*g biktd drauf eine andere Universität. Die Anfälle n-ie-derholte-i sieb, besondere an 
gewissen Erianerungstagen [Wochen-, Monats-, Jahrestag des Tudei des k.) und hei 

Anderen rierenttiiufirerin'en fSelejjenheiten. (Auf «in* gpiuiiir.re Hftü-hreiSun^ ttrr an Matrri.il 

ruf Analyst reichen Anfälle und Dämmerzustände kann ich hier nicht eintreten.) Ein 
»eueres Jireifnis verschlimmerte ihren Zustand. Fat. nurde von einer befreundeten 

Hebammenschülerin über die menschliche Sexualität und die sexuellen Vorhängt unter- 
richtet. Damit traten die vorher verdrängten Kenntnisse über dieses Gebiet vollständig in 
Ihr licwuGtsen. Pat. fehlte sich Unglück Lieh; für *le wqrde der i<kal gedachte Mensch 
2um Tier; die Vorstellung dafl fluch R. sie sinnlich geliebt habe, (vielleicht auch Reut 
darüber, daQ sie infolge ihrer Unkenntnis an seinem Tode schuld sei) quält sie Furchtbar. 
Oft sagte sie in leichten Dämirenuständen : .Ich muß auf sein Grat gehen und frauen. 

üb er es wuClc." Sic haute die Mensehen um ihrer Scxualfunktinn ui.ipn, haßte auch den 
Arzt, wenn sie sich vorstellte, er sei auch wie diese Mensehen, und schälte ihn nur, wem 
sie ihn als Ant im Dienste der K tanken sah und dichte, und die sexuelle Vo rs< el I U n y aus- 
schaltete. Zirka zwei Jahre naefc dem Tode k.'s kam l'at. in die Anstalt, nachdem sie im 
verschiedenen Oj^ten behandelt VDrdcn war. 

Auf einzelne Erscheinungen der zahlreichen kleinen Dämmcnustä nde und 
Symptamhaadlun^cn 1 ) (KomilcMymptome) mächte ich noch danin eingehen, w«i| sie 
die GrundcrsdicinunRen der hysterischen Assoziationen und der Hysterie überhaupt, die 
pathologische ÜjjaltbarLcit und d;is Walten verdrängter Komplexe im Tun und 
Denken der Hysterischen, dessen Elemente wir im normalen finden, beleuchten. 

Pat. wolle oft das tLeijjcnspiel lernen und. fragte ernsthaft muh einem Lehrer, be- 
sonders an T-igen, wo sie leicht dämmerig war, Ihr (Jeliebtcr hatte die Geige gespielt! 
Sie kann keine geschlossenen unter halb^eschlusser.en Augen sehen, weil sie sonst glaubt, 
einen Toten vor sieb zu haben. Sie sieht die Blumen auf dem Tisch nicht, weil sie son>t 

auch den Ant der im Zimmer ist, sehen müde, ur.d den wagt sie nicht ru sehen, weil sie 
glaubt, Ulut rinne ihm von der Schläfe herunter, Sie bringt in anscheinend harmlosem 
Spiel, iu einer kleinen Blase zusammengefaltete Rosenblärtcr au seiner Schläfe zum Jlatien 
und lacht dm. (Schußwunde.) Sie singt hesor.ders Varietetieder, in denen der Narre 
K, vorkommt, Cfa.lsch.er, inadäquater Affekt). Sie erschrickt l*ei jeder Begegnung 
[erster Anfall). 

Ihre Krankheit stellt sie sc dar, als habe sie swei Seelen, eine große und darin noch 
eine kleine, die kleine sei vergiftet, sei in Wechselwirkung mit der großen, und sobald die 
kleine auf dfc große wirke, sei sie (Pat,) krank, <:äm merig usw. Eil sehr hübsches Uikl 
vom verdrängten Komplex, der sich in den Reaktionen bemerkbar macht. 

Die verwendeten 500 Associationen stammen aus vier Versuchen; tlcr 
erste utid letzte wurde mit einem deutschen Reizwörterschema und Zeitmessungen 
ausgeführt, beim zweiten und dritten Versuch, ohne Zeitmessungen, wurdet) 
russische Reizwörter verwendet. Die drei ersten Versuche stammen ans tler 
ersten Zeit des Anstidtsaufetith altes (erste r s fünfter und achter Tag), der letzte 
wurde aehn Wochen später gemacht. 

[tue iML'i Kuiiiplcxc; Dda Vci !j Sl tili s t,u R. und die Sex ullI itiil» 
beide; sehr nahe miteinander verknüpft, di.rch weben diu Reaktion in allen 
AsscuiationS'.'OrsucheH, und tivar die aus den ersten Tagen des AnstaSts- 
itufenthaltes sowohl als die, welche später aulgenommet) wurden, also IU einer 
Zeit, wo wir schon eine ziemlich vollständige Analyse des Falles hatten. 

Eine Verarbeitung der 200 Assoziation ei des ersten Versuchs ergibt: 15°^ 
heüiehen sica nachweisbar auf den R.- Komplex, ca. 7% auf Jen Komplex der 

') Freud, Eor fSychupätlidoEie ilca AUtii^slelens. JIuujCiaihrifL f. I'ijeh, u. rSvunj], 
Bind X. 1^01. 



Digilizedby VjO< 



Original fronn 
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VC, KASUISTISCHE BEITRÄGE ETfC. 3 



„sexuellen Erkenntnis'" und ca. li»/« auf einen dritten politischen Komplex 
(Rußland, Soiiali&irius, Revolution), der mit den anderen im engsten Zusammen- 
hang steht, was wir unten noch £enau erläutern verden; im ganzen also is"lc 
deutliche Komplcxreaktionen. 

Die Zahl der egozentrischen Reaktionen 1 } übertrifft die hei Gesunden. 
Sie betragt 8 — 0% bei unserer Kranken. (Bei normalen, gebildeten Frauen 
iliirchschn ittlich 2,1*/«.) 

Beispiele von egozentrischer Reaktion be. unserem Fall: 
N ade! — grausam ; Nsd e l — Schreck ; See — Furcht ; 

Bcr^ gTinUGArtl; Tiaum fürchterlich; 

Schule — fürchte r lieh; Schule — häßlich; Haar — unangenehm; 
Pflege rin — gut ; Frosch — brr ; Wasser — fürchterlich ; 
Tanzen — dumm; Kaize — pfui; Vogel — lieb; 
jetzt — schlecht; schlicht — mir; Zeit — langweilig usf. 
Die meisten dieser höchst subjektiven Reaktionen erklären sich aus be- 
sonderen Erlebnissen. 

Betspiele von Komplexreaktioncn. 
[R. = R.- Komplex; S, — Sexualität; P. = Politischer Komplex. Die Reaktions- 
zeiten sind in Sekunden angegeben; V, Z. = verlängerte Reaktionszeit.) 
1. Versuca. Tisch — Büc.ier ?,2" R 
II. Versuch, Tisch — Brief R. 
III, Versuch. Tisch — Seziertisch 1,4". 

Fat. dachte an den. Tisch im Üimmer R.'s, auf welchem sein Revolver la^, 
daneben ein Abschiedsbrief Seziertiäch bede itet die Erinnerung an ein 
Dsychologisches Experiment am Frosch, das der Pat. einen sehr unangenehmen 
Eindruck gemacht hatte. Alle blutigen Erinnerungen sind in der Folge 
?ng mit dem b, utigen Tod R n s verknüpf und spielen eine ähnliche Rolle 
tfic die Syinplo Behandlung als ,, Vertreter" des verdrängten Komplexes. 
I. Versuch. Brot — Nahrung 5,0" S, 

11. Versuch. Orot tägliches 

Letzteres ist ein abgekürztes Zi'.at, (Gib uns he.itc unser tägliches Brot) und 
dämm als Komplexmerk mal verdächtig, Nach der Ansicht der Pat, gehört 
Essen auch zu den tierischen Dingen am Menschen, wie das Sexuelle. (Vgl. 
Freud!) Diese Vorstellung äuilert sich bei ihr auch darin, dal] sie immer 
nur wenig iltt, in Gesellschaft nicht essen will usw. 
1. Versuch. Schlagen — grausam 3,4" R. 
II. Versuch. Schlagen — Peitsche, Knute R. 

Sie sah K. das erstemal bluten bei einer russischen Demonstration; er 
hatte von Kosaken Hiebe erhalten. 

I. Versuch. Dunkelrot — „Ich finde nichts dunkelstes" R. 
Ein sog. Fehler, ein Ko-nplcxmcrkmal; es fallt der Pal. nichts ein. 
Dunkel rot ist bei Pat. mit Blut assoziiert, wie aus ihren mannigfachen 
Äußerungen hervorgeht; es ist eine Farbe die sie sehr beschäftigt. 

') Siehe TJiagnfhillsfh« AiinjiiijLiüiiiitudieii, I. BrLtiaj;, Einleitung. Unter d<D *EO*=otriSfh*ll 
FLfiktioaeu befinden sdcL mtürlkli üliltlcllf KonipkiLoQStcllatioBcD, 

t* 



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4 I>R. FRANZ RIKLIK. 



I. Versuch. Süß — Fracht, Melone 2 : z" R. 
II. Versuch, Süß — Mensch R. 
Beim IL. Ve tauch fügt Pat. im mittelbar ein Zitat bei, für dessen Worttreue ich 
nicht eintreten kann; „tSitter ist auch des süiJcslen Weibes sülle Frucht; die 
mag der Krieger nicht, und dämm mag er das Weib. 1- Wohl eine Symbolik 
der AuffassuQg ihres Verhältnisses au R r ? 

Im III. Versuch reagiert sie: Himbeer — bitter 4,6", wohl durch den 
gleich ea Gedanken begründet. 

IV. Versuch. Faul — „ Zeig mir die Frucht, die fault, oh' man sie bricht" 0,8 "S. 
Es ist ein Zitat, (also wahrscheinlich ein RomplexmerkinaL) welches Pat 
auf sich besieht; sie erklär le bei diesem Versuch, wo sie nach langer Be- 
handlung, weniger verdrängte, (d. h, weniger hysterisch war} daß sie diese 
Assoziation auf sich beziehe. ,Wcnn man noch nichts versteht (vom Sexuellen}. 
wird man nicht verdorben; jeut wird man doch mit der Zeil verdarben.' 1 Sit 
ist ihrer Meinung nach selbst die vorzeitig faule Frucht, 
L Versuch, Scheiden Frau tfi" 
II. Veisuch. Scheiden— tot . . . auf immer 4.0" K 
Die erste Reaktion „Frau 1 ", ist wohl eine Deckreaktion für den Gedanken, der 
im zweiten Versuch deutlich hervortritt, daher v, Z. 
J. Veisuch, Spiel — Kinder 2,2" 

IT. Versuch. Spiel — Frau, eine Frau ist ein Spielzeug (Zitat.) 
IV. Versuch, Spie! — Ich hiß zu alt, um noch su spielen, m jung, um 

oline Wunsch zu sein 1,6™ (.Zitat.) 
Die llctichungjcn zum Scxtialkomplcx sc h ein c u mir durchsichtig. Dabei 
z^ei Zitate, und bei der anscheinend verdächtigen erste n Reaktion ei«e ver- 
längerte Reaktionszeit. 

1. Versuch, Klatschen — Schriftsteller 3,6" 
IM. Versuch, Klatschen — weiter erzählen, ausplaudern 
JV, Versuch. Erzählen — unmöglich; ich werde es nicht erzählen 2,2" S. 
IV, Versuch, Reden — mag ich nicht 3,6" S. „und sie reden sowohl 

als unsere Taten' 1 . 
Alle Reaktionen bezichen sich, auch nach den Aussagen der Fat. selbst, 
auf ihr „Geheimnis 1 , it. h. den Sexual komplex; bei der ersten, unverdächtig 
scheinenden Reaktion eine verdächtig verlängerte Reaktionszeit, bei der letzten 
sogar ein wahrscheinlich verstümmeltes Zitat; bei der dritten Reaktion ein 
Satz, den Fat. g:tm gleich in ihren Dämmerzuständen fast stereotyp anwendete, 
wenn sie von ihrem „Geheimnis", dem Sexual komplex sprach. 
1. Versuch, lieben — Vater — fällt mir ein 2,0". 
Fat, lacht dabei laut au:', will gar nicht wissen, wieso sie zu dieser Ant- 
wort kommt! (Mimische Reaktion!) 

II!. Versuch lieben — um wieder m vergessen. 
Fat, weiß im nächsten Augenblick nichts mehr von dieser Reaktion, sie ver- 
stehe ja nicht was diese Antwort bedeuten seil! Sic habe das ganz uubcwuQt 
gesagt! Für uns ist der Zusammenhang klar 1 ). 

'.' Vgl, Jung, -,E;-fi'.' rim^iK.. UrnlutchLuagcii über (\:is triimerungsttniuigvn" und die durL 
tKijirnjLli cai K e^ri iilult ciausinctboü«. 



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Vll. KASUISTISCHE UfcllKÄGE ETC. 5 

I. Versuch. Liebe — ich weiß nicht, was sagen. 
Keine Reaktion, an Fehler. Dabei verzieht Fat. das Gesicht. (Mimische Reaktion)* 

IV. Versuch. Liebe— Kind l,o" 
l'at. sprach diese Reaktion aus, indem sie in Stimme und Tonfall eine Kranke 
mnscrer Anstalt nachahmte, die den Ausdruck stereotyp gebraucht, (Also eine 
Form von Zitat.) 

], Versuch. Tränen — baige 2,6" 
II L Versuch. Tränen -Tod; beim Tod vergießt man Trenen. 
Die beider. Reaktionen ergänzen sieh, die erste mit der verlängerten 
Reaktionszeit, die zweite mit der Durchsichtigkeit Beziehung auf den Todes- 
tau, der sie am meisten beschäftigt. 

IV. Versuch. Monat — Im wunderschönen Monat Mai, als alie Knospen 
sprangen, da ist in meinem Herzen die Liebe aufgegangen 2,6" 
Dieses Zitat, wieder eine Koniplexreaktior), übertüncht harmlos die Erinnerung 
an den Tod R.'s, der sich im Mai erschoß. 

I. Versuch. Recht — (Achselzucken, es kommt keine Reaktion). ,,Das 
Wort kommt nicht"; endlich nach 11,0"; ,, allgemein". 
?nt. reagiert me.irmals mit „allgemeinem Wahlrecht"; doch das ist nur eine 
Deckreaktion,- scheinbar dem politischen Komplex zugehörig. In Wirklichkeit 
Tvurde diese hysterische Sperrung verursacht durch den Scxualkomplex, den 
Gedanken, daß nichts recht sei, daß die Menschen nicht sexuell veranlagt 
sein sollten. Diese Erklärung wurde in einer Reihe von Fällen von der Pal. 
selbst gegeben, besonders in den späteren Versuchen; dies gilt auch bei den 
folgenden Reaktionen; 

IV. Versuch. Gesetz — (Fehler, mit einer Abwehrbewegung, mimische 
Reaktion) PaL denkt an. das Niturgcset* der Sexualität 
LI. Versuch. Recht- — keines, gibt es nichl! 
]. Versuch, falsch — Frauen 5,0" 

II. Versuch, falsch — Mensch, S, (im Sinne von: Der Mensch ist 
falsch organisiert). 

]]. Versuch, falsch — Auffassung; vom Menschen. 5- (im sexuellen Sinn), 

Hl. Versuch., richtig — nicht alles. S- 
I. Versuch, ungerecht — Rußland 2,8" 
anscheinend politischer Komplex; in Wirklichkeit war wieder der Gedanke 
vorhanden, der Mensch sei unrlcitig geschaffen; hier wird der S*KUaLk["ti|>1e;>c 
durch den politischen maskiert. (Unrichtig, unrecht, ungerecht sind der 
tussischen Fat. einander verwandtere Begriffe, als für unseren Sprachgebrauch.) 
[. Vergucb. Rache — Fremd, ein bestimmter 7,0" (Der Uruder K.'s. 

IL Versuch, verachten— S. (Name des Bruders.) 
,.Das sagt Ihnen nichts." Lacht, nimmt lachend das Bild des N, vom Tische; 
hier haben wir eine inadäquade Gefühlsreaktion infolge Verdrängung. Das 
Inadäquade ist besonders deutlich, wenn man weiß, daß die Rache, der Haß, 
die Verachtung des Bruders des Toten und ihre Furcht davor in. cen Dämmer- 
zuständen eine vichtige Rolle spielen. So kommt z. B. folgende Reaktion: 

II. Versuch. Drohen — Nein, nein er wird mich nicht .... 
Dies ist ein stereotyper Satz aus den Anfallen: , r Nein, nein, er wird mich 



/"* f^f* Original fram 

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RK KRANZ BtKNV. 



nicht töten", nämlich N. PaL weiß jetzt ;ibtr auf einmal nicht was sie eben 
reagierte, sie müsse geistesabwesend gewesLTi sein. Wir haben hier etwas, 
wie einen rudimentären Dämmerzustand, der durch ,, Amnesie" vom Bewußt- 
sein abgespalten usL 

Die Rache N.'s ist cur eint unbegründete Befürchtung, die sich der Pat. 
nach dem Tode RVs bemächtigte. In Wirklichkeit war ilis Verhältnis zu 
ihm ein gutes, Sic glaubt ihn. der durch das gleiche Urleil sehr gelitten 
hatte, als eine Art Märtyrer verehren zu müssen, 

T. Versuch. Reinlich — Hie Deutschen 6,0" v. Z, 

IL Versuch. Reinlich (für Pat = rein) — das Jüchen, nein Ideal; jetzt 

ist es nicht so 2,e" K. 

„Die Deutschen" sind offenbar eine Deckreaktion. Die Wirkung des Sexual, 
komplexes ist deutlich. Hierher gehört auch die Reaktion: 
IV. Versuch. SchmuUij — Gedanken 2,0" 
L Versuch. Mörder — Minister 3,0" 
(Lacht laut;) Ich wollte Kaiser sagen, Politischer Komplex, vertritt wieder K- 
(Inadäquate Gefühlsrcaktion!) 

11, Versuch. Morder — ich ; das ist nir zufällig, daß mir dieses Wort 
einfiel- (Inadäquat, anscheinend gleichgültig.^ 

JV. Versuch. Absicht -nein, ohne 14,0" 
(„Ich habe nicht die Absicht gehabt, zu töten", ist eine ihrer Stehenden 
Redensarten in den Dümmenuständcn.) 

I, Versuch, Verinuter, — (Fehler, Pat. seufzt!) 

Vermuten — nie, nie würd? jemand etwas reimuten! l,ü" S. 
leise — still 2,4 V 
leise — auf dem Friedhof 
Still — Grab l,tf 
(Weinerlich,) „Ich war bei ihm auf dem Friedhof" usw. R. 

Wir haben hier, wie oft bei Wiederholung des gleichen Keizwort.es, in 
den Reaktionen eine Steigerung von der Deckreaktion im I. Versuch bis zur 
rlciirlirrhmi Flntfaltung - ripr j.iigphrirignn Asj;ri7-iatinn im IV. Versuch. 

I, Verbuch, Putzen — Galoschen 7,3" (DeckrcaktionJ. 
Pat, lacht, macht eine Grimmasse. R. (Inadäquate Gefühlsreaktion, 

mimische Ruaktlon.) „Putzen" hat bei Pat. die Bedeutung: Das Blut im Ge- 
sicht wegputzen, Aus einem Kinderspiel erinnert sie sielt sofort eines Refrain: 

„Putzen, putzen, putzen, 11 singt ihn immer wieder und lasht'). (Komplex- 
lied, mit inadäquatem Geführten.) 

1. Versuch. Natürlich — (Fe hlci), fvs fällt der Pat. nithts c-iti , sie be- 
nimmt sich ablehnend. Gemeint ist wieder das Naturgesetz der Sexualität. 

I. Versuch. Erinnern — Revolution treiben, 3,0"! 

III. Versuch, Erinnern — K. Das sagt Ihnen nichts, das ist ein Ver- 
storbener von mir; man kannte auch irgend etwas anderes antworten! 

Die erste Reaktion scheint zum politischen Komplex zu gehören. Die 
zweite Reaktion (III. V.) mit einem scheinbar oberflächlichen, gleichgültigen 
i'one (inadäquater Affekt) erklärt Sich von seltisl- 

'■ Vgl, Melodien jutomuUsmcQ, Dingüystisfhc A"<*. stu<t. IV, Beitrag, 



IV. 


Versuch. 


I. 


Versuch 


][. 


Versuch 


TV, 


Versuch, 



/^~„ Original from 

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VII. KASUISTISCHE BEITRÄGE ETC. 



Diese Beispie Isam ml ung für Komplexkonstellationen, die sich leicht er- 
weitern ließe, orientiert, uns über deren ungemein häufiges und intensives 
Auftreten bei der Hysterie. An Hand der Vergleiche ans andern VerSuchs- 
zeiten bei der gleichen Put, envpuppen eich ouch scheinbar indifferente, nur 
di nch. Verlängerung der Reaktionszeit hervorstehende Reaktionen als Kftmplex- 
konstcllationen. Die sogenannten Kehler, die mimischen Reaktionen, Zitate, 
usw. erweisen sich fast überall als Komplex Vertreter. Wir Sehen, durch be- 
stimmte Reizwort* ausgelöst, sogar Phänomene eintreten, die sich wie kurze 
Bewußtseinstrübungen verhalten, wir sehen ferner, wie ein Komplex (der po- 
litische) in Wirklichkeit den Sexual komplex vertritt und verdeck - . Wir seilen 
das Vergessen, wie in den Untersuchungen von Freud, wie im Gänser- 
ich en Symptonicnkomplcx in seiner Verdrängt! ngsfunklion. Nicht die Art 
des Mechanismus, aber die Häufigkeit und Intensität der Komplex- 
merkmale kenn zeichnet die Hysterie vor dem Normalen, 

ZWEit«T Fall. 

Ann« E,, 30 jährige Weißnäherin. Pit. is[ ein armes, einfaches MAdchtn. Der 
Stiefvater Dehandelt sie schlecht, troizdem sie fleißig arbeitet und an den Haushau bei- 
trägt; die Mutter ist gut; es besteht darum ein seelischer Konflikt- Sie möchte heiraten, 
um dem Konflikt zu entgehen und ihre Sehnsucht nach Frieden, ruhiger Häuslichkeit und 
Liebe iu stillen. Der erste Geliebte, sin junger Bursche, war untreu, denn er schrieb ihr 
nicht mehr, als er in die Fremde ging, Jetit hat sie eiriEn andern, ist abet in Surgen, ob 
sich jetit ihr Wunsch erfülle. Sie leidet, neben anderen hysterischen Symptomen, haupt- 
sächlich an Enuresis nocturna. 

Es werden bei ihr 2dQ Assoziationen aufgenommen. Ich lasse ein Stück 
aus dem Versuch folgen, wobei ich det Komentration wegen eir.e kleine An- 
zahl indifferenter Reaktionen auslasse. Pat. zeigte, besonders während der 
ersten Hälfte des Versuchs, ein häufiges Verlcgenheitslächeln. Man beobachtete 
das Vorherrschen der subjektiven Werturteile. 

Stechen— Nadel 1,3" Staat- schön 6,3" [Staa: mi Sinne 

Engel — schön 1,6" von Schmuck!) 

lan S — SlraJJe g,E"! später: Nichte l, oliig — LäiflHch ^" tu HttIK, 

mit dein Liebsten auf der Straße. Stengel Blume 1,6^ 

Schiff — gro£ 2,ü", Eine Gondcliahrt, tanzen — lustig 3,0"! 

bei der sie sich kennen lernten. See — schön jß" (die GondeLfahrif) 
FRUgen — Acker i,6" bös — (Fehler). Nach 10,0" „Da fällt 

Wolle — Schaf 1,2" m i r nichts ein", lacht, „der Vater 

freundlich — git 2,6" i s ( h<jse, sehr," 

tragen — Kind 5,6" 
Sie erzählt dem Ref., der vorher über ihre Verhältnisse nicht orientiert war: 
„Der Stiefvater mag mich nicht er kann mich nicht ertrugen; er hat auch 
eicht gern, daß die Mutter gut mit mir ist." (Das Lachen bei diesem Ge- 
ständnis ist auch inadäquat.) 

Nadel —stechen 1,4" Brot— hart 1,8" 

schwimmen — nicht 3,6"! drohen — Vater 3,0"! 

Reise — weit 5,0"! reich — Geld 1,6" 

blau — Himmel 1,0* Baurrj — gtäa 1,6" 



/^~,~ Original from 

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t DR. FRANZ R1KUN. 



singen — schön 1,0/* richtig — (Fehler). „Da fällt mir 

IJerg — hoch i,3* nichts ein. L ' Dann tagt sie weiner« 

spielen — Kinder 2,0" lieh, es sei nicht richtig, „daß ich 

Salz — sauer i,a" gern bei der Mutter war, und 

neu — Kleid 3,0" dann der Vater so bös ist." 

Sitte — ländlich 4,4" Vorsicht — (Fehler). Nachher: „Das 

reiten — Pferd 2,0" bin ich in der Waal." 

Wand — weiü 1,1'' vergessen — (Fehler), Die Unglück- 

dumm — (Fehler) H Da fallt mir nichts Liehe Geschichte nr.it dem ersten 

ein,'" dann-; ,,daß man Jen, wel- Geliebten . 

eben m*n ger-n hat. riHit b**- lieben — : Pat. lacht !>ei $,0", nach 

kommt, md der andere *:ll mich 19J6" sagt sie; ..Die Angehörigen, 

nicht" — und die, «'eiche man gern hat; 

Heft — schreiben 1,4'' das sind Fragen!" 

verachten — nicht schön i,l'' Verstehen — einander gut verstehen 

Zahn — Schmerzen 2,8" (lach eil). 

, ¥ _^ Dritt« ftü. 

Mathilde K., l'Uegerin, ca. z; Jahre alt. V.-P. ist elwas schwärmerischeT Natur, 
Dm Vater, Trinker, war Reitlehrer. V.-P, dient« merst auf einem Oute, wurde hesser 
gehalten ah ein i>ienstmädc hen.. In einer Frauenklinik, «0 sie sich aU Pflegerin ausbilden 
wollte, wurde sie verführt, anschlich durch Eeirunktrimacheri. Nachher lieö sie der Ver- 
führer sitien- V,-P, wollte ihre Schwangerschaft vor den Ihrigen verbergen und verdiente 
mit Nachtwachen Einen elenden. Unterhalt, angeben-:!, es gehe ihr ordentlich, Sie gebar 
allein, ohne Hilfe, nahm darauf die tote Frühgeburt {ÜL — o, Monat) und tief damit lujn. 
PluÜ, wo sie das Kind ins Wasse: legte. Die Sache wurde entdeckt, Pat. kam in Unter- 
suchungshaft, wurde aber freigesprochen, da sich nachweisen liefl, da3 kein Kindesmord 
vorliege. 

Die Entbehrungen und die <f richtsverhsinu'lUElggn hatten die V,-P. stark mitgenommen 
und eine Reihe hysterischer Symptome (Zusammenschrecken, Zittern wie bei Piehorfrosi) 
erzeugt. Sie WLrde später Pflcpcrii und fand damit ein Kefugium und einen altruistischen 
Lcbensiweck, der therapeutische Dienste leistete. V.-P, hat außer vielen hysterischen 2ügcn 
und körperlichen Symptomen Noblambulismus und auffallend somnambule Träume. 

Die R eft1ftii>nepi dieser Versuchsperson sind durch das Vorwiegen der 

Satz form ausgezeichnet Sie unterscheiden sich abec wesentlich von den 
Satzreaktionen der Imbeiillen. In der Arbeit von K. VVehrlin 1 ) ist in 
den imbezillen Satzrcaktionen die Definition stendenz in ihren verschiedenen 
Formen als Hauptmerkmal nachgewiesen worden Bei der Hysterie dagegen 
scheint, das Auftreten v«n starken Gefühlstönen zur SaUbildung zu drängen, 
Öfters haben die Sätze den Charakter von Deckreaktionen, welche in der Form 
von scheinbar nichtssagenden Schulsatzen auftreten. 

I. Beispiele für Satzreaktionen, welche Gefühle ausdrücken: 
Baum — -jetzt fallen die Blätter davon ab 4*0™ 

Blume — sind jetzt alle verblüht 2,4" 

Vogel — sind jetzt bereits alle fort 3,6" 

Berg — da möcht ich mal n aufsteigen! 3,2" 
Buch — für mich was schönes 1,8* 



') Über Jif Aasmiatitjueil hruik lintweillEn Unil Iilirslen. Di .-ig-iuttt. AsäMlltiaasstunito. II . Beitrag 



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Original frorn 
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VII, KASUISTISCH K HKlTRjU.ri TiTC, 



tanzsn - — tu ich gern ijcF 

schwimmen — kann ich nicht r r (j* 

trotzig — bin kh sehr 4,2" 

speicheln — hab ich nicht gern z/j" 

Kind — ■ bin keines mehr 1,4" 

freundlich — bin ich nicht 2,o* 

Soltat — ah! möcht ich sein 1,6" 

reich — hin ich leider nicht 2,0" 
Man beachte, wie V.-P, bald den objektiven SaUlypuS verläßt Und d»nn lauter 
Ich-Sätze bringt, 

II. Beispiele für Deckreaktionen: 

See — Zur ich sc e ist ichr schön 2.2" 
Pat dachte einmal daran, ins Wasser 111 springen, als sie in einer ganz un- 
erfreulichen Stellung bei Verwandten u-nr und Heimweh halte; sie ging an 
den See, fiel alter auf und wurde nach Hause zurückgeführt. 

Wasser — ist ein sehr nützliches ... 2,2''' 
Plötzliche, verräterische Sperrung f Man denke an das obig? und an das 
früher erwähnte Ereignis am Fluß, Die Sperrung kann auch dem ergänzenden 
Wort „Getränk" gellen. Die folgenden Reaktionen sprachen dafür. 

Durst — haben die Alkoholiker 10,4* 
Versuchsperson trinkt seit jener Überrumpelung mit den fatalen Folgen keine 
geistigen Getränke mehr, hat Ekel davor. In diesem Sinne reagiert sie mit 
Affokt: 

Wirtschaft — ist etwas Häßliches 4,4" 
Weitere Beispiele: 

Übel — muß man meiden lS,6" 
Versuchsperson wollte Jiuersl Jie letile Bitte aus dem Vaterunser zitieren: 
,, Erlöse uns von dem Übel.*' So oder anders ist es ein Decksyniplom, gepaart 
mit einer ganz bedeutenden Verlängerung der Reaktionszeit. Die Reaktion 
bezieht sich mit ihre fatalen Erlebnisse. 

Anstand — muß der Mensch haben 1,2" 
Bezieht sich wieder auf ihren Komplex. 

leiden — ja. . . das tun unsere Kranken viel 5,6" 
Dachte: „Ich mußte viel leiden*! 

verachten — muß man manchmal jemand 2,6" 
Mit Affekt gesprochen, dachte in den Verführer, der sie im Elend sltien ließ. 

erinnern ■ — man erinnert sich manchmal an etwas . . und vergißt 

es wieder 7,0" 
Bezieht sich zugegebenermaßen auf ihre Erlebnisse 

Treue — ist was Schönes 2,4" 
Mit tiefem Seufzer, mimische Reaktion, 

Ungerecht — sind viele Menschen 3.3S" 
Mit der gleichen Beziehung (Verführung}. 

falsch — sind die Schlangen 3,6" 
Gleiche Beziehung, 



/"* Original from 

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I>R, KKANZ HtKI.IN. 



Siince — begeht jeder Mensch 6,0" 
Denkl an die gleiche Geschichte. 

Uiebs — ich weiß nichts. , . ist ein Gefühl i 5,0" 
(sayt nachher bezeichnend: „Das ist Himnm ; es gibt doch keine rechte Liebe."} 

III. Beispiele für Sätze, die Wünsche ausdrücken. 

BcTfj — da möcht ich mal naufsteigeu 

Sold« — mücht ich acin 

Velo — möcht ich gern fahren können 

Kutsche — macht ich fahren 
(z„ T. Reminiszenzen.) 

reiten — ist schöner Sport 4,4" 
(Vater war Reitlehrer; auf einem tiutc hatte sie eine Stelle, w*j sie oft Ge- 
legenheit *um Reiten halte.) 

tarnen — tu ich gern 

Reiz — wenn man recht schön ist IQ,?" 
{erklärte dann: ,Jch möchte gern reizend sein. :h 

IV. Hrispi(*lr? für Sät7.f*. in HniicnV.-P ihm Ri Muri jr her vorh c ht. 

Faust — hat Goethe geschrieben 

rechnen — kann ich &o ziemlich 

Kart" fiel — kommen ans Amerika 

Pulver — Gutenberg hat das Pulver erfunden, oder *ie: 

V. Beispiele für Sätze, welche ihren Komplex mehr nder 
weniger deutlich ausdrücken. 

WeLfi — ist die Unschuld 3,4" Zitat. 

Gefängnis — bchüt mich davor 1,8" Untersuchungshaft! 

Hochzeit — ich hei rat" nicht i,S" 

Sehen — trügt oft 1 ,5" Zitat. 

Jugend — hat keine Tugend 2,0" Zilpf. 

Kummer — hab ich oft schon gehabt 2,6" 

Küssen — ist ein Uicbcsicichcn 6,8" 

natürlich — in der Natur draußen ist dies natürlich 5.(1" 

schlecht — gibts viele Menschen 3,4" 

laufen^- ist eine Stadt in B. 3,4" 
Diese besondere Auffassung des Reizwortes erklärt «ich, In Laufen ist ein 
großes Gefängnis! Siehe oben das Reizwort Gefängnis, 

lieben — ich liebe meine Kranken 3^" 

lY&XIcn — habe ich viele- vergossen schon I ,6" Zitat 

entsetzlich — Mord iü,6" 
Versuchsperson wiederholte das Reizwort mit Affekt. Man eriüncre sich an 
ihre Anamnese! 

Hoffnung; — wenn die Hoffnung nicht war 5,4" Zitat! 

lieb — so lang du lieben kannst 3,2" 

Elend — in London ist das größte E!.cnd $,H" 
Die Reaktion bezieht sieh auf das eigene Elend in der grollen Stadt X- 

Eckc — ein Leben in det Ecke 3,6" Zitat! 



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VII. KASUISTISCHE BEITHÄriE ETC. 



heilt — die Liebe brennt heiß 5,0" 

HcvriiÖtsein — hat man nicht immer 3,0" 
sagt; sie meint unsere Kranken; es bezieht sich aber auf ihre Verführung! 

FaJIe — jemand eine Falle stellen 3,8" 
Wfthl su demselben Komplex gehörig. 

Die folgenden zwei Fälle weisen auch Satzreaktionen auf. Die Sätze 
sind hier hauptsächlich Deckreakticmcn für den Komplex. Die Krankenge* 
schichte diesei Källc habe ich schon früher in einem anderen Zusammenhang 
veröffentlicht 3 ). 

viinir rau. 

Frau Maria C. Aus der Krankengeschichte ist hervorzuheben, datt Put., dir wegen 
einer Thrombose nach Geburl in der Frauenklinik lag. «inen aufregenden Brief von ihrem 
Mann bekam. Dieser, ein Tagelöhner (Italiener), mißte nämlich die unangenehme Ent- 
deckung machen, daß seine Frau eine Summe von 800 Fr», uttvCrsichtigerwetse ausgeliehen 

und nicht mehr zurückbekommen hatte. Trotzdem skh die beiden lieben, findet er diese 
Dummheit, die sein Sparen illusorisch macht, unverantwortlich und drutit, er «rolle nichts 

mehr von ihr wissen. Auf diesen Brief hirt geriet die Frau in einen hysterischen Dämmer* 
lusland mit dem üansersthen Sym|;tornenkorn]jleK uüd wurde in die hiesige Klinik gebracht, 
ijo Assoziationen wurden an dritten Tage des Anstaltsaufenihalles au^tnommrn, 
als Pat. schon ikmlkh klar, aber nfreh in Sorge war, Hb ihr der Mann verzeihe. W weitere 
Assoziationen stammen vom folgenden Tage, nach einem, beruhigenden Besuch des Mannes. 

Die meisten Reaktionen haher» SalEfarm und sind dann gewöhnlich 
Deckreaktioiien. Sehr oft wiederholt sich der Ausdruck „Mensch". Fast 
immer ist darmter der Mann oder die Fat, selbst gemeint, eine Bestätigung 
unserer Ansicht, die wir bei der Bearbeitung der Assoziationen (Jesrinder ge- 
äußer! haben, daß „der Mensch" ein Deckwqr. für Hauptpersonen in gefiihls- 
betonten Vorsiellungskotriplexen ist. Iminerhin läßt sich dieser Satz auf die 
Assoziationen der Imbezillen nicht ohne weiteres ausdehnen, wo „der Mensch" 
öfter als Begriff in den Reaktionen mit Dcfmilionstenderiz erscheint. 

Mehr als die Hälfte der Assoziationen sind sichere Komplexrcaktionen 
und gewiß noch ein guter Teil der übrigen, über welche wir nicht genügenden 
Aufschluß haben, 

Auffallend häufig sind di™ mimischen Reaktionen, z. B l l 

Freundlich — ist der Mensch mitunter 3,2* 
Put. lächelt daju und erklärt: „Mein Mann ist freundlich." {Deckreaktion in 
Satzform mit mimischer Reaktion.) 

tragen — verschiedenes trägt man 5,2" 
(Ref.: Wasr) „Das Wasser träft man auf den Tisch.*' (Dann:) „Unbehil fliehe 
Wesen." (Das Ijctitgehorne ist sehr schwach j 

trotzig — ■ist der Mensch manchmal ?,S" 
[dann]: „Ich bin grad' einer; der eigensinnige Mensch ist trotzig." 

See — das ist eint grolle Masse., . Wasser 9,0" 
Man beachte Jie Sperrung, Tat. hatte die Absicht, in den See zu springen, 
wenn der Mann sie verstoße. 

■j Zur FijfchoLogLt hysterischer L>imm*T7iist4in<le and tiw Cj&nscrecbcu Synptoms, PtYchitlr.- 
neurol. Wochenschrift. 1904. 



/"* nr> Original from 

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12 U.< , KR A NZ h IK I .IN. 



krank — ist der Mensch 3,2" 
(lächelt): „Ich und mein Bübchen.' 1 

Slolt — ist ein unfreundlicher — eine unfreundliche Person 14,4" 
[DjuIiIl zuerst): „Meine Verwandten, -die Tailts," Bezieht su:]i auf die Un- 
zufriedenheit der Verwandten, wegen ihref Heirat mit dem Italiener. 

bös — das bin ich . . . selber 
(fügt aber leise hinzu): „Ich heffe aber, mich m ändern." 

drohen — ach, wenn man unfolgsam ist, droht man einem 4,2" 
Versteht unter dem allgemeinen Satz sich selbst und ihren Mann. 

reich — ist ein Mensch, der viel Geld hat 6jO" 
Fat. beginnt zu weinen, sie erinnert sich an die Geschichte mit den 800 Frs. 

aingea — das tut der Mensch, wenn er lustig ist +,4'' 
Vgl. die Bemerkung über die Reaktion „Mensch 1 ' 1 , Hier meint die Fat. sich 
selber und denkt an den Kontrast gegenüber den guten Zeiten, wo sie sehr 
fröhlich sein kennte. 

Mitleid — das hat der edle Mensch 3,6" 
Dann: „Ich weiß nicht, wer Mlleid mit mir hat" (Weint.) Meint nicht den 
Mann, sondern ihre Verwandten, die Regen ihre Heirat waren und an ihrem 
Unglück eine Selbstgerechte Schadenfreude haben. 

Berg — ach, es hat viele JicrgC; Sehnccbergc 16 ,8" 
Decksatz für die Erinnerung an frohe jugendtage, die sie auf rvberg erlebt 
hatte. Durch den Komplex bedingter Kontrast zwischen einst und jetft. 

Neu — neu, das sind. . . Neubauten, Neubau 7,2'' 
(lächelt): Der Mann ist Bauarbeiter. 

Sitte — der Mensch hat gute und... böse Sitten 4,0" 
Dachte wieder in ihre Geschickte. Wieder , s der Mensch 1 ' und ein möglichst 
allgemein gefaßter Decksatz! 

Dumm —das ist der blödsinnige Mensch, jemand, 4er nicht ganz 
gesund im Kojif ist (Ichbezieh «ng) 4,6" 

Verachten — das tut der stolze Mensch 2,4" 

Kl kl tili: „Meine Vtfj wandten ; v .eile Lullt mein Manu." 

Zahn — das ist dem Menschen seine (3,8") seine Hilfe . . . mm 
Essen, wenigstens nicht mm sich wehren. 
Pat. hatte die Gewohnheit, sich etwa durch Beißen gegen den Mann zu ver- 
teidigen. 

Richtig — das ist der ehrliche Mensch 4,0" 
Eine förmlich an den Haaren herbeigezogene Komplexreaktiun 

Volk — das gibts verschiedene: Italienische, Deutsche und 
Schweizer, überhaupt irerschiedsne Völker 4,2" 
Fat. sagte gleich darauf: „Ich will gerne sehen, wie es noch kommt zwischen 
dem Franz und mir!" 

Buch — Bibliothekblich, Romane sind auch Bücher, auch Buch- 
führung 3,0" 
(Die 800 Fi*.l) 

Scheiden — scheiden das , . . 4,0", dann Fause von 4,6" 
Dann; „Das tut mir zu weh," (Fängt an zu weinen.} 



C^" rm Original from 

by \j> UU£ 1 1 y N | V ERS | j v c F M | c H E A N 



Vn. KASUISTISCHE BEITRÄ1E ETC. 1J 



Hunger — das mal] der Mensch oll leiden 2,2" . .mitunter auch 
die Tiere. 
Letzterer Sau hochdeutsch, eint die Decke vervollständigende Phrase, während 
Tat. 4CL1SL im Dialekt «agiert. Vgl. -die Klagen im 13 rief des Manne», daß 
er für die Familie kaum zu sorgen vermöge, während die Frau so mit dem 
Geld umgegangen sei. 

weiß —ist der Schnee [2,2) . , . mit weiße Kleider . . . Linge. 
(lächelt, weint dann plötzlich): ,, I .eiche nk leider habe ich gedach.." Das Lächeln 
im Beginn ist als inadäquate Aftektäußetung anzusehen. 

trüb das ist . . . (2,0'') manchmal das Wasser, (nach weitern 5,0") 
,, manchmal der Mensel), fiel ttir zuerst ein", 

lieb — das ist mein Mann 3,3'' (Gaas leise gesprochen.) 

streiten — wenn zwei streiten untereinander 3,2" 
l'at. lächelt, zuckt die Achseln. 

Auch Imbezille können so antworten 1 ), doch hat hier &k Erklärung den 
Sinn einer Dtckreaktioa, Dafür spricht auch das Spiel der Mimik; die Re- 
aktion ist wahischein lieh durch die Vorstellung der gegenwärtigen Beziehungen 
zwischen der Fat und ihrem Mann hervorgerufen worden. 
Das gleiche gilt bei der folgenden Reaktion: 

Familie — das ist, wenn ein Paar beieinander ist und Kinder hat S,2 V 
Pat- dachte ac ihre Familie, 

fremd — fremd ist der Wanderer 3.0" 
Pat. dachte dabei, wie sie nachher erklärte, an sich selbst. Sie reagierte wieder 
Hochdeutsch, statt wie gewöhnlich im Dialekt 

Beim Reizwort Glück kommt keine verbale Reaktion [also Fehler), aber 
nach ca. 15,0" fängt Fat. zu weinen an. Beim unmittelbar darauffolgenden 
Reizwort erzählen kann sich Pat, noch nicht vom Weinen losmachen, reagiert 
erst nach über 30,0" etwas ruhiger: — ,, Geschichten erzählen." 

Wir haben hier eine deutliche Perseveration; die darauffolgenden Re- 
aktionen scheinen aber nicht mehr von den letzten beeinflußt zu sein. 

Aastand — soll der Mensch haben 3,2" 

eng — ein kleiner Raum ist eng 4 t 2" 

Storch — das ist . . . (3,2") . . . meir. Mann (leise gesprochen) 
Beim Reizwort küssen reagiert Pat. nach 3,*!": „Das ist eine Frage, 
die ich nicht beantworten kann." Sie schluchzt heftig, meint, sie wisse nicht, 
ob ihr Mann sie wieder küssen werde, „Er wird mir wohl nicht verzeihen 
können; darin habe ich wenig Glück." 1 Man sieht hier die Auffassung des 
Reizwortes als Frage, wie bei normalen Ungebildeten und gewöhnlich bei 
Imbezillen. 

Lied — Gutgesinnte Leute haben Lieder 5,0" 
(gebildet nach: „Wo man singt, da lall dich ruhig nieder; böse Menschen 
haben keine Lieder. 1 ' Fat, dachte an sich selbst, die ihre Fröhlichkeit ver- 
loren habe.) 

faul — träge Menschen sind faul ?,&' 
(auf sich selbst bezogen ; „Ich tue nichts." Ihr Mann hatte ihr im angeführten 

■] Vgl. Weh Hit. I. t. 



i"__ Original frorn 

:ig«ized by \jOOSK IJMIVFRSITYCF Min 



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14 DR. FRANZ aiKLI*. 

Briefe vorgeworfen, er müsse die Familie erhalten, auf sie kömic er dabei 
nicht zählen.) 

In der Folge kommt die Beziehung zum Mann immer offener: 
tragen — Mein Mann niuÖ tragen, schwere Sorben 14,0" 
müde — Mein Mann ist müde am Abend; er schrieb es auch im 

Briefe 3,4" 
Absicht — Mein Mann meint vielleicht, ich habe es mit Absicht 

getan 3,0" 
stark — das ist mein Mann 2,1" 
bescheiden — das ist mein Mann 1,;" 

mischen — die Leute tun sich manchmal mischen (ca. 50") 
Denkt daran, call der Mann Italicner ist. 

Blut — das ist beim Menschen . . , (2j6") . . . und beim Tier. 
„An mein und meines Mannes Blut gedacht." 

Nach dem Besuch des Mannes am folgenden Tage nehmen die Kompicx- 
reaktioTien etwas ab: 

leicht — (lächelt) ich bin leicht (— leichtfertig) 11,0" 

wünschen — ich wüf.sche, daß ich bald heimkomme 3,6" 

lieben — das tu ich meinen Mann 2.0" 

mild — das ist mein Mann 7,4" 

suchen — allerlei suchen (6,6) . , . Blumen Buchen am liebsten, wenn 

ich mit dem >fann heimkehren könnte. 
gut — das ist mein Mann 3,0" 
Eine AiiüLl vuu ReuktiuiiL-u besteht sich auf emen andern Verstellung:- 
komplex, der zur Zeit vor ihrer llodttcit spielte, wo sie bei lustigen Vcicins- 
anlassen und beim Tani mitm achte, z. B.: 

tanzen — das tut man beim Tanz, bei der Musik, an Anlässe 11 ?.X<" 
spielen— Mit der Musik, Musik spielen 7,6" 
lustig — das bin ich nicht mehr 3,8" 

Trommel — das brauchen die Tnrcicr — (2.2") ■ - mit denen ich 
mich schon lustig' gemacht und Theater gespielt habe vor 
der Heirat. 

rtmit« r»n, 
Frau Verena D. Pat. Ist jener Fall von hysterischem DämmenusiHnd! 1 ), der einsetzte, 
als kurz nach ■dem Tode des Manne: nach ihr einziges Sind („Koscli u ) erkrankte, und deren 
KrankengeSf nicht: ich mit der vom vorhergehenden hll schon publiziert habe. Während 
de« Dämmonuitandes bestand Amnesie für die KrL:r;mku--.^ des Kindes. Ali Pal. erfuhr, 
düfi es ihrem Kinde gut gehe, wurde sie klarer, nach dein Wiedersehen des Kindes trat 
rasch Heilung eir. Zehn Jähre früher hatte sie den ersten, ähnlichen DümnienusUfld, als 
in der Nach! ihr*r erSien Oelurl der Mann sehr «pät betrunken heim kam. 

Es handelt sich hier wieder um einen Fall von pathologischem Aftekt. 
Auch liier sind mindestens 50% der Reaktion leicht nachweisbare Komplex- 
renktionen. Jm ganzen werden 428 Assoaatiomin aufgenommen. Auch diese 
Versurhs-person reagiert mit ausgesprochenem Satitypus, der aber beim ersten 

■i Vgl. nur hycbülüjie Js^sLttitclkar Dinttnenualiinüe gm, 1, c. 



/"* nr> Original fnom 

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VII- KASUISTISCHE fiEIT HAUE ETC- I 5 



Versuch (123 Assozationcn) vor dem Besuch des Kindes erat bei der 
$3,. Reaktion beginnt beim Reizwort; 

Schlagen — der Schmied schlägt 2,8" Pat schlug ihr Kind, 
trotzen — die Kinder trotzen 3,4" usf, 
Von da an bleibt der Satztypus bis lum Ende des Versuchs. Im 
zweiten Versuch kommt der erste Satz bei der 7. Reaktion: 

Vater — das Kind gehorcht dem Vater; 3,4", dann kommen dazwischen 
einige Reaktionen in einem Wort, endlich von Reaktion ?i an: Heft — die 
Schüler brauchen Hefte; j,cT, erscheinen fast lauter Reaktionen in Sätzen. 
Viele sind wieder Decksätze, andere äußerst subjektiv, vom ,, Komplex" ab- 
hängig; im ganzen aber sind diese Sätze noch viel schülcrmäftiger und 
kindlicher als bei der letzten Pat., und man gewinnt beinahe den Eindruck, 
als sei hier <iae Nachahmen von scheinbar unbeholfenen Schulsätien eine 
„Symptomhandlung". Die Reaktionen mit Kind und Schüler beziehen 
sie! 1 . Hilf ihr krankes Kind ,,Roseli". Die 52 ersten Reaktionen, noch nicht 
j[] Satzform, haben einen sehr oberflächlichen Typus und gehören fast alle zur 
tiriijjpc <ler sp^achlich-motm-iechert Furmcn '). Die Reaktionszeit übef*t*i£t meist 
nicht das wahrscheinliche Mittel ?,4" 1 '). 
Sonntag — Montag i,of Haar — Haarnadel 2,4" 

Vater — land i,*" Schule — Scfaulhaws 2,2* 

Tisch — tueji 1 ,8" Fenster — scheine o,S" 

Einige haben verlängerte Reaktionszeit; davon hangen mehrere mit der Vor- 
stellung pfSchtle 1 " resp. „Schüler" zusammen: 

Heft — Hefte 17,6" Anstalt — Erziehungsanstalt 3.2" 

singen — nachsingen 6,4" Spiel — Spielabend 4h4"p 

eine mit der Schute verbundene Veranstaltung, an der ihr Kind teilnahm. 
Eine verlängerte Reaktionszeit erscheint bei; betteln — gehen ä,3". Sie ent- 
springt wohl einer Vorstellung, die die Fat. sehr bekümmerte, die Sorge und 
die weitere Existenz nach des Mannes Tod. 

Dcim Rcic»uit; Heiz iL-agitriL Fat, [eist: und mit vciandui Luj Stimme: Du 

mein Hera 1 1,3" und dachte an ihr Kind. 

Reaktionen in Satiform. 
Dann kommt u. a, : 

Trotzen — die Kinder trotzen 3,4" 

Kind — die Kinderspielen 6,4". Dachte: „Du men Kind." Vgl. 

,,Du mein Hera," oben! 
/retndlich — Kinder sind freund Lei 3,0" (mein Kind) 
danken — das Kind dankt der Mutter 2,6" 
schicken — die Mutter schickt das Kind 4,6" 
Anstand — die Kinder sollen anständig sein 3,6" 
Jugend — das Kind spielt in der Jugend y6" 
aufpassen —die Kinder passen auf in der Schule },2 ff 



'! long «ad Riklin, 1, c. 

*} Jaug, l'her das Vtrhnitcn der KcjktiuoiKil usw. 



/"* nr> Original fram 

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16 DR. FRANZ RIKLHf. 

redinen — die Kinder rechnen in der Schule *.+" 
nachgeben— die Mutter gibt dem Kinde nach $,i" 
küssen — die Mutter küßt das Kinii 2,6" 
Spiel ■ — die Kinder gehen in den Spielabend j,ü" 
(Jang — die Kinder spazieren. 
Im ersten Versuch mit r?A Reaktionen finden wir 13, also £iit JO*/„ Sätze 

mü „Kind", Bei Normalen Hoden wir sozusagen nie eine solche Frequenz. 

Fast alle diese Reaktionen haben verlängerte Reaktionszeiten. 

Aus dem zweiten Versuch; [Nach dem Besuch des Kindes), 
Vater — das Kind gehorcht dem Vater 3,4" 
Schide — die Kinder gehen in die Schule t,&" 
Spiel — die Kinderspielen 1,8" 
trotiig- — die Kinder sind trotzig 1,8" 
KinJ — das Kind ist gut 3,4" 
freundlich — Kinder sollen freundlich sein 1,4" 
danten — die Kinder sollen danken 2,2" 
schicken — das KinJ wird von der Mutter geschickt 6jO" 
hos — die Kinder sind etwa bös 4 h S" („das Koseli' L . fügt Pat, bei) 
drohen — der Vater droht dem K . . . Knaben 2,0", dachte „Kinde 1- ; 

(lacht). 
Anstand — die Kimicr sollen Anstand lernen l,S" (siehe üben!) 
scherzen — die Kimler scherzen gern 3,0" 
klein — das Kind ist klein i,S" 

lieben- — die Mutter liebl da* Kind 3,6" 
Obst — die Kinder essen gerne Obst 1,4." 
laufen — das Kind lernt Laufen 4,4" 
Von 200 Reaktionen im 2. Versuch finden wir 20 Sätze mit „Kind", also 
wieder to*/ )h . An Stellen, wo im 1, Verlieh Sitze mit „Kind" erfolgten, geschah 
es gewöhnlich auch im 2. Versuch; die Reaktionszeiten im ?. V im such h:ibt-:i 
alicr die Tendenz, kürzer zu werden. 

Nirgends mehr als hier leuchtet ein, datf diese Art Komplcxrcaktionen 
den Symtomhand hingen Freuds an die Seite gestellt werden müssen. 

Im 3. Versuch, 5 Tage später, finden wir wieder ein ähnliches Verhältnis; 
fast lauter Satze, darunter 9*/ B Säue mit „Kind". 

Eine garu ähnliche Kolle spielt das Wort „Schüler", es 'zertritt „Kind" 
und „Rcseli'v 

Im 1. Versuch. 

Schüler — Schülerin 3,3", Dann fiutlcn wir Säl/c, wie: 
Lied — Schüler sinken Lieder 4,0" 
Im IL Versuch. 

Schüler — Sehiilcrla . . . tafcl 4,0" 

Heft — die Schüler brauchen Hefte 3,0^ 

Bucti— die Schüler brauchen Kücher 3,8" 

aufpassen — die Schüler passen auf 3,ü" {vgl. oben: die Kinder 

passen auf in der Schule.) 
JJed — (wie im ersten Versuch) 2,0" 



/^~„ Original from 

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VIL KASUISTISCHE BEITRÄGE ETC, lf 



Im ITT. Versuch, 

loben — der Lehier lobt den Schüler 2,4" 

Gunst — der Schüler bewirbt sich um die Gunst seines Lehrers 13.4" 
vergessen — der Schüler vergiBt seine Aufgaben 4,0" 
in den gleichen Gedankeng' ang gehört noch die Reaktion: 

richtig — die Aufgabe muß richtig gemacht werdtn 6,2". (Der 
Mann half dem Roseli oft die Schulaufgaben machen.) 
Die Sätze mit „Schüler" sind nicht so hau Hg wie die mit ,,Kind", ge- 
hören aber in die gleiche Gruppe von ,,SymptoiDreaktionen". Ich verweise 
hier auch auf das, was wir in unserer A ssoz.it ionsiirbeit von den Wieder- 
holungen sagten: Es handelt sich dabei häufig um Komplcxwirkungen. 

1d die gleiche Kategorie gehören eine Reihe von Säue in Uhrhaftem Ton: 
Anstand — die Kinder sollen anständig sein, 
danken — die Kinder sollen danken. 
Recht — wir sollen überall Recht erteilen 17.+'" 
helfen — wir aollen unseren Nächsten helfen 4,4* 
srtnlr — wir sollen nicht atolr sein jo^ 
reinlich — wir sollen reinlich sein 2j6" 
Vorsicht — - wir sollen vorsichtig sein 4,4" 
Sitte — wir sollen sittsam sein 9,2" 
bescheiden — wir sollen bescheiden sein 2,0" 
Unsere Fit. erinnert dadurch, wie sie sich in den kindlichen Assoiiatious- 
hahitüS versenkt, lebhaft an Erscheinungen von pathologischer Träum ereij wie 
sie Pick bei HyHteiisLhe.il bestbiiebeu li-d, 

Symptomatisch ist das möglichst häufige Anbringen des Wortes Rose, 
durch die Vorstellung ihres Kindes (Rosa, Roseli) bedingt. 

Im L Versuch reagiert Pat. 

klatschen — viele Leute klatschen gern S4" 
Es ist dies eine Deckreaktion und bezieht sich auf eine Unart, die sie ihrem 
Kinde verweisen mußte. 

IT. Versuch, klatschen — Klatsch -rose 5 ? i" 

11. Versuch, dunkel rot — die Rose [st dunkelrot 2,ü" 

ILI. Versuch, riechen — die Rose riecht jut 1,4" 
gelb — die Kose ist gelb 4,$$" 

In den Assoziationen der Pat, finden wir noch eine Unmenge, die sich 
aul das Kind, den Mann mit seinen angenehmen und besonders unangenehmen 
Eigenschaften iPotator!), seinen Tod, das Familienleben, die Sorgie um die 
Zukunft beziehen. Wir finden darunter die schönsten Beispiele für Sätze, die 
als Deckrcaktioncn tätig sind. Es ist vielleicht am Platte, iwischen den ge- 
wöhnlichen Symptom- und Jen besondern Decttcaktionen, heules Komplex - 
erschein ungen, in unterscheiden, Die Reaktionen mit 3 ,Kind", „Schüler"., und 
besonders die Schulsätze mit kindlichem Habitus sind zu einem Teil nur ein- 
fache Symptomreaktionen (z, B. gelb' — Rose). Man hat den Eindruck, dal! 
statt einer beliebigen Reaktion (gelb— grün, gelb— Farbe) eine durch den Knnnplev 
bevorzugte, diktierte Reaktion auftritt Bei den Deckreaktionen hingegen 
handelt es sich sozusagen um die Verschleierung einer unangenehmen Tatsache, 
einer affektbctuulen Erinnerung durch eine anscheinend harmlose Reaktion, einen 

L*l.lf Q&*Ü*-i.ll* Al--„ji^A.Jl*llK[lvdiclL, II. - 



/^~,~ Original from 

°V^ K \ UNIVERSITV CF MICHIGAN 



] 3 DR. FRANZ RIie,IN. 



scheinbar indifferenten, allgemeingültigen Salz. Wie ich früher zu zeigen ver- 
suchte, sind solche Deckreaktionen NebenEssoziatitmen um einen Komplex, 
die dann auftreten, wenn das Reizwort direkt den Komplex trifft, und der 
Komplex unter dem Druck der Verdrängung, der Abspaltung des lnlicra- 
patibeln vom Bewußtsein steht- Je nach dem Grad der Verdrängung, der 
Abspaltung" des Komplexes, ist es möglich, von der Versuchsperson nach- 
träglich noch Aufschluß über das Mitiv für das Zustandekommen der Deck- 
reaktiori zu erlangen, und den verdrärgten Komplex ins Bewußtsein zu bringen. 

Oder es ist in stärkeca Graden (Hvatcric) die 13 (."den tu ng der Reaktion der 

Versuchsperson selbst unerklärlich ; die Abspaltung ist dann zu stark. Dann 
versieht oft die Hypnose den geviinscht?n Autklärungsdienst, oder die 
Freudsche Methode („Zwang! oses Assoiieren'"). Alle Stufen vom normalen 
Nichtgemsagcn, Zögern, {Verlängerung der Reaktionszeit!) von der Ausrede 
bis zur vollständigen Verdrängung,, Abspaltung vom Bewußtsein (Amnesie) 
kommea vor, Für die objektive Eracheinungsform ist es geradesu einerlei, 
ob die beschriebenen Mechanismen im Bewußten oder Unbewußten verlaufen. 
Den folgenden Beispielen ist, wo nötig", Jie Erklärung" besonders beigefügt. 
[. Versuch. 

| komm — zu mir (leise gesprochen) 12,3"" (dachte ans Roseli). 
I Jahr -Ja, ich komme lj,B" id-achte: ich komme r.ach 1 Lilie 
zum Kind). 
Die beiden Reaktionen folgen sich im Formular unmittelbar. In der 
ersten eine mimische Reaktion, (leise gesprochen;) in der zweiten eine Perse- 
veration des Cefühls:onesi in beiden eine starke Anpassung des Komplexes 
an das Reizwort, 

{I. Versuch, Herz — du mein Harz 22 ,4" 
L Versuch. VogEl — der Vogel 5,6" 
Beide Reaktionen unmitielbar aufeinanderfolgend, Die zweite Reaktion, 
eine Wiederholung des Reizwortes, ist, wie in frühera Arbeiben erwähnt wurde, 
eine Fersevcrationfierscheinung, wobei die Aufmerksamkeit noch an der 

vorausgehenden Reaktion hangt. 

If. Versuch. Herz — (Fehler); nach 40p": Erklärung: „Ich habe an Fapa 
gedacht 1 '. 

L Versuch, Ijeldt Worte folgen «ich unmittelbar: 

{reich — es gibt viele reiche Leute 3,0* 
Joden — man reicht sich die I lande. 
Pst. wird nach dem zweiten Reizwort gefragt. Antwort: reichen. Wir 
sehen, hier ein: Assimilation in der Auffassung des zweiten Reizwortes an 
den schon geweckten Komplex, welcher perseveriert, so dal! Pat. das Reizwort 
gar nicht richtig verstanden hat. Komplex ist hier die ökonomische Sorge, 
(seit dem Tode des Maines) wie sie sich noch in zahlreichen anderen Reaktionen 

kundgibt. Diesem Phänomen der Assimilation des Reizwortes, dis bei Nor. 
malen in Andeutungen vorkommt, begegnen wir bei der Hysterie in verstärktem 
Malie. 

L Versuch- SoililLdg — ich fieut Jiljcb auf den SuujUg a,+" (eiwirlel 
den ersten Besuch ihres Kindes am Sonntag,) 



Origiral from 
UNIVERSITYOF MICH GAN 



VH. KASUISTISCHE BEITRÄGE ETI?, ig 



I, Versuch. Wirtschaft — in der Wirtschaft trinkt man Getränke 7,4" 
{[st eine Deckreaktion; haßt die Wirtschaften, weil der Mann trank, stark ver- 
längerte Reaktionszeit.) 

I. und I!. Versuch.. Familie — Familie ngiück 4^", Erklärt: ,,Es war 
schön, als Papa noch lebte." 

L Versuch. Kummer — Sorgen bereiten Kummer 5,6" 
IL Versuch. Kummer — man hat etwa Kummer 6/f. Erklärt dann: 
„Wenn der Papa forthlieb," (Deckreaktion!) 

L Versuch. Hunger — der Arme hat Hu » per lü.o" 
11. Versuch. Hunger — arme I-eute haben Hu nger 7,4". Erklärt (ober- 
flächlich); ,,Es kamen oft solche und verlangten zu essen." Die verlängerten 
Reaktionszeiten deuten eher auf die eigenen ukono mischen Surfen hin. 
1. Versuch, schlecht — der Apfel ist etwa schlecht iz,6" 
II. Versuch, schlecht — es gibt schlechte Menschen 15,4"- (Erklärt: 
„Oder schlecht* Sachen, üemüsc usw/') ,,Ach, wenn mir mein Mann etwa 
versprach, er wolle früher heimkommen. 1 ' (Und hielt es nicht') (Deckreaktion.) 
I. Versuch, reich — der Reichtum macht nicht Alles 15,0" 
II. Versuch, reich — es giht viele reiche Leute 3,8" [Deckfeaktion; öko- 
nomische Sorgen.) 

I. Versuch, sanken — böse Leute zanken gern 4,2" 

II. Versuch, zanken — man sankt etwa 8,2" [Deckreaktion), Erklärt: „mit 
dem Mann * _ eg?n des Trinkens. 11 

I. Versuch, schlagen — der Schmied schlägt 2,8" 

Jl_ Versuch, schlagen- - böse Buben schlafen einander ö,U", zuerst habe 
ich gedacht: „Man schlagt auch den Baum." 

„Die Kinder schlagen einander etwa," „Das Koseli ist auch so wild" (aus- 
gelassen). Grundgedanke: „Ich schlug das Roseli einmal, ais wir Besuch hatten/ 1 
I. Versuch. Drei — der Frei ist weich 4,6". Hier wurde das: Reizwort 
mißverstanden, 

IL Versuch. Drei — (Fehler; nach 20,0" noch keine Reaktion, dann:) 
„Drei ist eine ungerade Zahl!" (Warum so lange nicht reagiert 2): ,,Tch mußte 
zuerst studieren, ob es richtig sei. drei sei ungerade!" (Dann:) „Wir waren 
vorher unser drei, Papa, Roseli und ich!" 

1. Versuch. Durst — das Wasser 7,a w 

II. Versuch. Durst — wir haben etwa Durst 7,4"'. Erklärt: „Man trinkt 
auch für den Durst." Dann: „Der Papa hatte etwa Durst," (Denkt an die 
Ursache Her ersten Erkrankung ven 10 Jahren!] 

Man sieht :1en sukzessiven, infangs immer noch verdeckenden Erklärungen 
den Widerstand der verdrängten Vorstellungen förmlich an; es ist der gleiche 
Widerstand, den wir bei der Frtudschcn Analyse begegnen. 

I. und II. Versuch, scheiden — wir scheiden von den Toten 8,0" resp. 
8,6", Denkt an den Tod des Mannes. 

I. und IL Versuch, krank — ich bin krank 5,6" resp. 4,o\ Dachte ans 
Roebü, aber ee Bei ja gctuiid! Mau eieht hier die Verdrängung, die während 
und unmittelbar nach dem Dämmerzustand zu einer richtigen, affektiv be- 
gründeten Amnesie für die Krankheit des Kindes geführt hatte! 

3* 



/^~„ Original fram 

°V^ K \ UNIVERSITV CF MICHIGAN 



30 DR, FRAN2 RIKLIN, 



lt. Versuch. Treue — Dienstboten sollen ireu sein N h o" Erklärt; „Die 
Frau Soll treu sein ihrem Maan." Dann: ,,Ich hatte Angst, wenn der Mann 
so lange fortblieb, er sei mir untreu." Es sd an dieser Stelle bemerkt, daß 
im II. Versuch, nach dem Besuch dca Kinde», der Komplex ,,Mann" in den 
Reaktionen entschieden deutlicher hervortritt. 

Krinz — mein Mann bekam viele Kränze 7,4" (heim Begräbnis). 

wäiden — die üemainde wählt die . . . lS,2" , . . Vorsteher. („Bei 
Wahlen ging der Mann viel ins Wirtshaus' 1 ). 

Gesetz — man stimmt ab über ein Gesetz 8,4". Erklärt: „Der Mann 
mußte stimmen-" Dann: „Er kam dann nicht noch Hause, sondern trank,'' 

Reiht— wir wollen überall Recht erteilen 17,4". ^Erklärt) ,,lcli 
bekam zu Hause oft Unrecht" 

lä&Jg — das Ungeziefer ist häufig lästig 12,0"'. (Erklärt) „das Trinken!" 

ungerecht — (über 20,0" keine Reaktion; dann bei 25,6";) „Der 
Ungerechte muß leiden." Im Bestreben, einen Satz nach der Schablone zu bil- 
den, produziert Fat. etwas Unsinniges. Erklärt: „Ich. mußte viel Unrecht leiden. 
Er glaubte, ich meine es nicht gut mit ihm, 'venn ich ihm vom Trinken ab- 
mahnte." 

Elend — der Arme ist im Elend 5,S" ökonomische Lage. 

mutmaßen ■ ■ man mutmaßt etwa 6,6". Erklärt: Als das Roseli Kopf' 
weh hatte, dachte ich b es sterbe. 

viel — ich gehe viel spazieren 18,2". War gestern mii dein llii^rl 
im Park, sah auf die Stadt hinunter, hatte Heimweh, 

Um einen Eindruck vom ganzen zu geben, lasse ich eine Reihe von 
Reaktionen ais dem I. Versuch ohne weitere Bemerkung folgen. Man sieht 
sehr schön den Beginn des Sitztypus beim Heiz wort; Schlagen. 

Frosch —Schenkel 1,4" 

Blume — Blumentopf t,6" 

K i ische — Ki rsch enb an 1 n 1 ,6" 

Anstalt — Erziehungsanstalt 3 .2"' 

Wärter — Krankenwärter 3 ,ö'" 

Kh vi er — K lav ierstuh I l ,6" 
Fairen kraut — Farren kraute r 7,2" 
Ofen— Tür 1.6" 
Spazieren — Spaziergang 1 ,0" 
Kochen — Kochbuch 1,8" 
Wasser — Wasse rtopf 1 ,4" 
Tarnen — Tanzbode n 2 ,0" 
Katte — Katzenpfote 12,0" 
betteln — gehen n,Ä" 
Dunkel — Dunkelheit 1,2" 
Herz ^ Du mein llcrz n,2" 
Vogel — Der Vogel 2,8 J|r 
schwimmen — Schwimmbad ca. 3,0" 
weiß — Weißbrot 16" 
Spiel — * Üpiel abend 4,4"' 



/"* nt -y Original from 

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VIL KASUISTISCHE BEITRAGE ETC. 21 



13 -Nr. 13 2,4" 

Kaiser — Kaisertum l h o" 

Mond — halbrund 2,4" 

schlafet) — der Schmied schlägt 2,S" 

trotzen — die Kinder troticn j,S" 

anzünden — das Hau* wird angezündet 2,4" 

Stern — der Stern ist schon 2,4." 

streicheln — die Katze wird gestreichelt 4,0" 

großartig — Naturereignisse sind grotarlig 4,0" 

Kind — die Kinder spielen 6,4" 

dunkel rot — der Mond . . . das Blut ist dunkel rot 4,6' 

süß — der Zucker schmeckt säÜ 5,6" 

reiten — der Reiter reitet 7,4* 

freundlich — Kinder sind freundlich 3,0" 

Hrot — das Brot wirf, geschnitten 2 t »" 

Er* — im Gebirge gibt es Erz 3,6" 

Krone — i\ asthaus rur Krone 5,4." 

Durst — das Wasser 7,2" 

grünlich — die Blätter sind grünlich 2 t Ü" 

danken — das Kind dankt der Mutter 2,6" 

rauh — die Kartoffeln sind rauh ca. :,o" 

stinken — verdorbenes Fleisch stinkt d.z" 

grell — die Farben sind grell 3,8" 

schicken — die Mutter schickt du Kind 4j-6" 

sieben — sieben Uhr 12,2" 

Gefängnis — der Dieb tilgt im Gefängnis 6,2" 

scheiden - wir scheiden von den Teten &,(?' 

krank — 'ich bin krank 5,6" 

Lied — Schüler singen Lieder 4,0" 

Kartoffel— man ißt de Kartoffeln t,i" 

Upicr— die alten Völker brachten fjpter g^Ö" 

Hochzeit — man freut sich auf die Hochzeit 7,0" 

Großmutter — die Großmutter ist gut 5.8" 

jetit — komm ich nach Hause 4,8" 

böa — der Hund ist etwa bös 5,4" 

Soldat — der Soldat gehorcht dem Vorgesetzten 3,0" 

klatschen — viele Leute klatschen gern 8,4* 

komm — zu mir (leise gesprochen) is.S* 

Jahr — Ja, ich komme 15*8' 

drohen — droben sind die Sterne 4,4'" 

lang — die alte Frau geht langsam 1^,4." (Mutter) 

Anstand — die Kinder sollen anständig sein 3,6" 

sauet — der Apfel schmeckt sauer 2,8" 

reich — es pibt viele reiche Leute 6,o" 

leiden — man reicht sich die Hände &$". „.Reizwort": reichen. 

leiden — der Kranke muß leidco 5,2" 



Digilizedby VjO< 



Original frorn 
UNIVERSITYCF MICHIGAN 



23 DR. FRANZ RIKUN- 



Atge — -das Auge ist schon 4i4" 

Doktor- der Doktor verschreibt Arznei 4,6" 

Senn tag — ich freue mich auf den Sonntag 3,4" (ticstich) 

Jugend — das Kind spielt in der Jugend 5,6" 

nachgeben — die Mutler gibt dem Kinde nach 5,2" 

Wirtschaft — in der Wirtschaft trinkt man Getränke 74" 

dumm — der Esel ist dumm 13,3" 

Fatni li e — Fami lieiig] tick 4, S * 

Kummer — Sorgen bereiten Kummer 5,6" 

aufpassen -^ die Kinder passen auf in der Schule 3,2" 

Er.de — alles nimmt ein Ende 6,4'' 

Faust — der Böse ballt die l^auat 10,6" 

Hunger — der Arnac hat Hunger 10.0" 

Stohiicr F»li. 
BerthaScri. Die i&jährige Patientin leidet teil drei Jahren an „hjsteröepileptischen" 
An (*l Lü n , ebensfi deren Schwester seit sieben Jahren. Vor der Ehe hal/e Pat. ea, ein Jahr 
lang mit ihrem jet-eigien Manne, Potator, »exuell verkeSirt. Das erste Mal versuchte sie sich 
:u wehren. AU ihr später eine Nachbarin im Streit diesen Verkehr vorhielt, bekam sie 
eine kuitdauerruie Aphonie. „Das Wort blieb ihr in der Kehle stecken." Den ersten An- 
fall bekam sie, als die Ehe definitiv beschlossen worden war. Sie hält* den Trunkenbold 
lieber nicht geheiratet, «ragte aber nicht mehr ^urüc'reugehen, Im Anfall spielen die Ab- 
wchrge bürden tind die Aphonie eine wichtige Koile. Uie Khe war unglücklich; Patientin 

trennte «ich von ihrem brutalen Xanjifl und mg mit ihrem etwas schwächlichen und ner- 
vösen Kind 111 ihrer Familie. Der Mann belästigte de weiter häufig". Durch alle die j?c- 
nar.mcn Uriachpn werden Jcweilcs Anfülle ausgelöst Die Frau blieb nach einer hypno- 
.■ ■.. tischen Kur ein halbes Jahr ohne Anfall und war rostig; und arbeitsfähig. Als ihr dann 

„ 1 vom Mann wieder nachgestellt wurde, tMten nach heftigen Szenen wieder vereinzelt An- 
\ l fäilc auf. V. . 



Jn den Assosiationen lintten wir mindestens 35%, die sich mit Sicherheit 
auf ihren hystereigenen Komplex: Mann, unglückliche Ehe mul die Fcilpci^ 
Armut, schwere Arbeit, Üorgsn um das Kind beziehen, Pat. ist ein Beispiel 
für jene Fülle, die durchschnittlich ziemlich rasch und rieht in Sätzen 
reagieren, vo der Akzent auf den mehr oder weniger abrupten, 
großen Verlängerungen der Reaktionszeit und den Fehlern, liegt. 
Bei letztem trifft bekanntlich cas Reizwort auf den Komplex, wobei dann über- 
haupt keine verbale Reaktion erfolgt. In unserem, wie in vielen Fällen von 
Hysterie kann Pat. im Wachen durchaus nicht angeben, warum sie nichts zu 
antworten weiß, während sie in Hypnose richtigen Aufschluß gibt. Die 
Abspaltung ist also ziemlich vollständig- Oft, bei manchen Normalen x, B., 
erfolgt an einer ganz analogen Stelle auch keine verbale Reaktion, wir regi- 
strieren einen Fehler, aber wir können eventuell im Wachen noch Auskunft 
über den richiigeri Grund des Fehlers bekommen; die Reaktion ist nur gehemmt 
worden. Es gibt also „Fehlet* 1 von verschiedener Intensität, m beiden Fällen, 
haben wir einen Fehler, der dem „Komplex" zur Last fallt; der Mecha- 
nismus des Zustandekommens, ob bewußt oder unbewußt, ist der gleiche, nur 
der Grad der Abspaltung des Komplexes ist im ersten Fall viel stärker:; der 
Komplex ist dem Bewußtsein entrückt. 



/^~,~ Original fram 

°V^ K \ UNIVERSITV CF MICHIGAN 



VII. KASUISTISCHE BEITRÄGE ETC. 3j 



Beispiele: 

Reise — (Fehler), Kann den Grund des Fehlers nicht anheben. In 
Hypnose: „Hochzeitsreise 1 ', 

Stoli — (Fehler). Nachtrag! ich : ,,Beirj' L , In Hypnose: Stolzkopf, 
womit Fat. die Brudersfrau, bei der sie jetzt wohnt, meint. 

interessant ist bei der Reaktion im Wachen die Verschiebung; von Kopf 
auf Bein. 

fremd — (Fehler). Im Wachen kein Grund. In Hypnose: 

„Ich wollte zuerst nach der Trennung zu fremden Leuten wohnen gehen, 
nicht zur stoUea Brmlersfrau ziehen; aber schließlich tat ich es doch." Sie 
beklagt sich zber, daß sie dort Demütigungen ausgesetzt sei, 

mischen — (Fehler), Kann den Grund nicht angeben. In Hyp- 
nose: Der sexuelle Verkehr mit dem Mann. Das Reizwort „mischen" wird 
häufig in diesem Sinne aufgefaßt (vgl. die Reizwörter „mischfn" und ,,Blut" 
bei Fall 4. Frau Maria G). 

vcigirascn- — (Fehler), In Hypnose- ,,Dsia Elend, Jen Mnnn.'" IJcr 
Mann belästigt sie immer wieder. 

Gleich — (Fehler), [-acht, sie könne sich's gar nicht erklären, daß ihr 
nichts einfalle, daß sie nichts sagen könne! In Hypnose, mit noch ziemlich 
großem Widerstand: Sic habe an einen Körperteil gedacht (, .Gleich" im 
Dialekt = Gelenk oder Glied, z. B. Fingerglkd. Die Benennungen „Gelenk' 1 
und ,, Glied" werden gerade bei den Fingern im Dialekt oft promiscue ge- 
braucht, bei der Pat. hatte Gleich = Glied sexuelle Bedeutung, was auch auB 
der anschließenden Erklärung hervorgeht). Der Mann verfolge sie in letzter 
Zeit immer ued wolle wieder mit ihr verkehren. 

Stecijc«- 1 — (Fehler). Im Wachen k:i[m Pat- das Fmueten des Fehlers 
nicht begründen, [n Hypnose gibt sie an, ihr Mann sei ein „dürrer Stengel", 
üb das die letzte Erklärung ift? Jedenfalls isl der Mann im Spiel. In vielen 
Fällen snfien wir, dafl Stengel direkt Hlp VuTstoIhmjr ,. Penis" erweckt Und eine 

lange Reaktionszeit verursacht Üur Frage, wie weit KomplexreaktUmen die 
nach folgenden, indifferenten beeinflussen körnen, liefert unser Fall einen 
kleinen Beitrag 11 ). 

Die Reihe: 

verachten — achten 1 ,6" 

Zahn — Mtind 3.6" 

richtig — unrichtig 7,2" 

Volk — Recht 19,6" 

stinken — schmecken l ,4" 
zeigt ein dauerndes AnSchwellin der Reaktionszeiten, bis Volk — Recht. Die 
folgende Reaktion ist kurz und scheint von den vorhergehenden unabhängig. 
Es laßt sich rieht einmal bestimmt beweisen, ob die ersten voneinander ab- 
hängig sind. Bei: 



■> Vgl. Jung, Die Aiiodjrtitiiici eio«i EpU=fjUli*Ta. Dinjooii. Asiui. stud. ID. Btitrtg, 



/^~,~ Original fram 

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24 CR. KKANC KFK1JN. 



richtig — unrichtig ;,2" 

Volk— Recht iy>6" 
trifft das aber bestimmt nicht mehr zu, die erste beeinflußt die zweite; wir 
luibcii uiuu AiL luii EVl sc v Itj d li<j h . Bei 

richtig— unrichtig ;,z" 
gibt die Hypnose Aufschluß: ,,Tn der letzten Zeit läuft der ^fann der Pal- 
w teder nach; was sie belästigt, das ist „unrichug' 1 , 

Volk — Recht 19,6" 
ist eine Form von Perseveration xu „unrichtig 1 ', vielleicht klanglich mit bedingt 
durch ,, Volks recht", Name des Arbeilerblättes, das in den Kreisen der Fat. 
verbreitet, ist. Sie dachte, wie sie in Hypnose angibt, dabei in ihren Mann. 
Ferner finden wir in den Assoziationen die Atfeinanderfolge: 

{ungerecht — Behandlung 7,0" 
Frosch — Kröte c^ü". 

Beide Assoziationen beziehen sich auf den Mann. Die erste offenkundig, was 
in der Hypnose sich bestätigt; zur zweiten sagt die hypnotisierte Pat. , sie 
habe vor den Fröschen Ekel. Gleich darauf erklärt sie 1 auch vor dem Mann. 
Eine ähnliche Nachwirkung treffen wir bei den Reaktionen: 

wciÖ — schwarz 3, 6" 

Rng— Finger 6,8". 

„Schwarz 11 heißt ihr Mann; darum wohl die Zeitverlängerung. Bei Ring taucht« 
sofort die Vorstellung „Ehering:" auf. 

Noch eirige typische Komplexreaktionen sind anzuführen. Es besteht 
z. h. ein Komplex „Kind", der eine neue Verschlimmerung der Anfälle be- 
deutet. Pat. klagte, daß sie nicht mehr schlafen und ruhen könne, daß sie 
sich seit der Scheidung selbst erhalten und dann noch dein unruhigen Kinde 
warten müsse. 



Enge! ■ ■ Kind 


s*r 


still — Lärm 


2,4" bezieht sich auf das Kind. 


schlafen — aufstehen 


3,4" idem 


müde — mulig 


3,2" idem (Klang) 1 


bescheiden — Kind 


o,Ä" 


wecken — Kind 




Bell — schlafen 


1,4" 



Mehrmals wiederholt sich de Reaktion „schlafen''. 

Sie bezieht sich, wie gewöhnlich solche Wiederholungen, auf einen 
Komplex, in diesem Falle auf das Kind, 

Schiiden — kommen i,6" 

treffen-— kommen l,o" 

gewifl — kommen 9,2" 
Eine Wiederholung der Reaktion, die sich auf die letzten Einladungen und 
Nachstellungen des Mannes bedeht. 

Eine Reaktion: wild — Jäger 12,2" erklärt Pat.; „Mein Bruder ist Jäger 1 '; 
dann „Ich dachte an mich, ich bin oft „wild" (= böse) — mein Mann kam 
manchmal „wild" nach Hause," 



/^~,~ Original from 

°V^ K \ UNIVERSITV CF MICHIGAN 



VIT. KASUISTISCHE BEITRjtaE ETC. 25 



Slrtinttr FilL 
Julius Scaw., ^jähriger Kommis. E$ stammen von Julius Schi*, viele Ver- 
suche; vom 33-/],, i.<\l. und 14JII. ohne j^eirmessunp, am 1 5./IX. ein Versuch mit £eit- 

mt3tling; im ganzen 690 AssojialLfinen. Vor der Aufnahme verübte P-Jil. Innerhalb! 

sechs Wochen elf Brandstiftungen -und zwar in hysterischem mit Amnesie verbunde- 
nen, durch Alkohftlgenufl ausgelosten Uämm-enustäridcii, 

Wir beschränken uns auf die Wiedergabe von eigentümlichen Per- 
icverationserscheinurigen, die in diesem Fall stark hervortreten. 

Aus iem ersten Versuch: 
aniüruleu — Brand 
Stern — rot (dachte noch an Feuer) 
streicheln — Streichhölzer 
Diese kurze Serie weist eine eigentümliche Form inhaltlicher Perseverationen 
in drei aufeinanderfolgenden Reaktionen auf. In der Reaktion 

Streicheln — Streichhölzer 
tritt sie noch ganz deutlich hervor, wo das Reizwort falsch und zwar im Sinne des 
herrschenden, aftektbetonten Komplexes aufgefaßt wird (Assimilation). Daß 
dieses Perseverationsphänomen beim Reizwort „ anzünde n" auftritt, ist leicht 
erklärlich. 

Im zweiten Versuch begegnen wir mehr und mehr der Erscheinung, 
dafl Reizworbe selbständig weiterwuchernde Voistellungsreihen auslösen, wo- 
bei das Reizvort vergessen wird. Anfänge finden wir bei folgenden 
Stellen; 

Kopf — rot 

Tinte — schwarz. 

Nadel — spitzig 

Brot— Bad: T .Was für ei« Rnwortl" Pat.: „ Tinte". Etwas 

später : 
Berg — Buch 

tJaai — Bart „Reizwort 1 ? Pat.: „bar 11 . 
Sals — Wasser „Reizwort"? Fat: „Alt, oder nicht? Altes üalz, 

nicht wahr?" 
Traum — Schaum 

Heft— Kegel „Reizwort"? Pat., dämmernd vor sich hin lachend: 
„Hm, Heft, ja (lacht mehr und mehr vor eich hin, offenbar halluzinierend). 
Schaut nach einiger Zeit den Ref. erstaunt an: Ich meinte, ich sehe jemand 
anderen, ich habe jemand — gekegelt haben vir irgendwo in W . , ,, nicht?" 
Pat. meint da na auf einmal, Ref. habe wieder ein Reizwort ausgesprochen. 
Ausgelöst wurde dieser traumarüge Zustand wohl durch das Reizwort Traum. 
Traum vom Kegelschieben in W . . . spielt beim Pat. noch mehrmals eine 
Rolle; was damit ist, läßt sich leider nachtraglich nicht mehr feststellen. 

Die zehn folgenden Reaktionen zeichnen sich durch keine Besonder- 
heiten aus, Pat. scheint klar zu sein. Dann kommt folgende Serie (die senk- 
rechtnn Strich*! enlapTiechRn Her Flauer der Perseveration): 
Fenster — Flügel 
Frosch — morsch (!) 



/^~,~ Original from 

°V^ K \ UNIVERSITV CF MICHIGAN 



20 DR. FRANZ RltCLlN. 



Blume ,— gut (Fat bekommt einen immer steiferen Blick, reagiert 

aber noch regelmäßig) 
Kirsche :— Sonne (lange Reaktionszeit) 
Anstalt. ' Stern 

Wärter ' — Blume (lange Reaktionszeit) 
Klavier — Musik! [Fat. schlägt mit der Hand, wie begeisterungs- 

tru Elken, auf den Tisch) 
Farrenkraut — Mignon 
Ofen — Spitze! 

spizi eren — 'Orange 
kochen — Zitrone (laut den Kopf mehr unc mehr auf den 

Tisch sinken) 
Wasser — Moiart (lange Reaktionszeit) 
Unzen — Phil ine (lange Reaktionszeit) „**" 

Katze — Laertes (lange Reaktionszeit) 

Dutzend - (Es erfolgt keine Antwort.) Ref.: „Was. für ein Wort 

gefragt 1 '* Pat: „Italien" 
dunkel — hell (Fat wacht wieder auf) 
He« — Hand 
Vogel — Luft 

schwimmen — fliegen (Perseveration) 
weiß — blau usw. 
Dem Pat fallt dann selbst auf. dafl et immer „einschlafe"; mehrmals 
„träumt" er noch in der gleichen Art, Melodien summend. 

Es kommen weitere ähnliche Phänomene im gleichen Versuch, z, B. ; 
Großartig ■ — .schön 
Kind — | blau 

dunkel rot — i Feuer 
süß ■ — Gesrh rei 

reiten — 'springen. 

Kurz dnrauf: 

Krone — Trompeter 

Dl — Saal (weiß Reizwort und Reaktion gleich nachher nicht mehr) 

grünlich ~ rot 

dagegen — hingegen 

raih — Glanz 

stinken - — Vermögen 

grell — Graf 

■fll — .Herzog 

liehen — Veranda 

Gefängnis — Teppich 

sciieidcn — ■ Waldburg (Walpurgr) 

krank — Orchester. 
Wir sehen, ausgelost durch bestimmte Reizworte, Zustände eintreten, in 
denen die Reizworte nicht mehr von einer sinngemäßen Reaktion gefolgt 
werden, sie wirken nur noch reaktionsau släsend, Diese folgenden Reaktionen 



/^~„ Original from 

oy^UU; UNIVERSITYCF MICHIGAN 



Vif. KASUISTISCHE BEITRAGE ETC. 



entsprechen einem Vorstellungskreis, der durch Jas erste Reizwort geweckt 
wird und nun längere Zeit bestehen h leibt. Wenn wir <len Fat in solchen 
Momenten genauer untersuchen, finden wir ihn n kurzen Dämmerzuständen, 
welche durch die betreffenden Keizworte ausgelöst wurden. Km bestimmter 
Vorstellungskrcis ist geweckt, Pat. malt ihn halluzinierend vollständig; aus, 
verkennt die Sin nesein drücke im Sinne dieser Vorstellungen, kümmert sich 
im übrigen nicht um die Umgebung, lebt m einem ganz anderen Milieu; 
Feuersbrunat, Kegelschieben, eine Vorstellung von Mignon im Theater. Pat. 
war am Tage dieses Versuches sehr zum Dämmern geneigt; doch tritt ähn- 
liches auch in den anderen Versuchen auf. Die Neigung zu Dämm erzustanden 
zeigte sich überbauet häufig und soweit koruiollierbar , waren es gewöhnlich 
affektive Momente, die mitspielten: Besuche der Eltern, welche ihn aufregten, 
salbungsvolle Bücher, besonders aber sentimentale Liebesstücke bei Anstalts- 
aufluhrungen und ,, lyrische" L Musik. 

Bd den pcrscvcrkrendcn Reihen handelt es sich um gefühlsslarke Situa- 
tionen. Gefühle sind häufig die Ursache für Perseverationen beim Assoziation»- 
experiment [wo es sieb nicht um Ablenkung handelt). Die Aufmerksamkeit 
bleibt während längerer Zeit sn die kritische Vorstellung gefesselt; dadurch 
kommen die nachfolgenden Reaktionen punkto Aufmerksamkeit zu kurz, es 
entsteht ein Ab1enkungsphanom.cn, das sieh in besonders ausgeprägten Fällen 
darin äu Eiert, daß gar nicht zu den Reiz Worten assoziiert wird, sondern zum 
Inhalt der vorausgehenden kritischen Reaktion. Auf diese W-eise ist das Zu- 
standekommen der perse tarierenden Reibe au verstehen 1 ]. Die durch das kri- 
tische Reizwort angeregte Situation ist so gefühlsstark, daß sie das Interesse 
völlig gefangen nimmt und zwar so völlig, dafl l 3 at, das Bewußtsein der Um- 
gehung ganz verliert; er gerät in einen Dämmerzustand (Picksehc Träumerei). 
Diese Beispiele sind theoretisch darum interessant, weil sie zeigen, wie die 
gewöhnliche Komplexperseverstion nur graduell vom hysterischen Dämmer- 
zustand unterschieden ist. 

Acht« Pill. 

Fletry Sl. Hie 19jährige ¥w,* war als uneheliche« Kind bei einer Amme verkost- 
yeldct. Die Mutrer heirarete später einen anderen. Betty kam mit 14 Jahren lur Mutier 
zurück, empfand aber bald Zurucksttiung" und schlechte Behandlung. 5i« 10g, nach aller- 
hand MifihcEligkeitcn vnr, eine Stelle als Dienstmädchen in der gleichen Sladt amunehmen. 

Nach dem Antritt der Stelle begegnete sie einmal unvermutet der Mutter, welche 
sie vull Hau und Verachtung angesehen hahe. Pat. sei nach Hause gewankt und der erste 

hysterische Anfall trat dort ein. Der Inhalt der Aufiile entspricht dieser Genese. Fat, 
halluziniert dann das Gesicht der Mutter mit dem hassenden, verachtenden Ausdruck. Die 

letzten Anfalle traten auf, als Pat, Machrichten von ru Hause bekam. 

Die Assoziationen wurden französisch aufgenommen. Es kommen be- 
sonders lange Reaktionszeit«] vor bei: 

rcqalcitrant — ainiabe ü,o" 

malade convalcscent 7,8" (auf sich bezogen) 

menacer — caresscr 6,0" 

mepriser — agreer rj h o". 
Besonders bemerkenswert aber ist bei diesem Fall die häufige Ab- 

') Vgl, Slranskj: Über äprAckterwirtijieii- iqoj. 



/"* nr> Original from 

°V^ K \ UNIVERSITV CF MICHIGAN 



28 DR, FRANK RIKLLK. 



lenkung auf die Umgebung, der wir im Rudiment schon bei den Asso- 
ciationen Gesunder begegnet sind. Es handelte eich dort um ein Kornplex- 
mcrkmal. Die richtige Reaktion ist gesperrt; als Deckreaktion für dieselbe 
wird eine Wahrnehmung von außen, ein Gegenstand im Zimmer und ahnliches 
bezeichnet. Weiter treffen wir aber das gleiche Phänomen in den Assoziationen 
im Zustand der Emotionslälitnung 1 ) (Ejcimecilälimung}, die insofern ähnliche 
Erscheinungen iti den Versuchen zeitigt, wie affektive Komplexe. Es kommt 
in diesem Zustand auch zur Bildung von Fehlem, Wiederholung des Reiz Wortes 
usf. In unserem Fall zeigen sich nun eigentümliche Beziehungen zwischen der 
vorhandenen, emotionellen Stupidität, die sich im beginn des Versuches und 
zw;tr hauptsächlich in der Ablenkung auf die Umgebung äußert und dem 
Komplex, dem auch die schon erwähnten Associationen nn'i verlängerter 
Reaktionszeit angehören. Zur Erläuterung gete ich den ersten Teil des Ver- 
suches ausführlich wieder: 

Tete — nie [sieht durchs Fenster aif die Straße) 

veri — lumpe (im Zimmer) 

eau — feti 3,o" 

piquer — onerier 1,2" (im Zimmer) 

ange- — fenetre l ,.4" (im Zimmer! 

long — Eunettc 1,2* (liegt auf dem Tisch) 

baltau — arbre 2,2" (durchs Fenster) 

labourer — feullle 3,0" (am Baum draußen) 

laine *-- pierre 3,4" (draußen) 

aimablc- — ■ mech.int 1,8" (platzt auf einmal vor Lachen 1 ich fasse dwi 

hIs Beispiel für die bei Fall 1 erwähnte bei Hysterie an bestimmten Stellen 
auftretende inadäquate Stirn imng auf) 

table — cutller $,4." [ist die verlängerte Zeit als Nachwirkung vmi der 
vorigen Komp^exreaktion aufzufassen') 

poner — tablcau 1,4" (im Zimmer) 

etat — volet 2,2" (am Fenslct) 

röc*lcitratit — agre^e 8.4," 

damer- — boire J,s" 

tige — loup 3,0" (FaL weiß absolut keine Erklärung für diese „sinn- 
lose" Reaktion zu geben) 

lac — ri viere 1,2" 

ntalad« — convalesctnl y.H"\ {auf ihren Zustand bezogen) 

orgneil ~> simplicitc i.G" 

euire -- brüler 4,8" 

enetc — p I um e 1,6" 

mechant — sage 2,4" 

aignilte — fil 2,6" 

nager — noyer 3,0" 

voyige - repos 7,2'' (Reise aus ihrer Heimat in die Schwe.ii, weg 
Yun der Mutter) 

mcr.acer — c;iresiset 6,9" (Komplex!) 

') Jung: über Sinnüiti'_m van ireiEttsstüruoj. Jouri. für l'svch., u. Xfnr. tyOj. 



/"* nr> Original from 

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VTL KASUISTISCHE BEITRÄGE ETC. 2<J 



lampe — chapcau 2,2"' (chapeau de lampe) 

riche — pauvre 0,S' f 

arbic — brauche 4,8' , 

chanter — pleurer 1,6* (usf.). 
Die Ablenkung auf die Umgebung' (die zugehörigen Reaktionen sind 
gesperrt gedruckt) zeigt sich am Anfang als Ausdruck der bestehenden leichten 
emotionellen Stupidität, bei der schüchternen, etwas erschrockenen Fat, 
Wir sehen nun, daß diese Rcaktionswci&e mit Ausnahme der oberflächlichen 
Reaktion Wasstr — Feuer, erst durch Kompltxreaktionen unterbrochen 
wird, und dall sie nach der zweiten Komplexreaklbn: trotzig — liebenswürdig ft.o"! 
ganz verschwindet. Bei Fall J, Verena D,, war es ein Komplex, der bei einem 
bestimmten Reizwort die fortdauernde Reaktion in Satzform auslöste, hier durch- 
bricht er im Anseht tili im «in einschlagendes Reizwort die Reaktionen der 
emotionellen Stupidität Eine ähnliche Erscheinung 1 , die Auslösung einer fast un- 
unterbrochener. Reihe von Koflipleareaktioueis Jurch ein bestimmtes Reizwort, 
haben wir in den Assoziationen Gesunder (V.-P. 7, gebildete Männer) gefunden. 

Die emotionelle Stupidität zeigt sich auch in. den Assoziationen von 

manchen Im beeilten und Epileptikern. In einzelnen Fallen von Hysterie 
dauerte sie fast während des ganzen Versuches an. Solche Reaktionsbilder 
gleichen manchmal gewissen bi.dcm aus den Reaktionen von Fa:. mit Dämmer- 
zustand. Sie können in späteren Versuchen mit dem gleichen fat. ganz ver- 
schwinden. 

Ziuammeafassuiig. 

Im Vordergründe des hysterischen Rea^tionstypus stehen mehr oder 
weniger selbständig wirkende Vorslcilungskomplexe von großem Affektwert, 
deren Entfaltung weit mächtiger zu sein scheint, als bei Gesunden. Die Reak- 
tionen sind vielfach ganz durchsetzt von Komplexstörungen. Neben den ge- 
wöhnlichen Komplcxmerkmalen finden sich gelegentlich solche mit amne- 
stischen Erscheinungen und Bewußtseinsphänomenen. Das kritische 
Reitwort wird oft vergessen und an dessen Stelle das vorausgehende genannt; 
der Grund der Bildung eines Fehlers ist der V.-P. meist nicht bewußt; hierher 
gehörten wohl auch die „Ablenkung auf die Umgebung" und das Mißver- 
stehen des Reizwortes. Eine weitere groUe Gruppe von KomplexmCrk malen 
wird durch Reaktionen gebildet, die nicht den durch das Reizwort angeregten 
Komplex selbst bezeichnen, sondern nur in entfernter Weise mit dem komplex- 
bezeichnenden Wort assoziiert werden. Zwei Wege sind bei deren Entstehung 
denkbar: Entweder der durch das Reizwort erregte Komplex steht unter dem 
Drucke der Verdrängung, und die Reaktion ist eine zwar mit dem Komplex 
oberflächlich assoziierte Vorstellung und so ge'aßt, das der Komplex womög- 
lich nicht verraten wird, sondern eine ansehe: rieruJ indifferente Reaktion m- 
stande kommt. Nehmen wir als Beispiele die Deckreaktionen unserer Fälle 4 
und 5 (Frau Maria C- und Veiena D)- 

Frau Verena D, reagiert z, B. : 

treu — die Dienstboten Bollen treu sein. 

Man kommt aber darauf, dafl hinter diesem harmlosen Sali der Gedanke 
an die Untreue des Mannes liegt. Die Ersetzung der Komplex Vorstellung 



/^~,~ Original from 

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SO DR, FRANZ RIK1IN. 



durch eine möglichst ha.-mlos scheinende Reaktion ist ein Vcr- 
drängungssymptom. Ähnlich deutete ich. die „Konversion&Symptomc" der 
Lina H. 1 ). Das körperliche Konvers.onssymptoin ist an den Komplex asso- 
liiert, aber dem Beobachter und dem Bewußtsein des Fat. nicht auffallend, 
und garantiert dadurch die Spaltung zwischen Komplex und Bewußtsein r Oder 

di<> Wirkung dps Knmplflvps int. sn stark, f\a& Hp*Hi*n RirflnÜ an.":h nocll in 
an und für nich entlegene Vorstellun^skreise hineinreicht und dort milbcStirti- 
mend wirkt, vgl, eine Menge der Reaktionen in Sitzform bei t : all 4, und 5. 

Uulcj ileu Krjinp!t:x[iitfrkLiiiile[i 5jji1.lL die Ab kuku jg auf die Um* 
gebung und cas Mißverstehen komplexarregender Reizworte eiue ge- 
wisse Rolle, Beispiele habe ich mehrfach, angeführt. Demgegenüber steht die 
Assimilation des Reizwortes an den Komplex, (Das Reizwort wild SO aul- 
gefaßt, vic es am bestei zum Komplex paüt, oder wie es ihn am bestes verdeckt) 

D.e Ablenkung auf die Umgebung erscheint häufig da, wo CS sich um 
eine affektiv Bedingte Ablehnung, im ein NJchteingehen auf das kritische 
Reizwort handelt. Ich erlebte einmal folgendes: Ein L 2 jähriger Knabe verletzte 
Ri'rh an pmflm Sonntag; durch Fall aJifRKnie. Die- Wundp mnßlp i4urrh ninr An- 
zahl Nähte geschlossen werden. Die Narkose war nur sehr leicht, so daQ der kleine 
Pat. auf alle Nadelstiche noch reagierte, wenn auch schwächer und mit Amnesie 
nach der Operation. [n dieser leichten Narkose führte er interessante Selbst- 
gespräche, welche alle den Sinn hatten, von der Operation abzulenken, den 
Gedanken daran tu verdrängen- Sie erinnerten teils an Ganser sehe Ant- 
worten, teils an Wunsch träume, die eben ihre Wurzel auch im verdrängen 
und Ablenken vom unangenehmen Komplex haben. Er sagte spontan und 
laut; „Heute ist Mo Dt ig; nach einigen Minuten: „Du, Anton, komm wir hören 
jetzt auT und gehen spielen,' 1 Dann, wie zum Höht auf die Marter der Ope- 
ration, erzählte er einem Freund, was er für Weihnachtsgeschenke bekommen 
habe u. dgl. Derartiges läßt sich nicht selten beobachten. Jung 1 } berichtet 
aus der Literatur vor. einem Frauenzimmer, das während der Dauer einer 
Operation in einen Dämmerzustand verfiel, in welchem sie halluzinatorisch auf 
blumiger Wiese apttsfcrcn ginjj. 

Die Beobachtungen bei Gans er sehen Dämmerzuständen sprechen sum 
Teil dafür, daß Dan einantworten und Bildung; von wunscheriul Senden Delirien 
Komplexerscheinungeii verwandter Natur sind, jutn Teil handelt es sich auch 
direkt um unbewußte Simulation. 

Der Komplex kann die Auffassung ändern, vom Reis (resp, Reizwort) 
wegnehmen, hinzutun , hinsuhalluzinieren im Sinne der Verdrängung oder der 
Erfüllung des Wunsches, der das Gegenteil von dem geschehen läßt, was 
Inhalt des verdrängten Vorstellt! rigolt ^m^lex^s ist. 

Soweit also meine Beobachtungen Schlüsse gestatten, hat sich die in 
diesen Arbeiten schon mehrfach geäußerte Ansicht bestätigt, daß der Kom- 
plex mit seinen, Wirkungta die Hauptsache der hy atc riachen Psycho- 
logie Ist und daß aus ihn wohl alle hysterischen Symptome abge- 
leitet werden kümitn, 

■J Aaalvsc Jei Sympi imd A9101. sJuea Fall« mq Hysieii«. 

■) Zur Piyclii>lüjle und Pulfcologie sog;, okkulter Phänomen*. 0, iStiüu. Leipzig iqel. 



Ctr\r\o\c> Origiralfrom 

UNIVERSITVOF MICH GAN 



Jfifeitcn. im der pivthiatd-Kheii UniTeratäiklinik iu iürkb- 

D i agn o st i s che A s s o zia t i o n sstu d i e n . 

VIIL Beitrag. 

Assoziation, Traum und hysterisches Symptom. 

V« 

Dr. C G. Jung;. 

Priritdozent der PsycbiBLr.c. 

I, Die AuoilaticmeD 
Die in de^ Beitragftn VI jnd Vll ausgesprochenen .Auslebten über das 
Wesen Hysterischer AsBoiiationaanomalicn möchte ich durch Darstellung weiterer 
Untersuchungen stützen und verdeutlichen. Das Objekt meiner Untersuchung 
ist folgender Fall: 

24 jähriges Mädchen von guter rmtel!igeHZ und mittelmäßiger Bildung, körperlich gesund. 
Die Mutter leidet an Osteotnalacie, durch welche sie: villig verkrüppelt ist. Sonst nichts 
Belastendes eruiercar. Pat. ist das jüigste Kind, einzige Tochter und hat vier ältere Brüder, 
Bis zjr Schule gesund. In der Schills sehr empfindsam, kam aber gul vorwirti. Im zweiten 
Schuljahr stellten «ich Zuckungen . m rechten Arme ein, welche das Schreiben bald 
unmöglich machten; dann generalisierten sich die Zuckungen, bis schließlich eine 

hysterische Chorea ausbrach. Pat. wurde auch tim Ausgangspunkt einer kleinen 

SchLiler-VeiCstanzepidcmie. Die Chorea äußerte sich in tic -artigen Anfällen, die jeweils 
I— a Minuten gedauert haben sollen. Pat, schlug dabei uip sich und Kämpfte, gelegentlich 
stiel! sie dabei auch einen Schrei aus. Das Bewußtsein war während dir Anfalle nicht 
gestört. Die Anfalle traten 15 — Soma. pro 'lag auf. Mil :; jähren wurde Pat. menstruiert. 
Als die erste Periode auftrat, härten die Chnreaanfille wie mit einem Schlage 
auf. (Zwei Jahre euvor hatten die EJtem der Pat. einen Speti allsten konsultiert, welcher 
sagte, daß die Anfalle mir der Pericdc aufhören würden,) Aber in der gleichen Woche 
noch stellten sich immer gegen Abend dumpfe Gefühle im Kopf ei». Die Gefühle 

nahmen allmählich den Charakter ven Hitre an, welche besonders jeweils während der 

Periode sich erheblich verschlimmerte. Mit den Jahren stieg das leiden. Vqn etwa 

morgens In Uhr ai stellten sich schließlich regelmäßig die Hitlgefühle ein und steigerten 
sich allmählich bis lur „UnerträgfithkeLt"'. In den lettten drei Jahren wurde das Leiden 
sd schlimm, daß Pat. fast den ganien Tag von Hitüjefublen im Kopf geplagt wurde. 
Zahlreiche Kuren nach allen möglichen Methoden waren völlig nutzlos Am Morgen 
konnte Pat. zuweilen noch etwas in der Haushaltung helfen. Von 10 Uhr an ging sie un- 
tätig und ruhelos lierum unter beständigen Klagen Über ihren Kopf. Sic wurde allmählich 
menschenscheu und 10g sich von alter Geselligkeit tu rück, Im Sommer Meli sie sich an 
heißen Tagen im Keller auf. Im Winter konnte sie es im gehegten Zimmer nicht aus- 
halten. Im Sommer 190 j konsultierte mich Pat. Nachher rapide Verschlimmerung, 
Meinte, geisteskrank iu werden, halluiinierte nachts weite und schwane Gestalten. Drängt 
unaufhörlich danach, in hiesige Anstalt aufgenommen iu werden. Herbst 1905. (rat sie 
hier ein. 

Status. GLtgenährte, graiile Person. Leidensmiene, die auf Mitleid berechnet er- 
schedntL schlaffes, gämllch energielos«» Benehmen, das sich auch in einer haardünnen, hin- 
fälligen Handschrift markiert. Beständige Klagen über Hitjgefuhle im Kopf. Ton der 

Klagen ausgesprochen, elegLsch-harmoyant. Fat. Schilcert ihre Gefühl*. 1 Fjlgendermaljcn : 



/^,~,^ Original from 

°V^ K \ UNIVERSITV CF MICHIGAN 



yt im. c a jwg, 



? 



„Der ganie Köpf 1« verstopft bis ium Hals und gajir heiß, gewiß hübe ich 44 Grad Fieber 
im Kopf, er ist ganr gespinnt, rutn Ersticken; der Hals zugeschnürt, heiß, trotten, aus- 
gedörrt. Besonders schrecklich ist das Gefühl von Trockenheit und Hit« hinten oben im 
Hals. N*nh dsra Eiitn ist « immer schlimmer. l>ih*i ict der Köi-per £ana kalt, die Hända 
schwaritlau, die KClDe wie Eis. ^ch habe die Idee, wenn ich nur einmal itchi aus der 
Nase bluten könnte, dann wäre nir leichter. Ich muß mit immer vorstellen, wie ich aus 

der Nase und au« den Munde blute, ein ftaniES Waschbecken voll; ich muß mir oft 
große' Brocken geronnenen Blutes vorstellen. Ich träume auch immer von 
Blut. Oft träumt mir, ils wate ich im Blut, als. sei das ganie immer voll Blut, oder 
das Blut spritie mit stu Nase, Mund. Aujen und Ohren heraus. Ebensooft 
träume ich auch von Feuer, dann steht alles in Flammen.* 

Helm Einichlafcn hat sie häufig die Viii&n eines schwanen Mannes, der seine 

schwarze Hand ];egen sie ausstreckt und sie am Arme ergreift. Gelegentlich sieht sie auch 

undeutlich weiße Frouiinfiiitalttn. 

Seit Januar iqoj lessiert die Periode, starke Obstipation^ ein Meteoriamus, 
der den Unterleib merklich vorwölbt, Ist angeblich schon seil mehreren Monaten vorhaiden. 
Pat. hat einen großen Widerwillen regen das Sitzen, steht deshalb meist oder jreht 
im Zimner auf und ab* Tiefer Abscheu vor Fl ei sc h; flieht alles, was heiß macht. 
Wenn sie nur hört, wie der Dampf in die Heilung 1 einströmt, so steigert sich ihr Übel- 
befinden. Sie ma^ht jeden Tag kaLte Waschungen und treibt Zirnmergymnanik; 
diesen Tätigkeiten mißt sie eine große Bedeutung bei. Damit kontrastiert aber Kitsam 
ihre Abneigung und Furcht vor beständiger Arbeit, von der sie glaubt, daß sie sehr 
schädlich für ihren Zustand sei, Sie zeigt tine krankhafte Ordnungs- und Reinlich- 

k ir 1 Li 1 1 clj c (Fiülttr Lat iii:, itdil_i iliici Au^^iLfc, alk-Il ujiiL Zi-Lllai^ Hei ü ]i[ liu£ sz Hdug 
gehaht in der Form, datl sie beim Herumgehen in Zimmer regelmäßig alle Gegenstand« 
berühren mußte.) Für die psychische Nitur ihre; Leiden; hat Püt. gar keine Einsicht, 
■ ;:i'.l: ii ist fest von ein;r organischen Veränderung- im Krtpfe übfreeugt; muß aber un- 
willkürlich lachen, als sie erzählt, einer ihrer Ante habe si« für ein*n Fall von Basedow 
gehaltet. Von den Ursich eti ihter Krankheit kann sie sich natür'.ich keine Vorstellung 

mat-hen, so weniff als dit Ärzte, welche sii bis dahin behandelt hatten. 

lis kann wohl kein Zweifel darüber bestehen, taiä es sich im vorliegenden 
Koller im Hysterie bandelt. Die enorme Chronizität des Falles und der für 
Hysterie nicht ganz gewöhnliche Mangel an Wechsel im Krankheitsbiid, also 
die graue Stabilität des llarptsymptoms sprechen für eine tiefe Energ' ie- 
lähmung und völlige Unterjochung der Persönlichkeit unter den Krankheits- 

bomplcK. Pat. ist seit 1J Jahre 11 krank. Für die liigcnartigkcit d*S ECranltheite- 

bildes kommt der Umstund iß Betracit, daß sich der „Veitstanz" (ehoreatiseher 
Tic) in Kontinuität zum jetzigen Zustand entwickelt hat. Man kann nicht an- 
nehmen, ü'AÜ der „Veitstanz" ausgeheilt ist, sondern alles spricht dafür, daß 
er unter dtnl Einfluß der ersten Periode einfach plötzlich von einer arjdtrel'J 
Form der Grundkrankheit abgelöst wurde. Ihre durchaus kindliche und 
asthenische Persönlichkeit zeigt alle Merkmale des infantilen Meige-Feindel- 
schen TiquCurs. 

Aus den didaktischen Grunde der Übersichtlichkeit schildere ich nun 
zunächst die Aasozialionscxperimentc, die ich bei der Fat. \orgeno:nincn habe, 
Pat. befand sich vom i.X. 1905 bis zum 21. XU. 1905 hier in Behandlung. 
Auf di^EC Zeit verteilen eich die Experiment. Die iJeiiLindluny hätte gewisse 
Erfolge zu verzeichnen, was nicht ohne wichtigen Einfluß ;ttif das Experiment 
geblieben ist. Die Versuche wurden jeweils in einem m.r mäüi^ erwärmten 
Zimmer (13°) vorgenommen, da Fat. auf die Datier nicht mehr als etwa u* 
ertrug. 



Google 



Origiral from 
UNIVERSITYOF MICH GAN 



VIII, ASSOZIATION, TRAUM UND HYSTERISCHES SYMPTOM- 



j3 



DLe Aftiaiiiitioaiv-fifiLitih«, 

Versuch [. 

2j. VI., io?mittag& 10 Uhr. Mit Reproduktiotii*ersuch- 



1. Kopf 


6' 


| -weh 


51- 


Frosch 


*5 


Uiubov» h 


1. jjrün 


33 


■kl: IT 


r- 


scheiden 


3^ 


r-üii-i !n-i U: :..; 


5. U':ls£cf 




— 


53- 


1 !■ ■,-' ' 


''9 


tuen 


4. stechen 


9 


Biene 


54- 


weit 


l* 


Sr:Lnrt- 


5. Enpcl 


io; 


-liof 


55. 


Rind 


31 


Hin4«5"hertle 


6. . ir l; 


'■s 


-Messer — 


A 


aufpassen 


3° 


Achtung 


7. Schiff 


35 


öampfechiff — 


;"■ 


BMMuV 


j 1 


HlesstifthiltEr 


3. pflügen 


J J 


Feld Garten 


SS- 


:r\i\j 






£>. Wuile 


75 


atnefcon 


59- 


Pflaume 


M 


Pflaü"nfiJin*ui 


lO* freundlich 


1 1 


-Iteit 


60. 


tre Fen 




— 


El. Tisch 


3" 


-hein 


61, 


Gesetz 




- 


ix. fragen 




— 


(>;. 


lieb 


r 5 


ILfiblcn 


13. Staat 




— 


63. 


Gin 


J! 


■W'.a.^nifh^las 


14. trotzig 


4u 


TtoodKtpf 


t,t. 


streiten 


= 3 


Zvikcji — 


15, Stengel 


n 


BlumEnsten^el 


6 S . 


Ziege 


12 


^isyeninilch 


l6. I.iii^i-:'. 


IC 


Tanzboden 


M. 


gro3 


'i 


firoflmnt 


17- 5e* 


2!j 


Ziirichsee 


f>7. 


Kitloflcl 


10 


KartcfFelmehl 


i!-i. krank 




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t,H. 


malen 


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Ölgemälde 


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Hochmut 


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Tintenfaß 


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J £immer5i;hlttg — 


15, Nadel 


iy 


Nuo!<:Ll<i*5<:n 


71- 


Kasten 


ZI 


Wüch-ekuten 


j._. schwimmen 45 


Schwijiirnsibnle 


74. 


wild 


:[ 


Wildrnte 


zg r HeJaK 


äo 


Reisedecke — 


75. 


Familie 


t6 


FaEni.tenfest 


z6 r blau 


35 


BlaucnstraÜe 


76. 


waschen 


f 


— 


17* Brot 


iü 


biotlus 


77- 


Kuh 


10 


Kuhmilch 


z&\ drohen 


6O 


Strafe Strafen 


7K- 


fremd 


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FremJetibuiil] 


'v. Lampe 


1 1 


Lampenschirm 


7'J- 


filü-lt 


55 


Giiirlwunüch 


jo r reich 


-1 


Reichtum 


*n. 


erzählen 


>t 


Ccschiich'te 


3,1. täsLim 


ij 


Dbttfaauin 


St, 


Anstand 


5i 


AnstandiLehre 


32, singen 


16 


Gesangverein 


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eng 




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Bedauern 


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Bruder 




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40. reiten 


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Reitschule 


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spanische wand — 


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Türe 


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4J. dumm 


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Dummheit — 


Ol. 


wählen 


53 


GeftOSienacliaftswahl 


43- Heft 


= 5 


Schulheft 


93- 


Heu 


W 


Heu-wfLgen 


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Ruhe 


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Augenzahn — 


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Spelt 


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Spottpreis snöttbiLlijj 


46, richtig 


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berichtigen ■— 


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l^hlaßEmgkcil 


47. Volk 


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Vulksblalt 


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Monat 


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Monats v-eranni mhjng 


48. Blinken 


S'J 


Dohle 


98. 


faiLif. 




— 


49. Buili 


15 


Lesebuch 


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Original frorn 
UHIVERSITYCF MICHIGAN 



34 DR. C, G L JUNG, 

Dieser Versuch wurde während der Konsultation aufgenommen. Be- 
trachten wir die Assoziationen zunächst vom statistischen Standpunkt ans. Ich 
begnüge mich mit der Einteilung in innere, äußere Assoziationen, Klang- 
reaktionen, Fehler und mittelbare Associationen [vgl. Dtng'aofl-E.iachc Aaaö-niätionA- 
Studien, Beitrag I, Einteilung). Diese summarische Einteilung - genügt für unsere: 
Zwecke. Pat. feist auf.: 

Innere Assoziationen 16% 

Äußere Assoziationen 60 
Klangreaktionen 9 

Fehler 14 
Mittelbare Assozi ationen I 

Keproduktionsstö runden 14 

Der Hauptantei! fällt den äuCeren Assoaiitinnen tu, welche in gans Un- 
ge wohnlicher Weise vorwiegen. Fat, ist zwar nicht unänteUigent, ermangelt 
aber einer höheren Bildung. (Sic hat bloß die Volksschulen, und zwar mit 
vielen Versäumnissen, durchlaufen.) Ein Blick auf die Reaktionen zeigt N daß 
die üußeieii Aswzia-UuiicD hier Ijauplasävlilith aus sprachlich- muturJSL'hen Ver- 
bindungen, aus Wortzusammensetzungen bestehen. Danehen finden wir 
auch ziemlich viel Worterganzungen [Klangreaktionen). Auffallend ist die 
grofle Anzahl von Fehlern. Wenn wir die Zahlen mit den Durchschnitts- 
zahlen der gebildeten Frauen 3 ) vergleichen : 

Durchschnitt für gebildet« Frauen; 

Innere Assoziationen 35,0 
Äußere Assoziationen 5tt,o 
KJangjeaktioncn 3,3 

Y'r.hhr 1,4, 

ho Sehen wir, daß die Zahlen der Pat. einen weit flacheren AssDiiationsmodus 
zeigen; sie nähern sich den Zahlen des Ablenkungsversuches: 

Durchs ebnin d-ss Ablenkungsversuch-^ mit sqq Nfitiü-nopiscri lägen pre? Min-ute, 

{Utbildrte .Trauen mit Ausschluß der rridlkactyptnj 

Innere Assoziationen 20,8 

Äußere Assoziationen 62,8 

Klangreaktionen 13,2 

Fehler 04. 

Man kannte also denken, die Aufmerksamkeit sei während de? Versuches 
gestört gewesen. Es erhebt sich nun die Frage» worauf die Ablenkung: zurück- 
geführt werden muü, resp, we.ches Moment störend auf die Aufmerksamkeit 
eingewirkt haL Äußert Ursachen waren keine nachzuweisen. Also mufl an 
eine psychologische Störung gedacht werden. Wir brauchen nicht weit zu 
suchen, denn Fat. ist schon von einem Gedanken erfüllt,, der alles Interesse 
für die Umgebung ersterben läfit» nämlich vom Vorstellurjgskc»mptcx ihrer 
Krankheit. Alle ihre Aufmerksamkeit ist au die Krankheitssymptome ge- 
fesselt, und ea bleibt nur noch ein kleiner Rest für daß- ABGOzLalioneexperiment 



■J Siekrt DirgUMtnch? A*svri*üon«i»iJie&, I B*J1J»£ B. I1L 



,'GOOgl 



Original from 
UNIVERSITYCF MICHIGAN 



VIII. ASSOZIATION, TRAUM UND HYSTERISCHE SYMFTOM. 3 5 



disponibe.; daher der Hache Reaktionstypus, Sie t&t SO von ihrer Krankheit 
in Anspruch genommen, dafl sie die Bedeutung des Reizwortes kaum an sich 
herankommen liÜR; sie begnügt sich in der Mehrzahl der Fälle einfach mit 
der Auffassung der äußeren Wortform, uod ihre intellektuelle Leistung be- 
schränkt sich darauf, eine geläufige Verbindung zum Reiiwgr, m Enden. Sie 
hört also nur „mit halbem Ohr'' und lit&i die Relzu-orte so ziemlich an sich 
abgleiten. Sie kann siel nicht dazu aufraffen, ihre Aufmerksamkeit dem Ex- 
perimente zuzuwenden; diei ist ihr offenbar neben dem Krankheitslrornplex 
viel iu gleichgültig. Das geringe Mafl der Selbstbeherrschung sinkt von Zeit 
in Zeit giiK auf Null (Fehler), und n«ar nicht selten da, wo eine geläufige 
Wortverbindung nicht gerade an dir Oberfläche liegt; häufig tritt dies auch 
da ein, wo das Keilwort gefühlsbetonte Zusammenhänge geweckt hat, wie wir 
später seien weiden. Sobald sie merkt, daG ihr die Reaktion nicht gerade 

bereit liegt, ßo Recht &ie auch gilöE ditvoii ab, ciuu solche Sil erzwingen. Hier 

haben wir also einen experimentellen Ausdruck für die klinisch auffallende 
Abulie, welche, wie gewöhnlich, darin besteht, daß das ganze Interesse im 
Krankhellskomrjtcx resp. in dem der äußeren Krankaeil tugrunde liegenden 
hysterogenen Komplex aufgeht, wodurch Tür die Umgebjng nichts mehr 
übrig bleibt. {Ein ähnlicher Fill von Ablcnkungsphinonieti ist berichtet im 
1 Beitrag der Diagnostischen AssozbtionssSudier) A, Abschnitte, wo die 
Stirungsursache »her eis gans :'rischer Affekt war.) 

Das wahrscheinliche Ztilmittcl des Versuches beträgt 5.3", liegt also 
seiir hoch, Wit glauben, daB (ierartige Verlängerungen auf gewissen Gefiihls- 
hemmungen beruhen. 

Wie bei dem im Beitrag VI der Diagnostischen Asiöaiitionssttdten be- 
richteten Fall war auch hier eine Analyse mit der Pat unmöglich, d> sie sich 
ganz indifferent erwies und auf keine Fragen, die nicht ihre Symptome be- 
trafen, eingehen uolUe. Die Verdrängung reep, die Hemmung vom pa:hugeneti 
Komplex aus war offenbar damals noch zu stark. 

Nach der Konsultation, in der dieser Versuch aufgenommen wurde, 
begab sich Pat. wieder nach Hause, wo, wie berichtet, die Krankheit sich 
rapid verschlimmerte. Drei Monate spater wurde sie hier aufgenommen. 






Vtisuch H. 
5. X... abends J Uhr. ^ -* 

Kopf — Kopfweh i,6' r £**- 15. Stengel — BhunenstexEc. 6,0" 

_. grün ^-*-- **~ lä» tanten TMtbodtsn 4,* 

^ -^ y Wasser— Wasserleitung 0,8 •FV" r v , '?■ See— Seerose ttf* 

^^ 4. stechen — Stechpalme 3,4 ^i, l j^ 18, krank — krankhaft 3^4 

Jt^ 5- EiiotI — ■K" > ' ■*■ S*** - 

*^5-A6. lauf — langsam 3,S i^^ *°. kecken — 

V^i 7. Schiff— ', t 28. Tmie — TintEirwiicher 4/* 

pl>^ S. pflüpen— ^ j»*i'^3i hds — bosartp 

KrfT *♦ Wollt — Baumwolle a,a L jJ" x 2- N **l — Nadelkissen 3,4 

- 'u-^^ft inundlEzh— Freundlichkeit 3,0 /j.%- *4* Khwimmen — ScbwirTirnba55in 4,0 



p^^^öh EKuxidltzEi — Freundhch 
Jjir^ 1 u Tisch — Tischnachbar 

QJ*** 1 " 13. fragen — Frag Gediehen 



6fi- ■'} : .. *. st, blau — 



qj^ - — ix. iragfn r i nutTfitncn o h TJ- > ; .. J- so, ouui — 

Jjfr 13. Staat — j ^ i 1 3?, Brot - 

14. tröhijf — Troülcopf ^1 "\. iS. dtohu — 



Origiral from 
UNIVERSITYOF MICHIGAN 



36 DB- C, Q- JUNG. 

Bei k. zS versagte Fat, vollends, indem sie erklärte, sie halt« e$ nicht mshr ail£- 
Si-r war nicht mehr mm Bleiben im Untersvjchiijnifszimmrr m bringen.. So war es aurh 
nicht möglich, einen KGproduLtionsL'cr&urh .in iijsfh tiefen. RbensQ war fin.e Analyse un- 
1 1 iij-^r lieh Immerhin Läßt sich Verschiedenes aus dem. KcHuJtiLf ersahen. Vor allem fällt 
wieder der eigentümliche Charakter des AsFcuratinne n auf: es sind lauter Wornu S-arnmen ■ 
Setzungen., sodann Finden sich iahJrei-che Fehler. In Prozenten ausgedrückt sind aI&o: 



Versuche 


! 


[[ 


Innere Assoziationen 


16 "4 


o*l 


Äußert A&nziatiuncn 


60 


"46,4 


Klangreyktionen 


9 


1+,' 


Ftblw 


U 


39.1 


Mittelbare AautiEihtiarien 


1 


1' 



Das ist ein ganz ungewöhnliches Bild. Das Benehmen det Pat. während 
des Versuches rar ein charakteristisches:: Sie hatte den Kopf ir. beide Hau (Je 
gestützt und seufzte von Zeit au Zeit über die unerträgliche Hitze im Kopf, 
welche ihr das geheizte Zimmer verursachte, ([3 ft ! Dabei kümmert ai'rh Pat. 
nicht im germgsien darum, daß sie im Summer .1.3* als kehr nngsnehme Kühle 
empfindet, während sie im Winxr die gleiche Tcmpcrafeni unerträglich findet. 
Der wirksame Bestandteil der Lufttemperatur ist also nur der .Begriff!) Sie 
war während des Versuches offenbar gani vom Krankheitskomolex besessen. 
Es ist darum kein Wunder, da& sie für das trockene Experiment keine Auf- 
merksamkeit übrig hatte. Wir haben als« wieder ein AblenkungsphärKimen, 
aber in bedeutend höherem. Grade ats heim Versuch I. Die Verschlimmerung 
ihres Zustande» hat die Aubnerksamkeitsstörung entschieden erhöht, d. h. die 
Aufmerksamkeit ist noch mehr als früher auf den Kraukhcilskomp-lcx gerichtet, 
weshalb noch weniger Teilnahme am ExpeHment vorhanden ist. Die Richtung 
der Aufmerksaiiakeit auf das Experiment kostet ihr offenbar sehr große Muhe, 
so dafl sie schön nach 28 Reaktionen ermüdet und das Experiment aufgeben 
muß. Ihre disponible Energie ist also auf ein minimales MaQ reduziert. Dies 
drückt sich aus schon in der gewaltigen AflZfiuVI der Fehler, die sich fast ver- 
dreifacht hat gegenüber dem ersten Versuch. Sie versagt wkder bei Reii- 
wurttML, die nicht söf^j-t eine gcLüLLÜtfc Wortverbindung anrege u. Dü-ch nicht 
alle Fehler sind ohne weiteres auf die Seltenheit einer geläufigen Wort- 
verbindung lurückziinUhren [z r B r :mf „kochen"" gibt es die geläufigen 
Verbindungen Kochherd^ Kochkunst usw. ( aul „Staat" 1 Staatswesen , StaatS- 
gebäude usw. H nuf „Reise'^ Reisekofier usw.). Auch sind die langen Reaktions- 
zeiten nicht alle auf Wortschwierigkeiten zurückzuführen (z, B, ^ec" 1 mit p.cT, 
worauf es viele geläufige Verbindungen gibt). Man muÜ ;ilicIi nn affektive 
Ursachen, dieser Störungen denken, welche durch imücwuÜU; | km mutigen ajs 
dem dem Krankheils komplex tugruiicje liegenden palhoge iteti Komplex 
bedingt sein kennen. 

Dasi wahrscheinliche Zelt mittel des Versuches beträft 5,2'', (Die Fehler 
iu 30,0^ ange^mmen, gewartet wurde gewöhnlich bis in 30.0"',) Diis wahr- 
scheinliche Mittel liegt also sehr hoch. 

Versuch III. 

9, X., ibenJä 5 Uhr, Mit Itcprüdiiktionsversuch, 
[. Limite — Liinjienjjlas l .S 

2. rei-eh — Reichtum i,8 



,-Googl 



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UNIVERSITYCF MICHIGAN 



VUi. ASSOZIATION. ?RAUM UND HYSTERISCHES SYMPTOM, 37 



J. 


Baum — Itajmstamm 


M 






4 


ü L 11 £ l: n — Ij f:F r= n .; v i i :■ i: 


l S.3 


Si 


Dgtplcl 


s- 


Mitleid — 




mi 


rleidsvoll 


S. 


|[eLb — ffüldfrctb 


3i* 






7- 


B«p — Bergkette 


4* 






8. 


spielen — Singspiel 


W 


Sp 


ielbilt 


»■ 


Salz — £a.lzfiü 


M 






lu. 


neu — Neumond 


& 






[]. 


Sitte — 




Sittlichkeit 


12. 


retten — Reitschule 


3,° 






13. 


Wind — Wändjjfenialde 


4,6 






14. 

15. 


dumm — Dummheit 

Hell — bthnHieft 


4,0 






16. 


verachten — 




verächtlich 


17. 


Zahn — ZAhnuvehmert 


2fi 






IB. 


richtig — 








19- 


Volk — Vofafaä 


£ V U 






in. 


stinken — 








tt. 


Buch — Lesebuch 


3*8 






22. 


ungerecht — 








= 3. 


FrOKtl — [jL-.jlifry.rli 


2,4 






i*. 


scheiden — 




Eh 


.eich eidun g 


35- 


Hunger — Heitihijn^r 


S," 






■Ji. 


weiß — -EchneeweLQ 


7,U 






1?. 


Rind — Rindtrhcrdt 


*,' 




, 


iS. 


itufpa-s-sen - Achtung 


2,4 






lu. 


Bleistift — Eleistifihaher 


6,6 






30. 


trüb — 








Jl. 


Vi ! . .i. ■ ■ . j- — 








32. 


treffen — 








IJjescr Versuch . 


icigt e^inig-e Änderungen gegenüber 


den früheren. JtL Prozenten 


cltt lautet dos Ergebnis: 










Versuche 


[[ 




III 




Innere AiSOiiatiancn 


t>y 


'. 


3.' •!. 




Äußere Assoziationen 


4M 


59,3 




KLingreiletiönen 


1*3 


M 




Fehler 


tf,a 


3'. 3 




ReprodukttunSstörunfferL — 




'8,7 



Wir hatten also auch hier noch einen Ablenkungsversuch. Pas 
tfahrechemlicbc Zeitmittel beträgt 

I. Versuch II. Versuch HI. Versuch 
5,2**. ^j". -4-itj". 

Gegenüber dem zweiten Versuch ist eine gewisse Verkürzung der Reaktions- 
zeit eingetreten, die in der Hauptsache wohl auf die relative Verminderung 
der Ichler zu beziehen ist. Man darf aus diesem Ergebnis vielleicht schießen, 
daß Fat sich etwas mehr liisanrLraengenommea hat- Dieser Umstand scheint 
sich auch daiin auszudrücken, daß sie trotz ihres baldigen Versagens beim 
AsRoii.it innBi/rrflunh Ho^h nn^h tum Rp'prnHitlrtJnmHVRräiirri *irh hp.stimine-n 

ließ. Auch hat dieser Versuch um vier Reaktionen weiter gereicht als der 
erste (28, 32). Die Anzahl der Kknigreaktionen hat cjicht unbeträchtlich ab- 



,-Googl 



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UNIVERSITYCF MICHIGAN 



3« DR r q. G. jtjnq. 



genommen Kuhmisten der äußeren und inneren Associationen. Auch hieraus 
darf man auf eine gcivisse Besserung" der Aufm trkE Lim keil schließen. 

Versuch IV, 
l"7- X, H abends £ UhT\. Mit Reproduktionsvcisuck. 

I. Gcscü — gVMtsvrLdrig i r y 19L Glück — Glückwunsch ;.:•: 

3, Lieb — lieblos $fi 10. erzählen — 

3, CJiii— GlaasdiTank i',u ar. Anstand — Aru-tuidelehre a t 5 

4, *i reiten — 21, eng — 

5» Zic#e — Zi«genmilch 2,8 ajr Bruder — 

& groß — - Grofisiadt 4 h S 24. Schäden — Schadenfreude 3,6 

7. KartofTd — Kartoffelfeld s,G a|, Storch (Reirwon zuerst miD- 

8 . malen — Malattl ier ^4 verstanden] — (dann Vtl lerj 

9. Teil —Teilhaber 3,0 aö, falKh — Falichheit &,a 
co. alt — Altstadt 9,6 aj> Angrt — Anjat^efühl 3,0 
iTr Blijme — bluiBenlieU'h z,| 2$ h k&M — Sc&Vefltskflfl 4nO 
i3 r schlafen — zy, Brard — brandsch-want G>8 
13. Karten — WÄHjhekwten j,ö ja. ^cbmmiig- — Jichmmrtflec'ke 7,0 

64. Wild — 3t. Türe — TürfaUe |£ 

Jj;* FamülLc — Familienfest 4,0 33* wählen — 

r6, waschen — 33- -H cu — " 

17. Kuh — KuhmUcti >„. 34, atill — 

iSj fremd — Fremdenbuch 3i4 

Dieser Verbuch hat in einen* Moment stattgefunden, wo Fat, sich nieder 

etwas weniger gut befand, [Eine jener Schwankungen, wie sie im VcrJaufe- 

von Hysterie ja nicht ungewöhnlich sind.) Der Versuch sieht ebenfalls wieder 

nu.5 wie ein A bleu kunge versuch, PaL geht mit Ausnahme einer einzigen 

Reaktion [küssen — bchwesterkuli) sozusagen nie ein auf den Sinn des Reiz- 

u'orteB, bü nriem begnügt sich mit dem Aufessen der äu Ü ere n Wortfc rin , 

Rcproduktionsstorungcn sind Leine vorgekommen, Der Versuch reicht um 

zwei Reaktionen weiter als der Vorige (32, 34). In Prozenten ausgedrückt: 

Versuche 

Innere Assoziationen 

Äußere Assoziationen 

Klangreaktionen 

Fehler 

Reproduktionsstörungen 
Das wahrscheinliche Zeitmitlet beträft; 
Versuche ]J 

Wir haben also wieder eine Zunahme der Reaktionszeit, vas- wir auf die 
momentane ungünstige Disposition der Fa,t. Etuiickfiihrcn dürfen. Das Fehlen 
der Reproduktionsstörungcn kann bei der geTingen Anzahl von Reaktionen 
ein Zufall sein, kann aber auch daher rühren, daß Fat. sich diesmal die Reak- 
tionen gemerkt hat, um, nachher bei der Kcprodiküon keinen Fehler zu machen, 

Versuch V,. 
9* X,j abends 5 Uhr. Mit Kc pro du Jitioxis versuch 

1. Spott — 

a. s-chlafcn — Ruhe P P S rpüde 



[[ 


MI 


IV 


0% 


3.1 % 


*A% 


46,4 


59-3 


5B.S 


[+,s 


6.S 


s,s 


39.? 


31,2 


32.3 


— 


i8.; 





III 


IV 




' 4,6* 


5,4". 





1 Googl 



Original from 
UHIVERSITYCF MICHIGAN 



VI«. ASSOZIATION, TKAIJH UND 1IYMEK1M HKS SYMPTOM. 39 



3- Monat — 




7-tit 


4. farbig — Maler 


f,B 




5. Mund — liaustier 


w 




f>. nrlm — emU-ilm 


1.« 




7. Kuhte- — platten 


V 




8. mäfliK — 






9. Lied — Gesang 


3fi 




CO. vermuten *— Tatsachen 


]Ü,0 




11, Sehnten— krank 


5,2 


Krankhei 


[2. faul — arbeiten 


Sri 




13, Münd- 






ig, Lachen — lustig 






[5. KtirTe* — Frühst Uck 


-|2 




16. breit — MiÜ 


3,6 




] 7- Luft — warm 


S*o 




lS. erst hrtcktn — \n$fi\ 


V.ri 




19, Teller — essen 


?.<> 




2a milde. — schlafen 


4.4 


Bell 


21. Absicht — schaden 


7,1 


; 


22. fliegen — 






13- Auge — 






24, start — triftig 


= /. 




25- ObiT — 






i& r schaffen — fleiDig 


J,0 


arbeiten 


37, Segel — .Schiff 


7,0 




-38. besehetdei — zufrieden 


6.4 




zci. Hoden (versteht zuerst das 


htoLiwon 


nicht) — L: 


30. pfeifen — Ton 


6,4 




31, Zweck — tfmgtta 


.3,4 




ji. heiß — ja. ja, da drin 


4." 


Licht 


33. Hand — Glied 


3," 




34. wecken — erwach en 


3,ö 


■ 1 :: L ■ : . Ii - rj 



j5- Trommel - 

;6, frei — freig 

57- Wagen — i 



3g. Apfel — wceD nicht. - 


- AffeltriJijjcr 


13,6 


36- sctilim.ni — 








37. Mund — Zähne 




7*3 




38, trinken — flüss-ig 




J,4 




39, Bett — müde 




7.2 


seh lafen 


40, hübsch— schön 




4*0 


* 


41. Gefahr — 






schrecklich 


42. besuchen — 








43. Arbeiter— Besens 


Jm. 


^unj 6,4 


schaffen 


44. hoch — Berg 




4*0 




45. BeiL — Holi 




9.4 




46. merken — aufpa^ien 




2,u 




47. Weg — Spaziergang 




S." 




48. rund — Ktigct 




2,4 




49. Biut — 






rol 


yo. ergHwn — 








Ji. Vorsicht — aufpassen 








52. lustig — Geschieh 


:e 


4^ 


lachen 


53, Markt — einkaufen 




M 




$4. vergessen — Gedanke 


M 


Geicn.ieb.te 


(ierausen 5,0 


5& 


chtch — Appetit y 


sprachen 6 f 6 


W- 


Frechheit 




faRB 3,3 


&>. 


schnell — 


gehen 3 



,■ Googl 






Original from 
UHIVERSITYCF MICHIGAN 



40 




DR. C. C, JUNG. 




Gl. Kamin — Kau eh 


tfi 


71, Ziegtl —Dach 


3** 


62. genießen — Vergnügen 


3>a 


71. mild — Temperatur 


4.« 


6j. Pfairer — Predigt 


!,4 


73, Geh — Gridmcht 


EM 


64. leicht — Gewicht 


3,6 


74. suchen ■ 




e-$, Hai* — whlanl 


7," 


75. Deckt — 




66. wünschen — Geschenk 


S,6 


76. gut — 




07, Stein — hart 


6,8 


77, Blatt — 




63. vornehm — reich 


S,4 


j3. quälen — Kranltheit 


öiO 


69. Schlauch — Gimmi 


1,6 


70. Bannhof — venreiäen 


4.« 


70. lieben — schein 


M ' 







Dieser Versuch zeigt «inen gant veränderten Assoiiationstypus gegenüber den früheren 
Versuchen. Ei ist, wie wenn Fat- plttzlkn eine andere Ein&telLung gefunden hätte 1 }. 
Die Prozent Verhältnisse sind folgend«: 



Versuche 


11 


111 


IV 


V 


Innere Assoziationen 


»', 


3.' % 


>.* "j. 


S*>9 


Äußere Assoziationen 


4&,4 


59.3 


eS,S 


lS,i) 


KUngrealtionen 


rw 


0,3 


5.8 


',2 


Fehler 


SftJ 


3'.' 


JIJ 


a 'i5 


Mittelbare Assoziationen 


u 


D 





J r 2 


KEPTodulctJactsseonjngen 


— 


rS,7 





11. s 



Aus der Betrachtung der A$soiiationen T deren Ergebnis wir hier in 
Zahlen iijsatriimengefaÜt haben, sehen wir, daß Pat. einen normalen Typ-us an- 
genommen hat $ie geht jetzt ein auf die Bedeutung des Reizwortes, sie 
knüpft daran eine überwiegende Anfahl von inneren Assoziationen'*). 

Die abnormen Befltandtei,e sind ziemlich weit in den Hintergrund ge- 
drängt, so daC 2, B. die Klangreaktionen das normale; Mittel nicht über- 
schreiten. Nur die Fehle nah. Ist noch eine abnorm hohe, hat abei immerhin 
gegen früher nicht unbeträchtlich abgenommen. Die Ausdauer hat bedeutend 
zugenommen, indem dieser Versuch den vorigen um 45 Reaktionen überdauert. 
Das Zeitmittel beträgt 5,4" wie im vorigen Versuche. Die Reaktionszeit ist 
also immer noch sehr lang. 

Dieser Versuch fallt drei Wochen spater als der vorige. In der Zwischen- 
zeit hat die Behandlung den Zustand der Pat deutlich gebessert. Man darf 
also auch die Verbesserung des Asaoziationslypus darauf zurückführen. Wir 
haben bei den früheren Versuchen namentlich den Mangel an Eingehen 
auf die Reiivortbedeutung, das absolute Vorherrschen der äußeren 
Assoziationen, die enorme Kehl erzähl und die rasche Ermüdung als? 
pathologische Zeichen hervorgehoben und als abnorme Beherrschung des 
Interesses durch den Krankheitfikom|tlex gedeutet. Die Besserung des 
Zustandes drückt sich also psychologisch besonders darin aus, daß Pat. wieder 
ein eirügermaÜcn volt wertig es, wenn auch rasch ermüdbares Interesse für ob- 
jektive Vorgange disponibel hat:; die Behandlung löst die Komplex-- 
besesaenheitr Die Persönlichkeit wird allmählich frei von de: Tvrannis der 
Krankheit und ist nieder imstande, objektives Material iti assimilieren, mit 
anderen Worten; sich der Umgebung wieder anzupassen. Als Stigmata 

'} Taliicäüicb ist <rs Aber -Dicht rief Fall, rteoi» Pat. tut in Vrr»uth ] -irn-:^ Airätzc ■■■ 
einem ■wonJycr QacKcd AaaöEiaüonj-typua geiei^r. 

■j. ifwt, zeigt also jetzt ■ciaen T/puE* wie wir ibo thti UngebLtdiiteti nj<5ii ;elUo swhcn; sehr 
\i<]t tnaere AHOiEilionvn, wenig äuGctc und &uhr fvcoijj KlnigrL-a.LLiüLipn. 



1 Googl 



Original from 
UHIVERSITYCF MICHIGAN 



VIll, A&&ÜZIA.TIUK, TRAUM UND HYSTERISCHES SVWFTOM- 4' 



der Hysterie bleiber dabei aber erhalten: dte enorme FcMcizahl, die 
langen Reaktionszeiten und Sonstige Komplexmerkmilc, also Zeichen 
pinpr pat b cilotf 1 sr h en E m-oti vit ä t, welche, wie* bekannt, dirr psyfJifilogische 
Grundlage der Hysterie iat. 

Versuch VL 
I, XII,, abends 5 Uhr, Mit RcprodiiktrtnsretMcb. 

Der Versieh unv'aßt 100 Reaktionen und würde nicht we^ea Energie- 

trmiidung der Pnt. geschlossen, sondern vfCil mir T.OO Reaktionen E&r Anäl/GC 

genügend erschienen. Ich weide den Versuch darum in eimelnen Abschnitten 
darstellen und besprechen. 

Das wahrscheinliche Zeitmittel dieses Versuches betragt, wie ich Im vorme 
bemerken wj|l t 5.2", Es liegt also nicht tiefer als die vorausgehenden. Trotz 
dieser anscheinenden Übereinstimmung sind aber die Zeit Verhältnisse in ihren 
Durchschnitten durchaus andere als in den früherei Verstehen. Um diese 
Verhältnisse klarzulegen habe ich jeden Versuch in Reihen von 5— 10 Re- 
aktionen terlegt und jeweils das arithmetische Zeitmittel einer Reihe be- 
rechnet *), 

D ie sich ergebenden Mittelwerte habe ich in untenstehe nde Kurven 
z-usammengectelllr 

Versuch \. Die Kurve zeigt «in starkes Schwanken, anfangs wird bald em Niveau 
relativ kurier Zeiten erreicht» dar nach verschiedenen Schwankungen immer mehr st-tigt, 

G-egf*n den Schluß ki>iAm£n 5t;hr starke ^cfcvrrlfing'H'u.ng'en , die qHcrdings wLt-Jcr emreer 

matten eingeholt werden, Aber dot-li nicht mehr das Anfeugaiiweau erreichen. Dip KvT^e 
macht den Eindruck 1 ab ob Pat. jeweils die langen Zeilen bemerkt und sich deshalb 
während einijier Xeakrion*n zuaaix meinen ommen hätte. Der Versuch J wurde währ:nd 
de? Konsultation auigfthrjnirneii. Wie in der Anamnese berichtet, liat sich nachher der 
Zustand rapide vergeh limmcrt. Diese Verschlimmerung zeigt sich in der Kurve de* 

Versuches IL Hie: sent die Kurve schon ziemlich hoch ein, und nach kg mm Auf' 
ratten erfolgt ein rascher ZusAmmeibnich- 

Tn Versuch IJ[ setrt die Kurve rief ein: Pir. hat (wie tie mir damals sagte) den 
gutes Vorsatz gefaßt sie «eile sich jetzt alle Muhe geben, Tisch zu leajfieren Die müh- 

:un EttflfimfncTiKrcnifflc Energie hil: ab-er nicht -iin p *lit i'.eiteri verlang er n aicli. progTr-^i v, 

bis E*hT hohe Wahlen erreicht werden. Die Wahrnehmung dieser Schwache hat P*i, 
wahrscheinlich noch iu einem kleinen „Schluflantiieb" bestimmt, der aber den leeren 
Energieresr. eK*ch£pfi. 

Versuch IV. Die Kurve setzt etwas höher tin ah dis letzte Mal. (Pat. war, wie 
bemerkt* zur Zeit dieses Versuches in schlechter Disposition.} Auch hier erfolgt ein un- 
aufhaltsames Steifen der Reaktionszeiten. 

Versuch]— IV habsn vorwagend iiflere Assoziationen und Fehler geliefert 
Wir sehen aus den Kurven, daß dieser Aisuziatiojismodus mit rasch steigenden 
Reaktionszeiten verknüpft Ist 

Versuch V. Hier sein die .Kurve sehr hoch ein. {VLeUcLch: daraus zu erklären,, 
daß rat. von der. früheren Versuchen her noch entmutigt \zr und deshalb jlemmungen 
gegen das tjperioent hatte,} S-ie Sinkt aber rasch und hält itch dann nach einer stärkeren 
£#<hiu^ri>Tjnff n«f einem milrrl*reo r allerdings lansinin. anfteifenden Niveau. D^nn *rfn1gt 
ein stärkerer und längere Zeit anhaltender SetiluQantneb h der aber in einem raschen jnd 
■naufhalbatticn Steigen der Zeiten endigt. Der Seh Julian trieb hat die Energie vollends 
erschöpft. 



L ) üibei wurden die- Fehler mit je iu' J berechnet 



Origiral from 
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42 



DR. CG. JUNG, 



Versuch VE. In diesem totsten Versuch {nach zwetir onailk-htr Behandlung} setit 

die Kurve in mittlerer Mühe tin und sinkt dann rasch auf ein sehr niederes Niveau-, das 
tjrigfrfähr während des- ganzen Venuclies ohne nennenswerte- Schwankungen festgehalten 
wlid üuii erst gfcfen den l^chlnö l'cndciu mm Steifen Ecijft, VcrjyqL V icigt, in seinen 
mittleren Furüen fertigster 9, Tendenz zur Stetigkeit, die sich im Vergeh VI <fann in voll- 
endeter Weise ausspricht, Versuch V und V\ sind aber die,, welche einen hormaien 
AisnziaMansmcduS ItufveUcikt Der normale Typus- tritt also hier auf mit der Tendern 
tur Stetigkeit in dkm Reaktionszeiten. Zugleich wird in Versuch V] ein sehr tiefes Niveau 
erreicht und festgehalten. 

Ich bemerk?., daU die loa Reizwörter, welche dem Versuch \ lugrande liefen, in 
Ver&uch li -IV ein »weites Mal und in Versuch VI ein drittes Mal ver-veridel wurden. Wie 
cie Kurven zeigen, können wir nirgends einen ititTerkünenden Einüuß der Reueticioncn 
vahrnehir.cn, Versuch II — IV tießän eher da£ tiepenteii ramultn. Nacih K rac p e 1 1 ns 
Unrersu-chungcn vare eigentlich eine relativ rasche 7„ ei c vertu ming zu erwarten infolge 
t-'isanon der Reaktionen. Ii Versuch VI treten aber nicht nur ktine Fixationen, sondern über- 
haupt andere Reakiionen auf (entsprechend der in Versuch V begn.nn.en.eT neuen Einstellung),. 

Wie: in rJci Be^preuhuH^ ütri Kuiv^ji iii-dirla-ch LM^utltrulcL wurde, Iiüm^üej 
die Verlängerungen der Reaktionszeit mit einer starken ELrmüdbarkeit der 
Energie z-usamtinen, d. b< mit einer ganz mangelhaften LoslQ&baxlcej: der Auf- 
merksamkeit vorn Kfarkheitskomulex. Es hostet die Pat. ftu-fle Mühe, ihre 
Aufmerksamkeit eine Zeitlang auf etwas anderes als auf ihre Krankheit zu 
richten, sie ermüdet entsprechend ihrer Anstf engung; sehr rasch. Die 
Kurven» welche die Zell verlange rutigen darstellen, sind also- auch Kurven der 
Energiesch wache. Dies wird sofort deutlich, wenn wi: sie umkehren 
i nrl v-n n rprhrs narh linlra Ipkp n Dann R**hpn s-t*. etwa ans wifl A rh*»i I b - 

kurven eines sehr ermüdbaren Neuro tikers (Willeasermüdung!). Wir be- 
nerken namentlich Ln Kurve I r V und VI den t 1 bungvszu wachs und die 

reaktiven Erhebungen, .n Kurve I, III und. V den Sc rhl u ßantrieb. In tturvr I 
und VI Drägt sich die progressive Ermüdung deutlich aus. Daraus geht her- 
vor, daß uns das Assüziationf-eKperiment in ^ewi&sen Fallen auch Auskunft 
gibt über linergie und ürmüdbarkftit. 



Anily&-e 4tt In Versuch VI erhaltenen 
leb atalta hi«r dt«- A&töaiMi-initrt J^u V^tTtuttitfi VI 
E'jiiaminen behufs analytischer Verblei chunjr;. 



AüfcOziatiincn, 

inil JitnüTi der Vcnuehc I VI 





versuche 


[ 


Kopf^eli 


2. 


grün 


s 


Wasser 


+• 


stechen 


*■ 


Engel 


i. 


l*n£ 


T. 


Schiff 


i. 


pflügen 


>■ 


Won« 


R\ 


frcundli 




Tisch 



I 



-ken 



&kne 

hof 3r ( ü[?]') 

■Mcser 9^> (?) 

Dampfschiff 7,0 [?] 
Feld 4,2 [Gartea] 

stricken 15,0 





II-1V (V) 




VI 




&,-" 


KopJwch 1,6" 


Schmt 


— . ■.., 1 :' ■!■'■ 1 : ■.. ■ 


r»r. I,ä' f 


6 : fi 


— 


'.VaSd 




i. 3 




Was&erleitsqng 3 ? 8 


riet 




[.4 


1,6 


Steelipölrne 2,4 


Biene 




S| Ä 



langsam 



lÜaurnwoLIc 



-:- 



iv ■ 1 1 1,3 Freundlichkeit j h o 

(versteht zuerst di* Tisch nach bar 2 h a 
Reizwort nicht) 

-bein 6p 



-■■ ::,|J- £D 

Meer ^jO 

verlangen — yebea 7.4 

(Renwort nicht verstand Rnj 

strichen lai 

| Mmi-X-kvpiiJ 

Zimmer 9^0 



Die man.RL'lfl alten Reprud.uhucD.eD sind jeiveils ia KJ^iuishtu HDgcg:ben. 



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Vit. A5SOZCAT10N, TRAUM UND HYSTERISCHES SYMPTOM. 4J 

K. r .Kopf" 1 rqji natürlich den Krankheiiskomplex an, indem Fat die Hauptsymptome 
In den Kopf Lokalisiert hat. Die Zeiten sind zwar nicht hoch-, dafür finden wir in Versuch VI 
eine Störung durch ^Versprechen'. Die- beiden früheren Reaktionen haben den ober- 
flächlichen Charakter, wie wir ihn nicht selten bei KompleAreaJttioneii sehen« welche 
-drüber weggehen" sollen. 

K. 3 „Wa&er* scheint nach -den bekannten Merkmalen: noch in den Bereich des 
penetrierenden Ciefühlstones in fallen, 

R, <j „Engel* -weift Komplexmcrkmalc auf, Fat. ist nicht religiös, aber noch sehr 
kindlich, Sie haue in den letzten Monaten öfter Sccrbegt danken, sie rjalluilnierte sogar 
Abends <1en „scawarzen Knochenmann'" N der seine Hand nach ihr ausstreckte Das ist 
i rrlind geouc/ iVr KumpEejcstörung. Wir müssen aber ncich tiefer gehen ; Pat. bat ein 
inniges und vertrautes Verhältnis üu ihrer Mutter. Die beiden Krauen dind dazu noch 
verbunden durch schwere Krankheit. Die Mutter leidet an Osteomalacie und ist tolal ver- 
krüppelt- Di? TochtcT nimmt die Mutter nicht bloß in moralischer Hinsicht zum Vorbild, 
sondern vielleicht auch tum Präsagium des eigenen Schicksal, Die Furcht, ein ähnliches 
S< hjeltial. wie djg Mütter zu gewärtigen, dürfte der Pnr. nicht ausufern liegen- EndLich Ist 
daran tu deillten, düÜ junge Mädtlicn und Hysterische vom Sterben reden, wenn sie 

lieben vollen. 

Von „Engel" geben Störungen aus bis zu K. !. Hei Versuch [ »>t hier EDgar eine 

amnestische Inael entstanden 3 ). 

Hei H. H in Versuch VI wurde- zur Präiisierung des Komplexes ein anderes- Reizwort 
eingesetzt: „ Verlangen* ist um ?,&' gefolgt, das nachfolgende Reizwort .Wolle* wird miß- 
verstanden bei 10^2."". Zu -,VerEangen h lasse ich weitere Einlade reproduzieren i 

Pat, Hgl »örtlich: „Ich dachte, das Sie [Ref.} zu viel von mir verlangen; es ist. zu 
viel, wenn Sie immer wollen,, daft ich gesund werde," Es. schien mir, als üb Pat. hier 
€tW13 „drüber veg* rede y obschtm der Ccdanke an den behandelnden Arzt bei einer 
Hysterie von Stärken Gefühl st einen begleitet zu sein pflegt, 0~ r a.ns,pnsir.Lon. auf den Arzt. 
Vgl. Freud: Mönälsschr, für Psychiatric und Neurologie. 1905.) leb sagt" deshalb einfach: 
„Das Verlangen". Fat. zuckt, leicht zusammen, sagt: „Ich weifl nicht, vas Sie meinen — 
ich kann mir gir nicht denken J was Sie jetzt wieder von mir wollen," Dann bricht sie 
plötzlich in lautes Lachen aus, wird rat und sagt nichts mehr, tier Verlauf dieses 
analytischem Teihtückes ist füllendes.: Zuerst klagt Ptt mich an, ich verlange zu viel 
von ihr, dann kommen die bekannten negativistlschen Ausflüchte unc schließlich unter 
Lachen ein Stark gefühlsbetonter Gedanke, der nicht schwer zu erraten sein dürfte. Das 
Lachen ist diagnostisch wichtig; es zeigt bei der Psychoanalyse häufig an, daß ein 
Komplex getroffen i-St, Es ist klar, daß niemand andere etwas, verlangt, was zu viel \sl y 
als Pat. I- r ■:■... 1: ^ sagt: k Viele meiner neurotischen, in psychoanalytischer Behandlung 
stehenden Patienten pflegen regelmäßig durch ein Lachen ±11 bezeugen, daß es gelungen 
i-."i ihrer bewußten Wahrnehmung das verhüllte Unbewußte gfitreufcich cu zeigen, und sie 
lachen AUCh d^rin» wenn der Inhalt des Enthüllten es keineswegs, reih [fertigen würde, 
Bedingung dafür ist allerdings, dai sie diesem [.InbeivnÜLen nahe genuf gekommen sind, 
um es, 1U triiSAtn, wenn der Arzt es erraten und ihnen vorgeführt hat** 

R- IO „ freundli ch K scheint bei Versuch II kritisch zu sein, bei Versuch I und VI 
hingegen nicht. 

Analyse: Zuerst starke Sperrungen !. ,ich weiö nichts - usw.]. Dain: «Ich habe an 
Herrn Doktor gedacht. Sie waren neulich nicht freundlich mit mir. 11 Diese Reminiszenz 
bezieht sich auf ein bestimmtes Ereignis, wo Pat. ir.re üble Laune auf mich trans- 
ponierte und nachher behauptete, ich sei in schlechter Laune gewesen. 
[ n Tiansirivisniu5' im Affekt.) Dieser Einfall scheint iür die Erklärung der Störung zu jje» 
nügen. Ich habe vorhin ange [leitet, daß Pat. das- „Zu viel verlangen 1 * auf mich trans- 
poniert, sie stattet mich auch mit ihrer schlechten Laune aus und klagt mich an, ich sei 



') Vgl. Eist: rimen teile Beobictituagcn tibei du EriaDeraagsvcrmÖEen. Zeütrülblalt für Nerven - 
hcüknodc and Pi^cb iatrie- nj'jj. 

■) Vgl. Freud: D*r Witt 1505. 



Googl 



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UNIVERSITYCF MICHIGAN 



Verbuche 


1 




II— IV 




] z. fragen 


- 




Krageteichen 


60* 


[j, Sta.it 


— 




— 




14, [rotzig 


Trotzkopf 


B,o" 


Trotzkopf 


3.3 


IJ, Stengel 


BlomenntfnffB] 


-,2 


üJumenstenifel 


6.0 


16. tanzen 


Tanz-boden 


I.O 


Tanzboden 


*o 


17. Sc* 


Zürichsee 


s,a 


Seerose 


9P 


18. krank 


— 




krankhaft 


3i4 


19. Stolz 


Hochmut 


i» 


— 




20. kwzhen 


Knchschule 


:,* 


— 




2i. Tinte 


Tinten faß 


],* 


Tintenwischer 


4.6 



44 1>R C. C. JUNG. 

nicht freundlich: mit ihr, Sie verhngt also, daß ic!i freundlich mit ihr sei, und wenn 
kh biu h wie immer, SO bin ich nicht freundlich genuj;, denn sie hatnoch über meine 
Unfreundlichkeit tu klagen. Sie milchte darum noch mehr Freundlichkeit von mirj 
woraus man schließen kann h <tnü ich Pat, in erotischer Ekiichimg. nicht gleichgültig hin. 
Diesem Verlangen katin ich natürlich nicht nachgeben. Tat. verlangt also zu viel. 
Diesen Komplex abschnitt hat sie ent hier erworben. Die KQmplesstcmjrbjen dürften also 
bei „freundlich 1 " zunehmen. 

VI 

Ar:V,vfir? 5,8* 

StaatSgehäude 11,6 

Charakter 6»o 

ttlumen$tenEr?1 i°. ft 

IULI 5,4 

tief 7,3 

.».»-..,,, ^ HiiH j., Spital ft,z (schwer) 

»*^**I9. Stolz Hochmut ^ß — (Sehnsucht) Heimweh 7,4 

Küche 3,6 

schreiben 3p 

Von K, ia. ^fragen* gehen deutliche Komplexstörungen aus, die auch die folgend* 
"Reaktion noch ei nheziehen. 

Analyse: ,1-ch dachte, der Hmt Uoktor fragt mkh viel, sonst weiß ich absolut nicht* 
— Ich -weiß garu ge*iß nicht* mehr.* Fat, sagt dres -mit Flachdruck ind einem bteen, 
Unmutigen Cesiehr, welche? EU ihrer sonstige" Artigkeit und Unterwürfigkeit auffallend ■kon- 
trastiert; dann bdebt sie plötztich in laute* Lachen au?, das sie mit dem Ausdrucke de* 
Unmutes u unterdrücken sucht; „Ach, das hx eine Plage" — H dag geht ni^ht * — ..daran 
hab h ich ja gar nicht gedacht 4 , Sie hat nämlich im tfnmente der Reaktion nicht an den 
speziellen., für ein it-nges Mädchen so unendlich wichtigen Sinn des Wortes .fragen 4 gedacht* 
Wie sie glaubt h .st dieser .Sinn ihr erst jictzi eingefallen „sie rienke ja sonst nie an etwas 
Derartiges- 1 , wir haben also hier eine Andeutung meJir fu> das Vorhandensein eine* ero- 
tischen Komplexe*. 

K. tö P „.trotzig* ist für Ichbiiiehungen sehr geeignet, Namentl ch wenn darauf 
„Charakter" 1 oder „ Eigen schafc* ode j „Untugend* reagiert wird, so darf man darunter die 
Versuchsperson vermuten, Mir Charakter tritt die Echbeiiehung deutlich hervor, daher wohl 
auch gegenüber cen früheren Keakt'onen stärkere Störungen. 

Analyse; „Die Menschen lind oft trotzig — z. B. als Kind war ich « auch — einmal 
war ich recht trotzig und -wollte nscht mehr in die Schule gehen — ich war,. gCaub' ich, 
damals 12 Jahre alt — von da ging ich nicht mehr in die Schult* 

Man weiß, daß Fat. ihr** Veil&tanzCS wegen niihr mehr in die Schule gehen konnte; 
jetzt fallt sie diese Krankheit als Unart auf und hier sagt sie sogar, ae sei aus Trotz 
nicht mehr in die Schule gegangen- Wenn man sie abeT sonst in einem anderen Zusammen- 
hange danach fragt, warum sie nicht mehr in die Schule gegangen sei, dann sagt sie, sie 
sei damals schwer krank gewesen. Wir können uns vorderhand mit dieser Aufklärung- be- 
gnügen. Das 12. Lebenswahr hat aber noch eine ander; Hedcut iing, die ungleich wichtiger 
Ist, wie wir spatet sehen werden. 

Ähnlich wie trutzig -Trotzkopf geht K, ]ft ranzen — Tanzboden übEr die tiefere Be- 
deutung weg. Erst die Reaktion r Ball H , welche ein tieferes Eingehen auf die Iteizwort* 
bodeutung zeigtj führt eine deutliche Komjvle Störung herbei. .Tanzboden* ist etwas, was 
von den Kreisen der Pat. fjerhorres?iert wird, währenc der „1'aH 11 die eigentlich legitime 
Gelegenheit tur AnknQpfung erotischer Begehungen iit. Pat- muß sofort lachen, alt sie 
nach Hinfallen zu -Bali* gefragt wird; es sind also wohl wieder erotische Gedanken. 

Itei K. i<n -wurde in Versuch VI als Reizwort: -Sehnsucht -1 genommen. 

Anal; --e- r*i. git>c ln^rtuäcltif und mit sichtlichem Widerstund .in, beb „SthnMichC* 

lalle ihr außer Heimweh gar nichls ein, kh bestand carauf, es werde ihr etwas einfallen. 
Darauf plüuficli lautes lachen, das sofort zornig unterdrückt wird: ^Act nein, jetzt ver- 



1 Googl 






Original from 
UHIVERSITYCF MICHIGAN 



VLH. ASSOZIATION, TK.AUW UND HYSTERISCHES SVMnOW. 45 

leidet es mir — das ist langweilig" I3ie gleiche Reaktion haben wir bei „Verlangen* 
^chubt. Es dürfte sich um einen Jtark verdräugl* n erotischen. Wunsch handeln. 



Verbuche 


[ 






II— II 


VI 


22, hol 


Sodhett 


7.B" 




bösartig 3,3" 


unK!chQis3,m7 1 ä"'[KmdJ 


23. Nadel 


Nadelkissen 


-i Lh 




Nadelkissen 3,4 


Kcnd:Arbeit7,S [lieb] 


*4_ schwimmen 


^chvrimmschulr 


W 




Sc hwi mmbassin 4,0 


Badeanstalt 6,a 


3;, Reit* 


Reisedecke 


12,0?" 






Eisenbahn .§,£ 


36. blau 


Blaue nntrafie 


1-y 




— 


Farbe 1,8 


37. Brot 


JTÜll Üi 


4,o 




— 


Bäcker 3,0 


_■'■; drohen 


1 versieht dasRelzwort : 


nicht) 


— 


erwarten: Besuch 1,6 




Strafe :.-.' . .- = r='. lV-:i ' 


Hier endei V Ersuch IL 










Versuch [II. 




2<). i^lTTip^ 


Lampenschirm 


3,1 




Lam p-engl äs i,S 


Licht 4P 


30. reich 


Reichtum 


4,1 




Reichtum t,8 


Geld W-- 


JK Baum 


Obstbaum 


4J"> 




Baumstamm 1,4 


Garten $£ 


32. singen 


Gesangverein 


3^ 




Gesangverein 5,2 


Konzert 5,2 



R. 23, „hös* wird persönlich genommen \ „ungehorsam" scheint arr deutlichsten den 
Komptcx auszusprechen . 

Analyse: „Ich war neulich "böse über Sie — früher war ich auch oft böse — und 
ungehorsam in der Schule usw. 

Die Assoziation Z3, Kind — Arbeit ist auffallend und kann von Fat. nicht erklärt 
Verden. I. ■: der Reproduktion kommt die passendere Assn*ta(Lon „lieh" Vorausgeht der 
Schulkomplex, der mit dem KegrifT der „Arbeit* aufs innigste verknüpft ist- Ich erinnere 
daran, daß die Reiiworre „schaffen* un.d „Arbeiter* in Versuch V Komp I e^störu rigen ver- 
ursacht haben. Außerdem betont Fat, immer,, sie sei nicht n faul~ h sie milchte gerne el^as 
Rechtes arbeiten; auch klagte aie Iber jfewisae Verwandte, welche von ilr sagten, sie leide 
bloil an ^KauLhcit*. IJas Reizwort „Kind* ist ein Wart, das in der tte^el bei erotischen 
Komplexen von Frauen als kritisch wirkt, 

Bei R. 3j. Reise sind Komplex merkmale. 

Analyse; „Öh. ich denke an ein« feine R eise nach Italien, die ich einmal machen 
mächte* — längs Pause, mit großer Verlegenheit; „Man macht auch Hoch* ei Preisen nach 
Italien," 

ft. aS. Versuch VI. „erwarten-. 

Analysen „Ich erwarte nachts — absolut nichts — doch, die Gesundheit — Und — " 

ivLCder Lautes Lachen., das Tat. ärftrlich zu unterdrücken sucht. Also nieder die gleiche 
Reaktion wie bei „Verlangen 11 und .Sehnsucht", 

R, 30, „reich", 

Analyse; „Ich mochte reich sein, dann könnte Ich. Janjfc hier in liekandlunv; bleiben*, 
dann kommen s-Larke .Sperrungen, cie alle weitere Einfälle hemmen. r I_arage in Behandlung 
bleiben" beißt für Tat, so viel vr-it, , langes in dem persönlichen Verhaltnibnim Arzt stehen*. 

versuche I D™ IV VI 

33.. Mitleid Berau^m ?,fV — [mitleidsvoll] — 

34r gelb Eigelb d,£ goldgelb 3,2" KarnafiertvogeE 5,0" 

35, Berg Ütliberg 4,6 Bergkette «,£ Bergkette lö^ 

30- spielen Schachspiel 3,2 Sj ngsp Lei 0,6 [Spielball] Spielbalt 6$ 

37- Sali Salrfafl 2,4 Salifaü 6 P H kochen z+s 

3?, neu Xeumünster j F o Neumond j.fi Haus 7/} 

3a. Sitte Sittlichkeit ^ — [Sittlichkeit] Hoffnung; glücklich S,3 

[Freude] 

40, reiten Reitschule 3,* Reitschule j,d Pfad i,* 

41, Wand spanische Wand-t^? Wandgemälde 4,6 Zimmer $,s 

42 , dumm I Ji 1 " . ! n" ■.<■': I g,op I Jummhe it 4,0 ver — ständig 7 1 1 

43, Heft cVclmltieft 3,0 Schulheft z,z Schreibheft 5,2 



fGoogl 






Original frorn 
UHIVERSITYCF MICHIGAN 



4 6 



ER. C, G. rtTNG. 



•-■' 



Analyse: «Ich kann mir gar nicht denken, was a Mitkäd' mit mir ai tun hätte — 
ach h vielleicht ihll meiner Krankheit — man sollte Mitleid haben mit irnr." 

Ich hibe hi*r nur «in* SlichpFube der Sperrun fftn. gegfebM., welclie Pit. bei Jlescm 

Wert hatten in Wirklichkeit dauerte der Widerstand viel länger und drückte sich auch 
niimisch in einem Leiden sgesi cht ins. Die Tendenz mm Hervorrufen des Mitleidcns hat 
für die KrankheilägesChichle dar Pul. eine £rtfie Bedeuting. Sie hat es durch ihre Krankheit 
erzwungen, daß sie nicht mehr in die Schule gehen muitc. Später war sie der bemitieidete 
Mittelpunkt der ganzen Familie Ein., wenn auch undeutliches Bewußtsein dieser Rolle muß 
Pa.t r haben ; darauf fcünnte man vielleicht die starke Sperrung' zurückführen. 

R,fr s Berg"i 

Analyse: Will nichts wissen mit ,.Bcrg* habe sie nichts zu tun, dis nche sie nichts 
an r Sie sei auch nie auf einem ikrg gewesen, aUcrd ngs möchte sie fem einmal auf die 
A.lpen, aber es tri ja wegen ihrer Krankheit nicht möglich, und dann könne sie auch nicht 
Kisenbahn fahren, das ertrage sie nicht. 

I'.it. spricht hier ganz negativ, wie wenn eine Bergfahrt für sie keine Bedeutung hatte. 
Wenige Tage ver dem Versuch machte ich einen Ausflug ins Gebirge; nachher war Pat. 
unglücklich, dal! ich sie nicht mitgenommen habe, sie habe noch nie diellcrgc in der Nahe 
gesehen usw. Dieses Erlebnis verdrängt sie vollständig., wenn sie eigentlich gar keinen 
ersichtlichen Grund hätte» wenn da; .Reisen* nicht v*n gewisser Komplt-xbedeutung wäre, 
Mit dem Arzt führt sie allerhand erotische Phantasiebczichunjyen auf. Eine Reise mit der 
erotischen „Sympiomngur" ist eine Metapher für R HoctizeitEreise", ]>arun wohl fällt dieses 
Ereignis mit in die ieauelle Verdrängung, 

Analyse: Pat. hat intime Bekanntschaft geschlossen mit eincT Dune, die in ein 
neues Hans einzieht, an welchem Pat. einen merkwürdigen Gefallen findet* Sie beneidet 
diese Dame namentlich um ihre Haushaltung. T so etvas möchte sie auch haben". Dieses 
Interesse scheint s-yrnpto malisch zu sein, Die Anatme EL-öCt auf grnfle Widerstände („man 
zieht oft in ein neues Haus ein — wir haben iu Hause auch ein neues Logis" usw.}. Ich 
frage nun bestimmt: „Wann zieht man in ein neues Haus ein f" 1 Diese .ziemlich allgemeine 
Fragt, bringt Pitt, in große Verlegenheit h sie errötet und gesteht: „Wenn man sich ver* 
heirate L* Sie hat also das „neue Haus." zu. ihrem erotischen Komplex as-rimiliere. 

R, 39. Versuch VJ. „Hoffnung" 1 . Die Analyse erregt sofort anhaltendes Lachen f was 
genug sagt. Al.erdings ist hier djs Lachen sehr inadäquat. \i. 13 „Kind" hat ebenfalls 
eine Störung verursacht. Wir werden bei R. 69 auf diesen Komplex zurückkommen. 

R, 42. „din-iinv Die Analyic- ergibt Selbst vorwürfe über die Zeit, wo FaL die Schule 
endgültig verlassen hat [13. Jahr], Sie wirft sich besonders vor» daß *äe aus Mangel Art 
Energie iu wenig gelernt habe tinc deshalb „dumm" sei. 

Vertuche 

44. verachten 

45. Zahn 
4&- richtig 
4?, Volk 

4M. stinken 
49, Huch 
ja. ungerecht 
5t. Frosch 
jz. scheiden 
■•_!. Hunger 

54. weiß . 

55. Rindt/^ 4 

K. 44. „verachten* 1 1 

Analyse: Pat, fühlt sieh Immer zurü-ek gesetzt; die lückenhafte Schulbildung empfand 
sie alt etwas, weswegen man sie verachten müßte; die Leute hätten sie auch verachtet 



] 




JI-lV 




VI 




— 




— [vtrichtlich] 


Menschen 


7,1' 


A ii ; , i< !>,■.,': 11 


3.0"? 


Zahnsctmen 


2*o" 


Mund 


.1,6 


berichtigen 


Sfi ? 






kon&oUieren 


6,6 


V'fllkhM.iü 


i£ 


Volbfcs 


-, c > 


Mci^e 


5," 


D«hl* 


I&ö J 


— 




sl^rben — Fried hnf }, 4 


Lesebuch 


ifi 


Lesebuch 


3.B 


Lern 


1,J 


— 




— 




Hockzeit: Kirche 


3,: 


Laubfrosch 


j.° 


1 ..m blies fr. 


= ,4 


grftn 


I : D 


Ehescheidung 


f-,4 


— [Khescheidung] 


Ehescheidung; 


4," 


eüSTO 


.5,* 


Hei&tnLi||rer 


5,° 


H,]ni: bellen 


6fl 


Schnee 


3,6 


schneeweiß 


V 


Schnee 


J.» 


Kinderherde 


6.4 


Rinde-rfcerde 


4,1 


kinderherde 


M 



1 Google 



Original frorn 
UHIVERSITYCF MICHIGAN 



VIII ASSOZIATION, TRAUM UND HYSTERISI'HES KYMPTI1M. 



+7 






n 



wegen i hrer Krankheit, die sie als Faulheit, deuteten. Liegt vielleicht noch etwas anderes 
in ihrer Krankheit, das sie besondrrs verächtlich AUtCat? Wir wissen, Jaß hier gerne 
sexuelle Selh^ivorwQrfe anschließen, 

K.. J7- .richtig- reigt i-ln«-nfal ü Slfiningf-n. I lip Ä.nj»iy*r rrjfihf nur AlljjrjTirinhrilm, 
die schwer ill deuten &irtd. Kc in ihren Jlandlung-en etwas, das nicht „Tichtijf ' ist oder war! 1 

k. J3, „Hund* [Versuch VI) hat sehr lange Reaktionszeit ibJB"). 

Analyse: Fat. hat von Hundert geträumt, die wahrst hcinlich eine erotische Bedeutung; 
haben (siehe unten El. 

Versuche [ II— IV VI 

S.&. aufpassen Achtung 6,&" Achtung; *£." Achtung a h ft rf 

57. Bleistift Bleislifthalter 6,3 Blelstifthalter 66 schwarz j T o 

58. trOb ■— i — Wetter i,o 

59. Fn-aume Pflaumenmus S,3 — Kalze: Haustier S,o 
t*>. treffen — — ScMtxc 3,0 

Hier endet der II L Versuch. 










IV. Versuch. 






6[. Ccseli 


— 


ge Sinnwidrig g 7 o 


ge ^.»tr widrig' 


M 


hl. lieb 


Lieblos 3,0 


lieblos 3,a 


Kiod 


3/1 


frj. Glas 


Wasserglas ],6 


Glnsächrank :,o 


Manche 


8,0 


61. streiten 


zanken 4,6? 


— 


Unfriede 


7.H 


65. Ziege 


iÜiegcnmikh 2,4 


Ziegenmilch i,fi 


t-euer; Haus 


3p* 


66, Krtjfl 


Großmut ji.v 


■ .■ iflstadl 4,8 


Mew 


Mfi 


67. Kartoffel 


Kartoffelmehl 4,u 


Kartoffelfeld 5,6 


Speise 


f S # 



K-5,7. B Bleistift - . 

Analyse: Pit. denkt an die Arbeit sversuc he h wo ich ihr gegenüber tall und während 
der Additionen von Zeit rU Zeit in ihrem Heft mit Blauslift markierte. Nach diesem Einfall 
erfolgt nichts melr. Die Arbeitsversuchc fanden, kurr vor der Aufnahme des VL Versuches, 
statt. Es kann sich also nur um eine Rikkerinne-ruTiK handeln, die allerdings irgendwie 
konstruiert Sein muß. Man könnte vielleicht an einen Onanickomplex denken oder an 
eine sonstige sexuelle Fhantai-ie. Wahrend der ganzen Behandlungszeil habe ich das sexuelle 
Thema möglichst vermieden und bin erst am Schlüsse darauf zu sprechen gekommen. 
Wenn also ein Onanie- oder sonstiger physischer Sesualkomplex vothanceo iet, so wurde 
er während der Behandlung (d. h. uoi dein VL Versuche) nicht angeregt, tonnte also mehr 
oefl-ee weniger einschlafen, besonders dann, wenn er nicht aktuell war. Versuch I— IV 
land am Anfang der Behandlung sta.it, wo die Komplex^ noch in stärkerer Erregung waren ; 
Vertu ch V] fand srsl im dritten Monat statin Itataus konnte etwa der Mang«! an Komplex- 
rne.rknin.kn an dieser Stelle des VT. Versuches erklärt werden. In Versuch. I könnte die 
Nachwirkung bis u K, 6t reichen. 

In R r (ji „lieb' 1 wirkt der dewlichere Hinweis „Kind* stärker perseve:räe.ren.d als die 
früheren oberfläcMichen „lieblos*. 



Versuche 


J 




El — IV 




VI 




64. i:\l>i: 


Ölgemälde 


4 *" 


Malatelier 


v.A" 


UiLd 


M' 


6g. teil 


Teilzahlung 


5r a 


Teilhaber 


3,o 


Geburt; schwer 


4iO 


70. alt 


Alrstetten 


'J.8 


Allstadt 


6,6 


Greis 


3»° 


?I L Blume 


TlumcnstrauG 


10,1 


Blumenkelch 


*A 


Garten 


M 


73. schlagen 


JE am mersch lag 6,ö? 


— 




sitzen: müde 


2,2 


7J. L Kasten 


WäschekasEcn 


*fl 


WäschckasTen 


hfi 


Zimmer 


Tfi 


74r wild 


Wildente 


+.- 


— 




l^owe 


3.4 


75« Familie 


Familienfest 


5«a 


Familienfest 


4fi 


groß 


5.i 


76. waschen 


— 




— 




Küche 


6p 


77. Kuh 


Kuhmilch 


i,5 


Kuhmilch 


3i* 


Mann: Familienvater 


S,8 


7S. fremd 


Fremdenbuch 


6,0 


Fremdenbuch 


*4 


Gastzimmer 


5.° 


74, Glück 


Glückwunsch 


isfi 


Glückwunsch 


*,i 


Freude 


V = 


80. erzählen 


1 leschichle 


3fl 


— 




Geschichte 


Sfi 



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4» 



DR, C, G, JUNO, 



K. 69. Versuch vi. ..Geburt — schwer*. 

Analysen Meine Mtltter hu schwere Geburten gehabt: sie hur mir ertählt T ihre 
Krankheit komme vom KindWtt. (Wir zinnern ur.s hier an K. 23 ,\md — lich\ R. jg 
^Hoffnunp — jjLücklich h l. R. 69 teißl 71-rar kein a-uüeres Kumplesmcrkmal., das sehr auf- 
lällig wäre, aber, sie enlha.ll dafür eine deutliche Uezek.mu.njff des Komplexes. iJas Schicksal 
der Mutter muß der Tochter ei« warnendes Vorfallt iein f denn ^ic- kann leicht fürchten, 
auch der Osteomalazie xu ^erfallen n wenn sie heiratet. Ks -wärt dann lein Wunder, wenn 
die sexuellen Verstellungen mit recht düsteren GefühlM^nen iiu^csiätiet A-ärcti, und deshalb 
nur unter einer jewi&gen reservatio mentalis, d-h, »rt der Verdrängung ^ehe^t werden können, 
denn es knüpfte 3ich dann nicht eine lusKolte Erwariung dlrän, sondern ein starkes Unlust- 
^efühL Vielleicht war diese tMeerintni? schon recht früh gekommen und hatte mit einen 
Anteil am Aufbau des Krankheicsfcildes. 

R, 7Ö. „waschen'' kann mit ihren deutlichen -Störungen von „Familie* her kons-tcilicrt 
sein öder durch ihren Keinlichkeiisswangr (Siehe auch, die Tra.umanaJ-y5en !; 

R. 77. Daß -an „Familie* etwas hängt, reifit sich in «Mann — familicnvater" 8 f 8' r 



Versuche 


J 




;i-iv (V) 




VI 




£l. Anstand 


Anslandslehre 


11,0" 


Anstandskhre 


:,B- 


Sitte 


:,s' 


&2 r CQ|f 


— 




— 




Raum 


1* 


£}. Bruder 


— 




— 




Geschwister 


r.K 


64. Schaden 


Schadenfreude 


V 


Schadenfreude 


J-i 


Vertun 


K.= 


{:;. Storch 


5turchennest 


5." 


[versteht d. Reiz^, 
dann — 


nicht) 


flicken 


ri 


S6. falsch 


Kalsehheie 


;\i 


Falschheit 


x.j 


Menschen 


1.- 


£7- Angst 


Angstgefühl 


t.'j 


Angst erfühl 


i-:J 


Gittern 


+ 2 


«8. küssen 


Schwesterkuß 


*3ß 


Schweslerkufl 


4,'J 


Schwcsterkuß 


3,8 


*5. Brand 


Riesenbrand 


iß 


brandtenwarz 


t.i 


Haus 


8.8 


90. schmutzig 






Schtnutiflecke 


/.-- 


Straße 


1:« 


Vit. TiSr 


Tarftrhlrtfl 


4.' 


Tiirialli< 


I.S 


Tilr^rhlnil 


r u 


92. wählen 


Uenossens-chaftswnhl 


ir.:i 


— 




— 




93. Heu 


Heuwngen 


3,8 


— 




Scheune 


l.Z 


94. still 


Ruhe 


1* 


— 




, - : !.Sl: 


M 








Ende des Versuches IV. 












Ytrsueh V, 








9$. Spott 


Spottpreis 


?,.! 


— 




lachen 


M 


96. schufen 


Schlaflosigkeit 


.!>> 


Ruhe 1,8 [müde] 




Nacht 


f,B 


97. Monat 


Monatavertämml ung 


3^ 


— [Zeil] 




lang 


&,4 


98. farbig 


— 




Mohr 


M 


Maler 


l£ 


99, Hund 


Hundetreue 


3f> 


Haustier 


j.4 


FluBi hrcit 


j." 


tw, reden 


Sprechstunde 


IS4 


erzählen 


4.S 


Menschen 


5,1 



R, £1. „Aiterand" regt gern; Staualkomplexe an. 

Bei K. -SJ. „Storch* alnd deutliche Störungen, die sowohl auf dies« Reizwort (des-sen 
efOCiache Bedeutung ja bekannt J&lj, als dcis vörauitfehende ^Schaden" können bezogen 
werden. 

R, BS. „küssen' ist mit „SchweflterkuQ" recht härmtet verdenkt und reigi deutlich 
den rtatven Verdrän^ungsiufanf, ilÄhnlich: „Storch— flegen"). Vielleicht hat aber „Schwester' 
kuü" einen sehr liefen Sä im. den ich zur Zeit des Vflriuchei ni-cht dhnen konnte- (Vgl die 
Traumanaly^en'} 

R, 89. „Brand 1 * teigl dufchifehendä hohe Reak;lonsieiten L .Bränt" ist einer der Au?- 
drücbe, mit der Pat, die Kopf&>inpte»me bezeichnet. Die Keaktitn. .Htm 11 ist konslelliert 
durch die Keuerträume. in denen >ie tiäuh'g- Häuser brennen sieht. 

il> yi. „i-Ählen" eir^Bt die InriScm ^e.>vunf«ne Reäkticn »Gtjj'Vj^ns.chafts^ahl J , 

Analyse; „Man Itann vefschiedenea wählen, 1 fl, einen S(ftdtr,u odsr äö-nst Jemand* - 
[Sperrunfj. dann Lachen und Verlege nheil). Wir wissen schon lange, was. ein junge* 



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VUL ASSOZIATION TRAUM UND HYSTERISCHES SYMPTOM. 49 



Madehen bei „väblcn" 1 assoziiert., es handelt sich tatsächlich um ein* n GenossenErha.fb- 
vahl'p nämlich um Jen. „Lcbensgc nasser. 11 . Daraus erklären sieh woM auch die nach- 
folgenden Stüruntfrn., denn das is-L die „brennende 11 Fra£t psur e-xtellenc-t. 

R. i)'f. ^Monat' 1 e-CTC-^rt bei .f'rauan hSuaü^ -die Vw&l eilun^' rä«r Pc-ricile, wub in uns;r;ip 
FalJ eine besondere Bedeutung hat, Daher wohl die Komplex stur Linien. 

Zusammenfassung dei Analyse L 
Wir haben durch das Assoiialtansexperitnent und die analytische Be- 
trachtung desselben Einblicke bekommen in zahlreiche Gedankengänge die 
sich aber noch unklar gegeneinander abheben. Die Analyse hatte mit ganz 
besonderen Schwierigkeiten zi kämpfen, da nur sehr wen-iee Reaktionen in 
den diei Serien normal« Verhältnisse aufweisen, Es wimmelt förmlich von 
Komplcxrncrknnalen, was ein weitere* experimenteller Beweis dafür ist, wie 
sehr Pat r von ihren Komplexen unterjocht iat; man kann Fast sagen, daß necht 
sie T sondern ihre Komplexe das Wort rühren. Hat die Analyse schon durch 
die ungemeine Ausbreitung der Komplcxmcrkmale große Schwierigkeiten;, die 
kritischen Reaktionen ausfindig au machen, so erschwert sic'i ihre Aufgabe 

□otli viel mehr, WCAB sie «TWiehcfl itliiß, bei der Pat. weitere Einfällt m 

pröduzieiCrt. Häufig stockt Fat, schon nach einigen Allgemeinheiten und ver- 
rät höchstens noch durch das Lachen den kämmenden Einfall. Selten sind 
Deutungen, welche Fiat, bestätigen kann. Sic ist so sehr unter dem Einfluti 
des Komplexes, daß sie, wenn sie dessen Gefühlswert schätzen eoltte, gar 
kein Urteil mehr über ihn hat und nicht mehr weiß,, ob er wichtig ist, oder 
n ich L Man ist rlahc r fast ausschließlich auf Vc rmutunge n angewiesen , di e 
aber immerhin gewisse Schlüsse gestatten. 

Wie man vielleicht bemerkt hat, habe ich nur gewisse Komplockonslellationen 
heraiisgc griffen, obschun nuch ziemlich viel andere vorhanden sind. Die dort 
herausgebrachten Begehungen haben aber bloß sekundäre Bedeutung, weshalb 
ich ihre Analyse um der Kiine willen wegließ. 

Es ist eiie ganze Reihe von Assoziationen vorhanden, die durchgehende 
in allen drei Serien Komplexmcrkmalc aufweisen und daher als konstante 
Komplexkc'nsleltatiniien anzufassen sind. In der Mehrzahl dieser Fäll«? ist eine 
ziemlich einheitliche Deutung möglich. So kann man z. H. nicht daran zweifeln, 
daß erotische Vorstellungen eine Hauplrotlc Spielen, Sic lassen hier 
und da Beziehungen mm Arzt erkennen. In zweiter Linie kommt der 
Kraokhcitsksmplex- Diese beiden anscheinend voneinander unabhängigen 
Komplexe haben aber Seiten, die sich berühren; 

Eine Annlrtgif* ?:nr Krankheit der Pftt. iftt riie Krankheit Her 
Mutter, die ihrerseits wieder den sexuellen Kample* der Tochter 
berührt (Geburt: schwer^ usw.) Es sind Mich gewisse Anzeichen dafür 
verbanden, daß es sich vielleicht um einen physischen Sexual komplex 
bandelt Schließlich ist noch ein Schulkomplex vorhanden. 

Mit diesen Feststellungen ist eine Reihe von Fäden gelegt, die uns durch 
die Gedankcnlabyrinthc der P*t, führen können. PaL verseht jns aber durch 
ihren Mangel An Sclbalbch er rechung , durch ihre Impotenz den Komplexen 
gegenüber in ejne prekäre I-age, in der wir uns nach anderen Hilfsmitteln um- 
sehen müssen, um die Bestätigung für unsere Vermutungen ni finden. 



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50 DR. C. C. JÜJJG. 

De Natur hat einen Apparat, der die Komplexe m einem Exiraltt ver- 
arbeitet und dem Bewußtsein in einer unkenntlichen und dämm ungefährlichem 
Forin vorsetzt: es. ist der Traum. Da ich durch das AsSoziaCionbtxpcrimeüt 
bloß die Gene;alidee gefunden zu. haben glaubte, sammelte ich die Träumt 
der Patientin. Van früher waren nur die sterotypen Blut- und FcuerUiume, 
Lu^ii auch diest nur La unbestimmter foirn, reproduzier bar, Man rrmfll"* üich 
natürlich darauf pefatk machen, aus der Vergangenheit nur ein sorgfältig ge- 
gesichtetes Maleriat zubekommen, aus welchem durch die starken Hemmung es 
Alles alliudeutliche ausgement war. Währead der Beobachtung bäumte Pal. 
auch wenig 1 , d h. sie erinnerte sich nur an wenig Traume. Das Material ist 
datum leider eicht so reichlich, als man wünschen möchte 

IL DI« Triam«. 

In den ersten ft-frmaten der Behandlung frafjte ich häufig" nach Träumen. 
Angeblich waien sie selten; Pai. sagte hie und da, sie habe wieder v<>n 
Feuer geträumt, oder wieder von Blut; „das ganze Zimmer war voll Feuer 
oder Blut", Hier und da träumte aie, das Rlut aprituc ihr aug allen Kopf- 
Öffnungen heraus, oder sie trämmle das gleiche von einei anderen Patientin, 
die Sie im Traume if ihrem Zimmer sah. Von anderen Traumen erwähnte 
Fat* nichts. Die Plut- lind Feuertraume erschienen mi; stereotype Ausdrucke 
für den Traum, wie die Hil?.egefiihCe für das Wachlcber, zu sein, welche 
symbolisch in erster Linie die Redensarten der Fat. darstellen (sie habe ?u 
viel KtuL im Kopf, das Blut se. zu hciJ, habe 40^ sie sollte einmal recht bluten 
können, im Kcpf sei illes wie Feuer 1 alles ausgedörrt und ausgebrannt usw.). 
Sodann in zweiter Linie sind die stereotypen Träume, wie immer, auch 
symbolische Ausdrücke für den Komplex, den wir bis jetzt allerdings 
noch nicht klar umschrieben haben. In der therapeutischen Absicht, ihr diese 
Trüume + die ofl mit Anpet verb Linden vareo, zj verleiden und in der theoretischen 
Absicht, zu sch.cn, oh sie die Traumstereolypien aufgebe und etwas anderes 
dafür einsetze, sagte ich der Patientin auf Geratewahl l M Ulut ist rot, rot be- 
deutet Liebe; Feuer ist rot und heiü, Sic kennen ja das Lied; kein Feuer. ■ 
keine Kohle kann brennen so heifl usw. Auch das Feuer bedeutet Liebe. "* 

Diese Erklärung machte einen starken Eindruck au: PaL Sie IDOtiftc 
heftig lachen bei ungewöhnlicher Verlegenheit. Meine Erklärung - hatte otso 
einen gemütlichen Widerhall gefunden. D.e Naive tut meiner Truimdeulunp 
gründete sich auf die Voraussetzung, dalS die Traumsymbol k eine der Geisies- 
artung der PaL entsprechende einfache und kindliche sei. Die Erklärung fand 
Mitte November statt. In der zweiten Hälfte des November ereigneten sich 
{■o Ige tid-e Traume : 

27. XI, 1. „Das Zimmer ist voll von Katzen, die einen furcht- 
baren Lärm machen,' 1 Während des Traumes starke Angsl mit Äiger. 
Einzelheiten werden in Abrede gestellt» es bleibt bei der oh-igen tiemlich all* 
gemeinen. Fassung. 

Die Analyse wird in gleicher Weise angestellt wie bei den Associationen ; 
ich lasse unter Vermeidung' aller Suggcslivbemerliungen die nächsten Ein- 
fälle reproduzieren und dränge nur t wenn Fat, einer stäikercn Sperrung in 



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VIII. ASSOZIATION. TRAUM UND HYSTERISCHES SYMPTOM. Jj ' 



u nie fliegen droht, (Das Absinken der Energie vor einem K&tiurjlexgedanLten, 
das Versager der Reaktion an kritischen Stellen tisw. ist das gliche-) Ich 
bemerke» dai bei allen folgenden Analysen das Resultat jeweilen vorangestellt 
ißt, während das Material inj Kleingedmckten nachfolgt. Wer sich nur für 
die Ergebnisse interessiert, d=r kann das Material jeweils überschlagen. 

Ergebnis der Analyse: Pat. wohnte elf Jahre lang an einem Orte, 
wo sie von häufigem Katzen lärm, gcstöit wurde. Der Lärm, rührt bekanntlich 
von den BG^atUingskämplen hur. Unter dem TraurnbikJ verbirgt sich der 
Hegattuhgspedfinke, 

Mate i :.. I. 

Einfälle tu Katze; Fat; „In den letzlen Hackten waren hie und da KfttKTT jtii 
Garten vor meinem .Zimmer, Äemst fällt mir gar nichts ein — jjar nichts, — (Man. beachte 
die starten Negationen, welche -einen intensiven Widerstand Törbertil-ürt. Ich dränge) — 
es fällt mir absolut nichts ein — d-pc h, wir habe n früh er ei n m a l e in e &chü>n g A ngo ra- 
katzc gehabt, die wurde uns leider gestohlen." 1 Es ist unbedingt mifhllend, wArTJ.ni eint 
■so einfache Erinnerung äd starken Hemmungen unterliegt; man muß duher venmuten p difi 
diese Erinnerung noch eine andere Seite von. persönlicher Bedeutung hü, Ich lasse dftrurri 
Weiler icpradwimn! ,,i"mit .HrgerlLchem Tone} es [fibt vi-el Kjilaeji, diu durch unBerer. 
Garten springen, gelbe, schwane, weiße — ich weiß nicht + was sie wollet! — fwird 5*hT 
im ge lud t en , wie wenn man sie ju etwas Widerwärrigem zwange) — einfach, ea fällt mir 
nicht« mehr ein." Diese sehr entschiedene Ablehnung mußte toupiert wtxdtni n ':. fragt* 
darum; „Wurden Sie nachts durch KaEienlärm gestdrt? „Nie, es war ja gar 
nicht möglich, denn, wo ich zi Hause schlafe, kann man die Katzen gar nicht hören — 
wie gesagt, ich wurde nie duTch Katzen gestürt — (mit oberflächlichem Te-ft, wie 
beiläufig) ach, ich erinnere mich, _daG, als ich zehn oder elf,, nein zwölf Jährt (-1 alt war, 
wir an einem Ote w«hntfrn, wu j=s immer so viele Kaii*n hy.ite : ,die]flrmt-t»ii nacht' 
oft 10 furclllbär, dal} man meinte das Haus breche zusammen, £5 waten oft 
etwa l6 Katzen beieinander, die dachten fast jede Nacht einen Höllenlärm-. 

Ich fragte: „Wie Eilige wohnten Sie an diesem Ort?- „Elf jahre h d, h. vüü meinen", 
ts. bis tum =3 Jahr«/ Pat ist jetzt 2a: Sie hat also elf Jahr« und zwar bis voriges Jahi 
an einem Orte gewohnt., wo sie durch Kafzenlirm gestört würde. Wie man sieht ist die 
Hemmung, die auf den KaEzenrem nisicnzcn Liegt, ein: so außer ordern Lic'n stärke, daß si# iL 
den größten Widersprüchen führt. Zu bemerke c ist, daß der Ton der sonst sehr 
liebenswürdige! und Ims-i'-hiMriener. Fat. wAhrer\tl ile-r Analyse. g«reiif ur.ri aggressiv wuirlfc. 

«ine an ihr ganr. ungewöhnliche Erscheinung. Dabei verdüsterte sieh ihr Gedicht immer 
mehr mr völligen Leiden amiene, sie nahm also die gleiche Mimik an, die sonst iu ihren; 
KrankheitskomplpK gehört. Ich fragte sie nun, ds sie die Bedeutung de» nächtlicher. 
Xatzen|ärmes kenne, worauf sie unwillig; verneinte; ich drang in de, erfuhr aber ein* 
heftige Ablehnung. Ein zbjäbrigei normal intelligentes Mädchen, das selber eine Katze 
und außerdem reichlich Gelegenheit haue, die Leben ügewvhnhelten der Kauen ktnner 
in lernen, weiü sichtr, was die nächtlichen Zusammenkünfte bedeuten. Wenn sie hysterisch 
ist» sn weiß sie e* vielleicht nicht mit ihrem Ichkorrtüles, wohl aber mit ihrem Sexual - 
komplex -y Ich erklärte der Pwt, nunmehr , der Katrenlärm bedeute Begattung 
Darauf erfolgte eine sichtliche Erregung, Pat, aufwertete nichts, errötete und blickte zun* 
Fenster hinaus. Bezüglich der Träume sagte ich ihr : die Katcen seien symbolisch gemeint, 
die Erklärung werde sie später hsren, Wenn man vpn Kat-jen oder Kunden träume^ a* 
bedeute das inrmer etwas Bestimmtes. An den folgenden Tagen fragte Pat . mehrfach nach 
der Bedeutung des Traumes der <ic inte regiere. 

30. XI, IL Traum.. ..Das ganze Zimmer ist voll Mäuse, die mit 
^rriGp.-TTi T r ?rnn überall h.c:ijmsprjng on. Die Mäuse habei* ein seLt- 



'"t Vgl. d*m die (hcore tischen Ansein usdersetzun gen Bleu lers La „Bewußten und AwDlJItlon*' 

Diagnostisch* *AM}*ijü'un«mdi*n, Bfitrac V. 



,-Googl 






Original frorm 
UHIVERSITYCF MICHIGAN 



5* dr c. c,_ ju>:fi. 



sames Aussehen; sie haben größere Köpfe als- gC-wöhntiche MäüfC, 
etwa u r ic Rattsn,. sie haben ^ber grolle schwarze Ohren, auch haben 

aic merkwürdig gluhen-it heißt: Augen, , 

Ergebnis der Analyst: Die Mäuse vertiecken die RemtaiSEenz an 
zwei Hunde (Minnchen und Weibchen), die Fat oft miteinander hat spielen 
Sehern. PaL hai schon beobachtet, wie Hunct einander aufcpriügeii. Sie bat 
auch gesehen wie der Hund an einer Magd aufstand. Es handelt ach wieder 
um teeE"Eittun£\ 

Material: Äußerlich bemerken wir -an diesem Traume, daß im allgemeinen die 
Situation Kes ktittn Traumes wiederholt wird, nur wurden die Katzen durch Mause ersetzt, 
■die übrißen« kein« richtigen Maust zu sein schemtn. Die „glühenden., heißen* Au.rrn 
scheinen ein Brucnstück ans den F:ucrträuncn zu sdn. Ich lasse den Text des Trauma 
nochmals vor der Fat. Revue passieren; sie hat nichts dazuzurfügicn- 

Eilfäll« u den Mäusen: .Es fiel mir besonders auf T daß die Mäuse alle aus 
kleinen Holzhäuschen hervorsprangen — {diese- weseirliche Bestimmung hat orenbar einer 
Hemmung Lim cffefffttl und konnte deshalb e«t jetzt reproduziert werden), — Die Häuschen 
uhtn aus; wie HundchSuscheci," Hier haben vir offenbar eine neue Kihrtc, denn 

Kunde Immmcn im Traurrc nicht vct, V/oh I aber habe lcIi bei d-cr J c t et cn Anili.it 
Fat. flU-f die Hunde au f^ierksan gern ach t. Die Vorstel'ung Hund scheint im Trwim 
mittelbar, (d. h, verdrängt} angedeutet zu wiiu Ich nehme daher „ Hu ndehäu sehen* um 
.Ausgangspunkt de? Analyst. 

Einfälle tu Hundehäuschen: „Ea gibt doch vieEe Hundehiuseheü — (unwüüg) 
kh wl"iÖ licht, was Sie meinen — in unserer Nähe war niemand, der «inen Hund 
hatte — man siebt ja überall iokhe Hu ndehäu sehen — in Gärten und Höfen — ich 
kann nicht begreifen, daü sie da etwas vermuten — was kcmr.te da auch dahinter sein] 
— zum Beispiel wzr gerade hinter unserem Hans ein Girten, ud ein KundehEus 
drtn itaid. Dom waren iwci Hunde, zwei schwane. Ich glaube Wühnorhunde — vielleicht 
■ein. Männchen und tjn Weibchen^ min hat aber daa Weibehen gleich wtf 
getan — sie spielten oft miteinander — sie rissen Papier oder Höh herum — oder bellten.* 
Hier komm eine rpründLiche Sperrung mit heftigem Unmut; will gar r.ichts mehr von den 
.Hunden wissen. Nach lanrem Drangen kommt aber endlieh heraus, daß sie oft gesehen 
hat, wie cer -Hund an. der Magd aufstand, wenn sie in den harten kim, IJaü der Hund 

dem Weibchen aiiftprangn MÜt gi* heftig ja Abrede, wir iräaeii aber ichon-, daß tat, 
gewisie Dinge einfach nicht sagen kann, Mfeil die Hemmungen viel iu stark sind, Es kann 
mit größter Wahrscheinlichkeit angenommen werdei, dafi sie es gesehen hat, das geht 

nicht nur ans der Art, lvi-e sie die Sache erzählt, sondern aich aus. der ganzen Situation 
hervor, Feh sage: , Man sieht doch oft, dziü sich d.e Hundt auf den Rückei springei!* 

„Ja, Ich habe das schon oft auf der Sirn&c gesehen, aber die beiden Hunde taten es niclic." 
Ich frage sie nach der liuecutung des Au fspringens ; sie erklärte es als Spiel, eine andere 
Bedeutung kenne sie nicht. Letzteres sagt sie in gereiztem Tc-ne. Wir müssen hier wieder 
di* gleiche bemerken., wie beim vo-igen Tcanm : es ist undenkbar, daß sie die Iftcd-euting 

nieht kennt; allerdings muß man dabei wieder an den Einfluß des tiexualkomplexes iu( 
die Ich-bcwußt-cu Wahrnehmungen denken. 

[>ct Traum dürfte demnach folgender*] aflen konstruiert sein ; 

Die Mäuse sind L 1 e ckfi y uren, welche aber an verschiedenen Punkten durch die 
Elemente des Katzen traumes durchhrpe Ken werden. Maus ist eine geläufige Assoziation zu 

Katze, die beiden Worte können sich ilw im Traume (im Zustande verminderter Auf- 
merksamkeit-!) eraaien'j. 

1 l Wir hal*er. üfbebgettkwin, il.il im Zuitiude d*f Abkukuiig diu mLnplturefl Asaoiia Lianen 
iiCh tlLMJUrch v*:rnaeJi"eQ, da.$ eine sehr eeläuhE* Awusiuliun entweder du Reizwort tulerdie H.*iJsIilM1 
ersetzt, so d^ll es d?n Anschein but. Js ob dm KeLzwcnt *erb(irt oder die KtuktioD versprochen 
■norden sei DidunLitiBchc Asaasiätiunsstudica I DciUtg, 



Origiral from 
UNIVERSITY'OF MICHIGAN 



VHL ASSUilATLUri, TRAU1J UND EIYSTEAISCHES SYMPTOM, 53 

Die MAus* lärmen, v.-f dir Katzen getantit Laben, ebenfalls im Zimmer und in 
größerer AnzahL Die Maus« haben größere Köpft, also Kind -es mm mindesten keine 
Mäuie, sondern größere Tieit. Sie haben grolle schwane Obren, *ie die schwanen 
Hühnerhunde] die ebenfalls grufle schwane Ohren haben. Die Mäuse springen au« Hunde- 

«tält*n liwaut. I>i* Analyft* läuft ,uf ein* teiir a^eidenrig-e Situitior, hi»i*u?, diTiri Dvüftlhj; 

nicht schwer sein dürfte: es tut wwder die Begattung wie im vorigen Traum. Dfiß der 
Hund an einem FrBHesifin.net auftpringt» schiint eine feine Andeutung zusein, auf 
welche Person sich der Begn tun gedankt bezieht. Diese Andeutung fehlt« im ersten Traum, 
vielleicht darf man die Vermutung 1 aussprechen» dafl durch die erste Aiidysc der Seaual- 
komplex der PA gstdst wurde» so daß ihre Peraon im nächsten Traum in stärkerer Weise 
einhetogen *ur*le. Ich bemerke auch, daü\. wie in den früheren Blut- und Feuerträumen 
jeweils das ga nie Zimmer voll Blut oder Feuerwar,jetzt das Zimmer roll Katten 
und Mäuifc isl Die Analyse tm\A KtftH am i. Xlt. riACn rirm III Trume, der jetrt 
folgt- Das Resultat der Analyse des II. Träumest habe ich der Pat. nicht mitgeteilt, so daß 
sie Also beim [El, Traum nicht aufgeklärt war über den Inhalt des IE. Traumes. 

XU- t, Ul. Traum, „Sie geht in der Stadt in cjn?n Laden, um 
etwas zu kauten. Da kommt ein. gioGer schwarzer l-liind^ der i.st 
furchtbar hungrig' und springt an ihr auf, wie wenn sie ihnt etwas 
zu fressen geben konnte. 1 ' 

ErgebniG tier Analyse: Die Fat, tritt in diesem Traum dejllich an die 
Stelle der Magd de& vorigen Traum«, womit sie aus^ritht. daÜ der Bc- 
j^attuiigsgedanke sie betrifft. 

Material; Das Äußere des Traumes verrät nach der Analyse dkl vorigen Traum« 
s ; Vi n ii den Inhalt: 

Fat. ift jttei in der Situation der Magd, damit wird der Itritisc'w Punkt, der im 
gestrigen Traums für sie unnufgeVlÄrt büeh, deutlich beleuchtet, doch gerade in der Form, 
die Fat. schon :ags tuvor nicht hatte verstehen können. Hätte sie d eses Symbol veir- 

»t*ndeit t »o wÄre «4 w ah rechen n-t ich nicht verwendet worden, wie die Kätner^ deren iiedeutung 

ihr aufgeklärt »orden war, KinfäTJe aum „aufspri tuenden Bund": Zuers-t kommen. 

■wie gewöhnlich, Allgemein!! eitern, Ausflüchte und Spcrungen, die ich nicht mehr, um nicht 
breit iU werden, wiedergehen will, ftcblicfllich fallt ihr wiedrr di<! S±ene mit der \Ugd 
und dem Hundeein. Unser er^te r Gedanke hsi dpr Betrachtung des Traumes war natürlich 
diese Szene, ander* bei der Hat-: Sie muH unendlich lange danach suchen, wie wenn es 
Sich um eine Erinnerung - handelte, die schon längst vergessen und verschollen is.t. Sie 
muß eben tuerst alle die Widerstände, die auf dieser Erinnerung; liegen, beseitigen. Bei 

um fehlen diese Widerstände, Ea gehl ihr hol der TraurauzwilysG glek!i wie beim AaM 
xjatiun^experi meiVt, wo sie an den kritischen Stellen auch bei zwei und mehrfacher Wiedcrho lu ng; 
immer wieder -die gleichen Sperrungen hat, trotzdem man eigentlich meinen sollte, daß 
eine mit solcher Mühe gesuchte Ktaktian fester haften müüte, als eine indifferente, 

Gleichen Tags führte ich die Analyse ihrer Hauptsymptomc durch {siehe unten). In 
der Nacht darauf hatte sie einen Traum. 

XII. 2, IV. Traum. »,Si* steht im Korridor der Abteilung und 
sieht einen groÜ-en schwanen Mnnn kommen, er führt jemand durch 
den Korridor, die sieht aöei nicht, ob die geführte Person Mann 
oder Frau isL LI 

Ergebnis der Analyse: Der schwarze Mund wird eutti schwarzen 
Mann, die Szene wird in die Anstalt verlegt Der schwane Mann ist der 
krankmachende Scxualkomplex, der Pat in die Irrenanstalt geführt hat — 
Sie stacht ihr Lieb es verlangen dadurch zj stillen, daß sie sich in ihren Arzt 
verliebt, inizfcreckmaflLgerweLse, denn der Arzt ist schon verheiratet. 

Material: Das Äußere des Traumes erinnert an die HUnde»ene h nUr daß J4ül der 
grofte schwarte Uund in einen g ruße n seh war: e n Mann ver*ind<lt Ut, Die 



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54 DR. C G. JUNG. 

Magd nu3 dc-i Jiundefotne {T'ntr **ibrri ist und*nnkh g^w^den ;P*t. it'ifi nicht, ob 
Mann oder FraiA Pat. seit ei "scheint Im Traum nicht weiter beteiligt zu -sein, wir müssen sie 
dahrr in einer Triumfigur suchen und dürfen sie *roril in der undeutlich cd Figur vermuten. 
Hinfalle zum „schwarzen Mann 1 ": »Der Mann kommt von der Eingang stür 
ll er p wjew^nn er jem and auf di e Abtei I unjj führt e. Kr isr gekleidet wie ein Ve I. m- 
richterjden sie einmal im Theater ^eschen bat), ersieht aus wie ein tiespenist, wie der 
ichivane Minn, -den ich beim F.inschLafen gesehen habe." Ich fragte sie, ?b sie dabei 
keine Angst gehabt habe: „Kein, ich habe keine Angst dabei gehabt — doch, 
ich habe mich ja aus Angst in ein Zimmer flüchten vollen; «int Wärterin 
rief aberr .»Halt, e-s ist verboten, das Zimmer ist schon beietzt.^ Auf s An£st w 
liegr offenbar eine Hemmung. Wir haben nun den „schwarzen Mann" des Traumes aul 
den T sch warzen Mann" der Vision zurückgeführt. Die Vision stellt den schwarzen Mann 
dar, wie er seine Hand nach ihr ausstreckt und /w. nehmen will, dabeihat sie starke Angit. 
Jlie Vitien i^t *rn eterwrtyjjH lTnnp1ri(HTi«lni**lr, wi* diu Blut- und F*uerträrme; sie- i*t 

also eine recht feste, psychische Hiidung, mth weiche die Analyse nicht sehr leicht hemm- 
kämmen wird, Wirklich stöflt jetsi die Anilyse auf starke Sperrungen, welche Pat, n : cbt 
durchbrechen kann, wir müssen daher zur Kombination unsere Zuflucht nehmen. Der 

Hchnraf** Mann, der zu ihr tritt ufid Sie etgreiftn vill h ist inalü£ dirgcBtelH durch den 
scheinen hungrigen Hund, der an ihr aufspringt. Der Huld hat einen stark sexue'.lcn 

Hintergrund, der wohl au:h dem schwane..! Mann zukommen dürfte. Die Vision ist ■rnt- 
srandeci auf einem I lohcpunkt -der Krankheit, wo Hat. -oft JSrerhejfedankftn harre mri TÜXCluetfi, 
in ihrer Krankheit noch sterben zu müssen. Wie vir bei C-er Analyse der Assoziationen 

angedeuttc haben, Hchlipßcn die S-terbegedanken den sexuellen Hintergrund keineswegs ius, 

im C r f><gnT<tf>rl p iif» lfrln«*>n ^i** ^exun'ität vertreten Wie wir aus de* ArtOiLatioHsatialyse und 

aus den bisherigen Traumanalysen gesehen haben, st Pat. von einem sexuellen Komplex 
■fällig durchsetz*. Es ist daher die größte Wahrschemlicbkeit dafür vorhanden, daü a-jch 
in diesem Traum der Eegattungsgedanke lusgcführt wird. Lassen wir aber vorderhand 
diese Sähe Lind betrachter. wir die Tätigkeit des schwarzen Mannes etwa* genauer. Auf 
der J~l thhe der Krankheit fürchtet sie zu sterben.^ symbolisch au.3.gedtückC: die Hand des 
Todes ist nach ihr ausgestreckt, d, h. die Krankheit wird sie nehmen und ins Grab führen. 
Ijct schwarze Mar.n des. Traumes rthn eine undeutliche tiescalt, die Fat. darstellen durfte, 
ms Irrenhaus, und a^ar ä-Uf diejenige Abteilung, auf der sich Pat. in Wirklichkeit befindet: 
Die Krankheit hai also- Pat- zwar nicht ins Grab, aber doch ins Irrenhaus gebracht. 

Der Ithwaiie M.mii ',r ;i ir.jn.1 vom Sexuellen Hund, ab und die Krankheit 

rom sexuellen !\.ompleic. 

Zu t Befeuchtung dieses Satzes erinnert ich an alle bisherigen Feststellungen: in den 
Associationen offenbart sich die deiüicbe und intensive Wirksamkeit eines sexuellen Kom- 
plexes, in den Träumen haben wir bis jettt lauter MPtaphrti für de:} sexuellen Komplex 
gefunden; zuerst kommen die JtterGfl typen B'.ut- und Feuerträume, oüe von nah-er Symbolik, 
Sind, sie safen: „Mein Blut ist heift, ich habe stark* sexuelle Ltebesgcrühle." 1 Die Trat ipe 
icden von. Iiegattung, Ihre Krankheit knüplt ganz klar an die Periode, an, Soviel ist ajch 
der Pat. plausibel, daß die Krankh-Ht mit der ersten Periode zusammenhängt. AlleSr was 
wir bisher eruiren konnten spricht also für die sexuelle Abstammung der Krankheit. Was 
Pat r crflflh-nt;, isttweilsike dtrMann. EicnvSclitc den Mann, hat aber die Krankheit, 
so lange sie krank ist, kann sie nicht heiraten. Will sie krank sein? Wir kennen den 
Kran khetB willen der Hysterischen. Sie flüchten sich aus irgend einem Grunde in 
die Krankheit, sie wollei krank sein- L>as ist eine Wahrheit, die bri vielen Hysterischen 
sich dem Beobachter förmlich aufdrängt. Aus dem asthenischen Wesen der Pat. die aus 
keinem sonst erschtlicheTi Grunde bei dem so einfachen und mühelosen A-- -.:,.-i.n i« r-. 
txperiment rusamTiEnh rieht, mußt« ich den Eindruck schöpfen, daß sie sich keinerlei 
Muhe fall,, normal tu reagieren roß. gesund in sein; sie benahm sich im Gegenteil so p 
daß man unbedingt sehen muflte a Fit krank sie ist vnd *ie perl ng ihr Interesse istj gesand 
zu sein. 

rji* k,.-,::ti„-:i muÜ ihr aL& tf.ind-crni3 vor dem Hoimtcn riehen. Sie \nt «1» die 
Wahl zwischen Krankheit jnd Mann, in ihr*n lleilehungen ior lim^c'bung, also die Wahl 



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VUI, ASSOZIATION, TRAUM I'NTJ IlVM KKISCHE-S SYMPTOM. Ü 

zwischen den Freuden der seriellen Liebe und dem Gehegt- und Cennefttein diu kr*nlw 

Kinder, was für ein naives wtLUlLthes Gemüt eben Auch seine Vorteile hat. Ich hatte ihr 
tags auvor erklärt, daß sie krank sein wolle, weil &ie Angst vjr dem Heiraten und dem 
(jesund-sein habe. Der Traum, ist die Antwort darauf Schon viele Dutzende von Hain 
hatte ich ihr wörtlich gesagt: „Sie flüchten sich wieder in die Krankheit, das 
dürfen Sie rtichl h das ist «rbütfift! - Ich flflgte ibr das jedesmal, wenn sie etwas UlV 
Angenehmes nicht erzählen «rollte, sondern es hinter Kopfschmerzen oder Hittegefflhlen 
vtrotccklc» Wit Mgt. dci Trunm? j. 

„Eine Wärterin rief aberj Halt es ist verboten!*' Die Wärterin [also mein: 
Stellvertreter! n) ruft dies, als Pat. Sich aus An£st vor dem schwanen Mann in eil 
ZirAmer Flüchten will ^riip«:FT Tril dpi; Ttb lnw«; ist noch, nie au* d#i* Dirttsllunp- er- 

sichtlich, dtreh -ein,* besondere Hemmung fcschütit, w dafl sr erat während der Analyst 
reproduziert wird.; Die Angst vor der js c k c c; I Jen Zukunft und allen ihren Felden 
istiu.groO f als daüFat, sich entichließen könnte, ihr« Krankheit auf mg eben. 
S i ? rieht e s v o r , v i e b i 5. h b r , k r a i k i u s e 1 n N d. h. in p r a x i 1 sich von ihrer Mutier 
pflegen und verzärteln 11 lassen, 

Der Traum igt abei mit der Darstellung diesem rxedanli<;ng'flngea nicht zu Ende, er 
raXgt vrelmetr, l*a*. teanne des nicht In das, fclmmcr flu.cTii*n t es sei schon besetzt. Wie 
aus obiger Analyse fcervorgeht T nahmen wir an, daß + in ein Zimmer flüchten * ein Symbol 
Cur die Flucht in die Krankheit ist, daß als« mitbin ^Zimmer" 1 so viel wie p Krankheit" 

hfifrt-. Pftt- i*t aber ^im BeStöS-' 1 ihrer Krankheit, *ifr klnn iltc nicht trknri von j^m^nil 
anderen besetlt sein. Erinnern wir uns abär daran,, dafi „Krankheit"' doppelsinnig ist. Ihre 
Krankheit Jtt der üexy^l komplex resp die verdrängten Sexual gefij hie Das Verb&l lautete 
_,i | -.=»-■ 4 uch: Es ist verboter, Sexuilg efühle iu haben, weil irgend etwas in der 
Sexualität schon a be seilt *■ ist. Aus Mangel an Zeit mußte ich damals die Analyse 
an diEsem Punkte unterbrechen: Und lUf den (olgenden Tag verteil ieber, wobei ich beab- 
sicJitigre, mir sagen zu lassen, welch« Zimmer -es im Traum gewesen sei Folgerten Tag» 
fragte ich Fatr sofort, welches Zimmer; es gewesen sei. Sic- antwortete prompt: „Zimmer 
Kummer 7", Um nichts tu- iHCTdcrbcn, fra^t« ich Pat.^ bevor ich mit dt.r AliatyK begann» 
nach den Träumen der vergangenen SachT, Sie hatte wieder geträumt, 

XII, 3, V. Traum- „Ich war drauüen und Rtan-ii neben, Fräulein 
L. Wir sahen beide, wie ein Hans lichterloh brannte. Flöttlith kam 
hinter einem Haus eine weiße Gestalt hervor^ wir bekamen beide 
Angst und) riefen wie aus einem Halse: „Her! JesusJ" 

Ergebnis der Analyse: Der schwane Marin verwandelt sich hier in 
die weiße Gestalt, das brennende Haus ist der Sexual komplex. Fräulein L. 
ist «ine Pttientin, welche ftir Ret. schwärmt. Sie ist infolge eines erotischen 
Komplexes krank geworden, wie Patientin. Fat. drückt daher durch diese 
Prrsnn ans, dali sie sich in den Rcf, verliebt hat. Damit ErseLtt Fat. Aas 
ihn 1 ! Energie schädliche Zärtlichkeitsverlialtms iur Mutter durch die erotische 
HciLcbung iunl Artt. 

MAttriali C4* Au&in d« Traum« virric uns, daÜ dar ichwurn Mann infolge 
der Aufklärung «ine andere Verkleidung annehmen muÜtc und Sich jetzt in eine weiße 
tastalt verwandelt, welche aher die jieiche erschreckende kolte wie friiher spielt. Auch 
die Situation hat inseffirn. etw;.? Ähnliches, als Pat. in e : .. .:?■. wa» sie zu tun beginnt, plötzlich 
gehindert wird. Im brennenden Haus ™rmuten wir diebrunst der s*Kii:]len Gefühle, Ali 
Wegweiser lur die Analyse dient uns, nach Analogie mit früheren, der Teil d«i vorigen 
Traumes, der hei der gestrigen Analyae nkhr erledig: wurde: also das Zimmer Nr 4 7. 
Im Zimmer Nr 7 wohnt Fräulein L n eins fai,, die gleichen Alters mit unserer Pat. 
tsc, Damit gewinner -*ir für den Früheren Traum einen neuen ATihaltsnunkt; Pat. dachte 
alse in jenem Traum etwa: Jeh gehe in das Zimmer von HVäulein L, \th tue d?* gleiche 

<uia Fj iulein L,* bn»nd«r£ ciflrA^t-DfiLtitch Für FrÄulftltt L« iflt Abz± ¥ J,aU tL4 d«n K-ef. Ii«bt, 

hotTnungslos, denn Hef. ist schon verheiratet, Fat. findet also das „Zimmer* in doppeltem 



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jß DR, C. G, JUNG. 

Sinuc besetzt, i. Fräulein L, ist 5khon in den Kef. verliebt, weshab für sie nichts mehr 
nhfalltr -a. Hef. i-st verheiratet, wesh-db ein zärtliches fiefilhl überhaupt unmöglich ist. Im 
heutigen Traum wi«t diese Idee des gestrigen des nähern ausgeführt. [ ] at, tut im Traume 
immer das gleiche, was Frau lein L tut. Sie sieht abp auch dem brenremierv Kau» tu, 

Sit äl-fkl fllfrO flucti «in? tinipc S^hlKIKht *dcr cin-t brennende Liehe, Paf u^eiß RUCfc, dflÜ 

Fräulein L, wegen einer unglücklichen Liebschaft krank geworden ist r Also eine fernere, 
sehr" anregende Analogie] Danim sehen beide, wie die werde Gestalt alias, der Khwafie 
Mann alias die Krankheit plötzlich hinter dem Feuer der Liebe auftaue hr und sie beide 
erschreckt, denn beide sind aus- Liebe krank geworden. Fräulein L. Eitc an plötzlichen 
depiesALuen Aufregungen^ in denen sie sieb ganz verz vcifc.lt und sinnlos gebürdete. PMt. 
wunderte sieh darüber immer und konstatierte häufig mir Genugtuung, daß sie doch nicht 
so krank sei, dafl sie %o tun müsse. Ich hatte ihr (.unserer l'at.J auch oft gesaj t, wenn 
*iir- «rh nijrli mehr hjUtp jferif 1 !"! In^vn^ in wärr ftir; norn ";rhlimrnrr ^rwrarHr-n Pat. toririt' 1 
also bei ihrer gelinden F-i fe rsuc ht grjjen Fräulein L. leicht denken, Fräulein. L. habe sich 
noch mehr gehenlassen und sei deshalb auch, schwerer krank geworden. Dies konnte eine 
■weitere Determination angeben für „Zimmer Nt. 7*. Dieser Punkt blieb bei der damaligen 
Analyse unerledigt; wir treffen ihn deshalb spater wieder an. 

Der Inhalt dieses Traumes beleuchtet den des früheren wieder, in eigenartiger Weise: 
Die Furcht vor d:m schwarzen Manne (der sexuellen Zultunft) treibt sie :ur Flucht in die 
Krankheit, was ancr verboten ist^ 1'a.t. sucht deshalb einen neuen AuSwrg, sie macht es 
wie FrL L.: sie verlieht sich in den Arzt, der den Krinkheitskömulex zu würdijpftra weilL 
und der ein Mann ist von sexueller Unschädlichkeit; damit Findet der Traum einen glück- 
lichen Kompromiß. Er ersetzt die zärtlichkeitssuendende aber krank machende Mutter durch 
den heilenden und auch sexuell bedeutsamen Mann. Die Sache hat aber einen Haken: 
Pat* ist arm und kann nicht lange mehr liier bleiben, weil sie nicht genug Geld hat, Frl. L, 
ist aber sehr reich und kann Lange hier bleiben, wenn sie will, FrL, L. kann dann ihre 
Stelle einnehmen und das Zimmer «besetzen"* 

Auch diese Wendung blieb damals unerledigt und deshalb wirksam. 

AI» ich Vx., den Inhalt dieser Träume mit schonenden Worten ÄUsemandeisetite, 
machte sie- ein enttäuschtes und trauriges Gesicht — offenbar war die Eiklarung doch zu 
rauh — und ?flgte mif leidendem Toie: ,*Ach, wenn das meine Mutler wüßte, was da. Ül« 
aus mir herausgebracht wird!" 

Diese Kealrion ist insofern m*rk würdig* als der Mutter diese feinen Gefuhlsnuanrcn 
ihrer Tochter ideinilLch gleichgültig sein 'können. Die Antwort schildert .aber trefflich die 
Abkühlung un-rt Abwendung Ihres kindLich-sejiuelleii Zärtlichkeitsbcdurfnisses wem Arit und 
die Rückversicherung bei der Muitediebe, ein deutliches Zeichen, daü dnr Kompromiß 
nicht baltbar ist, und Fat. von ihrem Kindesuerhältnis zur Mutter sich nicht 

losreiße n kann. 

XII. ü. VI. Traum. M Mein Vater ist hier und ich zei^e ihm die 
Anstalt, indem ich auf allen Abteilungen mit ihm herumgehe. 

Ergebnis der Analyse: Pöt befriedigt der Wunsch, noch länger in 
der Behandlung des Ref. bleiben za können, vun d-er sie: lEcilunß hofft. 

Material; Fat. jnbt an, daß flies nur ein Bruchstück aus einer grnOcrn Trauinseric, 
ist, an die sie sicr.. aber nicht mehr erinnern kann. Ai_ch die Analyse kann da* Fehlende 
nicht mehT reproduzieret!. Der Tra - jm ist nicht schwierig ru verstehen h er repräsentiert 
ein unerledigtes Stück des gestrigen Traumes. Fat. gt-bardet sich in diesem Traum, wie 
wenn sie in der Anstalt mehr oder wenig« iU Hause wäre, kh hatte sie gelegentlich 
gefragt, ob ihr Vicer sie nie besuchen komme, worauf Peu. immer meines, sie sei ja nur 
h> kurac Zeit nler h dafi es sich nieal lohnen würde wenn ihr Vater hierher reise. Tm 
Traum ist als« offenbar eine Situation angenommen, in der steh der Jiesuch doch gelohnt 
hat. fat. kann abo seht lange hierbleiben [was- sie auch wünscht). Auflsrdem jeigt der 
Traum Fat, in ein^r unerwarteten Vipflrau-enas teile, sici hat den HaupEschlüfisol, der ihr alle 
Abteilungen öffnet,; man muß daraus schließen, daü sit das- ganz besondere Zutrauen der 
Ante genießt. Was dieses vertrat! Lkhe Verhältnis lumAirl bcdcuiet, ist nicht Schwerin erraten. 



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VE]". A*Sil/[.V[-LS>V. [KAUM fNl> liYSTEKI5< URS SYMPTOM. 57 



XIL, ti, VII. Traum. {In gleicher Nacht wie der vorige.) ,,lch bin 
zil Hause, air. Eßtisch sitzt die Mittler, ihr gegenüber der Herr Doktor 
und i GL Zwischen M utter und J Jftrrn Doktai steht ein leerer St« hl. ]ch 
will mi^h auf diesen Stuh3 s&ty.f-.ri und mitessei) Da hat die- Mutter 1 
aber ein heißes Bügeleisen, das sie mir entgegenschiebt, wodurch 
ich heiß im. Kopfe bekomme. Ich sage zur Mutter, sie solle doch 
das Bügeleisen wegtun, sie mache mir damit heiß, so daß ich nicht 
essen könne; ich habe jetzt doch miteaieo wollen. Da steht der 
Hcrrüoktoratifütid schreit mich an, ich brauche jetat überhaupt nicht 
zu esset)-, ich könne später dann schon essen. 

Ergebnis der Analyse; Fat. wünscht ein sexuelles Verhältnis zum 
Ref., denn sie hufft dadurch vom Einfluß Her Mutter, die iu ihrer Krankheit 
beitrat loszukommen. Ref. ist aber verheiratet, weshalb dieser Wunsch un- 
erfüllbar bki.fr. Sic muü darum krank bleiben, 

Matertal: Auch diejer Traum iciijt eine durchsichtige Symbolik; wir können ihn 
jui der Hand d*r durch Traum IV gewonnenen Indäien ohne Schwierigkeiten auflösen. 
Wir haben gesehen-, daß Fat. Im Traum IV anfangt, einen Kompromiß iwi&chen dem 
Kind-tfrvtifhbltnia *ur Mütter und dem mmcHcs V^rhältnia -cum Mami n mac>ie^- &nbvi 
tritt der Kef, deutlich in die Rolle de* ^Mannes". Die Tiersymbolik wurde schon in. den 
letzten Träumen fällen gelassen, da sie erledige und dadurch zu durchsichtig ■;-■■.---.■■ ■ i -_-■ i ■ ist. 
Sie muß daher andere Koitus Symbole schauert. L>er Traum beginnt damit, dafi Fat, ru 
Hau» ist, D& ist jettt die Hauptfrage, welche ai-e lüglich ?n -mich suill, „wie wird es 
tu Hause gehen* Ich fürchte immer, es werde wieder schlimm gehen iu Hause !■* Ge- 
fährlich ist iu 1-ause namentlich die Mutter, welche als besorg» Fflegerin ihres jüngsten 
Kindes und Abbildes offenbar das hrige nach Krähen beigetragen hat zur Hysterie der Fat. 

Zu ttiUK« komm 1 . j]*ü erifrd« 4*9 Frflg# = „&flll »ih 4l4 K4ll4 4^ kfAnktn, pfla[j»t*a4ürfHjj«n 

Kindes *eiterspi(kn ä oder soll ich mich nach dem Rat des Arnes der sexuellen Zukunft 
mutig anvertrauen?" Sie steht also twjscben Arr-t iind Muttern Kef r ißt, sie möchte 
mitessen, also das gleiche tun vie Kcf- Inwiefern kann sie das gleiche tun wie Ref.? 
Es gibt nur eine Möglichkeit, und das ist die schon mehrfach überlebte: das Heiraten. 
Sie mächte sich auf den Stuhl neben Kel. seilen, ite mächte also an seiner 
Seit-e; sitxen, d. H. nicht 1 ; anderes, als daß sie meine Person wieder im S-inne von „Mann"' 
assimilicm. Also bedeutet „essen 11 die eheliche Funktion? Wir kennen den Krcud sehen 
f.ni n r9s.st t d p f Vf rl r^iing unn unt p n na ij'h J>h f rv. Wr-? qm Mlllt^ jifs-nlii^ht (in 

Traum, in der Hysterie, in der Dementia praecox), dts geschieht am Genitale. Beim 
Essen steckt man etwas in den Mund* 

(Eine hYündcmcntc hat sich n ihT£m Wunschdflir einmal SO ausgedruckt K daß der 
als Bräutigam Erwünschte ihr mit dem Löffel iu esF^n gibt, wovon sie schwanger wird und 
ein Kind bekommt.} Sic mochte also mit dem Ante in 5-e X uel le Vo-rbdndun g treten. 
Da macht ihr aber die Mutter mit dem Bügeleisen heiß, sie kann sich deshalb 
nicht an den Tisch setzen, d. 'n. die Mutter ru:t ihre Krankheit {H i tiegefühl e 
im Kopf) wieder wach und verhindert dadurch das Heiraten. Hier spiegelt sich 
die Furcht, dafl sie wieder schlechter werde, wenn sie nach Hause komme. Bis jetzt hat 
Kef, eine passive Kelle pcspieJt, so daß eigentlich nur die Mutter sie hinderte, dem Arzt 
ihre Neigung enCtfcgenzubrinjren. Nun aber steht kef. auf und weist sii rauh ah, indem 
er ihr verbiete! „mitzuessen", d. tu sexuelle Gedanken in ihn zu knüpfen und vertröstet sie 
zugleich auf später, wo sie dann heiraten könne. Dieser Passus bezieh: sich auf ein Ge- 
spräch, das ich einige Tage vorher mit Kit. hatte nnc worin ich ihr voTsichtig andeutete, 
wenn sie dann später einmal gesund &cij so sei auch die Frage des Hciratcns nicht mehr 
so schwierig. AUS diesem. Inhalt geht hervor, daß l'at. mit einigen Varianten wieder die 
Situation des besetzten .Zimmers im Traume behandelt, dazu kommt aber der offenbar tiefe 
Eindruck, der ihr meine frühere Analy-se machte, in der ich ihre Illusionen schonungslos 



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SS DR, C. C. JUNG, 

zerstörte. burch Jiese Abweis-un^ tieht sie sich auf d:e Mutter zurückgeworfen , und T?ei 
der Mutter wird ;i* krank, denn die Mutter will nich:, daß sie heiratet. (Siehe unten-) 
Kaum habt! ich dte Analyse mit Pal. beende w sagt sie ganz unvermittelt; «Es fällt mir 
ein Traum Ein, den ich früher sehr oft hiitte: ich halse immer von Würmern geträumt, 
von rfftuebta u-nd u-siölichen, d^r Bed«n und da« ganr* Ziromvr war d*van vol] (sIeq wi« 
das Blut, das Feuer, die Katzen usw.}. Oft war mit auch, als ob man mir einen 
kulustaler Wurm «m dem Munfie lüge. 11 Dieser Traum it» diesem iusimnuB- 
hang kann nur einer jener bei Norma]en wie Kranken so häufigen Penistrlume 
sein. (Frühdcmen:e h/ibrn oft hfiso^defp Npolnglamer. dafür, wie: Schlange, Ullcnstabj 
!.*■ I.Hin 55 tenpet usWlJ Der Mund ist wieder du Zeichen für die Verlegung von unten 
nach oben 

Es ist nicht wahrschein lich p daß das Heiraten indem is von weiten der Mutter da5 hystcrcjjene 
Grunderlebnis ist. Vielmehr ist hei der lebhaften Erntik der Pif. ein sc.xic.llcs Trauma zu 
erwarten. Ich. erklärte der Fat,, ich sei nicht lufrieden, es; sei noch ein Erlebnis vorhanden* 
das sie mir bit jev zt noch nicht ersanlt ha.be, und das ganz besonders wichtig* sei. Viel- 
leicht wcriU- es durch ihre Träume verraten. Vielleicht hin^e dieses Erlebnis iUCh. 
mit ihren) Reinlichkeitszwang zusimmcn, tVun kanr sich PaC. acht Tag= lang an keinen 

Traum mehr erinnern, übst hon sie weiß, daß sie lebhaft geträumt hat. In dieser Zeit 
versuchte ich, wie immer, sie für eine Tätigkeit au, interessieren und bedet öfters mir ihr, 
ob sie nicht irgendwo eine Gelegenheit wüflee, wo s-le «ich etwas verdienen könnte. Nach 
Ablauf von -acht Tagren erinnert sie sich wieder an einen Traum. 

VIII, Traum. ,.lch bin zu Hause und lese am Boden kleine Geld- 
stücke auf] ich Finde auch schöne Steine, welche ich abwasche. Ich 
lege dann Geld und Steine auf den Küchentisch und zeige sie 
meinen Brüdern," 

Ergebnis der Analyse: PaL denkt ans Heimgehen, sie hat verschiedene 
gute Vorsätze und denkt namentlich daran, daß sie bei ihrer Familie, speziell 
bei ihren Brüdern t Ersatz; für das unmögliche Verhältnis zun Arzt- lindert 
werde. Der Hintergrund des Traumes bleibt aber unaufgeklärt 

Material: In diesem Traum hat sie ihr zukünftiges GeLdverdienen realisiert. Ein 
neues Moment sind dagegen die „schönen Steine^ die sie abwascht (Keinlichkeicaiwingty 
was sie abgewaschen hat, zeigt sie den Brüdern, am Kuchentisch., der vielleicht 
an Eßtisch erinnert? Die Analyse ergab nur Allgemeiih&iteii, einem tieferen Eindringen 
setzten sich, die stärksten Sperrungen: entgegen.. Was tun die Urüder im Küchcntischt 
vertreten sie vielleicht den Ant am Eßtisch f Diese Enge konnte ich nicht lösen, 

Xli. 12. IX. Traum. „Ich gehe in Zürich spazieren, es ist aber 
plutilicb mein Heimatort. Ich sehe vor einem Hause einen Land- 
jäger [Polizist] stehen, der mit einem un jeutücben Manne spricht. 
Der Landjäger macht ein furchtbar trauriges Gesicht und geht in 
das Haus, Dann geht auf der Straße plötzlich Frl. L. mit einem 
furchtbar traurigen Gesicht. Wir sind nun plötzlich miteinander in 
einem Zimmer und sitzen am Eßtisch. Plötzlich heißt es, es brenne, 
Frl. I* sagt; „Jetzt gehe ich ins Bett,' 1 Ich finde das unbegreiflich, 
eile hinaus in den Korridor, dort heißt es aber» es sei nichts; es 
war also blofj blinder Alarm, Ich geh 2 nun wieder hinein und 
sehe mich z.u Hause in der Küche bei dci Mutter, und iwei ISrüdcr 
sind auch dp. Ein Korb mit prächtigen Äpfeln steht da. Ein Bruder 
sagt: hi Das ist auch nuch etwas für mich/' 

lirtjebniri der Analyse; Put. ität wie RrJ, L. in ihrer LiebeshorTrrunu 

enttäuscht, was sie zwar bei Frl. L., deren wenige* 1 gute Eigenschaften Bit 



,'Googl 






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VH1. A*i ( WVJATIOS'. TRAUM [tND HYSTERISCHES SYMPTOM. JtJ 

K|jüUi-5ch hervorhebt, begreift- Sie geht darum nach 3 lauge., v,o sie ■wieder 
in eifte verdächtige intime Beziehung zu L'inerr: Rruder tritt. 

Material: Die allgemeine ärtuadun da Traumeä ist eine ÄlinLiche ffie in Traum Vit 
Es handelt sich wieder um das Zusammensein am EU' utLer Kutheutiach. Im ersten Teile 
de» Traumes, kommt ein .Landjäger" mit einem furc!itb;u traurigen Gesicht vor, Gleich 
darauf und umtfen mJ ttett tritt Frl. L, mit dem gleichen Attribut .auf. Der „Landjäger 11 gebt 
in ein Hau-s h Fat iflt gleich ciarauf mit Frl. L, in einern Zimmer, Frl. L, und pl^and-jäger' 
entsprechen *ich offenbar. Wieso md warum wird Frl. [-. in flinen F'olicisten verwandel!? 
kh frage Fat. nach auffallenden Eigenschaften von FrL L, Hat. findet namentlich, daß 
Krl. L. ao eigen tü.ml ich e Manieren habe, sie sei nur ein halbe» Frauenzimmer, fast «de ein 
Mann, ferner 5*1 säe sehr mager. Wir kennen in "der Schwel eine lang« dünne Wurst, 
die irifln als B clCirr«n t .andj ä. gvr * bagcUhncl-. l)i*5cs Wort wird auch *d= feputtTunne für 
magere Leute gfhTaurht. Hat, symbolisiert also die weniger rühmlichen Seiten van Frl. 1.. 
Warum >n- das tjt p zeigt der Umstand, daß der ,Ejndjäger" mit einem ur.deutlirbm Manne 
spricht; wenn FtL L. aber mit einem Manne spricht, so kann das im Traum sozusagen 
nur Ref. sein. l : at. lieht also wahrscheinlich, nieder eifersüchtig die Gefühle von FrL L. 
für Ref. hervor, wobei sie Frl. L. sehr geringschätzig behandelt, Sie sin: dann mit FrL, 1, 
am Eßtisch. Sic befindet sich also mit ihr in einer sexuellen Situation, wobei man aller- 
dings nicht an etwas Homosexuelles denken muli, denn „ EU tisch * ist für Ref. in seiner 
GCKueLtaci Eetleiitiinjr ei^f^nttäch Echan erledigt f es tväre djrum viel u durchs ir/talijj. H rc-r 

wird es wohl nui bedeuten: „Ich fühle sexuell wie Frl.. L." Der nun folgende Feuerlärm 
deutet das auch ah. 

Pat gehl hinaus, um nachzusehen, Frl- L. aber gebt ins Bete,, d. h, wird krank 
vor Liebe. Um das m verstehen, muH man wissen,, daß Frl. L. jedesmal, wenn sie eine 

Aufregung bekani h in* Bett ging. Pit, setzt anfangs des Traumes ihre Konliurreiitm herunter, 

als dann die Sexuelle Situation (der Veuerlarm) kommt, wird Frl. L. sogar krank und dadurch 

ganz- unschädlich. Damit ist die Ffebenbuhierin beseitigt. Tat. Aber hart, daß nur ein 

blinder Alarm ist; das ist ilie F-nttüu *c husig -'...fcw /immer isl hsselil", „sie kann 

nicht mke*aert"). Hef, hat ihre Illusionen zerttort, die Trartapoiitiofl ihres £ärl- 
lichkeir»hediirfntsäes auf den Mann ist nicht gelungen, sie muÜ darum zur Mutter 
nrQckp wo sie uenigsten* ein ÄquU'-alent fwr ihr Lieb«bedürfnls findet- Darum verändert 

sich im zweiten Teile des Traumes die Situation, rat, iät plfluLich zu Hause, statt am 
Efitisch in der Küche hei der Mutter. Handelte es sich hier nur um das Verhältnis 
zur Mutter h sn .vären die Bruder ubertfii^ig. £wei Hriider sind aber auch da, wie im 
VIII. Traum am Küchentisch., statt der „schönen Steine* steht nun ein Korb „prä-Lh- 
tisrer Apfel" di und ein Bruder sagt; _IJas äst auch noch etwas für mich, 11 Die 
Eßrischszcnc im VII. Traum wie die EÜtischszene in diesem Traum mir Frl. L. sind kaum 
anders als in sexuellem Sinne iu deuten-; nun kommt hier in unmittelbarem Anschluß au 
die sexuelle Szene ein ganz ähnlich aufgebautes Bild, indem „Eßtisch" durch „Küche* 
ersetzt ist. Die „prächtigen Apfel J sehen ersten?, aus wie die ^schöner Steine", die auf 
dem Küchen tisch )agcn h und zweitens sind sie etwai Eü bares [ct. der Apfel Evasl. Das 
ist etwas für der. Bruder, er bekommt davon. Man vergegenwärtige sich: Im ersten 
Teile der Traumes wird der Hat. ein sexueller Wunsch zerstört, im zweiten Teile kann es 
sich kaum bloß um die Mutter handeln, das Sexuelle muU irgendwie mitspielen. 
Ich lasse nun Einfälle reproduziere:! zu den „Äpfeln": „Ich dachte an die Apfel, die ich 
(festem In einem Südfrü c htc ngesch äft gesehen habe. Ich war mit Frau Doktor dort." 1 Si« 
war alfrQ dort in t meiner Frau, das wäre eine Spur. Nun stuckt aber die Analyse und 
ist nicht mehr weiter zu fördern. Ich setze darum beim Bruder ein; fl Das war mein 
Bruder, der in Italien wohnt, er bat ml ehr schon oft eingeladen, ich solle einmal eine 
Keiie nach Italien machen und ihn besuchen.* 

Man Erinnere sich jetzt hier an Keaktioil >£■ VI. Versuch;: 

H^i-^rt 1 : Paf. hnr drtrt Giippfiniirt' „r-inp- -friTir llini-qn- njsrh Tlalipn — T1nrhir-iF-qrrirr- h . 
Davon hatte der Bruder ultcrdings nichts und doch sind ja die Apfel auch für ihn 
bestimmt. Hier tnö'chle ich noeb ei:ien kurze:) Traum anschließen, Jen fat, ganz im 



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6o DR, i .. r,. JUNÜ, 

Anfang der Eehand luntf gehabt hat. Sie träumte, ich iret* zu ihr Ine Zimmer und sie ugt 
zu mir: Leider Icü-nne. in an d ie Nu 64 -e fi üi:h liichttrnl-fin, sie Jj üb i- aber zu Hause 
einen ganzen Kürl> voll davon. \u diesem Traum bietet Rlt. mir die Früchte an, 
Nüfl-se. Nüsse find hart wte Steint» man muß Sie tiffrten, um sie essen zu können. 
Muti erinnere sieb au die „suhOnen Steine"', die »ur-iiümgeii Äpjfel - h die sie jetzr Iut die 
Brüder bestimmr. Was ihre erotische Erwartung mir anfangs versprach, das bekommt 
jettt der Bruder,, nachdem sie sich von mir abgewandt hat. 

Ich glaube hier wird es deutlich, dafl etwu ah dem Bruder hängt, das über ein 
jjesch winterliches Verhältnis hinausgeht. Die ItedeutuiiQ des Bruders für die Kchwesier wird 
verdächtig (cf. Icü^en — SchweiteriaS), und man kann sich de AJbtiuag nicht erwehren» 
dafl hier etwa* läng*( Gesuchtes Hegt v das vieles erklärte, -trenn man es. lestämmt wüßte. l j 
Erbend «in fcirj-dlUhra Abenteuer der VotpubertäisaeU, bei dem der Bruder eine eindmeks- 

volle koLLe agriche, pcheillt hier fugrundc iu liegen, ein Fi'cudsches Traum* Das Geheimnis 

ist aber gut verteidigt und die Anah'se kömmt nirgends heran. 

Den Inhalt der Analyse teilte ich Fat. nur pa.na oberflächlich mit, Indem 
ich es vermied, irgend; welche Andeutungen sexueller Natur n\ machen. Ich 
wollte damit verhindern, daü < : er nächste Traum durch Aufklärern des Sym- 
bolismus noch versteckter werde. Die in diesem Traume angedeutete innere 
Entwicklung der Pal., d. h. die Abwendung vom TCef., das Aufgebt» seines 
Stund punktts und die Entkräftung seiner RfttschLipfc und. lachten KnUiffcsticrtc 
sich (abgesehen von einer objektiven. Verschlechterung) in dem bedeutsamen 
(Jnutande, daß Fat. jettt wieder anfing, von Feuer und Blut zu träumen, sie 
„hörte allnächtlich das Feuer ho m t das Alarm blies." 

Die Zeit der Entlassung kam nun immer näher ich hoffte auf einen ent- 
scheidenden Trauen, Fat, erinnerte sich aber nicht mehr an ihre Träume (mit 
Ausnahme der Fcucrtranme] bis auf ein einziges kleines nichts atmendes Hruch- 
Stuck, Arn Margen des Entlnssungstagcs fragte leh sie wie gewöhnlich, ob 
sie noch geträumt habe. Sie bejahte, fügte aber rascii hinzu: „Ich weiß 
aber schon, was der Traurr. bedeutet, icfc hubc es gleich gemerkt. 
Ich werde es Ihnen aber nicht erzählen, es ist etwas von früher, 
das ith vielleicht nur meiner Mittler ei zählen kann.'^ Alle meine 
Ritten blieben fruchtlos; sie bestand darauf: esset etwas Derartiges, daß sie 
es nur ihrer Matter erzählen könne, Lindlich sagte- ick also ist es eine sehr 
unangenehme sexuelle Geschicrtef Fat. antwortete darauf nichv, sondern sah 
aum Fenster hinaus. Mehr konnte ich nicht uA^en. 

So bleibt leider unsere Traumanalyse, und die Analyse der Krankheit 
überhaupt in diesem Punkt, der aber eng" umschrieben erscheint, unvollständig. 

Zusammenfassung- der Traimanalysen, 
ObachoTi eigentlich keine der Analysen eine wünschenswerte Vollständig- 
keit erreicht und namentlich die letzte an einem wichtigen Punkte abbricht N 
so haben wir damit doch eine Kcihe wertvoller Anhaltspunkte gewonnen, Vor 
allem sehen wir h daß die Träume den Komplex der Assoaiatiünsversuche voll- 
auf bestätigen. Die Assoziationen, weisen uns auf einen intensiven 

'j Kh *rt hier uueh u>rrui na nfeinnn, <l;iU im Irwin ilfci btaettlen Zimmern m hiull . „Halt, 
■rt ist 'verboten!- Vielleicht bil -linin! inn Atudnck s« |jH* geti»lt*t, -weit » fconipuuunqpikd 
tt*t um] ttwüti uuspracti, was für die P*. (den hier striUimaKfflnptaj um hatcbfflil UEtfioainunJ) 

vud ffnöti WicbtiirLeit iti. 



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VIIL A.SSOÜJATION. TRAUM UND HYSTERISCHES SVMP70M. 61 



Sextialkomplex hin, und die Träume behandeln, sozusagen nichts 
anderes als das Begattungsthema. Wir erkennen daraus, daß die Koni- 
plcxe, welche die A&soziaLiuii des Wacblebens kunstcllici cn, auch 
die Träunae konvenieren. Die gleichen Snenungen, welche m AssuEiaüuus- 
tXfteriment auftreten, haben wir auch bei der Traumanätysc. Djrch die Ana- 
lyst der Traumbilder wurde der Sexualkonplex, Seine TranapOSi tion 
auf den Ref., die Enttäuschung und das Zurückweichen der Fat. 
auf die Mutter und damit die Wiederaufnahme einer mysteriösen 
Jugcndbcziehung zum Bruder klar gelegt. Das nächste Kapitel soll 
den Scxuätkomplex im hysterischen Symptom und im Verlauf der Krank- 
heit Teichen. 

EL Das hysterische Symptom. 

Es cjübiigl juu noch, anafjL' in den beiden voi Angegangenen Kapiteln 
erworbenen Kenntnisse über l'bira und Inhalt des Sexualkorrplexes auf die 
Krankheitssymptome anzuwenden. Wir beginnen mit dem „Veitstanz 11 . 

Nach der Anamnese, wie sie Fat. gegeben hat, hat der Veitstanz einfach 
einmal angefangen aus unbekannten (Jtünden. Alle Fragen nach dem Grunde 
werden negativ beantwortet, und es hat den Anschein, als sei es unmöglich, 
auf die Ursache zu kommen, weil sie der Pat. unbekannt ist. Wir kennen 
aber bereit! ausgiebig die Widerstände, die sich bei allen Komplcxvorstdlungcu 
der Reproduktion ?:nt.gee;enHlf>ll*>n. Hi« lly&teriachen verfügen iber ihr psychi- 
sches Material nur insofern, als es sieb cm indifferente Vorstellungen handelt; 
wo es sich aber um den Komplex handelt, da sind sie ohnmächtig. Der 

Kooiplcx gehört nicht mehr {taue zur Hierarchie der Ich -(he tf üßtCft] Vor- 
stellungen; vermöge seiner starken üefiiBlfibetonung ist er (wie übrigens jeder 
starke Affekt] mehr oder weniger autonom und :wingt die Assoiiation in seine 
Richtung, wenn auch der Ichkomplex sich anstrengt, in «einer eigenen Dichtung 
iu denken und an handeln. Aus diesem Grunde können wir „intime" Dinge 
nicht mit der gleichen Sicherheit und Ruhe reproduzieren, wie Objektives. 
Der Zwang zur Verheimlichung <tes „Intimen" kann sich fast zur Unmöglich- 
keit der Reproduktion steigern, »ic wir an dem Fall von Beitrag VI gesehen 
haben. Wenn man also )v\ r>innr Hystnrie Auskunft über „Intimen" resfi. über 
den Komplex will, so kommt man nur auf Umwegen dazu, Den Umweg 
hat Freud zur Methode gemach: ; es ist die Psychoanalyse Wir toefreien 

dabei zunächst allgemeine Deckvorstcllunr.en, die in irjrelirl welchen nssciifUpvcn 

(oft symbo'ischcn) Beziehengen zum Komplexgcianfcen stehen, und Bi> nähern 
wir um allmählich von verschiedenen Seilen dein Komplex. Die Methode ist 
im Grunde genommen dieselbe, die ein geschickter Examinator bei einem 
eingeschüchterten Kandidaten anwendet Auf die spezielle unc direkte Frage 
kann der Kandidat nicht entwerten, seine Erregung ist zu groß; der Examina- 
tor läßt darum zuerst eine Reihe von ganz allgemeinen und leichten Fragen, 
bei denen der Gefiihlston nicht so groß ist, beantworten, und io kommt dann 
die gewünschte Antwort £uaz van selber. Wenn ich aber Pat. direkt nach 
den Ursachen ihres Veitstanzes frage, so kommt nichts heraus; ich lasse darum 
unverfängliche Nebenfragen zuerst beantworten und erfahre so folgendes: 



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62 DR. C. Q. JUNG. 

«.Sie ist gern in fii( Schule gegangen, auch hatte säe die Lehrer gern. Allerdings 
ist sie nicht in all-S Slundstl gleich g?THi gegangen., jedoch tonne 5-1-e sich 3,ueIi nicht er- 
i^ner^ daß sie in gewisse Stunden heionders ungen gegangen 5ei„ oder daß sie gewisse. 
Lehrer besondere intern gehabt habe. Die Schreibstund« habe sie nicht gern gehabt, sie 
«i sogar ungern in diese Stunde gegangen, In der SehrftitHltinde (im JL Schuljahr) habe 
auch die rechte Hand zuerst angefangen zi zucken, Dann wurde dae Zuck ei allmählich 

Starker, :-i: J.il'J m nitln . iiulic 5i.li reiben kuuiili:. Sin iliuBlc ddlicj die Si_]ji tlbit utid c itr- 
säumen. Dann tilgen die Xuckunjen aut:li im rechten Bein an, so daß- sie bald nicht 
Ctehr in die Schule gehen konnte. So entstand n Imäh Ist b der V ei Ig tarn. Sie erinnere 
sich iiieh. dufl ™e immer .iehfeofclioh" warnen mußte und Angst hatre, auf die Srnißn m 

gebeut wtnn es re^tiece,. so daß tie auch aiis diesem Grunde häufig die Schill« versäumte. 
Bald war der Veitstanz stiiicer, bald schwächer, so daß sie bald In die Schule gehen konnte, 

bald daraus wegblieb. Tu zwölften Jahre wurde die Krankheit aber iO heftig, daß SIC 
ürjerhaupl die Schule gam aufgeben mußte." 

lefc glaube, daß jus dieser Erzählung k]nr hervorgeht, daß Pat. ein äußttSl 
verwöhntes Kind war h dos jede Gelegenheit benutzte, um von der Schule 
wegzubleiben; i.m die verhaßte Schreibstundc zu coupicren, steinte sich iwcck- 
mäüürer weise das Zucken im Arm ein. das dann auch schließlich dazu diente, 

den. Schulbcsu*. L n g-nns z-u vtrhindurnij taL gibt jetzt auch iiii h daß die- d&nrtfilG, 
wenn sie sich Mühe gegeben hättr h das Zucken hätte unterdrücken können. 
Es paßte ihr aber, krank tu sein. Instruktiv scheint mir besonders im 
Beginn der Analyse die Unsicherheit zu scld, mit der Pat. von den üeftibts- 
tonen ihrer Schülerin n minien spricht, &uerßt scheint, ihr, als sei sie gern in 
die Schtle gegangen, da-mi kommen Ausdrücke für das Gctübl, daß es dneb 
nicht ganz so gewesen sei., und dann kommt das gerade Gegenteil, welches 
auch dem Tatbestand entspricht. Diese inkonsequente Dar stellungs weise ist 
bei Pat. eigentlich Methode, (Man vergleiche die früheren Analysen.) Es 
spricht nichts dafür, daß Pat. im Momente sich der Inkonsequenz bewußt 
wäre; CS seil ei 31t im Gegenteil, daß sie an die jeweilige Erstellung glaubt, 
D-cr Schul kturt p>l ex h diese bekannte HrEchoinung boi dien aslhcniecJi.cn 
Kindern führt hier zur Bildung' eines hysterischen Symptoms. JJ«^reiflicr;er- 
^eLse gibt das Bestehen eines Automatismus einen ^eeignelen Locus minutis 
resislentiHC ah\ aus dem sich nuch andere ^utomatisraen entwickeln künnen h 
veno es die Lage erfordert. 

Au* J rage iiach di-e«f Anatme hatten sich die- Geiuhhtöne wieder verändert. Pat 

behaupteic: Sie könne nicht sager ;h daß sie uneben in die Schule t-c^ängen sei, sie sei 

JatU gern gegangen. Die Schule habe 3'ür nie einen Iwiondercn Eindruck gemacht. 
Aridere, Erlebnis* fc halten Sie vielmehr beschäftigt,. 1. B, daß einmal eint Lehrerin 
äic heftig ailftgtiäiikt labe. WJi Imbcu Wim .tl*ß wIhiIki die gJcfche U i ls"-3jci btil uini 

Inkonseqienz. 

im zwölften Jahre verschlimmert sich der Veitstanz. Das: zwölfte Jahr 
scheint (nach der Analyse) auch dasjenige Jahr z.u sein, aus: dessen Erinne- 
rungen der sexuelle Katzenlraum hervorgejjangeri ist. fm zwölften Jahre 
■werden bei Vielen Mädchen die ers:en pLibertätsgeluhle deutlich , und man 
fingt aß, 9ich für sexuelle Geheimnisse zu interessieren. Das zwölfte Jahr hat 
liir Fat. aber noch eine Bedeutung, leb ließ Pat, zum Komplex -der Mutter 
reproduzieren, dabei eruab sich folgreides: 

„Da falle ihr viel ein — {nach langer Pause] — die Mutter sei ja auch krau*: und 
sei dabei so rufrieden und heiter; wenn sie das nur auch könnte. Die Mutter »gte immer,, 



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VTIL ASSOCIATION, Ttf.MJM UND HVSTtRlSCHEÄ SYMPTOM. 6ji 



ihr« ÜEteomalacic komme vom Heiriten. Sie sei aber vor s ü Jahren trank geworden, jetSt 
wäre die Krankheit heilbar, sagten die Ante," 

Dies« üemrrltunp veranlagte mieih iur Fragen „Hat das eine Bedeutung fjjT 314?" 
„Keine, sie könne sich j»*r nicht denken, was das für sie bedeuten konnte — darüber habe 
sie nie nachnedachL." Ich warf ein, daß der Gedanke, sie konnte eine solche Krankhfit.v 
anlaf;c erben, ducl rnügtith Sei. r D;is habe sie nie ye Fürchtet, sie hätte trotadem ^eheirateL* 
Jch bcmcTktL'j daß eine derartige- Befürchtung ihr tut .Zeit der ersten Periode vielleicht 
aufgestiegen sei. «Das ist nicht, hiiü^lich, denn nieine Mutter hat mir schon, lange vorher, 
als ich iwölf Jatiie alt KV, gesagt. Ich dürfe nicht heiraten, we|: ich SQnSt die 
gleiche Krankheit bekömmt," 

Aus dieser Keine rk u ng zj schließen , fanden im iwö Uten Jahre Unter- 
redungen Statt von weittragender sexueller Bedeutung, welche auf die Phantasie 
der Pal, einen starken Eindruck gemacht haben müssen, nach der Stärke des 
Widerstandes au schließen, mit dem sie die Aufklärung dieses Punktes zu 
verhindern suciit. Jedenfalls linden, wir im zwölften Jahre eine der ersten 
Komponenten des SexualkonipEcxes, So findet die etste Periode zwei 
KttTTipl exe vor . den einen rn i t ein c m vol 1 entwickelte n A utoin alismus h den 
Rinderen mit den Sexualgefuhlcn assoziiert. Die Möglichkeit zu; Umwandlung 
dieses entscheidenden Erlebnisses in ein hysterisches Symptom ist also ge- 
gebcn b nicht aber die Notwendigkeit, denn das Nichlheiratenköüncn erscheint 
ungenügend. Man muß noch tlie Existenz eines Ereignisses fordern, das die 
Wege zur Verdrängung des Sexialkomplexes vorbereitet hat, a.lsy ein sexuelles 
Ereignis der Kindheit, Hier läge das sexuelle Trauma, das die Träume an- 
zudeuten scheinen, am richtigen Plätze. 

Mit der Periode beginnt eine neue Form des Daseins, die sexuelle. Es 
ist darum kein Wunder, wenn der Schulkömjilex von dem Sexualkomplex 
abgelöst wird, ci wird dies aber bloß in der äußeren Erscheinung; wie wir 
gesehen haben, iit er noch vorhanden in den Assoziationen, er bildet eine 
n<jch nicht vernarbte Wunden die namentlich von Selb st vorwürfen unterhalten 
wird. Daß der Schulkomplex, d. h r der „.Veitstanz 11 , potentia noch vorhanden 
ist. zeigte sich auch folgcndcrmaten : Fat. hatte einmal einen besonders schlechten 
Tag, Sie schilderte die Hitz.cge fühle als. unerträglich; während sie sprach, 
zuckte sie von Zeit zu Zeit heftig mit dem rechten Ann, dann auch 
mit dem linken. Ten machte sc auf diese Hevregungen aufmerksam, da fing 
sie auch leise mit den Reinen zu zucken an und sagte r „Ich kann mich nur 
mit Mühe zusammennehmen, daß ich nicht wieder um mich schlage wie früher, 
ch hätte die größte Lust d-azi.1" Man sieht also, daß in cii;em Momente, 
WO die Energie völlig daniederliegt, die alten Auto mal isnicn Ruch wieder l>e- 

reit sind, hervorzubrechen. (Eine Bestätigung für die Janetsche Lehre, daß 
jedes „abaissement du rviveau mental" von einem Aufflackern der Antomatismen 
begleitet ist.) 

Die erste Periode gibt Anlaß iur Entstehung der jetzigen Beschwerden, 
Hitzegeruh le im Kopf und im Hals, Gefühl als ob aJLes Blut im Kopfe sei, das 
ÜLut ist 40° heiß. Hände P Füfle und Körper sind kalt. Dabei bestehen 
zwangsartige (isdankengafige: sie muß sich immer vorstellen sie blute ans 
der Nase, aus allen Kopf Öffnungen, sie muß sich vorstellen,, die Blutbrocken, 
welche bei der ersten Periode herauskamen, seien im Kopf; sie wünscht sich 



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<>4 BR. Cd. JIWC. 



I 



imitier, sie möchte einmal ein ganz« Becken voll au» dem Kopfe heraus- 
bluten. 

Dtesc r sonderbare Symptome u kompl e* betic ht flieh ewcifc I loa aat die 
Pertode: es isl nichts anderes als eine „Verlegung von unten nach 
oben" (Freud}. Der YerkFCungsnKchanismus ist bei Fat. vorhanden, wir 
haben ihn bereis bei Jen Traumanalysen in kaum w miß verstellender Weise 
gefunden. Die Hitze (im Traum Blut und Fcuet) isl wohl die sexuelle Hitze h 
die bei der Periode auftritt. Seit vielen Monaten geniert tue Periode, nach- 
dem sie vorher recht unregelmäßig gewesen war, doxa besteht deutlicher 
Meteorismus und eine Körperhaltung, welche den Unterleib noch etwas stärker 
hervortreten läfät. Füt Freud sind dies ideelle Seh w anferse haftaaymptoTie, 
Dafür spricht die psychologische Erfahrung: wo ea sich bei einem jungen 
Mädchen um einen erotischen Erwartingskompicx handelt, spielt das Kind in 
AsflOraBäaDCD uad Traum eine deutliche Rolle 1 ). In ilcn Assoziationen unserer 
Fat ist dies, wie man sich erinnern wird, auch d?r Fall. Zudem hat die 
Schwangerschaft für PaL noch die ganr besonders zu verdrängende Bedeutung- 
der Osttomalacegefahr. Einen positiven Beweis für die Freidecbe Auffassung 
kann ich allerdings nicht beibringen. 

Von der Verdrängung der Sexual geftihle hängen wahrscheinlich auch 
folgende Symptomhancjtungen ab; 

[. das bestundige Aufsuchen von Abkühlung; 

2. die kälten Waschun^tn , 

3, die Abscheu vor Fleisch in jeglicher Form; 

4. das Nichtsitz-en können; 

5, die Vorliebe für Zdmmergymnastik bei sonstiger Scheu \or körper- 
lich anstrengenden Beschäftigungen. 

Diese Synptomhandlungcn entsprechen gcnjui den kygieninehen Vor- 
schriften in populären Ratgebern geg:n sexuelle Reimistände. 

Ein positiver Beweis für die Ver;lrärignrg der SeKüalgtfühle wt das kon- 
sequente und hartnackige Umgehen aller sevuellen Fragen. Sobald, das 
Examen etwas Sexuelles berührt, S« erfolgt der Anschluß, und man bleibt 
dann meist in unüberwindlichen Widerständen hängen. Ich habe mich aus 
theoretischen Gründen durch entsprechende Fragen üherzen^U daß Fat. über 
alle sexuellen Tatsachen gan* genau unterrichtet ist, sie war aber auflerstande 
mir anzugeben., woher sie das alles wußte., sie leugnete hartnäckig, jerr.als 
etwas darüber gelesen zu haben oder v<jn jemandem etwas darüber gehört 
2u haben. Sie wußte es einfach. Erst gegen Srhluti der Behandlung gestand 
Pat. h-ci der Analyse räch langen Sperrungen, *Ja0 einmal eine Freundin,, als 
sie zwölf Jahre alt war, sie aufgeklärt habe. Auch daraus geht Kervor, wie 
stark die Sperrungen sind, welche das sexuelle Geheimnis behüten. 

Atf die Visionen brauche ich hier nicht mehr einzugehen, sie haben 
ihre Aufklärung bei den Traumanalysen bereits gefunden. 



'■) Vgl, t. B, dk wmniPibaleD J J hantnsitn des FnlLts, ikc ich publiziert h*b« in meiner 
Schrift; Vat Psychologie und PBtrjnlojjr scf. olkiUtrr Fliimimem'. Leipzig ifyil* 



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Vm, ASSOCIATION, TRAUM UND HYSTERISCHES SYMPTOM. 65 



Der Verlauf der Besserung war ein schleppende! mit öfteren Rückschlägen. 
Die Energie besserte sich tuschend«, st» daü die l-eistLin^&tahigkeit der Fat. 
sich allmählich bis nachmittags 4 und 5 Uhr ajsdehnte. (Früher erlosch sie 
schon um lOUhr vormittags!] Sic könnt« wieder anhaltend lesen und Hand- 
arbeiten mache n. Die Hitzcgc fühle blieben aber, bloß schien ihre Inten- 
sität geringer, und im dritten Xfonat der Behandlung fing 1 Fat, an, mir 
gegenüber nicht mehr davon iu a-prechen, sie wunderte sich nur darüber» 
daß sie in I etat er Zeit so häufige Depressionen habe, deren Ur- 
sache sie sich nicht erklären könne. (Wenn sie früher etwas Unange- 
nehmes balte h 50 verriet sie nie Depression, sondern gesteigerte Lliuegefühlc!) 
Der Assistetiiämln gegenüber aber .sprach Fat. nach wie vor von ihren Hiue- 
g-efühlen. Nach dem Traum mt dem Eütis-ch, wo ich sie über ihr Verhältnis 
zu mir aufgeklärt hattc h kehrte über bald die frühere Nomenklatur mir gegen- 
über z-urück; im Traume hörte sc d;is Feuerhorr und mehrere Male, besonders 
in der letzten Woche ihres hiesigen Aufenthaltes, kam auch der schwarze 
Mann wieder, der nach seiner ersten Analyslening verschwunden war, Wor- 
aus lUr.^rr Rücls/'hlafr jh prklärpri isf r ^feht ans tflem Trauma na lyttCH hprvnr: 
Pat. konnte ihr innerstes Geheimnis nich: preisgeben, 3er sexuelle 
Kompromiß mit meiner Person war mißglückt (sie konnte offenbar an 
meiner Person außer dem Sexuellen nichts finden, was ihr eo wertvoll ge- 
wesen wäre, dafl sie sich hätte von der Krankheitsfälle trennen können). Weil 
sie sich ihr Geheimnis [lieht entringen konnte, mußte sie bei der ver- 
drängenden Behauptung der Hitzegefühle bleiben, und so kam sie 
auch dazu . Eluir IiühtriciL Sy [uptuiiie und diu tulapi teilende NuEiLtrukl alu 1 

wieder aufzunehmen* womit sie tecnonslrativ meine Aufklärungen Lügren strafte; 
denn sie durfte sich nicht gestehen, daß ich Recht hatte, dadurch wäre die 
Echtheit ihrer Krankheit in Frage gestellt worden. 

Zirka einen Monat nach der Entlassung schreibt mir ihr lljusarcl, daß es 
ihr so schlecht gehe wie zuvor, und dufl sie nun über Anstalt und Arzt 
schimpfe mit Andeutungen, als habe der Arzt nur Gelegenheiten gesucht, um 
sittlich gefährdende Gespräche mit ihr zu fuhren. So verschanzt sich die 
kranke Persönlichkeit, d, h, der äexuat komplex, hinter aggressiven Vertcidigungs- 
rnaüregelni er diskreditiert die sittliche Persönlichkeit des Arztes so viel wie 
möglich, um dadurch die dem normalen Seelen rc-st vermittelten Erkenntnisse 
zu entkräften. Auf diese Weise schuft sich der Automatisinus der Krankheit 
freie Bahn zu ungehinderter Entwicklung, denn ;eder Komplex hat den Dran^ 3 
-sich schrankenlos auszuleben. 

Zusammenfassung, 
Der in den Assoziationen aufgedeckte Komplex ist die Wurzel der 
Träntne und der hysterischen Symptome. 

Die Störungen, welche der Komplex im Assoziationsexpcrimecit ver- 
ursacht, sind nichts anderes als: die Freudschen Widerstände bei der 
Paychanalyse. 

Die Vcrdrangungsmeekm Ismen sind die gleichen beim Assoziations- 
eyperimeüt wie beim Traum und wie beim hysterischen Symptom. 

Djacnnuücbe AuaiiaMeiiiK'-d'c.'i. JT. 5 



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66 uä. q. ü. jü*rü. 



Der Komplex hat bei der Hysterie eine abnorme Selbständigkeit und 

neigt au einer aktiven Sondeiexisteni, welche die konstelliersnde Kraft des 
lchkomplcxcs progressiv herabsetzt und vertritt. Dadurch wird allmählich 
eine neue Krankhcifspersünlicbkcit geschaffen, deren Neigungen, Urteile und 
Entschlüsse nur in der Richtung de? Krankheitswillens geheci. Durch die 
aweite Persönlichkeit wird de* normale lehrest aufgezehrt und in die Rolle 
eines sekundären {beherrschten] Komplexes gedrängt. 

Eine zweckmäßige HehanJhing der Hysterie muß also bestrebt scm t den 
Eioimakn lehrest zu starken, was am besten dadurch geschieht, daß irgend 
ein neuer Komplex: eingeführt wird, der das Ich von der Herrschaft des 
Krankheitskomplex.es loslöst. 



,'Googl 



Original frorm 
UNIVERSITYCF MICHIGAN 



ArtMJteb n.ui der psy^hifttriseben UniTrereititsklinilc in Iturich. 

Diagnostische Assoziationsstudien. 

IX. Beitrag. 

Über die Reproduktionsstörungen beim Aaspziationsejtperiment. 

Von 
C. G. Jung. 

In letzter Zeit wurde meine Reprüduktionsmethode, die ich 1905 in einer 
kurzen Mitteilung im Centralblatt für Nerven heil k und e und Psychiatrie einführte,, 
mehrfach der Kritik unterzogen (A. Groß 1 ). Heilbronner*), Isaerlin 1 ). Infolge 
Überhäufung mit anderer Arbeit komme ich leider erst jetzt dazu, meine ehemalige 
unvollkommene Mitteilung auf Gnind voti statistischen Untersuchungen zu er- 
ganzen. Ich stellte 1903 folgendes fest: 

Wenn man nach vollendeter Aufnahme von ca. 100 Assoziationen sich von der 
Vf*rKiif!hspprfion rnrh pinm:il aTigphpn lafilv wü! rip vnrhpr auf die pinzplnpn "Rpik.- 

warte geantwortet tat, so versagt an einigen Steten die Erinnerung, wobei das 
frühere Reaktionswert entweder gar nicht oder falsch oder verstümmelt oder unter 

£i L 4tfe[' Yertögc.rung' reproduziert wird. Die Analyse der mangelhaft reproduzierten 

Assoziationen ergab, daß die Mehrzahl derselben durch einen M Komplex" konstelliert 
war. Da die meisten der gegenwärtig in. dieser Richtung Forscheüden geneigt zu 
sein sclie lh t, der psych analytischen Methode 1< reuls nicht den geringster lieun 
stischen Wert zuzuerkennen, so ist es mir leider versagt^ den kürzesten Weg zu 
beschreiten und einfach durch Mitteilung von Analysen obigen Satz zu bekriftigen. 
Um das so sehr gefärchtete subjektive Moment der Analyse auszuschalten, bleibt 
nichts anderes Qbrie, als die objektiven Anzeichen der Komplexkonstellation, die 
„KnmplRKrnfrkTrifllR" und ihr Verhalten r.ur ■mangi^hafi'en Heprnduktfrvri ala ein 
wandfreies Beweismaterial heranzuziehen. Die KomplejcmerkmaJe fand ich an 
pirisch durch Analyse, resp, ich sah. daß bei Assoziationen, die durch Merkmali 
gekennzeichnet waren, in der Tiegel ein Komplex "seaonders stark kernst elli er cnd. 
bzw. „störend" eingegriffen hatte. Sind nun diese Merkmale wirklich bezeichnend. 
d. h. hat die analytische Methode hier zu einem richtigen und nachprüfbaren Re- 
sultat gerührt» dann müssen die Merkmale im allgemeinen unter sich in nahen tSe 
Ziehungen stehen, d. h« sich bei gewissen Assoziationen mit Pradilektion begegnen 



■) A, Groll!: Kriminal pxycbcloEi&cbt TatbMlindsiDrKlniiiE* jBriit,-l J !Yui*'j", GrKizErageEL 
Bd. V, H. 7. Muhüld. Halle l S. 1907 

*i Heilbruiiu t r: DJc Grjudtiigtn der „psychologischen Tatb*st»n.dMti(ipiüilJlt". Zeitactir. 
1. die gesamt* 3cr*lrechtjw[««-os*li»ft. bd. XXVII, S. t>m. 

■) Ij-acilia; Über jangf „FlsychoIoEic der Dementia pnecnx" usw, C-cntnlblaU für Nerven 
bcILkuadt unrl P^clkö». KXTX. J*ar£. 5, jao. 



Origiral trenn 
UNIVERSITYOF MICHIGAN 



£E C. G. JUNO- 

also z. R mangelhafte Reproduktionen und zu lange Zeiten, Ist das nicht der 
Fall, und zerstreuen sich die Knmplcjimerkmale wahllos über der. ganzen Versuche 

dann, hat allerdings die Analvse äu einem Fehbufhlufl geführt, lih habe in meiner 
früheren Mitteilung des ferneren erwähnt: i. Die mangelhaft reproduzierten Asso- 
ziationen haben gelegentlich ein arithmetisches Zeitmittel, das iibei dem allgemeinen, 
arithmetischen Mitte] liegt (ein Beispiel). 2, Die mangelhaften Reproduktionen 
finden sich anscheinend ebenso oh bei der kritischen wie hei der nach kritischen 
Reaktion. 3. Gelegentlich ist Neigung au reihen- öder insel förmigen Reproduktion^- 
Störungen vorhanden. 4, Die Theorie des. Phänomens habe ich in den allgemeinen 
EigtnEehaft-cii des Komplexes gesucht,. Ich hatte damals namentlich *in.e Eigen 

schalt — die Verdrängung (Freud) hervorgehoben, weil gerade diese Eigenschaft 
am ehesten die Hemmung der richtigen Reproduktion mit au erklären schien, Die 
Haupteigensehaft des Komplexes ist jedenfalls seine relative Selbständigkeit., die 
sich nach zwei Richtungen besonders äußern kann: die höhere Betonung und Sta- 
bilität im Bewußtsein und die Verdrängung, d, h. der Widerstand gegen die Repro- 
duktion während des Nicht bcwulitseins. Daher fehlt den komplex äuge hörigen 
Assoziationen die p ,Dispombilitat' n des sonstigen, mehr indifferenten psychischen 
Materiales. (Dies gilt uotabene nur für den Fall, wo der apsüleXe Komplex gehemmt 
ist und nicht lur Reproduktion gelangen darf. Der Komplex selber verfügt natürlich 
vollkommen über sein Material, sogar hypermnestisch.) Diese Zuriickführuug der 
Keproduktionsstb'rung auf eine allgemeinere psychologische Jii^entarnlkhkeit seheint 
mir etwas zu erklären. Selbstverständlich gilt die Hypothese nicht für alle Fälle, 
denn dann müßte man zuerst versichert sein., daß alle Störungen von außen („m- 
fällige") völlig ausgeschlossen .sind; meine Hypothese gilt nur für die Mehrzahl, 
wie überhaupt auch nur für die Mehrzahl aller Komplexmerkmale. 5. Die Komplexe, 
die sich im Assoziationse-Hperiinent ankündigen, haben meist Urüusttort, weshalb 
die Ausnah mebedingung h unter welcher der Komplex während des Experimentes 
steht, wohl atä H Verdrängung" qualifiziert werden darf. 

Es liegt Tfir nun ob-, die Grundlagen dieser Auffassung exakt nachzuweisen,. 
rl h. sii h^w^'Q^Ti, Hart Hipi RepTnHLilftion^siornnfipn TfnmpIpKiiiprlümalp 

sind und somit in der Regel mit den anderen Komple xmcrkmalen zu- 
sammenfallen. Die Methodik dieses Nachweises ist nicht zu einfach, denn wir 
müssen berücksichtigen, daO dk Reprodukttonsstörung, wie alle anderen Komplex- 
merkmale-, kerne notwendige Regleitung des Komplexes ist, und daß sie ferner, 
wieder wie die übrigen Komplexmerkmale, gar" nicht ausschließlich an die kritische 
Reaktion gebunden ist, sondern auch an der nächstfolgenden vorkommen kann, 

Duo h-äuligäte KuuipleJUiieikiiiul gibt die RcuM ii/ua^ei L. 

Reproduktion-sattfrutig und Reaktionszeit« 
Die nächitl Legende Methode der Vergleiehuag wäre die, daß man einfach das 
arithmetische Zeitmittel der nangelhaft reproduzierten Assoziationen mit dem 
arithmetischen Mittel aller Zeiten oder aller übrigen Zeiten vergliche. Diese Methode 
wäre aber nur dann einigermaßen zuverlässig, -venn die Keproduktionsstbrungen 
mit den z-u langen Zeiten zusammenfielen, Uern ist nun aber durchaus nicht so; 
die Verhältnisse liegen viel komplizierter. Es kommen folgende sehr verschiedene 
Fälle vor: 



,'Googl 



Original from 
UNIVERSITYCF MICHIGAN 



[X, OBER IHK KfcPRODUKTIQ^SSTiJRMNnEN usw, 69 



tt ..- , r^ * ,. „ ,111 lancer Zell, 

r. Kritische Reaktion mit < _ , , , 

Reproduktiontstomng ;. 

( Kritische Reaktion mit xu langer Zeit, 

Nachkritische: Reaktion mit Reproduktioiisstörung; 

(Kritische Reaktion mit Reproduktions Störung, 

Nachkritische Reaktion mit zu langer Zeit; 

._,.,., _ . , zu langer Zeit. 

4, Nachkntische Reaktion mit < ;. . 

Reprodukiionsstörung; 

5, Reproduktion Störung bei krkii.^her und nachkritischer Reaktion (iweL- 
gliedrige Slörunfjsreihen/: 

6, Reproduktionsstörung bei kritischer Reaktionund bei drei ond mehr nach- 
folgenden Reaktionen (drei- und viergliediige Störungsreihen), 

Diesen komplizierten Verhältnissen muß die Methode Rechnung tragen. Im 
IV. Beitrag der Diagnost. Assoc, siud. habe ich das wahischeinEche Mittel benützt 
zur Begriffiihesl rnmutig der „zu langen" Reaktionszeit in Berücksichtigung de* 
Um Standes, daß das arithmetische Mittel in der Regel unverhältnismäßig hoch 
liegt infolge der übermäßigen Beeinflussung durch ewzcssiv lange Zeiten, die natur- 
gtmüü nicht kompensiert ^rin kennen durch exzessiv kurze Zeiten, denn die Re- 
aktionszeit ist nur nach oben urthegienEt variabel. Das wahrscleüi liehe Mittel 
gibt darum im allgemeinen ein weit besseres Bild von der durchschnittlichen Re* 
aktionsgeschwindigbeit. Was über diesem Durchschnitt liegt, darf man im all- 
gemeinen als nicht ganz normal ansehen. Das wahrscheinliche Mitte, dar! man aber 
nur für große Zahlenreihen verwenden, sonst wird es zu ungenau, weil es dann durch 
kleine Zufälligkeiten in erheblicher Weasc verändert werden kann, bür kleine 
Zahlenreihen missen wir daher das arithmetische Mittel verwenden. Ich gehe 
darum vom. wahrscheinlichen Mittel des ganzen. Versuches aus und zähle zunächst 
einmal, ab,, wie viele Reaktionszeiten von mangelhaft reproduzierten Assoziationen 
über dem wahrscheinlichen Mittel, wie viele darauf und wie viele darunter liegen. 
Sind meine früheren Voraussetzungen richtig, sodürfte man erwartenjdieMehrzahl 
der ReptoduktiausEtöruii^cn über dem wahrscheinlich* 1 u Mittel zu 
linden. Diejenigen Reproduktionsst&rungen, die auf oder unter dem wahrschein- 
lichen Mittel liegen, können perevera torische seh und daher eventuell auf eine 
zu lange Zeit unmittelbar folgen:; man muÜ daher in diesen Fällen die unmittelbar 
vorhergehende Reaktionszeit prüfen. Eigentlich saute man auch cje unmittelbar 
nachfolgende Reaktionszeit untersuchen , weil die Zeitverlängerung au:h erst nachher 
erfolgen kann. Das würde allerdings ziemlich weit Führen, Ich habe bis jetzt diese 
Prüfung unterlassen» weil w mir schien, daß solche Fälle nidit =ii vuiiänfig sind. 
Vorerst wollen wir sehen, wie weit wir mit den beiden obigen Methoden kommen. 
Ich bemerke, daö bei diesen Methoden jede SubjektiTität vollkommen ausgeschlossen 
ist. Die Nachprüfbar keit ist daher gesichert. 

Das Material» das ich ab Grundlage meiner Untersuchung wähle, besteht aus 
2Ä Fällen, die alle bedeutend früher und zu änderet] Zwecken aufgenernrnen würden 
als zur Nachprüfung der vorliegenden Frage, Nicht ganz ein Drittel der Fälle wurde 

von mir aufgenommen ; die übrigen zwei Drittel ^Ufdcn von verschiedenen Assi- 
stenten aufgenommen, zum Teil st hon vor mehreren Jahren. "Unter den Versuchs- 
personen befinden sich nur drei geistig Gesunde, die übrigen sind Nerven- und 



,'Googl 



Original from 
UNIVERSITYCF MICHIGAN 



7° 



C, 3, JUNC- 



GeUteskmlce verschiedenster Art und von verschiedenstem ReaAtionstypui*. Das 

Material ist also von einer Buntheit, die niehts EU wünschen abrig läßt und die dArUftf 

einer Einheitlichkeit der Resultate die denkbar geringsten Chancen bietet. Ich 
stelle die Resultate in folgender Tabelle lusammen (die Zeiten sind alle in '/(Sekunden 
angegeben): 











MtnyaltuA l*prtKt. 














foMrllU 


«au 














üb« 


• St 


Wt4T 








d«ni 


s 


STTc- 










leben Miiul 


1, 


IL'I 


(J. 


Hebephrecie 


iqo Associationen 
Wahrscheinliches Mittel — 

ArilTimeliiteriM Mittel = 
35"/, a. Rlprod. 


22 

8.5 
BP 


i 


S 


[0,6 


".S 


A, 


Moral insanrty 


tOOAätiL 


W. M. IV 
A. M. ij,J 
45 In m. Repr, 


Je 


6 


5 


14,1 


10,1 


R. 9 


HfbephrriHe 


loo Aspe. 


W, M. 13,; 

a. M. 2o,r, 
Tj7 v ni. Repr. 


II 




4 




■ 1,7 


F. 


Paranoia 


EOO Av,rr. 


W. M. ll.c 
A M, 12.9 

11 'h m. Repr. 


n 


2 


; 


l*JO 


13.1 


H. 


KiLatünL« 


ISO As=4&. 


W, M. ja,» 

A. U. 30,3 
J3% m - Re " r - 


j.i 




■» 


«Sr» 


3'.» 


&9 


E[ r \-.icn;- m. Irnrrf r,li:T.V 


^O /U94!n 


W. M. 14/) 
A. M, Ij.o 
16% jm. Repr. 


<■ 




3 




IC^O 


w. 9 


Dementia praecoi 


]«X AS302. 


W. M. 10,5 
Ar M. 11,3 
jjlf, m. Rtpr. 


19 




24 




10,3 


G. 


OtganiAch. Schwachsinn 


Kü Assm, 


W, M. 4J H o 
tvjr% m. Repr. 


.31 


3 


31 


105,0 


d7,4 


Z, 9 


Dementia praecox 


ton Audi. 


W. M. lo/i 
A. M. 14^ 

1 j % :n, Rnpr. 


32 


6 


[3 


14,0 


10.7 


H-5> 


Dementia praecox 


ICO ASM«, 


W. M. 10,0 
A. M. it.; 

41 1, m. Repr. 


2Ü 


5 


[4 


gys 


"M 


V. 


Ircbecillitlt 


■ Co Assm. 


W. M. 11,0 
A. M. 11,1 
tSV, 10, Repr. 


lt. 


5 


7 


IO,2 


•4.I 


B. 


Mwal Tnianity 


1» A»W. 


W. M, t5,t 

A. M. i«.i 
30% Bi. Rtpr. 


il 


! 


4 


t-,8 


Is.i- 



\l Dk J'-ühlnr dieser beiden ftoloDDCi geben tiis urMtuntetiEcbc Mittel der KemtLofUEEiLeii 
der den mvorgelh-Jt irpuodaacrtcn aaraiitcJ'bfjf vorauf ehe odeit AsaouiJLlüaeö. I. inr de tnf .Jc«-ü 

W.M. liegender] mangetrhaEl re-pioiiuaetrten Assomlkiien., IT, lütr <9je inner denn W- M, liege-Edm 
mangt-Ltiiifl ltprodun-^t-cii ABä'mtitiüD'iij. 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜI-MLHIÜAN 



IX [JRRR DIE REPKODUKTlO^SSTOW'^r'rF.N USW. 



7' 



AwulationeD 
alker «nf -Hei 

dem weluielme. 
liehen Mittel 



K. y Dementia praecox iso Ajsoi. 

IC Q Dementi* praecox roo Assox. 

A. r'annoia top Aisor. 

B. Psychopaitte ii^Assoi. 
5. KatalOilir/ Ickj Assoz, 
H. Imbecilliiit 
S, Psychopathie 
K. Dementia prietox 
K. Q HimsyphLh 

S. l--.l-.i-.. li::.: 

/. p Nfitmal 



H. AlkoholkHnui und Imbe- 
cillität 



104 AästiE. 



£0 Assdz. 



» Assqr, 



A. Normal 

S. Moral intamty 

W. Ö Neurasthenie 



W. M. 17(0 
A. M. !l,S 
38% m. Sepr. 
W. M, 5,0 
A, M. T,r 
i^'l, m. Repr. 
W- M. IJ,J 

A. M r [3,9 

14% m. Sepr. 
W. M, iSio 
A. M. io,s 
37*4% m - Kepr. 
W, M. 11,0 
A. M. 14.) 
ja 7« ■"- Repr. 
W. M. 18,0 
A. M. 304 
17,B*/ fl m. Repr, 
W. M. 11,0 
A. M. IIA 
37*/, ■=■ *tpr- 
W. M. JJ,o 
A. M. iBj 
36*/, m. Sepr. 
W. M. 140 
A, M. 17,3 
46% m. Sepr. 
W. M, 3fV> 
A. M. 37,5 
2i*/ fl rn. Repr* 
W. M. 7f> 
A. M. 7,9 
£=,.■,, m. Rcpr. 

w, M. ro,5 
A. M. im 

3?*/, m. Repr. 
W. M. ;,u 
A. M. 7,» 
J3V. "■ R'pr- 

W. M. 7,0 
A. M. 7,« 
15% m. Sepr, 
W. M. \i,o 
A. M. 13.9 
40V, m. Kepr- 
W, M. 15,0 
A. M. r7.i 
31»/, m- Repr. 



7 - 



17,0 



5 ii*6 



S6,7 



IM 



",7 



0,6 
KU 

17.6 
16.& 
^4,4 

111,4 

B.S 

<5,.l 
S5.S 



8,6 



J ; Siehe AnJaerktuig & 151. 



1 Google 



Original from 
UHIVERSITYCF MICHIGAN 



J2 CG. JUNG. 

Aus diesen Zahlen kann man den Schluß ziehen, daß durchschnittlich flS>S% 
der mangelhaft reproduzierten Assoziationen bezüglich der Reaktionszeit über dem 
allgemeinen wahrscheinlichen Mittel liegen, 7,6% damit zusammenfallen und 30,2% 
darunterliegen. Rieses Verhalten stimmt mit der eingangs angedeuteten Erwartung . 
Durchschnittlich werden 33,0% der Assoziationen mangelhaU reproduziert. Die 
Zeit mittel der beiden letzten Kolonnen wollen mit der obenerwähnten Kritik be- 
trachtet Bein. Sic «nthahcn Fäll« von gana verschieterter Bedeutung. Wie gesagt, 
wurde nur die Reaktionszeit, die der RepradulUions§:&ning unmittelbar vorangeht, 
berücksichtigt, und zwar nur in den Fällen, wo die gestörte Reproduktion selber 
unter dem allgemeinen Ztitmitte) lag. Nun ist es aber sehr leicht möglich, daß die 
Reproduktionsstörang keine p^rseveratotische ist. sondern bei der kritischen Re- 
aktion mit kurzer Reaktionszeit liegt, und daß die liinge Reaktionszeit erst nach- 
folgt. Diese vorkommende Möglichkeit ist imstande h das Resultat erheblich zu 
verschlechtern. Wir werden es hier also mit Minimal zahlen zu tun haben. Immerhin 
Liegt die Zeit vor den hier besprochenen Reproduktion&störungen 
durchschnittlich um 7,6 über dem jeweiliger wahrscheinlichen Mittel 
und 4,1 über dem jeweiligen arithmetischen Mittel. Die Werte, die dieser 
Berechnung zugrunde liegen, sind allerdings ungemein schwankende. Gleichmäßiger 
und an Material reicher sind die Zahlenreihen der letzten Kolonne, Itir die allerdings 
wieder die gleiche Überlegung gilt wie für die Zahlen der zweitletzten Kolonne, 
Auch hier finden wir, daß durchschnitt [ich die Reaktionszeit r die diesen Repio- 
duklionsStöruilgen vorangeht, um 4,2 über dem jeweiligen Wahrscheinlichen Mittel 
und 0,4 über dem arithmetischen Mittel liegt, wobei wir uns daran erinnern, daß 

das arithmetische Mittel unverhältnismäßig nach oben verschoben ?U Sein pflegt, 

wie unsere Zahlen übrigens auch genügend demonstrieren. Auch diese Zahlen 
sprechen nicht gegen die Erwartung, sondern meines Erachlens dafür. Wenn man 
bedenkt, wie unendlich kompliziert und wie so schwer kontrollierbar die psychischen 
Vorgänge speziell &ut dem Gebiete der Assoziation sind h der muß eigentlich erstaunen 
über die relative Rcge-luiäGigßcit der Resultate., die sich sagar durch ein unvcll 

kommenes Schema nicht kompromittieren läßt. 

Störung seihen und Reaktionszeit 

In meinem Material -sind 63,9% aller mangelhaften Reproduktionen in Reihen 

angeordnet. Diese Tatsache zeigt, da_G man allen Grund hat, die mangelharte 
Reproduktion in Beziehung zum Komplex zu setzen, denn der Komplex mit seiner 
Perseveration ist Im AssoziatiorLsexpeciment. wie auch im gewöhnlichen psycho- 
logischen Leben (das man nach der Meinung von gewissen Leuten mit der Psychologie 
nicht zusammenbringen darf) ein Reihen bildender Faktor par excellence. Ist 
dieser AnalagieschJuli richtige so müssen auch die ütörungsreihen die gleichen Kom- 
plexmerkmile aufweisen, wie die Komplex reiben, also, vorerst einmal verlängerte 
Zeit. TJtti nicht unnötigerweise Tabellen zu hlufen, unterdrücke ich die Mitteilung 
der Individnalzahlen. Daß das Material zur DurchschnittsbeTechnung groß genug 
ist, ergibt sich aus der oben mi:geteilten Prozentzahl. Die Anzahl der dieser Be- 
rechnung ZQgrunde liegenden Reproduktions-storungen betragt etwas mehr als 600. 
Wir berechnen das arithmetische Mittel aller mangelhaft reproduzierten Assozia- 
tionen., die unmittelbar aufeinanderfolgen und vergleichen die Mitbclzahl mit dem 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



IX, ÜBER DtE XEPRGDUKlIONSSTOKUVGEtf USW. 73 



individuellen wahrscheinlichen und arithmetischen Mitte! der jeweiligen Versuchs- 
person. 

sgliedr. StGrungrreihen liegen durchschnitt], um 7,7 über tem Jeweili^i Wahrcch, Mittel 
3 „ „ n M „ 3,6 , „ „ Arith. Mitte' 
3 „ „ » M w 9»* , W. M, 

3 n pf h « h &t3 n M 11 A. M. 

4 „ „ „ „ « n fi W. H, 

4 m- n 11 ü ii **h+ i] 11 h A. M- 

5 und mchrglicd. Reihen „ „ „ 6j M H „ W. M. 
5 « 1. » „ M A - M- 

Wir sehen ein Ansteigen der Zeitwerte bis zur vicrglieririgen Weihe, die liinf- 
und mehrgliedrigeri Reihen liegen wieder tiefer. Dieses Resultat stimmt nicht 
übel mit der analytischen Befrachtung. Wir sehen nicht selten einen stallten 

Komplex über drei und vier Glieder perseverieren mit eventuell treppe nförmigem 
Absteigen der Reaktionszeiten. Je stärker der angeregte Komplex Ist, desto stärker 
werden cum grano sali* auch dit 1 von ihm ausgehenden Störungen sei:]. Bei längeren 
Reihen jedoch (die auch viel seltener sind) sind oft nachweisbare sonstige Störungen 
des Experimentes im Spiel, 

Wir können die beiden Kapitel dahir. zusammenfassen, daß wir sagen; 

In der Hauptsache fällt die Reprnduktionsstöru np auf eine zu 
lange Reaktionszeit; wo sie nicht damit zusammenfällt, pflegt die 
vorausgehende Reaktionszeit in der Mehrzahl der Fälle zu lang zu 
sein. [Die Frage der nachfolgenden Reaktionszeit lassen wir in suspenso» da sie von 
sekundärer Wichtigkeit ist.) 

Man kann noch eine andere, vielleicht noch instruktivere Methode anwenden, 
um die höheren Züi warte der Störuugsraihcn zu veranschaulichen. Ich nehme 
aus meinem Material die 34 Fälle mit gut entwickelten Reihen und ordne dieselben 
in zwei Kategorien folgendermaßen übereinander an: Zuerst nehme ich diejenigen 
Reihen, die mit einer Reaktionszeit beginnen, welche länger ist als die der unmittelbar 
vorausgehenden Assoziation, also z. B. : 

K ■ i'i.; rtpH«L 
der Feiten 

6 7 

II 

- s 

— 14 

usw. 

In dieser Weise ordnete ich 119 Reinen dieser Kategorie übereinander an h 
addiert« die einzelnen Kolonnen und dividierte durch die jeweilige Anzahl der 
Summanden, 

Die zweite Kategorie betrifft diejenigen Reihen, wo die Störung erst einsitzt 
mit einer Reaktipnszeit, die kQraer ist, als die d*r unmittelbar vorausgehenden 
richtig reproduzierten Association. Zum Vergleiche nehme ich noch die Reaktions- 
zeit der zweit vorderen Assoziation hinzu (gleichviel oh diese richtig oder unrichtig 
reproduziert ist. D.ejenigen, die mit „Fehlern" kompliziert sind, habe ich aus. der 
Berechnung ausgeschlossen t obschon solche Reihen meine Resultate noch bedeutend 
drastischer gestaltet hätten), 



I , Original from 

JNIVER5ITY0F MICHIGAN 



Hiabtijr repre- 
duüiric Ammax. 


1- SlOruqg 


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13 


35 


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111. '-! : i i [; 


Att^i.ain Srhluli 
der Reüie 


ZI 


— 


Kl 


55 


T2 


13 


20 


— 


9 



7+ c, &. juwo. 

Diese Kategorie seist sich also folgendermaßen zusammen: 

14 17 8 

12 '5 '3 

5 .(ü TZ 

USW. 

In diese Kategorie fallen 56 Reiben. Einige wenige Reihen, wo die richtig 
reproduzierte Assoziation und die erste Störung der Reihe die gleiche Reaktionszeit 
hatten, habe ich zu gleichem Teilen auj beide Kategorien verteilt. Die Resultate 
sind folgende (im arithmetischen Mittel und in Ve Sekunden angegeben): 

T. Kategorie. 

...j lüchliE; reprod. 

htieiiiipj Kpf . ; Si^nm- IL StOnmi; Hl Störung JV. Stflranr V.SMftms Aifeiz.inStJiliiD 

*• **» d W K«h. 

14,6 37,2 szß 23,0 33,0 2;,o 17a 

II, Kategcric, 

„ k... Mi-: r: <:. llkhUe rrprwl. 

VenHlf*blB4a AaML mj . , Siamn^ II. Saenlnp lILSun-vn^ Aitei.eonSlhlub 

•■iiallHn Une _ R £ j„ bh 

iS,3 asj 13,3 227 30,0 17,6 

Das durchschnittliche arithmetische Zeitmittel der hier verwendeten 24 Fälle 
betragt i9&. Wir sehen dilier, daß alle unsere Zeiten mit einer Ausnahme be- 
trächtlich über diesem Mit:el liegen. Die Ausnahme fällt aul diejenigen Reiiro- 
duttionsstörungen (IT. Kategorie), die unmittelbar auf eine längere Zeit folgen. 

Repradulctionastärung und wAtirüKherntTehew 7«tTnirr«1. 
Wenn, wie durch die bisherige Untersuchung bewiesen erscheint, die Re- 
produktionsstürjng hauptsächlich in Verbindung mit zu langen Zeiten vorkommt, 
so darf man die Vermutung wagen, daß die Anzahl der Störungen mit längeren 
individuellen Zeitmitteln du.rchschnittl.ch zunimmt. Dies schiint. nach meinem 
(beschränkten) Material wenigstens, tatsachlich der Fall zu sein: 

Bei einem wahrsch. Mittel von 5—10 linden sieh durchschnittl. Repr.-Stör. 29,7 
„ „ „ „ ,, io,5— «5 .. ,• .. ■■ 31.8 

,, „ 15,?— 30 .. .. .» .. 31.8 

,, ,. >> ■. n. 3°,5 u - darüber ,, „ „ 44,2 

Zur Klärung dieser Frage speziell bedarl es aber noch ein« weit graueren Materials. 

Reprodultionsstörang und Komplex merkmale mit AusschJufl 
der au langen FealUonszeit. 
Außer den zu langen. Reaktionszeiten habe ich als Komplexmerkmale gefunden: 
Reaktion mit zwei oder mehr Wort™, sofem Versuchsperson ecivübnlich nur mit 



1 ) Die IV. und dl* felfl*ad*n ^"n-unnen l»xe icb W*g. da sie aaf ClliC ZU klein« Zahlen. 

T*il»e litater lu) basiert siatL Sie liegen aber aLc betnieli üicL Übel dem allgemein«! ariüjjiieüscW 
MitUl! Sehen ü«billi>, »eil iunlig mal rfei Länge rlei ReaiUonueit tlit Aniabl und dit Reihen 
,L>| [ttjjroduluioiisEtfänjDBtTa zunehmen. 



I , Original from 

JHIVERSITV OF MICHIGAN 



rx. ÜBER DIE REPROEUKTTONSSTÖRTJNGEM üSW. 75 

einem Wort reagiert, Reizwort Wiederholung, Mißverstehen des ReiivorteSp Fehler, 
Versprechen, Übersetzung in eine fremde Sprache, Reaktion mit cbiefn sonstigen 
ungewöhnlichen Fremdwort, Einschaltung von „ja" oder sonstigen Ausrufen Vor 
oder räch der Reaktion,, ur.ge wohnlicher Inhalt ier Reaktion überhaupt, inhaltlich« 
und formale Perseveration usw. Die Wertung der Ungewühnlichkeit des Inhaltes 
und die Beurteilung der inhaltlichen und formalen Perseveration unterliegt subjek- 
tiven Einflüssen. Ich. lasse die beiden Kriterien darum bei meiner Untenllchnn^f 
weg. Ich nehme davon blt>Ü die ganz offenkundige Perseveration eines Reaktion s- 
Wortes, das m der folgenden Reaktion völlig identisch wieder auftritt. Ich wählt 
aus meinem Material die 10, Fälle aus, die dadurch charakterisiert sind, daß sie haupt- 
sächlich mit nur einem Wart reagieren. Ich zähle ab, wieviel von den oben 

aneefcbc neu KomplcxRierkmaJcn im ganzen Vers uch vorha ndcn 

sind und wieviel davon auf die mangelhaft reproduzierten Assozia- 
tionen entfallen 

Die folgende: Tabelle enthält die Resultate dieser Untersuchung üi Indivtdual- 
za bleut 

Richtig Mangelhaft 





«produnerte Assoiiationen 




KompLexmerlcmaJ« &om pitunftflcnnuJ e 


I. 


0,08 


0,16 


2. 


U,ll 


a,$i 


:■ 


«wg 


0,27 


4. 


0,03 


0,11 


5- 


0,15 


0,10 


6, 


0,11 


0,28 


7- 


0,37 


0,40 


S: 


o,tf* 


o,z6 


9- 


o.rti 


D,l6 


ro. 


D,I2 


0,4z 


n. 


0,27 


0,39 


LS, 


0,03 


0,18 


T 3- 


0,06 


0,15 


14, 


0*01 


p,m 


15. 


0,06 


o,33 


16. 


0.S3 


0.29 


If- 


0,04 


o,i3 


18. 


0,31 


AJ4 


19- 


o,iS 


o,»9 



Wenn man bedenkt, daß nicht alle Kemrplcxrcalitiancn mangelhaft rtprodu* 
ziert sein missen, und daß die mangelhaft reproduzierten Assoziationen bloß ein 
Drittel aller Assoziationen (in meinem Material) ausmachen, so ist das- Resultat, 
das uns obige TabeLe vermittelt, doch recht bemerkenswert: Wir sehen, daß ohne 
Ausnähmt in jedem Falle mehr Kornplexmerkmalc den nachmals mangelhaft 
peprotiiizterten A^uiiiiüujitii z-U fiiEeu \ jsit aiiid alsy jn der Regel ülitn cum voraus 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



?6 C. G. JUNG. 

gekenn zeichnet. Die mangelhaft re produzierte- Assoziation weist durch- 
schnittlich etwas mehr als doppelt so viel Komplesmer kmale Auf. ah 
die richtig reproduzierte. 

Zugamrr.enfasaunfj. 

Bei meinem äußerst ungleichartigen Material findet sich eine zweifellose Be- 
ziehung zwischen mangelhafter Reproduktion und zu langer Reaktionszeit, und. 
zwar so, daß Reprüduktionsstörungen biuptsachlich tei zu langen Reaktionszeiten 
und zum Tfil auch nach solchen vorkommen. Ferner hat die nachmals mangel- 
haft reproduzierte AssoT-iation durchschnittlich doppelt so viel Komplexmerknuale 
(mit Anschluß der zu langen Zeit, des subjektiv zu wertenden Inhaltes und der 
entsprechenden Perseveration} als die richtig reproduziert*. Daraus geht ut>ei- 
liaupv hervor, dafl die Komplexmerkniale Tendenz haben, sich um bestimmte 
Associationen zu gruppieren, wobei natürlich ohne Analyse durchaus nicht ein* 
zusehen ist, woher die Beziehungen der so verschiedenen Komplex merkniaJe stammen. 



f ,-* Oricinal fron 

UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



Arbeiten *iu der p3jTbintfiscb*ii lTnhers]titskLirii.li iit Zürich toter Leitung von Dr. Jude. 

Diagnostische Assoziations Studien, 

X. Beitrag. ■ 

Statistische Untersuchungen Über Wortassoziationen und Über familiäre 
Ütereins'Jmmuae im Reati:onstypUB bei Ungebildeten. 



Emma Füret, med. pract., 

je^. II .Hciistciuänüii der Klinik. 

Da das Assotialionsexperi;nent, wie es in hiesiger Klinik ausgebildet 
wurde, mehr und mehr iu einem wichtigen Hilfsmittel der psychologischen 
Analyse wiixl, fii> tiGchciiit ca wüüsctciis-frcit, die von Jun^ und Rjklin 1 ) 
begonnene Untersuchung der Assoziation in der Breite der geistigen Gesund- 
heit weiter m führen und die Erfahrung namentlich durch Sammlung eines 
gröDeneii Materials zu bereichern. lel habe mir darum, auf Anregung von 
Herrn Prof, Bleuler und Herin Priratdcseut Jung, die Aufgabe gestellt, 
statistisch zu unleidlichen, welche Assoziationen im Bereich des Normalen 
hauptsächlich vorkommen und welchen Einfluß dabei Geschlecht, Alter, Bildung 
und Familie haben. 

Aus praktischen Gründen zerfällt die Arbeit in iwet Teile, Im vorliegen- 
den ersten Teile werden die Versucbsergcbriisse tei den Ungebildeten be- 
handelt. Im zweiten Teil, der später erscheinen wird, solen die Verhältnisse 
bei den Gebildeten zur Darstellung kommen, ebenso die SchluSreaultate der 

freiamten Untenucfcung. 

L VersuchsariordminR. 
Assoziationen wurden aufgenommen bei 24 Kami] eu mit zusammen 
ICO Versuchsper9or.cn, 41 männlichen und ;S weiblichen Gescbtechts, vom 
9. bis Sl. Lebensjahre. 

Es nahmen teil am Versuch in: 

4 Familien je 2 Versuchspersonen 



ö 


,. 3 


3 


„ 4 


4 

3 


,: 5 

„ 6 


2 

) Kamilie 


„ 7 
10 „ 



Die Zuaa.mm-erjsetzu.Dg des Materials ist sehr gleichnamig', was Sprach- 
Verhältnisse an betriH t. Wir die letzte Familie aus 10 Versuchspersonen ist 

') }wg und Riklin: IJntcnuebuiiigeii üt^r Aootinlivuru G**mul«r UiairniHiL Amo-i,- 
SUul. BcUfi£ I 



Oricinal fron 
UMIVtrttllYÜhfvOIÜAN 



7 3 EMMA FÜRST. 



österreichischer Nat.onalitaf:; alle anderen Versuchspersonen -Bind Ostschueiaet 

und sprechen gewöhnlich Dialekt Iji bezug auf Intelligenz und Bildung ist die 
Zusammensetzung dagegen eine sehr ungleich mäßige. Die Untersuchten gehören 
allen Intelligenz- und Bildungsstufen an, von gänzlich ljninte!|!igenten undUn^e- 
bildeten bis SU sehr intelligenten und gebildeten. Versuchspersonen. 29 Vcnurh^- 
personen haben nur VolksachuLbildunrj und 35 Sekundäxschulbildnng. 14 haben 
eine Mittelschule durchgemacht und 8 Versuchspersonen habep eine senstige 
dieser entsprechende Bildung. 14. Versuchspersonen sind akademisch gebildet* 
' Von den. 34 Familien haben in lj Familien alle Versuchspersonen un- 

gefähr das: gleiche Bildungsniveau; in ti Familien ist dasselbe teils ziemlich] 
tetla sehr verschieden. In 11 Versuchsfamitien warnen alle Familienglieder 
zusammen. Das Experiment wurde bei Normalen ausgeführt. Doch finden 
sich unter den Versuchspersonen einige intellektuell selr tiefstebende mit 
imbeiilkn ZiiEfeti; einige andere, hesonders Frauen, zeigen leichte hysterische 
Symptome, trad unter den alten Versuchspersonen weisen einige die physio- 
logischen Alters Veränderungen auf. Es sind aber alle sozial existenzfähig, — 
Es wurde darauf geachtet, daß die Versuche nicht in einem Ermüdungszustin d r 
gleich nach einer größeren Mahlzeit oder am späten Abend gemacht wurden* 
Id Ewei Fä!le:i, wo der Versuch zu keiner anderen Zeit als am späten Abend 
ausgeführt werden konnte, lieferte er ganz abnorme Resultate, Die eine Ver- 
suchsperson sah nur immer das Reizvort geschrieben vor sich, fand aber 
kerne Asauiidtion läcu. Dci ciuec ctnücica Vtisuchs^jciiun winde afrends 
fo Uhj nach sehr angestrengter Tagesarbeit nnd mäßigem AlkuholgenuG ex- 
perimentiert. Versuchsperson sichte die Müdigkeit zu kompensieren durch 
eine übermäßige Anstrengung der Aulmcrksjjnkeit und forderte trotz guter 
Intelligenz Assoziationen wie die einer Imbezillität zutage. Eine zweite Aufrahme 
konnte aus äußeren Gründen nich'. atattfinden. Diese beider Versuchspersonen 
wurden selbst verständlich eu dca Durch schn.tlsbcreehnun^cn nicht benutzt. 
Außerdem mußte noch ein 3 1 jähriger Mann ausgeschlossen werden, der sich 
als Dementia senilis mit Vcriolguu^sideen herausstellte und 61% Klaugreakticnen 
lieferte. Jn allen drei Fällen handelte e£ sich um Männer; die Zahl derselben 
reduzierte siet dadurch auf 30, -die ücaamlzahl der Versuch apersenen aut 9?- 
Vor Ecginn des Versuchs ^urdc oer Versuchsperson ;cwcilen an einigen 

ÜaJBpicIen di* verschiedene ei AiäEoziaticnsiiiofTlichkeitcn gCaeigt Und ihr ein- 
geschärft, nur mit einem und iwar dem eisten ihr einfallenden Wort zu 
reagieren* Bei 90 YcrsucJnapersouca wurden je 200, bei 10 Versuch apersö neu 
je 400 Assoziationen aufgenommen. Meist wurden in einer Sitzung 200 Asso- 
iiationen aufgenommen. Nur in zwei Fällen mit hohen DcEinitionäzälÜeii Und 
iebi langen 11 cak tic jn sz c i tc .1 mußte die Aufnahme in zwdi EjitiiingGii , die Im 

gleiche.! Tage erfolgten, geschehen. Die Versuche wurden mit den ein- 
leinen Versuchspersonen jeweils allein, vorgenommen, d L h., nicht im 
Beisein anderer Fam.licnglieder, Die Reizwörter wurden den Versuchspersonen 
in Schriftdeutsch zugerufen. Für die Versuche wurde das Ju nasche Reiz- 
vOrter-Schema benutzt, dessen EigcntümlLehtsitcn Im Ell. Beitrag" der Dia- 
Ifnostischen Assoziationsstudien geschilfert sind, Die Gesamtzahl der aufge^ 
uommcnen und verwendeten Assoziationen beträft rund 22QOO. Bei St Ver* 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



fc. UNTERSUCHUNGEN UBEK WORT ASSOZIATIONEN USW, 7<> 



suchspersonen wurceii die Assoziationen von mir &dbst aufgenommen, bei 
ig Vtrsurhspet&ü-rte« v V n vier Küllegtri ivsy, Kolleginnen; sg handelte sieh 
um ihre näcrsten Angehörigen. Zeitmessungen vürden bedauerlicherweise 
nicht vorgenommen, da der Beginn der Untersuchungen in eine Zeit fiel (1905^ 
wo die HedeuUnig der Reaktic-nssciten noch nicht ganz klar war. Auf diesen 
(Jmstand ist es ziiruckz-u fuhren r vfeßfl meine Untersuchungen sich wenig «der 

Ejar .nicht mit d-til CmflüsätJi dui Kl?ljl[>]l _ al _ jefaaaön wciiJtrii , ubacliOai ■ .■.■.■\,,- 
für die Konstellation eine Hauptbedeutung haben. 

II. Ei.nieilu.ng, 

Das Material habe ich nach der von Jung weiter ausgearbeiteten Krä- 
pelin-Aschaffenburgscticn HiiteilunjjsmethDde klassifizie rt. l ) 

Gegen, das J j n gscJb c Einte ilungssche rr.a wurden, vo n dei Kritik zum 
Teil rlir .gleicher Fvinwfinrlf» unrgfthrarht , wip kp i n f*r*.pit fjp^pn rli.-» Kräpplin- 
Asch äffen burgsche liinteilung, Dab?i wurde troti der ausdrücklichen Vcr- 
Wfthfltfig von jung z, B. von Watt ein Irrtum bedangen mit der Annahme^ 
Jung uie-iuc mit seiner limtciluiLg die Intrapsychis-riie Assoziation n: treffen. 
Davon ist natürlich keine Rcde 1 wie sich jeder aufmerksame Leser des L Bei- 
trages der DiafjnoEttschen Assoziation Estu dien leicht kitaerieufren kann. Der 
Jungache Einteilungsmod'is ist ein bloD lojr i isch-sprac'b]iclher : und prä-j radiziert 
nichts in Hinsicht der intiapsychischen Assoziation. Immerhin läßt sieb aber 
aus dem Ge samt res ultat ein RückschLufl machen auf den itvtrapsychisciieti 
Vorgang im allgemeinen, wie das in der Jung-Rikl inscheri Arbeit hin- 
■ichtlieh. der Aufmerksamkeit Geschehen ist. Wie gesagt, känu die iüß-cit 
Einteilung nicht direkt über die inneren Bedingungen der Assoziation etwas 
ausmachen; dieses Geschäft soll sie auch gar nictit besorgen; -dafür ist die 
psychEinalytisch.e Methode da n auf welche der VT. und VIII. Beitrag; der Dia- 
gnostischen Assoziationsstatlien näher eintritt. 

Daß das nach Logischen Gesichtspunkten abgela&te Eiuie.lungsscbema 
nicht bloße Zufälligkeiten und Willkürlicbketteci zutage fordert, zeigen ain 
besten die fiesetzmäüifren, in Zahlen aiisdrürikbareii Veränderungi-n d£f Re- 
aktionen bei gestörter Aufmerksamkeit, Cewifl trifft die Einteilung lange nicht 
alles Wichtige; aber sie Irin"! vieles, cas der Untersuchung lohr.t. Ict habe 
mich deshalb träte angegebener vieler Schwierigkeiten zu dieser Einteilung 
entschlossen, da mir eine bessere vorderhand nicht bekannt ist. Ich verweise 
deshalb ;mf 3eätrag I der Diagnost. Asfioj.-Stud. 

IH. Vereuchaergebnisae* 
Wie die folgenden Untersuchungen zeigen werden, wurden ron dea Ver- 
suchspersonen einzelne j^ssoziations formen ganz besonders bevorzugt. Eies 
gilt uisbciuLideie iiii die jjikidikaLi v-i Bei.thuci^ Substantiv -Adjektiv und 
umgekehrt (Prädikat typusj. Nach der Häufigkeit tief verschiedenen Asso- 

l j Aseüitietttnirg: Ki^iriätLdniKiiE simiLsn nber Asaoii-mwnen ; (K.Täpe]iDF r'sycboluipT-rb»; 
Atbciteiij mkd Uo.tcnu'cliJDgca über Aswdationeo Ciesuader. UiagDosl. Assor.-Stud. I. Bci^-ig, 

E» wordta am JmjjscbeD Schtm* flllcrdiigs gewiss* AfltteriiJigtD Yü/etttanrncn, i1:c unttn 
aäJacr ciärtcrt w:id*u. 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



So 



EMMA FÜRST. 



ziationsqualitalen bei einer Versuchsperson ILeCeai sich fünf verschiedene 
Assoziationstypcn unterscheiden, zwischen denen sich Übergänge finden. 
Bei 50 Versuchspersonen waren zwei oder mehrere Assozialionaqualitaten, z. B. 
Koordinatione:i und motorische Reaktionen oder Koordinationen und Prädikate 
oder Prädikate und motorische Reaktionen usw., 13 ungefähr gleich« Anzahl 
vertreten. Ich faikc diese unter den Kamen gemischter Typus zusammen. 
Bei den übriren Versuchspersonen prävalierte immer eine bestimmt* Asso- 
ziationsqualität über die andere und betrug annähernd mehr als +Ü l / i alter 
Assoziationen. 

Fast bei jeder Versuchsperson bin ich auf mehr ode: weniger deutliche 
Kcrnplexphänomene ^estoflen. Ein ausführliches Eingehen auf dieselben 
in alten Fällen war wegen der Grüß* des Materials, dein Mangel an Zeil- 

meEeun^eTi und Analysen ni-eht möglich- - B«i der nun iolg-enden Eee-chrei- 
bung der einzelnen Familien ist öfters eine gesonderte Beschreibung auch 
der einzelnen Versuchspersonen notwendig. Ich habe mit den in bezug auf 
Intelligenz und Bildung am tiefsten stehenden Familien begonnen, um die 
Vcraudctung des AsSuziationStypuS mit zunehmender liildung" zj zeigen. Dieses 
Vorgehen rechtfertigt sirh aus der Tatsache, daß die Bildung einer der- 
jenigen Faktoren ist, der am intensivsten die Qualität der Reak- 
tionen beeinflußt. Alle Zahlen in der Tabelle sind in- Projentenj angegeberj. 

Jn mehreren Familien hat sich eine auffaltende Übereinstimmung zwischen 
den. Kamllienglicdern puiaklo Assoziationsqualitat ergeben. Um die Überetn- 
stimmung resp. Differenz in einer einfachen Zahl auszudrücken, stellte Herr 
Dr. Jung 1 folgende Rechnung an: 

Man stellt die todiiiduatiahlen lueier zu vergleichender. Familieaglieder 
zusamiTL-en, eebf*3bt die DiffererMten heraug-, addiert eie und dividiert dieSutnme 
durch die Ansaht der Eiüteilungsgruppen, 

Beispiel: 



Aisoiiitiflnsquilität 



1, Koordination ..,*.,..,.,,.,,.,•. 

2, SUD Ulld :-'■ ;ir-:n. H:.ili. 11 

3, Kohtra&tasstniation . 

j. Wenorädikale 

$, Sorns-tijjf* Prädikate . , 

6. Subjekt- und Objelttverhlhnii . , , . . , , , , . 
Jl Bestimmung von Ürt> Zeil, MiLlel v&vr, . , , r . 

&, Definition . , , . , . 

Dj r Koexistenz . ..__...**.. 

io L Identität . . 

IL Sprachlich- motoria: he Verbindung T . 

13, WorttUS&mrr.eTisetaiicif r ...... , 

15, Wortergänran-jf ...... 

tj. KlwngBsrotisjn'nn. 

Tj. Kestgruppe (Kehier, sinnlose* miftelbänE AiäöiJAtlönO 



4! 

1 

u 

2: 
*h5 



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Total =- 
durchschnitt- 
liche Dilftreni^D; 



7M C 



n,S 



Digitizedb) 



Original from 
JNIVER5ITY0F MICHIGAN 



X. UNTERSUCHUNGEN ÜBER WORTASSOilATlOtfKfl U£W. 



Ei 



D gibt iwar nicht in idealer Weise die typisch« Differcaigräü« an p ist 
aber praktisch dcch eine gast brauchbare Zahl T welche die loost sehr weit- 
läufige Darstellung der Unterschiede beträchtlich abkür/.t. Wie die obige 
lübtllr zeig!., vfuide lEci UnLrraiHiiedaljereLbiJUJig cj LcjEj L Jic austiihrlit:be Juny- 

schc Klassifikation zugrunde gelegt, erstens aus 4cm Grund? der größeren 
Einfachheit und zweitens aus Rücksicht auf den Umstand, dail ein« feinere 
Einteilung auch die Zahl der nicht iu vermeidenden Willbürlkhkcitcn erhöht. 
Alle diejenigen firuppen, deren Zuteilung entweder unsicher oder sehr wenig 
frequent ist h wurden deshalb in gemeinsame Gruppen zusammengezogen. So 
wurden die Beiordnungen durch gemeinsamen Oberbegriff, Ähnlichkeit, innere 
und äxttcre Verwandtschaft und durch Heispiel und die Kausalibhängigkert in 
die Gruppe der Koordination zusammengenommen.; ebenso wurden die sprach- 
]ich-motorisCh«D Verbindungen lind die Zitate vereinigt. Die Zusammenfassung 
von mittelbaren Assoziationen. Fehlern und sinnlosen Reaktionen rechtfertigt 
sich daraus, daß dies« Gruppen in der Reget nur als Störungen aufzufassen 
sind, deren Einzelwertung für vorliegende Untersuchung nicht in Betracht 

kommt. Dj-c Zuteilung; iu den übiejea IJ Gruppen ist im g^Finitn recht einfach, 
wenn man sich dabei an gewisse logische Normen hält und dürfte deshalb 
annähernd befriedigende Resultate ergeben. Die folgenden Ergebnisse scheinen 
diese Ansicht zu rechtfertigen: 



A. Beschreibung der einzelnen Versuchs-Familien. 
FamUi* L 
töjährige Tochter. Glätterin; Mutter. 45 Jahre alt, Wäscherin; Vater, 

4]r Jahre alt, Schneider ; atle j VerEuohaptJfHonen sind sehr unintelltgent und. 

tief ungebildet. 





— 








V t t ■- 1 - h :| r- '. ■•-.*■ -\ 


Wert- Sonstige 


iontre As- AaBoiia- 


Kl.aj: 


1 EUik- 

! U0ILE-B 10. 


Typus 






uidiLita: PraJitite 


Tariotiüi* , n ticiK-D 


re Aktionen 


5-fefcim 




ViMr, 


47 Jahre . . 


8,5 j 21,0 


i sw 


'9.5 


,_. 




9 


Gemischt 


Mutter 


4j Jahre 


SS*° l J.5 


1,0 


c%B 


— 




63 


Prädikat 


Totti« 


r, 16 Jahre . 


98,0 | 0,3 


! 


LS 

l 




9S 


!■■ i.lU.,i 




Reiiwurt 


Vat&r 


Mutter 


Tochter 


1. 


£TÜn 


Farbe 


Freude 


ist schön 


i, 


Waaaer 


bläulich 


putes 


ist aUtsIkh 


J- 


stechen 


!iii: Messer 


LuiTiebtant 


ist nicht gut 


4. 


Engel 


Erscheinung 


i-üt, immer gut 


kdAd 


5- 


fefuj 


Mai 


Tichtijf 


ist lang 


6, 


Tisch 


Hetul 


ist gern 


Lsi nützlich 


/■ 


troüdg 


Herten Esachc 


widrig 


i ■■■ nicht schön 


S 


5to;j 


hl Unedel 


schlechtes Zeichen 


ist Auch nicht schün 


'/ 


bÖS 


nicht gut 


ibscheulich 


ist bös 


10, 


freundlich 


Gern ütsstimmung- 


ist gern 


ist schür) 


II, 


tragen 


'.■!:.■> I..i.-.' 


ist gut, i-st jjern 


ist iCliün 


1:. 


Staat 


Geietigehung des Volkes recht sc 


nützlich 


i>lib 


rp-.smche AuuL 


li l.i. ■■; 1 11. IJ. 










i- 





Digitizedrj) 



Original from 
JNIVER5ITY0F MICHIGAN 



& VMKJi FÜRST. 



ßeiivort Vater Mutter Tochter 

ij. Stengel SüJStioU^trtgtl muß sein ist achön 

Tinte schwäre gut, niiülich auch nützlich 

reich Rentier gut für alle Fäll« tat auch schfln 

H«rg hoch o, schön schUn 

Salt ■ '■■■ - Eh« sehr gilt nutzlkh 

SLcte der Völler sehr gmt gute Sitte ■ '■■. 

dumm einfältig i*t dumni ist dumm 

Zahn im MunJ ist gut N st nutzbar ist schön 

Die Tochter ist eh exquisiter Frädäkattypus. Sie verwendet durch den 
ganzen Versuch fast atisEchüe Glich die Reaktionen: gui t schon h nützlich und 
ihre Verncining'cn, 

An manchen Stellen ist die Rcakli ans form ^anz unpassend und sinnlos, 
wie t B, tragen — ist echOn-, Teil — ist schärt; Mannt — Ist schön j breit 
— ist schön. Sehr charakteristisch für die Beschränktheit der Versuchsperson 
sind auch die Identitäter, die lebhaft an JmbtziJliLät erinnern« Eb fallen ihr 
Selbst ihre häufigen Wiederholungen auf; sie sucht nach einer anderen Asso- 
ziaiion, findet aber keine und wiederholt einfach das Reizwort in S-itzJorm : 
iaTig — ist lany. Uci dieser Versuchsperson könnte allerdings ein leichter 
ErcationssUiper mitspielen „ ob sc hon sie im Momente des Versuchs n.cht be- 
fanden erschien. 

Der Gesamteindriick ist aber doch der der Befangenheit. Man "rindete. 
sich an die JimstellungsschwierigkeLteri der Wehrt in sehen imbezillen^ hier 
scheint es sich um etwas Ähnliches zu handeil, Wie die Vergleichung der 
ob.gen Beispiele zeigt, herrscht zwischen Tochter und Mutter ein hoher 
Grad von Übereinstimmung 

Die Mu :■ ter zc:.i:t_ mich, in der feineren UciscbafTcnhrit der Reaktionen 
ilie gleichen Verhältnisse wie die Tochter, unterscheidet sich aber dtxch eine 
ettrass freiere Auswahl von Prädikaten, die sich auch im Vorhandensein einiger 
sachlicher Prädikate ausspricht. Doch verfügt auch diese Versuchsperson über 

einen sehr dürftigen Wertschätz, 1 } So findet sich: „gut. ist gut, sehr gut, 
immer gut, Lst nicht £ut" 5 4 1 11 h I ; ^schtin* 1 und rn ist schön" 1? mal ■ ri nützlich" 
lOinäl; „notwendig"' "mal; „muH sein"" 5 mal; „auch recht 1 * 2 maL 

Im Gegensatz zu der Tochter, va wir zwar Werturteile, über ohne stärker 
ausgesprochene subjektive Wertung haben, sei^t die Mutier ein etwas deut- 
licheres Vertreten des eigenen Ich. 

Beispäelei 



Reizwort 


Tochter 


Mutter 


gdb 


nicht schön 


nein, mißliche Farbe 


r.ru 


schön 


viel lieber ,ils alt 


Buch 


nühlldi 


gut-» Itab' Ich g*m 


Pro ich 


nicht scl'.üii 


lieb* ich nicht 


Pflaume 


gut 


Hebe ich 


Kaffee 


nützlich 


ich Liebe den Kaffee 



Man darf aus dieser etwas freieren Reaktionäre isc auf eine geringere 
Uelangenheit schliefen. Viele linkische Reaktionen („ist gern, ist liebtam, ist 
unliebsam" iis-v.) deuten Jas tiefslchcmle intellektuelle Niveau an, 



- Dien; BiiEiicrlcuiig gilt luuidkb unc fü: [ku psych bi-heu Zustatuä wü3t«iiJ d>$ EgpeEiiveutcii. 



I , Original from 

JHIVERSITV OF MICHIGAN 



V. lllMTJrRKTirT-HTNrfttr.U frBFR WrraTASSflZUTTnVTtW 1t*W. A3 



Der Vater gehört dein gemischten Typus an und zeigt ein D.b weichendes 
Verhalten sowohl gegen Frau als gegen Tochter. Allerdings haben wir Doch 
Z9t5*/g Prädikate, die aber qualitativ nur geringe Übereinstimmung zeigen mit 
denen 4er iwei vorigen Versuchspersonen, 

Das intellektuelle und Bildungsniveau der Versuchsperson drückt sich 
deutlich in folgenden Zahlen aus: 

Bestimmung von Ort. Zeit usw, n\ 
Definition 1 1 */ 

BekaantJich bevorzugen Imbezille diese Assoziati ausformen. Außerdem 
fiuderj sici noch viele Linkische jnd geschraubte Reaktionen. 

Beispiele: 

Angst: LkTieDsbeldejimunp 

küsse nr Entbindung der Liebe 

Familie: besteht aus ELtern und Kiruitm 

Kuh: tut wiederltäuei 

Safa: ar.E^uEhmes ::wsgcrät 

Verstand; liegt im frfhin:,. 

Diese Reaktion&weise zeigt große Ähnlichkeit mit derjenigen, wie sie 
Wehrlin 1 ] bei leichterem Grad von. Imbezillität gefunden. Hier wie dort 
haben wir die Einstellung auf die Bedeutung der Reizwörter mit der Tendern, 
den Keilwortinhalt zu erklären , sowie die Reaktion in Satzform. Doch be- 
stehen auch wesentliche Unterschiede im größeren. Reichtum an Begriffen, 
dem besseren Abstraktionsvermögen und der größeren sprachlichen Gewandt- 
heit, die s.ch zeigt in den ganz passenden, ziemlich mannigfaltigen sachlichen 
und auÜercn Prädikaten und vor allem in den bei schwereren Imbezillen fast 
vollkommen fehlenden sprachlichen Reminiszenzen, Zitaten und Worjusammen- 
■etraigen. 

Beispiele: 

Soldat i B*a.TTi-r*r d«- Btetttei 

Liebe: Zi-neigung 

Auge: dea Gesetzes 

Buch; des Lebens 

lächert: in dl* Faust 

Vorsicht r isl die Mutter der Weisheit 

Volk; Muk Leute 

Mond: Himmel ■kflrper. 

Wir haben in dieser Fami'ie verschiedene Typen. Dem einen gehören 
die beiden weiblichen Versuchspersonen an, wobei zwischen diesen ebe Differenz 
in de* subjektiven und. egozentrischen Auiiissung" des Reizwortes liegt, Der 
Mann gehört einem objektiven Typus an. Das Verhältnis der inneren zu den 

äußeren Assoziationen läßt in b?zug auf das Alter nichts: Gesetzmäßiges er- 
kennen; die Verteilung ist bei Mutter und! Tochter fast gleich; der Vater, 

»] 3 die ülVGate Versuchsperson dar Familie, Jiot am wänigrätäa. innftrt AüS-ü 
Stationen, Allen drei Versuchspersonen gemeinsam ist die ihrem niederen 



i) WttrrliDi Über die AHoaftücoen ft» Irnbenllen und Idiot*!». Djignoat. AsiQi'Stiid. 
II. BcitriiT, 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



R-i KKMA FÜRST. 

intellektuellen und Bildungsniveau entsprechende sprachliche Un^ewandthcit 
die sich äuflcri in der häufigen Sattform, den vielen Wiederholungen und der 
unbeholfenen, teils ■dialektischen, teils neu^ebildeten Reaktionen. 



Durchschnittliche Differenz des Re-aktiortstypus ■). 
Vater i Mutter ) Vater 1 

Mutter | M,S Tochter} ' 5 Tochter f'*' 1 

Die LTbercinstiminuiig awiscaen Vater und Mutter fct eine sUiOtm geringe 
■I [itiiiL bedenke, daß bei dem angewandten Berechmingsmodus die grüflu 
Differenz r.ur 13,3 bcxageu kann! 1 ); noch geringer ist sie zwischen Vater und 
Tochter. Dagegen fvigt sich eine enorme UbereinstimTiiiin^ von Mutter und 
TWhtpr hie Tochter steint sieh ihr*m Verhalten nach in dc-r Achtung- d« 
mütterlichen Reakiionstypus vom Vater zu entfernen, Worauf einerseits die 
Differenz zwischen Vater und. Mütter und indererseils die Übeteinstimmtin^ 
zwischen Mutter und Tochter beruht, ist schwer 211 sagsn. In erster Linie ist 
vielleicht daran zu denken« daß das weibliche Geschlecht der Experimentatorin 
von Einfluß is-t auf die Einstellung; der Versuchsperson, ^fan muÜ natürlich 
hier blofl an ein EinsLeliun^sjjhänomeo denken, denn der ReaktiüMtypufl braucht 
nichts Feststehendem au sein, wie übrigens schön Jung" und Riklin nach- 
gewiesen haben. Es ist denkbar., dafl diese Versuchspersonen einem anderen 
E*pedulCi .1i.1l: n ^ t-y r niil.ji.-i sich julLVis, l-Iii^lhIijIIL h Lilien. Keiner könnte vuu 

Einfluß sein, daß die Experi nie nt;i torin intellektuell und sozial hoher steht als 
die Vcrsuctispcrson. Dergleichen Momente sind erfahr ungsgemäß von gruÜer. 
Bedeutung für den Reaklionstypus, Man nuiü sieh überhaupt verj^egeLiwärügeii, 
daß man es hier mit durchaus relativen UröÜcn zu tun hat, die keineswegs 
in erster Linie mit intellektueller Eigentümlichkeiten der Versuchsperson zu- 
saiximeiihär.gen, sondern vor allem mit Gefühlen, j>o haben Jun^ und 
Riklin nachgewiesen, daß unter dem Einfluß der ALifnierhsamkeitserschlafiung 
der Keaktionstyinis sich im gleichen Experiment ganz erheblich ändern kann. 
Die Aufmerksamkeit ist aber nichts anderes, als ein Stück der Afiektivität 1 ) 
(Bleuler), Die Möglichkeit ist daher zu DerücksichugCu, daß durch den 
Experimentator ftOWObl durch sein Geschlecht, wie duich sein intellektuelles 
und BOStätca Niveau, spezifische Komplexe Lei den Versuchspersonen, berührt 
weiden, hskhc Ja& besondere Linstelluujj'jplLariümen bedingen, üchlieüheh 
wäre die auffallende Differenz zwischen Macin und ['Vau auch aus Momenten 
zu erklären, die in den Versuchspersonen Hegen; nur inüßte matl in solchen 
I' allen über die „seelische Gemeinschaft 11 zwischen den Gatten, resp, über 
ihre Komplexe unterrichtet sein, was allerdings eine sehr delikate und kom- 
plizierte Untersuchung wäre Dstü hier vielleicht einander abstoßende Koin- 
plcxe in Tiaf^e kommen s scheint aus der Tatsache hervorzugehen, daü 
in anderen Ehen eine auffaltende Übereinstinmunfi: im Typus zwischen Mann 
und Krau herrscht- DaÜ noch viele andere komplizierte seelische Momente 
für die Eric läning" in Belrach t kommen können p ist n ;itü rlich ohr e weite res 

i- i Ich eniDtTjin* ctie Zahlcü auf flirte hnon^u. die Herr Dr. "udjj iu meinem Material* 
.inyrAli-:^ h.il. 

*J A^eL; t jviLir , Su^HüiLhilitJit u. FunHiulii,. ll-iUe p MütIiuIcL I cjO*. 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



X, UNTERSUCHUNGEN ÜBER WORT ASSOZIATIONEN USW.' 



SS 



klar- jedcch entliehen sie sich unserer derzeitigen Erkenntnis, Zur Erklärung 
der Überejiatimmunif von MwEter und To^ter ist man geneigt, das gemein- 
schaftliche Leben und Milieu, sowie die gei&tige Abhängigkeit des Kindes von 
der Mutter heranzuziehen. Es ist ab&r fraglich, ob die Sache so einfach liepl, 
de&n es gibt Falte, wo- die Annahme nicht stimmt. Es -scheint vielmehr, als 
ob den Indivjdualkomplexen and deren mehr oder weniger iu lalligen Über- 
einstimmungen e.ne größere Bedeutung zukäme. 



Familie II, 

Associationen wurden aufgenommen bei zwei Schwestern und drei Brüdern 
im Alter vod Jl — 43 Jahrer. und zum Vergleich auch bei der Frau des 
jüngsten Bruders, Alle ijehöre.i dem Handwerkerstände an und sind ungebildet. 
die Intelligenz achwankt von Bchwacii bis mittelmäßig:. 



Vcini-chsptracm 




t, Bruder, 34, J, 

3, d«seii Frau , 32 J. 

3.. B rj il lt. 4 1 J. 

4. Bru-der» ;;.i; J. 

£. Schwester, 43 J. 

6. Schwester, 31 J, 



innere , ■_., 

'■.■ ■ ■ 



i tI>D«D 



SO 

11 
? 



47,5 : »m 



■6,! 

.1 



3!<5 
3J.5 i 



s.s 

7,5 
15:5 
W.5 
45 
49 



Kirne- 


Rcak- 


re«k- 


Üimta ii 


';■::■ ;i 


SatEforn 





„ 


— 


£ 


°,s 


39 


0,5 


— 


[ 


1.1 


0,5 


z 



Typ«. 



Prädikat 
PÄdikM 
Ptldikit 
Gemischt 
Otmflächlich 
Obeiflichlicli 



Kciiwor 


V.-P, ! 


V,-P. a 


V.-P- 3 


v,r, 4 


v,-f h 5 


V.-P, 6 


Kop* 


jrofi 


hau 


1 laar 


Hirn 


l.aar 


Hüls 


£TÜn 


fcnis 


•C'Wfi 


l'eppL~h 


blau 


Wiest 


rot 


Waiser 


kalt 


dönn 


wasrhtn 


Wein 


laut 


Nebel 


stechen 


>!art*i,i 


weh 


Nadel 


Mi !.'<■,! 


Srac-hpaUriH 


empfinden 


Lang 


kun 


tun 


Mutti it ab 


küre 


— 


kun; 


Schif 


tfiufl 


rund 


Segel 


Anker 


MeenctuFT 


Wasser 


ufiÜKcn 


schön 


schon 


Ulfen 


Acker 


Held 


Ac*tr 


•raff ■:'!" 


schwer 


schver 


Kleider 


.liegen. 


Kraute 


heben 


Stazt 


grofl 


groll 


Hut 


Schweig 


Steuer 


Republik 


trotzig 


wüst 


nicht 


beim Ärgern 


sanftmütig 


Anna 


Msftanttfg 


tanzen 


schwierig 


Eiifttf 


Setkotriieh 


Lihütharktzir 


— 


sp-nngen 


Sbb 


groß 


£roÜ 


Vevey 


Meer 


Zürichsee 


Fluü 


krank 


schwer 


flctiTtr 


Nasenbluten 


gesund 


Frau X 


gesund 


itnlz 


wlfari 


ni-rlit i;rhnn 


Rrn.t 


11- [■ .;i"i!'l'in 


1 W 


h nr h m fi r i y 


bot 


friedlich 


niclic stark 


Oft 


gut 


Anna 


gul 


schwimmen 


Scb-WlETJ^ 


lusfp 


Was&ervoge] 


..•":: : : 


Ich nicht 


Wasser 


R«*w 


•>eh-tLn 


B-ch.^n 


öfters 


ang«jn*ljm 


nach Jtalitm 

mäche ich 


fccliöjn 


bUu 


BTÜn 


Farbe 


fem 


grDn 


See 


rot 


flri-l-s " 


CMUur 


Jlldlt STtt^T! 


ft fr 


fug^-nm 


— 


Ttnffon 



Versuchspersonen 1 und ±: beide sehr Hn intelligent und ungebildet; 
Handwerker. 

Die Ähnlichkeit irischen Versuchsperson 1 und 2, also zwischen Mann 
Und l-:;iu, \st ;.r : den. lüu.ipl- nie Untergruppen eine ganz auffallende, iJf i 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



86 EMMA FÜRST. 



beiden Laben wir hoie FjädikaUa-'^en (67 ..5 und tjQ fl / e ]; sehr wenig motorische 
Reaktionen, Koordinationen und Koexistenzen. Die UbereinsjinmuDg erstreckt 
sich auch auf die fehlere Beschaffenheit der einzelnen Reaktionen. Auf das- 
selbe Reizwort reagieren beide jOmal mit den gleichen Reaktionen- Die 
Assoziationen sind Kehr einfach und naheliegend und beziehen sich besonders 
bei der Frau nur auf die nächste Umgebung. Die Prädikate g"eben neist 
Farbe 1 Po rm u nd GrÖüe oder ei nen allgemeinen Weit d es Reizwort - 
inha.] tes an , wi e gut , seh ön n obre Subjekü viiät un d wiederhole n sieh sehr 
häufig. Auf Verben reagiert besonders die Frau mit AngEmeinbe^rirVeri, wie 
Mensch, Kind. 

Die Übereinstimmung jeigt sich nicht nur in den allgemeinen quantitativen 
Verhältnissen, sondern auch Jatin, daß bei beider. Versuchspersonen die gleichen 
Worte starke WiedefhoJungstendenz hahen. So wiederholt sich beim Mann 
die Reaktiun „frnß" 23 mal, bei der Frau 15 mal (bei den anderen Geschwistern 
dirchs-chtfULlJcli bloß 0,7 mal). Heim Mann wiederholt sich „schön M jimal, 
bei der Frau. 25ma1 (bei den Geschwistern durchschnittlich 3 mal). Reim 
Mann w.ederhqlen gich düe Worte ^schwer — schwierig" -QniaL. hei der Frau 
4ma|, bei den Geschwistern finden sie s.ch r^a; nicht. 

Bei. beiden Versuchspersonen finden sich deutliche Koinplexkonstellationen., 
bei der Krau n etwas grauerer Zahl. Usr körperlich schwache und link.&che 
N!ann reagiert mehrmals auf Rcizworte, deren Inhalt eine Geschicklichkeit aus- 
drückt, mit „schwierig" (bei ! tarnen , schwimmen, aufpassen ,. treffen, JLiedJ. 
Finige andere Reaktionen sind Konstellationen aus Fimilie und Haushall der 
d.trch o^-onom : sche Sorgen gequälten Versuchsperson, 

Die Komplexe der Frau sind besonders ökonomische Sorgen, große 
Kinderzahl und Streh mit Jen Verwandten des Mannes, Sie fühlt sich ver- 
achtet und ungerecht behandelt. D-ic Komplcxrcnkticocn Buicrn sich teiäg als 
ßana rnanifest, teils als. motorische und sinnlcse Reaktionen und besonders 
aber als Allgemeinbegriffe. Letztere lär.den sich hier ausschließlich auf ge- 
fi.hlsbetonte Reizwörter (wie hei ingerecht, verachten, fremd usw., wo immer 
n'ät „Mensch" reagiert wird). Dach körinen nir für ihre Häufigkeit bei Un- 

v i:bi Ide t^a I gegenüber Gebildeten mtrJii die Komplexe ulleicj veiaiitwuiLÜLk 
machen. Wir müssen zur Erklärung die sprachliche Ungewandtheit Ungebildeter 
heraniieben. Während Gebildete bei der momentanen Hemmung der Asso- 
ziation* titigkeit, wie sie durch gefühlsbetonte Reizwörter hervorgerufen ivird, 
meist noch eine motorische Reaktion mr Verfügung haben f fehlt diese den 
Ungebildeten und Uninteliigenten, was rlann mr Verwendung eines rtichts- 
sag-endei AllgerneinhegrifTes führt 

Bm beiden VersuchsperBorien seig^ sich wieder im der ftldungginang«] 
ir. unpassend ea, nicht sinngemäßen oder nich^sagenden Rsaktioneo, in der 
Auffassung von ReicwöttcrJi im Dialektsirm md Reaktion En. ungeschickter 
oder Dhlcktforni, in der Anwendung der zahlreichen Bestimmungen von Ort, 
Zeit, Zweck und Mittel mit der Präposition, in det geringen Zahl motorischer 
Reaktionen , bsi der Frau noch in den zahlreichem, fiber hfiobrö einfachen 
Allgemeinbegrifleri und in der Schwierigkeit der Reaktion auf seltenere Werter, 
bzw. Abstrakte, die sich in Zahlen und sinnloasn Reaktionen leigt 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



X. UNTERSUCHUNGEN ÜBER WÜR.TA5SÜZIATIGN EN USW. 3f 

Ifrand ; schwierig [schwerer Rausch) 

Farbe : w äst 

taub ; Jjticr (taub = wütend} 

Beil: schneidig 

Hund; frei (i u gutmütig} 
Ahsichrt Auf den HuncL 

Versuchsperson 3: ältester" Bruder von Vcf-SQehspcrSon ], von mittlerer 
Intelligenz und geringer Bildung,, In verantwortungsvoller Stillung als Aufseher 
in einer Strafansalt. Versuchsperson hat im quantitativen Verhältnis gröfle 
Ähnlichkeit mit Versuchsperson 3, 

Wir haben aber einen ganz wesentlichen Urterschied gegen Versuchs- 
persot I darin, daß Ve-rsucrLEperson 3 in ihren. Reaktionen eine hochgradige 
Beeinflussung zuir Te|j durch gleichgültigere Enuncnmgen, zum Teil durch sehr 
geHjELlzbe tonte ürlebniEEe der Vergangenheit jnd Gegenwart erkonoc-n läßt. 
Die Assoziationen erhalten Jadurch ein äußerst individuelles Gepräge, J, h. 
irenn wir abiähki] würden, mit wie vielen Versuchspersonen diese Versuchs- 
pertou auf das gleiche Eeiwrcwt die gleiche Reaktion bildet, so bekämen wir 
eine grofie Zahl von Assoziationen, die ihr allein eigentümlich wären. So 
reapÄrta Versuchsperson nutet 100 Personen allen auf stolz — Beruf, und 
wir dürfen wohl mit Recht annehmen, daß er in diese? Eeak:ion die Freude 
über seine jetzige Stellung äuücrt, die für ihn ein Avancement bedeutete und 
um deren Erwerbung .er sich sehr bemüht hatte. Aus den Assoziationen lassen 
sich noeh einige andere gcfjhisbetonLe tjedankcngjuge herauslesen, So be- 
rührt er in den folgenden Assoziationen das Verhältnis zu seinen Vorgesetzten, 



bescheiden; 


fterafsan Gelegenheit 


Vertrauen: 


bei gewisser Hchandlurijj 


Vffft: 


EJ-r.a.mte- 


wählen; 


Hehördt 


Ehre; 


ja 


trotzig; 


beim Argem 


suchen: 


große Aufträge. 



Der stärkste Gefühl suiel liegt aber in dem Ver-aiilworllithkeLtsgeftiti; für 
die Sträflinge, deren Fluchtversuche, und vor allem in der Gefabr für teine 
eigene Person durch Attenfcue, Dieser letztere, sehr intensive Affekt hat eine 
ganze Reihe von Assoziationen konsteücrt, wie: 



nliäi 


liihdAiaLc 


aufpAssm. : 


bei Inhifdertcn 


Gefahr: 


alle Tarfe 


treffen : 


■.".r.L:u:isLi j.; 


Angst: 


rvrnip 


Blut? 


Mem ijh snlj Int 


Türe: 


Offen 


Vorsicht: 


Me-Lster 


Schln55.tr: 


sichere Vomchrunj» 


Schlauch : 


Bewaffnung- 



Außerdem fndet sich noch eine Menge nielir uJer weniger gcälhbbetontei 
Reaktionen, teils aus dem jetzigen, teils aus dem früheren Beruf als Schneider, 
teils aus der engeren und weiteren Umgebung. 



I , Original frorn 

JHIVERSITV OF MICHIGAN 



SS EMMA FÜRST. 



bringen: nach Eedarf Wirtschaft: wenig 

fitatt: mit Kontrolle < ch reiben ; \i#l 

'."■. -L. .-: 3 Stück Reist: öftere 

*f!fgcFFr:ii: auch s:hnn bös: oft 

frei; wenijj Mitleid: itic's kommt 

üotfar kein filack: sehen 

Stinken: iellencunst Familie: ;, Pcrsnnen 

Bleistift: TaHthcnfoTnigt Sw; Vevey 

Heft; mit Kontrolle raill; Ärger 

strafen: öfters frohen: »ft 

Bhhnh«^; mri ]ic'Mtcn nahe Bniderv pyci. 

Der Büdungsmangcl dokumentiert sieh auci hierin einigen ungeschickten, 
plumpen Wendungen, in der Bitdung von neuen Wörtcrn f resp, WorUusa-mmen- 
äetiimgcn» z., h. Zweck — Faniilieniweck, in Dialekt au ad rücken und in falschem 
Gebrauch von Wöft*r-n\ x. S, 

essen: ~nit Geschmack [im Sinne von — mit (rf:nuG^ 
][;iU früher belaste: (hatte früher eine Strumi) 

Kamin: bedürftig" lum Kuüen. 

Versuchsperson gefcüit ?u dem von Jure und Kifclin beschriebenen 
Komplex-Konstellationstypus, bei dem eine Reärantdluag einen ganzen 
Erhrierungskoinplex anrc>t. Wir injssen annehmen, Hau hier das Gefühl der 

Verantwortlichkeit und die Angst für das eigene Leben, vielleicht der Gedanke, 
dafl Versuchsperson der Aufgabe nicht ganz, gewachsen ist j. diese subjektive 
Konstellation der Assoziationen bedingen. 

Von -diesen beiden Geschwistern weichen ab Versuchspersonen 4 und €, 
det älteste Bruder und die jüngste Schwester, die beide dem gemischten Typus 
angehören uni uaitt eici in mancher Bcziehurg- tjhereinsiimmen h so in den 
Gruppen der Oberbegriffe, Ähnlichkeiten,. Kontraste. Kcicxiatcnicn und moto- 
rischen Reaktionen, sowie in der Neigung zur Reaktion in der Reichen 
grammatikalischen Form (die Schwester in 54^% und de; Bruder in 60,5%, 
der höheren Zahl von Koordinationen entsprechend). Während beide Versuchs- 
personen auf dasselbe Reizwort 2 8 mal die gleiche und jöniftl eine sehr ähn- 
liche Reaktion haben, hat dieser Bruder mit den übrigen Geschwistern gemein: 
mit Versuchsperson. I tl Reaktionen 

2 ; 

,, „ 3 , . , . . [ Reaktion 

„ 5 , - . > - 3 Reaktionen^ 

Die Zahl der Prädikate ist bei beiden Versuchspersonen bedeutend ge- 
ringer, die Zahl der Koexistenzen und motorischen Reaktionen bedeutend 
höher als bei Versuchsperson 1 und J. Doch bestehen zwischen diesen beiden 
Geschwistern auch beträchtliche Differenzen. Beim rJ-rudcr, der etwas imbezill 
und sehr ungebildet ist, macht trotz der vielen WertprädilraLe die ganze Reak- 
tioasweise einen objektiven und wenig individuellen,, von ijcrsönhchen Erinne- 
rungen gar nieht bee-in/lnOtcn Eindruck, Auflei den Prädikaten grau, schön, 

gu\ h freund lieb , angere li:n und unangenehm b*jw epen eöctl die AsaoEiattoncn 

hauptsächlich in den Koexistenzen, den landläufigen Phrasen und Kontrasten. 
Das Individuelle tritt im ganzen seh: wenig heivor. 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



X. UNTEftSLXtilJ.NtlKK 1'EER WORTASSOZIATIONEN U5H'. 



Sy 



Versuchsperson 6: 32 jäbige, unverheiratete Schwester; ebenso ungebildet, 
aber etwas intelligenter. Sie reagiert etwas flacher als der Binder, hat riel 
weniger Koordinationen und sichlichc Prädikate lind mehr sprachliche Remini- 
szenzen Sie zeigt zum Unterschied vom Bruder rfl(hrere Komplcxmcrkmalc, 
die teilt ganz manifest, in ganz aufrichtige», sehr subjektiven Vorurteilen, teils 
verborgen in Fehlern und sehr langen Reaktionszeiten bei gefühlsbetonten 
Reizwörtern sich' äußern. 



Heb; 


berrlLth 


schaffen: 


gern 


fälsch: 


häßlich 


Anstand : 


miifl 111.1 1 : 


schlagen: 


häßlich 


diihiüi: 


— 


richtig: 


— 


Schmcn; 


leiden 


bescheiden: 


sein 


besuchen l 


können 


vergessen: 


können 


vermuten r 


kann man 


küssen; 


schün 



streiten.: 


häßlich 


heben: 


S-Cbttn 


schmutzig: 


häßlich 


wild: 


häßlich 


wählen; 


— 


Absicht: 


haben 


Angst 


haben 


würdig: 


sein 


Vorsicht : 


ll.lU.Tl 


verstehen r 


verstanden 


scheiden: 


tut •*■.■■!! 


1 lung-cr, 


tut weh. 



{Perseveration von der vorhergehenden Reaktion,; 

D,e Reaktionen sind ebenfalls sehr einfach, sehr viele geläufige FhrasEn L 
fleschraubte und sinnloser R&aktimiRTi fmrlrrn si^h k™nfi. 

Versuchsperson 5 + ältere Schwester. 43 Jahrr alt, unverheiratet, von 
mittlerer Intelligenz, Sekundarschulbildunjir, ziemlich belesen, lebhaft und ener- 
gisch, mit ziemlich vielen Interessen. Das Verhältnis der inneren zv. den äußeren 
Assoziationen ist gleich wie b?i dei Schwester^ mtt der sie am meisten Ähn- 
lichkeit hat, besonders in den Komplcxcrschcinun^cn als Fehler und ver- 
längerte Reaktionszeiten. Der Assoziaiionstypüs ist aber viel cb er fläch lieh er. 
— Wertprädikate "sind trotz der höheren FrädikaUähl nur sehr wenige vor- 
handen. Dagegen finden sich y?^i a Wortzusammensetzungen., teils sehr ein- 
fache , der nächsten Umgebung', dem Haushalt und iterul entnommen., teils 
seltenere, die ziemliche Uclcscnhcit durch blichen lassen, Auc.i die übrigen 
Assoziationen sind einfach, passend. Sinnlose, gezierte, schwerfällige Reaktionen 
fehlen. Es sind 4 n j*/ D Fehler vorhanden. Es isl nicht unmöglich, dafl damit 

der moLorLEche Typus SLifiamineLiharigt. FoMe-e finden eich hauptsächlich bei 
Personen mit lebhaftem Komplex. Ein starker Komplex beansprucht aber 
sehr viel psychische Energie, wodurch das für indifferentes Material disponible 
Konzentrationsvermögen herabgesetzt wird: daraus resultiert geringere Auf- 
merksamkeit und oberflächlicher Typus. Von der Schuestcr unterscheidet 
sich Versuchsperson hauptsächlich noch durch eine höhere Zahl individueller 
Assoziationen, Die Fehler finden sich alle bei gefühlsbetonten Reizwörtern: 
freundlich, tanzen, Sitte, drohen, verachten, aufpassen, würdig, Frechheit 

Das Verhältn.s der inneren zu den äußeren Assoziationen teigt, wie aus 
der Tabelle zu erseben ist, kern g"csetzmätig"cs Verhältnis zum Aiter. Zwiscten 
de n Geseh triste rn p di c in frü her j ugend voneinander getre nnt wurden und 
später .uir zeitweise zusammenlebten, zeigt sich im Assoziationstypus keine 



Digrtizedbj 



Original from 
JNIVER5ITY0F MICHIGAN 



90 



EMMA FÜRS 7. 



besonders groüe Ähnlichkeit, Bei relalif ihnlichem Zaslenverhältnis sind die 
qualitativem Verhältnisse sehr verschieden und awar hauptsächlich nach der 
Verschiedenheit der romplexkonstdlalionen. Bei der einen Versuchsperson 
äuCert sich die Komptexkoostellation hauptsächlich in einem freien Vortreten 
individueller AsB^Sation^n, die den Hauptkomplcx iDVcrhulltdamclkn; bei einer 
anderen Versuchsperson besonders darin, dali derKompkx vorwiegend aufmerk- 
samkeitsstärende und assoziatinnshcniinende Wirkungen iiillalict, was natürlich 
eine große Verschiedenheit der Reaktionen bedingen muß. Trotz dieser Ver- 
schiedenheiten sehen wir aber doch eine durchgehende Neigung zu Prädiklt- 
reattionen Nach den Berechnungen von Hcrrc Dr. Jung beträgt D aller 
nicht verwandten, ungebildeten Männer meines Materials 5,9, der Frauen 6.0. 
Erheblich unter diesen Zahlen liegen bloß das Verhältnis von Mann und Frau 
mit I..1; das Verhältnis von Mann und ältestem Bruder mit 2,7; das Verhältnis 
von mittlerem Bruder und jüngster Schwester mit 2,8; alle übrigen DifferenEen 
übersteigen $,9, bat. 6,0. Die familiäre Ähnlichkeit ist also hier eine sehr 
beschränkte. Im Gegensatz zu der vorhergehenden Familie herrscht hier aber 

eine recht große Ubercinstimmjng awischen Maral und Frau. 

Familie HL 11, IV. 6 Versuchspersonen. 
Assoziationen, wurden abgenommen bei drei Hrücern am Alter von 7+, 
71 und 63 Jahren, einer Schwester ron 67 Jahren und deren Kinderui einem 

Sohne, 31 Jahre und einer Tachter, 27 Jahre alt 

Die Intelligenz aller ist eine höchstens mittlere; alle sind ungebildet, vdu 
Berjf Bauern und Handwerker, 



Vc TD '.: I | -■,...■ ■ 



I.Bruder, 74 J. . 
X Bruder, 71 J. . . 

j, Brud«, 1 , ,. j I. ■ . 

i. Schwester, Ö7 J- 

J. deren Sohn, 31 J 
[ti. derenTochter, £7J r 



W(rt- 



4n 



EQ£e 
fräci- 
kiir 



l'.\.Lni- 
. I ■-- ■ ■ I 



« 






Awod- 



rlFiti- 
ernen 



KlME- 1 



I 



21,5 

■4.5 

«7 

14,5 

615 ' 11 

■* 3°,5 



3' 
»*5 



I - i 

I ~ ; 



'7 
3" 

3°.: 

3= 
33 



■0.5 I - | - 
JI — — 

■3 

** 

39 i 
t?.S ' 



LS 



Tjp» 



Prädikat 
Fräd, Dehnit. 

Pridikat 

Präd n Koc-rdin. 

Gemilcht. Präd. 

Friojfcar 



Wir müssen diesr Familie in 2 Gruppen trennen: Gruppe I mit Ver- 
suchspersonen 1—3: Gruppe 11 mit Versuchspersonen 4 — b. 

Gruppe I, resp. Versuchspersonen 1 und 3, haben alle hedeutend mehr 

innere Associationen Und difFaricion auch in den feinerer» Verhältnissen fltafk 
von den Versuchspersonen der Gruppe IL Untereinander haben sie selbst 
große Ähnlichkeit. Alle drei haben relativ wenig auGeie Assoziationen. Der 
älteste und jüngste Bruder sind ausgesprochene Prädikattypeu mit vielen Wert- 
prädikaten; der mittlere zeigt gemischten Typus mit Vorherrschen der Defini- 
tionen, Duell der älteste hat 1 [ fl / t Definitionen, Alle, drei reagierten äußerst 
langsam, mit großer Aufmerksamkc.t und langer Überlegung; besonders gilt 
dies von den Versuchspersonen J und 2, die die erste, unbe*wn£te Assoziation 



Oricinal fro-n 
UMIVhKS-MY Oh MILHIÜAN 



X. ■JNTERÜUCHVNGEX L'BEtt WORTAMOZTA.TIONtS L USW. 



9' 



Staat : 


gut 




Geseü: 


reich: 


. 1 1:. ::-..-.■ 1: 1 




stark r 


tt reiten: 


urangenehm 




U*bt 


Heu: 


wohlriechend 




Bruder: 


:H- 


schmackhaft 




lang: 


BtgeV. 


unenthfthrL":i-h 




krank : 


Kund; 


angenehm 




trotii; : 


Blume: 


wohl riechend 




gut: 


We$= 


Langweilig 




Angst; 


3*li". 


unentbehrlich 




suc-hei : 


Luft; 


hinreißend {d. h. 


heftiger 


milde : 


Wald: 


l^fiin'l:.-!: 


[Wind) 


Familie 


schlagen: 


verwerflich 




groÜ: 


taub: 


verwerflich 




Ring: 


■ : - ,.: ■ •■ ■ ■- '/ '■ ■ l : 


bftlftidigtrtd 




Ktal«: 



meist unterdrückten oder Dicht aussprachen, um eine „bessere Antwort" zu 
geben (z, B, Kopf — grün — wer unerfahren). 

Versuchsperson i h Diester Brjdej,. 74 Jahre, ungebildet. Neben 11% 
Definitionen finden sich 4D°/{ Wert- und \f % sachliche Prädikate, zum Teil solche, 
w]c Eic bei Hehl vielen UilgcljLldeLcUp icäp. klluieu VcisutLsiJersimeii vurkuimiieu. 

Die intensive Bemühung, etwas „Gut», Gescheites 1 ' iu produzieren, führt 
zj einer Reihe sehr gezierter, geschraubter, schwerfälliger Reaktionen, zu 
Dialekt formen und zu Wörtneubildungen. 

Beispiele von gewöhnlichen Wertprädikaten, 

maßgebend 
ermunternd 
verbindend 

liebenswert 

miJSmjTifr 

bemitleidend 

mifi billigend [d, h, ist nicht 

beherzigend [ru billigen) 

bemühend 

bstrQhend 

unbehaglich 

weitläufig 

bemerkenswert 

njüim-nenhebend (hebend 

beinühend [•-- haEten-d} 

Obgleich viele i-un diesen Reaktionen noch dem Prädikattypus angehören, 

so sieht man doch, schon, wie sich hierein fließender Übergang zum Defmitions- 

typus vorbereitet, indem das meist ziemlich gefUhlsstorke Prädikat allmählich 

eisen erklärenden Charakter annimmt, indem Versuchfipf rs»!) Sich bemüht, außer 

der persönlicher! Wertung des Keiawongegenstandes nach einen intellektuellen 

Inhal hin eUtu. fugen., w ä9 & an - E der Tendern entspr.cht, möglichst „gescheit" zu 
reagieren, Die folgenden Assoziationen zeigen eine wc[tere$tufc dieser Tendenz; 
es hiodelt sich im wesentlichen um Kombinationen von Wertprädikaten mit zum 
Teil passenden, zum Teiä zu weiten ÜherordnUogCn, welche dann weiterhin zu 
eigentlich erklärenden Reaktionen führen, wie sie bei der Imbezi.lität bekannt sind, 

IjI.lu >..-'.'!ü- Farbe 

Storch: geschicktes Tio- 

K-iflVfe: eimpfelilpnEwej-toE t-etrinlt 

fragen: empfehlenswert-: Antwort 

lachen; behaglicher Gern iitsmsi and 

Markt: altes Herkommen 

Kamin: schwere Arbeit {Bau) 

Stil: gefährlicher Gegenstand, 

ülcge: nützlichem Tier 

Kartoffel: angenehme Speise 

Pfarrer: unentbehrlicher Lehrer 

Kahle: nützlicher Bestandteil 

küssen: KreundschafEsen.pn'ndung 

Schlesser: mühsames Handwerk 

T*iler: nc'tiger Gegenwand 

Schlauch: gefährlicher Bestandteil 



Mona): 


Jahresteil 


Han: 


iuber*i tu ngskörper 


Hab: 


J^ärpcrb-cntnndtcil 


Sehwelle : 


Eiaenbah nbestendtetl 


Spiegel : 


Wiedergabe 


■-".• ■■ .1 


Himmelckürper 


Bett; 


hausrättfeher Ge gestand 


Stein: 


Material 


Bä '■■.!■■ •: 


Reiierderaufenthal t 


Sola: 


Ruhepause 


Schreiben! 


GeschiftEsaLhe 


Knochen : 


Bestandteil 


schaffen : 


Arbeitsamkeit 


EngöJi 


Leben 


Mappe: 


Schreiberei 


spielen; 


zur Freude, 



Digilizedb) 



Original from 
JHIVERSITY OF MICHIGAN 



93 EMMA FÜRST. 



Die Keak (jung weise dieser Versuchsperson hat durch die Einstellung auf 

die Bedeutung des Reizwortes, das Gesuchte der Assoziationea, und besonders 
die fteigung iu Erklärungen, Ähnlichkeit mit den Assoziation stypus bei Im- 
bezillen. Die Erkiärun^stendeLii äußert sich besonders in den iu eng" oder 
;tu weit yctsiÜLfu Allj^eiiieiijbegjifleH und ilcm eigen t liehen Eikliii uu-geii. I^er 

Unterschied liegt in der grotien Anzahl von Prädikaten, die größtenteils sehr 
subjektiv sind, in einem vifil größeren Worireschtiim, in den passender Be- 
griffen und in der selteneren Saliform, 

Die Reaktionen dieser V ersu rbspereo n . die keineswefjs imbezil I und 
auch nicht senil dement ist, sind theQreügch b-L'mcrkcnsucjt, weil lieh 
hier das Problem aufdrängt: Warum reagiert Versuchsperson wie ein Im- 
beziller? 

Wir sehen K daß Versuchsperson nicht mir atis einer Familie mit vor- 
herrschenden Prädikaten stammt, sondern selber auch eine gant unverkennbare 
PräiÜkaUendcm ;eiyL Wie schon Jung und Riklin wahrscheinlich gemacht 
haben, tritt heim Prä'dikattypus die Rcizicrstellüng vermutlich sehr plastisch 
auf und erregt dadurch inhaltsreiche Assoziationen, Die Plastizität der Reiz- 

voratclJune/ stammt in erster [-irirc van der Einstellung ab, d L h. von dem 
Umstände, ob mit großer Anstrengung der Aufmerksamkeit reagiert wird oder 
nicht. Die verstärkte Aufmerksamkeit kann von verschiedenen Gcfühlstatsachen 
herrühren; in erster Linie wohl wird sie von deT ungewohnten , erregenden 
Situation, die etwas an ein« Schulprüfung erinnert, herstammen. Die Leute 
fassen das Experiment meist als eine [fitelligenjprüftmg auf sind bemühen sich 
aus diesem Grunde, möglichst , gescheit |,!l zu realeren., um nicht „dumm" 
in scheinen. Dieses Gefühl wird auch dadurch wachgerufen, daß sich sehr 
viele Ungebildete den Gebildeten gegenüber geistig inferior fühlen, wenn, sie 
es auch nicht immer offen zugeben. Viele Personen sind in dieser I lir. sieht 
sogar Sehr empfindlich. Man kann dann Von einem eigentlichen ,intelligcni- 
kumpkrx" sprechen. Ähnliches gilt wohl auch Tür die Traben LI cd (die übrigens 
nur i\ii\\ TeiE die typischen Definition?« aufweisen), welche überaus: häufig 
Hinsicht in ihren Intel Li penzdefekt und deshalb cinrn gewisser. Rhrgeir haben, 

„nicht sc- dumm 11 zu scheinen. 

unsere Versuchsperson ist ein tlter Mann, der o fifen bj*r ein bi Liehe ti 
fürchtet, für pn duFim" zu gellen und deshalb das Experiment sehr ernst nimmt. 
Daher wohl die große Bedächtigkeit und weitläufige Überlegung beim Reagieren, 
Die Gefühlsko-n^te^lalJorL läßt sich übrigens auch unschwer aus den A :-!-:■■,-. i : :: ji: : ■ : i 
ablesen {Versuchsperson reagiert auch: Verstand — zu wünschen), Wie dieser 
Fall ein gewisses. Licht auf die imbezille ReaktLonsweise wirft, so beleuchtet 
er auch die Grundlagen des l'ra'dikattypus. Wir sehen, daJJ zwischen Definiüons- 
typus und Prädikattypus ein fließender Übergang existiert, caÜ es sich also 
beim Prudikauypj.s nicht mn eine toto cuelo andere Einstellung, sondern bluß 
um ene etwas formal geänJerte handelt. Die exquisiten Prädikallypen „er- 
klären im Grunde genommen eigentlich auch nuch; ihre prädikativen Reak- 
tionen ,,angcnehm h schön., verwerflich, tm pfchlenswcrt" wollen, immer bedeuten. 
.,d;is ist etwas Angenehmes, Schönes' 1, nsv. Es sind, s, v. v,, Getuhlserklärurigen, 
bei denen die intellektuelle Zugabe feint, 



I , Original from 

JNIVER5ITY0F MICHIGAN 



y I.T>TTFR*;i;rHITVrrFN' fjRF.lt WfiRTASShZTATrflVKS: usw. 



M 



Versuchsperson i regierte sehr langsam ; das Experiment dauerte vier 
Stunden. Trotz quantitativer Verschiedenheit lud Versuchsperson 2 doch, qua- 
litativ eine ziemlich groiJc Atsnlichkcit mit Versuchsperson r Die Einstellung 
ist ebenfalls eins erklärende; nur überlegt das intellektuelle Moment die mehr 
gefühlsmäßigen Prädikate. Wir begegnen darum hie* einer erhöhten Aniahl 
von Definitionen und! Koordinationen, während namentlich die Wertprädikate 
bedeutend, jufügk treten. Aus den folgenden He j spielen ist die Ab n lieh bei L 
der EinsLelEun^ iuiL der vüil Versnc/bipci-son 1 eiHLClitlicti : 



Lud: 


»«(wendig fürs Leben 


bejahten; 


Pflicht 


geben: 


Wahl titt 


schwimmen 


: grauer Vorteil 


bringen: 


Gefälligkeit 


Zflhn: 


verteil für den Magen 


Stahl 


unanständig 


5chlm»een 


Notwendigkeit 


Kadeh 


ans gutem Stahl 


Kopf: 


vom Mensch 


■ . 1 1 g ■ ■ 1 1 : 


Hhttae Gabe 


Kasten: 


für Kleider 


reiten; 


besser Xu* laufen 


Spott: 


unan-suintLiges Verhalten 


Ring: 


ist nicht viereckig: 


reden: 


gLück.iche Gabe 


gtofi: 


^i-A-i -..■•!■ V.I.J-'I! 


lache ir 


fröhliches Gemüt 


Teil: 


von :-.-..--:r.-\ Stüfk Land 


heil): 


Erwirmungsmilte] 


Tiichi 


im Zimmer 


Marki: 


Vexka ursplatz 


■■■ li '.. sie r: ; 


zur Stärkung 


Wagen: 


Träniert 


V üi ; ,il. : 


ein Teil der Jahreszeit 


Kam im 


kaachabLeitcr 


Mond 1 


Weltteil 


Mappe: 


Schriftcnbehälter 


TeLLerr 


K Ochengeratscfc aft 


vergesse n : 


Nachlässig; keh 


Schmerz 


; seh 1 aFli rec he n d 


easen: 


M apen be dürfnis. 



Versuchsperson 3^ Hier tritt die DeEnitions- und ErkläningsteDdcnz 

etwas mehr L11 den Hintojcrpund, indem dafür haupteächlich Ptjidik*te ("Unter 

diesen viele Wcrtprädikatc und koordinätive Bezielunig*;n h welche die Ejlilämngft- 
lendenz nur noch undeutlich erkennen kiesen) hervortreten, Ciege näher den 
beiden vorangehenden Versuchspersonen machen diese Reaktionen einen viel 
natürlicheren und ungezwungeneren Eindruck, indem lange nicht, so viel gesuchte 
und geschraubt Au&drucke vorttotmneD; auch lassen die einzelnen Reaktionen 
eine freiere Behandlung des Reizwortes und eine viel weniger enge Ein-schrim- 
kung auf die Reiz, Wortbedeutung erkennen. 



Monat: 


verzeichnen 


\Oki 


gefährlich 


Zweck; 


ausführbar 


fragen : 


widrig 


Böden ; 


tf'jLer, garantiert 


1 ■!,'.:: nc : 


küäÜLch 


tragen : 


kraftig 


Rii.g: 


passend 


trotzig;: 


n ervüs 


Tinte: 


glänzend 


Mann: 


Trunksucht 


Sali: 


nctwEndig 


Auf«: 


unbehilflich 


ElciL: 


gefährlich 


heiß; 


schmachtend 


kochen : 


niiJhsarri 


pflügen; 


uneben 


erzäh'cn : 


schwi;rig 


S«: 


melancholisch 


G*seC: 


annehmbar 


spielen: 


tinkisch 


Stuki 


gebi ecerisch 


nuk: 


übermütig 


-"-=*:" 1 = - i I 


notwendiges übe 


Nadel: 


nützlich 


dumm: 


unzureichend 


Zahn: 


brauchbar 


nützlisfa : 


gefall g 


Familie: 


gemütlich 


HünKer; 


zehrend 


Luft: 


nöiiy 


■■■■ i,- . Lj : 


versdimicrbar 



Digdizedb) 



Original from 
JHIVERSITY OF MICHIGAN 



94 



>^lMA POkST, 



Lied: 
Tinte s 
Raffet [ 
lirrlt : 



unge&chult 

Schwierigkeiten — mit 
Evtimreil [Schreiben 

jus gedehnt 



Absicht: 

Schlauch; 

Pflicht: 



Zufall 
Transport 

vef an t wörtlich 
niiLdütiur. 



Versuchsperson 4 ist die verheiratete Schwester der obigen Versuchs- 
person. Wie aus der Tabelle ersichtlich ist, weicht Versuchsperson 4 vom 
Typus ihrer Brüder nicht erheblich. ab, relativ am ähnlichsten ist sie quantitativ 
ihrem jüngsten Bruder. Sie zeigt aber etw» mehr Neigung zu Wcrtprädäkatcn. Die 
Wcitpradikatc beitchen namentlich in zahlreichen WiedeiholüngCn von „schön, 
nützlich, schmerzhaft" usw. Auch ist eine gewisse EtklärtiDg-stendertE Vürhacdeü, 
die sich aber nur andeutungsweise in etwas zahlreicheren Super Ordinationen 
auflerl, die jedoch häufig; etwas von WertprädikatcharaLcter an sich haben. 
Beispiele; 

1 K-i:ir- : 

taub: 



mäßijj : 


J "u fr'j cid 


Kaffee: 


Pflanze 


bescheiden 


TufCTld 


Beden : 


Holt 


Apfel: 


Frucht 



bleibe»: 
Voile: 



Gelehrter 
Krankheit 

Tugend 
Menschheit. 



Hierher geholt wohl auch eine deutliche Neigung, das ^Material" des 
ReLiwortgegcnBUndcs anzugeben, z. B: 

Wand: Eiaen Sc-hiff: Hüb 

Decke] : Eisen Heft ■ Papier 

Nadel: Stahl I Mappe: Lcder. 

Boden: Hob 

Bei Imbezillen ist diese Neigung oft ebenfalls sehr ausgesprochen vorhanden. 

Versuchsperson 5. Söhn von Versuchsperson 4. Der Sohn weicht 
quantitativ vom Typus seiner Mutter etwas ab, indem namentlich die Zahl deT 
Wertprädikate bedeutend geringer ist Dafür treten natnerjthch -die äußeren 
Assuz'LUkjnen mehr hervor. In qualitativer Beziehung nähert sich Versuchs- 
person nur insofern dem Typus der Mutter, als ebenfalls de Angabe des 
Materials eine Rolle spielt jnJ ziemlich viel Prädikate vorhanden sind k die 
aber im. Gepensata inr Mutter weniger geruhlsmäSige Beziehungen^ als bloÜ 
äußerliches oder sachliches Attribut erkennen lassen. Die weniger intensive 
Einstellung auf die Reizwortbedeutung dokumentiert sieb, auch in vermehrten 
KotKiittnccn und mehreren, landläufige Fhi'afrCft. Vetfruchspeison ist Ilfiod- 
werker und relatv intellLgert^ daher stammt wohl seine etwas größere Ge- 
wandtheit in der Anpassung an die fremde Situation, 

Wie viel objektiver und unbefangener seine Reaktionen sind, zeigt folgende 
Zusammenstellung . 



R e :.-'.■, ::r: 


V.-P. 1 


V.<P. z 


V.-P. 3 


V.-P. 4 


V.-P. 5 


Zie S c 


nützliches Tier 


kleines Milchtier 


nutzlich 


nützlich 


Milch 


Kartoffel 


angenehme 

Speis: 


Speae 


unentbehrlich 


Speise 


Erde 


ah 


beschwerlich 


Ccbäulü«hkcitcn 


rCraehitdvn 


:'i li i-. nch 


joflH 


Schlagen 


verwerflich 


Notwendigkeit. 


kriftiy 


ichmenhaft 


Hammtr 


FamiLie 


weitläufig 1 


Katern u. Kinder 


gemütlich 


schön 


Glieder 


eaf 


unangenfirim 


'.: ' L->T L'.M ■■■':!: 


widrig 


s^hmenhflA 


weit 


falsch 


.:ii !t ni;.||i ni- 


untreu 


■■ i:.n k :?..".: . 


Untugend 


verstanden 



Digilizedrjj 



Original from 
JHIVERSITY OF MICHIGAN 



X. UNTERSUCHUNGEN CBEK. IVtiRTASSOilAHONKN USU - , 



y; 



R«isw4>rt 


V.-F. i 


V.-F. ■? 


V.-R 3 


V.-P. 4 


V.-P. 5 


*tiL) 


Tür daa Alter 
angenehm 


emum 


einsam 


•> mfi is- ';-.: 


ruht der See 


reden 


mit Vorsicht 


glücklich« Gabe 


unartig 


lieblich 


Zunge 


reich 


>irLg*rr.<?hjii 


wer viel Ver- 


verführerisch 


schön 


Geld 


Berg 


»U dichter eich 


Aimicj.tsp'unkt 


Kiescnkrafl mn 
Bcsteijjt'ci 


hoch 


Stein 


dumm 


nicht ;j C*t ■-■:■ 


schwach an 
Verstand 


unzureichend 


Erbarmen 


gescheit 


ungerecht. 


beleidigen:! 


unschuldig ver- 
urteilen 


Sduukdfl 


strafbar 


Sache 



Versuchs p er aon b nähert eich sowohl quantitativ^ wie auch an der 
feineren ReaktifsTiRverhältnissen mehr dem Typus der Mutter, Die Tendenz., 
gewisse Prädikate mehrfach iu niederhole r.j, ist hier noch mehr ausgesprochen. 
Es wiederholen sich namentlich die Worte: M gToß> sehen, hvchj Unart' L . Im 
übrigen herrscht große Ähnlichkeit z-wischeu Tochter Und Mutter. 



Keiiwort 


Mutter 


Tochter 


stechen 


Humenen 


ichrne-nl^aft 


Engel 


lieblich 


lieber 


Wolle 


'-■..iri.i 


farbig 


nuaan 


schein 


B^lustifung 


Lochen 


fW 


Kunst 


Tinte 


Schwan 


■CbWOR 


"■lü.-i - 


unklug 


Unart 


schwimmen 


ertrinken 


gefahxlidi 


Reise 


schon 


Verpnü^en 


Berg 


hoch 


hoch 


spielen 


Freude 


Bctusclgung 


Sitte 


"Uji'-nt.i'L.k 


schön 


EeitEn 


Kunst 


Vergnügen 



Jn nicht weniger als ll.sVu- reagieret] Mutter und Tochk-r mit dem 
gleichen Wort auf dasselbe Reuwort Wi. haben es also hier mit einer sehr 

hohen Assoziations-Konkordana zu .tun. Die Differenz von Mutter und 
Tochter beträgt bloß 2,$ t während die von Mutter und Sohn 4,2. Etwas gröfler 
noch (4,4) ist die Differenz vo-n Sohn und Tochter, Die Mutter unterscheidet 
sich von ihren Brüdern um durchschnittlich 4,4. 

Familit V. 

Mann, Krau, Sohn und Schwester des Mannes, die aber nicht in der Familie 
lebt. Die Intelligenz aller ist m.ttcl, Alte, sind ungebildet Handwerkcrfamilis, 



V : [-, jcj: = [.: l 1 ■ i- :i 



Vater, 42; - 

Mutter, 41 J. . . . , . 

Sohiij. 12 Jr 

Schwester d.Vaterc, 4 1 J, 




1 


Subjcbl- 

tad 
Oljekt. 


'■ I-IT;- 


Kling- 
reik- 


Tjp.! 


tionea 


veibölt* 

Dia 


Dca 


tiQDtn 




14.5 

IS 


13.5 


■9,5 

30 


[ 


Pridifcu 

PrldikAt(oberEichlJ 


19 


17 


TSf 


— 


Gemischt 


9.5 


53 


31 


— 


Pridikit(6b*rflltNJ 



Digaizedb) 



Original from 
JHIVERSITY OF MICHIGAN 



rfi 



EMMA FirRBT. 



Versuchsperson 1 hat eine £r«fle Aman", von Prädikaten (überhaupt 
nehmen in dieser F&nilic die Prädikate mit dem Alter zu), die aber das Gt- 
fühlsmomcnt weit weniger hervortreten lassen, als z. B. gewisse Versuchspersonen 
der vorigen Familie. Versuchsperson i «igt noch am meisten gefühlsmäßige 
Reaktionen, in diesem Fall Wertprädikale. Wie obige Tabelle zeigt, sind die 
Renktions^eihältnisse in dieser Familie recht uniforme, ob schon einerseits ein 
grefler Altersunterschied swischen den Versuchspersonen existiert und anderer- 
seits die ledige Schwester des Vaters auch mit Jcr Versuchsfainitie nicht zu- 
sammenlebt Die durchschnittliche Differenz aller Familienglieder unter sich 
beträgt bleu 3,], wobei die größte Annäherung zwischen Versuchsperson 3 
und 4 stattfindet, d. h, zwischen Neffe und Tante ID. •= z,i). 







Pelspi 


de: 


^fbwester 


H.*Lawnrl 


Vit*r 


Mutttr 


Sahn 


d'e5 Vaters 


stechen 


Schmeri 


triftig 


weh 


Nadel 


Enge] 


ruin. 


Himmel 


ichän 


unschuldig 


tj:l. v ;i::'i 


schwer 


Kind 


schwer 


Kind 


Staat 


Kegterung 


großer 


frofl 


Amerika. 


luvale 


schwer 


alt 


ich wer 


7i ueter 


]-"d.ivn 


gut 


g*t 


put 


Köchin 


Tinte 


Schwan 


schwarz. 


schwara 


Lehrer 


drohen 


Hinterhalt 


Unglück 


Schimpf 


Gewitter 


reich 


hochmütig 


Men&ch 


um 


Gesundheit 


scheiden 


Ferne 


tut weh 


Eltern 


traurig 


aufpassen 


Schiller 


schwer 


Schüler 


jfEschcit 


■J.r*;i'L-:i 


£ftrnfc 


nicht schön 


■ILttTti.£ 


Männer 


alt 


Grofinujtter 


Leute 


JUtJg 


GrU 


Anstand 


Tanzstunde 


pA 


Pflicht 


jehön 


HunJ 


Ufa 


schön« 


Bernhardinern und 


treu 


wählen 


Volk 


Volk 


Bundespräsident 


Spaiierg-ing 


küssen 


Mädchen 


Licbcidc 


Mutter 


Mutter 


iiChtü 


f.li": Fröhliche 


lustig 


üher Dummheit 


heiter 


Luft 


kalt 


gute 


gute 


War 


■Vbttcht 


bös* 


gute 


Fenster eingeschlag«! 


unmutr 



Sonst bietet diese VeiSuchsfamilie keine erwähnenswerten Besonderheiten. 



Famili* VI 
Mann, Frai t drei Töchter und zwei Söhne (Zwillinge). Ungebildete, aber 
relativ intelligente Leute. Der Mann ist Kaufmann in untergeordnete! Stellung, 



VciflucbsserEüfi 


Wtlt 
prälikftte 


Sonstige 

T'r.-.lik .- : - 


SomMige 

:ni^--.',':. ■ 
jiiLt;.:niMi 


Subjcltl- ii. 
Objekt' 

vcxhältal? 


Aeso- 
riafonen 


KlFUlg- 


Typus 


Vater, 60 Jihrc . , 


1? 


98,5 


17 


14*5 


' !3 


_ 


Prädillt 


Mutter, J^Jahrq . , 


40 


n 


'HS 


11 


*J 


— 


n 


Tochter, $y Jahre 


?i 


2Ü 


«,s 


12 


17,5 


— 




Tochter, 2? Jahre 


14 


J" 


i«,S 


*s 


19 


— 


„ 


Tochter, 1} Jahre 


t'tj 


#.5 


i!,S 


*3>F 


8 


— 


„ 


Soli, 1, 1? JiT" 


«J 


*9 


'4 


■5-S 


iS 


~- 


„ 


Sohn 11, 17 Jahre 


i 


»3 


'7.S 


19 


3»,5 


— 


Gemisfat 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



JC- UNTERSUCHUNGEN ÜBER W ORT ASSOZIATIONEN USW- 



97 



Die weiblichen Vereucispersuncn dieser Familie zeigen mit zunehmendem 

Alter eile schürte Steigerung der Wertpradilca'e; zwar treten die Wertprädi- 

lc»te überhaupt mit Ausnahmt; der Mutter nicht sehr stark hervor, venu schon 
in den meisten Fällen ein ausgesprochener PrSükattypus vorhanden ist. Der 
dem prädikativen entgegenstehend* mehr objektive Typus tritt bei den männ- 
lichen Versuchspersonen und der jüngsten Tochter stärker hervor als bei der 
Mutter und den beuten alteren Töchtern. Vor aHern interecäurit dürften die 
Beziehungen der Zwillingsbrüder sein, »eil man hier die günstigsten Be- 
dingungen für eine hohe Übereinstimmung erwarten dürfte. Ihre durchschnitt- 
liche Differenz beträft aber immerhin noch 3,7, also eine nicht besonders 
niedere Xahl; auch 4ie obigen Ziffern deuten ein divergentes Verhalten an. 
Am meisten nähert sich Sjhii I der ihm im Altci am nächsten stcheuden 
2g jährigen Schwester; die Differtn* betragt hier bloß 1,5, also eine seht 
trolle (Jberein(tünrmin(f! Sohn II nähert sich am meisten dem Typus seines 
Vaters mit einer Differenz von 2,3 (Sohn 1 differiert vom Vater um 2,8). 
Folgende Beisp.elc mögen diese Verhältnisse veranschaulichen: 



K*?_ii>A-Qrt 


Sohn r 


Tochter a 


Sohn 2 


Vit er 


Kopf 


Körperteil 


Tftil d« ?-l^|| ■!■■;[■; -J.TL 


Mensch 


r.-.ii 


pün 


Gm 


Gras 


Wald 


Frosch 


Wim 


Id« 


nafl 


See 


ZuckErwaaaer 


Ea^L 


im Himmel 


hold 


■Himmel 


Himmel 


Schiff 


Ki ii?£F. : ,rh'ifl 


anl dem See 


Meer 


groß 


pflügen 


Buht 


Bjuer 


Acker 


Acker 


Wflßt 


welch 


w^ich 


Schaf 


Schaf 


tr-m&-n 


Siiliiat flax if!^Wr-rh- 


TViftrWlYniiin 


UHt 


Hot 


trotzig 


ururlLg-ca Kind 


KchOler 


Kind 


Kind 


stall 


der Hochmütige 


Uatugend 


Pferd 


Geck 


tach+n 


Köchin 


Ktfchin 


Nuttftf 


Jkäffo« 


TLnle 


zum Schreiben 


flüuig 


schreiben 


KopieriLite 


Nidel 


splliifi 


fein 


Ti&hen 


Stumpf 


Relae 


Vnrgn ü per. 


Kbttn 


Ccif-r h:irj 


Hü chzeJ tsrei&E 


Brot 


Nahrungsmittel 


Nahrungsmittel 


tuen 


schwarz 


droben 


Feind 


Feind 


Krieg 


Lehrer 


Dum 


giin 


hKEL 


Wald 


Kiiathe 


reiten 


Kreier 


auf dem Pferd 


Pferd 


Pferd 


Wind 


ZimmertcJI 


Zimmertet] 


Zimmer 


Tapete 


Zihn 


soll welfl sein 


bm 


Mund 


Ansiecking 


Buch 


Lehrmittel 


viereckig 


lesen 


Übel 


Hunger 


im angenehm 


d*r beste Koch 


Hf<jL 


weil 


Bleistift 


5cirelb mxerfäl 


lan£ 


Khttlbtt 


Tinte 


gnjfl 


Haus 


Gebäude 


Land 


Baum 


Gluti 


bald 


schon 


beim Spie 


Yortäilhflft 


Anstand 


nötig; 


nAtijf 


Mann 


schön 


ktaen 


die Geliebte 


den liebsten 


Liebe 


braut 


Türe 


iüjn OrTiitta 


mm ■: i- : "iii-n 


IreM 


defekt 


Beb 


Akt 


Spröde 


Scheune 


schmackhaft 


Modal 


Jahreszeit 


Teil des Jahres 


Februar 


Jahr 


veimuten 


Irrtum 


eine Beytbenheil 


Etwas 


fötatiltn 


Mond 


HitnmelslcärpEr 


Weltteil 


Nacht 


Voll 


Aus 


die^r ZuHarnmeiLstc-llung dürfte die Äh 


ilirhkcit des Sohnes. 1 mit 


der mittle. 


rtn Uochlcr zi-emlieh 


dcutli er h he rvo r^e hen* N iclit 


iili r habe n ,d iesc 


DktfMtdMh* Ari4u4HHMhiiit3i. 11 






; 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜI-MLHIÜAN 



EMMA FÜRST. 



beiden Versuchspersonen nicht wenige Assoiiaiuncn wörtlich gemeinsam, 
soniicrn sie harmonieren auch auffallend in der Teodeni ihrer Reaktionen. 
Sie zeigen eine (prädikative Einstellig', die auch in anderen Reaktionen, die 
nicht zu den Prädikaten gerechnet »erden können, durch eint intensive E.n- 
stellunjr auf den üe iiworlstnn sich verrat, wahrend 5ohn Jl und Vater eine 
etwas objektive« und auch oberflächlichere Einstellung teigen, Aas diesen 
Rpifpif Ipti dllrtte auch ^rsichllich sein, daß die Verschiedenheit des Realctious- 
typua triebt irgend einer bloß intellektuellen Verschiedenheit entspricht, Sondern 
vielmehr einer affektiven Eigentümlichkeit, die wahrscheinlich darin besteht, 
daß die beiden ersteren Versuchspersonen der ExperimentalariD gegenüber 
eine besordete Cefuhlseinstelhing haben, die (zufälligerweise?) beiden gemtin- 
ian ist, und die den beiden Leuteren Vetäuchoperaone^ Fehlt. 

Während cie älteste Tochter wenig mehr WertprädLkate als sonstige 
Prädikate besitzt, weist die Mutter überwiegend mehr Wertpridikate ah sonstige 
auf; sie weist überhaupt die höchste Ptadikatzähl auf n dieser FarliliC; ihr 
zunächst kommt die jüngste Tochter, aber mit hauptsächlich objektiven Prädikaten 





Beispiele: 




R eizw-art 


Mutter 


3. Tochter 


r.a.nzen 


Vergnüg e-n 


irfi SaaJ 


M-|i'.vi""ir-.r . 


fecund 


Ktid 


(teile 


Vergnügen 


■ i-ei Reisende 


Brot 


Ktsund 


man iÜt 


sinken 


schön 


laut 


Sitte 


gut 


alte Sitte 


reiten 


gesund 


Reiter 


Zahn 


unentbehrlich 


weiß 


Buch 


:.üi.iLI'-.l. 


rechteckig 


Pflaume 


put 


Uw 


KartOfleJ 


nun lieh 


ruid 


Kuh 


nütiiich 


jfibt Milch 


Heu 


riecht fut 


leicht 



Aus diesen Beispielen geht heiYor., daü bei der Tochter zwar auch ciac 
deutliche prädikative Tendenz vorhanden ist., die sich aber vorwiegend in 
sachlichen Attributen ausdrückt, während die Mutter anscheinend viel mehr 
(jcisuiiliulic-s Gtfi-hl bri iLrcji Ftcnkü-jucii mit einfließen läiJL 

Der Vaber mit seinem gemä.Bi£ten F:ädikat:ypu£ steht dem Typus der 
Kinder im allgemeinen näher als die Mutter, Aus den Juncschen Berech- 
nungen ergibt sich als durchschnittliche Differenz zwischen Vatsi und Kindern 
— 2,S, Mutter und Kindern. = 4,2, Dag Verhältnis Vater— Söhne beträgt 2 a 5 h 
Vater— Tochter ^üj das Verhältnis der Mutter leigt entsprechende, aber höhere 
Zahlen: Mutter— TontK<r 3,9, Mutter — Söhne 4,7. Aus diesen Zahlen ergibt 
R\rh flflhpr dip T^t^ach-P P die Sich a"ch durch Hip dirpkl*» qiEalirjili.ivp Rptfrarh- 

lung der Assoziationen bestätigen läßt, dafl in dieser Familie die Söhne eine 
gröÜeie Annäherung cam Vater und umgekehrt die Töchter eine größere 
Annäherung" iur MuttL - : - zeigt u- Die Annäherung der ältesten Tochter an 
den Typus der Mutter wäre vielleicht noch gröSer. wenn nicht im iweiten 
Hundert eme besondere Störung 1 eingetreten ^väre. Irn swei|«;i> Hundert findet 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



X. TJNTERS'JrHUNriEK ÜRgR WORTaS502IAT10^H USW. 



99 



nämlich «ine Zunahme der motorischen Reaktionen, besonders der Wgrt- 
Eu.syuii]ieiiin?Ui|[]gtij und 0« Defiuttiuncii , sia-tt, zuungunsten der PrädiltiUr 
und Koordinationen, Der Grund äst folgender: üae Experiment wurde ge- 
macht an einem Tag:, an dessen Abend Versuchsperson ihren Geliehten in 
einer Gesellschaft zu sehen hc-ftle, im ersten Hundert konote Versuehepersnn 
ihre Aufmerksamkeit ganz g*ut auf das Experiment richten und zeigt« infolge- 
dessen ke.ne Ablenkung, im zweiten Hundert iiefl ihre Aufmerksamkeit nach 
sie reagierte sehr langsam. Öfters aufgefordert, aufzupassen, assoziierte sie 

r.lanrt Icttr^r* Zeit io Supercrdinati.Dii*n und D^finitioben, um hei der Et- 
schlaflung; wieder motorisch zu reagieren. So kommt es, daß in aweiten 
Hundert beständig hochwertige und ganz dache Reaktionen mit einander ab- 
wechseln, was dis Gesamtergebnis natürlich wesentlich beeinflußt 

Famili* VII 
Sehr unintelligent? und gänzlich ungebildet™ Handwerkerfamilie, 



Ve r a u c b i - 



Vater, 4$J, . 

Mutier, 44 J. . 

Tochter, 14 j r 
Sohl, 9J, . . 



Wert- SeruÜg« 



Sübjtht- 

Verhältnis, 



ci&Bffl 



inn:re 
Askxü- 
thnes 



Auttria- 

ÜODCQ 



3,5 
5,5 

7 



r 

32,5 
'S 



S2,S 

6,S 



» 

3.? 
55.! 



3«,; 

24 
"S.S 



l '3 
6 

i 5-5 



Typ ivi 



Definition 

C^mischteaPrädtkar 

G^miacht«Frädi<at 

Definition 



Das in die Augen springende Charakteristikum dieser Familie ist die 
scharte Trennung in jvei verschiedene Typen: auf -der 'einen Seite Vater und 
Sohn mit Definjtonstypus, au]" der anderen Seite Mutter und Tochter mit ge- 
mischtem, ju Prädikaten hinneigendem Typus^ Die Assoziationen von Vater 
und Sahn, deren Zahlen Verhältnisse eine so greife ÜbereinsLmmunjr zeigen, 
baben bei äußerlicher Betrachtung ein recht verschiedenes Aussehen und ver- 
dienen darum eine be-aandere BeBprschuDg, 



Assoziationen des Sohnes, 





Beispiel?: 




Wasaer: 


klar und kalt 


besuchen: 


Bekannte 


See; 


tief ond viel Wasser 


Kaffee : 


bitin mar. trink« 


lUrt: 


WO kltrb.lg l-l 


Raum : 


der Früchte tr-kgl 


Geschichten: 


erzählen 


Heu; 


wo du Vieh frißt 


vergehen i 


Rechnung 


Engel t 


wird nicht gesehen 


Apfel; 


wc- nut «set-in kann 


kaufen: 


Vieh 


Buch: 


wo man tut lesen 


Vi.!*" : 


die sticht 


Lufti 


wo auf der Erde heruffl- 


rfarrtr: 


der predigt 




schwebt 


Straten; 


wenn mai schwatzt 


Kutofiel; 


wächst im Acker 


Mappe: 


wg man Hefter tiineintut 


TeUer: 


wo flach ist 


lir:r: 


wo man drin schläft 


Statte 


Fed« 


Storch: 


wo groUer SrhnabcL hat 


eng; 


Kleid 


Wagen: 


wo man Säcke aufladet 


5tH&: 


hart 


Karten: 


wo man Kleid er hineintut 


Kirchturm ; 


wo loch |Ht 


Schlauch: 


worin Wasser durchgeht 
T 



Oricinal fron 
UMIVtrttllYÜr-MLHIÜAN 



10O 


EMMA FVR.M. 


Rhu: 


wo mm darauf schreibt 


streiten : 


HiüS: 


wo die Leu« drin wohnen 




Sapha: 


wo man darauf sitzt 


Freehhtii: 


Soldat: 


wo im Dienst ai 




Wind: 


wo Bilder diari hängen 


v.'h n i J : 


Hahn ho f: 


wo Züge einfahren 


schlafen ■ 


Ziege: 


wo Homer hat" 


stark: 


Wirtschaft: 


wo man Bier trinkt 




Lampe: 


damit" es hell gi.bt 


bescheiden 


Freundlich : 


Verwandte grüßen 


SchIos54r: 


rpir "h ; 


»■fin man viel Geld hat 


Wj 


ferff: 


wu man hi na ufk] eitern mufl 





wenn der eine erwas anderes 
sägt .«> d*r ändere 
tlnem etwas au« den Händen 
nehmen 

.rmn man springt 

wenn man die Augen mhebt 

■wenn man et* 1 *.-;. Schweres 

iragert kann 

wenn man nicht vid sapt 

■vu mit Eisen hantiert 

nach dem Einsperren 



Die äußete Fasätitlg der Assoziationen in sehr zahlreiche Sätze (70%) 
mit: lf wo jst" T „.wo Ttart L ' F wenn man" bedingt einen Reaktionstypiis, der bei 
oberflächlicher Betrachtung der At&oziations weise bei hochgradigem Schwach- 

sinn, wie: sie WehiJiii bei, JJjutcjj gefunden., lüuscheiid khuliuh sieht. 

Eine eingehende Prüfung zei^ dafl diese Ähnlichkeit eine mehr auLSer- 
liehe' «t, und dafl die Assoziationen inhaltlich weit über jenen stehen. 

Der Vergleich mit den Assoziationen bei Imbezillen und Idioten gib! als 



1 e 1 1. U : LI n < 



litte : 



1-Bfii der Mehrzahl der Assoziation er. findet such, die Auffassung des 
Reizwortes nach der ficdcütiog, im Sinne einer Frape. 

2, Die nicht automatische, sondern mit großer Aufmerksamkeit und An- 
strengung gesuchte Reaktion mit Erklärungstendenz. Versuchsperson geriet in 
aUrkt? Euiutiyn und reagierte sehr langsam, 

Das Experiment datierte drei Stunden, 

3- Die Reaktion in mehreren Worten und ganzen Sätzen [?d\ mit' ist, 
wo man,, wenn man). 

4- Die Bildung ron Schulsaczen. 

5. Die uwsundlichc Ausdruckweise* 

ö. Die hoben Zahlen 'von Zweck- tnd Beispieteajsoziatbnjcn.. 

7 Viel* DeGmtii>üeü CS 5%) JQ-d -die öfteren Tautologien, 

8. Viele Tätigkeiteaasouationen. 

Hiebt g.cmciu5anic Punkte. 

I L Die re^tiv grölte Anzahl (33%} normaler, nicht erklärender Reak- 
tionen mit nur einem Wort: als gut gewählt«, pas&ende-, we^hseLnde, sachlich?-, 
äuliere und Wertp radikale., die sehr wenig Wiecerholiing seilen, 

Schon diese Reaktionen. zeigen 1 dat diese Versuch sptrfröü in bezug aiti 
Wort- und Begriffreichtum Jber den Imbeziller, steht, wo, da wo Praditatc 
gebraucht werden, meist ein« groÜe Monotonie Herrscht und oft wenige Prädi- 
kate , wi e echwirs liöd weifl , durch das ^anic Ejtpc rimc n t -auC Li an den u.n - 
passendsten Stellen gehraucht werden. 

2. in gewöhnlichen Koexistenzen uid Tä^kehsasgoxiatioiiun, 

3. Das fast vollständige Kehlen von zu weiten und von spezialisierten 
Allge-meiabegriflert (wie Baun; — Bcstandteii, Kirsche — GartenGaclic), derSuper- 
ordinatJ-oiLcn, des cu.ifac.hcu Tdutuluyjt:cj h wu das Reizwort durch ein Synonym, 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



X. UNTERSUCHUNGEN ÜBER WORT ASSOZIATIONEN L'SW. 



Diminutiv, Identität, ein Attribut, oder das Gegenteil mit der Negation erklärt 
ward, wie: Berg — ein hoher ßerg; Blume — ein Maienetock; Blume — du 
Blümchen; hell — ist nicht dunkel, 

4, In einen! viel besser entwickelten Abstraktion^ vermögen So sind cie 
Beispiele und eigen Midien Definitionen viel allgemeiner und abstrakter ge- 
halten und erklären meist der- Re-izwortinhalt treffend und genügend» indem 
sie das Wesentliche hervorheben. Beispiele wie bei den Wehrlinschen Idioten, 
wo die Versuchsperson den Reizwortinhait durch ein ganz nebensächliches, 
ü-uLfcrlicr.CB, optisches Attribut eh erklären sucht, vermissen wir hier fast £ati7, 
ebenso die speziellen konkreten Beispiele der Idioten, wie; Gefängnis: das .st 
so ein Fensterchen. Vater: der hat mich einmal 4ie Treppe herunter ge- 
worfen. Haar: wo man es abschneidet, Berg: da ist ein Baum, wo Pfirsiche 
darauf wachsen. 

Öhschon die Assoziationen des Vaters qualitativ denjenigen des Sohnes 
sehr nahe kommen, so unterscheiden sie sich doch äußerlich ganz beträchtlich 
von denen des Sohnes; nur die Tendenz: ist dieselbe, wie folgende Beispiele 
zeigen: 

Proben. 

Staat: Korporation 

Hund: Körperteil 

Töch; j^TFimcrgcrät 

Wand : Hauütei] 

TICU ! £l&ch verfertigter tiEgcn^tand 

Ziege : HaustäeT 

Segel 1 Körperteil v o m ^chjff 

Pflaume: Steinfrucht 

&ej] ; WErlczrujr 

Baum: r'äanxengruppt 

drohen: Unart des Menschen, 

Heft: Papiermagse 

■■:'il i:-.,-i!'.,'!-:'.li :,P :."i.;i..:i-|-..-|l.il-; 

abreiben : Leistung 
Derg; * iii Mnsaiv 

v&lk: Körperschah 

cchwiiiimen: körperliche Anstrengung 

Ge -'.■:■: ist Vorschrift 

Monat: Zeitrechnung 

Hunger: kcfcperHchea Hrnpfinden 

Versuchsperson ist ein exquisiter Vertreter des Definitionstjpus, 8&r5% 
der Aaeoii-itionen haben, einen deiirt-i er enden Charakter, wovon ca. do^/q direkte 
Definitionen sind. Versuchsperson geriet bei der Aufnahme ebenfalls in 

ziemlich starke F.ninttnu und henniiililF sinh sehr, knrrrilrte Antworten £U geben. 
Die Reaktionszeiten waren sehr lange; das Experiment dauerte l 1 /^ Stunden, 
Auch auf mehrfacht Ermahnungen, Versuchsperson solle die ihr zuerst cia- 
follendeft Reaktionen sagen, ließ sie flieh nicht von ihrem Association stypus 
abbringen. 

Zum Unterschied vom Sohn liegt hier die Ähnlichkeit mit den Assozia- 
tionen bei Imbezille.! mehr im Inhalt als ia der Form, dagegen klingen viele 
Assoziationen an disj eiligen gezierter Hcb^ph rener ar r Wir haben auch hier 



Kopf: 


Körper fei] 


Sbcogd : 


Pftanientel 


Wolle : 


Fabrikat 


Schlange; 


Reptil 


Tinte: 


Flüssigkeit. 


Schiff: 


Transportmittel 


Anstand : 


menschlich? Eigen&cha'i 


Kohle: 


Brennmaterial 


krank: 


Naturerscheinung 


Heu: 


PDnuentel 


r" vt !;■: y : 


K.i.r':, !.--,t 11 .:ü: ■ üi '-■■. 1 -■:" :• njf 


reden: 


menschliches Bedürfnis 


'■■'■::, .l">.'ii 


mensctilicle Untugend 


Pfarrer: 


Persönlichkeit 


üucU; 


Ij^bCllliElC-l 


Entfcl: 


tinsifhlbarEii Cicsulnipf 


Brot: 


tiiglidieis NahrUnffsmitttl 


schnell : 


--*:.-■. he l!i.-*vi;n". i c 


Hau: 


■Saft vom liitum 


Wdar: 


r>i cn s t ptli ehr Lh er 



Digdizedb) 



Original from 
JHIVERSITY OF MICHIGAN 



EMMA FÜRST. 



wieder die Auflassung des Reizwortes im Sinne einer Frage und die Neigung", 
dasselbe zu erklären oder zu definieren. Doch unterscheiden sich die Asso- 
ziationen von denen d<r Imbezillen in mancher Beliehen g;^ die Sjperordi- 
nationen sind mm größten Teil passende, die den Rcfzrfortinhait genügend 
charakterisieren. Ute au speziell gefaßten Allgemein begriffe und die iu weit 
gefaßten Überordnungen, welche dis Reixwort ntn wngel^aft charakterisieren, 
Maden sich nur vereinzelt. 

Die eigentlichen Definitionen and zum Unterschied von den Assoziationen 

bti lmbdillän allgemeiner und abstrakter gehalten, und- erklären den K-ciz- 

Wftrtinhalt zutreffend, wieder im Gegensatz zu jenen konkreten Beispielen der 
Imbezillen, die nur das rein Äußerliche und Nebensächliche treffen, Asso- 
ziitionen, wie; Familie — Körperschaft; Brand — WärmemaBse; Lied — Zu- 
sammensteHuricr van Tonen; Segel — Körperteil vom Schiff u. a. m. machen 
ciaen sonderbaren Eindruck, der wohl kaum djrch Intelligenzmangel enschöp- 
feud erklärt ist. Vielmehr sprechen derartige Reaktionen, die man als über- 
schwenglich oder geziert bezeichnen muÜ,. für das Vorhandensein eines leb- 
haften Drangt so ^gebildet" als möglich zu reagieren. Dadurch sucht Ver- 
suchsperson offenbar ein lebhaftes Infenonlats^cfühl zu kompensieren, (Vgl. 
die entsprechenden Darlegungen bei jung: Psjxhuh^ie Her Dementia prä- 
cox, Halle »90?, S, &?.) Tch habe amch bei intelligenten Leuten, z, b. bei 
eisern Studenten, einen f.usgespmcbsnen DeGnitioiisiypiis gefunden, der diesem 
Kall«' ziemlich ähnlich eah, eich aber natürlich gebildeter ausdrückte. Dor 
jungt Mann war etwas befangen und war offensichtlich bestrebt» sich vor mir 
ju keine intellektuelle BlöÜc zu geben. Er hätte kein geeigneteres Mitlei 
finden können, um. seine Befangenheit noch deutlicher zu demonstrieren. 

Die Vergleichung der Assoziationen ¥08 Vater und Sohn zeigt eine 
ganz analoge Tendenz der Rcakticn, wenn schon die Reaktionen Äußerlich 
g&na verschkdcti ausarten, woraus wiederum mit Evideni hervorgeht, daß 
I. iefühlsJaktortü in der Verschiedenheit des Reaktionstypms die Hauptrolle 
spielen. 

Die Assoziationen von Mutter und 'iochtcr zeigen zivar tuuh mten- 
siTt Einstellung auf die KeLswoTtbtdeutung, jber mit weniger Befangenheit, 
n:!nLen"l5i;!i frh lt d.c spezielle Betonung; des iolellekti teilen Momente*, wie nrir 
sie bei Vater und Sohn so deutlich gefunden haben. Die Übereinstimmung 
in Typus; uueI einzelnen Reaktionen ist ein*; recht grnBe, wie folgende Bei 
spiele zeigen: 



Rciivart 


Mutier 


Tochter 


Engel 


DDXllllllfllf 


un-wluiidig 


treiug 


bGa« Knabe 


Mbcr Itnnbr 


Stengel 


l.auchstengcl 


Snppeus r eiifc r el 


taue 11 


YSAT 


H^rr und Kraulern 


Si:.- 


großes. Wass-er 


R»0 


drohen 


Vater 


Vater 


Lmipe 


' .1. ■!!•■■ "h*11 


i^ibt Lieht 


reich 


Kttnig 


Kohle 


neu 


Kleid 


Kleid 


^ hJ 1 r: 


träft 


tWhmtnt 



Digdizedb) 



Original from 
JHIVERSITY OF MICHIGAN 



X. UNTERSUCHUNGEN ÜBER WORT ASSOZIATIONEN USW. 



103 



Reizwort 


Mutter 


Toc liter 


aufpassen 


neLuiee Schüler 


Schüler 


Bleistift 


Ung 


schwarz 


Geseft 


Gebot Cottcs 


Moses 


Lieb 


Kind 


Vit er und Mutter 


GJh 


hell 


lerhrechlich 


Grofl 


Gott 


Vater 


Kartoffel 


Knollen plante 


KnoJienpnaazc 


schlagen 


Vater. 


\> : .ii<-\ Knabs 


Familie 


mehrere Personen 


aus. 5 Personen 


fremd 


Reisender 


Keimende 


Bruder 


mir lieb 


lieh 


kÜHtb 


fiiutes 


Mutter 


Brand 


großer Sehnten 


schmeriend 


Tu« 


Heft 


£T0& 


Heu 


dunr 


*lü:r 


Spott 


5 bände 


Dummheit 


Monal 


viel* Tage 


31 Tage 


Luft 


kühl 


feucht 


Kahle 


ru&tg 


schvan 


Obal 


*mfi 


aflfi 


schaffen 


ValeT 


Eltern 


hurtig 


fröhliches Kind 


klein*' Kind« 



Wie diese Beispiele zeigen, besteht eme weitgehende Ähnlichkeit zwischen 
Mutter und Tochter, welche noch besonders auffallt, wenn man die Reaktionen 
Von Vater umd Sohn mit den obigen vergleicht. Nach den Herechnunjren 
Jungs beträft cie Differenz zwischen Vater und Mutter y,4„ jurisenen Mutter 
und Tochter 3,t>, zwischen Vater und Sohn 4>o N Mutter und Sohn 7,0. Der 
Sohn ist also um 2,4 der Mutter ähnlicher als der Vater 



Handwcrkerrfamilie von gewöhnlicher Volttsschulbildung und mittlerer In- 

tclli^L-nzf dazu eint Schwester der Muiter, die bei der Familie lebt 



Vers uc In n jn: 1 t n:i 



Vater 1 37 J, ...... . 

Mutter, 35 J. , 

Schwester d. Mime r, 19 J. 
Tochter, 15J, . , . , , 

Tac-httr, p-s J » 






■. 



i Sibiekl- i Sonsliur Aull( . ri . 






15 
"1.1 

11 



,17.5 

u 

«4 



7.5 
'7 

■4-5 



lo .S 
t».i 
1J.S 

if,,S 

7.S 



32.5 

j8 



3 

I - 



Typ» 



Prädikat 



Die ganze Familie le^t deutlichen Prädikattypus. Wie in Familie VT 
die 13jährige, in VJI die 14 jährige , so haben hier die 12 und 15jährige 
Tochter einen etwas ausgeprägteren Prädikattypus atfl die Mu'.tcr, Die größte 
Übereinstimmung in dieser Familie besteht zwischen dem Vater Lind den 



heitleo Töchtern (D. 
D. = 1,8). 



1,2 und 1,65, dann zwischen den beiden Töchtern, 



Digilized- b) 



Original from 
JHIVERSITY OF MICHIGAN 



104 




FWMA PURST- 


httr 






Rftiivöft 


Vat*j 


E. Töc 


s. Tochter 




Familie 


^rofi 


JT^fl 




groSe 




Zeic 


verffin j; lit ti 


ku - i 




Lange 




(Jrund 


tief 


ti = f 




fest 




Ärmel 


lang 


■aiig 




weit 




Tausend 


>:am 


graue 


Zahl 


grofie zahl 




Krim 


idUhi 


neu 




grofl 




Griffel 


kurz 


spitiig 




scbirarz 




IJirr.ijrtr'j 


LUD 


gut 




WS 




Hecke 


dornig 


dicht 




lang 




E& s te 


scharf 


wfcflK 




sau« 




iercpring«n 


Gläser 


Ei 




Ei 



Die gemeinsam* prädikative Einstellung ist durch diese Beispiele !;■:- 
nqgend illustriert, DaVor. differieren die Assoziationen der Mutter nicht er- 
heblich. Ihre Differenz vom Vater beträgt 2,6. Ihr Typus ist etwas flacher 

jlls rltr das Mannes (l2,( '■/, m.?hr äuBere .AEsr^i;r.io:ic::iy. S^net finden wir, 

wie beim Mann, gegenüber den Wert p radikalen überwiegend mehr sachliche 
Prädikate ( n diese rviert er v ' PrädikatlypLs). Hauptsächlich infolge des ober- 
flächlicheren Typus differiert die Mutter um ^ n 6 von den Töchtern., die,, wie 
envährit, e-iqen intensiveren Präctkattypus aufweisen. 

Die mit de Familie zusamm-cntcb-cndc ledige. Schwester de; Mutter Ecijjt 

tbcnfalte einen ähnlichen Prädtkattyp.is. der sich mear dem Typus der Töchter 
annähert als dem der Mutter (Differenz zu den Töchtern: 3,0, zu der Mutter: 4,4). 
Die Ursache dieser Verschiedenheit liegt zum Teil darin, daß Versuchsperson 

ähnlich wie die Töchter erheblich mehr innere Assoziationen produziert als 
die Mutier. Wir neriltrit bei 4er fulgeu-deu FrianilLe notb nälier auf dieses 

Verhältnis einüben. 

FiiMt'iü fX. 
UaMdwerkeiTamilie. Manu und F:au von mittlerer Intelligenz, ungebildet. 
Die Frau ist tlie dritte Schwester der 1'rau der vorigen E'amilie., seit mehreren 

Jahren verheiratet und lebt in einem anderer Milieu. 



'. -- S .!■•■ I. ■ 
ricrniD 

MflTHU, 3j_f. 

Frau t 34 J r 



nriktikak: Prädikate- , ' . tmte Awüh*- I 
!" rtBllQ " ' Ujueo 



3i5 s.t j SiJ *a,5 | 47 l,J Koordination 



Amtiere 


TClk' 


\ ü °"" 


rj -i:U'ü 


1 4? 

3*., 


LS 



Diese Familie weist einen dem Typus der vorigen Familie diametral ent- 
gegenifcse taten auf, Prai.liLt.ate sind nur spurte ise \orhaniJen, dagegen finden 
wir überraschend hohe Zr.hlen bei den inneren Assoziationen, speziell hei den 
Kontrasten. 

Während bei der vorigen ['amiLic sozusagen keine KoiiI/üs-Ic ifi v \ pro 

Versuchsperson) vorhanden KJnd , ueliinen si«i hier einen brt+ikm Rjuni ein. 
Zugleich fäll eine seltene Übereinstimmung zwischen Manu und Frau auf 
(l>. — 1,4), die um an incrk^Lin liger erscheint, als es den Anschein hui, diili 



Oricinal fron 
JMIVtKillYÜI-MrLHIbftN 



X, UNTERSUCHUNGEN ÜBER WDRTASSOZIATIONEN USW 



(05 



die Fiau früh« vielleicht eben anderen Typus hatte. Vielleicht darf man, 

wenigstcca verrmii-LingswcLiC, diesen. Sr.hl.jü W3fjcr± au:" Grund der bisher bc 
Statisten Tatsacbe t dat Angehörige derselben Familie a ch im Typ»? annähern, 
besonders dann, wenn sie gleichen Geschlechtes sind. Es wäre also denkbar. 
daß unsere Versuchsperson früher eher aum Typus ihrer beiden oben be 
sprochenen Schwestern gehört hat land erst nachträglich durch das Zusammen 
leben mi: dem Mann dessen besonderen Typus angenommen hätte (d. h. den 
selben affektiven Faktor erworben hatte, welcher die?e Einstellung bewirkt] 
Ich stelle die Reaktionen dieser Familie mit den Reaktionen der beiden 
Schwestern [Mutter und Ledige Schwester) der Familie V11I zusammen, so daü 
sich der Leser über die Unterschiede der Einstellung jenseits aller Meinungs- 
verschiedenheiten übe: Klassifikation selber ein Urteil bilden kann. 



Reizwort 


J. Seh weiter 


a, Schwester 


3. Stil wester 


deren Mann 




(Miitttx in Familie VIII} 


(in Familie VIII) 


(Frau in. Familie IX) 


(in Familie IX) 


Tijn 


schwur 


ScKwdTE 


WaSECT 


Tusche 


Bwi 


frisch 


wetfl 


/.urxtr 


KartorTelr. 


Lampe 


"iell 


heil 


tlLumcüivüe 


Seh. im 


Baum 


ohne Butter 


hoch 


Strauch 


ttutul 


Heft 


'Msthtnu tu 


dick 


Buch 


Buch 


Buch 


dick 


lehrreich 


Album 


Heft 


BlEisrift 


schwarz 


iura: 


Federhalter 


Tinte 


singen 


hMh 


un:erhAltrnd 


springen 


Lachen 


/ahn 


röB 


faheh 


Zunge 


-vtr.h 


tilume 


duftel 


rat, 


Sträucher 


Cras 


Wasser 


kühl 


klST 


Milch 


Kiltwavser 


Tineen 


Freude 


Wileer 


springen 


trinken 


troiig 


böses Kind 


klein* Kinder 


freundlich 


sinftmutig 


Lied 


schön 


Kirchen liei 


Musik 


Zither 


Kartoffel 


gut 


gefroren 


Bohrt 


Rüben 


drohen 


böse 


dum in 


klagen 


vermittelt 


Anstand 


»chän 


in GoelltchaJi 


und Sitte 


kmx Anstand 


Familie 


gioS 


weit entfernt 


Gemeinde 


Geschlecht 


Volk 


pofl 


kriegerisch 


Stuft 


land 


fremd 


wandern 


-Ihy 


hei misch 


nohnhaft 


falsch 


schirchl 


Schlange 


freundlich 


viie die Katze 


Ol« 


gu; 


trn*r 


Wein 


L-erciüse 


Wirtschaft 


gut 


y.i bi -■:],■". r 


Lad» 


t-.csLaurLint 


klwn 


Kind 


Verlobte 


koien 


lieben 


Ulli 


nt 


io: 


Wasser 


rroschbluE 


L]flK>ftii 


["■ilM lifln-ii 


Kli#m 


Iahen 


hassen 



Diese Beispiele dürften genüge», um die Ähnlichkeit der beiden ersten 
Schwestern und die Unähnl Lchfceil der dritten Schwester deutlich darzutun 
Aus den Jungecheii Kcrechömigei. hebe ich hervor, daß die erste und die 
zweite Schwecler von der dritten um #,0 bjw. 8,8 differieren, während sie 
unter sich Mlp3 un'i 4,4 d ffeiicje.ii, V'^eere; n.Lnte , ilLLnjjsm<gthc,de. maig; Ihre 

großen Mängel Lind iVillküilichkeiten haben, solche Fälle lehren- uns aber» 
ilaü sie wenigstens genügt, um dergleichen Verschiedenheiten zahle nmlüi^ 
riusaud rücken. Und dadurch haben wir wenigstens ein Instrument in der 
Irland, das ausreicht, auf diesem saust nach unbebauten Felde die ersten Früchte 
zu ernten. 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



JOÖ EMMA PURST. 

B, Zusammenfassung der Resultate. 
Mein hier besprochenes Material umfaßte. Familien mit zusammen 37 Ver- 
suchspersonen im Alter von <; bis 14 Jahren. — 

Mit Asn&htAft eiflCr einsipefl Versuchfip-ftrtOil , di* «iüc t-tw-iiö bisöStrt: 

Bildung besitzt, sind alle Versuchspersonen ^ani ungebildet. Nur zehn. Ver- 
suchspersonen haben zu'ei Jahre die Sekundärschule besucht; die übrigen 2*> 
haben nur Volk Schulbildung:, Ebenso lehen alle diese VcrsLchspcrsonen in 
£am ungebildete-n Milieu. D;is Verhältnis der inneren zu den äußeren Asso- 
£tatbneiE in bec-ug auf Eltmn und KuiJej ließ sich iti sechi Füllen piüftu. 
In fünf Familien gelangten beide Eltern zur Aufnahme, in einer Fatnilie nur 
die Mutter, Betrachter: wir tuerst das Verhältnis Mu.tcr und Kind zum 
Vergleich mit den Jun^-Kik'inschen Resultaten 1 ): 

In drei Familien hatten alle Kinder mehr innere Assoziaticncn als 
die Mutter, Die Kinder standen zwischen dem 9, und 15. Altersjahre. In 
zwei Familien hatte je das jüngste Kind (eine [3- und eine 27 ja hrige Tochter) 
mehr innere Assoziationen als die Mutter» alle übiigfen mehr äuÜcrc, Wir 
können da? Ergebnis dahin formulieren;, daß Edle Kinder unter lö Jahren 
mehr innere Assoziationei als die Mutter haben und (mit Ausnahme 
eines einzigen Falles) alle K : nder über 16 Jahren mehr iuüere Asso- 
ziationen haben als die Matter. 

0:is Verhältnis der Kinder ztim Vat*r ^CBtaltats eich etwAci iirnJert. 

Acht Kinder haben mehr innere Assoziationen ats der Vater und drei mehr 
äußere, Etwas Ocsutzmäßiges in bezug; auf das Alter des Kindes ,äßt si?li 
nick aussagen, [Jie Jung-Rik iinsche Beobachtung bestätigt aich alio nur in 
bedingter Weise. Als ein ferneres Resultat ergibt Sieh, daß die Männer 
etwas mehr cur a u JJ z r e n A HOz : üi t i o n ntigtn a.\s ihre F r am £ ü , und 

daß dies bei den Söhnen im allgemeinen auch der Kall ist gegen- 
über den Schwesterr.,, woraus man den Schluß ziehen darf, daß die weib- 
lichen Versuchspersonen dem Experiment (bei meinen Untersuchungen) eine, 

nie 2S scheint, etwas ungehemmtere Aufmerksamkeit entgegen gebracht haben. 

Ein Vergleich von Brüdern und Schwestern ergibt, daD in der Jugend 
die Schwestern mshr Neigung au inneren Assoziationen haben, in mittleren und 
späteren Jähren dajrejyeri die Brüder mehr. 

Die Prüfung in bezug auf das Alter der Versuchspersonen hat bei ge- 
sonderter Betrachtung der Senwesterm und der Brüder, aller weiblichen und 
aller männlichen Versuchspersonen, sowie alter Versuchspersonen überhaupt 
wegen der enormen individuellen Verschiedenheiten nichts ergeben entgegen den 
ln-!'i;i.ilt::\ R ci i\ seh b n r#e und B^lints, dis demnach einer Revision zu be- 
dürfen scheinen. Ebenso hat die Trüfung dieser Frage bei den. Ehegatten 
nichts in beeug auf das Alter ergeben. Von sieben Familien hatte in vier 

') J uo K _ Kikli □■ S. 47 j. $t des I. Beitrag« dtE I. haa&ts der Di^Riojt, AssMiiM.-Siurä. 
niiichra tlaranf fiüfrrn>rkaans, ü.nii nicht aut mrixtben MülLcrn und Töcbtern eiue "amiäiiie Verwandt- 
schaft ilea TV|3tls liest; hl. KDiiiem nucii «in n est h einend rtpeliiiJLflJjreM, ([uan.LiliiJ'vnb VerJaaltfQ Je« 
Cinwlnen ■^JHjaJri'lF^niirnJipp*», t\aA *vjj S", (Uli ir. ;Lpr HaiTitujtg vijqi der Mutter IUI jüflgstfn 
rochtcT rlie Oberflächlichkeit des Typts HunäirmL JuB;p-Kik in brin^rn rln^n nre! F£ile h aUir- 
■.iiiii;s untt; gcwiHEem VurUtüiU, 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



X. UNTERSUCHUNGEN ÜBER WORTASSOZIATIONEN U5W. TO? 

Familien der Mann mehr innere Assoziationen. (Die Frauen standen dabei 
zwischen 33 und 44, die Männer (wischen 34 und 46 Jahren.) [n drei Fällen 
hatten die Ehefrauen (zwischen 34 und 46 Jahren) mehr innere Assoziationen 
als die Männer (zwischen 33 und 60 Jahren). Dagegen scheint die etwas 
intelligentere und gebildetere resp. belesenere Ehehälfte mehr auflere Asso- 
ziationen zu haben. 

Bei meinen Ungebildeten findet sich mit auffallender Häufigkeit, d. L in 
der überwiegenden Mehrzahl, der Prädikattypus. Uic folgende Tabelle ^eigi 
die Häufigkeit dex einzelnen Assoiiationstypen in der 7-M der Versuchsper- 
sonen und in Prozenten angegeben: 

r. .. »• ,. . „, I Känners 8 

Pradikattypus 21 Versuchspersonen = 54 y 4 \ „ 

Gemähter Typ«. . . . 11 „ - =9% { Frauen? t 

DeGnshonstypus , . . . 2 N , — 5 % (Vater und Sohn) 

KooidiDationstypus , , , 2 hS = 5 V* [M^tin und Fia«) 

Oberflieh lieh er Typus , , 2 p , - 5 fl /e (brauen). 

Außer den ji Versuchspersonen des PiädikaHypua , d' e mehr als 40*/* 
Prädikate haben, finden sich beim gemischten Typus noch sechs Versuchs- 
personen mit einst größeren Anzahl von Prädikaten., wobei bei allen sechs 
Versuchspersonen die Zahl der Prädikate alle anderen Hauptgruppen, wie r, B. 
Koordinationen, Koexistenzer. und sprachlich motorische Reaktion en 1 überragt. 
Zählen wir diese Mischungstypen mit prädikativer Tendenz noch dem Pradi- 
kattypjs zu, soerhrdeen wir 21 Prädikattypen, also J2 a / aller Versuchspersonen, 

Die Häufigkeit des Prädikatlypus ist bei den wEiblichcn Versuchspersonen 
etwns gröfler entsprechend den Befunden von J u n g- Und Riklin, ala hei 

Männern (17 Frauen und ]o Männer), 

Die übrigen Typen sind so spärlich vertreten in dem bisher bearbeiteten 
Matern!,, daß sich übet 1 ihr Vorkommen nichts Bestimmtes oder Charakteristi- 
sches aussagen .aßt. mit Ausnahme etwa des Definitionslypus, der in 
reiner und gemischter Form (drei Fälle) ausseht. eßlich durch männliche 
Versuchspersonen vertreten iat, 

Jung und Riklin haben die Vermutung aufgestellt, daß det Prädikat- 
lypus einer psychologischen Eigentümlichkeit entspreche, welche sich auch 
der künstlichen Ablenkung gegenüber behauptet. (Dtagnost. Assoz.-Sriid. 
L Beitrag S. I36 ff.") Die beiden Autiren nahmen damals auch an, daü 
das Einstellungsphänomcn des Prädikattypus djsrin bestehe, d:iiJ primär leb- 
hafte innere Bilder auftreten, welche vermöge ihres kräftigen Geftihlstones eine 

entsprechend subjektiv gefärbte» prüdikativt, Sprachliche Rcakt.On vcj-ÄrtLwrSCi-L. 

Ich kurmte bei meinen Versuchen das in der Jünj-Riklinschen Auffassung 
hervorgehobene Geitjhlsmoment nur bestätigen. Es ist allerdings schwer au 
sage n , auf wel chetrt psychologischen Faktor die Präd ikatei natellu ng beruht. 
In einem sozusagen zufälligen lndividualkomp]ex kann vfohl kaum die Ursache 
liegen, dagegen spricht die Häufigkeit dieses Typus sowohl, als auch sein 
familiäres Vorkommen- Die nächstliegende Vermutung scheint mir, daü der 
Grund in einer allgemein .vorkommenden Gefühls diaposilion gegenüber dem 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



JOS EMMA FÜRST, 



Experimentator zu suchen ;st. Bei der Häufigkeit des Prädikattypui lohnst es 
sich, sein Vorkommen genauer in studieren •> betrachten wir zunächst sein 
qu anti talives Verhaken bei männlichen und bei weiblichen Versuchspersonen. 
Dazu wähle ich 22 Prädikattypeji aus, die alle mindestens 40 Q /o P^)ik&lc 
aufweisen* 

Das Verhältnis der Wertprädikate zu cen sonstigen Prädikaten 
beträgt bei deo männlichen Versuchspersonen 1:1,53t be. den weiblichen 
Versuchspersonen 1 = 0,84. Das heilll bei Männern überwiegt das sachliche 
Prädikat gegenüber dem subjektiv betonten Wertpradikat, wahrend es bei den 
Krauen uingekelrt ist. 

Wie verhält sich der Frädilcattypus in den verschiedenen Lebensaltern? 
Wir untersuchei: zunächst vom 10, bis 4.V, Jahr und vom 41. bis 80. Jähr und 
erhalten folgende Resultate- 
bei Mrdictd 

von 10—40 Jahren Wertp radikale; Sachliche Prädikaten-- r:2,i? 
„ 41—60 „ „ „ = 1 i 1,27 

[m'i Fr all CO 

von 1O—4J0 Jahren Wertprädikate: Sachliche Prädikaten ^= 1:1,14 

_, 41- So +l „ „ „ = i :0,3a 

Wir finden hei beiden (Gruppen eine größere Werlprädtkattendeni 
im Alter als i-t der Jugtnd. bei Krauen grafler als bei Männern. Ftei den 
Kraben findet das Überwiesen der Wertprädikate schon vom 4]. Jahr an statt h 
bei Jen Männern erst vom 6l. (von 6i bis 80 Jahren beträgt bei Männern 
das Verhältnis i:0,6B N von 41 bis 60 aber 112,14). 

Sollten sich diese Verhältnisse auch noch Lei meinem übrigen Material 
bestätigen, so konnte man den Satt aussprechen, daö bei dieicn Experimenten 
die <lcm l'Tanikrtttypus eigentümliche Disposition bei Frauen etwa nach dem 
40. Jahr, bei Männern aber erst viel später, etwa um das 60, Jahr, eine be- 
trächtliche 5tei|E??ritii£ , d- h. eine Vermehrung der subjektiven Tendenz, er- 
(ahn Vt^fin man i Urnt* lpt*rer*» IVnHpn* als *»in ZiiFÜpÜpt von m*»hi per- 
sönlichen Uc fühlen rUiftässen darf, so inüüte man annehmen, daÜ um die 
genannte Lebenszeit wichtige Veränderungen der affektiven Disposition statt- 
finden. 

Was die ^Hgemeineir Xableriverhälnisse der einzelnen Gruppen betrifft, 
so eigeben die HauptgTUppen folgend? Zahlen in Prozenten: 



'um :f AWMudOD« , 

Äußere Miöaiationp-rt 

H"l;-.ii|-!-,iL.lii-:' . :■ r . 

Kwtgruppe , . . . . 



'■■i'.n-'.ii '!■'■ 
Vei aic hspers mi 

Ofl { 0,6) 
^1 C M) 



Wohiicfc« 

V fi rau :'!".:- j ■;■!> an 

19,7 (4M) 

0,1 1 o.7) 
Ö.7 ( »Jt 



IJjt in Klammem beigi-sebjleii Kahlen sind die entsprechenden aus der 
J11 Jt^-Eiklinsclien ArlieiL Meine Zahlen icijjep im LictfensaU an det- ein- 
^; 1. 1-. 1^! ;i lanerL-cn ein beträchtliches Lben Leihen der inneren Assoziationen. An 



I , Original from 

JHIVERSITV OF MICHIGAN 



X. UNTERSUCHUNGEN ÜBER WORTASSCZTATTOKEN USV. 



I09 



der Klassifikation dürfte dieser Unterschied wohl kauü liegen, da Herr Dr, Jung 
inich dabei unterstützt urd sein früheres Material mit dem meinigen verglichen 
hat. DaO es nicht an der Klassifikation liegt, zeigen auch die bedeutenden 
Unterschiede in <ier Gruppe der leicht erkennbaren abnormen Reaktionen 
(KLanfreakuonen und Restgruppe). Der Unterschied Hegt uielmehr im Material: 
Juog-Riklin haben als ungebildete Versuchspersonen fast ausschliefllich Pfleger 
und Fflej^erinnen verwendet, während mein Material im allgemeinen ann in. 
tcllekiiell und sorial tiefer stehenden Personen Eiisammengesetzt ist. Aufler- 
demi dürfte vielleicht der Umstand sehr in Betracht kommen, dal! die Junx- 
Kik linschen Versuchspersonen in einem Dienstverhältnis zu den Experimen 
tatoren standen, ™as nicht ohne Einfluß auf die Affektmtüt sein dürfte, Die 
Zunahme der inneren Aewaiatio&en m-t der 5rDiedrirruti£ des Intelligenz- unc 
Bildungsniveaus, welche aus diesen Zahlen hervorgeht, ist der Ausdruck einer 
bekannten Tatsache, die durch die früheren Beiträge der Diagnostischen Ahso 
iiatioos-Studien bereits mehrfach erklärt wurde. Den jung-Rifclinschen Be. 
fanden entspricht der gegenüber den Frauen etuis flachere Kcaktionstypus 
der M&xmcr. 

Die detaillierte Gegenüberstellung der einielnfin Gruppen leigt folgende 
Verhälüisse : 



AjioiiMioEiiqiiilitä; 



Koordination . . . . , 

Sub- und £\>p4ro?dinarion , . ■ ■ > * < ■ * * . 

Kontrast . * , . , • ..►.,, 

Wertptadikai 

Sathlitlicfl unc iu&txta PjAdilut , 

Subjakl- und ObjektvcrhAltnis . 

Bestimmung von Ort, Zeit, Mittel, Zweck lüw. 
Definition ,,...,..,..,... . . . 

KoexLstcrji .......... . . . . ... - 

Identität 

SpradLicb-moiorlache VerlcnDpfunjf ...... 

Wortzusammensetzung . . . . 

Wortsqrüizung 

raupraanatign ... 

Kestgrcppe (Felder, Sinnlose, Mittelbure) .... 



.'.1;l;ii,Iii 1,- 


--■-- I- ■ ■ I ■ ■ . 1.5- 


V-. : .j;i.:. .ll :: 


Y£HU« cUp£ tm 


ro,r 


ft" 


M 


5s« 


1,6 


■:7 


1« 


14,( 


>Ji» 


**o 


9.7 


IJ.1 


1,8 


i,S 


Iflt,! 


"^ 


9,1 


6,3 


1,7 


],« 


7,1 


7.7 


3,o 


V 





*M 



Hei den inneren Assoziationen frlEt der große Untcmchied Le der Zahl 
der Wertprä dikate auf. Schon jung und Rikli n Laben eine BtvortigiJCLg 
des Fradikittypus durch das weibliche Geschlecht gefunden, die be* 
sonders bei Ungebildeten hervortritt. Der Unterschied dürfte hier besonders 
stark hervortreten, weil ich die einzelnen prädikativen Gruppen, soweit Eunuch, 
auseinandergehalten habe, während sie bei Jun^-Riklin zusammengerechnet 
sind. Der Unteischied liegt also speziell in den Wertpradikaten- Eid weherer 
nerv u ratschender Unt.eiscJ.ied hegt in der Bevorzugung des DefiHitions- 
tyr>us dureti die Mannet. Obige Zahlen zsigcn also, daß ineine weiblichen 
VersLichEtJerionerL eine subjektive r ^pci-Huci liehe 1 * EinSteHuiig' , während die 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



KHM A FÜRST, 



Männer hauptsächlich eine objektive, intellektuelle Einstellung haben. Während 
die Jnng--RikLinachen Zahlen der Restgmppe, welche hauptsächlich die 
Stömnfsprodiikte enthält, durchweg höhere Zahlen bei den Männern zeigt* 
haben hier die Krauen eine höhere Zahl. Ob dies mit dem Gesddeclt der 
Experimentatoren zusammenhangt od« eine oie-hr pr zulalhge" Verschiedenheit 
darstellt» ist schwer eh Gagen, 

Die familiären Überein5timnung r en in det Reaktiönatendenz, die tch quali- 
tativ gefunden und in den einzelnen Fällen jeweils demonstriert habe, hat 
Jung einer besonderen Berechnung unterworfen, deren Resul täte es mir gütigst 
Ib er lassen bat, Alf Grund von SoS Vergleichungen sämtlicher nicht ver- 
wandter Männer und Frauen meines Materials, wozu über Sooo Eimelver- 
^]«icnup^-ea nötig 1 waren, wurde nla mittlere Differenz der ni-chlver- 
wandten Männer 5,9 uuei als die der nichtverwandtcü Frauen 6,o g-e- 
Tuadep Diese Mittekahlen sind darum von Wert, weit sie einen Maffctah ab- 
geben für die Bewertung der intrafamiliären Differenzen, was aus den folgen- 
:len Zahlen erGichtlich sein wird. 

Die mittlen: Diffti'tim yeinäuJlCi Männer, beli-ägl 4,r h die dti 
Krauen 3,8. Aus der Tatsache, daß diese Zahlen nicht unerheblich niedriger 
sind als die Differenz der Michtv erwandten t dürfte der Schluß ^ezopen werden, 
:la ß Verwandte überhaupt eine Tendenz zur Obei ei r.sti mmzng im Re> 
aktionstypua besitzen. Der Streuung weit 1 ) der der erstsren Zahl zugrunde 
Liegenden fallen reihe beträgt 1,2, der der letzteren 1,5^ Die Differenz der 
Mäüne: beruht also auf einer ziemlich gleich mäßig zusammengesetzten Reihe, 
ivährftrwi ruft mit.tlwrf* DirTRFP.n-z: Hpt Frainpn. aus einer 11 nffle-icb artigen Knihjn 
herans^erecliLet isL Dies läßt sich in Worts n. folgende* maßen ausdrücken: 
Verwandte Frauen differieren zum Teil sehr stark, 211m Teil stimmen sie aber 
jjch viel mear im Reaktionstypta iiberein als verwandte Männer. 

Mittlere Differenz 1 wischen Vätern und Kindeia: 4,2 (^.4), 

zwischen MütLe rn und K_iprl ern ! 3,5 [l t O\ 
[Die dsn Differenzen in Klammern beigesetzte Zahl ist der Streu ung-e wert.) 

Die Mütter und ihre Kinde: zeigen eine relativ starke und gleichmäßige 
Übereinstimmung;, während Väter und ihre Kinder im allgemeinen weniger 
übereinstimmen, obschon sinige Ausnahmen von guter Übereinstimmung vor- 
k(Jiuincu h wie der ■ Luhe Slicuuii^swciL ^ci^L. 

Mittlere Differenz der Väter und Söhne 3,1 (o,6) 
*, Mütter., Töchter . 1,0 (1,0) 
H Väter P1 M 4.9 (3f5) 

„ Mütter „ Söhne 4,7 (1,3) 

Die Übereinstimmung der Vater und ihrer Sehne ist eine gleichmäßig; 
nahe, ebenso die der Mütter und ihrer Töchter. Die gekreuzten Beziehungen 
zp.ig;«n in ihrer rpTafiu hnhpn niiTprpnstirprtpTi dnptsplhp. 

Mittlere Differenz der Brüder unter sich 4,7 (1,4) 

H pj 11 Schwestern ( , „ 5,1 (3,41 

'i Dir StcaiiDgüTr^rt wird tulg-cndflin-a^a berechnet; jihq reebatt nactu w.t viel jed-r Zahl 
■ ler ganren Reibe vom uiÜimciHcluMi Mitte] der Reihe differiert, addiert üi* DilTeifrQötlileii and 
divLdi-CTt ilit Summe dorvli ihre AnEhtil. TJe-r Quotient stellt de-u ijtttiiungi'wert dar. 



Oricinal fron 
UMIVtKMIYÜhMLHIÜAN 



X. UNTERSUCHUNGEN ÜBER WCRTA5SOZIATIONEN USW. 



Die Brüder zeigen eint relativ gering« Übereinstimmung^ noch gering« 
ist die der Schwestern, jedoch zeigt der Site üijngSifr tri der letzteren Zahl, daß 
es Ausnahmen gibt. Dies wird sofort verständlich, wenn man dia verhe - 
rateten Schwestern von der Vergleicbung aua#coKeÖt. 

Mittlere Differenz von ledigen Briidcrn ua'.tt Sich 4.$ (l s Oj 

1» b ii pi Schwertern n „ 3,8 {ij) 

Während sich die Differenz der Bruder nicht wesentlich verändert,, sinkt 
aber die Differenü der Schwestern ganz erlieblich. Dasi bedeutet, daß nament- 
lich die verheirateten Schwestern erheblich unter siCa differieren, nicht aber 
die ledigen, Es scheint demnach^ als ob die Verheiratung die Übereinstira- 
mung im Reaktionstypus atöre (sc-tern der Mann einem anderen Typus an- 
gehört?). 

Mittlere DirTcrens von Brüdern uatf Schwestern 4,4 (i,j). 

In diesem Verhältnis scheint eine relativ gleichmäßige , geringere Über- 
einstimmung zu herrschen, 

Mittlere Differenz dea Mannes urd seiner Frau 4^ (3,2). 

Wir 1 1 : 1 ■: 5 tri i hiei eicie ziemlich \-., l:: i ii^jl" d muhst: hui Uli Lilie. Cljeieiu-StimtminE, 
<3ie aber sehr ungleichmäßig; zusammengesetzt ist, d. h. es gibt Fälle von hoher 
Übereinstimmung und solche von gröflter Divergenz» wie wir auch beieits bei 
der Darstellung der einzelnen Familien gesehen haben. 

Die bp.nl.ft unrt gl pi r.htn ü ßig"ütr flh«rftiTis _ .irnmnn(j findet 41 eh 
zwischen den Eltern und ihren gleichgeschlechtigen Kindern. Die 
Kinder offerieren mehr unter sich als ven den Eltern; sie differieren mehr 
vom Vater als von der Mutter; die Tochter nähern sich der Mutter etwas 
mehr als die Sühne dem Vater. Die lecigen Töchter stimmen mehr unter 



Tabellarische Übersicht 
über einige Fälle von familiärer Übereinstimmung und Differenz 



Alf ftfii t io-ua ■ 
qa al Llil 



Koordination .,,.., 
Hub- und Superordlnailon 
Kontrakt . . , , r . , , 

Wtrtpradikat . 

SachL u. iußert* rni-dikat 
Subjekt^ u.Objektverhalmia 

B£4titthr»UYi£-v-. Ort» Zeit U»*r r 

Definition ..... r r 
Koexistenz .,...., 
Jdrntiitit 

Sprachl.-mot. Verknüpfung 

WoitfitglBEaog ..... 

Ki.ji :.-;.!■. ■■■.-. C. <<ii , , , . 

Rnurrup-pe- ....... 



4 

33*5 

1 

*i5 

r6,o 



'4,> 




*i5 95 9 8 

3.5 o»S 
>5^i <W 






3i,5 
37,5 3* 
11 I 13 



4 

II 
44 
'« 
I '•* 

1,5 
7-5 



'3.5 
7 

o,5 

7 



3 6,5 ,7,5 
=3,5 3 S.5 

- — ; o,S 

Ul > I U - 
1 'S I 3o,5 ! 3« 
M! 6.J l*,5|äSi5 

— ' 4 : ^s i 

60 jSS-S' * I M 

0,5 1 1 , i 4,5 

*s' °.5' 4 I — 

I , * 1 6.51 4 



",; 



1 



°.S 



Digaizedb) 



Original from 
JHIVERSITY OF MICHIGAN 



III EMMA FÜRST. 

sieb überein als die Söhne, wie überhaupt die verwandten Frauen mehr unter 
sich Übereinstimmen als die verwandten Männer. Die Ehe scheint nur aus- 
nahmsweise m einet größeren (JLiereiiistimiiniug der Gatten jii rühren, 

Die oben berichteten Zahlen dürfen bei der Beschränktheit des Materials 
natürlich nicht als etwas hftdgiiltiges, Sendern bloü als rvagestellunpen be- 
trachtet werden. 

Zum Schluß sei mir gestattet, Herrn Prof. Dr. E. Bleuler für die An- 
regung zur Arhrul rifTTi besten Dank niumisprenhen. 7ai frftiiT. besonderem 

Dank bin ich Herrn Privatdozcnten Dr. C. fj. Jung verpflichtet Tür seire freund- 
liche Mithilfer und wertTolleii Ratschläge bei iler Arbeit. 



I , Original from 

JHIVERSITV OF MICHIGAN 



AiU i*r fwycajitrUetun l/pivcriitlUklinik Ja Zutitb» 

Diagnostische Assoziationsstudien 'Jl 

XI, ticiLragi 

Über das Verhalten des psychog&lvanLacheEi Phfinoniena beim 

AaaozLätiäi'iäoracriixi-Gnt. 



L. Blna wacher, 
ge-irts, Volantärarzt 

I. Teil; Enleitnag. 

HLalCiriiLÜtr Ubefblieli. J'sc!::nk !li Verfiele. 
Di* VeMUCk**o*rtliitng:. 

Di* ft.bJ***u itpJ die Regjitriiftjiig; der GtUuMmeier. Ausschlüge,. 

!)u Tempn de* Veniehei. Lilenfttil- 
Ubtr dtn EinBuß vco Körper bewejTHngen uml (i*ler [nipir-iticui .aiil ri** ptvcbog*lviirmtbe PhäiiOiwn. 
!■■-■> BJ-hte-riiJ. 
Tl Tpil 1 «.' Mihrpilhfiß »inifrc VriKTrh-^ unr Krtilnß-riljj^rnrii^ri fiiin il*npip"lhi»».. 

I r Vertuet S. Iftfc 
j, Vemcb S. 145, 

3. V«»h S, es«, 

4. Vcrsuct S. : h.|, 

b| Hctliißfi.i](fcriiüji.Lü ans Verbuch 1 — 4. 
LIT. Ttil: Auad^Briid^ -.ic-r i iii II. Teü gtw üäiitutiL Li eii c hlipuaU t* dif dun fi£!]&inLmfc!£MKl. 

IV. T-fcil; &t*cjrijittt Bertttknimf« ütai dl* Ncwiii*lttr*ucliE. 
JfuEimm enfuvung. 

i. Teil: Einleitung, 

Hiaiüiiachei Überblicke Technik, der Versuche» 
AufVeranla-SSun^vön Herrn Dr. J uhjj habe ich das Assomlionsexperirrient, 
sii wi-e es in der Zürich et psychiatrischen Klinik ausgebildet wurtle. an einer 
Reihe von Ge&Jtideri (23 Vsrsychspersontn) ausgeführt, die während Jes 
ganten Experimentes in einen elektrischen Stromkreis von sehr 
gerit3ge; Stromstärke eingeschaltet waren, 

Die Stromquelle ist in der meisten Fällen ein Bun&enelement ■von nicht mehr als 
15 Volt SpanäUnjj, die Elektroden bilden dünnt Me*Bingp]att*n, auf ^i* **■* HänHc anf- 
irelrgi weiden. In den Stromkreis ist ein empfindliches D; prei - il ' A rson vaj ach es 
SpiegcIgiLvancrncter (Konstanten: 5100 x 10 ■"> Arx.pere» AufhärjgeradeEi: ?.oS mm im 

1 JurchiTiatEarj *iin^f>kt:hil t«f h das Sa wJiHnHid de p Experimente* ±uf tretenden Sthi* , :*iikLilrljj'eo 

der Stromstärk« aiigftr» und ferntf «in »f- Shunt oder Dämpfer, der die Einwirkung 
der5trDmschwanktngen auf das GaKanorueter he-ab&etit und von allem die Exkursionen des 

'J Ajnelun unter Le.[:uaj i-oa Dr. J nag. 

ÜLJ.£Bl2db*JlC AxiQudOnkdUllicQ. [|. 8 



Oricinal fron 
UMIVtKMIYÜhMLHKxAN 



IU I- HTMSWAMJER. 



Spiefels rasch wieder zur Ruh« bringt, 1 ] Auf einer in ci. i m Entfernung; wom Cftlvann- 
nwtef aiifK^attllkn Skala ist ein-e LÜnp« ärigebrabt, die t-nifn senkrecht«!! Li-rbtälreiien 
auf den Gal^ainüm^rrspitgc 1 ! wirh\ Dieser LIcht*treifen wird venm Spiegel auf die Skala 

rcftcliricrt, die aus LTcl Lu.Loäd! her^csLellt und in {50) cm uid mm eingete.lt ist. Nach ■den 
W'iinJcnjrifCT des LithtEtrdfens- auf der Skala werden di<*- HpicirclEchwankunkren und damit 

die Schwankungen der Strn -natärke gemessen- *} 

Wenn man bei dieser VersiichsanordiLung Assoziationen aufnimmt, be- 
merkt man il.'Lü unter normalen Bedingungen bei fast jeder Reaktion der Liebt- 
streiTen eine mehr oder weniger groÜe Wanderung auf der Skala, antritt, und 
zwar zuerst im Sione des duretge leiteten Stfomce (ic: unseren Versuchen immer 
von links nach rechts), dann einen Monier, t stille hält, um hierauf wieder in 
die Nähe seiner früheren Stellung' z-urückzukehjen. Man bezeichnet diese 
Wanderung des Lichtstreifens, die also einer Änderung der Stromstärke in 
unserem Stromkreis entspricht, als galvanischen Ausschlag". Da psychische 
Vorfänge in der Versiichspersni] vor. hniHiiti sind auf die Veränderungen der 
Strom stärke, bezeichnen wir die ganie Erscheinung in Anlehnung' an Vcniguth 
mil ■.!iii- V -1 :■:. rlns ]it-y r. li 1 ig/al vaniBnTihpn Mhann-i m r n n. 

J ' i 1.' Versuche, galvanische Veränderurgera mit psychischen Vorgängen in 
Zusammenhang 1.1. bringen, sind nicht neu. Und zwar finden wir in der Ge- 
schichte dieser Versuche zwei voneinander ge.rennlc Richtungen, die ursprünglich 
nichts voneinander wuJJten, Die elie Richtung [Tarchanoff 5 ), S(ickcr 4 )[ 
beobachtet nicht die Keuklioiiswcisc der Versuchsperson gegenüber einem 
durchgeldtctcri Strom, sondern müh direkt diejenigen Ströme., die bei psychischen 
Vorgängen an der Hautobcrflächc der Versuchsperson auftrete q. Sie bedient 
sie Ei eu diesem Zweck unpol&rislerbarcr Elektroden, mittels derer sie: jene Strome 
in ein Galvanometer leitet. Es scheint mir, in Übereinstimmung mit Tarchancff 
und Liuli iJt:j AnfsfiiljiiJuj^L'ii ijliuktiH N daÜ es aicjli hiti hn ireaeuLliuijeii uiu 

SckretLonsstrdmc der Haut (Schweißdrüsen) hanJcll Einen Übergang von 
dieser Richtung zu der zweiten., zu der auch wir gehören, bilden die Versuche 
von Sommer und l , "uistcnau- C| ) f d.c als Elektroden Zink-- und Kohleplaltzn 
verwendeten, immer noch ohne ein eigentliches galvanisches Element a!s Strom- 
quelle iu gebrauchen. Von einem Übergang dieser Methode zu dei zweiten 
rede ich deshalb,, weil es -sich hier inirrer noch zum Teil um ,,SekielionBstrdme L ' <! ) 

J j S. Vtrjg otj: Dis prychogfclTjnisch? RcfleipLäiiciin«!. 1. Barfeilt Moutacbiiu für Pirchr 
und NhinroL Bd. XXI. Hell $, 5. 3II7. 'Wir bE#Ulcd den Slupselküniikt ste-ü auf , f 1 ein. 

*"i -et. Jungj Oa Pej'ch^p'hviicii R-o-Iiüoili o-f Üj* AuaciilLt* EitptriutxtL Jü-uii. of lh* 
Ahacrm*] Ftiirchology. Vol. I, p. 24^ Die ga.oi.L- VtfSütliSiMiiJnlniicig findet a.L-h hier jus:"ü:i r I icji 

btjefcrlebffl- 

J l T Mitrh m.-a^il- tJliür Jjc jjn.T»ni*crh-™ ür^bcinnBg^-c in d-ti ILnjt des Mcnicb-ca Iki 

Ktiskug^D der SianHOTgaae und bei verschied e-ucn f^rmrn der psychischen Täbgktil. PJqenx 
ArchKr iE*! bd. 4b. 

■*■*! ali-.~fc.GiL TJLici Vciaiflir ciuur ulijrlt.ivüu Ds-raLelluii^ vtnu. SeuaiUUiUlliMtijtuiiy-tj. Wiei-ci 
IiIjBl Rundschau 1E97. Nr. 30 und 3.. 

*) Sftflmar uad F L m L# u a -1 l rjj e frLEkLrijrhtn Vufgüi--« ut- d^r numjehu'cJ-tti Huifc. KJiiik 
lih |fiii«;]ilst;hr und nen-irau Kcuik.Hei'ED r I, Edt j- Ifcft tytw. 

*j Cj*i.lH JjTf -n*n p' - =r nichl Tcrgpwco, daß 44 mh faitr -um Ström-? handelt, dl; ihre Eat- 

a.cbuag 1 I-*-t E"i>teolHl(![fl ! 'crfü3 fwisrhro Kaut und Ei.ltktr0devcrdiak.e3. wählend dir rißt ertlichen. 

hL-hrcltoDU-trunie" auittbUeliLLC-r im Jenen den KonUnuum eütustecL 



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UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



XL VÜHHALTEN UES F5YCHDGALVAK PHÄNOMENS USW. L l 5 

handeln könnte, wubei aber r.och ein zweites- Moment hinzukommt, das bei 
der Methode mit durchgcleitctcm Strom wohl die Hauptrolle spielt: Ver- 
änderungen des elektrischen Leitung ■Widerstandes der Versucbs- 
perflrtti. Der tlbtrganir teilt auch darirr 7.iitage r dati man die Sornrner- 
yjid Filrstenausche Methode mit derjenige*! d^r iweifcen Richtung ohne weiteres 
kombinieren ltann t indem man sowohl ein galvanisches Element ils auch YÄnk- 
und Kohleelektroden anwendet 1 ) 

Der erste, bei dem ich Untersuchungen über den. Einfluß psychischer 
Vorgänge auf die Veränderung des elektrischen LeitungswidersUndes fand, ist 
Kt-rc, der seinen Versuchspersonen zti diesem Zwecke sensorielle Reiae apült- 
gicrler') Von einem gewissen Standpunkt aus kann, man schon die im Jahre 
lS^ft begonnenen Untersuch unfeti Romain Vigouronx's an Hysterischen und 
Baaedu^kraukeur'), auwic die UciLei&LJuhuiJgeii seiciL'a NeJVeu A h ViyuMiüiiA AD 
Melancholischen hierher rechnen, <) Keinen uns doch diese Arbeiten schon 
deutlich die Einwirkung des psychischen Faktors auf den elektrischen Leitung- 
widerstand des menschlichen Körpers, Im Jahre 1904 stellte dann der Ingenieur 
£. K, Müller in Zürich Versuche „über die Änderung des rvörperleituDg- 
widerstamJefi Eegen den galvanischen Strom" am und von diesea lernte Vera- 
guth das Phänomen kennen,. ■) der seinerseits w-iederu.ni Jung darauf aufmerksam 
machte, ^ 

Auf die physikalische und physiologische Seite des Phänomens kann ich 
hier nicht eingehen Ich hoffe in einer spateren Arbeit darauf zurjekzukummgn, 
ISis jetzt scheint mir wahrscheinlich, daß auch bei teil Versuchen mit durch- 
£c1eitettm Strom das SchivetfdHjsensysiem eine große Rolle spick* Dainit 
soll nicht gesajrt sein,, daß es sich hier um einfach sinnlich wahrnehmbare 
Schvrcißsckrctioii zu handeln braucht, sondern daß es vielmehr M auf den durch 

Nerven reiz un§j vermittelten Seiretionsvcigang selbst ankommt. 11 Ich schließe 
mich hier den von Biedermann in seiner Elektrophysiolo^ie (Kapitel: über 
die elektromotorischen Wirkungen von Epithel- und Drüsenzellcn) entwickelten 
Anschauungen an, 7 } Dafl der Schwciflsekretionsvorgang auf* engste mit 
psychischen Vorgängen in Verbindung 1 steht, ist eine altbekannte Tatsache, 
die schon 1873 ven Adamkiewica experimentell verwertet wurde.*) Jedoch 



■) üic letalerem müiten dtaa flitiitlich im Shne d=s d.m<l»gel*ite(*ö Stromes inge-lejl »in, 

ücminir und Füllte a tu habt iL D.iclLg*wi*fl*ft, d*D di* „H:ie<1" in. dee e-lt-kl'iseb^u SpwniiijDgFi 
reihe zwischen Kupfer rad Antimon steht. 

T i Fere: N"ote av d« iiwd-iric-BtioTka de Li resistaaec ü l-tc tiiq Jt b^ut llnÄMDte Ans exeiuüorLt 
FCEwuricU«* et de* £flWttMüi C-ftmpEEx K-tnda* Hehdomsdaire* J«s S±*nMi d Mentüdni dt la 
S.jl:l-:l- de BL&kipie. i ^ ü i. S. ii^fT. Fcrt LernerU, iluli dat I^ihiiüjii'wjeltritind abnimmt n wus 
l'Loflucnc* d'emotiuiti i'ii^niqaes'' um" zanimmt hei .J'ab&tace d'tici tat Jons". >. 1L&. 

■) R. Vig avrramj 5nr l# retütUKe el«tri*i« OTasirlfice cotrUM sipu* rliniquc- i-* tfflgi«* 
',]..!!■>: i*&h. I, ScBKl t H p- 45 et &*. 

*> A. Vigourfmi.; Rrudcs *ur tu iKsistmaee elettriqu* ch« I» mtittcbaHqffJtl. These am 

*| V4TE(mtb: Lt S, jfl;, 
■l Jlint; L £ r 

^ Biedermann; EJektiophyiioIngLe. jeaa rS^^- S. Auch Hermann; Lehrbucb der Pbjw*l, 
XII Anfing. & l4^rT. 

fl i Ad*niki±TflcK: Dit üclcn-LiöL iLu SiiWL-Liiea. Eilc t>ililcriJsyrTin«tri-¥7bv Nei^n- 
lunku^n, Bwlin I &?tf bei HirwW*l J . 



I , Original from 

JHIVERSITVOF MICHIGAN 



It6 L. BTKSWANGEB. 

sei hervorgehoben, dafl wir uns hier trotz zahlreicher Versuche noch ganz im 
(jehiet der Hypothese bewegen und woch nicht einmal wissen, ob wir nit -den 
verschiedenen Vcrsuchaaiiordnungen wirklich ein und denselben ph y Bio- 
logischen Vorgang messen. 

Sämtliche Forscher haben den Einfluß psychischer Tätigkeit auf die in 
Rede stehenden galvanischen Vorgänge beobachtet und mehr oder weniger 
gewürdigt. Tarchanoff f der anscheinend als erster den Zusammenhang; des 
SekrctionssLromes mit psychischer Tätigkeit konstatierte . kommt 211 dem 
SCblUBSCr „Wenngleich auch zeitlich sehr begrenzt, ist dcrVtrUuf beinahe 
jeder Art vo« Nerventätigkeit, von den einfachsten Eindrücken und 
Empfindungen big tu höchster geistiger Anstrengung und willkür- 
lichen motorischen Aufleningcn, van versiärkter Tätigkeit derHaut- 

drüö c n b einleite ti w ] ) In dieser verstärkten Tätig- kebt d-er Hautdrüsen siebter eben 
die Ursache der Stromschwankungen, die das tialvanometer anzeigt. StiCkCr 
schreibt: ip lch habe mich wiederholt davon übericugt, daß die Entstehung des 
galvanischen Hautphäiiomens unter dem Einfliifl erregender Seeleneiflrtrücke 
durchaus der willkürliche:) Beherrschung entzogen ist tunil mit gtöüter Zu- 
verlas sifkeit ftir die Entdeckung 1 gemütsbewegender Wirkung 1 van Worten und 
UUdern verwerdet werden kann. Auf ein Wort t welches von vielen anderen 
ohne Ke^iktion gehört wird« reagiert mit einem starken galvanischer Uaut- 
phänomen ganz sicher der, welchem sein Inhalt zu Herzen geht Auf den 
Anblick eines forträis reagiert mit deutlichem. Erregungssirc-m der, welchen 
das Bild aus irgend einem Grunde Kihrt-, während ein anderer, dem es kein 
bedeutendes (iefiihl, keine Erinnerung weckt h mit uncrregLer Haut verharrt. 11 
Sticker macht auch auf die forensische Verwertbarkeit des Phänomens auf' 
m^flr!?3m*j. 

Sommer dagegen berichtet; „Einen EinfliÜ psychischer Vorgange auf 
die Stromerzeugung, wie nn Tarchanoff beobachtet hat, vermochten wir, ab- 
gesehen von den. reaktiven Erscheinungen nach Kitzeln, nicht mit Sicherheit 
festzustellen." Wo ein psychischer Einfluß etwa doch auftrete, wie a. B. beim 
Schreck, ist er nach Sommer und Fiirstenau durch die auftretenden Muskel- 
kontraktionen lind die dadurch verursachten KoQtaktändcruagen an den Elek- 
troden bedingt Daß Selche Muskelkontraktionen hie und da bei dem psychogal- 
vanischen Phänomen eine Rolle spielen, werden wir später sehen (vgl. S, 12 u. ij), 
doch laut sich damit nicht, das ganze Phänomen; erklären. 

Von Feie erwähnt A. Vigourouxr „Ce demier observe que la resl- 
'■-■ü cc älcctrique de ces sujets (es handelt sich um Hysterische) est diminue 
p&x le fait d'cxcilations sensorielles diverses visuelles (verres colores), »uditives 
(fliapafion ä poids), gustativas, olfadtiies etc. A Vigotiroux frlgt hin?«- , r On 

pourrah egalemcnt mpprocher de ces faits la diminution de la resietance chn 
Sl»s makules ate-int* de la nuladie de Basedow: une emotivite extreme est, en 

cflet, la charEicteristinjue de ["etat menital de ces malades." ^ 



*j Sticker: ]. c. S. 518. 

*: A. Vip-ourouiL L t ä. 46. Fere: J. c. S. 314, 



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JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



XL VERHALTEN DES PSYCHOGALVAN. PHÄNOMENS USW. 1 1? 

Ip einem Abdrucke einer „Conference expexi mentale de. M. le diiecJeuf 
E. K. Müller h Zürich ä La Societt: süsse des sciences naturelles (Section 
medic-ale]", den mir Herr Dr, Veraguth zur Verfügung stellle h finde ich den 
Passus: „Teilte inüuence Gsvcbique, prepre ou etratigete, a. pour effet iram^ 
diät, lc* eas ccheants, une er.ormc difference dans les resultatG de mesursge, 
(diroinution de la .csis Lance jusqu'a. 1 j i — L /s)> 

Mit aller wünschenswerten Klarheit betont Veragulh den EtnrluE der 
psychischen Komponente, und zwar der Ijcluhlsbctomrng., bei sensoriellen und 
psychischen Reizen auf die Änderung derStrommenge. 3 ) Nur wenn Vcragjth 
sagt [5 4^0}: ,,Das Mortem der ücfühlßbetonung allein ist ea nicht, 
das die Stärke der galvanischen Reaktion bedingt; es kommt auch 
bei den höheren psychischen Reizen als weitere Komponente deren 
Aktualität in Betracht, so muß ich ^stehen, daü mir die Trennung 1 dieser 
beiden Momente hier nicht notwendig erscheint. Ist doch das., was wir von 
dem Begriff der Aktualität fassen können, gerade die verstärkte Gcfühbbclonang 
gegenüber nicht aktuellen Dingen. Man kann wohl bemerken, daß man mit- 
unter stärkere Ausschläge erhält, wenn ein Reizwort einen für die V.-P. aktu- 
ellen Varstellungsinhalt anregt, d. h. einen solchen, der sie in der letzten Zeit 
vor den Versuch, oder während desselben beschäftigte; stärkere, als wenn nan 
einen Komplex berührt, der vor Jahren eine Rolle spielte. Die Aktualität 
kommt hier aber nicht, zu der üefühiäbctoniuig hinzu, sondern die Aktualität 
ist die üeftiblsbctonung, ist nur ein -anderer Ausdruck für i,vcratOvkte Gefühl!» 
betonung, 1- 

Ich seiher habe die Bezeichnung „aktuell" vermieden, gerade weil wir 
das eindeutigere Weit ^gefühlsbetont" überall dafür einsetzen können. 

In vi#*l*m Fällon ist rä auch auüprst R^huHeTig, m sagpn, nh *>in Komplm 

Tür die V.-P. wirklich aktuell im Sinne Veraguths ist oder nieht. Die Ana- 
lyse deckt oft von einem „alten" Komplex unzweideutige Beziehungen zur 
Gegenwatt auf und ebenso kann ein scheinbar , T aktielter" Komplex, de? die 
V--P. momentan sehr beschäftigt, seine u «entliehen AtTektquellen aus Erleb- 
nissen längst vergangener Zeit schöpfe u. Beides wird in der Analyse des 
Versuches I deutlich zutage treten. Auch aus diesem Grunde habe ich die 
Bezeichnung „aktuell" vermieden. 

Wir sehen ans diesem Überblick über die Ansichten der Autoren, daß 
fast al.e nur bei gefühlsbetonten psyehisohea Vorgängen Ausschläge 
beobachtet haben. Nur Tarchanoff will bei „jeder Art von Nerventätig- 
keit 1 * Einwirkunger. auf das Galvanometer gesehen haben. Jedenfalls konnten 
wir bei der von uns angewandten Vcrsuchsanordr.ung mit d ur enge I eitel em 

StrrrTn Wjihrnrihm^Ti, cLiÜ Aiis-srhlirtllich auf affektive Vorgangs hin das piVCDö- 
gnlvanische Phänomen auftritt Bei für die V.-P, indifferente^ Assöiiatiorjen, 
die keinen Gefühlston auslösen, tritt kein Ausschlag ein, ebenso beim Lesen 
indifferenter Lektüre (schon von Veraguth beobachtet) oder beim Addieren 
nicht zu schwerer Zahlen, wobei die V.-P. in keiner Weise sich aufregen 
muß. Ebenso wie rein intellektuelle geistige Arbeit rufen auch Empfin- 

1 Verasal b. I. Beriet.:, S. 410 ff. 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



]]& L. BINSWANGER 



durigen an sich, wenn ihr Gefühlstou herabgesetzt tat (i. B, durch Wieder- 
holung) keinen Ausschlag hervor, worauf in dem Abschnitt über den Einfluß 

von Körperbewegungen und tiefer Inspiration auf dag psych agalvanische Phä- 
nomen noch hingewiesen werden wird. Selbstverständlich sind die Ausdrücke 
„nicht gc fühlsbctout", , , rein intellektuell' ■ usw . cum grann salis aufzufassen . 
Sie sind durchaus relativ-, und iwar lq bezug auf die ganze Versuchsanordnung, 
insbesondere auf die Empfindlichkeit des angewandten Galvanometers. Re- 
aktionen, die bei dem einen Galvanometer keinen Ausschlag mehr hervorrufen, 

alao für unsere Bco-bfirhtunp; „ni-chl gefü hlfloclont 11 sind , können bei einem 
etwas empfindlicheren Instrument noch deutliche Ausschläge bewirken und utn- 
gc-cc-hit, Es ist daher wichtig;, jewe.ls die Empfindlichkeit des Galvanometers 
zu herückaich:igen. Bei einem sehr empfindlichen Instrument wird man wohl 
auch bei indifferente* Lektüre, Addierer] usw. leichte Ausschläge erhalten können, 
da wir uns wohl niemals in einem gänzlich gefJhlsfreäeT» Zustand, d h. einem 
solchen, de* frei von Innervationen wäre, befinden. 

Yeraguth gebührt das Verdienst, als erster ,,am Galvanometer'" Assozia- 
tionen aufgenommen zu haben, Er bemerkte daß die „Assoziatioaskurve" 
sich in aufsteigender Limc bewegt, im LiCgenfiatz zur „Kühekurve" idie man 
i TiinH. wenn die Versuchsperson möglichst tclnahmslos dasitzt); „daß beim 
gleichen Individutim verschiedene Worte außerordentlich verschiede t starke 
Kiirvenanderurigen im Sinne der Retzkuive hervorrufen", daß diejenigen Reiz- 
werte, die einen ,,-atrtueLlen Oe-iTjMEkc-rup-leN^ berühren, eläikere Schwankungen 
hervorrufen als indifferente;, ferner daü die Schwankungen starker sind, wenn 
die V.-Pr mit Worten reagiert, als wenn sie e& nicht tut a und daß die ersten 
(indifferenten) Reijworte gewöhnlich stärkere Schwankungen hervorrufen aU 
spätere indifferente. Den Einfluß dcTErwartunfr auf das galvanische Phänomen, 
den schon Tirghanoff konstatierte, sah Veraguth auch beim Assoziations- 
Experiment auftreten (ErwartungsBchwankung). *) 

Neben diesen psychischen Einflüssen ajf das galvanische Phänomen 
gibt es noch eint große Anzahl physiologischer und physikalischer, die 
wir hier nicht beTückSJchbgen können. Sie werden, soweit sie das Experiment 
beeinflussen, später erörtert werden- Nur auf den enormeri Einfluß von Kälte 
und! Wärme sowie des Fetichtigkeilsgrades der Epidermis auf das 
Leitungsvermägen der Haut sei hier hingewiesen. u ) — Wenn wir trotz jener 
EinfliisBe das psycho-galvriiiiEch-e Phänomen für eine nnEchitzbarc B-ertiuh^njtijr 
im Gebiete der {JcfAihlsanalyse halten, so rührt dies datier, daß wir uns im 
Laufe moniüelangcrUntcrauehungen überzeugen konnten* dal! die psycho logischen 
Faktoren meist ziemlich leicht von den übrigen getrennt beobachte, werden 
können, und daß sie sich, wenn sie nur einigermaßen ausgesprochen s.nd, über 
physikalische und physän logische Einflüsse hinwegsetzen. Selbstverständlich 
müssen die psychischen Faktoren, um sich am (j-alva.nom.eter bemerkbar zu 
machen, erst selber physiologische und physikalische Veränderungen hervor- 

"! V-|l V ■ r ., ]■; ii ' h ■ Hm jtiiyehriyhyt.i^r-w ßulvAninchfi Hrlii-v Wrrirht iiher den IL Kongreß 

für ■cjqttrinsc-Blelk l^ychokigii,- ; Miirth, Lcipgjg i*pij, S. ii*> — :zj. 

*i S. H eim niLiiL ]. c. 5. .wrt, jnj^ ant tot alL-m E. <[u liois- Ri^moiid: TJntcHnchungen 
üLkt tierische EteküicLtät, Bart.« 1^44. II. Ihl. K;,|... Vfll ij IV. 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



XI. VERUALTEK DES PSYCttOGALVAN. PHÄNOMENS USW. 1 19 

rufen, doch müssen gerade die letzteren äußerst feiner Natur sein. Sei der 
auffallenden Fiomptfieit und Genauigkeit, die in dem Zusammenhang zwischen 
dem galvanischen Phänomen und den physischen Vorgängen zu beobachten 
sind, kann e* sich nicht um grob physikalische (oder chemische) Vorgänge 

häad-elii, die aieh irischen beidfr einschieben, Und vor allem kann es eich 

nicht um Vorgänge handeln, die einmal ringercgl, unabhängig vum psychischen 
Geschehen gleich, abgeschlossenen Pfeilen ihren Weg fortsetzen, vielmehr sind 
wir genötigt, solche Vorginge anzunehmen, deren Anlauf fort- 
während vom Centtalorgan beherrscht, gefördert oder £ C h<imml 
werden kam, 

Di e Ver suchsanordniinfC bedarf keiner ausfühjüehcji Beschreibung 
me?br T Von den 30 Versucher wurden 33 mit durchgelcitctem Strom und 
Messing- oder Nickelelektioden, 2 mit diircbgeleiie'rCm Strom und „Wütet- 
konLald", 5 mit der Soimuer-FL,rsteiifiuschen Anordnung {Zink und Kohlc- 
elekt rotten ohne galvanisches Element) ausgeführt. Bei der Besprechung 
der einzelnen Gruppen van Versuchspersonen werden wir darauf zurück- 

han AhlRRirn und dir Kreist. rirrnng Hpt CJ.il vnnnmfilnraiiRRr hlri^p 
BeetimmtiJQg und Aufzeichnung der Reaktionszeit. 

Hat man d ie V.-P. V u rz über dag Aücoiiat ir*nsc * |>eri tv.e ni i nstf uiir t (, ,,S ie 
sollen ohne lange Überlegung sagen, was Ihnen bei dein zugerufenen Wort 
einfällt; es Ist wichtiger, daß Sie etwas sagen, als daß das Gesagte Ihnen sinn- 
voll erscheint"), und hat man ihr ans Herz gelegt, Bewegungen möglichst m 
vermeiden, was bei bequemem Dasitzen für 30—40 Minuten nicht zuviel verlangt 

ist (dje- Aufnahme ton i oo Aaqcsiation.cn a.m (lalvanomctcr bedarf für den 
(ieübteu selten länger als obige Zeit}, so kann min mit dem Experiment 
beginnen. 

Nach bevor man da* Reizwort zuruft, richtet man den Bück auf die 
Skala und merkt sieb die 5te91e T wo der lichtstrcifen (sein rechter Hand) verharrt. 

Nun wiid da» Reiiwurt zugerufen, worauf in der Rc^cl alsLitihl ein AuHseblu.^ 
erfolgt. Als Ausschlag wird die größte Strecke angesehen, die der 
Ljchta;reifen in positiver Richtung auf der Skala durchläuft. Sobald 
die positive Schwankung wieder zurückgeht, mit andern Worten negativ wird, 
schreibt man Anfangs- und Endpiinkt dar Strecke auf 1 ). Hierauf notiert man 
das Reaktion (Kraft und dam erst die Reaktionszeit; denn diese ist auf der 
Fünftel-Sekunden -Uhr fixiert, während die ersten beiden Daten im Gedächtnis 
fc-nh.ält«ii wprdpn miWn. l"lip Hfl-Rtimmkingr der KpnSciionsKr-it ^flfifihiellt jiuf 

die Weise, daß man im Moment der Aussprache des Reiz- und Keaktionsuorles 
auf den Knopf der ia der linken Hand gehaltenen Uhr drückt, Anfangs wird 
das Fixieren der Reaktionszeit leicht vergessen (s. Versuch II), da die Auf- 
merksamkeit de& Experimentators zu sehr von der Beobachtung des Lichl- 

Rtrcifcnt in Anepmcli p-snommeii iet. Ltald aber vollzieht fic eich gfäGi auU>- 

rnaüsch und füllt kaum je mehr aus-. Am besten bei dem Reproduktionsvera uch 
wird dann die Differenz der für den Ausschlag notierten Zahlen zur bessern 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



L, H!NSWA>'GER. 



Übersicht ausgerechnet und Für sieb ajfgc&chncLicn, Für jede Reaktion ergeben 
sieb su (olgende Rubriken: 

Köpf »,| — 14 *ch-Bü 9 15 ± 

Nach Beendigung des Experimentes wird sogleich dei Reproduktion s> 
v-ersuch angestellt, indem man die V -F. noch einmal angeben läßt, was sie 
das erstemal auf die betreffenden Retaworte reagiert hat, Wo V..-P. sich nichl 
irtehr daran erinnert oder ein falsches Rcaktioaswort reproduziert, ja Wo sie 
sich nur lange besinnen mufl, bandelt es sieh id vielen Fällen um Störung 
dutch einen Gefühls betonten. YorateHungskomplex, Man spricht dann von 
Repfodulttionastörung 3 ). Es »ei hier gleich darauf hingewiesen, daß der 
Komplex* der die ReprcdLiktiansetoriing verursacht, nicht notwendig in der 

betreffenden Reaktion selber enthalten sein muÜ, er kann auch in c.ncr der 
vorhergehenden Reaktionen angeregt worden sein (s. die Versuche), Mzm darf 
daher nichl ohne weiteres annehmen, daß in der Reaktion t wo sich eine 
Re^roduktiuns^törüng findet, auch ein Komplex enthalten ist. Weichet Reaktion 
die Rcprnduktiönsstörung ihre Entstehung verdankt, muß jeweils durch weitere 
Hilfsmittel entschieden werden. 

An den Reprodüktions versuch schließt sich dann die Analyse. Man kann 
auch beide miteinander verbinden. Alsdann werden die erhaltenen Zahlen für 
die Ausschläge und die Reaktionszeit graphisch dargestellt mittels der „Slabchen- 
tnetttode", wie es aus beifolgenden Tafeln zu ersehen ist. Die Qriginalkurven 
wurden auf 5 mm Papier dargestellt, wobei i mm auf dem Papier einem 
Millimeter auf der Skala entspricht und auch jede Fünftel-Sekunde durch 
I mm jusgedrickt ist, Kür die Wiedergabe der Klirren in dieser Arbeii wurden 
sämtliche Verhaltnis-ae njf die Hälfte reduziert- Für die Darstellung der Galvano*- 

nocter.au «schlage erwies es sich sehr b-ald als notwendig sia:t nur Hie absoluten 
Werte auf eint Abszisse nebeneinander zu stellen, auch ihre Stellung zuein- 
ander zum Ausdrucke va bringen, indem man die Ausschläge genau nach 
ihrsm Verlauf auf der Skala auf das Papier brachte. Nu,r so erhält man eine 
einigermaßen brauchbare Kurve, Die Reaktionszeiten weiden durch die auf 
einer Abszisse nebeneinanderstehenden ^Stäbchen" 1 * dargestellt, Ausschlag und 
zugehörige Zeit stehen genau übereinander. Die Mängel der beschriebenen 
Methode .sind nach dem Gesagten leicht eu erkennen. Fjr uns hat sie aber 

i i Nkht selten kommt c-s vor, Jall während des Aufaeäi reiben?; anfalle tio.es pcrsti^eri-ercndep 
■ ■der neu auftTLleoden üeiiieilstoccs aie nqjnu/ e Sc h via L lüug aoeh «Jamal in eine pu\&iüvc äbergebl. 
vta jedoch bei Aufzeichnung ;£er uäebsltoltfLiidtn Rc^ktita zutage tritt, indem ilic«- dann bei 
tiatm höheren Labien w-im! bcijant als die vorausgehende. Wird die nachträgliche positive S<bw*nkunfl 
jedoch wiederum ton einer nepaiven gefolgt, bi ist *s um be-Etea, den niedergeschriebenen Ausschlug 
sn (orrigieren, indem man su. dz-in ctsCcd den zweiten positrren Ausschlag nocii hinzuaddirrt. 

*) In. dieser Arbeit fiibien wir nur den Absoluten Vr'crt des Aussc-bLiEB an, Seine Höhe *ul 
der Skala kann auf den beigegebeaea Kurven, 1üi die grnBen Analysen wenigstens, abgelesen werden, 
Bein Reproduktion srersueb -witi nur ilas — ieieben angegeben oder aber die falsche Reproduktion. 
Kein Vermerk bedeutet, daf richtig reproduziert wurde-. 

"] JungJ Eiperimcntelle Beobachtungen über da.-, EritiiiErungtiTerHiiJijten Centralbliü lür 
Neivenbeilkunde inri Psychiatric, 'XXVIII. Jahrgang, sodaon die n-e-uern Uoleiaue hunjen J uags 
int X, Beitrag dei Diagnost. Assac-Stad^ 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



XI. VERHALTEN DES PSYCHOGALVAN. PHÄNOMENS USW. 1 21 

den großen Vorteil, die Zahlen werte der smieluen Ausschläge (direkt und über- 
sichtlich, darzustellen, und darauf kommt es uns hier hauptsächlich an. 

Ein« sehr schöne, Aber für unsere Zwecke nicht so brauchbare Methode 
der Registrierung der Ausschläge hat Juig 1 ) craonten, indem er an der Skala 
einen Schieber anbrachte* mit Hein min dem Li"htstreifen nachfahrt. Ein 
FlKChfnzug überträgt die Bewegungen des Schiebers: auf ein Kymograption. 
Fllr feinere' Untersuchungen igt diese Methode unerläßlich, für uns; hat sie 
den Nachteil, da£ sie zweier Expefimeotatoren bedarf und datt sie zu wcnlp 
übersichtlich Ist [roo Assüaiatiinen nehmen unter Umstanden einen Papierene Ifen 
von fast 2 m ein). 

Das Tempo des Versuches, Lateruzeit. Erwartun^ssehwankujif en. 

Einige besondere Bemerkungen bedarf noch dus Tempo, in dem mau 
die einzelnen Rciaworte zuruft. Einerseits sollen nicht zu lauge Pausen ent- 
stehen zwischen den einzelnen Reaktionen, damit sich nicht zu viel neue 
Gedanken einschteichen, die nicht oder nur indirekt durch die Reaktionen 
bedingt sind, anderseits 1XWÜ noch abgewartet werden, bis die auf die positive 
["eisende negative Schwankung", wenn sie Überhaupt eintritt, .zur Kühe gekommen 
ist, was bei starken Ausschlägen ineist länger dauert, als bei schwachen, Ich 
schlug den Mittelweg ein, indem ich die Pausen nur wenig variierte, bei stär- 
keren Ausschlägen etwas länger wartete, über nicht immer bis tum Aulhoren 
der negativen Schwankung, wenn das gar m lange gedauert hülle. Man lernt 
mit der Zeit ziemlich genau abschälen bis wohin ein Ausschlag erfolgt aus 
dem Tempo, mit dem er sich auf der Skala bewegt. Spricht man das Reiz- 
wort aus, währen-d, noch eine negative Schwankung besteht, so wird sich diese 
noch eine Zeitlang fortsetzen, bis sie in eine neue positive umschlügt. Die 
Zeit, die verläuft zwischen dem Auftreten des psychischen Prozesses und seiner 
galvanischen Äußerung, streng genommen zwischen dem Aussprechen des 
Reizwortes und dem Auftreten der Stromschwank ung P stellt die Latenzzeit dir 2 ). 

Ein weiterer Grund, attischen den einzelnen Reaktionen nicht laug:- t/a 
warten^ Ist das Auftreten .der Erivartungsschwarknngen. Erfolgt Längere 
Zeit kein Reizwort, so tri tt auf einmal, bei einzelnen V,-P. ^nnz, regelmäßig 
eine Schwankung ein dann, wenn die V.-P, glaubt, jetat komme das nächste 
Reizwort, Auf dem Kynio^raphion kann man die Erwartungäschwankungen 
sehr schön darstellen und zeigen, dali sie meisl knrz vor Anssfireeheri d*i 
neuen Reizwortes auftreten. Auch mehrere Erwartiingskurven hintereinander 
kann mau erhalten, ivcnn nun. nur lan^e genug' wartet. Es; genügt sehr oft 
schon, den Blick vom Assoziationsfonnular zu erbeben und die Skala zu 
fixieren, um eine solche ErwirtHngsschwankung zu erhalten. Denn durch das 
Fixieren der Skaln von selten des Experimentators, daa jeweils den Zurufen 
eines neuen Reizwortes vorausgeht, wird die V,-P, veranlaßt, ihre Aufmerksam* 
keit auf das kommende Reizwort einzustellen. Mi; andern Worten säe ist kn 

] | AhhiMtuin; di«** Vti^ücliifcrordniunfl in; Or Psycho pIitsEceJ Kclslions etc . Journ. of Abimrmnl 
PB.ycliol*gy. Vol.. I, N-a 6. 

*J Di« LiteDzieit Ist immer m tjrobiurhecau ob- der Spiegel Tubig steht odet aet-üo in B*- 
weyiur l*t. fh*et unieffi Beobiclü-iLcig*« variiert *i* rwjscben P,^ und 5 Sekunden., trenn Ais 
Elekaocen ed die Hände «nje-ltm weidtö. 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



L. BINSWANGER. 



Zustand der „gespannten Erwartung", die ja fit cht* andetes bedeutet als eine 
Konzentration der Aufmerksam leek atri das, was kommen wird (I.eh man n) '). 
Es ist :laher besser, die V.-P. beobachtet den Experimentator nicht. Durch 
ein annähernd gleichmäQges Tempo werden die Erwartunusscbwackimgen ?uoi 
gröüten Ter ausgeschaltet; wo sie doch aultreten, kann man. sie meist dadurch 
von du auf du Rfizwort selber erfolgenden Schwankung trennen, dafl wischen 
beiden ein Je lernet Stillstand eintritt; ja. ufl -sinkt die Emart.if.ngseehwa.nlciinp 
wieder etwas ab, &o dafl auf der Kymograpbionkijrve eir. Einschnitt zwischen 
beiden zu beobachten ist Es ist klar, daß vir die Erwartungsscbw-ankucig von 
der auf das Reiawort bin erfolgenden Schwankung („ReiischwankLing") trennen, 
da sie mit dem betreffenden Refewart gar nichts in tu» hat, Sie gibt uns 
nur Aufschluß Über den, Grad der Aufmerkia-nikct, den die V,-P. dem Ex- 
perimente in seinem Verlaufe entgegenbringt 

Über den Einfluß von Körperbewegungen und tiefer Inspiration auf das 
psych Opalvanische Phänomen. 
Es- kommen liier nur solche Beweg un gen in Bcf-mdil, die den K.onUd;L 
Ewöcbfln den HänJen der V.-P, und den Elektroden verändern! also vor allem 
Bewegungen der Hände und Atme, aber auch de: Beine» wenn dies* derart 
sind, daß sie die ganze körperliche Haltung der V.-P r beeinflussen, Solche 
diircl Kern taktän der ungen an den Elektroden hervorgerufene Stromschwankungen 
lassen sich .eicht erkennen, indem sie viel brüsker ais die psychisch bedingten 
verlaufen und keinen zeitlichen oder psychologischen Zusammenhang mit den 
einzelnen Reaktionen verraten. Oft handelt es sich dabei um negativa Schwan- 
kungen. Tritt einmal eine solche störende Schwankung auf, so wird abgewartet 
his s.e abgeklungen ist und dann weitergefahren. Zur spateren Orientierung 
notierte ich an der betreffenden Stelle des Assotfiationsfortnulars: f ,bewegt' 1 
Bei starken Störungen wird das Experiment unterbrochen Damit man die 
KonUlttäTiiicrLLngeci nicht überfichdtat , r.&\ hhsugefugt., dafl yie, wenn si* sicJi 

in engen Gremien "bewegen, einen auffallend geringen Einfluß haben gegen- 
über den psychisch bedingten. Man erhält bei willkürlich (nicht allzj hoch] 
jresieigerteir Druckt auf die Elektroden, wobei eine deutliche Bewegung der 
Hand noch au sehen ial gelegentlich geringere Ausschläge, als bei gefübts- 
IjcLuEiteu. ReukLiuiien , vi u die Hand absolut rubiu Hey i. Um ferner 511 stark" 
Ausschläge zu bewirke n 1 wie sie manche Personen bei starken Komplexen 
aufweisen, mufl man -schon mil etwelcher Kraft auf die Elektroden drücken. 
Neben diesen willkürlichen Kontaktänrieningen an den Elektroden, die dann 
erfolgen, wenn der V.-P. ihre Haltung unbequem wurde und sie eine andere 
einnehmen mochte., spielen noch uu wtJIkm liehe eine Rolle, Manche V.-F- 
gebeu von selber An, tit hätten gefühlt, daß sie bei KcmplexreaktioQen hie 
iind da stärker auf die E ektroden gedrückt hätten ?l«j bei indiflVenten. Diesf 
Art , .Bewegungen" dürfen wir durchaus nicht als Fehler auffassen, denn sie 



'1 Der EEelBuII der n Au.frnerUfn.mb.e'Lt u iiat rl*s ptvchögai'ftiuEchfl PJb-äaom*n viril ano noeb 
rn:hr un beschäftigen. Ich vtmcLat hier uusdricklich mf den Abfichriilt über /.ufmeiteimkeit in 
<leiu Buche Bleulers: AiTekü-Mltät, Sug^estibilitit, Famaoii (H*He njoöjt wo Bleuler sthuf not 
eJuüidtntUt, -dtü di* AihDciktunLekL lucbtfl andcrci iaL, &li tju , ,fi pttimlimU Jci A.fT-tlL'wj.il.uiig" (5. jij. 



Oricinal fron 
UNlYtfttllYÜhMLnlüAN 



XI. VEHHALTEN DES PSYCHDGALVftM. PHÄNOMENS USW. [2J 



erfolgtD ganz gcnctirnäilijj nur bei Stärkerer Erregjng der Affcktivität') und 
verstärken die durch andere Innervationsvorgäoge ausgelohte Schwankung. 
Wir s:immer hier vollständig mit Sommer überein, weto er sagt, daü un- 
willkürliche Ausdntcksbc»egung:n in merkbarem Vfafle auf die Stärke der 
auftretenden Strömt einwirken*), Seitdem wir über wissen, dal! bei Anwendung 
von Wa&serknntakt, wo die Hände und Elektroden sich nicht berühren, das 
psychogalvärisclie Phänomen gleichfalls auftritt, kürinen wir in Kontaktändcruugeu 
an den Elektroden keine wesentliche Bedingung für dzs Zustandekommen 
des Painomens erblicken 5 !. Außer durch Verstärkung des Druckes auf die 
Elektroden kann die Muskeltäligkeit auch dadurch die Ausschläge verstärken, 
daß ine die SchweiBdrüsentätigkcil anregt (s. du Bois-Keyrtionds Versuch 
und dessen Deutung dnreh Hermann'}. Auch bei ilen tiefen Inspi- 
rationen (auch Lachen und Husten stoCeui lind wir nicht Immer berechtigt, 
Fehler anzimerhmec:. Auch, hlej müssen wir tinter&olieidcn zwischen ginz m- 
fälligen, durch Ermüdung bedingten, und solchen, die tri» wie den unwillkür- 
lichen Druck auf die Elektroden als „Komplexitierkmal", als in enger Beziehung 
mit der Anektivitäl stehend, betrachten müssen. Ganz eklatant trat dies bei 
einer jungen Dame zutage, die jedesmal, wenn sie nicht gleich ein Keaktions- 
vnott land (und das hat, wie jtng- seilte, i"act itmner meinen Gmnd im Aul' 
treten starker Gefühlstöne), tief aufseufzte, dadurch wurden die betreffenden 
Komplexreaktionen auf der Galvioometerkurve besonders stark hervorgehoben. 
Sehr liefe Inspirationen können dadurch auf die Stromstärke einwirken, dali 
mit der Hebung des ganzen Thorax auch der Kontakt an den Elektroden 
gelockert wild. So eitsteht eine biüskc negative Schwankung. Das ist selten. 
Viel häufiger wirkt die tiefe Inspiration, der Seufzer allein durch den (.iefUhls- 
ton, der ihm anhaftet. Der mit dem Seufzer verbundene Gefühlston katin, wie 
wir eben gesehen liaben, verstärkend auf die körperliche Äußerung desjenigen 
tjduh s wirken, das den Seufzer selber hervorgerufen hjt. lsl der Seufzer 
aber mehr zufällig, mehr infolge Ermüdung aufgetreten, so kann er selber 
einen starken Gefühlston erzeugen wegen seiner engen assoziativen Verknüpfung 
mit den Vorstellungen der Trauer, Rek] nimm Heg, Besorgnis usw. Dafl der Seuf- 
zer ohne den ihn begleitenden Gcfühlrton auf die Stromstärke isiclit einwirkt, 
geht aus den Versuchen ven jung und Peterson- 1 ) hervor, die oft untereinander 
tiefe Inspirationen ausführen hellen. Die ersten riefen dann starke Ausschläge 
hervor, die folgenden immer kleinere, die letzten wirtler größere , wenn die 
S^iehc anfing, der V,-P. unangenehm und lästig zu werden. Die durch Inspi- 
rationen hervorgerufenen vasomotorischen Veränderungen sind also nicht maü- 
gebend für das Auftrclcr der Schwankungen. Die tiefe Inspiration ver- 

') Wir gebrauchte den Anidruek A Kek :ivil!U icumer kn Sinne Bleulers, der diranbja 
nieul «Lr die Anekle iei uizendKAeB Sinne- , vüsdem auch die leichten Gefühle üder Ge:äulstdae 
der I.Ujt Und Unttut h=i a|i CD mciejwlwn brtvtninttn icrclcbt, Bleuler, AjreiUvität tuw. S. ri. 

'i Summer nnrl Fürclüneu I. £L S, 3D1. Vgl, E. d i Jtois-rXerinänd ; 1. t Rd, Tl. 

s. 31 1 r, 

■| IJeT waHaerKcelekc tat lur diese versucae- £UFrrl von Ingenieur L. K.. Mulki .. ;:■■:. , 
«rckileB. 

*) lletcj^nH. L*brWli der phrainl. Jtü. Ann. :i. 140. 






Oricinal fro-n 
UMIVhKS-MY Üh MILHIÜAN 



124 I- BIN5WANGER. 



hält sieb ganz tfic ein psychologischer Reiz. In einem Fall von Jung 
und P*ierSr^n WlfM die exzessiv großen Ausschläge bei tiefen Inspirationen 

dadurch titrv üTg;c Jüft-nj daß diese die Furcht derW-P., phthisisch zj sein, von 
neuem flac'igcrufen batttri, 

Die systematische Wiederholung ein und desselben Reizes teig~t aufs 
scbüfl8tc n nie nicht die Pcrccplion dos Reizes an sich t sondern der damit ver- 
hiiiidenu Cicfuhluton von Einfluß iat auf lIeis -psycho-^*! van Lache P"Lb.n omer 

[5. Vcraguth 1. c, S, 33 AT.}, Kann durch Öftere Wiederholung der Gefühlskm einer 
Empfindung h z. ß, t'Encr Bcriihrijng mit der Nadel , herib^eselit werden* so 
tritt keine StromBchwankurLg' mehr ein. Dasselbe, wie für die Empfindungen 
gilt auch fiir die Vorstellungen, wtc aus der Arbeit Venguths, aus Wieder- 
huluu^svtfisuuhtrii von Junj^ uu-.l PetetSun, suwiu aus ditrsei AiueiL. litrivoij^eliL. 

Das Material- 

Als Versuchspersonen dienten gebildete und ungebildete Männer und 
Frauen: Ante, Studenten und Studentinner, Wärter und Wärterinnen - sowie 
3 männliche: AnstilLsinsaEscD» vc-n dcn.cn 2 als £eisti£ gesund vöji uns begut- 
achtet und entlassen werden, Der 3. seigt keine hier störende Abtteicnunp 
vom Normalen. Eine Versuchsperson ist eir.c deutliche Hysterica. Im ganzen 
23 Versuchspersonen, mit insgesamt 2 LÖO Reaktionen, Die geringste Anzahl 
von Reaktionen bei ein und derselben V.-P. betrüg 30, die größte 2QO; in der 
Regel wurden zwischen 50 und 100 Assoziationen aufgenommen. Bei einigen 
V.-P. wurden mehrere EKperimente an verschiedenen Ta^en ausgeführt 

E.Teil. 

Mitteilung einiger Versuche und Schlußfolgerungen aus denselben. 

Nachdem das. Nötigste zum Verständnis des Experimentes in der Einleitung 
gesagt (eine gewisse Kenntnis der in den früheren „Beiträgen' 1 gewonnenen 
Resultate mwli vorausgesetzt werden], beginnen wir mit der Analyse einiger 
Versuche, An die Spitzt stelle ich ein Experiment mit einer Versuchsperson, 
die sich d.irch weitgehende und zuverlässige Selbstbeobachtung auszeiebnd- 

Venuch 1. Es handelt sica um einen verheu-ätHein Ant t der Jas Assjiiations- 
et permenr. jfinau kennt. 

Dos wihrscheJnliijhc .llittct (_W. M n ) der keJttiDiiEitLtcr, (k. X.i in dlKcm Verübe 

beträft JjfJ oder ^-8 Sek, dasjenige der ClalvannmeterAusschläge £ mm. leiten eder Aus- 
schläge über diesem Durchschnittswerte [sogenannte r zn lange ^Verte*) werften uns aJso 

vcrktiladacn, ontaprc-diCrtJ der durch frUhert Arbeiten nur- Ccnu.pt bcatäüfien Regel, är.v 

-'■i;r.ii:^ dürtti einen gefühlsbetonten Külliplfcx anmnehmen Unter BeT-ücks.tihlLgunff der im 
IV. Beitrag' der Dia^aosL AsirnzJationsshidien erwähnten Btschrinltjnytn. Die von mir L^r 
tvuiiijcnun l)uri;l|.h<'l]||.il.tyw'?C(tr ujer RuwihlJiiEibxcHcB küu ucll Liiuli, Jirerkl jlliL dmijvcii^cij 

Jungs verglichen werden, Ja meine persönliche Qeichung eine grdßere ist und ludent 
die Bedingungen meiner Verjuchsancrdnimg andere sind, t?as niederste und nur in einem 
^ormalversutfi von mir gewonnene wHiiracheinLkhe mikci becrigr Ä/5 oder 1,6 Set; 

T t 8 S«lc. ist demnach noch ein geringer Durchschnittswert. 

Kurve I stellt den Verlauf d-fc Es periinehtfrS graphisch dar. 

_,_. , „ _,,,§„_ _ . Reaktionszeit da. van. AtsffcMapt 

m 7j iet. in mm. 

:. K*pf: rland 7 r6 

2, blau: See *j 






Oricinal fron 
UMIVtKMIYÜI-MLHIÜAN 



XL VERHALTEN DES PSYCHOC ALVAN. PHÄNOMENS USW. I 3 g 



Di* Zeiten, in diesen beiden Reaktionen verraten keine besondere Gfifiihls- 
beLfinniiDg, Der Ausschlag" \t bei Reaktion ] bedarf der Erklärung. Schiri 
VeraguLh hat, wie. wir sahen, darauf hingewiesen, dafi die ersten Ausschläge 
in einem Experiment gewöhnlich e;röÜer sind als die nächstfolgenden. Dies 
ist auÜet mit komplizierten physikalischen Ursachen auch damit n Zusammen- 
hang ju bringen, daß die meisten Versuchspersonen im Anfang etwas befangen 
und aufgeregt sind und ihre Aufmerksamkeit starker anspannen. Das erste 
Reizwart wird daher, gatft ahgefiebeti von seinem Inhalt, auf einen Komplex 
stoflcn h der die sich an das Experiment knüpfenden Vorstellungen zum Inhalt 
hat, z.. 3. die Vorstellungen: wie werde ich reagieren;, rasch oder langsaTiL 
w c rde ich überhau pt ein Rcakti onswo rt Ü nd tn ,, was wpird dabei von meinen. 
geheimen Gedanken und Wünschen an den Tag kommen, wie wird der 
E-xperLiieiilaLui "J-ui iib-ci denken? 

Lauter Vorstellungen, die den „Ich-Komplex 1 * stark anregen und daher 
besOiule-rä gefühlsbetont sind 1 ). Von paus besonderem Einfluß ist das Verhältnis 
der V,-*F, zum Experimentator, das sich durch den ganzen Versuch hin geltend 
machen kann. Schon Jun^ wies im IV. Heitn? derDiagn. AssoE.-Sltidien darauf 
hin (S. Z2ö) N ebenso Veraguth (1, c, S. $$), hi diesem Falle, wo dieV.-P, dein 
Experimentator gegenüber relativ unbefangen ist und [Las Experiment schon 
des öftern an sich ausruhten ließ, .linkt schon der 2. Ausschlag unter das 
Mittel. 

K r -£. O.Ah 

3, Wand: Stern □ 14 

Während die Zeit unauffällig ist, leigt der Ausschlag gegenüber dem vorigen und 

dem Mittt-l eine erheb.iche Differenz Wand — Stern ist eiie ungewöhnliche Ass^iatiori-, 

die der Erklärung bedarf, Befragt* was er hierbei gedacht habe, erklärt V,-P. h er hatte 
eigentHch slune sogen wullen. t<;b In*« Uiei»uf frei ^taauilieieii, d, li r iji« ndgeu», wm Jei 
V.-P.bei stone noch einfällt. Es ergibt sich folgende Reihe: ltone - Stein-blau {blauer 
Himmel') — Stern — Schwägerin (die, a-Ls sie verlobt war, oft mit dem Wort Stern 
reagierte;! Schwager — Frau — ein Herr Ste. I — und ein Herr Ste. I!, Nun erinnert 
sieh derKoUege. Wand habe einen Moment lang geklungen wie wann, und nun wird jhm ein 

2-u=;Lminenh;*n£ klar; Er warte immer auf das Erach«in*ii aiier Arbeit *in«a H«nrn -St*, I, 
an der ihm sehr viel liegt. Er habe sich oft gerragt, wann diese Arbeit erscheine und ob 
Herr Ste. I sie überhaupt zu Ende brächte. Gerade das enlgegengesetie Gefühl habe ei 
gegenüber dem Hern*. Ste. IL, Über dessen AriH-iUkralt er ersrauru sei. [Beide Namen 
haben'mrt den ersien Gliedern der obigen Assoziationsreihe eine" enge Klang Verwandtschaft.! 
Dl* Reaktion lrfnw.e also in einer Fassung Ifll (je n dermaßen änseredrüekt werden; 
„Wann erscheint die Arbeit von Herrn Ste.ir - Wäre Sie. I nur m> energisch wie St e, HF 
So ist eine Deterrmnierung der Reaktion Wand - Stern aufgedeckt, und iwar geht der 
Weg aus von dem bei Wand mit anklingendem wann, das durch d<n Komplex der 
Ste. sehen (!) Arbeit eise stärkere GtiTLhlsbeinmixig erhält als Wand. Aber aurh von Wand 
ell Stern läuft ein Gedankenfaden, der neben riem ersten „oberflächlichsten" einhergeht. 
(Wie Freud es für die Träume gezeigt hat 1 ), so gilt auch für die einzelnen Reaktionen 
Im Ajfltitftti-on&ex üieriment der Mechanismus der Überdeierminierung). V.-P. gibt an, 
bei Wand habe er an eine Wand des Anstaltsgebäude« gedacht und cabei das. (Gefühl 

') Selbatve-ntiuidJjdi brauchen dies* Vorstellungen g« nicht mit .uller Schiri'* in* BewidEbeta 
zu treten t der Affekt kann ilü-eb Turti-widcTa «im Tg], Jung; „AHeki; haben in der Kege] viuen irtel- 
Erhtiiellen InhtlC, der iwjt nicht immer tw»uüt *u sein braucht. 11 üur l'jrjchQlogie Jcr Üem. priem*. 
Hubold 1907. £. 39. 

*] Freude Dit Iraamdeutaiig ; Deorjcke 190.1 



I , Originalfrom 

JNIVERSITYOF MICHIGAN 



126 L. BIH5WAXGER. 

V PH etwas Trennendem^ Hinderlichem, Unibersteigbarem gehabt, Indem ich eine Deutung 
dieser Z. I>ererminante für Stern suche-, fäilt mir aus der oben lifiert-n fortlaufenden Kcihe 
v{*n A&SQiiat»onei da-s englische; „stont* auf. Jupiter. hcmerlEeich, flau da^ vorher- 
gehende Keaktionsworr See Lautete, was mit Stern lusammen den Titel eines bekannten 
Wliches liefert, i^ dem Jinjj t.iiitl fiine grofj^ Ko|le 5|a.clt- V.-P, bejaht auf meine- Frage, 
den p S-e c stern 1906" mit gröDtern Interesse gelesen *u haben und zugleich (Uli ihm ein n 
e« ici auf dem TMelblatt de«. Huches eine blaue KLagge mit wejflsm Stern, Er erklärt 
ferner, in einem Gedicht einen guten Stirn so gesehi.dert tu haben, wie er glaub t, daii 
ei iiuf dem Tite.blatr -des .Sweatern 190^" abgebildet sei- In Wirklichkeit findet sich der 
Stein gar nie tu so, wie V L .p. sich zu erinnern glaubt. J«uf dem Titelblatt des „Sfcsterns*. 
Es handelt alch, wie die V,-P. &ell>er einsieht, um eine Paramnesie durch Assimilation, 
Nach England weist drittens die AüicuJaticn »Schwager*, der oft Gelegenheit hat, nach 
England EU reisen und nicht ^0 gebunden ist ™ v.-p r Tatsächlich unterhandelte dieser 
in letzter Zeit mit einem Knllegen über eine für ihn wichtige Reise nae.h HngUnd, wobei 
ihtn aber hindernd im Wege stand, dafl er an die Anstalt gebunden tot, (V,-K ist, nebenbei 
bemerkt, AüJSfersT reiselustig !) I3le wand icheint iku das. durch den Beruf m der Anstalt 
Kesrtzte Hindernd für jene Reise tu bedeuten. Zum Hchlu&se fällt der WF. noch ein, daU 
der betreffende Kullere ihm riet, mit der Reise nach England eine fahrt nach Amerika zu 
verbinden, und dabei nkhl den Norddeutschen Lloyd, sondern die White-Star Linie ?u 
I>enützenl Eine 3.. Determinante fQr Reaktion 3 -wird be. Reaktiun 59 zur Sprache kommen, 

MB -.eh nbüithllich. wülir«-nd dös Etpürlfttunliüi: dis Wärt S'.ti-n äIü R*i*w*rt einteizU, um «vnn- 
tuel für die auffallende Reaktion 3 nahftrfti Aufschluß zu erhalten, So unvollständig di^Sf: 
Anityse noch Lsr, zeigt sie doch die weitverzweigten , r.u autarken Komplexen fahrenden 
i Gedankenfaden , und wir he^Tuifen St hon jetzt* warum der AuvsChEa^ bei Reaktiun J etne 
ansrhnliehc i ■rü'Je aufweist. Zugleich ersehen wir hkraü&.„ daß die Komplexe durchaus: 
nicht im Momente der Reaktion der ■ V.-P. bewußt Sein rtilinsen, um größere Ausschläge 
hl bewirken, V.-K hatle hier nüT ein „unbestimmtes; Gefühl von Hemmung". Der intellek- 
tuele Inhalt des ^Gefühls" war ihr ganzlich verbürgen, 

R.-Z. G. A, 
i. stechen; Messer 6 6 

Da V r -t-\ aal her sehen viele Assoziationscxperimcnle mit denselben keLzworten aysge 
geführt, ist diese Reaktion, diu man sehr t.äuhjr zu hüren bekommt, für ihn eine sprachlich 
jfut eingEsehLifFe»e h nicht gefühlsbetonte. 

Ü, L G_ A. 
j, Teufel: EngcL 7 o 

V-\\ wuD:c F daß auf stechen das Reizwort Engel folge, war daher erstaunt, ata 
Teufe! ausgesprochen wurde. (An vielen S^clLen wiurtcn die Rriiwortf unseres jfewfihnlirrheri 
Formulara geändert, da V.-P, dasselbe schon kannte.] 

R.-Z. G. A, 
, 6. lahm : krank 7 7 

Lahm fal tin von mir erset/tes Ftetiw-ort. V.-F. iEt erstaunt dirilbtr, 

K,-k. 1:, a. 

;. "Kahn: fab:en o Ä 

V.-J*. hat einen Herr» Kahn atn iOfigenTuK *u-: Versehen nuht gegrüßt, wftt ihm 
uun^HuerJu» hw, Ein deutlicher KinrluÜ auf die beiden Werte: ist nioht zu erkennen. 

k .-/, fi, A r 

H. pflujfcn; AcLcr J i 

Wie bei Reaktion i handelt ei» sich hier um üne infolge v^ler eigener ^ersuche 
neii: h^nichlich'iücitijriich gewnrdene Reakooii. [Jer geringe Ausschtag zeigt deutlich den 
Unierahied in d*r CdulüibetanuBf, der wiachen diesen BJQg^icUulnai, indifferenten und 

den übrigen Reaktionen besteht. 

R.-Z. C A, 
^ wollen ; streben 7 1 1 

V.-V. hat ein sehr sink auagesorrchenvsänreben nach ^ r i»seii, Arbeit und Anerkennung. 
Den sitiuken Kumplej. entspricht dir htnut Ausschlag. 



I , Original from 

JHIVERSITVOF MICHIGAN 



XI. VERHALTEN DES PSYCHOfiALVAN .PHÄNOMENS USW. 12; 

fL-Z. CA, 

10. freundlich: häßlich 7 5 

Wollte sagen hassen. Kon. stell ierr. durch einen Traum in der vorhergehenden Nacht, 
der sich auf einen alten., nicht näher referierten Komplet he±og. Uieser wird uns später 
noch beschäftige ru — Bis hierher haben wir ein rasches Ansteigen der ganzen Kurve, 1 } 
n-le es beim Normal verbuch gewöhnlich beobachtet wird, Das raschere oder langsamere An- 
steigen der Kurve tm Anfange ist mir ein wertvolles Kriterium geworden lut Beurteilung 
der (psychischen?) -Sensibilität. Jtf ftiner organisiert die VA 1 , ist, je labiler ihre Affektivitit 
und je präß*r infolgedessen -die Erregung durch das Ksperinient h desto rascher steigt du- 
Kurve, Jedenfalls spielen hier physiologische und physikalische Einfluise ebenfalls mit, n - 
döLh scheinr mir die psychologische Eigenart der V.-P. wohliger im ^in, Ober auv» 
Zweifel erhaben ist der Einfluß, psychischer Faktoren gerade suf den Anfarigsreil derKurir 
in den Versuchen llc, IM und IV. 

K.-Z. G. A. 
1 1> Ki&ch: Wasser 9 7 

Fisch ist von mir ersettt, Kam daher der v„f r f fremd 1 vor. 

tL-Z. 0, A, 
] 2- fragen : Antwort 7 4 

13. Stuft GesetE 7 3 

14. tranig: häßlich 6 5 

Für ix und 13 gilt duaclbc, wie fuc 4 un4 ■¥■ Ktukti^n 14 i^ n*L-h koaiHtitari 
durch den Traum wie 10. Bemerken wir, daß der Komplet bei 10 nrni 14 noch keine 
Merkmal« aufweist, außer dem etwas mitielhureti Keaktionsinhalt. 

R*-Z. G. A. 
ig. Pfahl; Fleisch 7 k 

fWV P ■ß.lh Hifrvrr i*tn, dafl Pfahl ein **uli*1Ip* 5yrtihr.il heri^ir^i und nlnr für Ani 
Ähnliche „Stengel 1 eingesetzt wurde. Zugleich d^nkt er während der Reaktion daran, daß 
Paulus von lieh sajrtj er habe einen Pfahl im Fleisch. 

K,^Z h G. ft. 

r6. tanzen : lustig 13 IS 

Zeil und Ausschlag deutlich verRroUert, 7.-1', argen sich, diifl er am n;irhstrn Tag 
zU Ctriem Hall muß; daneben eine Fülle stark betonter Remlilbeuert. 

R--Z. G. A. 

17. Meer: See 6 5 

Geringe Werte für K.-Z, und Ausschlag. Jedoch steigt die Kurve hierauf deutlich , 
l| und 16 ltlüjfcn hier noch mitwirken, aber anch auf H. 17 Hegt ein flefühlston , indem 
V.-J J . von früh an starke Sehnsucht nach dem Meere hatte, die durch die besprochen" 
Reibt nai:h England wieder nn^ r creg[ ist. JJcr (ieriihlüton rußert sich hipj nicht int Aus> 
schlag selbst» sondern darin, daU der positiven Schwankung keine negfttUe folgt, wie ge- 
wohnlich, sondern eine zweite starke positive. Der GcfÜhlstOtt klingt also nicht ab, SOßdPTII 
wird noch verstärkt, nachdem das Keakrionsworr nkiis gesprochen. (5-, die Kurve.) 

üer flache Verlauf der j^urv: von Heaktlrm 10 17 erklärt sich wa dem geringen, 
L icfühJslDts der meislcn jener Kr*akttnnen. Krst von 1$ an treten ^t^irMer^ ^Chwaflklih-|{f L fi 
auf, die dann mit 17 ein Ansteigen des Niveaus bewirken, 

K.ü, O.A + 
iH, krank- arm 6 6 

19, £t*3*f Ywncfan 9 ij 

In seiner Kamilie wurde ihm oft vorgewogen, er sei m stoli: V.-Y. hat überhaupt 
ein stark- entwickeltes Selbstbewußtsein. 

R.-Z, CA, 
*o. Ivngland : Frankreich <) 14 

:- : . Reaktion 3I 

') [eh bemerke. <h£ Ich als „Kutie J rlco ^irizen prauhheb karges! eilten Veriaul des Versuchet 

tniei carte , während der Ausdruck h KjiiLii|»li. f Jikiirve"" unr cur ,.lm dir LTesjuiikiirvu ju Ig L 'ic uecil <rm- 
f.Aa*n ihVu]]«n E*ijFJutiiE A:w,i, \)ir ihrmtiis sifh «i-ciler jus i^iairJue-u Aunchlijjea zusiinriiunHec^rrj. 



I , Original from 

JHIVERSITVOF MICHIGAN 



it& L> B1K5WAWGER. 



R.-Z* G. A. 
au Tinte: trinken y ic 

Wollte sagen saufen. Hat auf seiner (etilen Reise nachRngland einen Piticnten t 
einen „Säufer*., dorthin begLe-te|!. Die Reaktion gehört in dem starken Komplex der ge- 
planr^n Rfffci» -nach 'R-ngl-nnH. 

BL-Z G. A. 
M, Ol: — ber# 7 14 

Ulberg Ist der Name des Gutes, wo die Eltern seiner Frau, wehnen und diu Leutere 
aufwuchs. Dahe- ein begreiflicher Gefühl «tan, Daß von Reakrior 19 bia 32 reichlich 
Konplexe getroffen wurden, ist aus der tirSfl* der Ausschläge und dem Steigen dir Kurve 
leicht ersichtlich. 

R.-Z. G, A, 
33, NideL: — Lad 7 10 

Ist erstaunt über das Wort ^bedeutet „Rahm"). Nidelbad ist ein KurhauJ in der 
Nahe von Zürich, Den Auss-chlag — 10 dürfen wir hi-.*r zum Teil auf die Verwunderung 
über das Retiwurt (es wurde statt Nadel rrsri^csetitj zurückfuhren, Nachträglich erinnert 
sich V.-P. an die N Needle der Kleopatra' in London und die Nc edles bei Souttamptün. 
Alsü auch hier wieder England! 

R.-Z. C. A. Reproduktion 
±4. schwimmen: Wasser } J - 

a-'j. Urlaub [ nehmen IJ 12 haben 

I Sei dieser Reaktion drei KomplexmerctnalcL. Verlängerte Zeit, vergrößerter Ausschlag 
und Reproduätionsstärung. Der Urlaub kl lur die V.-P, ein Harter Komplex, indem er, 
wie erwähnt, sehr gerne reist, aber als A'zt an einer Staatsanstalt nur kiiiren LMaub er- 
hält. Die geplante Reise nach England spielt wieder mit« 

k .z. a A. 

3fr, iflHh: SCJiToff II 8 

Die U.Z. n rührt wohl von dem van K. :> perseverierenden GefuhUton her, (Über 
den Einnuß der Perseveration atif Zeit und Aincfafav s- später.) 

R.-Z. CA, 
if, rot: Hau 9 tc 

Scheinbar eine rein ■jOKti Eiche Reaktion, Der Ausschlag deutet aber auf einen 
Komplex. Dem Kollegen fällt dabei ein; Der pathologische Anatom Rat» der seinen 

Vater sezierte Und der Spruch: Heilte TOI, morgen tot. Weiler weift Cr nichts antu- 
pcben, Die Analyse s, Reaktion 63. 

R.-Z, G. A, Reproduktion 
zfc>_ Droben: schlafen 9 ll (LangEs Besinnen; 

Der V.-P.. räJlt der rn Reaktion Ju und 14 angeregte Komplex ein h desfrei tfvegen et 
eine Zeitlang- .bedrohe war. Während dort noch keine Kumplexmerkmate auftraten, finden 
wir hier deren zwei. 

R.-Z. G. A. 
39. Ansiah : haben 11 B 

fjlaubt ±11 früh reagiert zu haben, bevor das Reiiwart ganz ausgesprochen var. 
Die R.-Z. Jt zeigt, daU hier eine Selbsttäuschung vorliegt. Will zuerst Anstand ver- 
standen haben. Anstand hängt zusammen mit dem in kcaltfcon aß enthaltenen Ko-mple-jr. 
ist also im Sinne des Komplexes verhört. ^ Zugleich unterlag ^Anstalt" der Vcrdränj^unjj.'l 
Aiiä Aar Analyse Her Reahtiap j ^ahen wir, daß axit Anstalt etn \jr\lur.ttan Liegt. 

k.-z, t;. a. 

30. reich ; arm fi 30 

^ M*n aprifäl in Llte^rcn Kalk fua AdcimilEtldü 1-S-l It v-is^'ortss an nlen Komplex. 

S HlkHn, jn lXsiEimsi. AiHiEjjukinsscuijjeu. VII. beur^. lukÜD neschrclbi hrer 4lr AulDill-itfciii 
ru-lgcuiJtMin.dlcH ; ,D«4 Rej^w-nrE wjnl sif »n.^a\niLt, wit? s* «n hexten nim Komplex p*flt oder wu 1 
vf ihn *ra irrten *erd*<:lu.. u 

»I Über JfL Begriff det V:nlrliTig.i*ii£ a. .he .trljenteu r-Ttu.dx uml Jung. IV, Beitrag 3. IZf. 



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JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



XI. VERHALTEN DES P5YCHOGAT.VAN. PHÄNOMENS USW r I 2$ 



jü ist bisher der grollte Ausschlag, Der Geüdkomple* spie-U bei dem Kollegen eine 
prnüft Koiifl und hingt enge tusarrrnen mit der Reis-elust, dem Anstaltsdieirtte und derfifr- 

staLtung des künftigen Lebens, 

R.-Z. G. A, 
jr. Saun : 7.tit 7 rj 

V.-P, (:.ii: Raum sofort im philosophischen Sinne an£ Er trug sich, ob ich Jas 
Heiwart wohl eingesetzt habe, um seinen ^philosophischen Komplex" zu n-lzen. Also wirr 
der C'tfijtiltron. der das Galvanometer ■verrät, nicht mit einem bereits- bestehenden. Komplex 
in Verbindung iti bringen und nur durch die Person des Experimentators bedingt r~ Kcmcs- 
w^s! Denn gerade, die erwähnte Übertragung des Gefühlstones rauf den Experimentator 
Heutet auf eine bestimmte Affektquelle, die aber andern Ursprungs is-t. fjie feit nämlirm, 

wo V.-P. sich viel mit Philosophie -ibgab, ist für ihn äußerst gefuhlsbetonl, 

R.-Z. G. A. 

32. ringen: schwingen 7 6 

33. Leid; schwer 14 14 

Dem Keim bei R. 3-2 entsprich! der schwache Ausschlag. Handele et »ich dnrh nur 
um einen rein sprach leben Mechanismus, der bei einer sprachlich so gewandten V.-P, mit 
einem Minimum von Aufmerksamkeit erfolgen kann. Wir wollen vm hier sehen merken, 
daß die Eläng-iissoiiatiLin. mit ihrem geringen A isstfilag unmittelbar auf eine deutlich ge- 
fülihbetuaie Reaktion folgt. 

Das Reizwort 33 faßte V.-P, im Sinne von 3 rieht aufj d. h. er hUrtt zwar den Kling 
Leid, glaubte aber, ich spräche das ch nicht aus] Ein gutes Beispiel von Ver- 
drängung und anderseits von Assimilation des Keiiwortc& im "iitinc eines Komplexes. [>aß 
Leid verdrängt wird, ist bei dem Kollegen, de: das Leben ferne genießen möchte, aber 
auch eine Leichte Anlage -i\i hypei^tidrclriüf hen V erste 1 Lungen hat (wie wir noch sehen wsrritm, 
nicht Erstaunlich, L-cicht wird nJa (.^cijcnsat* tu Kiner g-c gen wütigen Luge aufgefaßt. 
Er hat e-s, wie er angibt,, nicht leicht, weil er mit Arbeit überhäufr ist, und ferner isl es 
f\ii ihn nicht leicht, in be-iug auf die Reise nach England einen Entachluft hj fassen, 
Ei sei nach hinzugefügt, daÜ er be-i dem Reizwort Leid zunächst an das englische Light 
dachte, paddle Verschiebung Leid — leicht a-üfle-rllth vermittelte. 

R -7. Tp. 4. 

34. tleJd: haben 9 34 

Der Ausschlag übertrifft noch um 4 mm den bei Reaktion 30 : reich: arm., Wir 
sehen, wie stark der Geldknmplex mit allem r was damit zusammenhängt, entwickelt ist, 

K,-Z C. \. 
ü, Berg-: steigen <j u 

Bedauert, daö er tvenig Zetc dazu hat, infolge de» Anstaltsdienste*- 

R,-Z, G, A, Reproduktion 

36. spielen: Karten 11 5 (Hesiniwn) 
Hi«r dachte er in seine Kinder und seine Frau, 

R.-Z. G, A. 

37. Schmalz: Hals 6 

38. Reue: Treue II 7 

Die Zeit tat deutlich verlängert; der Ausschlag nicht. Dagegen zeugt das Ansteigen 
der Kurvt nach dieser Reaktion von einem stärkereren Geführtem. Reaktion 38 hängt zu- 
sammen mit dem (nickt näher rcretierten) Komplex, der der V.-P. während der Reaktiuu 
]D in den Sinn kam, ohne daO er hier nbjelrf.v bemerkbar wurde, [Die Analyse zeigte 
aber h daß er hassen sagen wollte .ind dafür daj harmlosere häßlich einsetzte), Auch jei 
Reaktion 14 tTotzlgr häßlich war von dem Komplex noch nichts zu erkennen, wühl 
aber in den Reaktionen iB drohen: schlage! und ?o Anstalt {verhört in Anstand:: 
haben. In Reaktion 3* und 30 19t der KompItA rfwn fai h (ibjAtiv deutlich nachweisbar. 
Man gewinnt den Eindruck., da-B «ler K«miplejk. n^ch und n*ch .rie.tbständle^r' wnrdt, riii- 

foLge der Häufung der Keiie mehr an die Oberfläche kam, mit andern Uferten weniger 
zuTückge halten werden konnte. Da „selbständiger werden 11 der Komplexe «igt uns hier 
auch die Kurve an, di; in dem Abschnitt 34. — 3-J zum erstenmal das &ild einer deutiitr.cn 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



130 L, BINSWANGER. 



Kumplcxkurve (Lanier Ausschlag Mit darauffolgendem Abfall dir Kurvt und kleineren 
Ausschlägen) itijft '). 

VLrZ. G. A. Reproduktion 
39, Sitte: Anstand .. lö [Besinnen] 

jü. Reiten: fahren 7 II 

Bedauert, daß er keine icit rum Reiten hat: 

R.-2, a A, 

41. Sand.: Meer f; 10 

Denkt flabei Afl die Heue nach Kurland und einen Traum eines Uekdrmtcn, in dem 
c|as Wort Sllflt«iD eine Rolle spieU., Der Bekannte ist derjenige, der Ihn *u der keke 

nach England smmieri hat, 

H.z r a A. 
4a, dummr Dübel c tH 

^Dubel"" ist Dialektausdruck für .IJummkcpi". WT\ erkürt, diese Kejfctiori sei 

Mar afTe-k (betont für ihn gewesen. Er denkt daran an eine bestimmt« Fer&önlichkeir. 

RsZ g. a. 

43. Saft: Kiaft t 6 

44. verachten: schätzen 9 6 

45. zahm: wild 1: 5 
Verstand zuerst Zahn, für das zahm von mir eingesetzt wurde. 

R,-& O, A. RspreduktlAB 

46. wichtig: unwichtig 7 l 

4?, Volk: Herrscher 4 Co fBesimienJ 

Dabei fiel ihm Napoleon ein und c-inc Trauma nalyse, in der N'apoieon vorkam, Der 
Getuhiston rührt aber her von dem ^ViLlct mr Macht',, der bei der Vi-P. stark ausjje-pTägt ist. 

Hier multe du E^pvirnant u^agan ain*r S-töruBjj; von imfler unterbrochen wwAen. 
Die Hände wurden von den Elektroden emfemt- Nach wenigen Minuten wurde das Ex- 
periment Icrtge&elit. 

Wir bemerken nun ein sehr rascbesAnateigen derKurrev die schon nach 4 Reaktionen 
diejenige Höhe erlangt hat. die das erstemal erst nach :6 Reaktionen erreicht wurdk. Über- 
haupt meiert der rweite Teil der Kurve einen viel .nervöseren', labileren Charakter ab der 
ertte. Bei genauer Betrachtung fällt auch schon ein Unterschiec im selben Sinn« auf 
zwischen dem Ende der ersten Kurve und deren Anfang und Mine, Wir «tlien achon 
dort eine deutlicher« Einwirkung der Komplexe auf die Kurve. 

K.-Z. G_ A. 
4$, ertrinken: schwimmen 17 14 

Als erste* Glied des zweiten Teiles der Kurv*: dürfte der .große Ausschlag nicht 
ohne: weiteres Als K^mpteirrerkmal aufgffaÜt werden. Doch deutet die Lange Reaktions- 
zeit 17 darauf hin. V.-?. verstand das ganz unsinnige Wort Ajjrilchen und dac'nte gleich 
an eine Reise nach England, die im lachsten Apr.l stattfinden sollten Wiederum ein 
schönes Beispiel von Assimilation. 

K.-Z. (J, A. 

4$. !■..!-.;■ I. Segen S iS 

Sevueli aufgefaßt und im Sinne von „vor jemandem auf dem Bauch liegen", was der 
v.-p. sehr widerstrebt, insbesondere in wiaenschaftiiehsn Dingen, 

R-Z G. A. 
50. Umseht: R«cLt $ 3 

|i, Kröte: spöte 16 40 I 

V.-F. denkt dabei an den bekannten Vers mit den obigen Keimen tum Namen 
Goeche. Goeth* löst durch besondere Konstellation, die hier nicht näher referiert werdet; 
karin, einen so starken Gefufclston aus. 

V.-F. tjibl u, von hier an ein* deutlich* Erregung verspürt au lnb«n. 

Der Kufvenabacbnitt 51— 58 wird uns noch ausfnhrlicher be&rtiaRigem 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



XL VERHALTEN DRS PSYCHOGALVAN. PHÄNOMENS USW. 131 



R,-Z, G. A. 

51. scheinen i meiden 9 g 

-j-;. Hunger: Durst 6 6 

54. Wissen: Durst 9 S 
Im Sinne ■■•■■■ '.'■■' i .■ ■■■■■ ■;. r , ■ - . Ts..- ■ .■ T- ■ i 1 ■ 

i'.. Kind: haben IO 5 

liinki daran, i.,lU sein j li n jcj : -■" ■' Kind 1-richt erkrankt in. Es scheint aber doch noch 
ein Stillerer Komplei hinter dieser scheinbar ^verdächtigen 1 Reaktion verborgen ni sein. 
Darauf weist da* REaküouSwürt haben h das nur an deut.ichcn K cm p.exs teilen crfaljft : 
s. Anstalt haben, Geld haben nnd später Ruhm haben, Gehalt haben. Jung be- 
kehrtet solche stereotyp auftretenden RcaktiotitwcTte als Komplex Vertreter L ). Der Komplex 
>St hier jedenfalls vollständig- unbewußt. Er verrät sich au 15er durch das- stereotype 
Reaktwr.Swürt durch, die um ä y ft Sek. länger als das Mittel dauernde fteaktionszeit Er 
uird uns noch bei Rsaktion 59 beschäftigen, 

Jt-Z. G.A. 

36. Hur : l:.: I-. .■ I 1: ■ '. 1 1 6 

N=hcn dieser Fassung der Reaktion geht noch eine andere einher: Ba ist put auf 
der Hut iu sein, U'ir sehen auch hier, dafl f wje gewöhnlich, «*nn der V---K*wei |fe>deiittuitt«ll 
für ein Reiiwnrt einfallen, iu der "larniloseTen lledeuiung as*oiiiert wird. 

R.-Z. Cr A. 

57. BU! stifc tchreib^n er 5 

Erinnert skh h «laß Bleistift gelegentlich als sexuelles Symbol aufgeTaÜt wird. 

R.-Z. G.-A. Reproduktion 

58, Rübe: Zucker 7 z [Besinnen; 
Ei handelt sich hier wiederum um ein sexuelles Symbol. 

R.-Z. G, A. Reproduktion 

59. Slem; Haus 12 so Besinnen 

Dese Reaktion ermöglicht uns in die tiefste Schicht der Reaktion Wand-Stern 
eErmuhHo^ea, V.-V. hat hier sofort das Gefühl,, es handle sich um dasselbe wie bei Reaktion 3, 
er habe eigentlich Wund sagen wallen. Der Wunsch + der diese Reaktion begleitet habe, 
*ei gewesen: ein guler Stern leuchte, über unserem Haust Das deutet auf die Zu- 
kunft seiner Familie im allgemeinen, aber auch auf seine Vergangenheit (für das erwähnte 
Gedicht bei Reaktion 3, worin er seinen guter Stern schilderte! Nun lallt der V.-K bei 
Sterh noch der Stern von Bethlehem ein: Erinnern wir uns nun an die Assoziationen: 
Schwägerin {die jetzt Gravida) und Frau (aus der fortlaufenden Aasoziallons reihe bei 
Reaktion 3» ferner an Reaktion ig Kind; haben und nehmen wir voraus die Reaktion 75. 
Familie: haben, so erkennen wir leicht den Wunsch, der sich hinter aü diesen Reaktionen 
verbirgt. Aber erst die Assoziation des Stcrnrs von Bethlehem (^IJas ist ein Sohn 
geboren") weist uns auf die neblige Fährtc. Der Kollege hat nur a Töchter. Der Wunsch 
nach einem. Sohn ist daher leicht verständlich, 

Die bei weitem noch nicht erschöpfte An*ly»e der Reaktion 3 und 59 (dem Kündigen 
werden aoefo manche nicht erörtere Ueziehun£CA aufg^feiian kiti) Laß* «ch also bn dthin 
zusammen fasse ti: 

1. Schicht: Wann erscheint die Arbeit von Herrn bte (J wäre er nur so energisch 
wie Herr 5te+ IL Wai hier die Wand (= Hindernis) bedeutet, wurde nicht erwähnt, 

1. Schicht: Wann reise ich nach England f Reise ich von dort mit der "White Star- 
Linie -na.=h Amerika? Wenn mir die Amiatt nur keine Wand £ Hindernis) entgegenstellt! 

3. Schicht: Wann wird mir ein Sohn geboren werden? Ein guter Stern möge ihn 
mir bescheren! Als Wand £=HIndemis) können wir ganz allgemein das Schicksal auflasen., 
das sieh diesem Wunsch bis jetzt entgegenstellte 

R t -?.. G. K 

60, tieft] Ich - vortrefflich 9 1 

Eine sehr übe Sächliche Reaktion r Der aufladende kleine Ausschlag erklärt sich 
durch die vorhergehende Reaktion. Der Aus&cHag von Reaktion 60 befindet sich auf dem 

') S, IV, Beitrag & 2ia. 

g* 



J , Original from 

JNIVER5ITY0F MICHIGAN 



1*2 I*. BIN5WANGEF 



laine-n, absteigenden Schenke! einer Komplenkurve is. S. 3ü), die hier nur aus 2 Reaktionen 
besieht. Wir werden spä-tee sehen, warum die auf dem ansteigenden Schenkel einer Komples- 
kurve he Ein d liehen Ausschläge besonder« kürz, dir betreffenden ke-i-ikiicnrn besonders 
oberflächlkh sind. 

R,-Z. CA, 

6l. versetzen: zerschlagen IJ io 

\ erstand zerfetzen und «Lichte dabei sofort ;in einen Gegner. Wir haben hier denselben 
Komplex wie hei Reaktion 4» : dumm: Dübel. 

R*/. G. A. 

ßa„ lieb: teuer fj 7 

Siehe üa_H na<' hTnag [15 tje isteigen der Kuf^e. Lieb hAF an sich sehen cLnci starken 
GefJhJswcrt. 

R.-Z. G. A. 

O3, Gm; Kraut 13 7 

Eine deul.kh verlängerte R.-Z., ein indifferenter Ausschlag. Der R taktiert liegen 
biblische Sprüche Endrunde: „ll^nn a 1 1 et Fl rt Ist <'h ixt wi* firaM*. F^mfif : r Ks lao&e 
die l-'.i-.i .11:.;:' :■ ■ , ; . und Kraut, das sich besang und fruchtbare Bäume, da ein 
jegliches nach seiner Art Frucht trüge unrl habe seinen eigenen Sairen bei ihm selbst auJ 
Erdfrn,.* Der 1, Spruch war der V.-P. hei der Analyse nicht wärt Eich ifn ■ : = ■ : 1 5 - : hl .1 , dagegen 
sein Inhalt, Außerdem sah er während d:i Reaktion iss zugehvri;^ Bild in. der Schnorr 
roa Carolsfeldsthcn Dibel vor sieh , vor aLJern deutlich Jen Regen,, der mit dem Inhalt des 
-Spruche* in engE-tcr Beziehung steht. 

Wir sind in diesem Experiment schon einem Spmeh begegnet, der einen ähnlichen 
CJedanken ausdruckt: Heute cot, morgen tot, Es war hei keaktiena/: rot: blau (H.-Z. <j H 
Q. Al It/k wo WP. zugleich an den Anatomen Ko-t dache-, der seinen Vater sezierte. Auch 
hier fallt ihm sogleich der Vater ein, l>ie Assoziation dei Vaters wurde in beiden Rt-aktionen 
angeregt durch den Todcsgc rt-in k c n . den die SprÜcLc „Heute rot usw. und Ucnn alles 
Fl-eisch usw.* enthalten. Der Vater kann Hier nt»r eine j, I ^eck figur" sein, hinter der sich 
ritK.3 eine andere Person verhirgr. Wir werden nicht fehlgehen, die V.-P, selber dahinter 
zu veririLUen.; denn was Freud vom Traumesfigi, (tat derHaupt-ikteyr immer der Träumende 
selber ist, dys g It auch hier. Nach langem Hcainnen fällt der V.-P- ein. sein Vater habe 
Si[iiu?r gt^sMgt, dir L.* (ihr CiescbleulHsnaine) w u rd*j n 11 i« alt up"1 gKrud*? «11*4 in! l iju JaIit™ 
habe er solche hypochondrischen {jedan-ken am häufigsten geäußert- Wir wissen nun, auch 
w*nn die v,-F. w. nicht eingestehen wollte-, daß ihm ähnliche ■* - e dn n- 1* « n durch den 
Kopf gehen. Der Kollege ist jetzt 31 Jahre- ak!" Der Spruch; ,,£* Sasse die Erde auf- 
gehen" lenkt vnn der eigener* Person auf die Nachkommen (Sohn) über, so dafi wir in den 

beiden koaMioTien 37 und 6j 60wuhl den Trieb der Erhaltung dc& Individuums ala den 
der Erhaltung des Stammes ider bei V.-P. auch sonst deutlich hervortritt} linden. Auüer 
derr fuhrt jener Spruch zu dem Inhalt der Reaktionen $9 hinüber (^Ein guter Sten leuchte 
Ah" unserem Haua l, 3. Ganz besonders auffallend ist das biblische Gewand, in 4u «ch 
all diese Komplexe hüllen. "V.-P. war In ihrer Kindheit sehr religioa. So vereinigen sich 
Verranec-rdieit, GcEfenw-arl und Zukunft in der kurzen Analyse. 

Man sollte erwarten h tlali bei Reaktion 37 auf rot; tot erfolge und auf Gras- Fleisch; 
dagegen lauten die Reaktionen^ rot; bl-a.i und Gras: Kraut, sc- unverdächtig wie nur 
mü^licli^ AVir sehen hier sehr deutlich die Einwirkung der ^Zensur" im Sinne Freuds 1 ]. 
iJiie beiden Sprüche mit dem Todesgedanken als Jnha^t berühren die V.-P. peinlich N er 
sucht sieh daher desselben zu erwehren und es gelingt ihm auch. Uni mich der Aisdrucks- 
weisc Jun^s zu bedienen: f3er „Ichkomples" ist dem st-hr unlustbetonten ^To-deskomplen - 
111 vorgekommen Lnd hat ^das Kuizwort in einem ihm pa&xnden Sinne assimiliert^ und damit 
den peinlichen {bedanken vcrsihleiert resp^ vor sich sctfcsr. versteckt, 

Wie so hüufig bei der Vcffdrärvyun^ des einen Komplexes hat ein anderer unt-er- 
drückLer Komplex, der der Förlpflanzunj; , Mittel und Wege gefunden, sich bemerkbar Ru 
maelien. — Aul das VerhrnltnK zwischen Ausschlag une Zelt in dieser Kcakcion kommen 
wir später zurück, 



S>. Freud. Tr*uniikiiiüiiß iiiiri Ptychop*tholo£it du A.JIL;i^Ii?1m;iik. 



I , Original from 

JHIVERSITVOF MICHIGAN 



XI. VERHALTEN DES PSYCHOGALVAS. PHANOME^SUSW. 1JJ 

K.-Z, CA- 
64.. weichen: zurückweichen iJ 3 

Für dai MijjTerhältnis ewtachen £eif urd Ausschlag wenden wir wie bei der irrigen 

Reaktion eine Erklärung in der Perseveration finden. 

r_-3C a A. 

6j. £iege; tfqck Jr 14 

Liabei fiiilr der V.-K ein Hsn ein, auf den ein Kolleg* am läge vorher das Reaktion*- 
wort aigewan-dt hatte. Daneben denkt er: Hier wird der Experimentator die entsprechenden 
Schills» auf mich liehen. Von hier an steigt die Kurve rapide, Alan gewinnt den Eindruck, 
daß die Komplexe sich immer mehr hervordrängen und sich der Gewalt des Jchkompexes" 

eatiiehen. Der Ich komplex hat seinen hemmenden Einflufl verloren, die übrigen Komplexe 
gewinnen an Selbständigkeit. Daher statt der riemlich regelmäßigen r. Kurvenhälile die 
großen Schwankungen der 1,, in denen -sich die einzelnen Komplexe äußern. 

R.-Z, G. A. 
66. irroU: klein 6 8 

K^Z. G A, 
67. Kartoffel.: neu 5 5 

63. inüdct bin ich 7 S 

Jer Anfang dc.n bekannten KindergEbcrK. Die Reaktion ist konatelliert duTeh den 
eigen« momentanen Zustand. Die entstehende Ermüdung begünstigt das Selbständig- 
WErden der KompleKC- 

Nach dieser Reaktion zd^r die Kurv« die Tendenz., anzufallen , und wir könnten 
(►(■warten , -daß wieder Ruhe eintritt, IIa. erfolgt ein kritisches Reizwort, bei dem V.-Y\ 
selber fühlt, daß er jetzt seinen Komplexen preisgegeben ist. Gibt ct doch bei der Analyse 
an, dafi er von Reaktion öy an erregter wurd& und da* Gefühl gehabt habe; nun kämmt 
nllea aiu! Die lirregwn.gr i*i,e/t vcij indts die Kurve schon bei Ile&ktLon 6^ an, TJza Ex- 
periment ist eben u:ei feiner als die bewußte Wahrnehmung. Das Gefühl -der Furcht, ,es 
komme nun alle? aus", muß eben einen gewissen Schwellenwert erreichen, um zun Be- 
wußtem iu kommen 

Die Reaktion 69 lautet: 1-'. Z. CA, 

61}. G*ichleeht: Besltinmitny 15 

Denkt an dlie Voraugbestinmung des Geschlechtes nach Schenk. Wir sahen, daß 
V.-P. r^ei Tochter hat und sich einen Sohn wünscht, Dünebett ist das Reiivort „Geschlecht: 4 
überhaupt sehr pkomplexanregenil* 1 . 'S. den Zusammenhang: mit Reaktion 65 1 wo die noch 
nicht bewußte Erregung begann.} 

R.-Z, G. A. 

70. jü-l;: alt 7 16 
Hier klingt, riz V.-P, angibt, der Todes komplex an, 

R.-Z. G. A. 

71. Ruhm: haben 7 15 

.Haben* als ..Komplex Vertreter" wurde bereit! erwähnt. Es handelt sich um den 
Komplex des Ehrgeizes, Wissensdurstes, des „Willens zur Macht" - , dem wir schon ärters 
begegneten. Der Kurvenabschnit 05--JI kann als ein aufsteigender Schenkel einer 
Komplejckurve angesehen werden 1 ), llca genauerer Betrachtung zerfallt er jedoch in ewei 
Hälften, die .zwei voneinander nicht ganz getrennten Komplexen angehören. Der erste 
Komplex £&£ — 68) wurde angeregt durch die .Reaktion Ziege; Bock und wollte schon ab- 
klingen, als der neue Komplex ib. Geschlecht: Bcstimmungf auftrat, der noch ein weiteres 
Steigen der Kurve bewirkte {zusammen mit den nächstfolgenden Reaktionen}. Erst bei 
Reaktion 73 beginnt dann der abfallende Schenkel dieser p^arnmEngesetaten Komp|exkurvt F 
dem die wenig gefühlsbetonten Reaktionen 74 — 76 a^ebören. 



") Bl* jetzt wa: üü( «op It^-iip lejtlrtirrefl die Ited-e p titl deiita *uf -tlutu Luigcu An*sc.bl*£ 
ein xidteigECLder 3::i=i nlcsl -im*, kleinen AaSseMlgen folgt«. An Stell* de» e[n*i tuj|j*ii Aujiehl-jS 
kÖwKP »her »iu;h -rubrere Irtifcn, die Ümld imeiit u.11: erntn »uJ* teige-nd fco Schenkel sieh bfc. 

fin-fterL 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



134 L B1NSWANGER. 

B,-Z, G. A. 

72. tragen: schwer u 11 

Denkt an die Situation von 331 Lei dt schwer. Daneben an Gravidität uad s-cinc 
Ftau (Sohn!}. 

It,-Z. & A, 

73. Kasten j Itett I 1 II 

Der Gedanke an seine Frau perseveiriert; denn Karten r Bett assoziierte: diese, alH 
sie gravid waj. 

Wir sehen, wie sich die Komplexe häufen. Und beachten wir T dafl es lunthiua 
TipiiiF neripn 9-ind! ^i^ machen «ich jetrt nur wi breit, meil rfi* Hemmung- rln-r-rh iton Irrt. 
komplex *ur5cktritti 

F,-2. C, A< 
74- grob: geblecht 8 o 

Wollte da* Keijwort wiederholen- klfie Aaideuting 4er durch die Komplexe ver- 
üfiucliten h be-ffinnendep. „AMon-ationileBTe 11 * Daher auch kein AjotCbbC. Die Reaktion ver- 
mag nur das Ab linken der Kirrt für «inen Moment aufzuhalten. 

R.-Z. G. A, 
75. Familie: haben 6 4 

Nur: habtn vertat noch den Komplex, 

K.-Z. G. A. 

?t\ waschen : rein 5 J 

Die leinen drei Assoziationen verlaufen mit sehr Rrrmjfer Aufmerlcsamkeitsbtsetning- 

l >ie in 65—73 erregten. Komplexe wirken räch. Bei einer sprachlich nicht so geübten und 

gewandten V.-.F+. dürften »vir biet klang- oder sprachlich- motorische Reaktionen erwarten. 

Kdr ihn genügt iber «in Rest von Aufmerksamkeit, um ein sinngemäßes, Wort Hl finden, 

h.-z. G. ■■'■■. 
77, Ehrgeiz: »ein 7 15 

Hier bricht der Komplex wieder durch h ohne- sich um die sprachliche Fassung des 
Kdi^ort« zu küsnmetn» Die Reaktion ist eine »tu otitTflächliehe, iprachlKh-niQtQrische, 
daher blieb wahrscheinlich die Zeitverlängerung aus. 

R-Z. G. A Repr 

7.'!. fremd: fem t2 7 weit- 

Fremd ist :m geographitf hen und persönlichen Sinne aufgefaßt. Das fälschlich reprn- 
duiierte T weit ü deutet erst recht auf die Reiselust 

H.-Z. G. A. 
79. Kücken: decken 7 Q 

Sprachlich eingeschlinVnc Rtitkiion, daher die Zeit sehr kun. Kouttelliert dirch eine 
keniniuent an eine Patientin. 

R-Z. G, A. 

Sa ählen; abiäbten 9 8 

Hr. Stand: Etat n 33 

Urfii KomHlexinerkmale; UbersetEUnt; de* Hetiw4rt.es und di* beiden verlängerten 

Werte für KwZ, und Ausschlag. Die Reaktion spielt i-owühl ins sexuelle als ins sociale 

Gebiet, Ihr Geführtem muü ein sehr 1 starker sein, da die Kurve kaum abfällt tischen 

Kr.>.:.ri,:-: i^i nr.d &J. 

R>-Z, & A r 

Sl. ■.:■ ■ f.; . .'.i.! J £ 

ürst jftiit iinkt die Kurve- wieder, Wenn wir in kpaktinu $1 und Hz die Anfafigs- 
gliedcr einer Kotnplcjtkurvc trhlicken wollen, so haben wir von Krukeion A3 — 87 deren 
abfallenden -SchenkcL 

R.-Z. G. A. 

tt}, Üru-Jarj üchw-fis-tur 7 j) 

84. schädliche nützlich 7 2 

Der oberflächlichen sprachlichen Fawung dieser beiden Reaktionen entsprechen die 
geringen Werte lur Zeil und Ausschlag, 



I , Original from 

JNIVERSITYOF MICHIGAN 



XI. VERHALTEN DES PSYCHO&ALVAN. PHÄNOMENS USW. 1 J$ 



R.-Z. G, A. 
£5. Gehurt: hclfer S 13 

Dätrhtt an sc:nc Schwagerin und seine Frau, zugleich an die Gebu r( shelfer- 

kräte. Wir erkennen die alten Komplexe. Sic üben jedoch nicht mehr die frühert 
Wirkung auf die Kurve aus., deren Absinken sie nicht aufhalten können. Eis liegt nahe, 
Mitzunehmen, daß sie endlich Htwis ^abreagiert 1 * sind, nachdem sie in so vielen Reaktionen 
sich geiuBcrt habcn r 

R.-Z. C. A, 
fc6. faLüctenj täuschen JI IC* 

Bezieht sich auf Angriffe des „Gegners", dem wir schon begegnet sind. 

K,-/_. G. A. 
87. bedauern; lebhaft 8 8 

Scheint spracblich-obernäefcHch abgefaßt. Jedoch steigt die Kurve darauf alsbald. 
W-f, bedauert, zu wznig /eil füf die Ausführung seiner msenschaftlichtn und Reisepläne 
zu haben, 

K,-£, Q t A* 
&& küssen; Liebst« 9 10 

Wohl h^upts^hiich. eine Renimisrenz- an -die Reaktionen seiner eigenen V.-F.n. die 
hier häufig so bluten. 

R.Z. G, A. 

Krj. Tand: ijM.eläii 35 

Jtt „verblülft* Über das Reizwort. Denkt an Kinderäpielsathen. Der läng« Ausschlag 
wird kaum durch die Verblüffung allein bedingt sein. Tand leitet auf tändeln, spielen auc 
die Kinder und seine Frau. 

R.-Z. G. A. 
■ QO, faul: nützlich 14 U 

Denkt an faulen ^Todeskaiipleic/. Es tritt aber nach ein anderer Komplex hmru, 
der aich auf eine Person bezieht, deren Existerj Ihm bisweilen unnutz vorkommt. 

R.-Z. G. A. 





91, Türe, offnen 


7 


6 


Dichte hier an 


93. Wahl: Qual 
die 2uku nftsfrage! 


•) 


[8 






R.-Z. 


V„,\ 




93. Reue: fett 


it 


zo 


S. Reaktion &J. 




K,-Z. 


G.A 




94- -tti]l«r [ .lugen 

95. Spott; Hotin 

90. schlafen; nachts 
97, Gehalt: haben 
9*. Wien: Paris 


. 1 
.1 

1 1 
7 
7 


7 

r 7 
1) 

33 



Rr»Aktinn 94 — 97 bedürfen jeizi kernt r Erklirunn mehr. ReaVlion 98: V -P hat eine 

Heise nach Wien im Sinne, sobald die Ferien begonnen haben. Er kann sie kaum erwarten. 

R.-Z, G r A. 
99. rund: Erde 7 ö 

1 >■>. '..t'.I: ja 13 33 

Merikt hier wieder -an die Ferien und die Reise nach Wien. Hat überhaupt das Ge- 
fühl: nÜ5 wird jetit bald etw&A geschehen". Der starke Ausschlag deutet -darauf hin, wie 
jfroO das Hedurfni* der V.-P. nact neuen „Sensationen- äst. 

Ajs der Analyse gebl hervor, daß wir es nnit einer «ehr sensiblen, 
emotiven V.-P, zu. tun haben. Darauf wmaca die messen haften Komplexe 

(allein 11 verschiedene Komplexe 1 die mehr als eir.e Reaktion konstcälLerleii; 
daneben mehrere kleinere) und die Häuigkeit, mit der sie veistarkte körper- 
liche Innervationen auslosten Die starke Em.otivi.1at tritt auch in dein Zu- 



I , Original from 

JNIVERSITYOF MICHIGAN 



1 36 L. BlHSW ANGER. 



nebr/iCn der Komplexkuiven in der zweite Halde der Kurve zutage, worin wir 
ein „Durchgehen" der Konip-exe, (]. h. C.3E Zurücktreten des hemmenden 
Einflusses des Ichkomplexes, erblickten 1 ). 

Mit dem Verhalten des nsyeho-galvarischen Fhänomens scheint jedoch 
im Widerspruche zu Blcheu das Verhalten der ReakiioiiezeiLeii. Diese sind 
fast durchweg kurz, auch bei den deutlichen Kornplexreaklionen, so daÖ sie 
uns oft als „Koroplexmerkmal" im Stiche gelassen Jiaben. während das Gal- 
vanometer rfel sicherer funktionierte. Ganz besonders laßt uns hier auch der 
Vergleich des wahrscheinlichen und des arithmetischen Zeitmitteis im Stieb. 
Da das eistere die setir langen leiten nicht berücksichtig;!, woii| 
aber das letztere, und da eine gewisse Proportionalität herrscht 
zwischen der Ojige iler Reaktionszeiten und der Ititeneitat der Gp. 
fühle, glaubte Jutig in den Differenzen beider Mittel einen Anhalts- 
punkt gefunden zu haben, um daraus Rückschlüsse auf die Intensi- 
tät der Gefühle machen zu können, In unserem Falle ist nun das wahr- 
scheinliche Mittel 9 und das arithmetische, das in der Regel gröfler ist als 
dos >vabrscrieinliche, nur 8,8. Das beweise uns wieder, dafl überhaupt keine 
seht langen Zeiten vorkommen- Daraus m schließen, daß hier keine inten- 
siven GefttbJo vorhanden sind, wäre grundfalsch. Man sieht, wie in der ex- 
(jerinien teilen Psychologie immer einmal etie für die meisten Fälle richtige 
Annahme durch individuelle Besonderheiten eine Ausnahme erfährt. Die 
individuellen RcNcriderlieiten in diesem Fülle sind die, daß, wie schon oTter 
hervorgehoben, die V,-F, äuBeist sprachgewandt ist, sowohl durch Anlage, als 
durch Übung und sich daher mit Leichtigkeit über emotive Hemmnntren hin- 
wegwtzt Der sprachliche Mechanismus hat bei ihr eine grolle Selbständig- 
keit, d. h. Fähigkeit automatisch zu reagierte, erlangt. Das beweisen die 
zahlreichen Keime, die }% der Reaktionen ausmachen, irährend Jung bei ge- 
bildeten Männern nur deren 0,6% find! Ferner nehmen die sprachlich mo- 
tnrisehen Reaktionen etwa 3f>% ein, eine 7ahl, die narh meinen Erfahrungen 
sehr hoch ist, wihrend Jung hier für gebildete Männer deren 34,27,, an- 
gibt. Dieser Weit scheint mir entschieden zu hoch gefallt zu sein. Es rührt 
von einer tu einseitigen Auswahl seiner „gebildeten Männer 11 her, die sämt- 
lich mit dem Experiment verbaut waren. 

Eine deutliche Differenz zwischen wahrscheinlichem und arithmetischen 
Mittel zeigen dagegen cie Galranomtteraussthlage: 

W. M. der Ausschläge: S mm. A. M. der Ausschlage: 10 mm. 
Also eine Differenz von 2 mm (= 35% acs W. M.). Das beweist, daß eine 
erhebliche Anzahl sehr starker Ausschläge vorkam, Und aus solches dürfen 
wir ja im allgemeinen wie auv den sl-Jlc langen Zeilen auf Luleiuüve Getiikie 
schließen. 

') Uri plilegTna lhcöc-d V.-F. Ycrlürft die g&iue Karre M lägelmiSiz. nie die ururigt [q ihrem 
Beginne ohne aeuUicle Komplexitäten. Die Kurve ,lelL[ tln-ra nabelt! eine Linie ohne Kcüci- 
EiuiaeerL dar. UmpelteJirr ist fcei iiYswrise], -reranjagtcir Indmdren der Verlauf der Kurrr. ein £ul 
Innrer, von jlärzUeruin Ansteige 11 und rapidem Abfa]i uaterbrociiener. Der Vulaaf der GelviM- 
irieterxurre i*'. piir ;■..-, sidvhcn Merkmnlen eil niveriisFi^ea Kriterium zer Beuteilnag dei Anek- 
liTprjr <ler Vcr¥uch#pcraineii uewuruen, 



Oricinal fro-n 
UHIVtHiHYlH-MlLHIUtN 



XL VERHALTEN DES PSYCfJOGALVAN. PHÄNOMENS USW. 13? 

Lehrreich ist auch der Vergleich des Mittels derjenigen Galvanometer- 
aussrhlige, die bei, t1 zu langen Z-citcn 1 ' 1 } erfolgen, mit dem Mittel sämtlicher 
GalvanometeiauBsdiläge des ganzen Versuches. Zu diesem Zwecke werden 
die mit Zeiten über dem W. M, vorkommenden Ausschläge für sich heraus- 
geschrieben und ihr W, M, bestimmt Da wir annehmen, dafl sowohl die ver- 
längerte R,-Z. als der vergrößerte Ausschlag Zeichen einer intensiven Ciefühls- 
betonutig Sind! mU-ü von vornherein eine gewisse Übereinstimmung zwischen 
beiden angenommen werden. In unserem Falle aeigt es sich auch, dal) so 
wenig über das W. M. sich cie „zu langen" Zeiten auch erheben, ihnen doch 
auch. ,,±ij lange" Ausschläge entsprechen^ denn: 

W. M. sämtlicher Ausschläge: S. 
W, M, der Ausschläge, die auf zu lange Zeiten fallen: 10, 

Eie Differenz ißt, wie in vielen Fallen, dieselbe wie jwtgcben W. M. und 
A. M. sämtlicher Ausschlage. 

Eine besondere Berücksichtigung bedürfen noch die Klangassoziationen, 
die in unserra Experiment nur in der Form von Reimen auftraten, Jung und 

ftiklin ^rblir.krrt dar Ursache ihres Auftrrrt^ns in r\cr "Hprabftr^ung- rir"vr Anf- 

merksamkeit. Nach ihrer Auffassung sind Klangasfloriatioücn „die primitivsten 
Ah nlicbkeilsass Ovationen, die anr wenig tteer dem bloßen Nachsprechen stehen ." 
„Die Ablenkung wirkt iti allererster Linie hemmend auf die Entwicklung der 
inneren [ :1 hochwertigen""] Assoziation und begünstigt das Zustandekommen der 
äußeren, d. h\ der mehr mechanischen Assoziationsformerj, sodann in hervor- 
ragendem MaÜc der Klangreaktion" (5. 1. Beitrag S. 3SV Um das Verhalten 
des. psychegal vaniseben Phänomens bei den Klangreaktioncn zu verstehen, 
müssen wir strenge unterscheiden, ob die Ablenkung, die das Zustandekommen 
der Klang reaktiunen begünstigt, durch eine uder mehrere vorhergehende 
Kompltjcreaktioneii bedingt 01 oder aber durch das Reizwort selber, also 
durch einen neu auftretenden Komplex Im ersten Fall Ist der Ausschlag 
meist unter der Norm, im zweiten meist über derselben. Zur Vcr- 
arHrhaitlir 1 "Kling mrigfin vorerst Hin R<*iapä*>lfi hhrptm Experitnenrpf; dipnpn . 

Wir werden später noch einmal im Zusammenhang darauf mrück kommen. 
Zuerst seien die Beispiele angeführt, wo die Ablenkung durch vorausgehende 
Komplexe erfolgte. (Erinnern wir uns: wieder, daÜ das W. M. der Ausschlüge 9 
^triglj: IL* CA 

1, Vorausgehende Kcnvple«! 30, reich: arm 8 20 

Jl, Raum: Seit 7 IJ 

Klanfreaktion; 32. ringen; schwingen 7 6 

■2, Vor* wehender Komplex; 42. llumm: D»bel 9 i3 

Klangreaktion: 43, &aft: Kra.fl 7 & 

3- Vorausgehende Komplexe: ji. Geld: haben 9 24 

ji. Berg; Steifen 9 n 

(jf>. spielen Karten 11 g besinnen l 

KLrii.r-rFÜiiüi: ■ 37. ächmalzr Hals 9 6 

j£. Reue: Treue 11 7 

Wir haben bei der Analyse schon auf den interessanten KurvenabschnitL 
34—32 hingewiesen und ihn mit dem Namen einer Kowplcxkurve belegt. 
'} n £u Luge* 1 Zeile d ueJ AuBcblig* btdmlco immer lolcüe über dem betreffenden V. M. 



I , Original from 

JNIVERSITrOF MICHIGAN 



138 L. BTNSWfcNGEF. 



Der Name schien mir füi solche Kurvcnabschnitte deshalb gerechtfertigt, weil 
er, wenn auch hier nicht ganz rein, doch deutlich zeigt, wie sich ein Komplex 
auf der Galv^nomelerktirve äußert, (Bei V.-P. mit wenigen Komplexen ist 
dieses Verhalten viel deutlicher als hier, wo so massenhafte Komplexe sich 
geltend machen und einander bee In Russen, in der Psyche sowohl wie in der 
Kurve), — 

-Der Komplex bewirkt im allgemeine n zunächst bei der Reaktioc, wo er 
angeregt wurte, einen langen Ausschlag, der das Mittel der Ausschlage des 

ganzen VersucheG mehr oticr weni^tr übertrifft- Damit ißt jedo-ch seine Wir- 
kung auf der Kurve noch lange nicht erschüpti Denn wie die Erregung des 
Kam plexes t so können w\ r Auch sei n Abklingen n sei n mehr oder we ri iger 
langes Vorherrschen in der Psyche der V.-F. an der Kurve beobachten. 
Klingt der Komplex sofort wieder ab h so kann es bei dem einen langen Aus- 
schlag bleiben. Der großen positiven Schwankung entspricht eine ebenso 
große negative und der folgende Ausschlag beginnt auf derselben Höhe, wie 
derjenige der Komplcxreaktion, Klingt jedoch der durch de« Komplex be- 
dingte Gefunkten nach, so folget der positiven Schwankung" nur eine geringe 
negative, oder wenn der Gefühl&LDiL sehr stark, ein weiteres Ansteigen der 
Kurve. Sind dann die nächstfolgenden Reaktionen ebenfalls stark gcfühls- 
beiont, d. h. kommen neue Komplexe hinzu, so können wir einen langen auf- 
steigenden Kurven schenk*] erhalten, wie wir es in dem ALschnitt 63 — 71 gc- 
lefcen haben, Imm«r ab«r wird nach kürzerer oder längerer Zeit ein ab- 
füllender Schenkel fotgeTi T wenn nicht eine Erregung hinzukommt, die sonst 
irgendwie durch das Experiment bedingt ist. Das Abfallen des Schenkels 
tritt dann e i n 1 wenn die V.-P. n durch den ioder die) Komplexe ganz 
in Anspruch genommen, neuen Reizen rieht mehr zuganglich ist. 
Durch den Komplex wird die Aufmerksamkeit von der Außenwelt abge- 
lenkt und ganz für wich in Beschlag genommen, Daher kummt e« ao häufig 
Tiach Kttmplexreaktionen iu oberflächlichen, spfarÜLlich-mutüri sehen oder klartg- 
hrhen ÄasoxJaihincn L ]. Ebenso wie auf die hochwertigen Assoziationen wirEct 
die Ablenkung aber henmend auf die körperlichen Innervationen t wie wir 
noch hantig sehen werden. Infolgedessen sinkt die Kurve ab und werden 
die nächstfolgenden Aussehläge kleiner (wu nicht ein neuer Komplex die Auf- 
merksamkeit wieder im sieh reiüt). St* entsteht der absteigende Schenket der 
Komplcxhurve, Wir können daher i9£Cfi: Je länge? der absteigen He 
Scraeukel einer Komplex kurve und je kurier die ungehörigen Aus- 
schläge, desto stärker Ist der Komplex und desto länger perse- 
veriert er. Wir haben also auüer dem Ausschlag der Kimnplcxreaktio-n ein 
wesentliches Merkmal tur die Beurteilung der S L ürkc des Komplexes im Ver- 
tan! des Eibsteigen de [] Schenkels der Komplex ktrve. Au« dein Verhaltet! der 
Komplexkttrven bei verschiedenen Individuen kann man Anhaltspunkte ge- 
winnen zur Beurteilung des Typus Ihrer Affeklivltat, ob diese mehr labilen 
Charakter hat, einem Strohfeuer gleicht, das schnell wieder ausgeht, oder 
einen zähen, nachhaltigen Charakter, der lange an dem festhält» was ihn ein- 



'l Iueik: iur P.--,f h^l. -.Ll. r Uum. jpra-et, Jvj^ir. 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



XI. VERHALTEN »ES PSVCHOGALVAN. PHÄNOMENS US W, [39 

mal erregt hat. Pisse Verhältnisse können hier nur angedeutet werden, Ich 
verweise indes auf Kurve Ilc. 

Kehren w.r zurück zu unserem Beispiele. (R. 34 — $S) Da die V,-P. 
überhaupt sehr oberfläch lieh reagiert, dürfen wir auf die spracbüch-motoiiadlcrii 
Reaktionen nicht viel Gewicht legen. Hingegen zeugen die beiden KJangafrgo- 
iialiinifTi Schmalz — Hals und Reue — Treue von der starken Ab- 
lenkung, die sich in dem abfallenden Schenkel der Komplexkurve kundgibt. 
Für sich allein muß uns noch die Reaktion 3H Reue — Treue beschäftigen. 

Sit bildet das Endglied des abfallenden Schenkels und das Anfan^^l ied oWä 
aufsteigenden Schenkels einer Komplexkurve. Ihre Zugehörigkeit zu. dem ab- 
fallenden Schenkel eir.er Komplexkurve äuß-ert eich duich die Klangassoziation 
und den k Ursen Ausschlag, was beides noch auf eine Ablenkung der Auf- 
merksamkeit durch den vorhergehenden Komplex deutet, Dagegen weist die 

verlängerte Zeit 11 und ihre Roll« b1q Anfangäg/lied ein-SY tltuen Kö-mp ItKkurve 
auf eine neue ,Aufniferk£ainkeitäbeset£lin£ " (Freud), auf eil en neuen Kom- 
plex, näuilich den erwähnten Reuekotnplex hin 1 !. So hatten wir es bei dieser 
Reaktion zugleich mit einer Klangasfloiiation der zweiten Art m tun, von derge- 
sagt wurde, sie verdanke ihr Entstehen dem Auftreten ein« neuen Kom- 
pktAca u.id xa£t einen Ausschlag, übei dem Mittel hervor« Auch liier igt der 
Aiflschlatf üb« dem Mittel, wenn wii den auf ihn folgenden Anstieg der 
Kurve, der einer nachträglichen positiven Schwankung entspricht, noch 
humirechnen. Eine solche q ach trauliche positive Schwankung entspricht be- 
kenntlich meisi einen nach Aussprache des Reaktionswortes auftretenden 
neuen üefilhlsion, der hier durch den Reuekomplex bedingt wurde. Denn 
dieser entfaltete seine Wirkung auf die körperlichen ftinervalionen srst, nach- 
drm dir Kl:m£äfisrtfi;itinii anhon hergestellt war. Daß er aber schon, be- 
vor er ins Bewußtsein trat, seinen Einflut auf die Reattion ausübte, erkennen 
wir an der verlängerten Reaktionszeit. Und ans diesem Grunde möchte ich 
ihn auch neben der Wirkung des vorausgegangenen rvrtmpJexes verantwortlich 
michen für die K1an|raseoz.iitiün. Den Mechanismus, wie ein Komplex tum 

Aaftrctct von KlrtrtgäfcBoxiatiorien, überhaupt von aberNächücLen Assoziationen 
rührt» hat Freud in Seiner Traumdeutung, einem Bjche» dem wir eine Un- 
summe von Anregungen um! neuen Gesichtspunkten für die Psychologie und 
Psychopathologie verdanken, aufgedeckt. (Freud bedient sieb des Ausdruckes- 
„Komplex"" nicht, imrraerhin können wir ihn überall ohne Scrmicrigknit in seine 

DcchiktitsiCii cinbCtx-Crj.} Freud sa£t: ^Jedesmal wenn ein psychisches tülc-rntut 

tnit einem andern durch eine anstößige oberflächliche Assoziation verbunden ist, 
existiert Auch eine korrekte und tiefer gehende Verknüpfung zwischen den beiden, 
welche cem Widerstände der Zensur unterliegt. Die oberflächlichen Assoiia- 
tionen ersetzen in der Darstellung die tiefen, wenn die Zensur diese normalen 
VerbfndLngBwege. ungangbar macht. Es ist,, wie wenn ein allgemeinen Verkehrs- 
binde rnis s z. B. eine Übe rschwe m mu pg im Gebi rge , die großen und besten 
Straften unwegsam werden läßt: der Verkehr wird dann auf unbequemen und 
.steilen Fußpfaden aufrecht erhalten, die sonst mir der Jäger begangen hat,' LZ ) 

*) ItiCKT Kameki «urte ^LfnliQES nicht aälrtr «fwH«rt im periöuü-dsen ürütdeiv 
*. TraamdeHiTinc 5. 3 10 — jti. 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜh MICHIGAN 



140 L- Bl NSW ANGER. 



Das Verkehrs hinderci is isL der Komplex, der sich zwischen Reii- und 
Keaktionswod einschiebt, die Zensur äußert Eich in der verdrängende ei Ein- 
wirkung des Ichkomplexes auf jenen. Die unbequemen Steilen Fußpfade sind 
tu unserem Falle die KlanEassoziationcn h von denen Jung: und Ricklin sag-en : 
„.Sic sind seit der frühesten Jugend nicht jflchr eingeübt, aber beim Sprech- 
et immer leise angeregt, drängen säe sich hervor, sobald irgend eine Störung 
die nächsthöheren Asaoziationsstufen wegnimmt. Sie sind wegen ihrer 
UQZweclcmiÜifrJteit ftjr den normalen Denkakt beständig verdrängt 
und existieren für gewöhnlich außerhalb des Bcvuiltseins." (I. Bei- 
t"£ S. 38.) 

Wenn Freud vom Traum sa^en kann, jedes mal wenn eine oberfläch- 
liche Assoziation zustande kommt, existiert auch eine korrekte und tiefer- 
gehende Vtikijüpluii^., ü*j ^ilL dies im AGSutJalions-EApfiiincLit mir iui die 
KlangäSsozia'ionen der zweiten Art. Ich «daließe dies daraus, daß bei denjenigen 
ilcr ersten Art, die ihre Entstehung der Ablenkung durch einen vorausgehenden 
Kompfaa verdanken, bei der Analyse *?yne „tiefergehende lind korrekte" 
Verbindung nicht- eruiert werden kann, und 2. aus dem auffälligen Verhalten 
des psychü-gali'nnLschen Phänomens, das bei der eisten Art meist eine Ver- 
minderung bei der zweiten dagegen eine Vcratärkung zeigt. 

Zu denKlangassoziationen der zweiten Art leitete schon die Reaktion Reue: 
"Ireue hinüber, Die tiefergehende Verbindung zwischen den beiden Asso- 
ziationen liegt auf der Hand, Von den Klangassoziationen mit verstärktem 
Ausschlag finden wir in unserem Experiment twt'i weitere Beispiele; 

t, Beispiel : 

R.-£ G. A. 
|i. ICrHt*: NfN(Jrr lA j\.n 

(52, sc beide ai meiden 9 5) 

Bei K, 51 sind trotz der K lang assnzia Hon Zeit und Ausschlag enorm 
vergrößert. Hier hat nun die tiefer gehende Verbindung beider Assoziationen. 
nämlich die, daß beide in ein und demselben Gedichl von Goethe vor- 
kommen, so stark gewirrt. Goethe aber ist fJr die V.-P. ein äußerst starker 
Komplex, über den leider, wie schon erwähnt, nicht referiert werten kann. 
Bezeichnend ist auch,, dati nicht Goethe assoziiert wurde, die Assozia- 
tion, die ja der ganzen Reaktion zugrunde liegt, und fiieh ebenfalls auf Kröte 

^Kiciinl hallt, vidiElclli Jdä wtjjigti „ijjdiskicte" Wüit ftputC, da*, die ^Zt-ijauf" 

leichter passieren kannte. "Was die , F Zensur" hier besonders inlcrsiv ihres 
Amtes walten ließ, war eine gmße gene der V.-P,, diesen Komplex vor dem 
Experimentator zu enthüllen. Der Komplex Lrat hier sofort ins Bewußtsein. 
(Die nächstfolgend? Reaktion ü? scheiden: meiden, mit dem geringen 
Ausschlag, qualifiziert sich nun ohne weiteres aU Klanjjassoa-iation der ersten Art, 
die entstand unter dein starken Einfluß der vorhergehenden Reaktion und 
k?inen eigenen Komplex zum Inhalt hat. 1 )) 

■2. Beispiel: 

R.-Z. G. A. 

91, Wahl; Qual $ iB 

'. 3irh<? S. I4 I, 



I , Original from 

JNIVER5ITY0F MICHIGAN 



XI, VERHALTEN DES PSYCHOGALVAN, PHÄNOMENS TJSW. H l 

Vorher erfolgte eine indi:Tcrente Reaktion, sie selbem entliäht den Kom- 
plex. Die tiefe Verbindung" zwischen beiden Associationen ist klar (Wer die 
Wahl hnt, hat die Qua]). Sie geht über den starken Komplex cer , N Zukunf5- 
frae'c." Auch hier war der Komplex bewußt. 
Reaktionen mit zu langer Reaktionszeit und in kurzem, Ausschlag. l ) 

Hei der Analyse der 100 Reaktionen unserer V.-P. sind uns r i aui- 
gefa]len h in denen die Zeit über dem wahrscheinlichen Mittel, cer Ausschlag 
unter demselben war, (W, M, der Real: tionszeit; 9, W. M, der Ausschlage ; &). 
Es sind die Reaktionen: 30; 36; 3.S l 45 \ 55 §6 57; Ö3 641 y% und 94. 

Betrachten wir die Kurve, so sehen wir, dafl 4 dieser Ausschläge, nämlich 
26, 36, ;8 und g$ r direkt nach einetn 211 langen Ausschlag; erfolgen, während 
3S- und 45, die Gruppen 5 5 — 57 und 63 — 64 durch 2, höchstens: 3 kurze Aus- 
schlüge will t'iiitriu „zu laugen" gelzeuiit sinü. E.a sulieiul alEKJ p daÜ hici vir 
beim Auftreten der lÜangassoziation erster Art die Ablenkung durch einen Kom- 
plex, der den jeweiligen vorausgehend cd starken Ausschlag bewirkte, nlit- 
spieH, Wir wollen das Nachwirken des Komplexes von nun an mit dem 
Ausdruck der Perseveration bezeichnet ivie es in den früheren Beiträgen 
dieser Studien geschehen ist Daß die Perseveration auf die in ihr Ke reich 
fallenden. Reaktionszeiten verlängernd wirken iann, hat Jung; so aus- 
führlich dargetan, daß wir es nicht mehr erst beweisen müssen*,.) Auch aul 
die Tatsache, daß die Perseveration wirklich verkürzend auf die Ausschläge 
wirken kann, sind wir eben aufmerksam geworden (s. -abfallender Schenkel 
der Komplexkurvcji). Wir werden später an einen ausführlichen Beispiel 
(V. Uc) darauf zurückkomme*, hier sei nur die Tatsache näher beleuchtet, 
wie sich das Mißverhältnis jwischen Ausschlag und Zeit, da wo es in das Ge- 
biet der rerse Petition fallt, erklären läÜt. 3 j 

Während es sich bei der Messung des psycho -galvanischen Phänomens 

um cinea ganz, unwillkürlichen, automatisch verlaufenden Innervationavofgaitf 
handelt, bei dessen Entstehen die V.-P, rieht aktiv eingreift, sondern nur der 
Zuschauer ist, wird in der Reaktionszeit ein Vorgang gemessen, der ein 3k' 
livrs Eingreifen der Persönlichkeit verlangt. Um ein passendes Reaktionswort 
£u linde?, muH sie einen Teil der dem vorausgehenden Komplex zugewandten 
Aufmerksamkeit der Reaktion Selber Zuwenden. Die Überwindung des vcm 
Komplexe ausgehenden Widerstandes nimmt jedoch Zeit in Anspruch und 
so wird die R.-Z. länger als bei einer Reaktion, wo von vornherein alle Auf- 
merksamkeit zur Verfügung steht. Der am Galvanometer gernesse n e 
liinervaticnsvorgang (Ausschlag} dagegen gibt uns offenbar nur 

'1 Sieh.« Anmerkung S. I i j. 

s . 5. Jung, IV. Beitrag. S. zu. 

■) TJüter P*r*i-*eriüi3n -veralöhia Jung und RJILlia ^cIlü Fonlj.esle3i.Ha der wi:r.i-:.-: jj:«K-;-.:. ■- : 
VfilätaUliftg, JuFtit d;iu*LLie iia d.« Art Im fotgetiduiL EUakLiOu itLuiifcil wird." Oif UcKiclia-BDf j*l 
«in* reio „ibrmtltK 1 ' und hm u-jclm in Uta mit il*r p FeneTeratiou Lei urgiujischen 'j-ehiruproitsEcn.^ 
] Uüg Und R i V li n bfliütksitlitJE'Cii blul die F.i uwirlHing' aal die nädi «tlolgcn.de R-Giklion uud Li^m 
j.dje Einwirkung über ein* tmeion'irfllc Rc&küon .hinweg" 1, beisein, ndem sie im letiterea F&J vini 
ICüDaie] Lalioo reden, leb macht iltstn t'oltrsctied nicht», soidtrn glaube, gerade durah J,ii 
Verhalten der GdvMirjTiKterkijrve berechtigt zu. sein, auch im -2. FjJI vcd PerwvctitUjA feiten *fl 
d Ulfen. 



I , Original frorn 

JNrVERSITYQF MICHIGAN 



1^.2 L. PINSWA^GER. 



Kunde von diesem Rest von Aufmerksamkeit, der dem neaen 
Reizwort zugewandt ^ird. Der an den Komplex gefesselte überwiegende 

Till der Aufmerksamkeit dagegen VfifJtt, wie oben gezeigt auf das Verhalten 
der gesamter. Kurve, auf der sich die Ausschläge aufhauen, ein. So tnl- 
stent der abfeilende Schenkel der oben bejehn ebenen Kümple^kinren, Um 
Vi prägnant aus zu drücken: In -der Galvanonuterkurve stellen wir Kotnplex 
und reue Reaktion gesondert dar, den ersteren durch den Verlauf der Kurve. 
letztere durch den Ausschlag", In der Reaktionszeit dagegen ^wohlverstanden 
nur da, wo es SLCh um Perseveration bandelt!] erblicken wir ein Merkmal für 
die Intensität des Widerstreite« zwischen beiden. Je größerer dieser» 
desto länget voraussichtlich die Reaktionszeit, Ein solches Gesetz ^ilt aber 
nur für den Ausschlag, denn in ihm erblicken wir ja nur die eine Partei in 

denn Kample, nicht den Ktimpf seihet. Je nachdem der KompleK Sieger bleibt 
oder die nächstfolgende Ksaktion (im Kampfe urndie^Aufmertsarnkeitsbesetzung'') 
wird der Ausschlag geringer oder größer sein als das Mittel. Die R.-'A. sagt uns 
al&o. wie „hehl" -der Kanr.pf war, der Außschiag aber s wer Sieger blieb, Da wir 
al&O mit beiden Wertet] vollständig voneinander verschiedene Dinge messen 
(da wo es skh um Perseveration handelt!), dürfen wir auch keine Proportio- 
nalität zwischen beiden verlangen. Wir können höchstens sagen, daß da, wo 
die Perseveration sehr stark und die neuen Reaktionen schon an sich sehr 
wenig gefühlsbetont,, die R.-Z. eher verlängert, die Ausschläge eher verkürzt 
sein werden. 

folgendes Beispiel, von dem uns ein Abschnitt schon bei den Klang- 
assoziatio n en beschäftigtej soll d iesc Ausci n and ersettu ngtrn naher erläutern ; 

In dem Kurvenabschnitt 5 1 — 58 erblicken wir eine Komples kirrte, die 
mit dem sehr lammen Aufte-chJ^K; 51 beginnt, an den flieh dann ? kur** Aus- 
schläge anreihen, Auffallenderweise kommt es hier nicht iu einem deutlich 
abfallenden KompleKkurveiasehenkel- Das rührt offenbar daher, daß wir uns 
noch irn Refjitin des i weiten Abschnittes der Kurve befinden. Der PN ab- 
fallendefl" Tendenz des auf einen langen Ausschlag folgenden Kurvenschen- 
kels wirkt hier die „aufsteigende" Tendenz entgegen, der wir in fast jedem 
Anfangstitel einer Normalkurvc begegnen, Die Kurve enthält 3 von den 1 1 
erwähnten Reaktionen (55, 56, 5.7). 



R-Z. & A. 



FL. JI. Kröte: -■ |-- = - i =- 

E.ithält den sehr starken Goethekomplex. 



R. 53. scheiden: meiden 


') 


5 


„ 53. Hunger: Durst 


5 


6 


.. 54. wissen ; 1 J 111M 


£ 


9 


B 55. Kirnt: haben 


:o 


5 


„ 56. Hut: aufsetzen 


LI 


6 


„ J7< ]'•]:'• iti: ■: ;,i'lK..ii 


11 


5 


. jg. Rabe: Zucker 


7 


2 



Die vor jr ausgehende Perseveration äußert sich in der selbst fih unsere 
V,-P, sehr fachen AssoziationsqualitiLt der folgenden Reaktionen: 1 Keim, 
5 Sprachlich motorische Associationen, J Koexistenz. Ferner wird in Reaktion 



I , Original from 

JNIVERSITYOF MICHIGAN 



XI, VERHALTEN DIS PSYCHMALVaN, PHAMOMENSUSW. 143 



54 das Reaktio-uswort von Reaktion 53 wiederholt, was wiederum deutlich auf 
die Perseveration hinweist Nach der eben besprochenen Auffassung vc-ü 3er 
Wirkung des perseveHerenden Gefühl stofl.es auf R,-Z. und Ausschlag finden wir 
nun leicht eine Erklärung für die auffallenden Differenzen der beiden Werte 
in den Reaktionen 55. 56 und 57. In der Reaktion 55 ist der SohneskompleK 
und dei Komplex der Fortpflanzung überhaupt enthalten, in der Reaktion ^6 
■der letztere, Reaktion 57 ist durch Keniniszenz ax eigene Assoziations-Ver- 
suchc erotisch konstellitrt und zu^ldcli im Sinne der Ichbezichung aufge-faßi 
{vgt. die Analyse des Versuches), Dafl auf Reaktion 52 r die der kritischen 
Reaktion zunächst fc-lgln nur ein geringer Betrag von Aufmerksamkeit verwende 
wurde-, xdgt der Reim und der geringe Augschlag an. Die Zeit gibt an, daß 
infolgedessen auch kein größer t , Kampf 1 stattgefunden hat. Reaktion 53: Die 

AufmerlcaamtteLtsepiltung - , di-e diese Keaktian erforderte, muß nun schon leichter 
erfolgt sein als bei 52, da die Reaktionszeit sehr gering ist. Reaktion 54: ein 
stärkerer „Kampf 1 *, da, wissen gefühlsbetont ist und eine größere „Anfmerk- 
samkeiubesetzung verlangt, (R,-Z. = 9): der Ausschlag = 8 g.bt an, daß in 
der Tat diea-e Reaktion die Aufmerksamkeit der V,-P, zu fesseln vermochte. 
Nun erfolgen die 3 wiederum gefühlsbetonten R. 5 g — 57. Ein erneuter heftiger 
.Kampf" (R.--Z. = iü und 1 1). Der perseverierende Gefühlston, der nun wohl 
Verstärkung erhielt durch R. 54, behält im Gegensatz zu R. 54 den grollten 
Teil de: h Aufmerkaamkeitsbesst2Üng L| und gibt nur einen geringen Teil an die 
neue K. ab, (Ausschläge J 1 ö, 5,) Bei K. 58 zeigen sowohl die K.-£., als 
der Aufschlag an h daÜ es hier zu keiner deutlichen Spaltung der Aufmerksamkeit 
mehr k^m, daÜ vielmehr die Reaktion sehr „oberflächlich" verlief rein spnichlk-h- 
motorisch. 

Ich hflffe hie mit rreseLgt au haben, düü h-i^i H**kdr.m*ii 1 dl* £»f eine» 

perseverierenden tJefühlston fallen, nicht die ^erin^ste Proportionalität zwischen 

R.-Z. und Ausschlag erwartet werden kann, und daß es hier leicht zu. einem 

umgekehrt proportionalen Verhalten zwischen beiden kommen kann. Wo wir 

ein solches finden, werden wir daher umgekehrt an Perseveration denken 

müssen. 

Es würde uns nicht weiter führen, wollte ich die obigen Deduktionen 

an den übrigen Beispielen unseres Experimentes (R, 63 — 64; z6; 36; ?8 nid 

94} wiederhole n. Sie ergeh en sich nun von selbst. Hier fflö cht? ich uu r 

noch auf ein anderes Moment hinweisen, das ebenfalls ein Mißverhältnis zwischen 

■den beiden Werten für sich allein hervorrufen kann h ich meine die undeutliche 

Auffassung des Reizwortes. Die noch unerledigte R. 45 diene uns als 

Beispiel. 

t, ,_ t _n j R. 2, C. Ar Reproduktion 

R, 4C labra: wild ., „ /£..„■ ._t 

V -R. '. erstand zuerst Zahn. Die undeutliche Auffassung ist hier um s» 
leichter zu verstehen, ;ils da; KcizwortfermulaT das Wort Zahn enthält, das 
von mii in zahm umgewandelt uurde. 

Was die Zeit in solchen Füllen verlängert, ist das „Gefühl der Unsicherheit", 
uh man das Wort richtig verstanden habe oder nicht, also ein „intcllcktuc.lcs 
Uerübr'miShineNcihlowskys. Daß solche .intellektuellen Gefühle" „Erkenntuia-- 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



[4+ L D1KS WÄMSER. 



vorginge sind, die toto coelo von der Affektiv itat verschiedta Bind, 11 hat Bleuler 

g-ez*igt : }. Wie wichtig- diese scharfe Tre-nnurig, ä«-hcn wir hie-r. Nur die r ,AfTek- 
tivitär im strengen Sinne" hat nach Bleuler bestimmte Wirkungen auf Körper 
und Psyche, Da wir mit dem psyehogalianiEchen Phänomen nur affektive Vor- 
gangs registrieren künden, mit deiK.-Z. aber zugleich auch Erkenntnis- öder inleU 
Jektuclle Vorgänge, erklärt sich in solchen Fallen von undeutlicher Auffassung 
jenes MiÜVtrhühnta von Gelbst. Aber noch lang-c nicht immer mliÜ dieses Mrß- 

v erhalte is eintreten, wo das JRebwort undeutlich verstanden wird, EiG-teus kann 
die undeutliche Auffassung ein Komplexmerkmal sein, dann iviriJ a.ichi -der 
Ausschlag' durch Jen Komplex vergr:jGeTt + zweitens kaue aber tu dem ,, intel- 
lektuellen Gefühl" 11 noch ein wirklicher afFek:iver Wortgarg im .strengen Sinne 
IjimcLilj eleu, £.. Ü, wenn die V.-P. bestrebt Ls-t a rasch zu. ita^iecen jijJ sich duich 

die undeutliche Auffassung gehemmt fühlt, da sie nicht weit;, worauf sie reagieren 
soll. Es wird dann Arger, Verlegenheit oder ein ähnlicher Affekt himutrcteUn 
Das bemerkt man namentlich bei V.-Pn, die in irgend einem affektiven Verhältnis 
Kum Experimentator stehen, so bei Wärtern, die oft nicht vergessen können, daß 
der Experimentator ihr Yargeselzter ist und Ttstnal bei Wärterinnen, wo noch der 
üeschlechtsjnterschied hinzutritt Bei nahen Bekannten, namentlich Damen,, 
kann rinn, Vfirhalrnis zum Experimentator Hb in die sci-Rinhar rmrmlnst:Ktt:n 
Reaktionen auf R.-Z, und Ausschlag einwirken, 

Zusammenfassung des Versuches J. 

Beide Hälften der „Aseosiations kurve*' zeigen ein rasches Ansteigen im 
Anfang*; die zweite Kurven hälft c steigt aber viel rascher an als die erste, was zum 
großen Teil auf die gesteigerte Erregung der V.-P, zurückzuführen ist Die 

zweite I lülftc zeichnet sie h durch zahlreiche und ausgesprochenere KomplcKkurvCä 

aus» die das Selbständigerwerden der Komplexe und wiederum die wachsende 
Erregung der V.-l\ anzeigen Die typische Komplexkurve besteht in einem 
sehr langen Ausschlag und darauffolgendem abfallenden Schenkel mit ,,eu 
kurzen 1 * Ausschlägen. Der abfallende Komplexkurvenschenkel und die zu 
kurzen Ausschlage sind durch die Ablenkung der Aufmerksamkeit, die noch 
an die Komplexreaktion gefesselt ist (Perseveration), au erklären. In unserm 
Experiment, wo massenhafte Komplexe auftreten, sind günstige Bedingungen 
■für reine Komplexkurve r. selten. 

Den Komplexreaktionen entsprechen in den meisten Fällen 
„in lange" Ausschlage, nicat getüh lebe tonten dagegen kurze. 
Ausnahmen zeigen sich da, wo die Perseveration sich geltend macht. 

Die Perseveration wirkt Zum Teil **rringsrnd aut die in ihr Gebiet 
fallenden Ajsschlage, zum Teil verlängernd auf die betreffender Zeiten. Eine 
Erklärung hierfür linden wir darin, daß die R.-Z. uns Aufschluß gibt Lber die 
Intensität d:s Widerstreits zwischen Perseveration und neuer Reaktion, der 
Ausschlag dagegen über das Resultat dieses Widerstreites, daß hejflt über 
die „AufmcrkBamlftitabcictEun^'f die die neue Reaktion erhält. Bei 4er Ver- 
schiedenheit dessen, was beide Werte, da wo es sich um Perseveration handeln 



*J BJeqjeii AJfrUtiTiULt *xw. s. iatl. 



Oricinal fron 
UMIVtrfrllYÜrMLHIÜAN 



XL VERHALTEN DES PSVCriÖGAL^ANT PHÄNOMENS USW. T+$ 



ausdiücken, kann hier keine direkte Proportionalität bestehen zwischen Zeit 
und Ausschlag vielmehr mutt es da, wo die Perseveration, stark ist, n einem 
umgekehrt proportionalen Verhalten kommen. Daß die Ausschläge unseres 
Experimentes im allgemeinen die Komplexe sicbeier angeben, als die R.-Zn_, 
liegt in der sprachlichen Ge-u-andtheät der V.~P r 

Die Klangaseoziationea unseres Experimentes weisen verlängerte Auj- 
schlafe aiii, wo sie durcli einen Komplex, verkürzte, wo sie durch Perseveration 
bedingt sind. 

Versuch II. V.-P. II ist ein etwa 40 jähriger inre]]i(jefttflT Techniker, der ea mn einem 
einfachen „Gesehen" in einer Maschinenfabrik iu angesehener Stellung und Reichtum buchte. 
Ein uftauirftttbirtT Hin£ lüni Beirügen, mittels halb aüSgeführlftr eigtirtr Erfindungen brachle 
ihn ah*-r nalr im; 7i:<-h lhatK. Tm ?nTnin*r Tgtl6 Tinrdi' rr im* ans H^m ^.iir-hthäiifc, wn NT 

seine dritte große FicitieLts-slrafc verbüßte, zugeschickt, weil man dort an seiner geistigen 
Gesundheit n rweifeln anfing- Na=b dreimonatlicher Beobachtung m-uäteu wir ihn als 
„geieiLg e^ffuid im Sinn« -de« G*Htiw* ir, die Strafanstalt lurü-flkbrinij *-n, Auhr *in*r 
sehr s-atken Emtnivi1it h einem Hang zum Querulieren und einer gewissen Unklarheit d« 
Denken! war nichts AhnönrieS an ihm. zu Icünatatierem Da ich diu» Gutachten abzufoAMH 
K.itte und mich daher viel mit dein Manne abgab r erhielt ich in den drei Mcm^Len einen 

guten Einblick in «in Seele nteberv. Nachdem früher schon ■wiederlwlt AsswiationiveTsuche 
an ihm aufgenommen waren, machte ich am 21. VII, 06 den ersten Versuch am Galvano- 
uie.ftj. (Di* Amiyac der drei folge-iid^i] Versucht ist athr unvollständig geblieben,, da ich 
m der Zeit, wo ich dieselben aufnahm, noch zu vftnig mil der Psy-chanaJrte vertraut war. 
Wenn ich trotzdem |L'erade diese Versuche hier anführe, geschieht es aus dem Grund» weil 
nur die Kurve ][[ ara und fJr sich und vcrjjnchcn mir den Kurven IIa und IIb von be- 
sonderem Interesse zj sein scheint) 

Versuch a fpU VII. 1906). tf.-P. bringt dein Experiment großes Interesse entgegen, 
da es ihn von der cecniüBcr.en Sei« Interessiert und er durch verschiedene- Kurven, die 
er mir gezeichnet hatte, danuf vorbereitet war. 

Das wahrscheinliche Mittel der R.-Z. beträft II, das arithmetische 1^1. Das W, M. 
der Lialvanometer-Aijsschläg'^ SQ, das arithmrti.scih^ 37. Uas W. M. derjenigen Galvantf- 
nKter-Au schlage, die auf ru Lange Zeiten allen 3t ')» 

Ans der deutlichen IJinftrem irischen dem W. M. und denn A. M. der Ze.Lt, sowie 
aus derjenigen zwischen den W. M. und dem A. M, der Ausschläge ktnnen wir schon 
vermuten, da3 es sich um eint emotive Persönlichkeit handelt. 

Die Vtruuch-aanordnurg aller drei Versuche an. V,-F. II unlerschcidct sich von dtr 
vorigen dadurch, daß statt :ines galvanischen El-rmentes deren zwei angewandt wurden. 
Die Ausschläge können daher nicht olme «eitere* mit denjenigen der V.-P. I verglichen 
werden p da. durch de Anwendung eines slirkeren Stromes auch die Ausschlage stärker 
werden. Dafür tritt dann die Differenz zwischen den Ausschlägen des dritten» an V.-P. ][ 
nilfgenommeiien Versuches und denjenigen dc& ersten und zweiten um so deutlicher zutage 1 }, 

15.-7 T. A. 
1. Kopf: rund tt> 1$ 

i, grün ; Baum 16 16 

■JJJW UhhivIlb- (%r die uLurkt £ctlfe(läaj|jceuuj( int uiiüufgekliiL, 



'} An uenjeaigt* Stell«», wo die Zeil nkbt «ngegebea ist, weiden «ach die A-uflcrJlge njchl 
zur Btrecbmiaf ilci Wirtel* Twreiwlei, J# *™t der Vergleich s*fech£b beideq Mitteln n^it geaiu 
wäre. 

■} Ea s»i aitr noch betont, d&L* mcb bei Anwendung voa immer derselben SCTonntäikr de 
A i M-Ll. Ige je iiiii.1. 1I-1 \ -1' emiaeDL u Ebrei Jure-buIuiLÜiiineri 'ji-'ijc v njJi-_- :«.-:■ . I>ä£ '..-i|,: cii- 
niaJ iüb i>hy*ili»]j»tb-ijly3iöly Käthen B*Jinguugen; >b ilJfcke tlftif tpUeriüii, Tempaatiir der Haut und 
der gnaren Uuipjebunj;, mehr oder veniEer starker Druck aa( die FJekiinxlen), voewiegeud aber *nn 
d-#r piycbo-1-ojjiiclien EigtEiart dtr V,-P. IJicEt it-t es, di: der gantn Kure den Stempel lurd-r^rk:! 

njlfUHUfecta AjiBozutiaiu»tijiUeEL II lO 



Oricinal fron 
UMIVhKMIYÜhMLHIÜAN 



1+6 L B1NSWANÜER. 

R.-Z. C. A 
y Wiwr: dünn 9 in 

4. siechen: Hera n z£ 

W-l'* hat Stechen in der Itcn^-cycnd, fürchtet iJ;ther 1 ein llenl-eiden zu besitzen. 
In seiner Kimilic sind verse hiericne Tudrslällc- au J JLritrkrankunpcn vorgekommen.. Der 
Komplex wirkt lur vcT^rtiücnd :u±i «Ich Ausschlug-, der a:ier immer noch unter dem W> M, ist. 

11,-2, G, A, 

5. Engel; Phantasie *o l? 

Eine etwas auffallende Assoziation, Schon in einem etwa drei Wochen vorher aus- 
führten kl* ptrrmcn t (ohne (.ialvanomctcrl hatte er unter deutlichen Kompieistö runden 
dasselbe Rcakr.on&wii-rl an dieser Stelle ausgesprochen. Die R.-Z+ war damals So, Es ist 
hier nur die '/.cit vcrlän gert , tEer Ausschlag noch ur.ter dem Mit:el. Dadurch, dafl die 
V -?„ schon -einmal auf dieselben KeiuiYnrtc reagierte, sind die Verhältnisse hier ganz be- 
sonders kompliziert. Wir wissen noch HU wenig über den Einfluß der Wiederholungen 
Jciic-LLftcL Kcuwurt« wil iUv* yqyjliogsilvaTiiwIu? Pfct&BWTunii UBI üi« luvt en tutflfawdfta Miß- 
verhältnisse zwischen R.-£. und Ausschitag erklären tu können 1 ]. Die Reaktian bezieht 
ihre Wurzeln einmal aus, der Stellung" der V T -1 3 . tur Religion; Engel sind nur Phantasie- 
g-tbildc, will die Keaklion sagen t da«n aber auch aus dem praktischen Leiten l Eine 
Phantasie, zu glauben, man fände einen ,Engel im Üben*, V.-F, ist von seiner Frau gc- 

«;rhrrrtrn lind re-rl^-r nfr in irhniähtfrvHf»'» A,w\ti.\rlct>r\ ion ihr Mi* «^[m VhhtsIoti g-ah V.-P. 

zu, die zweite konnte er weder bejahen noch verneinen r Sie liegt jedoch sehr nahe, wenn 
mm die Psychologie dieser V.-F. kennt 

K.-L C. A. 

6. lang 1 : Tanne 25 40 

ni* R.-Z. b*1m *M*n Etperinienr '(drei Wochen jftrh**r) ivbt hi*r 37I Hk KrnVHnn«;- 
w*n dasselbe, I.Ja iwi sehen den Asactialionen Engel; Phantasie einerseits- und lang; 
Tanne andererseits durch das erste Experiment schon eine Bahnung hergestellt war, 
erfolgen sie hier begreif liehet 1 * eise mit kürzerer R.-Z. als damals, wie stark d« Komplex 
in Reaktion G aber noch immer ist r das teigt die auch jetzt noch sehr lange Zeit und der 
lartgft Ausschlag. 

Bei lang: Tanne halte V.-P. an den in ihrem Berufe gebräuchlichen Ausdruck 
Langholt gedieht. Hill wurde durch da* eingeschl Rene Tanac verdrängt, Der Kom- 
plex, der hier nach unserer Erfahrung bei Internierten besonders gern Auftritt, ist die 
lange Dauer der ]nternierunf L Dieser Komplex war bei V.-F. besondere stark betont. 

R.-Z, G. A. 

7. SchirT: MeenchifT 7 ro 
B, pflügen: Acker 7 13 
u. Wolle: Baumwolle 8 3 

Drei ind iTereme und durch das eiste Experiment ein geschliffene Assoziationen-, 

R.-2, G, A 
iq, freundlich: freundliches Gesicht 16 s? 
Erklärt hier, er habe Lieber^ wenn man freundlich zu ihm sei. Beliebt sich auf die 
Ante, vor allem auf den Experimentator. Es hängt ftr ihn sehr viel davon ab, ob dieser 
freundlich mit ihm sei oder nicht 

R -Z. C. A. 
ri. Tisch: eckig 9 14 

12. fragen s fragen? Worte -28 45 
l)aü die Keliwort Wiederholung hier ihre Entstehung einem Komplex verdankt, geht 
aus der slark verlängerten Reaktionszeit hervor. Der Komplex ist hler b wie V,-p r zugibt; 
das Experiment selber. Im ersten Experiment assoziierte er auf fragen: meditituschJ 
l>* V,.p. gerichtlicher Explorand Ut, ergib* sich die große Wichtigkeit, die er dem Ver- 
täute des Experimenten beiinilit, von selbst. 



'j Jung i=tjH Pclc-raon sind augrnb-litklkh Eiiil solchen ^VicderhohiapTcnucbco bcKbiltigt, 



I , Original from 

JHIVERSITVOF MICHIGAN 



XI. VEHHAJTEN DRS PSYCHOGALVAN. PHÄNOMENS U5W, I47 



R.-Z. Q. A_ 
13. Staat ; Bundesstaat [5 35 

^.1: '. '-!' : :i! ■ AufT-Assunj» ist rieht er ^uhuld an seinem Unglück, Rm.dern die Gesell- 
schaft, d«r Staat. 

R.-.Z. n. A 

[4, trotz!]*: Menschen Jt ifi 

ELngieachliflin und etwas ^abreagiert - tlu-ch das träte Experiment. Mttlsclitn ist 
fast immer ein „KomplexvE/trcter" 1 . Wei hier damit gemeint ist £<?r selber? leine FrfAi?) 
ist ijü^iür. : a!..t.: ■: 

R.-Z, G. A, 

15. Stengel: Hanistengel — 33 

16. (amen.: Pärchen 15 35 
Er war ein fruttr Tänzer und großer L*bernünn.. 

R. Z, G, A. 

17. See: .Zürichsee 22 25 
„Sunnta-gFausflu^c auf dum /ürichsce sind meine Fchfinscän Krlnntun^f it. - , jyah er 

hier hei der Analyse m. (Gegensatz zu seiner jetzigen ■I-Jgc.j 

R.-Z. C. A. 
|<J. Uranirr herzkrank 15 58 

fJ*;r Komplex von Reaktion 4 tritt hiET unverhüllt tu:afj*? r Wie bei V.-IV 1 haben 
wir hier ein Beispiel,, wie ein Korrp]** «eh Jitirct nur undeutlich kundgibt und eret b**i 

wiederholtem „Antönta* d-euili^tie Komplexinerimale aufweist, 

R.-Z. G. A. 

'ü. Stein Hageatolr 8 30 

Eingeschliften durch das frühere Experiment. Das Reaktionswort Hagestolz mag 
l'Hjdinjft 'tili durch die Trennung von teiner Frau. 

R.-Z. G. A. 
IO. kochen; elektrisch kochen, ib So 

„Er habe kdKllCh darüber pelcscn.* Kochen erinnert ihn aher .an teinE Frau und 
seinen früheren (für Mine Verhaltn.ssE sehr großartigen) Hauihaft. Im eisten Experiment 
assoziiert? er auf kochen: r-lausha.lr.un.gskcichcn h Haushaltung sküctie.* 

R.-Z. G, A. 
ii. Tinte: schwane ig 45 

Unaufgeklärt. 

22, böi: Menschen 16 3.5 

Er glaubt, von vielen MtiUrlien ß#Se*i erlitten ?n haben h namentlich, vom Slails- 
iuiwdlt, üs dessen. Opfer tf sich ansieht. Es im After nicht aufgekuin, cfo gerade Wiener 
sich hinter dem harmlosen Reakcionswort Menschen verbirgt. 

R.-Z. U A. 
33. Nadel; ipitiig 10 75 

WflUte sagen Nadelstich. Unaufgeklärt. 

i^. ach winmen. : See M 17 

aj. Reise: um die Welt [5 70 

I>ieses Reizwort wirkt (als Oegensata xur (nternierung und als Ausdruck für Flucht- 
yedanken} bei Strafgefangenen häufig sehr stark. AuÜerdem deutet die Reiktiun mit mehr 
als einem Won auf KompLcKeinfäuD hin. 

K,-2. CA, 
iG. Mau ; himmelblau 8 41; 

Er bemerkte hier, daß der Experimentator einen AugciblicJ; nach dem Fenster sah 
und frug sich : .Siebt er jetzt nach den Weiter?" fis isr beieichncnft, w.e genau er den 
Experimentator beobachtet. iS. auch Reaktion 5.4.) Nach Reaktion aö steigt die Kurve 
nach weite r an, ein Zeichen, daß eine gewiäie Erlegung vorhanden ist. 

R.-Z. G. A. 
a? + Brot; läg/liches 10 95 

„Hier Habe er an das Vaterunser gedacht und daß er Jim nächsten Tajje in die Arm 
stallst irefce dürfe.'" Et ist durchaus nicht gläubig. GiehE hur in die Kirche zur Zerstreuung. 

CO* 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



14S L Fl NSW ANGER. 



Dtr atorke Ausschlag war mir lacifft unaT.fKc-kta.ri, bis ich erfuhr, dlfi er hur deswegen 20f 
Kirche ging, weil er dort eine Patientin sah h in die er sich bei einer TannunLe-rialturiig in 
der Anstalt verliebt hatte, ¥,-P< habe deshalb den Gottesdienst jeweils käurr erM-arcen 
kennen. Mit dieser Angabt ist der starke Ausschlag aber noch nicht tfcnLigcnd erklärt. 

38. Drohen ; Gesetze 15 fo 

Der Komplex ist IcLar. 

29. Lampe: Tischlampe ] 1 5.5 

,.Er hätte jrern die schöne Lampe bei sich, die er früher zu Hanse hatte.' Uniuf^eklärt. 

R.-Z. G. A. 
3a r reich: arm — Ä5 

Die- V,-P. hat an sich selbst den Übergang au* der Armut mm Reichtum und vom 
KeLcticum zur Armut durchgemacht. Er hat den Luaus der Pariser Salons unJ die Öde 
der ZuchrhauüMlle kennen gelernt, Sein Sinnen bei Tag und bei Nacht geht daiauf aus h 
die- Freiheit ±u erlangen un-d mir seinen Erfindungen wieder Reichtum zu erwerben. 

Die KLjrve des Versuchte a Sleig"t vom Ende der ersten Hälfte , der 
«Rektion 13 an, rapide in die Höhe. Auf den ersten Blick siehe: man, datf 
die Ausschläge der zweiten Kunenhälfte im alldem einen bedeutend größer 
sind: als die der ersten. Auch das arithmetische Mittel der R.*Z. der iw eilen 
Hälfte- des Versuches (13^) ist größer als das der ersten Hälfte (nj). Au» 
dem rächen Anstieg der Kum?, dem Zunehmen der Ausschläge t<nd des 
arithtne tischen Mittels der R.-Z. in der Kweiieti Hälfte des Versuchs dürfen 
wir annehmen, daß die ¥>P, durch das Experiment in eine gewisse Erregung; 

|rcTie-t. Wir snh**n aurli , daß di* ^ini.pl'nen Rpabrinnpn £**nug- Anlaß. cLtru 
boten, eine an sich sehi emotive V.-P. „aufzulegen- 1 . Der Umstand, dafl der 
Ejcpe ri m entittor zugleich der Begutachter der V,-P, ist* wodurch diese io ein 
sehr starkes Abhängigkeitsverhältnis zu jenem kommt, tragt das Seinige bei, 
die Erregung iu steifem. Letzterer Umstand dürfte auch wesentlich zu einer 
allgemeinen RxtjerirnenteTrcgunj* heiuragen,, welche seine Komplexwirkungcn 
erfahrungsgemäß beciiiErä.chiigt- 

Versuch b, {24. Vtt. 1906) 
W. M, dti Rtdliii>LLSjLciitii. ie W..M. dej' Ausschläge; 23 

A,M. „ „ itjj A. M. „ ,, 30 

W. M. derjenigen Ausschläge* die iuf,ru lange* Zeiten fallen; 30. 

Die „emotiven Hemmungen* zeig« sich in diesem Versuch deutlicher in den Ver- 
haltnissen der Ausschlage als in denjenigen der Reaktionszeiten, indem die Differenz ew15.ch.e-n 
dem W. M. Lind dein A. M. >ei den lerzr^ren nur gering- (0,5 gegenüber 2,.r> bei Versuch nj r 
bei den ersteren dagegen nahem, gleich groß wie im vorigen Versuch ist, Dafl hier di* 
Ausschläge im durchschnitt küner sind als im VersucT a (W.-M. 23 gegenüber jo h A.-M. 30 
gegenüber 36), hat wohl hauptsächlich eben, physikalischen Grund. Das Experiment wurde 
zweimal dadurch unterbrochen t daß ich die V.-W mit kaJtem Waswr die Hände waschen 
ließ. Ich suchic dadurch zu verhindere, djifl der IJchlslreifen die Skala überc^hnVU W3S 
in Versuche a beinahe geschehen wäre, und weiten* wollte Ich die Wirkung dfS „Hände 
HrüKfaem" studieren, da ich damals noch der Henfe des produzierten Schweißes einen 
grüßen Einfluß! aul d:is Phänomen rilSCbrieb 1 ). 

Wie K er ' n B' ^er Einfluß dieses scanVen physikalischen Eingriffes auf den Charakter 
der Kurve ist, ist leicht ersichtlich. Kr ierach neidet sie in drei Teile, aber jeder dieser 

') Das Wuschen der EIÜDtle mii ItiLiem Wimi L-biibl den J_eirung*wpdeTsUnd der Hiut. 
Ferner Trirkt d«i AhtTöekueo 'ki T^rber feuttiten Han.de MicsefcLtchieueJ unf den Kuni-Pikl *u d^o 
Büttktcndni. Daher beginnt iSpt Kuh-e nach d'tetct Prüsedur jeweils tiefet, dz »e- Torh« itind. 



I , Original from 

JHIVERSITVOF MICHIGAN 



XL VERKALTEN DES FSYCHOGALVAN, PHÄNOMENS USAV, 149 



C. A. 
18 


Rtpr. 


IJ 




L3 


höht Btrge 



Teile zeigt das Bild, du wir schon bei Versuch x kennen lenten; ein fast unaufhörliches 
rasche* Ansteigen, das keine deutlichen Kompleakuruen erkennen läßt. Gf.tiz anders über 
verlauft) wie wir scher werden, die Kurve des Versuches c, wo ein psychologischer 
Eingriff erfolgte, 

fla j*iif dprnvlhcn Fnrn-mlar ut H r*prgrfa}i rrn wurrir., brrulri-n vir fiiT dir R raLrlinn-n 

die fahlen desselben bei. 

R h -Z. &, A 

11. Baum; g hü 9 io 

3,3, singen; Tenor 9 55 

Eir sang in einem kleinen Anstaltschor. dei ich damals leitete, im Tenor mit. Min 
sieht, dafl nur irgendwie sein „Ich kample*" market „angetane" werden rniifl, um einen starken 
Ausschlag tu erhalten. Bei etw-ss erregbaren v„-p, kann man beobachten, cafl gam geaeu- 
mäßig jedesmal, wenn der „khkomple*" berührt wird, ein starker Ausschlag erfolgt, Ea 
braucht seh dabei gar nicht um besonders stark gefühlsbetonte Reaktionen su handeln, 
es kötmer gant gleichgültige Erinnerungen aus langst vergangener Zeit «in. Immerhin 
ist auütr einer jjewtsssn ErnoTlvlTlc der V -F. noeta erforderlich, detü" dieselbe m ein-em 
bestimmten Affekt Verhältnis zum Experimentüiur steht, wie es auch hier der Fall ist. Das 
sehen wir ja riüch im gewöhnlichen Leben: je itithr wir e. EL eirte Pertön Hebert, desto je- 
fühl »betont er wird jede. Mitteilung die wir von unserem Ich machen, Bei anderen Affekt: h 
ist es ähnlich. 

R.-2L 

3J h Mitleid: Menschen li 

34. gelb: goldgelb Io 

3J r Berp: Yach Berg <j 

30. spielen: Kinderspiel 13 

Hierzu gibl V r r -f. an, er habe gedacht; ,-!£& wäre ein Kinderspiel einen neuen 
Apparat i>u gilvan-om-i irischen Messungen) zu Innstruiercn, 11 Sein CräÜcnkomplex zeigt 
S-ich hier deutlich. In der Tat hat er mir eine Zeichnung entworfen Tür eine Vcrrichturg, 
um die llalvanometersrhwankungen direkt Auf das Kymugr.iphion übertrafen, zu künnen. 
Auf dem Papier sah dia-e, *ie alle wine Zeichnungen, sehr siubcr und brauchbar aus, der 
Ausführung standen jedoch priniinislle Schwierigkeiten entgegen. 

K.-Z> U A. 

37. Sali: :äÜ 14 3Z 
Unaufgeklärt. Kr;-«. 

38, neu: Kleid is 3$ — 

V.-P, hält viel auf seine äußere Ersctieining' Er mächte überhaust einen distin- 
guierten Eindruck mache tv 

R.-Z. G. A. 
;;,■;. Sitte: Landessitte 10 1$ 

40. rciren : Tferde reiten 1 £ j£ 

Die V.-P. hat bei der Artillerie gedient. Daß die Erinnerung daran Siark ^efü-hlS' 
heront ist h zeigen auch die Reaktionen jK stinken: Pferdemist und 71 schlafen: 
Pferde schlafen, Er hatte damits einen „Schläfer" im Stall zu besorg 6n b und ferner 
störte ihn der Mislgenich heim Schlafen, wenn er Sta.llwa.che hatte. Ciifl die Erinnerung 
an den Militärdienst im Assoiiatinni-Evperimcnt so deutlich hervurlritt \t3 Sind ZI Jahr? 
seitdem vergangen), rührt daher, da3 er nicht nufn Offizier ernannt wurde, »eil er nach der 
trfhiier&bildungsschule echten Dienst mehr tat (da er ins Auah.nd ging}, sich aber trötidtm 
als schweizerischen- Offizier ausgab Bas hatten wir ihm hier nachgewiesen und das 

kränkte ihn. 

R.-Z. G. A. 

41. Wand: vertikal II 43 
Unaufgeklärt. 

4J L dumm l saudumm — J rö 

„Es ist saudumrr, wie manchmal au* der Abteilung einer redet.* 1 Ein sehr starker 
Ausdruck, der immer auch ein starkes Gefühl andeutet. Da V,-P. bei der Reaktion lachte, 
ist der Ausschlag besonder? stark [1 K. 55). 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



IgO L. BIN 5W ANGER. 



R.Z. G. A. 
43, Heftr Schutoeft — 40 

V.-P. besaß «ine große Aniahl vor. Heften, in die er Notizen -eintrug aus allem, was. 
er las. Die Hefte sind eingeteilt in Rub-iken, betitelt: Pliilosophir, Kunst, Technik usvr. 
Ef i-.-l sehr jlut auf <fi«: Tätigkeit, 

R.Z. G. A: 
44. verachten: Menschen vericbien 12 90 

„Die Menschen haben die Tenden;, einander m verachten.' 1 Er mufttc öfters dar- 
unter leiden N dilti er Lm Zieht hiUS ^-ar- Einmal wunde er aus einem Gesangverein aus- 
^uatüßeü, ftLa StiilC V-crtfÄne^nhcit bckajl&fc vrUfdc- W?[|n er davon redet, gerät er in nchr 
Etärken AtTekL 

R.-Z, G. A, 
4v Zahn: -weh £ 53 

Bei der Reaktion sei ihm eingefälieri:, dafJ er hier „kein Zahnpulver bekomme"* 

Wieder der Komplex d-cr ^c^cnwÄrtie-izii Ldgt , d-Lr AU» SO reichliche» Quclfrn P , Affekt - 

Zuwachs" erhält DzD die ?.:\\ so kurz, erklart steh au» der spraehäifh motorischen Fassung 
der Reaktion. Bei sprachlich m cingcschliflcnen Reaktionen reagiert der sprachliche 
Mechanismus, wie öfters betene, fast automatisch, ohne von der „emotiven Hemiiuine;" stark 
beeinflußt su werden, 

R,-Z L O.A. 
46, richtig; folgerichtig 25 50 

(nicht verstanden 1) 
47- Volk: SctlWELZE-rvolk 11 ID 

48, stinken: Pferdemist 17 11 

49, tfuch: gutes B**ch 10 io 

ja ungerecht: Strafe 13 35 

Es ist nicht genau iu sagen, wie weit er selber an seine Unschuld glaubt, jedenfalls 
bis. iu einem h-phen Grade, Er überschüttete die Juifw- und Strafanstaltsdirekiiün, den 
Staatsanwalt und den Dirckior des Btir^hiJIsIi mit endtosen Schreiben, in denen er seine 
iJnscbuld klarzulegen sucht. 

r.-z. a A, 

jx. Frosch: Laubfrosch 7 2.5 

Da bei Reaktion 50 tin äußerst starker Kompe: angeregt wurde, ■ - . . li hi*r die Per- 
severation als wirksam angenommen werden. Die Reaktion jl ist jedenfalls «In sprach- 
lich erfolgt ohne einen besonderen Gefühlginhalr, Es kann also kein starker Kampf um 
die Aufmerksankeitsbrse[iuiig eingetreten sein, aLs Reaktion. 51 erfolgle. DieZeit ist daher 
sehr kup- Dasselbe sollte man In diesem Valle vnrn Ausschlag er^'^iten, der jedoch hier 
ein wenig großer als das W. 11, ist, 1 3ic- Reaktinn hat demnach eine ansehnlich* Aufmcrk- 
samkeitsbesetiung erhalten, mit anderen Worten, es ist eine rieurljc-he Aufmerksamkeitä- 
sjialtung Eingetreten, Die»e erfolgte in unserem Fidle daher so leicht (s. R.-Z. ? j) t weil 
die v.-F t in den Versuchen a und b das J Je streben hril, sich möglichst aufdai LxprrliiH"n< 
selber, das ihn sehr interessiert* iu kontentrieren, um für jedes neue Reünrocl parat m sein. 
Dieser starken Anspannung der Auf inert *amkeii auf das- Experiment cntsprkhi auch du 
rasche Steigen der Kurven in a und b und das gänzliche Fehle 1 von ausgesprochenen 
-Kample* kurven! (Demi diese werden bedingt durch die Fesselung der Aufmerksamkeit 

Oirch den betreffen Jen Komplex und ihre Ablenkung vom Exprririent.J Ei isc also auch 

m diesem Versuche eine allgemeine Eaperimenterregung zu konstatieren. 

R.-Z. G. A. 
5z. scheiden: Ehescheiden — 35 
Die Ehescheidung Ist unter sehT unangenehmen Verhältnissen erfolgt. 

it.-?:. a. a. 
53. Hunger: Heißhunger 7 3*> 



L ' ti au fy c't ! ü: t. 



54. vetB; *d)iweweiB 11 30 



I , Original frorn 

JHIVERSITVOF MICHIGAN 



XL VERHALTEN DES FKYOHOGALVAN, PHÄNOMENS VSW, 151 



I>amit ist dec Kragen des Experimentators gemeir.t. Uet .t*pejimentacur gehört 
cum Komplex des Experimentes^ und mr in hohem Grads. Bei R. 16 iahen wir schon., 
wie gut <iie V.-F, den Experimentator im Auge behält. Hier ist der iveite Beweis. Wn 
ij-n A«cala iti o ittaj teB*raenl Reaktionen vorkommen h die das Äußere des Experimentators 
zum Inhalt haben, kann man sicher sein, cüiti &Lch ein inneres affektives Band zwischen V.-V. 
wd Ej.jreiitrit[ilaloj TUihiiJiderji i&L Daliei isjffi umu nuth noliJit- KtrtkLLuiiLii »-Itl häufig »- 
bei Penonen des anderen Geschlechtes! 

R.-Z. G. A. 
S^ Kind; Rindvieh 11 60 

Er erinnerte lieh dabei an den Direktur einer Fabrit, wo er Lehrling war, der .zu 
seinen Untergebenen diese Bei4±ic!inii : n.q; üfter* pe-brj.u^hte. Reale Konen , die ein -i ■ h im | .r 
wort oder dgl, [5.. R. 4S dumm: saudumm) zum [nhalt haben, sind, meist rou einem starken 
Ausschlag- begleitet. Das rührt daher, daß bc der Aussprache solcher Worte gewöhiLkh 
auch das Gefühl hinzutritt, der Experimentator könnte es auf sieh beliehen, da man irr. 
gewöhnlichen Leben solche Worte meist an einen anderen richtet, seltcrcr auf sit:h selbst 
bezieht. Immerhin spielt auch du letztere hier und da im Experiment e ne Kolifi, So gab 
mir l E r V,-P T I bei der Koalition dumm; Dübel an, „er hatte dabei gedacht;, ich k!Jniie 
glauben, er meine sieh selbst damit".. Solche Nuancen geben uns immsr Fingerzeig für 
die lieurte iiung des r^harskter^ der V.-P r So ist bei V.-P* [ neben derr. erhöhten ■Sfibst- 
bew-uüt'ein auch eine Andeutung rmn „Kleinheilswahn" rnrhindcn, was ja rchr häutig neben- 
einander vorkommt 3 ]. 

K.-E. G. A, 

50, aufpassen; Obacht 13 50 

V. P. gab ririj er habe dabei an elektrische Leitungen gedacht. Obacht ist ein Wir- 
nnngsruf, der an siel schon gefühlsbetont ist, m 

hVK. G.A, 

57, Bkiä'.ifc QpiLjtn. ah 

\.-l\ iit ein hervorragend st technischer Zeichner, worauf er *ich nLchc wenig einbildet. 
UnleTbrechunj; durch tiande waschen. 

K.-Z, G, A, 
5IL trüb : Wetter 11 ig 

50 "Pflaumei ailB to 7 

infolge des lländcwascht-ns sind die Ausschläge besonders klein, Der nächrt folgende 
zeigt jedoch, da.5 ein* starke ien.lrifu.gaie Erregung dürdl solche physikalische Eingriff* nur 
wenijj LecinfluÜt werden kann. 

R.-Z. G. A. 

60. tTeffenr schießen — JO 

krinnert sich dahei .an die Schützenfeste, die er in seinen guten Otiten mitgemacht. 
Arj&erd-tm hat sich V.-V. viel mit artilleristischen Problemen befaßt,. un*i behauptet, auch 
einen Sitirapnellzündcr erfunden :u haben. 

K.-Z- C- 4. 

61. Gesell: Voiksgeseli — - 33 
i':'i. lieb; haben- 10 35, 

Er ergänz bei der Analyse; „meine Kinder" 1 . Er hän^t sehr an winen Kindern. Ea 
ist ihm ein Dorn im Auge, daß sie bei seiner Frau leben. 

'! Ebenso vi« bei Stiniinplworten erhält a;i*n meist k- n statkt Aütschligfr, w ■; ■-' 1 . die 
V.-P. dio Iriün^c hcTiiusritclcirt laut. Hie meisten MeflscheiJ tun dies Tobl nur tu ihrer Kindheit n 
um so- uiBtrtrtQiuicherr ist es assoziier! mit einem sinken Gefühlstcn.. Wenn wir in U-cgwinFL *n»es 
JnJrni tic ^unge bdUHl recken und ** nicht an» iTiiLitben Ciründeu gesehiehr, m wird a.ucb jtner 
Affekt K£i Zuraei. dei Widerwillcoj, des S-puttCs) ■wieder init acgeiepl. Lta aber niemiLnd g?pen* 
wäztig ist Ji»£Jer dem EiperintentB-tuT, eo werden tjt ynnr unbe^ullt. j^utn Affekt »q( d*n Kiperiniisn- 
LiLui ÜBfcrUageiL. Wir können uns lnnjr t klikr iniicheii, dalt «i ütch aier lllir U.ISI CJD tipeeimeut 

bandelt. Das .Uiühcw'ilict- ist iürL« «is iinsert beFuJl^Q L'berJeiuiLcet], Lrst u:icb öftenr WiriiiT- 
h,i?Lung, wrijn. er rein lOtaou tisch erlol^t, vctüktI; cer Vy^img sEitte «.cf-ü kiLf e K«ni|>tnii«ita UüJ <I,l- 
mit. ulat Ein wirk mi£ mit Jus p»jcbrj.g«3vjuLich*; hbbiu-JiLeu ivgl. -du übo-rr die WitderbüJuDE*Ter!«clii; 
mit titfer Ijupiralion Gtsaijttj. 



I , Original from 

JHIVERSITVOF MICHIGAN 



1J2 L. BIN5WAKGER. 

R t -Z* G, A r Rcpr. 

63. GIrs: zarbKchÜEb — 23 

6+. anraten: Parteien 14 4<* Parteien streiten 

Er ]&g in btitänd.ig'er Kshde mit SEir.cr Frau und dcrEn Eltern. Wenn er >daTiibcr 

sprach, geriet ec jed-eamal in sichtlich« Errejjuns. &, auch H., 75. 

Versuch c (£$,fWTL 06.}, 
Zur bessern Übersicht führe ich die Durchschnittswerte der beiden Ver- 
suche a und b nochmals an und lasse ihnen die "Werte des Versuches c 
folgen: 





]>iiffrfilA 


IL W.ü. J« 


IVA.«, Jtr 


t»,IUn.IV 


w. H, itufirirrn 

>i 1 m r ,lpnKr 

'/.: ::-t," 1 ■ ,-i-^ 


'3 


: 


.1° 


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« 




3i 


",5 


°.5 


"3 


3° 


7 




3» 


1*9 


0.9 


S 


9 


4 




3 



Vemd a r 1 

V*>rsi.r]i b 1; 

Versteh c i& 

Keprodutttionssrörun^fi-n: V*rs. a: v t Vax b: 4-, Ven. c: 8. 

Bei dieser Zusammenstellung; fallt auf', I, daß das "W. M, der R.-Zcitcn 
in Vtra<ach c 14 betraft, g^eniib-cr 11 in den beiden vorigen Vcmtchci, diatf 
also eine durchschnittliche Verlängerung' der R.-Z. eingetreten ist 
und 2. daü das W. M- der Ausschläge dagegen nur 5 beträgt, also .stark 
abgenommen hat gegenüber Versuchen a und b 3 3, daü in Versuch c 
das W. M. derjenigen Ausschläge* die auf au. lang-e Zeiten erfolgen, 
(3) kürzer ist al s das W. M. sämtlicher Ausschlüge {5], dafl also gerade 
auf M z.u lange" Zeiten durchschnittlich „zu klirzc" Ausschlage 
erfolgen und 4. daß die ReproiHiktionsstörungen bedeutend zuge- 
nommen haben, Das auffallende M.flverhäEtnis zwischen <len R-Zeiten und 
den Ausschlafen dieses Versuche? untereinander und gegenüber der. Ver- 
suchen a und b muß uns jetet nach dem bei Versuch I Gesagten den Ge- 
danken an den Einfluß einer sehr starken Perseveration nabelegen. Ebenso 
deuten die gehiuften Repioduktionsstorungcn darauf hin, daß die Aufmerk- 
fl3.irtkcit der V.-P. st&rk abgelenkt wurde 

Betrachten wir die Kurve, so fällt uns sofort auf, daß sie einen von den 
Kurren a und h ganz verschiedenen Charakter hat. Kein steiles Ansteigen 
jn die Höhe mit auffallend großen Ausschläger:, sondern im Gegenteil ein 
steiles Absinken mit auffallend kleinen Ausschlägen. Der Be(d.nn der Kurve 
erinnert an den abfallenden Schenke! einer Komolexkurve, also wiederum an 
PeTSeveralion eines Komplexes, Es fehlt nur der lauge Ausschlage der 
solchen abfallenden Ktirvcnschenkehi vorauszugehen pflegt im ^ den Komplex 
amept. Das Kätsel löst sich, wenn wir erfahren, daß kure vor Beginn des 
Experimentes ein starker Komplex angeregt wurce. Als die Hände der V.-P- 
schon auf den Elektroden lagen, das Ga.!vanom?li.'r aber noch ausgeschaltet 
war h eröffnete ich der V.-P. absichtlich N daß wi: zu der Aasicht gekommen 
seien, dy.fi er ein ganz gewöhnlicher Schwindler Bei, daß seine Erfindungen 

wertlos, well -unausführbar Seien. Dic*C ErärTnunf-, mußte V.-P. schwer treffet:, 

da er damit seiae Hoffnungen, uns für sich zic g^wiimcu, jäh äterttiimmert sah, 

und seine Aussiebten so schlecht standen, wie vcihlicr iiTl Zuchthaus, 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



XL VERHALTEN DES PSYCKOGALVAN. PHÄNOMENS USW, 1^3 

Nachdem wir schon in den Versuchen a und b seine starke Emotivilil 
kennen gelernt haben, begreifen wir, wie er auf diese Mitteilung reagieren 
mußte. Hätte <:r nicht einen erheblichen Cirarl von Gutmütigkeit besessen, sr> 
haue er jetet wohl auf alle weiteren Experimente verzichtet, Er behielt jedoch 
die Hände rtitngf auf den Elektroden und wandte sich dem Experimente zu, 
als ich nun, nach Euiischahung des Galvanometers, damit begann. 

R.-Z. C. A. Repf. 

fij. iiege: Tier 14 o — 

Die Zeit LäIl Jü W. M. ciu t dagegen wcisriaj dtj mang%]jj<lc AuiaLkLag mil Jic 
RcprijduktiDnsaErJnmg' auf die Störung durch den e-ben angeregten Kampiere hin. 

R.-Z. G. A. Repr, 

66. grofl; McnFchen - — 1 (langes Besinnen) 

Das Verlegen he ibswort Kenschen icifjl deutlich, d,c durch der. Kömple* bedingte 
.AswzlitlUnisLeere'" an. Die Reaktion vermochte Dicht einmal da* AuEätlen der Kurve lür 
einen Moment aurzuhäLten, geschweige einen positiven Aufschlag hervorzubringen. Nut 
das iaclierägLichc Steigen der Kurve leigl eine geringe Einwirkung an. Das ■—Zeichen 
vor dem Ausschlag gibt an, daß trotz der Reaktion, die Kurve nöCh E mm sank. Wir 
haben es hier nicht etwa mit einem durch die Reaktion bedingten negativen Ausschlag 
zu tun, vielmehr handelt ca a.c:Ji c.iqEa.cni i_m diu Fclilcn jcgtichcr Einwirkung der neuen 
Reaktion auf die abfallende K^mplenkurvc. Man beobachtet daher dieses Verhallen nur 
da, vn es .sich, um stark« Perseveration handelt, d. h. um eine- vollständige Sperrung der 
V.-p. gegen neue Eindrucke infolge einet vorangegangenen Komplex Wirkung,. Daher werden 
auch bei der Berechnung solche negative Werte als a angeführt. In der Kurve sind die 
neg^tiuen Aufschläge mit einem * *rer**hen. 

K.-Z. CA 

67. Kartoffel; Feld 10 

Die oberrtäth Liehe Reaktion und der Wert <? für den Ausschlag »eisen auf Jic Pcr- 
*eveȟon hin. 

R.-Z. C A. 

68. malen: mahnen? Mühlen — 3 

Die AufmerkÄAmfcritsstünjn£ zeigt sich in dem MiSvergtehen des Reizwortes. 

R.-Z, CA, Repi, 

69. Teil: Erbteil 13 1 

JO. alt: Mraiden — — 2 (B*4LBIienJ 

71. Blume: retfc Blume 14 \ rotf 

Konstelliert durch dir Blumen, die einer seiner Mitpätieuten vor den Fenstern stehen tut. 

R.-Z. CA. 

73. sehlagen: Herde schlagen id 2 

li, KhI« Liu-.i 1 4-l'. 

73. Kasten ; Kleidcrkiisten — 5 

74 wild- schönes Bild 10 B 

Verstand Bild. Jn kurzer Zeit zweimalige* Miflvmtehcn des KeUuortes, was in den 
Versuchen a und b nie vD-rkcmmt. 

Etat dicbL- Kcutciaij tcinawvlin.- 1*ul Au»thlnB eine (HiöUttc Aufmeilaairil«ita.beset*u.ng 
j\i cizielen. V.-P. dachlc dabri im Napoleon I., seinen Heros.,, «Hl dem er viele Bilder 

R.-Z. G. A. 
75, Kamiliej nitte Familie l3 1$ 

Vi 11'. dit i'.i .11. - scJilitj Fnui. llit-i triftete ein atft.hti' Komplex ein {*. Reaktion o^- r 
Der hühnischr Ausdruck nette Familie! iveist schon auf einen slarken l^lühliinhali, 
Trabdcm wirtt die Perseveration noch in siarkem Mafle nach t denn im Vergleich zu den 
Ausschlägen der Versuche a und b ist diese: noch sehr gering, 



I , Original from 

JNIYER5ITYQF MICHIGAN 



154 L, BIH3WANGER- 



76. waschen; CEsicht 14 -a Cosich: waschen 

77. Kuh: Mikfakrih 12 3 

7JL fremd: Arbeiter 2$ 5, (tiesiniiein} 

Krklarl^ er habt hier an einen Streik in der Nähe von Ulrich gedacht, bei dein 
viele setner Freund* beteiligt waren und der damals ejn MiEitäraLtigetjot ii)r Ka]g« harte. 
Der .Staatsanwalt,, dessen unschuldiges Opfer er tu sein glaubt, kommandierte cas be- 
treffende Regiment. Später erklärte er einmal, derselbe sei schuld daran, daß das MiJirär 
die Slreik enden 50 schlecht behandelt habe. Daa würde ; hm später vergolten werdsn wie 
sein Unrecht an ihm selber, Gründe genug, um der Erinnerung an den Streik ein*n leb- 
haflci: G eiu htston ni verLcihcn. 

R.-Z. G.-A. 

79. ülück: häusliches 15 o 
Hrklärte hLeT> e, «hne w-;h darnJK'fc. 

S. Reaktion 19 und an 

K.-Z, G. A. 

80, erzählen.: Geschichten Ij 2 
St. Anstund: Anstaltsans-tand — Bj 

Die sonderbare Wortzu-ürn tnensrizunj* fällt auf. Er erklärte, an das Unanständige 
benehmen der Patienten auf seiner Abteilung gedacht zu haben, Trotz der Perseveration 

rfiin a«u-hnl «her Aiiwhlag Wit Kahm t rlafi Ijrnt jIV krakrinnrn , dir ihn an *p'iT\ T.ehftfl 
itt der Anstalt erinnern,, von starken Ausschlägen begLeiter sind. 

K,-Z. G. A. Kepr, 

Ü-Zr engJ Pafl. 3^ 3 fcimmer 

ür erklärte auf Heiraten , er habe Iwi dieser Reaktion gedacht: engherzig war* 
seine tteiirteihift?, wenn säe so e'folete, wie. es nach meiner Eröffnung den Anschein babe\ 
Wir sehen hier, dtD jenes Gespräch uiKw-eireLhafL während des Versuches noch nachwirkt. 
I)aft 4-er Ausschlag so gering, ist auffallend, (S. S. 66)* 



I. 1 ; ^: all Sein«ü 


iunß 


verstorbenen 


jüngerer 
Bruder, 


K.-Z. 
'S 


ü. A, 

j 

R.-Z. 


CA. 


Llniufi;rtlän- 




«4. 


Schaden 


; 1 . il: ■ - 1 .v 1 1.1 1 :■ ■ : - 


IS 


5 



Ü?, Storch: Kinder 35 2Ü 

Üabei lallt ihm ein 1 dal sein Tochlerchen gerne „Store hengeschithlen" eruÜiltF-. 

:--. = h-.-: bei K. oz sahen wir, daß die KrinntTung an ücine Kinder telir geftihlsbetfl-FU ist, 
K. ß3 deutet wiederum darauf hin. 

Von hier an tritt bis R. H9 eine Insel ein^ wo die Kurve den Charakter <teTJenigeTi 
d er V ersuche a und b annimmt. 13a hier starke Komplexe angeregt werden, ist es begreiflich, 
daui Her Kinflufl jenes perseverierenden Affektes yof Übergehend durchbrochen wird. 1 ) 

Jt-Z. CA. 
86. falsch: Menschen in 12 
Man wird nirht fehlgehen, hinten dieser Reaktion den ExperimeTtrtlor selber iU ver- 

JTILItEJ:, 

R.-Z, G. A. 
BT. Angst; nie IC r>o 

Das ReakliunSwOtl reugt von einer perttfnlichen Stellungnahme der V.-V. Nazh der 
vorausgehenden Mitteilung müssen sieh an Angst sehr gefühlsbetonte Assoziationen 
knüpfen. 

i ) Diese T ln;el H aeitt deutlich, A\\i lüt den eigentümlich £-□ Wrlaul -der Knrre i nicht 
ct»'j doch utith phjfiikaüscbe Ura*crj£ii n:riU]t wörtlich tu mieten sind, 'Wir sehen, wb«ld die 
partim Lchgiacli'j KoästtUatioä di'ih. derJ«ui|jeD der Versacke Bund b Ticdtruäh-rn, wir^ *«1 der 

Ckin.TaLLer tler Küfve wlert«r ibnlicll «je doli. 



I , Original frorn 

JNIVERSITYOF MICHIGAN 



XI. VERHALTEN DES PSYCHOGALVA.tr, PHÄNOMENS USW. 1 5 5 



R.-Z. 


G. A. 


J<"5 


3" 


R.-Z. 


G. A. 


1 


1" 


[y 


' 


13 


3 


'S 


3 


[M 


5 



R.-2. G. A. 

iZ. küssen r Rüder i; 30 
Obwohl V.-I 1 . äemlich erotisch veranlagt, ftlaube i:h nicht, dal] Kinder hier nur eine 
F D*Ckas*>iiÄt.iöTi 1 ' iii. Er wir Seinen Kindfttn gegenüber Stets cir hebe-voller besorgter 
Vater. Immerhin tün-tien «roticehe Gedinlc«n mitwirken. 

-\w. Brand : -Uli 
Uniufe* klärt 

>■. ■ehfb-Ubrg! Strifl* 
41. Tör*: grflflt 
Vi. wählen: TOILer 
93. Heu: gedörrtes 
■>+. still: Zimmer 
Q^ Spott: Menschen 30 17 
V.-P. ist anDersL empfindlich (jce/cii Spott., ebenso wie Rejjen Verachtung (s. Kcalction 44, 
W€> auch Menschen, assoziiert wurden!. 

k.-i. C. A.. fcepr. 

•j/b. schlafen: jachen 15 3 Zimmer 

■37, Monat; 2ehn Iq l6 

Gibt all, et habe bis jetzt id M onatc seiner Strafe abgesessen. Die kurze Kcaktinns- 
zeit verrät, wie hteniu' er sich mit der Frage des Strafvollzuges^ wegen deren er ja die- Ver- 
bringnnp in die Irrenanstalt bewirkt hat., beschäftigen muü. Sonst konnte die Reaktion 
rr-hn auf Monat nicht so prompt erfolgen. Der Ausschlag entspricht der S:ärkc des 
Konpleies, der auch dif! Pfirseveration überwindet, (S. nachträgliches Ansteigen der Kurte.j 

R.-Z. G. A. 
■;H. larbip: KflgUC tj iS 

Nachdem die vorige Reaktion den Bann der Perseveration gebrochen, kann diese 
ltichtcr mit einem ansehnlichen Ausschlag cda-lgen. V.-P. wuCte auf einfaches Befragen 
hier nichts anzugeben. 

K.-7. <X A. 
?;. Hund: Hofhund 10 5 

lao. reden: wenig 7 5 

Zusammenfassung der Versuche II a h b und c, 

Die Kuivcji j und! b steigen sehr rauch an, die Ausschläge sind sehr 
stark. Deutliche Komplex kurven sind nicht vorbanden, V\-P. schenkt den 
beiden Versuthcn große Aufmerksamkeit. 

Kurve C Stellt den absteigenden Schenkel einer Komplexkurve dar, diu 
Ausschlage sind sehr gering, fehlen hie und da ganzlich. 

Der Komplex wurde vt>r Beginn des Experimentes angelegt, dalier l'ehlt 
der detn absteigenden Schenke] vorausgehende Lange Ausschlag. 

Versuch c acigt deutlich dcii Einfluß der inneren Ablenkung durch 

einen Affekt auf die jjsychog'slvanische Phänomen und bettätip^ das bei 

Versuch L über die Perseveration Gesagte. 

Mit andern Worten: 

Ein unabhatijjijr vom Experiment bestehender starker Affekt 
bedingt das Abfällen der „Assoiiutioriskurvc' 1 und das KltinCriverden 
uder Ausbleiben der Ausschläge Nur da, wo durch geeignete Keiurc-rtc 
die Wirkung des Affektes auf die V.-P, durchbfochen un <l ein neuer Affekt- 
zustand geschaffen uird T werden die Ausschläge wieder greller und steigt die 



I , Original from 

JNIVERSITYOF MICHIGAN 



IJÖ L. BINSWANTtER. 



Kurve wieder an. (Kurvefiabschnitt S? — Sg)r Der Affekt pefseveriert während 
des Versuches so stark h daJJ das "W, M, der Reaktionszeiten von J l (in den 
Versuchen a und b| auf 14 erhöht und das W. M. der Ausschläge von 30 
[in Versuch a) und 23 (in Versuch 1>) auf 5 erniedrig/t wird, Gerade auf , h zu 
lange Zeiten" erfolgen dl zu kürzt" Ausschläge, während in den Versuchen a 
und b die verlängerten Zeiten durchschnittlich von verlängerten Ausschlägen 
begleitet waren. 

Versuch IM, 
V.-P. ist ein. junger, verheirateter Ant, der dis AüBoiiationsfi^perimtrit srhon viel- 
fach an -änderen V.-P. vorgrnommcQ Ynl, Jajjcjren bisher noch nie an sich selbst aufführen 

ließ, wir ertlichen schon. <tarin eine Kewisae Abwehrendem £egen die psychologische 

l?urr hlbrsctiLLng seiner Person. V.-P. ist auch nach dem jjewcirin.lich.En Sprachgebrauch 
verschlossen, Die Verschlossenheit ist eine Schutiwchr gegen seine erhöhte Empfindlichkeit 
Sie ist jedoch -weniger anschüren als erworben durch verschiedene Erlebnisse, die nachhaltig 
Auf den Kn-iken yntj Jiingling ^ingew rh( nahen und zum Teil heute noch einwirken, iJi 
der mit ihnen verbundene Affekt auch jettt noch nicht „abreajji.rTt 11 vferden kann h spaltet 
V.-P. die hrtreffenden Komplexe stark ah. Er hat es darin schon sehr w*tt gebraclilr Die 
r"'olg*n drrgeg-en jenr Erlebnisse- gerichleten, et ils bewußten, (eil» unbewußten Abwehrtendenz 
machen sich aber nun in seinem ^anien Wesen geltend. Aus dem heiteren, aus^elas- 
aCnCn Knaben ist früh ein sehr ernster Mann geworden* der nun,, als Kompensation, einen 
:nißerge*ähnLichen l'flichteLfer und Tätigkeiudrang in seinem Berufe entwickelt. 

Die Vcrsiichsan Ordnung; ist dieselbe wie in Versuch I (1 Element, 
> I essi ngele k troden). 

Die LliirchschnitEswcrtc sine folgender 

ff, H. dir A..M. der W, N. d*r üiLv. A. M. der Dkl*, V.U. d«jeni(*n. AuuchllE«. H^rDduktiiine- 
R.-Z. R.7. Ad^chlJfti- AniiMhSlcc dl* nuf n Inf« Zeiten, WEen sttninpEn 

8 «.? o 4 o 33,3% 

Das W\ M. der R.-Z. ist sciir kun, die Differenz mit dem A. M. gering;. 
Wir erkennen daraus, daU V.-P, sehr gewandt reagierten Von „emottv-en 
Hemmungen" sagen uns die beiden Werte nichts. Der Wert o für das W. M. 
nier Ausschlüge ist frappant, in keinem ,,Kornm]versiLch M , rniL keiner Versuxhs- 
anordnung habe ich o als W. \l. erhalten. Wir sind daher wieder auf eine 
Komplikation gefaßt. Das A, M, der Ausschläge {4) sagt uns, daß immerhin 
Ausschläge erfolgt sein müssen. Aus dem W. M. derjenigen Ausschläge, die 
auf n ,ju Lflnge*' teilen feilen [o) erfahren wir, dafl die Verlängerung der R.-Z. 
"hnc durchschnittliche Verlängerung der Ausschläge erfolgt ilt 33,3% Re- 
pmduklionsstäruu^en sind für e nen gebildeten Mann eine sehr hohe ZahL 
Wir müssen daraus schließen, daß entweder sehr starke Komplexe im Experi- 
ment angeregt wurden oder daÜ aus einem andern Grunde eine Aufmerksam' 
keitsstörung vorhanden war Das Verhalten der R,-Z. und der Ausschläge 
spricht für das letaler e. 

Bctrachten wir die zugehörige Kurve, so fällt uns ein der Kurve 11c 
ähnlicher Verlauf auf. Die Kurvü fällt wie dort ab, statt anzusteigen wie es 
bei der normalen Assosiationskurvc der LmII ist Während aber bei Kurve II c 
der steilste Abfall und die geringsten Ausschlag;? im Beginn EU finden sind, 
haben wir hier ArtfaoR's ansehnlicle Ausschläge und erst später sinkt die Kutve 
und fehlen die Ausschläge. Wir werden daher annehmen, daß die Aufmcxk- 
sattikeitsstörung erst nach und nach sich geltend machte. 



Original from 
UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



XL VERHALTEN I3ES PSYCHOGALVAR PHÄNOMENS USW. I $7 



Das Verhalten der Durchleb nitts werte und der Kurve erklärt sich aus 
folgender psychologischer Konstellation der V\-P. r Wie der Kollege mir nach- 
her angab, ging er mit einem Gefühl des. Mißtrauens gegenüber dem Wert 
der galvano metrischen Untersucbungsmerhode an das Experiment, Er glaubte 
die Ausschläge würden durch eine gewisse Autosuggestion bewirkt und wollte 
an sich erfahren, ob auch dann Ausschläge auftreten, wenn man es nicht wolle. 
Zweitens war er wie er angab, sicher, daU er das AssoziationsCxpetjffietit als 
V.-P. beherrsche, d, b. daß er seine Komplexe Habci verbergen könne. Er 
nat datier absichtlich sehr rasch reagiert twJ achtete daraul, daU keine Zeit- 
verlängerungen eintraten, Das ist ihm in beträchtlichem Malle gelungen. 
(Die Komplexe traten dadurch aber in den Reaktion 8 »orten um so deutlicher 
zutage!) 

Er hatte sich nun, wie Cr nachher gestand, sehr gefreut, wenn mich auch 
die Aufschläge als Komplexmerk male, im Stiche gelassen hätten, gewisses 
maßen aus einem Anflug von Eifersucht, weil ich Zeit hatte, mich mit den 
galvana metrischen Untersuchungen abzugeben, während er selber durch ge- 
häufte praktische Arbeit nicht zll wissenschaftlicher Tätigkeit MuÜe fand. (Wie 
stark der Komplex der Behinderung wissenschaftlicher Arbeit bei der V.-r 1 . 
ist, wird das Experiment selber sagen.) Drittens kommt hinzu, daß der Ver- 
such nach Tisch stattfand, wo V.-P, etwas schläfrig war, Wir haben somit 
zwei Motive ftir bewußte aktive Absperrung der Aufmerksamkeit vom Experi- 
ment, und in der Ermüdung einen weiteren Grund, um die Konzentration der 
Aufmerksamkeit zu erschweren. 

Weitaus die wichtigste Bedingung für die su gut gelungene Ab- 
sperrung der Aufmerksamkeit scheinen mir aber die damals unbe- 
wußten Komplexe, von denen oben die Rede war, gewesen zu sein, 
zumal, wie V.-P. später angab, er vor mit einen seiner I lauptkomplexe nicht 
preisgeben konnte und wollte. Die von jenen Komplexen ausgehende Hem- 
mung scheint mir in erster Urne schuld zu sein au dem Ausfall de* Aus- 
schläge, Man mag es sich in diesem Falle so vorstellen, daß infolge der Ab- 
sperrung die Reizworte meist nicht in ihrer vollen Bedeutung aufgefaßt wurden 
und daher auch keine Aftektentwicklung hervorrufen konnten. Dafür sprechen 
auch die kurzen Reaktionszeiten. Daß ich jener bewußten aktiven Absperrung 
wenig Wert beilege, rührt daher, daß bei einem zweiten Experiment» wo V-*P- 
den guten Willen halle, auf f&S Experiment seine Aufmerksamkeit zu kon- 
zentrieren, die Kurve genau denselben Verlauf zeigte, Auch das zweitemal 
war V.-P. leicht ermüdet. Ermüdung allein genügt jedoch nicht, um den Ab- 
fal E de r Kurve zu bewirken, wie mir ein Experiment an eine r ermüdete ei 
Wärterin zeigte, <i:j* ?m Ta^j nach einer Machtiuache au f^e Dummen u'ufde, 
DaÜ die „Absperrung" nicht von Anfang an gelang, zeigt uns der Anfangs - 
teil der Kurve. O&s Experiment regte V,-P, nach seinen eigenen Angaben 
anfangs etwas auf (was nach vorstehendem leicht begreiflich}. Ungefähr von 
K, 26 habe er jedoch das Gefühl gehabt» , .seine Komplexe seien jetzt abge- 
tan 1,1 und daher habe er sich von nun an sicher gefühlt. 

Nach R. 20 sinkt die Kurve auch deutlich ab. Immerhin erkennen wir 
schon vorher die Tendenz zum Abfidlen, Wie in Versuch I das Steigen der 



I , Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 



Ijfl L. BINSWaNgER. 



-■•-■■ d« 


.\ M fe. 


W.M. 4« 


f,.H ätf 


R.-i 


R.i 


Av*,gM1f? 


Au»dill£? 


7 


S,l 


j 


9 



Kurve eintrat, bevor die V.-P. das Gefühl der Erregung halte, sq macht sich 
auch hier die Beruhigung auf der Kurve geltend, bev<jr die V.-P, dieselbe 
wahrnahm, Wie dort der ^Ichkcmplex" seine Herrschaft über die übrigen 
Komplexe nach und nach verlor, so üble er sie hier Immer stärker aus. Be- 

nechnen wir die Durchschnittswerte des Kurvenabschnittes L — <26 für sich, so 
erkennen wir darin deutlich die gegenüber dem folgenden Abschnitt des Ver- 
suches viel stärker in Anspruch genommene Aufmerksamkeit der V.-P.: 

Auf ..tu I n-'K"-" Z«il*m ftlloi «flr*i(Tn 

Daß das W. M der R,-Z. küncr als im Gesamt versuch iflt t deutet dar- 
auf hin, daß der Y.'I\ die Absicht, möglichst rasch zu reagieren, anfangs 
besser gelang ate später. Aus der großem Differenz zwischen W, und A, M, 
der Zeit,, aus den gesteigerten Werten- für die Ausschlage (s, namentlich das 
W. M- derjeuigen Aus-schläge, die auf zu laug-e leiten tallea) und aus der 
Abnahme der Reproduktiv nsstorurgen können wir jetzt ohne weiteres ersehen» 
daß im Beginn des Experimentes eHiie viel stürkere Affektetitwicklun^- statt- 
fand. 

R.^Z. G. A. 
i, K.opf: scMn 9 rG 

(.ilaubt, p ich dächte, er dächte dabei an seine Frau." tVatürlich ist hier sofort, mm 
mindesten untre mißt, die Asatfziation seiner Frau angeregt worden und erst nachträglich 
erfolgte die Einkleidung des Cedankers in jene Form. Uaj erinnert mich sehr an einen 
>"all vnn Dem, praecox, wo mir der Pal. Icatamncstlsch angab, er habe immer, wenn er in 
der Sähe von JJamcn gewesen sei H „Kejflsiubl, die betreffende Dafne glaube, er sei in sie 
verliebte 

R.-Z. aA. 
■:. grün: Wiese 7 10 

3, Wasser- blau ö 1 g 

Unaufgeklärt. 

R t -2> G + A. 
4.. ELrcheu tief 7 13 

Denkt daran» daß diese K*Mktion bei ändern V.-P. leicht sexuelle Assoziationen 

wachruft, 

R.-Z- 0. A. 

5. Engel: Engel P hoch 14 ]8 

Verstand zuerst hängen. Ursache des Mißverständnisses ist hier die Perseveration 
Hfl. 4 rief, 5 hoch und die Analyse)" Warum gerade Rängen verstanden würfle, ist un- 
aufgeklärt. Eis muß in Beziehung iu tief und hoch stehen, Die Reaktion hoch analysiert 
er selber: „Er habe den Engel nicht tief stechen wollen" Die Reizwortwiederholun^ 

R.-Z. und Ausschlag sind -objektive Zeugnisse für den Komplex und nicht zum mindesten 

das Keakt'nnfr*«rt aell>e'- Die Symbolik ist klar. 

R.-Z, t«. A. Reproduktion 

6. lang: tief 8 1 1 &n;\j 

V.-P. vtift, da£ bei dem Reiten lang oft acKueLLe Komplexe berührt werden. Er 
reagier^ daher auch mit dem, wie wir sehen werden, bei ihm stereotypen „Komplex Ver- 
treter" tief. Das falsch reproduzierte ifroß ist nur ein ErNalzwLurt für ianjj. Daß hier 

ein ebener sexueller Komplex beruht 1 : wird und die Störung nicht etwa nur durch «im- 

Krfahtijngfüs an andern Versuchspersonen bedingt ist, ictgt sich ziemlich deutlich. Reaktionen 
4.;, und 6 bangen eng zusammen, 

l-v.il. •'■ ■. ,■":. Reproduktion 

7. Schiff; fahren H 8 groß 

Die bsKhe Reproduktion und der a usichiitg (das av. m. der ertten 3* Reaktionen 

ist i, ■iveiscn wiederum auf einen J^omplei. iJrr Wl'. ist nichts besonderes bewußt. Graft 



Original from 
UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



XL VERHALTE* DES PSYCHOGALVAN, PHÄNOMENS USW. 159 



ist verdächtig 1 , und wenn wir iü dem 4 Wochen tpfiter vorgenommenen iweiten Versuch sehen, 
dftfl er hier auf Schiff mit Mast reagierte, wird die Sache erst recht deutlich. Auch irr. 
zweiten Versuch reproduzierte ei falsch, nämlich basier Ich habe öfters durch spätere 
Versuche Aufschlüsse über scheinbar harmlosere Reaktionen früherer Versuch«, die aber 

deutliche Komplexmerkmale aufwiegen., erhalten. Wean wir uns erinnern, d*fi noch nach 

vielen M or.it cn ein r.f.i tiu nlic h c: r Proicntsati von Reaktionen ^enau sc ausfällt wie beim 
ersten Versuch, so wissen wir, wie festgefügt die Assoziationen im allgemeinen sind* Ks- 

scheint mir daher nicht zu gewagt, aus einem Versuch, der 4. Wochen auf den ersten er- 

foljfte, Hufknchlilfifiifi zu. maf-hen , mma,] wenn ifh annehmen muß, daÜ unterdes, die Kon- 
stellation für den k'nrnple* i*#-irie andere jjrwrirrlrn iit . ■) 

R.Z. G, A. 
S, pflügen: Acker 6 f 

An dieser, für die wenigsten Leute gefÜhlibetCWiten Reaktion kann man immer wieder 
von neuem sehen N wie das psycna-faivanische Phänomen von dem Gcfuhfcton der Vor- 
stellungen abhängig isi. 

R^Z. g. A. 
9. Wollt] Baumwolle 7 13 
f>ie Reaktion erinnerte V.-P, darin, dafl einige seiner Versuchspersonen hier wallt« 
verstanden und zwar in sexuellem Sinne. 

R.-Z, G. A. 
10. freundlich: lieb 8 13 

Er erklärt, lieb sei im Experiment immer ein ErgatzwOTt für seine Frau H 

R.-Z. G. A. 
11. Tisch: Stuhl 6 5 

tz. fragen: antworten b 3 

Zwischen is und ij hat V.-P, dJe Hände bewegt. Ich kann nicht sagen: daher der 
starke Abfall der Kurve, höchstens: daher die starke Schwankung derselben, Denn gewöhn- 
lich bemerkt man. nach Bewegungen ein Ansteigen der Kurve («.später), wahrscheinlich 
weil die Hände dann meint stärker auf die Elektroden gedrückt werden. Hier wäre das 
Umgekehrte der Fall., ein Lockern der Hände von den Elektroden. Man könnte dies 

in Beziehung tu dem nachlassenden Interesse der V.-P, bringen und umgekehrt ein stärkere* 

Aufdrucken der Hände iu dem Auftreten dinei stärkeren Komplexes, der motorische 
Innervationen hervorriefe* 

R.-Z- G. A_ Reproduktion 

13, Staat: Land 9 3 Volk 

Verstand Stadt- v.*p. hat einen starken satialcn Kample*, Er batet eine m- 

gesprochene sociale Ader, hedauert aber, daÜ er zu wenig Zeit und Kenntnisse besitze, um 
politisch oder natiOnalokonomisch sich in betätigen. Außerdem wird er bei Staat an den 

Staatsdienst und die dadurch bedingte n-ersohlithe Uhfreiheit erinnert, 

R,-Z, G. A. 

14, trotzig: freundlich 

15, Stengel : hoch 

lo.. tanzen: viele 11 ]o 

Denkt dabei an seine Frau. 

18. krank: gesund <■} 4 

19. Stolz: hurfärtig II 1t 

Dw Reaktion ist konatelliert durch ein triebnis , w& ihm iu großer Stob vorge- 

würfen wurde. 

k.-Z. G, A. 
So. kochen: viel 9 o 

21. fJaUshaJtr Friü 7 A 



7 3 
K.-Z. G. A. 


Kepr. 


(1 R. 6.) 


lug 



L i Vgl. die W]eik'rhnLüii|(.*tftau£Lt; vlhi Pc-iuraou nad Jung; Efiin 1907 



Original from 
UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



IÖO L. BlNSWAtfGfcR. 



Der Gedanke, an dm 3lauiha.ll seiner Frau ist für V' t -P, stark gefühlsbetont- Die 
R> is.E inhaltlich van Einfluß auf die »Lgcndc. 

R.-Z. G. A, 

SS. bös-; gilt $ 1^ 

Bezieht Sich nach seinen eigenen Angaben auf seine Krau und den Haushalt. Der 

starte Ausschlag ist flicht etwa iO lii verstehen, daß der auf R. -31 tiefende CefühJsLon 
sieh erst nachträglich bei K. 12 {reitend maeht T vielmehr gibt V.-P. an, daß ihm der 
Komplex ertt bei R. 33 ein deutliche» Geuihl verursachte, 

R.-Z. G L A. 
3^- Nad«l: Schere 7 O 

?4r schwimmen : tief 6 ■ 

IHe hier ausgelassene Association ist Wasser, Dafür der Komplet Vertreter tief. 
Vgl. ]i T 3, wo bei Hervomifunjj der Assoziation "Wasser der Ausschlag so stark war. Der 
Kample* ist auch hier nicht ganz kl;ir geiv^rden. 

K../.. C. A. 

i;. Urlaub: lang 14 16 

IVr Urtaub isi wie für V.-P, I für den Kollegen ein starker, an gefühlsbetont*» 
Assoziationen sehr reicher Kample*, 

K..-Z. G> A. Repr. 
36- blau: gr&n 7 3 Waiser 

Die Repn>duktLormtorung ist ofenbar durch ] N erseveiration bedingt, Dn Tl. 3, Wasser; 
blau lautete, ist nicht allzuviel Gewicht auf sie iu verlegen, 

R.-2, G. A. Repr. 
27. lot ; Leben 9 

Van hier an beginnt jj e sräte Reihe von fehlenden Ausschlägen, 

R.-Z. Gl A. Repr 
2t. droben: viel I ö — 

Wir hörten, dflfl ungefa.hr hei R. 26 V.-l*. das Gefühl hatte, „.jpf.it sei der sexuelle 
Komple* abgetan*, und sich nun in Ruhe wiegte. Es ist bezeichnend, daß diese Stelle 
drei Reprüduktionsstürungen hintereinander aufweist, Sie sind ein Ausdruck dafür,, daß 
an dieser stelle eine innere Ablenkuig stanJud 

K,-Z r Gh A h Repr. 
a ;. Lampe : Dacht 6 o 

yt. reich : arm 6 ö 

31, verdienen : Geld 7 o reich 

Das Geld verdienen spielt in der Psyche der V r -P r eine gewisse Rolle, trotzdem kein 
Ausschlag. Man hat den Eindruck, daß V.-P", denkt: Jetzt ist mir alles gleich, ich lasse 
mich nicht aufregen; das Schlirtirnstt ist ja- schön vorbei E Küt die R£ptt>rilikliun»tärtm£ 
weist auf einen Komplex hin. 

K,-2. G. A, Repr. 

32, sorgen ; viel Q u schön 

33, Mitleid t gut n o 

V r -l*. hemerVt hier bei der Analyse; «Hier sollte ich eigentlich einen Berufskomplcx 
haben, infolge meiner Stellung als Arer," 

H.-Y.. G. A . Repr. 

34, gelb- blau 9 
y$. Berg; Tal So 
3b, spielen; Kinder JS o 

37, eifrig: viel 16 o Arbeit 

jS. neu: -ah 6 3 

lies R, 37 wurde sein UarufäkjmnleK berührt, und er empfand eine deutliche Er- 
regung dadurch. (Er fühlt sich durch den Ileruf unangenehm gehemmt in seiner wissen- 
S':häf[]iehc-n Betätigung:! Dein entsprecht]] d die siuffailend lange Reaktionszeit, Jedoch 
kein Au«chlüg r Erst liei der näc])s:en„ g,*nz indifferenten und tnll sehr Vumer Zeit er- 
■■ ili;i : e . I ■ - :_ Rcattion tritt ein Ausschlag auf. 



Original from 
UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



XI. VERHALTEN DES PS YC HOT. AI. VAN. PHÄNOMENS USW. l6l 



Solch« gleichsam verspätete Einwirkungen auf d-as Galvano meter fca.nn rn?n nicht 
selten beohachien. In der Annähme zitier wirklichen Verspätung' der Einwirkung des 
Affektes auf das ps-ycha^aJvafiLsctie Phänomen mufl man aber sehr vorsichtig sein (vgl. 
R. 3T und «}, Man kann nie wissen h üb der Affekt bei der betreffenden "- : . > U 1 1 . = 1 1 nicht 
erst deutlich subjektiv wahrgenommen *urde, od«r ob nicht ein gans neuer Komplex den 
scheinbar verspäteten Ausschlag' hervorrief. [Joe Selbstbeobachtung läCt V*-P. in diesem 
Falle im Stich. 

R.-Z. G, A. Repr, 
39. Sitle : alt 90 Anstand 

alt perseveriert von R. 38 her. Ein Hinweis- darauf, dafl auf alt ein gewisser Gc- 
futLliLypp ÜKgL, V4«4 111JT aus nicht niJher r n,i referiererden eirunden -Hehr wahrscheinlich ist. 
( beiiehungen zu den wichtigsten Komplexen der V.-P.) Hei der ReprodulicLon, wo die 
Perteveraüon aufgehoben int, erfolgt das an dieser Stelle übliche ReaktHm^uri- 
Anstand, Ein gute» Beispiel für eine der IVdingungen, die eu Reproduktion*- 
Störungen führen. 

K.-Z. Gl A. 
|£h reiten: gut 9 9 

Er hätte im Militärdienst gftme gut reiten, gelernt, wurde nlir: durch eine Krank-r 
heit am Reiten verhindert.. Er gibt an., daß ihn dl« nachhaltig beschäftigt. Wir sehen, 
daß alles, was ihn in Minen Ambitionen hemmt, l*bh<ifU' Gefüh[säu.lk-rungen hervorruft. 

K r -Z r G. A, Kepr L 

41. Wand: Zimmer El ö 

42. dumm 3 gescheit 7 o 

43. Heft: buch S a 

44< verachten. : I4 ö tief 

Hie Reaktion erinnert ihn an eine* der Jugenderlebnisse, die so nachhaltig auf ihn 
eingewirkt haben. 





R.-Z. G. A. 


45. Zahn: Mund 


14 


Denkt an die Zahnaritrechnung und eine» 


,Zahnrciitraum' 


ist gefühlsbetont. 






R.-Z. G, A. 


4$ r richtig ; falsch 


7 B 


47, Volk: Staat 


9 9 



Wieder der -,. iuale Komplex wie in R, 13. Eiii* Komponente desselben Ist di*> daß 
der Staat seine Kräfte sc in Anspruch nimmt, daß er seiner Krau wenig £clE widmen kann. 
Daher werden auch die Komplexe seiner Frau und der soEiale öfters miteinander vermengt. 
Das, ie:gt sich durch den Vergleich mir dem. ?, Versuche; 1. B.: 

[. Versuch Repr. [[. Versuch Itepr. 

47. Volk: Staat 4- lieb Staat 

50. ungerechte gerecht + Staat lieb 

92. wählen; lieben ja Stadtrat + 

Der Vergleich icigt klar, wie ähnlich die Konstellation in den beiden vier Wochen 
miteinander Liegenden Versuchen Ist. 

R.-Z. G, A, Kcpr. 
4a, stinken: schlecht riechei 7 1 

49, Eiu-ch : Hefr & 

50, ungerecht ; gerecht j 10 — 
S. R. 47. 

51, Kind: Murter ts 

V.-K denkt bei dieser Reaktion an seine Frau. Die Reaktion soll, wie er angibi, 
nicht sehr gefühlsbetont sein, da er den darin emliiU«FK'n Komplex sehr „abspalte*. 

Ich übergehe, der Küne halber, die nächsten Reaktionen, die nichts Besonderes 
aufweisen. 

[hA^Acaiindbc AuyiLiiionivLud'Kri. IL I I 



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UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



163 L. BINSWAN'GER. 



R.-Z. G. A. Rcpr. 
R, 61. Gneiz: Siaat 7 

Troll der Komplexe keinerlei .Sr-rirutige-n mehr! 

■o2. lieb; trci o 1 t 

63. GLaii Geschirr 2f) 6 trinken 

Glas erinnert ihn an dfl* nachher reproduzierte trinken und damit an die Ab- 
stincnHÜcwc^np, deren eifriger Anhänger er ist. Der starltc tiefilhlüton rührt wiederum 
daher. d^O ihm. die liehchäftiKunfr mit der Ab5tiueniprr*p.;i.ftanda sehr viel Zeit für wissen- 
iChafTliche Arbeit wegnimmt. 

R.Z. G, A, Repr. 
6i 9tri>!tf>n ' lir-h halt™ i r | i.tnlpn 

6j. Wurm: Suppe 7 3 

Koniäir liiert durch eint unter di-n Kollegen g^MnuiL-lilitins BeieichnünK- Der Kurven- 
abschnitt von K, ä-j--6S atcUr eine deutliche Kample xkurve dar. Durch die verschiedenen 
von 62 — 05 angerEgien Komplex« wird das Absinken der Kurve wieder einmal linier- 
brachen und die V\-P. aus ihrer Ruhe aufgerüttelt. 

U.Z. G. A. Kcpr. 
Abfallender j 66. groß ; klein - G o 

Schenkel der \ 67. 'Kanoffvt ; Erdäpfel & o 

KompScukurvc 1 68, malen : lSld 7 o viel 

Bei K, 6£ duchlc der KoJLeße an seine Frau, ■'■;■■■ sofort eine Rcprodüktionsätäninfj 
bewirkte, 

R.-Z. G. A. Kepr. 
69, Teil: Geschlecht 9 5 

jo. alt: iiiii},' 6 o 

71. Blume: durch die Blume II — 

K (mite liiert durch, die Erinnerung an eine komische Anwendung des Wortes Blume, 

K,Z, CA. Repr. 
jt, schlagen^ tief 7 o 

73* Kasten : ;..,. = !i 8 Wand 

Schlagen erinnerte V.-P. an stechen, daher das Reaktions wirrt tief, das 

wiederum, wie bei K- 4, in der nächstfolgenden Reaktion (73) perwveriertr [VgL K, 5: 

hoch = nicht lief.) 

Die Perser veration von K. 72 'aedinj"! hier wahrscheinlich Auch die Rcprodukricns- 
St&rurtg bei R. 73. 

R.Z. G, A. Repr, 

74, wildr selr 90 — 
Bezieht sich auf eine Patientin.. 

75. Familie: Kind 7 

Wir sehwi h wie bei R r 51, dafl der Inhal» dieser Reaktion bei der v,-p r keine große 

Kode spielt. 

R.-Z. G. A. Kepr, 

60. enähien: berichten 10 O viel 

Auch hier verrät sich der Gedanke -an seine Frau durch das falsch reproduzierte 
rirt. £3- R- iG K 6S. SB, 101 u, a.) „"Er soll seiner Frau immer viel von seinem Beraub 
mähten/ 

R. -2, R A, 
£l, Ansind Sitte 7 3 

Hierauf Bewegung mit den Münden und Anstieg der Kurve T>'m Bewegung *OirLnl 
an dieser Stelle dureh einen fiieh.T nälser ju referierenden Komple*. bewirkt worden ru sein. 

R.-ü, G.A, Kepr. 
Sj. eng; weit 7 l 

83. Bruder: Schwester 6 o 

Sj, Schaden: untreu 7 o 

B5. Storch: Riad 7 ä 



S. R. 5: und 75. 



£6. r 1 1 -: Ix : gut 



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XI. VERHALTEN DES PSVt HQGA1AMM. PHÄNOMENS USW. 163 



Beim 2 r Versuch wurde hier ebne weiteres Frau assoziiert. 

R.-Z, & A. Repr, 

&7- Atlgät : j* 1 [ O 

ßiL küase-n: viel n 2 

VeE. R. 8a 

§9-, Brand: Feuerwehr 9 g 

H '. schmutzig ■ -.1 '.' :..-i ft Q 

Q[, Türe; Tot & a — 

Dir Symbolik war ihm hier -wie lx-i R. B2 beruße. 

K.-Z. G»A, Repr, 

S, R. 47. 

9j f Ehe : treu i f o 

Ungefähr von hier an schloß W-l'. die Augen, während er vorher schläfrig die Um- 
gebung betrachtet heilte. 

R.-Z r G A Repr. 
gj, still: sanft 70 f^ii 

95. Spott : ja 9 d 
Sozial konstruiert, Erinnert skh an ein jLLgtndcrl'ebnis.. 

R^Z. G. A. 

96. schlafen: iuiammen g 104 

Der enorme Ausschlag 1 rührt daher, daß nun der Komplex ganz unvcrhublt zutage 
traf. V.-P. hatte „wie atifl dem Schlaf herauf reagisrt, die Reaktion war ihm -entfahren, 
bevor er es wuüte und hindern konnte. Nun mußte er in sich hinein lachen und litterte 
■mit den Händen., so daß dadurch der Ausschlag um so stärker wurde. Das Wichtigste 
bei dieser Reaktion ist das, dwÜ von nun an die Kurve sk'li auf der Höhe hält, d.h. daQ 
die Erregung anhält. Wir sehen hier deutlich, daü durchaus nicht nach jedem langen 
Ausschlag die Kurve (etwa aus physikalischen Grünten) absinken mnü, daQ vielmehr ihr 
Verhalten durch die jeweilige- psychologische Konstellation der V.-P. bedingt ist. In diesem 

Falle handelt es. sich um den o-Filaken Übergang aus einem schlaf ahn liehen Zustand in den 

wachen, und awi? igt der Weclereii >;H. y6) so stark, cafl er nicht nur V.-P, aus dem schlaf- 
ahnlichcn Zustand aufrüttelte., sondern noch eine ziemliche Erregung mit mannigfachen 

Innervationen hervorruft. Es tritt daher kein absteigender Komplexkurvcnschenke] auf 

(wenn das Experiment aicht sobald abgebrochen vtiden wäre h hatten wir jedenfalls doch 

noch einen solchen beobachten können), vielmehr hält sich die Kurve entsprechend der 
durch R. 96 bedingten Erregung zunächst auf der Ili>he, 

R.-Z. G. A. Repr, 

97. Monat; Jahr |J 1 

$9. farbig; grün Q o blau 

99. Hund ; Schwein 9 6 
Unaufgeklärt, 

[00. reifen: viel 8 o unterhalten 

101. Nicht; viel 17 27 — 

Man erkennt deutlich die durch K. 96 gesetzt* P lvomj»texempfind]ichkeit >I i). 

R.-Z, G. A, Rfc]w\ 

töi. nähen:: Gras 9 8 Wiese 
Verstand „Oätoai*. Unaufgeklärt, 

roj, Wein: Glas T2 9 
S, R. 03 

■■.'-■.. ■ ■ " ■ ■:■ : gut E e> 

105. Uhr; -warfc g 5 
Nicht aufgeklärt. 



'!■ Unter Kompltscmplindli-rbk-cii ^T*tcb* Jung die dca einm-al nngcicsUn Koinple^onst-cllitnieea 

nnhaftpqdc ,,Bcreit5cb.»ft h aqf ibittiebe jIk* -viel «hwäcbcrc RtifC hin tfcikr in an null rem! inllcr 

Stärke iisiiiitruiun." Zut Favehrflügi* ül-c Dem. tu-aee. V47. 

1 1* 



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UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



1Ö4 L. Bl NSW ANGER. 



In den, von R. 9g bis 105 auftreten-dtn staik*ii Aiisech Lägen erttüc'kt man deutlich 
<lte Wirkung von R. g& auf den HewufltteiriBuiEaiid der V.-l*. Die Ahsp-EmiDf uod 

Suhläri ipltcit sind uhcrwund.cn, ein anstand, erhöhter keiibarkeit ist cin^ctrelcn.. 

Zusammenfassung des Versuches 111. 

Der Versuch zeigt den Einfluß der zum Teil beabsichtigten, zum 
Teil durch die psychologische Konstellation der V.-l*, bedingten 
Ablenkung der Aufmerksamkeit. 

Die V.-P. ist im Zustande der ...aktiven Abap^rni n (f L * Jjegt* 1 du? 

Analyse. 

Die aktive Absperrung; bedingt den Abfall der „Assc-tiationskur'i'e". Es 
vergeht CHIC gewisse Zeit (bis etwa R. 26)> ehe die V.-P. in den Zustand der 
Absperrung gelangt, Bis dabin sinkt die Kurve mir wenig, [Jie Absperrung 
ist verantwortlich zu machen für den so häufigen Ausfall der Ausschläge. 
Auch dieser macht sich erst von R, 20 an geltend. 

Zum Unterschied von Versuch llc sind die Reaktionszeiten auffallend kurz; 
für die ReakticniSzcileil des CcsarntVerSuClies ist das W. M Hur h, filr diejenigen 
von I — 3b sogar nur 7. In der Kürze der Reaktionszeiten sehen wir wiederum 
den EiitrüuÜ einer aktive« Tätigkeit, nämlich des Bestrebens,, pnögllchst rasch 
zu reagieren, um möglichst wenig verräterische Reaktionszeiten zu liefern, Die 
aktive Absperrung wirkt also hier im Gegensatz zu der passiven Ablenkung 
der Aufmerksamkeit (durch einen perseverierenden Komplex) sowohl auf die 
Ausschläge, als auf die Reaktionszeiten verkürzend. 

Der (_irurid fiir diesen Unterschied gegenüber Versuch llc ist leicht darin 
zu erkennen , dafl hier die ganze Aufmerksamkeit auf das eine Ziel gerichtet 
ist, möglichst rasch zu reagieren- Den „emotiVM Hemmungen' 1 steht daher 
eine entgegengesetzt wirkende, viel stärkere Intention gegenüber. 

Durch das Beslreben. möglichst rasch zu reagieren v überhaupt der psy- 
chologischen Durchforschung 1 durch das Experiment möglichst auszuweichen* 
werden die R ei bw f "nie in vieler: J : äLlcn nur oberflächlich aufgefaßt, So daß die 
Komplexe nicht berührt, werden , wodurch keine Affekten* Wicklung zustande 
kommt. Infolgedessen bleiber- die Ausschläge an£ r 

Versuch IV. 
Nachdem mir der Cinfiui der Ablenkung der Aufmerksamkeit auf die 
Galvanometerkurve in 2 Modifikationen, nimlich durch einen perseverietenden 
Komplex (Versuch llc)- und durch aktive Sperrung (Versuch III) aufgefallen war, 
xersuchte ich noch auf eine dritte Art experimentell Ablenkung der Auf- 
mcikaamkcit zu erzielen, Ich bediente mich hierfür der von jung und Rik- 
lin angewandten Methode der ä'iQeren Ablenkung, die darin besteht, daß man 
die V.-l*. während des Aesuziatiunsexperimcntcs nach dem Takle eines Metra- 
niMDS Bleistifts tri che von l cm Länge anführen läßt. 1 ) Die Wirkung der auf 
diese Art erzielten Ablenkung der Aufmerksamkeit nwl die Assoziationsqunlität 
hüben Jung und K ikl in deutlich nachgewiesen. (Die Assojdationsqualität wird da- 
bei eine viel oberflächlichere.) Um gleichzeitig diis Verhalten der psychogal- 



'} Sich* 1, Bs-itiag, S. 1 f, 



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XL VERHALTEN DES PSYCH OGALVAtf. PHÄNOMENS USW. 1G5 



valiischen Kurve beobachten zu können, legte ich die Elektroden an die (nackten) 
Fußsohlen an, sodaß die V,-P, statt auf den Fußboden ihre Füße auf die Elektroden 
(MessängplaLlen) aufsetzte. (Vorher hatte ich. mich d ureb wiederholte Versuche ver- 
sichert, daß man bei Anlegen der Elektroden andie Fußsohlen dieselben Kesiriialc 
erhält, wie bei der Verwendung der Hände, Die Ausschläge sind im erste ren 
Falle sogar in der Regel größer, da die Koilaklflache großer und der Kon- 
takt innige* ist. Beim ^Normal versuch' 1 steigt die Kurve bei dieser Ver- 
suchsanordnurig oft rascher an, als bei Anlegung de* Elektroden an die 
Hände.) 

Um den Unterschied zwischen der normalen Assoiiations kurve und der 
,,Ablenkungskurve' L besonders deutlich zu machen, beschreibe ich im folgen- 
den einen Ablenkungsversuch an derselben V.-P., die wir in V. I kennen ge- 
lernt haben. Da es sich um einen hochgebildeten Herrn handelt, mußte das 
Tempo der Metronomschläge möglichst rasch gewählt werden, um überhaupt 
eine Spaltung der Aufmerksamkeit zu erzielen. Das Metronom wurde auf 04 
eingestellt; es mußten also pro Minute 94 aufrechte Striche vgn genau [ < 1:1 
Länge (die Lange war durch w&gerechtc Linien angegeben) ausgeführt werden^ 
Erst wenn alles im Gange war, wurde mit -dem Zurufen der Reizwörter be- 
gonnen. Bei der Vergleichung der 60 erhaltenen Kurvt IV mit Kurve 1 fallt 
Sofort der geiv altige Unterschied auf. Kurve I steigt im Anfang wie nach der 
Unterbrechung {nach R\ +?) rasch an, Kurve IV fällt im Anfang wie nach der 
Unterbrechung [nach R. 26) rasch a.b. Sie erinnert dadurch, sowie durch, das 
Kleinerwerden und zum großen Teil gänzliche Ausbleiben der Ausschläge an 
den liegin n der Kurve llc und an Kurve III und zeigt im großen das, was 
wir als abfallenden Schenkel einer Komplexkurve h\ jedem ,, normalen 4 " Ex- 
periment linden. Daß die Kurve So hoch beginnt (zwischen 37 und 38 tut), 
rührt zum großen Teil von den, bei Anwendung der Fußsohlen verbesserten 
I^itungsbedingungen für den elektrischen Strom bei. Daneben spielt aber 
auch ein psychischer Faktor mit Denn wenn man abwechselnd zeitweise M ab~ 
lenkt" und dann wieder ohne Ablenkung experimentiert, indem man immer 
mit Fußsohlenkontakt arbeitet h sieht man H daß diejenigen Partien der Kurve, 
wo rLbgeleokt wurde, höher beginnen als die andern. Det psychische Faktor 
ist gegeben durch einen gewissen Grad von Aufregung, der, bei den einzelnen 
V.* P. sehr verschie den stark, du rch die kc mp li lierteren A nforder ungen, d ie 
das Ablenkungscxperimcnt stellt, bedingt ist. — Vergleichen wir zunächst die 
Durchschnittswerte des Kor mal Versuches 1 und des Ablenkungsversuches IV 
und erinnern wir uns, daß bei Anwendung des FuÜBoulenkontdkles im Normo] - 
versuch die Ausschläge in der Regel größer sind und das Steigen der Kurve 

tapider erfolgt A,ü bei Händekontakt. Wenn hier trotz des Fullsohleii- 

kontaktes die Werte für die Aussehlage geringer sind als beim Händckuntakt, 
so spricht das um s« n:ehr für die starke Beeinflussung des psychogalvanischen 
Phänomens durch den psychischen Vorgang der Ablenkung. 



W. M. d.JL-Z. h. ML d. U.Z. 


llf.n, W. U. ?- Austilgt &.. U. d. AuancblagE Diffff. Kcpr. Stfr. 


1. Versuch o 1,1 


—0,3 1 Vi +S 10°,',, 


IV.Vwiuch 1 %* 


+M 2.S +J.S 217. 



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i66 L, BIPSWAKGliM. 



Sowohl das W L M. der R. -Zeiten als das A, M, derselben ist geringer 
als im Normalversuch, Wir haben hier wieder einen deutlichen Unterschied 

gegenüber der inneren Ablenkung" durch einen perseverierenilen Komplex 
(V. II cV Dort war die R.-Z. iin Mittel verlängert gegenüber den Normal- 
versuchen derselben V.-P. Wii hatten dort als Ursache der Zeitverlängerung* 
die erschwerte Spaltung der Aufmerksamkeit angesehen, die,, durch den 

p eise verwenden Komplex in Anspruch genommen, nur mit Überwindung 
eines großen Widerstandes einen Rest für die Reaktionen selber abgab, Er- 
innern irif usis, iJitD iluit diu /\BHHj - tialJHjLiaLj_iJiilLtiil k«iue auftid.ecjd ubciilüLliliulit: 

war. Das rührt daher, daß V.-P. trots des Komplexes bestrebt war, sinn- 
gemäß su reagieren. In unserem Versuch rührt die Zeit Verkürzung einfach 
daher, daß die Spaltung der Aufmerksamkeit eine viel vollkom- 
menere ist, indem V\-r?, fast tut noch sprachlich reagierte, Vermöge ihrer 
grüßen Sprachgewandtheit war sie imstande, den sprachlichen Mechanismus 
fast automatisch arbeiten zu [aasen und ihr ganzes Interesse dem Zeichnen 
der Striche iimmenden. je selbständiger aber der sprachliche Mechanismus 
arbeitet, desto kürzer wird die M.-Z. Die Verhältnisse liegen hier sehr ähn- 
lich ule beim vorigen Versuch. Wie hier durch das Zeichnen der Striche-,. 
s-n war dort, durch das Bestreben, rasch z« rrMgleren, die Aufmerksamkeit fast 
ganz in Anspruch genommen, alles andere dadurch gehemmt. Die Differenz 
zwischen dem W. M. der R.-Z. und dem A. M. der R..-Z. in uaserm Versuch 
weist darauf hin, daß auch eine Reihe „zu langer" leiten aufgetreten sein 
m.iisscn, daü also emotive Störungen in den rein sprachlichen Ablauf der 
Reaktionen eingegriffen haben. Das W r M. der Ausschläge ist O wie in 
Versuch III. Nur das A. M, derselben leigt an, daü überhaupt Ausschlüge 
erfolgt sind, Das häufig« Fehlen von Ausschlagen erklärt sich durch die- 
selben Überlegungen wie bei Versuch III. Daß die Kcproduktionssto runden 
in diesem Versuch doppelt so häufig- sind als hm Normakersuch, weist eben- 
falls auf die Ablenkung - der AiimicrkHamkcil hin. Bei der Mitteilung der 
Assoziationen dieses Versuches kommt es mir hauptsächlich darauf an, den 
äußerst oberflächlichen Assozialicnstypus zu zeigen. 

K.-Z. Cm. A- Liepr. 

1, Kopf: Hais 

2, grün: Gras 
j. Wüten Wiuwer 

4> stechen; weh 7 14 Ms 

5. Engel; Üenge 

Die 3 crsien Krak-tiflnswcuTe pjUhjihfn alle diiii Vokal A, dann folgt :ii K Miktion 3 
und 5 der Vntu<\] iE, lieim ÜbergaiLjr V o:i keaktiön 3 iu 4 peraeverrfrt außerdem der An- 
laut W, wie bei Kcaktion «■ der Anlaut h von Kcattfmn 5 her. Ufls tceafctUiniwort bann; 
ist ;l'Ishj ausschließlich sprachlich determiniert; wie der Anlaut durch das vorhtTgeh.Sc.de 
34 der KIaci^ durch das zugehörige. Reizwort. 

K,-Z. G. A. Kepr. 
J, Hchifl"; Schiet ö 8 (Besinnen^ 

Die Keimort Wiederholungen b-i Reaktion 3 und 7 röige-n im dcuth'chalftci, wie Stark die 
Aufmerksam fceit abgelenkt isi. 

fL-Z. C. A. 
Ö, pflügen; f— flicjfcn 14 15 



7 


16 


T 


2 


6 


1 1 


7 


M 


7 


6 


6 


: 



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UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



XI. VERHALTEN nES PSYCHOÖALVaM. PHÄNOMENS USW. IÖ; 



Die lange Zeit ist durch das Stolpern bei dar Aussprache des Reaktion iwortes be- 
dingt, der lange Aufschlag erfolgt* Hohl hauptsächlich infolge einer Störung, die jedesmal 
auftrat^ wenn V\-F. mit den Strichen eine neue Zeile begann, was eine ßewegung des 
ganien. Oberkörpers und! damit auch dar Eeine ?ur Folge hfl««. Wir sehen dieE* Störung 

au Ger in K. 3 in K. 16, sowie in ziemlich regelmäßigen Abständen noch \'- 34, 49 und 6; 
auftreten^ 

Es ist bemerkenswert, daD die ersten beiden. Male, wo V.-l\ noch nicht an das 
Experiment gewohnt und noch etwas erregt war, die Sprung steh in einem stärkeren Au*- 

schlag kundgibt, während nachher nur noch ein leichtes Ansteigen der Kurve tu bc 

K, Z, G. A, 

y. Wolle: st — w — stricken :i .j. 

V r .-P. wollte sa^en Strolle. Wir «eben dos Bestreben^ rein Itlanylich m reagieren, 

R.-Z. G. A. 
90. freundlich ; hä&lii ':. 7 2 

11. Tisch: Fisch 6 o 

Hier bleibt der Ausschlag zum ersten Male aus. Wie beim Normal versuch sind auch 

hier die Ausschläg-ö anfangs, größer als später, 

R.Y. C. A. Kepr. 

1 2. fragen : antworten 7 e* trapen * 

13. Staat: Wut ir 4 Schweiz 

WolLie iH*gßfl: Mut. Dachte zuerst an eine ,Tat u tu d*r ,Mut" gehörte, Mut tat 
^Eso eine mittelbare Assozi ation» 

R.-Z. <J. A. Rejw. 

J4 r trotzig: freundlich IC- o befrig 
fi, K n ja. 

32. 15- Stengel; Bengel 6 4 

16. tarnen; schwanken 9 24 

Die Zwischenglieder sind nach Angabe der V*-P,: WtOKi und WüLscr (s, K. S). 

R.Z. G. A. 

17, See; Meer 6 7 

ig. krank: schwach 6 o 

15, Stelz; Hotz 6 o 

so. kochen : Moch-Kochen 9 1 

V.-H\ gibt an, das Hpizwntt habe in ihm das visuelle Bild einer Höhte am Meer 
wachge rufen, und dieses wieder das Wort Hoc, welches dann Rochen bedingte. Moch 
wäre demnach entstanden durch Zus-ummenziehung der Klangbilder Meer und Rochen, 
Objektiv scheint wahrscheinlicher, daß kochen wer st du Klangbild Kochen hervor- 
gerufen- hat, und daß sich an dieses rot anschloß 1 . Koc ((''eis) hätte dann gemeinsam 
mit Kochen die Vorstellungen Höhte und Meer liervorgerufenx Erinnern wir unS h d&Ü 
vier Reaktionen vorher die Reaktion See: Meer Srfblgie n und zwar min einem srarlceu 
Ausschlag, Ans Versuch 1 wissen wir, daß Meer für V.-K sehr gefühlsbetont ist. Wir 
werden daher begreifen^ warum Meer sich so vordrängt,, 

R.-Z, G. A. 

11. Tince; saufen 6 o 

V,-P. wollte sagen: Fisch. Vgl. diese Reaktion in Versuch [ r 

KrZ, G r \. 

72, bfol hö fnlsxh n 4 

„Höhn 3etn H Ut ein IJialektausdruck für böse sein. 

35. Nadel: hm stechen Tl O 

Wollte zuerst Nabel sagen. 

24, schwimmen: Fisch 7 ö 

sj. Reise; machen 9 

ib. blau! Stt Q 

Wollte sagen mau. Das m von machen perEcvericrte olienhar. 



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1 ÖS L. ÖlWSWAMCER r 



Hier mußte der Versuch unterbrochen werden, da der Papierstreäfen zu Ende war. 

Sofort stieg- die Kurve wieder bis 33^; der elektrische LeiULftgäwicteratttid wurdt in der 
Pause ein besserer. Mit. Beginn der Ablenkung 5-inkt die Kurve sofort wieder, d. h r der 

i.eityrip*icifirstand Qirn-mi rasch wieder ?u. 





R.Z. 


CA. 


27. ßrot; — lim — rot 


]2 


9 


sagen schneiden. 

iB. drohen; schlagen 
29. Lampe ; Schein 
-jD. reich - ; im 
31. Baum: Stamm 


7 

7 

6 

6 


4 
6 


ü 



fingen l 
(stimmen) ' 



33. singen : { . J ') 7 9 

J * (stimmen j ' 

Wir sahen bisher und werden roch weiterhin schen^ daß die Zischlaute seh und st 

(ächi) in diesem Experimerit sich hesönders hervordrängen. Ich wußte, daü kurz vor dem 

Experiment der V.-P r mitgeteilt worden war, daß eine ehemalige Patientin, deren Name 
mit dem Klang Schu... beginnt» iha verleumdet habe. Am Schlüsse des Experimentes 
ließ ich V.-P. ruhen, um die Ruhekuive zu beobachten. Dabei schlief er ein und hatte 

einen Traum, in dem jene Harne die Hauptrolle spielt. Dadurch erfuhr ich, daü der Ge- 
danke an dieselbe unbewußt während des Experimentes perse vexierte. Ich bin daher sehr 
geneigt, und V.-P. nahm diese Erklärung sofort an, in dem Vordrängen der Anlaute Seh 
und Seht eine »SymptotTihandlung" 1 ) rn erblicken. 

Möglich, d:if> auch die Kruupleiniftrltmale- in rttn Reaktionen r^. irnfiig ; freundlich ^ 
±2, büs: falsch; i8. drohen; schlagen und 04. streiten: streifen auf den unangenehmen 
Komplex .■::. I:...l :' -i-ii sind. 

R.-Z. G. A. Repr. 

33. Mitleid i Arm* fy o arm. 

Diese Reaktion wie auch freundlich.: häßlich; fragen: antworten sind! für WP durch 
die Erfahrung' in seinen eigenen Experimenten stereotyp geworden und laufen daher ebenso 
sprachlich-motorisch ah wie et** Reime. 

R, Z, G. A. 

34. gelb: aim y o 
Verstand Geld. Der KompLex verrat sich auch bei der Ablenkung. 
Arm perseveriert von 33. S.-R. & 

R.-Z. G. A. 

3$. Berg; sieigen 7 o 

36, spicLen; Kinder S o 

37. Sali; malen 9 -o 
Wallte sagen Mab, 

3a. neu: alt 6 12 

I>ii bei dem Ablenkungsversuch Bewegungen eine slörende Rolle spielen, dürfen wir 
hier dem isolierten Auftreten von tu langen Aufschlägen (ohne andere KompleMmerkmale) 
nicht iu viel liccleuiiing beilegen, 

Ü.-'l. G. A. 

39. Sitte; Unsitte, 8 1 

40. reiten i Pfsrd ö 5 

41. Wand: Stall y 2 

Wie in VV-ciULÜ 1 l.i„l dci V.-P. IjIci eiu englisches Wart da, n&mlith tr*11 (Ü.-R, 3 
»n Versuch |; L Versuch IV. fand 7 Wochen nach Versuch |. itatt r Damals wurde Stern reagiert, 
Das Wert Sra.ll kam. in der Analyse i&tatl von Ucthkhcm) vor. Trotz der Ablenkung ist 
der Komplex noch in erkennen- 



H ILlej werflen einmal icieiler I ReaüttsOüSWOrLe ßetöHCflC. D»ß flO läufig I, W*QB koch. 2 
Ti-Ti-luTuinilli 1 ^VoTtC fl^PUflÜCTl wfiiiiT-n, zrij,L gin^ C;:ip|i^!iL, i.Ih!> itaitin ■. I i lj A.talnitrTk.uamlt'eil pciLiiijj-eii 

t^c, init andern Worten hIiB keinta jitiiügwul p AQfrneikBBi"k-ci«*TiPKetKui3g 1 ' «rhiüi, m au? Je» Kyn- 
kirren.', mit isnereri AnraiatiftneM ral* Siej« iimmigeha, 
J i S. Fretid: Zur l ] *ych<i-rjjtännJL>e.L? d*J Auta^ltbini, 



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XI. VERHALTEN DES PSYCHOGALVAX. PHÄNOMENS 1,'SW, 169 





R.-Z. 


a a. 




4.1. dumm: stumm 


7 


7 




43. Heft: Messer 


y 


Q 




44 r '. c-iLLch t ■■ n . achten 


7 


O 




45. 2 ahn: Zeit 


7 


U 




46. richtig unrichtig 


7 


4 




47. Volk: voll 


ft 







48. stinken: v-fir — Vieh 


9 


ü 




Wollte sagen vrr:li|:;:.m;, 








+9, Buch i Huch 


1 z 







Denkt im Ricarda Huch. 








y.\ Ungerecht: £'-■■.'•>: 


7 







er. Frosch: hm Brosch-e 


■4 







Brosche mag, wie V.-P< angibt, konsteLliert sein 


durch di-c: Absieht, seiner Krau einen 


Schmuck in schenken. 










R,-Z, 


G*A. 




jj. scheiden.: neiden 


7 







j3. 1 Junger: Durst 


6 


Q 




$4. weiß Kfcwi 


4 


Ö 




55, Ririd; -vieh 


fi 


rt 




^6, aufpassen: hm aufmerken 


! U 


O 




$7. Bleistift: spitz 


G 


Li 




58, trüb: hm Wetter 


Q 


D 




59, Pflaume: suD 


7 


O 




60. [reffen.: antreffen 


? 


U 




61. Gesetz: Buch 


9 


4 




62. heb: teuer 


7 


3 




63. Glas: klar 


G 


O 





R.Z. G. A, Rtpr. 

64- streiten : str-eifen iz o Zwist, streifen 
S, K. 32. 

05. 2ie(fe; hm Tier ll o 

66. gruü: schwer 9 6 

67 r Kartoffel : Kapital <j o 
Eine äußerst oberflächliche:, klangliche Assoziation Kapital spielt bei V.-P, momentan 
eine besondere Rolle, da er mit dem Ankauf van Papieren beschäftigt int. 

R.Z. C, A, Kepr- 

t-S. malen: Bild 7 ö 

69. Teil; haben 7 o Erdteil 
Hängt ntsa-mmen mit K. 67, V.-P. ist Teilhaber an einer Fabrik. 

R.-2. G. A. 

?0k alir setri 7 

7], Blum«: Lumen 11 a 

Das Altwerden und H Lumen u werden spielt hier Laut Eigner Angabe eine Holle. 

R,-Z, G. \. Repr. 

?*. fleh lagern Uhr O 6 [B#*inn.*n^ 
Konstell iert auch die Metronoms chläfjc. 

IL-Z. G, A h Repj-. 

7j, Kasten: Kiwe 7 o 

74. Wild: Bild 7 o wild 

75. Familie: haben 6 o 
7fr. waschen^ Wnuer 6 o 

77. Kuh: hoch 9 o 
Ven-tand Buch. In Reaktion 49 erfolgte auf Buch: lluch, Hoch scheint nur eine 

KLatig5vefschieb«ng von Huch iu sein. 



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170 L. B [NSW ANGER. 

Nach Beendigung des Versuches ging der Liehtstreifcn sofort nieder 
siuf 42, J. h, et durchlief in wenigen Sekunden die Strecke von 13,6 — 42. 
Ich lieÜ darauf V.-P. sich ganz. ruhig verhalten, wobei er einschlief und den 
^»gedeuteten Traum hatte. In dieser Zeit (5 Min.) ging der Lieh tatreifen 
wieder von 42 auf 35 herunter, nach dem Erwachen dagegen wieder in die 
Höhe, Die Schlafkurve verhielt sich also wie die Ablc n kungskurvc, 

Zusammenfassung de* Versuches IV. 

Der Versuch zeigt den EinfluU der ^äußeren Ablenkung 11 auf die 
üiiluantmieterkiarve r Die Wirkung der äußeren Ablenkung ist in diesem Ver- 
suche die gleiche wie die der nkliven Absperrung; in Versuch III: Sinken 
4er Kurve,. Abnahme oder Ausfall der Ausschläge, auffallend 
kurze Reaktionszeiten. Tn Versuch IV ist das W. M, der R.-Zeiten 7 
liegen üVer y im Normal versuch au derselben V..-P. Durch die kurzen 
Keaktion&setten stehen Versuch III und IV im Gegensatz zu Versuch Hc 
Jjer Unterschied im Verhalten der R.-Zeiten wird dadurch zu erklären ver- 
sucht, duü bei III und IV die Aufmerksamkeit aktiv auf einen bestimmten 
Vorgang gerichtet i&t^ in Versuch Jlc dagegen passiv durch den variier an- 
geregten Komplex gefesselt wird. Die Spaltung tief Aufmerksamkeit bei 1JI 
tm<& IV ist infolgedessen eine viel vollkommenere, die Reaktionen verlaufen, 
ohne viele Assoziationen anzuregen, bei llt durch aktiven Widerstand!, bei IV 
durch rein sprach] ich-motoräacle Einstellung, Bei II c dagegen ist V.-P. be- 
müht, die Aufmerksamkeit vom Komplex weg auf die einzelnen Reaktionen 
s.u richten., daher der +3 Widerstreit"', die Zeitverlängerung. Nach Schluß des 
i'^|j crime ntes steigt hier der J-ichtstrcifen sehr rasch (nicht aufgezeichnet), 
uährend er nach Beendigung des Normalvcrsucb.es gewöhnlich absinkt. 

Während V.-P. schlief (5 ftüntitea), sank der Lieh tat reifen {um 17 mm] 
auf der Skala. Die Schlafkurve verhielt sich in diesem Fall wie die 
Ruhe- und die Ablenk Linkskurve, 

Schlußfolgerungen aus Versuch 1- IV. 
Bei der Auswahl der obigen Verfluche aus meiner Sammlung hatte ich 

3 verschiedene Ziele im Auge. 

Erstens wollte ich zeigen, welch großen Dienst uns die Beobachtung: des 
psyehogalvanischen Phänomens beim Assüziationsexperiment für die psycho- 
logische Durchforschung der V.-Pn, leistet, indem es das Experiment um ein 
objektives Komplextneikmal bereichert, das uns unmittelbarer als die übrigen 
Komplcxmerkmale über die äffe kti ve Reaktionsweise der V.-P. Auf- 
schluß gibt 

Zweitens wellte ich diejenigen, die dem Assosiationsejiperiment ferner 
stehen, durch Gewinnung einiger, wenn auch noch so bescheidener Resultate 
allgemein experiiiLentell-psyeuü3f ,- ,?LSehei Natur auf die ttedcutuDg aufmerksam 
machen, die dem Phänomen ala „nnwillkUrüchem Ausdrucksinittel" lür die 
experimentelle Psychologie zukommt. 

Drittens stellte ich die Versuche deswegen zusammen, weil wir an ihnen 
die körperlichen Änderungen eines und desselben psychologischen Vorgangs, 



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XI, VEKHAt.TE^ DES PSYCHOGALVAN. PHÄNOMENS USW. 171 



der Ablenkung der Aufmerksamkeit, beobachten kümien. Fernerhin 
werden uiis die Beobachtungen über den Einfluß der Aufmerksamkeit auf 
unser Experiment^ verglichen mit anderen leobachtungen, einige Andeutungen 
über das Wesen des psychogalvanJEchen Phänomens gestatten, — 

Erinnern wir uns zunächst, daß es sici bei den tu den obigen Versuchen 
angewandten Versucnsanordnurig-Cn, soweit wir bis jetzt wissen, zum größten 
Teil oder ausschließlich um Veränderungen des elektrischen Leilurtg'swider* 
Standes der Haut handelt! die ihrerseits die Schwankungen der Stro-minterusität 
verursachen, welche das Galvanometer anzeigt, Wenigstens sind wir zu 
dieser Annahme gezwungen, bis genaue eleklrophysio logische Untersuchungen 
über den Gegenstand gemacht sind. Die früher angeführten französischen 
Forscher nehmen ohne weiteres Veränderungen des elektrischen Leitun^s- 
widerstandes bei ihren Versuchen an. Von Änderungen der elektromotorischen 
Kraft dagegen wissen wir bei unseren VeJTuchsanordaUDgeil gar nichts, Wii 
müssen daher in dem Steigen der Galvancmeterkurve (d. i. in der 
Zunahme der Strnminlensität) den Ausdruck der Abnahme, in dem 
.Absinken den Ausdruck der Zunahnr.c des elektrischen Leitungs- 
widerstandes der Haut erblicken. 

Eine Abnahme de? elektrischen LeLtuigswiderEiandes bei der Applikation 
sensorieller Reize konstatierte schon Feie. Dasselbe haben E. Müller, 
Yersgulh, J uti^r und ich beobachtet Auch daiä bei höheren psychischen 
Reiien der Lettungswiderstand abnimmt, bab€D die Obigen (aufltr Fere, der 
nur sensorielle Reize anwandte) festgestellt. (Yeragut h spricht nur von 
einer Abnahme oder Zunahme der am Galvanometer direkt gemessenen Slrom- 
lntensitat. ohne zu sagen, wodurch diese bedingt ist.) Dagegen nimmt der 
Leitungswidcrstand zu in der Kühe und wie vir eben in einem Fall gesehen 
haben, im Schlaf. Auch bei ruhiger geistiger Arbeit, z. B. Addieren, 
oder i ndiflfere nter Lektüre { Ve r a £* u t h) sim mt der Leitungswiderstand zu. 
Stellen wir nun diese Beobachtungen zusammen mit denjenigen, die wir m 
den obigen Verglichen fanden: 

1, Abnahme des elektrischen Leitungswiderstandcs: 

a) bei sensoriellen Reizen, 

b) bei höheren psychischen Reizen, 

c) im Verlauf des von Aufmerksamkeit, begleiteten Assoziativ uiaexp cri- 
me ntts, tlas ja nichts anderes als eine Kombination, von ;i) und b) 
darstellt, 

JI, Zunahme des elektrischen Leitutigsw-iderstandes. 
aj in der Ruhe, 

b) im Schlaf, 

c| bei ruhiger (nicht aufregender} geistiger Arbeit, 

dl bei der Fesselung der Aufmerksamkeit durch einen Komplex [ab- 
steigender Schenkel der K-nmpleskurven. Versuch Hc), 

c) bei der Ablenkung der Aufmerksamkeit durch willkürliche lr AbflpeT- 
rnng" gegen das Experiment (Versuch MI), 

f) bei der „äuäcren Ablenkung" (Versuch IV). 



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17 3 L. DIKSWANGEK. 

Wir haben oben gesehen. daß c3 bei Sensoriellen und psychischen 
Keilen der durch sie hervorgerufene Gefühls toi ist h der das psychogalvanische 
Phänomen bedingt* Auf dieser EÜakmog beruht ja auch die Brauchbarkeit 
des Phänomens beim Assoziationsexperiment + Die Versuche haben uns dann 
zur Genüge gezeigt, welch enger Zusammenhang ^wischen der Stärke der Aus- 
schläge und dem Gefühls ton existiert, den die einzelnen Reaktionen anregten. 
Das psychogalvanlsche Phänomen verdankt also Beine Entstehung rein affek- 
tiven Vorgängen, d. h. solchen, von denen wir wissen, daß sie a El ein Wir- 
kungen auf die Funktionen des Körpers haben ■). Und diese Wirkungen be- 
ruhen auf Änderungen in den Innervationen, Welche Arten dieser Inner- 
vationen in unserem Experiment in Betracht kommen (sekretorische?), können 
wir noch nicht mit Sicherheit sagen, dm ihre spezielle Wirkung keimen wir, 
und das ist eben die Herabsetzung: des elektrischen Leitungswider- 
Standes der Haut. Wir werden daher überall da, wo der Lcitungs- 
widerstand der Haut abnimmt, auf einen Zuwachs, überall da, wo 
er zunimmt, auf eine Abnahme an Innervationen schließen. 

Wie verträgt sich nun diese Schlußfolgerung mit den unter l[ zusammen- 
gestellten Beobachtungen? 

Daß die Innervationen itr. Ruhezustand, im Schlaf und bei ruhiger 
geistiger Arbeit abnehmen, ist ohne weiteres verständlich. Denn hier kommt 
es nicht zn affektiven Vorgängen, und somit nicht zur Entstehung von Inner- 
vationen, Schwieriger ist die Erklärung - für die fälle ö t e und f. denn hier 
spielen affektive Vorgänge eine große Rolle (bei d handelt es sieh ntn mehr 
oder weniger starke Affekte, bei c und f wird die Aufmerksamkeit auf ein 
gewisses Ziel gelenkt, also auch ein affektiver Vorgang; angeregt). Wenn es 
hier trotzdem zu einer Abnahme der Innervationen kommt, so kann es sich 
nur um eine Hemmung derselben handeln. 
Betrachten wir zunächst den Fall d. 

Es handelt sich um den absteigenden Komplexkurvenschenkel und den 
Versuch llc. Dürfen wir hier von einer Hemmung der Innervationen reden? 
— Ge wiU ! Denn beide mal han ilelt es sich n ich t um die gal vanom ctrischc 
Registrierung desjenigen Momentes, wo ein Affekt angeregt wird (diesen Mo- 
ment geben der oder die zu den Komplcxrcaktioncn gehörigen Ausschläge 
an), vielmehr beobachten wir in dem abstellenden Komplexkurvenschenket 
und in Versuch JIc die Folgeerscheinungen dcß Affektes, Nun ist es aber 
eine allbekannte Tatsache, daß ein bestehender Affekt ntcht nur bahnend wirkt 
auf die Assoziationen, die zu dem Affekt gehören, sondern auch hemmend 
,iuf alle andern. Es werde» daher die auf die Komplexreaktionen oder den 
ingeregten Affekt folgenden Reisnortc (wenn See, wie es meist der Fall ist, 
nicht den zuerst aitgefeßtc-ii Komplex von neuem treffen) in ihrer Wirkung 
aitf den Voretclhmgsablauf und auf die körperlichen Funktionen gehemmt- In 
dieser Weise haben wir uns die Ablenkung durch einen bestehenden Komplex 
und deren Wirkung auf die Galvanometerkurve z.u erklären. 

In den Fällen e und f erfclgt die Ablenkung durch die auf ein be- 
stimmtes Ziel gerichtete Aufmerksamkeit. Warum ruft hier die Anspannung 
l ) Sfen« Bleuler, Affalttirität usir. ü. 14- 



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XI. VERHALTEN DES PSYCHOGALVAN. PHÄNOMENS USW. 173 



der Aufmerksamkeit* die doch ein affektiver Vorgang seil soll, keine Inner- 
vationen hervor? Auch hier ist die Fragestellung eine falsche, denn auch 
hier haben wir es mit den Wirkungen einer bereits bestehenden Kon- 
zentration der Aufmerksamkeit zu tun, [m Momente, wo die Aufmerk- 
samkeit auf einen bestimmten Punkt gelenkt wird, erhalt man, wie ich oft be- 
obachten konnte, einen Ausschlag, Doch diese Momente fallen wie in Ver- 
such [\i- vor das Experiment. 

Die Wirkung der auf einen bestimmten Vorgang 1 gerichteten und vom 

F.vperiment abgelenkten Aufmerksamkeit ist aber ^a-n? dieselbe tvie diejenige 

eines bestehenden Affektes, So sagt Bleuler von der Aufmerksamkeit; „Sie 
Ist eine- Seite- der Affektivität, die dabei gar nichts anderes tut d als 
was wir von ihr schon kennen, indem sie gewisse Assoziationen 
bahnt, andere hemmt, #U den Rahnungeri (und Hemmungen 1 )) gehören 
natürlich nicht bloß die intrazentralen Verbindungen und die zentripetalen, 
sondern auch eine Menge zentrifugale r," Und Lehmann kommt zu dem 
Schlüsse; , t datS die Aufmerksamkeit eine Mahnung an einem einzelnen Punkte 
von mehreren anderen aus ist< woneben die auf den angebahnten Punkt hier 
zuströmende Energie mgleich auf andere gleichzeitige Vorgänge im Ccntral- 
organe hemmend wirkt.' 1 *} 

Wir können jetzt zusammenfassend sagen : 

Überall da, wo die Aufmerksamkeit abgelenkt ist, sei es durch 
einen bestehenden Affekt, durch willkürliche Absperrung oder 
durch äußere Ablenkung* rufen die Reizworte abgeschwächte oder 
gar keine körperliche Äußerungen hervor. 

Dieses Resultat steht in engster Beziehung mit den Angaben von Leh- 
mann und Zoneff und Menmann*), die ebenfalls eine Verminderung oder 
Authebung" der körperlichen Äußerungen bei denjenigen Reisen konstatierten, 
die im Zustande abgelenkter Aufmerksamkeit appliziert wurden. 

Auch xu den galvanometrischen Un Versuchungen £" Geisteskranken 
führen die Beobachtungen über die Ablenkung - der Aufmerksamkeit hinüber. 

Wir werden jetzt für die von A. VijJonrOUJG*) gemachte:] Angaben, daß 
er bei Melancholischen einen erhöhten elektrischen Leitungswiderstand fand, 
eine Deutung finden, indem wir sagen; der Melancholische befindet sich in 
einem dauernden Zustand abgelenkter Aufmerksamkeit. Seine Komplexe be- 
schäftigen ihn dauernd so, wie Versuchsperson II vorübergehend der absicht- 
lich angeregte Affekt. 

Ea wird daher d-urt wie liier zu einer Hemmung zentrifugaler Inner- 
vationen kommen, und damit zu. einer Erhöhung des Leitungs widerstand es. 

Ferner fanden Jung und. Ricksher^) bei Katatonikern und organisch 
Dementen oft einen erhöhten Leitungswid erstand und einen Ausfall der Aus» 



'] Vtm nnji ei agme ha]t*t, 

*) LthmiDD; Elemente der IVrcTiodynarmk.. L'b«acüt v»n Itc-ndinen. LQO_$. ü. Jö3. 
J j ZunElf und Utiminii: ["bei i]i* Bt!gU!JlfiTS(b*muii£Sn (jävebiitliKT X'tirgäqge ja AtCW 
und PiiLs. Wuodts phLLinophlsclie Sludien iyui. Bd. XVIII, 'S. h 
+ f A. Vigouioui I. c. 
*| Jüa fliwhaii wird im JoutdeiL ttF iYb normal Psych nl-ngy «recheinen, 



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1?4 L aiNSWANGEK. 



schlage bei Reizen verschiedenster Art, Es wird hierbei jedoch in erster 
Linie an primäre Störungen der Wahrnehmung' und Auffassung zu denken 
sein., weniger an eine Hemmung durch „innere; Ablenkung", Auch die von 
R. Vigouroux 1 ) gemachte Beobachtung, daß bei Hysterischen der elektrische 

Lckungs widerstand auf der hemknästbetischen Seite erhöbt ist gegenüber der 
gesunden Seite, scheint nur jetzt dem Verständnis näher gerückt Nehmen 
wir doch an, dafl die hysterische Hemianästhesie dadurch eintritt, daß die be- 
treffende Seite funktionell vom Bewußtsein abgespalten ist. Es werden daher 
auch hier die jener Seite zuströmenden Innervationen geringer werden. Und 
diese Abnahme der Innervationen fanden wir bis jetzt immer von einer Kr- 
htihung des I^eilungswiderstandes begleitet. 

Schließlich möchte ich hier nuch. auf den Unterschied hinweisen, den die 
n| Kuhckurvc 11 zeigt, je nachdem tin gtrom von sehr geringer oder von großer 
Stärke angewandt wird. Im letzteren Falle linden wä* immer die Angabe; Mit 
der Dauer der DurchstTÖmungszeit nimmt der Leitungsuidcrstand der Haut ab- 
Veiaguth wies schon auf den Widerspruch mit der Kuuekurve bei geringer 
■Stromstärke hin. Hier nimmt ja gerade mit der Dauer der Durehstromung der 
Widerstand zu. Eine Erklärung; dieses ,* Widerspruches" wird darauf hinweisen 
müssen, daß man es bei Anwendung einer erheblichen Stromstärke (eine Grenze 
kann ich nicht angeben) nicht mit einer Ruhekurve 1 sondern stets mit einer 
„Reizkurve" zu tun haben wird, d, h, daß hier physiologische Wirkungen ein- 
treten, eventuell auch psychologische. Denken wir nur an die Reiz Wirkungen 
der Elektroden auf die Haut bei starkem {galvanischen. Strom; 8 ] Au [Jen: Jens 
mögen noch rein physikalische Ursachen hier mitspielen. 

Unsere obigen t für die Psychologie wichtigen Resultate lassen sich mit 
kurzen Worten folgendermaßen zusammenfassen: 

Eid bestehender Komplex (DauerarTeki, Dane rko nzent ratio n der Auf- 
merksamkeit auf etwas anderes als die Experimentreize) hemmt die psychi- 
sche Verarbeitung dea Keiaes. Er bleibt assoziatiuns- und gefuhlßarm. 
Aus dein Mangel an neuen Affekten ergibt sich der Mangel an neuen Inner- 
vationen und daher auch dag Verschwinden der Ausschläge. Daß die Kurve- 
allmählich absinkt, erklärt sich daraus, dafJ der akute Affekt allmählich er- 
lischt, wohingegen die durch dei Affekt geschaffene intellektuelle Hemmung^- 
einstellung noch längere Zeit anhält, 

IM. Teil. 

AüSdehnnüng der im II. Teil gewonnenen Gesichtspunkte 

auf das Gcsamtmaterial. 

Reaktionszeit und Galvanischer Ausschlag. 

In diesem Abschnitt soll das gegenseitige Verhalten dieser beiden Korn- 

plexmerkmale im Zusammenhang besprochen und auf weitere Bedingungen 

hingewiesen werden, die zu einem. Mißverhältnis zwischen den beiden Werten 

führen. Wir haben aus den mitgeteilten Versuchen erfahren,, dati in der Regel 



': Vgl. Efi>, Haiirihutfc der ESifclr^tJiijriL^]. 



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XI. VERHALTEN DES PSYCH OGALVAtf. PHASOMENS USW. I?S 

einer ,,iu langen" R.-Z, ein , h zu langer" Ausschlag entspricht. Damit ist er- 
wiesen, d£Ö mit der Verlängerung der R.-Z. in der Regel 3 ] etu affektiver 
Vorgang einhergeht, und wir werden uns nicht besinnen, mit Jutig diesem 
affektiven Vorgang; die Schuld an der Verlängerung der R.-Z, zuzuschreiben, 
Von diesem proportionalen Verhalten zwischen K,-Z. und Ausschlag: haben 
nit aber auch icboil zuf Genüge Aninahracn kennen gelernt, die wir zu einem 
groUen Teil auf den Einfluß eines perseveri er enden GeiuhJstones tu rück führen 
Luiinten, Wir sahen, dafl da, wo von einer früheren Reaktion her ein GefühLs- 
ttJTi vorhnnden ist, bei de? darauffolgenden Reaktion (odtr den dnmufTol- 
genden} von einer direkten Proportionalität zwischen beiden Faktoren keine 
Rede ist, daß sich sogar, wenn der pereeverierende Komplex sehr *>iarlt Ist, 
das Verhältnis umkehren kann, indem die Zeit verlängert, der Ausschlag ver- 
kürzt werden kann. Die Gründe dafür glaube ich genügend beleuchtet zu 
haben. 

Eine zweite, praktisch nicht wichtige, aber theoretisch interessante Ur- 
sache für die Verlängerung der R.'Z. ohne gleichzeitige Vergrößerung der 
Ausschläge sahen wir in den] Auftreten eifl?s „intellektuellen Gefühls" im 
Sinne Nah lo-wsk y&. Es handelte sieh um das „Gefühl der Unsicherheit' 1 
beim undeutlichen Verstehen dea Reizwortes. Es wufde dort schon darauf 
hingewiesen , daß diese Falle äuÜerst selten sind,, weil die Bedingungen für 
das Auftreten rein „intellektueller Gefühle" nur ausnahmsweise beim Assoii- 
ationsexperiment gegeben sind- Zu dem oben gegebenen Beispiel zahm : 
wild, wo V.-P".. zuerst Zahn verstanden hatte, füge ich hier noch eines, das 
mir eimtandsfrei erscheint: 

R.-Z. C. A, 
V.-P XVI (Arzt). R. 14. Schlaucht Wein 31 7 

V.-P, schwankte, ob ich schlau oder Seh tauch gesagt hätte. Schließ- 
lich siegte die letztere Auffassung- Es ist Icitlit einzusehen , daß, nenn zwei 
Wortklangbiklcr auftauchen, von denen keines für die V.-P. einen besonderen 
Gefühlgton hat, wie hier, eine gewisse 2eLt vergeht, bis V.-P. sich für eine 
der beiden entschieden hat. Man könnte von einer ^Wahlzeit" reden., die 
hier noch eu der R.-Z. im engeren Sinne hinzukommt. Dieses Schwanken 
hat auch hier keinen affektiven Vorgang erzeugt, da der Ausschlag sich noch 
unter dem W.M. hält. Sehr oft ist die undeutliche AufTassimg des Reizwortes 
von einer Wiederholung - desselben oder dem Pronomen „was" gefolgt. In 
solchen Fällen wird die R.-Z.. besonders lang, da ich den Zeiger der Uhr erst 
iu] halte, wunn die Aussprache des eigentliche! Reaktionswortes erlolgt. Für 
die GroUr dea Ausschlage handelt es sich Jri seriellen Füllen WJCdfil mu druum, 
ob mit dem Vorgang der Reizworhviedcrholung oder des Fragens ein ^in- 
tellektuelles Gefühl*' oder ein affektiver Vorging verbunden ist. Auch hier 

J ) Ausnahme» trerden. wir ger^ile ii* tlLEsem Ah<pcbi]:.tte htDocu jctuch. 

*| Die Zättldik. die fiiugckliLicimefl Ihü«! R.-Z, Und A carieJi Läge sitli behndeiL, gehen, die *uLr- 
schriolkben. Mittel beider Werte für den ganzen Vcmicb r rnia Ü&n die Beispiele entöoinuieä sind, 
*n. JJht HmVh il?n Vcruk-Lc-li iwiit den w, m. tnben die K treffend cd Werte einen Sinn 



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l?6 L. BIUSWANGEF. 



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ist gewöhnlich das letztere der Fall, doch habe ich. auch deutliche Beispiele 
für das cratere: 

K,-Z. CA. 
V^V, XM, (Wärterin). R. Sl, *nff: Endr Anfang ja l 

V.-P. XI L (Studentin). R^ 4. stechen: was? «pah 

R, Ö. lang: ».:.!.-/' viele 
R. 15. Slcng-cL: was? Blume 
Durch WorLschwie-rifrlceLt scheut mir folgender Fall von Mißverhältnis 
zwischen R,-Z. und Ausschlag sich erklären zu lassen. 

R.-2. G, A. 
V.-P.XI. lUnpebildctcr Mann) Sali: Mineral i£ 2 

Ö) (*} 

Bei dem Warte Salz sieht man sehr oft verlängerte Zeiten. Ich kann 
vorderhand die Ursache in nicht« anderem sehen als einer gewissen Schwierig- 
keit,, passende Assoziationen dafür z\i finden (Pfeffer und bitte* sind die 
gebrauch! ichsten). V.-P. hatte hier, wie viele Ungebildete, das Reizwort offen- 
bar als Frage aufgefaßt. Was ist das Salz? Die richtige Antwort bereitete 
ihm intellektuelle Schwierigkeiten, ohne, daß er eich dabei ^aufgeTeEt 1 "' hatte. 
Auf einer besonderen intellektuellen Arbeit scheint mir zum Teil auch folgende 
Zeitverlängerung: zu beruhen. Die Reaktion begegnete uns bei Versuch Ho. 
Sie lautet: 

R.-Z C. A, 
R. 8a, enif: — Pofl 3$ 2 

Wir sahen dort, daß die Reaktion unter dem Einfluß eines perseverieren- 
den Gefiihlstones steht. Troudem acheint mir die exiessive Zeitverlängerung 
noch einer Erklärung zu bedünen. V.-F. wollte sagen: engherzig, was für 
ihn äußerst gefühlsbetont war. Um engherzig zu verdrängen und das harm- 
lose (eng)-Paß xu findcn t bedurfte es wieder einer starken intellektuellen 
Arbeit, die durch die Perseveration n-uch erschwert wurde. 

Immerhin bleibt auffallend t daß trotz dieser zweifellos von Affekt be- 
gleiteten Vcrdrängungsarbeit der Ausschlag so gering ist. Ich kann mich 
dem Eindruck nicht verschließen, daß hier eine Hemmung der Innervation 
durch die die Aufmerksamkeit der V.-P, so sehr in Anspruch nehmende in- 
tellektuelle Arbeit vorliegt, 

Konnten wir so darauf hinweisen., dafl aufler der Perseveration noch 
hauptsächlich intellektuelle Schwierigkeiten zu einer Verlängerung der Zeit 
ohne Verlängerung des Ausschlags führen können , so begegnen wir haupt- 
sächlich sprachlichen Gründen in denjenigen Fällen, wo der Ausschlage 
aber nicht zugleich die Zeit verlängert ist. In solchen Fällen handelt es 
sich meist um Komplexe, die sich deswegen in der R.'Z. nicht bemerkbar 
machen, weil die V.-P. eine sprachlich eingeschliffene Assoziation 
fand, Wir sahen, daß emotive Hemmungen sich nur schweT an solchen 
Assoziationen geltend machen können. Das mag einmal von der starken 
Bahnung zwischen den betreffenden Assoziationen herrühren, die dann rasch 
aufeinander folgen, trotzdem andere Assoziationen mit angeregt werden, sehr 



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Xr, VERHALTEN DES PSYCHOGALVAN. PHÄNOMENS USW. 1/7 



oft wird der Grund aber darin liegen , datf die sprachlich ei ei geschliffene 
Assoziation, schon hergestellt war, bevor der Komplex überhaupt allgemeiner 
erregt wurde und seinen hcrnnicud.cn Einfluß in vollem Maße geltend machen 
konnte, An nilr selber konnte ich das oft beobachten. Der Ausschlag, der 
ja viel langsamer erfolgt h wird dann trotzdem noch durch den Komplex be- 
einfluft. 

Beispiele [sämtlichen Reaktionen liegen Komplexe zugrunde!)^ 



V.-P. XXII. Wärter. 






K.-Z. 


G. A. 




K. 


Ol. c.esetn ividnj; 


IS 

m 


24 




„ 


69. Teil: haben 


8 


L'il 




„ 


7J, Fumtlie: Vcrbälcni&e 


s 


" = 




„ 


&2. eng: hertig 


FJ 


"7 




_ 


Sj, Uruder: Liebe 


t 


17 




,. 


84. Schaden; Krrurle 


; 


l<> 




„ 


S^r Brand- Ursache 


fr 


-5 


V.-K XII. Studentin. 


" 


6^ H Lieb: hüben 


j t 




V.-P. XIX. Aul. 


■ 


79, Glück; haben 


(9; 


10 



„ SÄ. luissrn: gern € 12 

(Er dak« diese Reaktionen hiLuflg bei seinen egenen V.-P. gebärt!) 

V.-P, IL K,-Z. G.A. 

R, 45, 2ahn; -weh S- 53 

LM) 15) 

V,-P> XVIII. Wärter „ 68. malern Maler 9 7 

[14) fa} 

Klangassoziationen und Galvacometerau-sschläge, 
Einwirkung „unbewußter' 1 Komplexe auf den Galvanischen 

Ausschlag 
Ehe wijr an die rein statistische Bearbeitung unseres Materials gehen und 
das Feld der Analyse einzelner Reaktionen verlassen , möchte ich nochmals 
im Zusammenhange von den Klangassoiiationen reden, die uns Gelegen- 
heit geben werden, die Einwirkung ,,unbcwuÜter L ' l ) Komplexe auf das 
psy chogal vanisc.be Phänomen au studieren. 

Bei der Analyse des 1. Versuches tonnten wir nachweisen, daD diejenigen 
Klangreaktionen, die ihre Entstehung der Ablenkung der Aufmerksamkeit 
durch elften vorausgehenden Komplex, eiIso elftem persevericrenden Gc- 
fiihlston, verdankten, einen „zu kleinen" Ausschlag zeigten, diejenigen aber, wo das: 
Reizwort selbet einen Komplex anregte, einen k n langen.' 1 . Außerdem konnten 

wir an den Beispielen Kröte : spöte {R. Jl), Wahl ; Qual (R. 02) und 

Reue: Treue (.R, 3S) neben der „anstößigen" Verbindung durch Klangasso*i- 

■) Wir Tcidrn sebcu K ü*\i *s sich bin nJclt «tii JDtewuBte Komple-sü im Sinne Fmdl 
bandelt, jynJein nur mn venJiäDgte Komplexe-, J. b. tOl*l»e. die einninl im B*wnßtjein waren 
und jederzeit »Ltder in:» Btfinlß&tiiu iTelmi Iciranen. S-i-s f^ren nur uuLiCWiliil SOI Zelt diu Eapuri- 
meßt** TLiid iDcti oder wenig« laug Haenhei- Uüter nafcewnliteu Komplriffn im atrcugeai Sinuc 
veraltat Fr-c-ud solche, die der Person nie- beiFijJSt nutn und dk um durch l^ycb-inalyse In« 
BewuliLieii» gehuhsn werden Vimnen. 
Dijjnwitiiiihe A.nniiilii 



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UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



17$ L. BINSWANCKR. 



atjon eine „korrekte, ticfcrg-chcade Verknüpfung" Einsehen Reis- und Reaktions- 
wort aufdecken, In allen drei Re;ikdnneii war die Klrxngjssozjation durch 
einen vom Kehrururt angeregten KompIcK bedingt, bei K- 38 Reue : Treue 
Lutte jedoch auch die Perseveration mitgespielt, weshalb der Ausschlag selbst 
nicht üher dem W,M, war. fJafiir deutete sich der an der Störung beteiligte 
Komplex gal manometrisch in dem riachtfäg'ltcheri Steigen der Kurve an. Da, 
wti ein persevcriejrender üefühleton die Ablenkung und damit die Klangasso- 
sifitiün bewirkt tinttc, war auch keine tiefergebende Verknüpfung nachweisbar 
(Et. 3a ringe« ; so bw Ingen, K. 37 Schmalz : 1J als und R. 52 scheiden 1 
111 ei de ei. Es hat sich nun gezeigt, daß das, was wir an dem 1. Versuch 
konstatieren konnten, auch bei den Klangassoala-ttoneci der übrigen Versuche 
zn erkennen war Lehrreich ist gerade die Zusammenstellung derjenigen 
Kälte, wo, wie bei V,-P. I T auf ncbciden : meiden reagiert wurde, Von 
14 V.'P.j denen das ReakLionswort scheiden zugerufen wurde, reagierten 5 mi ^ 
meiden, 

Ei Wien luertt die beiden Fälle tfenannt, wo die Perseveration einwrkr. dann die 
3, wo Komplex« einwirken. 







k.-2. 


C.^ 


v.-p. 1, 


R, $1. sclicidcn: 


meiden 9 


8 






c» 


;«;■ 


v,p, jaan. Am. 


IL JJ. 


<II> 


6 



In diesen beiden Fallen hat ein berseveriej+ndtr GefiJhlslon die Störung bewir-kl. 
I3cä V.-P I rührte dieser von der unmittelbar voran gegan jenen Reaktion Kröte: »pöte 
her, die, wie wir sahen, einen sehr starken Kample* angeregt hatte. Bei V.-P, XXIIJ ist 
die Perseveration ebenfalls sehr deutlich. Sie rührt her von 

E.-Z. C. A. 
R, 50. ungerecht: gerecht 11 13 
(JD (7) 
Darauf folgen 

R. 51, Fmcb; Wais*r 12 5 

R. Jz -■ .: Li- 1 ■.: c 11 . meiden il 6 

Der Kuroples in Keaktion 50, der bei R, 51 und 51 pereeveriert, zeigt sich objektiv 
,in dem langen Ausschlag. Die R.-Z. tft, wie so oft, er*t in der darauffolgenden R. 51 
verlängert. Subjektiv wurde -der Komplex vollauf 1 bestätigt, indem V,-!* angab, daß er vjel 
fegen Ungerechtigkeiten habe ankämpfen müssen und einen starken Gerechti.g'keitökQmpleii 
besitze. In den 3 anderen Fällen von den f unten, wo ein Komplex zugrunde lag, sind 
die Ausschläge (auf die es uns hitr aber ankommt] sehr deutlich verlängert, die Zeilen 
dagegen nur in einem Fall. 

R--Z. G, A, 
V.P. XJI. -Studentin, R. 52, scheiden? meiden 19 ja 

im (sj 

Hier zeigen beide Werte den Komplex an. V.-P, erklärte sofort, sie habe hei dieser 
Kttaklion fin cid« von Llir Sfrhr g«L»l>(« Freunden gedacht, -die vor k-Ur-iem durch ihre- Heirat 

Zürich verlassen mußte. Diese Freundin, vielmehr ihre Hoch±eit, spielt auch sonn in dem 
Experiment eine grotfe koLEe, 

R.-Z, G, A. 
V\-F, IV. gebildete Dame. R. 52. urheldenr meiden 11 15 

fn) (5) 
Einer der seltenen Fälle, wo die durch einen Komplex bedingte Klangasaoiiation 
ohne ersichtlichen Grund keine verlängerte Zeit, aufweist. Der Ausschlag der das Drei- 
fache des VV. M. betraft, spricht aber deutlich genug. Der GefühUton ruht hier auf melden 



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UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



XL VERHALTEN DE5 PSYCHOGALYAN. PHANOMEKS USW. l?<$ 



R,-Z, C. A. 
V,-P. XIX. Referent R ja, scheiden: meiden S 9 

19) (5) 
Di« kunt R.*Z. erklärt sich dadurch, daß die Reaktion bei mir ein geschliffen ist 
durch die flippen Verbuche, Trotzdem bricht der Kopple* durch und tat objeferir Jim 

Galvanometer kenntlich. Auch hier liegt der Gcfühlvon auf meiden. 
Zur Übersieht stelle ich die Reaktion lusamrneii: 

r.-z, n. A. 

V.-P. L scheiden: meiden 9 5 ] 

Klftd(aaatlatkHH« 
durch leerst verarion bedingt 



v,-p. m 



v.-p. xtx. 



') 


5 


>« 


m 


n 


. 6 


([ = ) 


(J) 


19 


12 


!ii; 


15) 


■ 1 


15 


(Ml 


IS 


■ 


8 


(9) 


(SO 



KlangaswjiaiJOflen 
durch Komplex beding. 



I" ■ 1 meinem Material findt* ich ±wei mal den Keim: stechen; brechen, beide Alale tnit 
kurier Zeit und kurzem Aui5chLi}j. Es wht kein Komplex zu eruieren, der bei der Ai*n 
iLation angeregt norden wite, aber auch kein per*everieferid.er GdBlllttffn van einer vorher- 
gehenden Reaktion, Uas Rpitwort stechen findet s.ch aber an 4. Hielte in unserm Reiz- 
wöjiftif&rmuJajf, also ganz im Anfang, ivd die Aufregung' über das Experiment noch vorhanden 
und' die Einstellung auf den Sinn dc:r Heirwürte daher erschwert ist. Wenn man will, kann 

m*n auch hter8ajjen p die AWenkangH^ 

Komplex, nämlich den, der die auf das Experiment sich, beziehenden Vorstellungen mm 
Inhalt bat. 

Folgendes Beispiel «oll noch einmal den Einfluß der Perseveration auf die Klang- 
as & oratio <»eri zeigen. Di» W. XI. sind 17 und io. 
V.-P, XV. Studentin. 

R. it. jung: all 



R.-Z. 


G. A. 


•A 


2» 


OS 


M 


■1 


= 'J 


13 


7 


'4 


:o 


'1 


s 



♦. 13. trafen: Antwort 

., 13. Staat: Ruflland, 
p 14. trerttip: -köpf. 

_ 15. Stengeli Enpcä 

In Reaktion it waren 2 starke Komplexe angeregt, deren Inhalt für die V.-P. von 
großer Wichtigkeit war und noch iit. In Heuktion 13 wird 4er Gedanke an d eis bevorstehende 
Doktorexamen »ach. das de* V,-F. Anlyfl genug tur Affektentwicktung gibi, Reaktion 13. 
»eigl nichts Besonderes, Reaktion 14 ist sprachlich -motorisch, N!ur das Klangbild TfO(* 
wird aufgefaßt, und dann zu dem Worte Trotzkopf trgftnit Die Oberflächlichkeit dieser 
Assoziation ireist deutlich auf die Ablenkung der Aufmerksamkeit hin, die sieb in der 
Klang atwtiation rj wiederum zeigt. Infö-l^edc-ssen ist der zugehörige Ausschlag auch nicht 
vergrößert» vielmehr beträgt er nur die Hälfte (g.) des W. M ylOi. 

Bei den bisher erwähnten Klaivg&i9Q*iatiQnen mit ,xU langem' Aufschlag war der 
V.-P. der KompLe* noch während Her Reaktion bewußt geworden {$- Krcjte: sp öte. 
Wn.|i]! Qu4l t scheiden^ meiüen.j Vun hndc ich :*be-r in. mein im» Material nach. ctnijfC: 
auffallende KlangassOziationen, die einen deutlich verlängerten Ausschlag zeij^n h ohne diiß 
V.-P, irgend welche Angaben macheu konnre, daß die betreffende Reaktion mit einem 
gefühlsbetonten Üilcbnii, einem Komplex überhaupt» zusammenhinge. 

Wie ich,, abgesehen van V.-P. I, nur wenige KJatigassüiiatLonciL bei meinen 
Versuchen erhalten habe, tu handelt es eich auch im fo-lgttiKleB mir um einige 
wenige Beispiele, von denen mir nber jedes einzelne interesse beanspruchen 
zu dürfen scheint. Durch sie kann mich einmal gcze-i?L werden, welch proUc 



Original from 
UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



I So L. BTN5WANGRTI , 



Bedeutung das Unbewußte für die Assoziationstätigkeit hat. Die Bedeutung 
des Unbewußten für die Assoziation stäti^keit ist aus den Arbeiten Freuds 
am deutlichsten t 11 ersehen (siehe außer der Traumdeutung vor allem: Zui" 
Psychopathologie des Alltagslebens und: Der Witz und seine Beziehung zum 
Unbewußten. Wien, Deudicke :90s) 1 ). Hier soll ein Versuch gewagt werden, 
Llen Einfluß eines unbewußten nder, wie wir besser sagen, wollen, eines ver- 
drängten Kompexcs auf die AfTektentwickluiig, mit anderen Worten auf die 
körperlichen Innervationen, nach iii weisen. Auch hierfür hat Freud schon 
die theoretische Grundlage geschaffen. (Siebte seine Neu. rose nie-hrc In der 
Traumdeutung sagt er S, 343: P1 Dieselbe (näintich die AffektentwicJdung) wird 
als eine motorische ader sekretorische Leistung angesehen h zu welcher der 
Innervationsschlüssel in den Vorstellungen des Unbewußten .gelegen ist" 

Bevor ich auf die Beispiele näher eingehe, mochte ich einige Bemer- 
kungen über unsere Methode hinzufügen. Weicht sie doch in manchem 
von der bis jetzt Li der experimentellen Psychologie üblichen ab. Tu deti 
Grufidiiigeu der physiologischen Psychologie sagt Wundt bei der Besprechung - 
der Methode der Gefühlsanalyse (Bd. 1J> S. 271fr): NJ In allen Fällen bleibt 
übrigens 111 beachten, daß die vasomotorischen wie die respiratorischen Sym- 
ptome an sich nur Zeichen von Inner vationsänderungen in den Atmungs-, 
Herz- und Ücfaßnerrcncentrcn sind, daß sie aber an sich weder über die in 
der Mechanik der Nervencentren begründeten Ursachen dieser Symptome, 
noch über die weiteren physiologischen Zusammenhänge der betreffenden 
Innervationen etwas aussagen. — Vielmehr haben alle diese Symptome zunächst 
ihren psychologischen Wert lediglich darin, daß säe objektiv nachweisbare Er- 
scheinungen sind, die, sofern sie bestimmte Gefuhlsi'orstelrungen regelmäßig 
begleiten, in ihren Unterschieden Hinweise auf entsprechende psychische Unter- 
schiede erkennen lassen. Dabei darf man aber niemals vergessen , daß sie 
eben nur solche Hinweise, nicht im allergeringsten jemals Beweise sind. 
Wo die subjektive Beobachtung nicht das Vorhandensein eines be- 
stimmten Gefühls unzweideutig erkennen laut, da kann man natür- 
lich aus einer noch so großen Häufung objektiver Erscheinungen 
nicht auf dasselbe zurückschMeßen. (Dieser Sata ist von mir hervoi- 



■) Vgl. xutb Bleu]»; Bewoflüeio. uad AEMtiacjou, V, Befrag der Diiga- Awcn.-S-hid. Feiger 

Jung und. ft.ik.liti L Beitrag 5. titj Ubd J mg IV. Beitrag 5. -21 1- Siehe jucli Ju.n g: „Zur PsyCbülLigce 

utuf FadiülügJ* jsü£. ültulter Hiäüanwae. 1 * Leipzig. Mutze 1902. In d« jüngst eiüblfintoeii Arbeit: 
Über die Psychologie der Dementia, pnecox sagt Juag, rjaehdem. ci toq dem Eiiiiuß des Kom- 
pki« uif die A.MO£ia.tiuiiäCiüeL«it E«proctJtD: „TbcGietiscäi wicltig ist dabei, dtfJ der Kompl« 
nicht nötig hat, bewußt ru sein. Er Ilsd auch aus der Verdrängung; eint aofmcTkaimtcitHtor-cndc 
Hr-rnmurjE i m B« wufl (sein senden: er bann mit -andern Worten die isteUektoeUe .Leistung des Jiewoflt- 
teim *uffc*JlCn fwTJängertc Rcaktfruzcit!^ Tcnnuaü glichen (rMilerlp uder in ihrer Werriglteit ber»b- 
wtaiii r [Klangjtalctii3iit!ii!l Siebe ferne» die Studien tu? A*wriatiynsJ*]*r* *"op Münne-ib-erg (Fs=i- 

Ltäge IUI Eiperi neu teilen. Pij-efaultigie, H*f[ 4, S. T. FtceI>1«£ j. R. tÜgi) und dir: tmgeheactr Arbeit 
■. -:\ Scriplure: Übet duu assoziativen Verlauf der V-ü rtleil nagen (WuAdU PhilöSüph. Studien J. Bd. 
Sj jü), übet die Berechtigung vou ui*b*vuli^ii phobischen Vorgängen zu reden «Lad über die Rolle, 
die diese in nuserm Swleulcbeu spielen, siebe auch LJp-p-a: LfittodfiB der Fsyeholo^e fLcipiie 190111 
S, 37 ff-, HöFFd.ing: Psy-cholcigie in Umrissen ani Grundlage der Erfahrung ij. deutsche Auigabe 
LtipiLu rgopj S, 99 fr, nrH EbbiD^bna:; Crandriige der Fsyc-bologu I, Bd. (Leipdg I905J S. J4 JT. 



I . Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 



XL VERHALTEN DES PSYCH OGALVjW. PHÄNOMENS USW. iSl 



gehoben!) Immerhin lehrt die Erfahrung, dafl Spuren vod Gefühlen der sub- 
jektiven Beobachtung entgehen können, solange nicht durch besondere Motive 
die Aufmerksamkeit auf sie gelenkt wird." 

Was hier von den vasomotorischen und respiratorischen Symptomen 
gesagt ist, müßte sich auch auf die ga Iva no metrischen beziehen* über tiefen 
physiologische Grundlage wir indes nech nichts Sicheren wissen. Nach obigen 
Auscinandersetztittgen WuruitS müßte man es daher von vornherein als ein 
verfehltes Beginnen ansehen, die Beziehungen unbewußter Komplexe, deren 
Vorhandensein sith der Selbst beobatbtung entzieht , z q körperlichen Sym- 
ptomen aufzudecken. Es wird aber auch sonst aufgefallen sein, daß wir als 
Konirolle für den Zusammenhang der galvanometrtschen Unterschiede mit 
psychischen Unterschieden in letzter Linie oft nicht auf das Vorhandensein 
eines subjektiv konstatierten Gefühles abstellten. Beim ABSoziationsexperiment. 
wo ho rasch hinter einander die verschiedensten Gefühle miteinander ab- 
wechseln. Sich steigern oder hemmen,, sind die subjektiven Angaben über die 
Natur oder Stärke d ieser G efüh le äußerst uciiuve rlässig. Es bedarf ja so 
außerordentlich grober Gefiihlsunterschiede H camit wir sie durch Selbstbeob- 
achtung unterscheiden kimnen, qualitativ und quantitativ. Wund g-ibt oben 
selbst zu, daß Spuren von Gefühlen der Selbstbeobachtung entgehen können. 
Ich glaube, daß das Galvanos eter, obwohl der Shunt die Stromschwankungen» 
ganz erheblich dämpft, ein viel feineres Reagens für quantitative Gefühlsuntcr- 
schiede ist! Ats subjektive Kontrolle diente uns, wie zur Genüge aus dem 
bisher Gesagten hervorgehen dürfte , der Nachweis , daß eine Reaktion , die 
von einem zu langen Ausschlag begleitet war, au einem geftihlsbe tonten Kom- 
plexe gehört, In der A-fehreahl der Fälle fühlt V.-P, die Konstellation und 
erkennt sie oft rasch, oft auch erst nach einigem Nachsinnen. Wo nun aber 
der Subjektive Nachweis eine& Solchen XLisnimp-.cnhiiiiges nicht geleistet werden 
kann, da bleibt uns noch ein objektives Mittel, denselben :iufim<.Je-rkeri. Es 
ist die von f-reud der Psychologie geschenkte Methode der Psychanalyse. 
Sie hat überall da einzusetzen, wo una der von der V.-P. gegebene Aufschluß 
über eine Reaktion ungenügend erscheint (siebe z. B. die Reaktion 3 Wand; 
Stern bei V.-P. I) und vor alJem da, wo die Komplexe aus der Verdrängung 
heraus, also ohne daß der V.-P. ihre Wirkung bewußt wird, die Assoziation 
beeinflussen. In der Annahme, JaQ auch unbewußte psychische Vorgänge 
körperliche Inwrvatioi Wanderungen hervorrufen können, ™iid uns der bekannte 
Satz Lehmanns, daß ein. äußerer Reiz bis zum Bewußtsein durch- 
dringen rnufl, iiiti organische Reaktionen hervorzubringen, nicht irre 
machen 1 }. Setzt er doch Bewußtsein =- Psyche, Von diesem Standpunkt 
aus kann er natürlich nur m dem Schluß gelangen, daß, wenn ein bestimmter 
äußerer Reiz im Individuum keinen bestimmten Bcwußtscinszustand erzeugt,. 
auch die organischen Reaktionen unterbleiben 1 ). Da Lehmann offenbar nur 
einen psychischen Vorgang verlangt, damit organische Reaktionen ent- 



'] Siebe Lehm iddi Die kcjrperl k ben Äii&tnmgn piyefciscber tuaümiHe. f.beraeüi von 
B*ndi«n, I, Bd. S, li&, h»prie i*99. 
*) Sitte IL Bd, S, JljK 



Original from 
UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



IS2 L. BtNSWANGER. 



stehen, wir aber auch unbewußte psychische Vorgänge anerkennen, so fallt 
der Widerspruch unserer Annahmu mit dem obigen Satze Lehmanns dahin 1 ), 

Das tute Beispiel stammt von einem Ante (V.-P. XVI) 1 der mir in liebenswürdiger 
Weis* allen wünschenswerten Aufschluß darüber gab, Hier geläng tS der V>P, selber, 
nach einiger Zeit den während und n*ch einige Stunden nach dem Kaperiment verdrängten 
Komplex aufzudecken. Die Reaktion lautet ; 

TL-Z. G. A. 
qulkn: Quelle 9 15 

<9) »> 

Uie Jt.-Z. hat denselben Zahlenwert wie das W, M., der Ausschlag ist aber beträcht- 
lich vergrößert. Er mufl sofort darauf hinlenken, eine tiefer 1 gehende inhaltliche Ver- 
knüpfung irischen quälen und Quelle aufruiuebetv Bei der Analyse fallt der V,-P, nur 
ein, daß er kürjlich in der Sfad t U. war mit einer Patientin, die dort operiert werden 
sollte. Da diese Reise nach B, in den Assoziationen der V.-P. -auch an anderen Stellen 
oTKri vOrk&rhmt, ohne eine VergröÜtrUng des Ausschlags iu verursachen, konnte diesem 
Ein fall keine Bedeutung beigemessen werden. Es wird sich jedoch zeigen, dafl die 
.Stadt ü. auf den Komplex hinweist. Jedenfalls wuiit-e- V.-P, nicht, wie et zu 
dieser Assoziation kam, und seine Selbstbeobachtung über irgend «in bestimmtes Ge- 
fühl wÄhr^nd der Reaktion vertagte, Ua es an Zeit mangelte, mußte von einer eingehenden 
Fsychanalyse abgesehen werden. Ic.i war daher sehr erfreut, als mir der Kollege am 
anderen Tag die Lösung schriftlich mitteilen konnte. Es war ihm noch im Laufe des 
Abends eingefallen, daß Quellen ■ona arnom („sempitemi fbns amorU u > früher eines 
ioinfr „Knmplexsymbole" gewesen sei. Es handelt sich um einen starken , Junggesellen- 
komplex", der für V.-P. damals, al> er in jener Stadt B» lebte, xur Quel it vieler 
Qualen wuT-de, Die Worte ,.5empitemi fönt amorla" waren für beide Teile das 
.Symbol der Freu ftd schaff geworden und dienten auch als Grußformel, Erst recht deutlich 
wird die Sache, wenn wir die ganze dem .Schelfe Ischen. Senden tcnliede entnommene Strophe 
betrachten, deren Anfang obiger Vtn darstellt: 

Setapiterni fang amoris, 
CiMMriiltm ErüJtium, 
Pia mater Salvatorist 
Av^ virgo virginumr 

Daß fons amoris auch einen konkreten Sinn hat, braucht nur angedeutet tu werden. 
Interessant ist, daß der Kollege jahrelang nicht mehr an diese Episode seines Lehens ge- 
dacht hatte, und daß sich diese zuerst in den Traumen wieder bemerkbar machte, als er 
sich verheiratet haue (etwa ein halbes- J,ihr vor dem Experiment). Durch die Heirat hatte 
der Komplex zunächst im [Jn ho wußten uinen Zuwachs an Assoiimionen erhalten, die ihn 
zuerst im Traume, und atüdann auch im wachen Bewußtsein die ^Zensur 1 ' überwinden lieDen. 

Die beiden nl£h*K-n Beispiele habe ich selbst geliefert. 

K,-£ G. A. 
R. 2&. drohen - ; Drohne 14 J9 

(9) fei 

Die K,-Z, und der AuMChUjj sind auffallend verlängert. Während det Reaktion 
war mir kein KompLex. bewußt, ich halte auch kein deutliches Gefühl dabei. Nachdem 
ich das keaktionswert ausgesprochen, wunderte ich mich darüber, da. -es -ein mir gänzlich 

"1 iJenau gl :. !: ■!.■ :. getingl ,li:i I. in den j*Üft rU Ijex^rtL-büiiden Filleji der Keia, du* h,eti. 
wort, «um ßewulätstin. Uie V,-P, ttagierca ja mit einem andero Warte du*uL, etJoaeru. ite-ta nich- 
ber an djs Reizwort ilcw W« nicht ühim Uew u-Gu ein gelangt, das ist die Beziehung des Rein?. 
.zu c-incr IwKliqii-reitfli F«r dis V .■!.*. sehr hcdeu.tuTi|fS¥u]len VoTsLel]uag»in*«r. UnJ auch «n diesem 
Sau liiuu n«eh niue KLnachtäiLlciiri^ vüfgeii-uiiimfcn weiden. Oft wird dtiit V.-P. «Itte Heiiefcune tu 
irgend einem Komplex mehr oder wemeer deutlich thrwuüt, iu dein sie bei tokaen Reaktionen ein 
..fietiili] thjh Menu-uuiig'*, «iiw gewisse Utsichcrhriin -die' J<.eak tiitni lcünaLe sich a«i einea KumpLe); 
tvüfEhen 11 * irerc^iiKiit W*m innen nhtt ilurfh>i?iu> fi'i r-«widl wird, <ua ist der KüinpLtJi. seither. 
-M.-MI V'-i^tcliuiöEKi bIm! l. 



Original from 
UNIVER5ITY0F MICHIGAN 



XI. VERHALTEN DES PSYCHOCALVAV. PHÄNOMENS USW. IS3 



fernliegendes und kaum je von mir ausgesprochenes Wort darstellt. Ich konnte auch zu- 
nächst gar kcin€ weitere ASiOELation daran knüpfen, uid gab es auf, einen Sinn für diese 
Reaktion zu fi-nd&n* Erat **ei Monate später, als ich von einer I4[ägigen Heise zurück' 
gekehrt wai und meine Aisotiaticinen wieder vornahm, wurde mir der Sinn des Wort« (ohne 

riafj ich j-etet darnach gesucht Kitte] kLar, und i«ar im aelben Moment, *u mein Auge nuf 
die Reaktion fiel: die: Drohne bin ich selbst! Meine Kollegen hatten mich "!r -damit 
Reneckt, dafi ich so wenig auf den Abteilungen erscheine und ihnen keine Arbeit abnähme. 
Ich hatte mich, nämlich nach und nach gänzlich auf die Wissenschaft Liehe Arbeit beschrankt. 
Von jenen Neckereien blieb aber immer etwas bei mir hängen. AuÜer der vollständigen 

inneren Gewißheit-, die ich beim Entdecken dieses Zusammenhanges verspürte, spricht Auch 
der Umstand f'.:t nie k 1: \-. -.\gxe.\i der Deutung, daß ich sie erat dann .fand, nfc infolge einer 
Reise, auf der ich viele neue Eindrücke empfangen , meine psychologische Konstellation 
eine andere geworden war, womit sich auch die inneren Widerstände verschoben hatten. 
Außerdem war auf der Reise mein reales Interesse an der Kolk, die ich in der AnS-tak 
spielte, in den Hintergrund getreten [vgl. Freud, Zur Psychopathologie des Alltagsleben* 
ä. 84^ Am -ersten Tage nach der Rückkehr hatte der Komplex jedoch heuen ArTe'kt- 
wwach» erfahren, als ich die angestrengte Titigkeii der Kollegen mit meinem Leben 
während der Reise 1 <■-., Ii- h. 

Mein Komplex hat die Gelegenheit wahrgenommen, durch einen Assi mi lall an sproreß 
das Reizwort sich anzueignen und sich zu manifestieren, in ähnlicher Weise, wie alle die 
anderen Fälle von Verlesen, Versprechen usw., die Freud so meisterhaft beschrieben bat. 

Drohen ist ein allgemein unlustbetontes Wort» uidem noch etwaa schwierig zu be- 
antw orten. Au* die*en Umständen ergeben *ich genüg hemmende Momente. Diesen Augen- 
blick der Stockung kann der Komple* benuist haben. Auf dasselbe Reizwort hat eine 
meiner V.-K mit trocknen reagiert. In diesem Falle, wo nur die Zeit, aber nicht der 
Ausschlag - vergröflert ist, ist mir ein Grund für da* Auftreten des Wortes trocknen nicht 
klar geworden £e&. liegt ja sicherlich einer vor), dagegen wurde drohen ganz energisch 
abgewehrt,, da der V,-P,, einer Wärterin., die Entschedung über ihre Verlobung drohte, 
die aus vielfach determinierten Gründen ihr viet Aufrsjfung bereitete. 

Ebenfalls- erst nach jener Reise gelang mir die Auflösung der Klsngassoxiation: 
R.-Z, G. A. Repr. 

R. ?$. bös; Ol 9 13 Besinnen) 

Die Association rindet sich in folgender Umgebung: 

R.-Z. G. A, Kb P t. 
ji t kochen: Küche 7 3 

73. Tinte: Fisch 9 £ schreiben. 

■r,. bös: Öl i3 (Besinnen) 

Ji, Nadel: Öhr 9 4 Stich 

75. schwimmen: Stich 9 10 

Die gehäuften Reproduktionsstoyiingen, die unsinnige Klangassoziation bös:. Öl, du 

Penreveriereji der bei Nadel angeregten Association Such bei Schwimmen,, deuten auf eine 

schwere Störung der Aufmerksamkeit. Diese ist einmal bedingt durch einen gewissen f.rad 

von Ermüdung, in dem ich mich im Momente des Experimentes befand, jw^itens aber 

dutch mehrere Komplexe. Ich war wahrend diese* Abschnittes des Experimentes gleich- 
sam der Zuschauer,, der die Assoziationen wie automatisch an sich vorüberziehen ließ- Erst 
bei der ß-eaktton schwimmen: Stich, die mir gar m unsinnig vorkam, ergriff" mich ein 
deutliches. IJnlnstgeftihl, Der Ausschlag ist dementsprechend hier verg™L5ert, Itn Mittel- 
punkte des Interesses steht die Klangassoziation büs: Ul L ), die ebenso automatisch erfolgte 
wie die übrigen (die R.-Z. ist nirgends über dem Mitteil] Und erit Hpäler mein Interesse 
wachrief, als ich auf die Wirkung verdrängter Komplette auf die körperlichen Innervationen. 
anrmerkdJtm wurde. Trotz mancher Ansät*« kam ich aber anftuigs nicht weiter in der Ana- 

'] Ich hatte beim '*. imprecliED ilca Woil« ÖE i.-ch im cnkriveiitn den VotctellHne,*- 

Jnhill üssseiben im fSs-wuÜLiCLU, i-juA-ru DDT du! K I J II E b j ] 4 



I , Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 



i«4 L, BTNSWANOER. 



lyse. Erst nach der erwähnten Reist, als mir die ganz vergessene Assoziation wieder vw 
Augen bcam, fühlte ich deuUich, daß ich, um die Lösung zu finden, dabei etwas über- 
setzen müsse. [Ich mochte an dieser Aual^'sc zeigen, wie das Unbewußte an der Auf- 
lösung beteiligt ist, und jede willkürliche Deutungsarbeit auagesth Gossen ist.] Der Wider- 
stand war aber noch so groß, dafi mir der richtig* Einfall nicht kam. Ich tappte noch 
piim im Ddükehi] indem ich Öl in, 4keuRi 3 oeil, oll uhersettte Ornmerhin achon eta An- 
satz, sich, von dem Laut Ö freiiuirachen'), dann bös und Öl lusammemog und 
mit französischer Orthographie ichrieb-, so daß ich beuseul, aeul, beuL und 
ähnliche meist ganz unsinnige Wrnte erhielt, Wir werden nachher sehen, daß ich das 
richtige Verfahren einschlug, um die Losung zu finden» daJJ ich mich aber in der Wahl 
dessen, was übersetzt, zusammengezogen und französisch geschrieben werden miiDte, ver- 
griff. Auffallend ist, daß ich bei diesen Versuchen schon auf das Wort Vesoul stiefl, 
eine Station zwischen Basel undFaiis, Da aber noch andere Widerstände iü überwinden 
waren, konnte ich auch mit Paris noch nichts anfangen f>. später]. Wh stand dann von 
der Sache ab, irt der Meinung, hier sei wirklich nichts aufzulösen. Fünf Tage später zog es 
mich wieder iti dieser Assoziation zurück. Sofort kam mir jetzt der Einfall, der den Ein- 
bruch ins Unbewußte bedeutete und den Uauptwideistand bTach. Sei bÜE, 1 das ich bisher 
gänzlich vernachlässigt hatte, indem ich alLes Gewicht auf Ol legte, und das ich auch gar 
nicht zu übersetzen versuchte, womit ich ebenfalls dem Ziele naher gekommen wäre, fiel 
mir der Eigenname Boß ein [dazu fcatee ich rwei Monate gebraucht!), und damit trat mir 
mit großer sinnlicher Klarheit, eine Situation vor Augen, die vor i ■/, Jahren stattgefunden.- 
Wie ich bei Herrn Bö£ 3 einem Lederhändler in X+ einen Koffer kaufte und we dieser 
im letzten Moment mein Monogramm mit. einer schwarzen Flüssigkeit (siehe vor- 
hergehende Reaktion Tinte: Fisch, Reproduktion schreiben) auf den gelben Koffer 
in latei n Ischen Lettern schrieb, Zugleich wurde mir bewußt, daß ich mit dem Klang- 
bild Ö immer einen gelben Farbenton assoziierte. (Am Tag nach diesem Kaufe reiste 
ich nach Paris, was- mir jedoch erst spater einfiel.) Schon hier war mir aber klar, daß Ol 
nichts anderes als „el" (L) bedeutete, das klanglich an bös a^Lmilien wurde. Der Kom- 
plex war noch nicht aufgedeckt. Indem ich mir nun das auf dem Koffer befindliche Mono- 
gramm LB deuUich vorzustellen suchte* fühlte ich, daC ich das Wort Koffer abtrieben 
müsse. I>aiu vollbrachte ich eine bewuflte Arbeit, indem ich mich fmg, wie Koffer auf 
französisch laute: malle* In demae.bon Moment war mir die Losung klar, was sich auch 
in einem unwillkürlichen Aufatmen kundgab. Das m in malie gab die Überleitung zu 
einem Monogramm MLB, das icb oft in lateinischen Buchstaben wie- LB auf einem 
Koner gesehen hatte. Ei ist das Monogramm derjenigen Dame, die erstens mich veranlaßt 
harte, jenen Koffer iu kaufen, zweitens aber mit mir nach Parts reisen wollte, w&& v i -. 1 1 
jedoch zerschlug. Ich war darüber sehr verstimmt. Auf diesem langen Umweg also wurde 
mir erst klar, wer mit bös gemeint sei. (Es ist noch iu herrterken, daß der hier angedeutete 
Komplex nur ein Stück eines größeren, in der Gegenwart nach vorhandenen ist.) Bös 
führte Also zunächst über BGH-Koffer — LB — zu malle und damit zu MLB. Daneben 
lauft noch ein direkterer Weg von bös iu MLB durch die Übersetzung in mal. Hier 
scheint jedoch das lateinische mittuspielen, was sich schon in dem ersten Einfall auf Öl: 
oleum kundgab. Mala wäre die genaue lateinische Wiedergabe für bös in diesem Fall; 
das französische mal ist nur ein Hinweis, Mal machte mir erst dann,, als ich die Analyse 
niederschrieb, auch begreiflich, warum ich auf das folgende Reizwort Nadelr Ohr reagierte, 
was mir ^anz fremd vorkam. Bei der Reproduktion glaubte ich ja auch Stich gesagt zu 
haben. Es scheint sehr wahrscheinlich, daß das klanglich naheliegende und inhaltlich 

determinierte mal-heur die Reaktion Öhr bedingt hat, und jetzt wird mix auch klar., 
warum ich anfangs die Worte bös und Öl immer zusammenziehen und französisch 

sehreibc]i mußte, Es war, wie venn mir jemand gesagt hätte: übereette Ü1S Franzö- 
sische] ziehe zusammen und schreibe einen deutschen Klang mit französischen Buchstaben., 
su wirst du die Lösung finden. Wir sehen deutlich, daß das Unbewußte die Wege vor- 
schreibt, die die Psych an ilyse iu gehen hat. Wir wissen jetzt: übersetzt werden mußtei 
itos in mal, französisch geschriebene Ohr (heur), zusammengelogen mal und heur in 
ma.lh.eur, In dem Worte malhe ur gipfelt die ^.nue Analyse. 



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XL VERHALTEST DES PSYCHOOALVAN. PHÄNOMENS ÜSW, lo"5 

Bei bb's wurde das Klangbild ör jedenfalls sefcon angeregt neben dem Klangbild 
41 (denn von bös zu mal und von mal zu Malheur ist nur ein kleiner Schritt;, Dieses 
mufi jedoch das stärkere gewesen sein (sieh« die gehäuften L in der Analyse), da es die 
entsprechende Innervation der Sprach mualnilacur hervorrief, während ör unausgesprochen 
und unbewuflt blieb. Erst als das Reiiwort Nadel erfolgte, erhielt das bereitliegende 
Klangbild ör eine stärkere .^ergrebaettfln-g" und verdrängte das mir geläufigere: Re- 
aktionswort Stich.. Dieses erscheint dann -wiederum in der folgenden Reaktion. L'm 
nicht iu breit zoi werden, konnte nur das Hauptgeröiie der Assoziationen mitgeteilt und 
vor allem kennten auch die psychischen Triebfedern für den ganzen Mechanismus nur an- 
gedeutet werden. Ich hofft jedoch, fl-erade durch irt*in Tuten Und FehLgehtn zeigen zu 

können, wie der psychische Ablauf einer solchen Seltetanalyae vor sich geht. Die innere 
Sicherheit, die die Losung einer solchen Aufgabe begleitet, kann anderen natürlich nicht 
mitgeteilt werden. Daher wird am ehesten der in unsere Methode eindringen h der an sich 
selber Analysen versucht 

Eh ist nun. keineswegs erstaunlich,, dafl ein verdrängter Komplex! der trott der Ver- 
drängung körperliche Reaktionen verursacht, sich" mit Vorliebe in KLangasscziation-en 
äußert. Vlelmeh c scheint uns das gemeinsame Auftreten von Klangassoriationen und 
skorperlkher Reaktionen ein Hinweis auf die Starte des verdrängten KnmpIeM.es tu sein 
oder besser gesagt, auf den Widerstand, den der verdrängte Komplex iu überwinden hat, 
um bewußt m werden. Dieser Widerstand war in allen drei Fällen, namentlich in den 
incinijren, eklatant, Das- Auftreten von Klang assoziativen ist ja auch, nichts anderes a\a 
ein Zeichen dafür, daß der Komplex: von der Zensur rarüc kg ehalten wird, und sich wie im 
Traume nur in harmlosem Gewände zeigen darf. Der Schluß Liegt daher nahe, daß ein 
verdrängter Komp-l-ea dann körperliche Reaktionen mit Hinderen Worten Äffet twjrtun gen 
hervorruft, wenn seinem Bewußtwerden ein starker Widerstand gegenübersteht. 

Ich finde in meinem Material nur noch ein Beispiel, wo Seh die Wirkung eines 

verdrängten Komplexes auf das Galvanometer nachweisen kann. Es stammt von einer 
gebildeten Dame und lautet: 

JL-Z. G. A. Repr + 
Y.-P, IX. K. 10, essen: essen/ Mittag ]8 38 (langes 

<i6) (16) Besinnen) 
Vier Komplexmerkmale; Wiederholung des Hebwortes, Reprodukrionsstörungi ver- 
längerte Reaktionsieit und verLängertw Ausschlag. V,-P. ist erstaunt Aber das Reizwort, 
Das weist ebenfalls auf einen Komplex bin. Das Krizwort selber kann sie ja nicht er- 
staunen, vielmehr wird das Erstaunen eine Ahnung bedeuten, daß hier etwa* ihr Fremdes, 
d. h. Unbewußtes, in ihr vorgehe. Lange Zeit setzt sie der Analyse großen Widerstand 
entgegen und bringt Ausreden h es falle ihr -sieher nichts ein usw. Endlich kündet ein 
Lächern die Lösung an; Sie esse nicht gern mit ihren Angehörigen bei fremden und habe 
nicht gern Besuch beim Essen zu. Hause, weil die Leute dann sähen, daß sie eine ihrer 
Angehörigen fTantc) nicht gern habe. Was der Gn.nd für diese Antipathie war, wurde 
nicht mitgeteilt. Ich wällte auch nicht darauf dringen. Es ist sehr wahrscheinlich, dii.C 
diese Antipathie gegen die Tante den Komplex darstellt, der sieh hier verbirgt. 

Ein sehr schönes Beispiel von. dem Einfluß eines verdrängten Komplexes auf das 

psvchiseh-galvanische Phänomen findet sich bei Jung und Heterson ffctrain ictoj). 

Es handelt sich um einen Wärter von emotivem Charakter» Ein und dieselbe Serie 
vün Reizwörtern wurde dreimal hintereinander angewandt 3 was besonders deutlich die 

Wirkung des verdrängten Komplexes zeigt Der grüßte Ausschlag der ersten Serie er- 
folgte bei Sonne; brennt* Weitere starke Ausschläge lagen bei den Associationen 
Sonne; brennt, Baden; Parkett, Zahlen: sehreiben und warm: der Oftn- Heiden 

Lebten drei Reaktionen u aren in allen drei Versuchen konstante Störungen vorhanden, 
Alle Reproduktionen waren verändert, mit einer Ausnahme Jagen alle Ausschläge 
über dem A. M. der einzelnen Serie. Von den n?un Reäktion&aeilen waren vier über 

dem w r m.., i*ei fallen damit zusammen, v.-p. versicherte, während der Reaktion niohi: 
besonderes gedacht tu haben. Es fällt ihm auch von selbst nichts ein. Erst als er gefragt 
wurde, was Hoden denn für ihn bedeute, kam plCtiich mit Erstaunen und Verlegenheit 



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lS6 L BIKS-WANtiER. 



heraus, daß vor kunem in der Wohnung der V.-?. ein Ofen schadhaft geworden war und 
den Boden wrfltört hatte, so daß nkht nur <ter Ofen, jondem auch der fcrufiie Teil de* 
Bodens erneuert werden rouflte, V.-P. mußte dies alle* selber zahlen, vas für ihn eine 
yToÜe Ausgabe bedeutete. Außerdem war die Gefahr eines Brandausbruches sehr groß 
gewesen. Dnunit sind alle obigen Störungen velLbtindig erklärt, auch der große Gefühls- 
wert von Sonmr; brennt, Daß der Komplex trotz der Füllt von Reitworten, die ihn an- 
regten, und trotiderai er so rezent wir, in dien drei Versuchen nicht bemiflt wurde h zeigt, 
«eich, starker Widerstand ihm vom Bsw-uDtsein entgegen gö*t*t wLfd-e. 

IV, Teil, 

Statistisch* Berechnungen über die Normal vertue de- 
in diesem leisten Teil der Arbeit kommt es mir daran 1' an, an meinem 
gesamten Malertsile sLatistiacr» dit Gcsetiiriäfligtceiten nachzuweisen, die erstens 
£w lachen K.^Z. und Ausschlag, zweitens zwischen den komplexmerkrmden ins- 
l. --:nn: und dem Ausschlag existieren Wir werden dabei sehen, daß kon- 
stante Beziehungen mischen den genannten Faktoren und dem Ausschlag 
vorhanden aind, die sich über di-e Unterschiede der Versuch sauordruirigfcnt des 
Geschlechts imd des Bildungsgrades der Versuchspersonen hinwegsetzen. Wir 
werden diese Beziehungen bei Jen vier Gruppen der gebildeten und unge- 
bildeten ^fä^ln■et und Frauen gesondert besprechen, um z» zeigen, daß sie bei 
jeder Gruppe vorhanden sind, Warnen muß ich jedoch, die bei den einen 
Gruppen gefundenen Ausschlag&verte ohne weiteres mit denjenigen der anderen 
Gruppen zu vergleichen und daraus etwa Unterschiede in der Emottvität, der 
Bildung oder dem Gcschlechtc abzuleiten. Für solche Zwecke müßte man 
liberal! dieselbe Versucheanordnung anwenden und auch dann müßten indivi- 
duelle physikalische Unterschiede, wie z. K. in der Beschaffenheit der Haut 
bei Männern und Frauen, Hami- und. Kopfarbeitern gehörig - berücksichtigt 
werden. Nur die Werte der. Reaktionszeit dürfen wir direkt miteinander ver- 
gleichen. Ich werde daher die absoluten Werte für die Mittel der Ausschläge 
bei den einzelnen Gruppen gm* beiseite lassen und werde mich darauf 
beschränken, die Differenzen zwischen, den einzelnen. Werten t z, B. dem A, M. 
und dem W, M. mitzuteilen, Da diese Differenzen ausschließlich psychologischen 
Vorgängen ihre Entstehung verdanken (die physikalischen Bedingungen bleiben 
ja während des Versuches meist die gleichen oder müssen,, wenn Änderungen 
doch vorkommen, auf beide Werte gleichstark einwirken), so dürfen wir mg- 
mit den Differenzen in anderen Gruppen vergleichen. Das Material zerfällt 
in folgende Gruppen: 

I- Gebildete i'raurn. 
j. Versuche an. $. verschiedenen Personen. 304 Associationen. In allen 
Versuchen wurde ein Strom durch die V.-l*. geleitet, viermal wurden Messing- 
e I ektraden , eiiim al N ickel eie k trode u ange \\ andt. Die Zahl der gal vanischen 
Elemente betrug einmal 3, einmal 2, dreimal l, 

llr Gebildete Wann er. 

12 Versuche an S versch.edenen Personen, 830 Assoziationen, 
Hinmal wurde die 5 omni ersehe Vc rauch Han Ordnung (Zink- und Kuhlc- 
elektrode ohne durchge Leite Leu Strom) angewandt., j innal Messinge lektroden 



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UNIVERSITVOF MICHIGAN 



XL VERHALTEN DES PS Ytl lOü ALYAN . PHÄNOMENS USW. l$? 

und galvanisches Element (dreimal J N achtmal 1 Element}. Versuch Hc wurde 

für die statistische Berechnung ausgeschaltet. 

III. Ungebildete Frauen, 

5 Versuche an 4 verschiedenen Personen. 4^1 Assoziationen, 
Einmal Sommc rschc Vcrsuchsanotdnurig , zweimal MessingclcktToden 
mit einem galvanischen Element, zweimal WaBscrkontakE mit zwei galvanischen 
Llemcnten. [Bei den 3 Versuchen mit Waegeikontakt wurden 3 NickeleleL:- 
Ironien in je ein Glasgcfa'U gestellt und die Y.-K angefordert, den 2. und 
>, Finger jeder Hand in eines der Gefäße tu tauchen, ohne die Elektroden 
y.u berühren. Dadurch werden Kontaktänderungeri zwischen Elektroden und 
llflnfl Huspesc haltet. Das Versiichsergebnis reicht in nichts Wesentlichem von 
den übrigen Venuchcn ab, nur sind hier die Ausschläge wegen der geringen 
Kontaktflache {z Finger jederseits) gering. Las W. M. der Ausschläge be- 
trug in beiden, an derselben Person aus^etlhrttn Versuchen 2, das A. M- 
ilerselb-en im ersten i ,$. im zweiten (ixo der Ex-pcrimeritntür <lie Komplexe 
der V„*P. kannte) *,& 

IV. Ungebildete Minner 

7 Versuche aji 6 verschiedenen Personen. ^35 Assoiiaiiutienr 
Dreimal Sommer sc he Vc rsu chsa.no rd nun g h dreimal Messing-, eüOFtnl 

Nickelelektroden mit durchgclcitetcm Strom (zweimal zwei, einmal ein galvan. 

Element). 

Insgesamt 29 Versuche an 2 3 V.-P., mit 2160 Assosia honen . Wenn 

wir /unächsl die Mittel der R.-ü, der einzelnen Gruppen miteinander vergleichest, 

so finden wir folgende auffeilende Reihenfolge: (Die Zahlen bedeuten hier 

nicht Yi* sondern ganze Sekunden.] 



p/pii Uapr Zeilen"' 
in % 



Unjebildj Maurer , , 1 


J*4 


1 '— 


a,SJ 


39,5 


i"i.l.' : . 1:1. Frauen . , , 


1,9 


3,3 


<M 


3^,2 


Un£ebi]4. Ftau*n : 


i.5 


*7 


o,s 


33,4 


Obild, 'Mann«- . . . 


l/i 


1,3 


•V 


J2,I 



Mit den Resultaten Jungs verglichen [S, IV. Beitrag, Sr 220) fällt die 
durchschnittliche Erhöhung meiner Resultate uegeiUlber den seinigen auf. 
Dies hangt einmal, wie schon hervorgehoben, ven memer persönlichen, Gleichung 
ab, sodann dürfte wohl auch die tf;inze komplizierte Versuchs-anordnung bei 
meinen Experimenten die Reaktionszeit der V,i', wesentlich beeinflussen- Die 
ungebildeten. Fra.ii.cn (lauter Wärterinnen) sind von der ersten Stelle bei 
Jung in die dritte bei mir gerückt, wahrend sonnt die Reihenfolge dieselbe 
ist wie dort. Dies rührt daher, daß von den vier ungebildeten Frauen zwei 
(beides Schwäbinnen !) r die */h * J cr Assoziationen in Anspruch nehmen, auf- 
faltend redegewandt sind. Ihr A. M. der Zeit ist auch kaum größer als dm 



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ISS L. BltfSWANGEft. 



W. M. Der Assc-Eiationslypus ist namentlich bei der einen auffallend ober- 
Jiaeh.li.ch. Den aus früheren Untersuchungen bekam) Leu Typus einet unge- 
bildeten Frau wies mir eine S'if dem Lande au fge wachsen c Schweizerin auf. 
Die große Differenz der beiden Mitte! bei meinen ungebi idelen Männern 
möchte ich chcntoSc-hr auf sprachliche Unge*-andthcit als auf lebhafte Emo- 
tivitac zurückführen. Dagegen ist die auffallend große Differeni bei den ge- 
bildeten Frauen ein reines deichen ihrer Emotivität, wie sich aus der Ver- 
glcichung der folgenden Werte beweisen lassen wird. 

Tabelle II. 

DlffcfEXll mischen: W. LJjfr'rreiiiincjnEheii W. 

M. lüiI A. M. Lki , M. der Ztil und Jl-ih Zu lutg« ALihhChLJgi' 
-..■.■-' I ..;■ I A. M. der Zeit'j i ia "{ m 

min S^-lcuail^T* 



Gebilde Frauen .....* 7fi 0.4 ~v.' 

Gebikl. Männer . . r . . . z,ß o,z 43,8 

Ung^ijitJ, Männer ij? 0,57 49,9 

UngibiLd. Frauen i f i o t s 40,0 

Zuerst machte ich darouf hinweisen,, daÜ wir in allen duppen eine Ver- 
längerung des A, M, der Ausschläge gegenüber dem W. M. derselben finden, 
Unbedingter als bei der R,-Z., wu intellektuelle und sprachliche Verhältnisse 
mitwirken^ dürfen wir aus der Differenz dieser beiden Atisschlagmittcl Rück- 
schlüsse auf die EmötivitJU der V.-P, machen. Denn da t wo das arithmetische 
Ausschlag mittel gegenüber dem wahrscheinlichen sehr groß ist N müssen auch 
sehr große Ausschläge vorgekommen sein ujnd diese werden bedingt durch 
affektive Einflüsse, Auffallend ist sofort der Wert der Differenzen bei den 
gebildeten Frauen, der die Werte der Linderen Gruppen hei weitem über- 
ragt, Er zeigt uns deutlich t dpa bei dieser Gruppe wirklich eine grüße Emo- 
tivilät Vorhanden war, sn- daß wir berechtigt sind, die große Differenz zwischen 
W. M, und A, M, der Reaktionszeit bei dieser Gruppe lediglich auf emo- 
tive Ursachen zurückzuführen. Aus den widersprechenden Werten der Diffc- 
renxeo Von Zeiten und Ausschlaginittel hei den ungebildeten Männern 
glaube ich mit Recht schließen zu dürfen, dafl die große ZcitditYcrcnz nicht 
nur durch den Grad der Emotj vital jener V.-P. allein bedingt wurde, sondern 
eben durch die sprachliche Ungcwandtheit und die nicht sehr hervorragende 
Intelligenz der meiste]! unter ihnen. Denn hätte die gante Zeilendifferena nur 
emotive (■rundlngCf so niü'Ute Auch die Ausschlagsdiflercnj h die die Emütivi- 
lül angibt, dementsprechend großer sein als bei den übrigen Gruppen, wie 
ilics bei den gebildeten Frauen der Fall ist. Bei den ungebildeten Frauen 
entspricht die niedere Aiiss-chla^diffcrerbi der niederen Zeilendiffcrenz.. Daraus 
müßte man auf eine geringe Emotivität jener Gruppe schließen. In der Tat 
haben die zwei erwähnten Versjchsjjcrso-nen, die der Gruppe den Typus ver- 
leihen, sich nicht sehr über das Experiment aufgeregt. Da jedach zwei Ver- 
buche mit Wasserkontakl unternommen wurden, wobei mit der geringen Größe 



1 Zur rij-jEsiuliL luge ii-h. ilie liiierenieii eJ«t feilen niiLtet nLrtll «iili9l:i1 



Original from 
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XL VERHALTEN DES PSYCH OGA.L VAS. PHÄNOMENS USW. 



eSq 



der Ausschläge eine geringe DiffereFiz der heiiien Mitte] Hand in Hatid geht, 
will ich aus diesem Werte nichts schließen. Aus dem Vergleich der Werte 
der gebildeten Männer kann man auf eins große sprachliche Gewandt- 
heit [geringe ZeitendilTerenz) neben einer ansehnlich entwickelten Emotivitht 
schließen, was mit dem mir sonst bekannten Verhalten der V.-P. übeiein- 
stimmt. 

Als wichtigster Faktor, um die Beziehung von R.-Z. und Ausschlag iu 
vergleichen, bleibt uns das Mittel, das angibt,, um wieviel das W, M. derjenigen 

Auaft-clilägc, die taut T1 tu langen" leiten zusammen fallen, größer ist, als Jaa 

W. M- der Ausschläge des. üesamtvereaches, Für diesen Zweck werden, wie 
schon i.iili:i;l] beschrieben, diejenigen Ausschläge, die mit ,,zü langen^ Zeiten 
vorkömmenj für sich herausgeschrieben und ihr W. M berechnet Ist das 
W. M. dieser Ausschläge größer als dasjenige sämtlicher Ausschläge des be* 
treffenden Versuches, so heißt das; In diesem Versuch entsprechen h ,zu 
langen' 1 Zeiten auch „zu lange" Ausschläge. Die folgenden Werte 
»erden uns zeigen, daß dies für alle vier Gruppen der Fall ist. 

Ich gebe wieder nicht die Werte für die auf „iu lange" Zeiten fallenden 
Ausschlage an. sondern gleich die Differenzen dieser mit dem W. hl. des 
ganzen Versuches. Zum Vergleich werden die schon genannten Differenzen 
der Zeilen und Ausschlagsmittcl noch einmal angeführt. 



Tabelle III, 





mfferenisn »iichcn 








den ^u,( n £i| Lange" 


fKfcreDiEEi nridcfa«n 


Din'«Tenz«ii iTrüfchen 




,■'.-. . -r" lnLknc]*ii Ann 


W. M. der ABl. 


w m do n .Zeil 




nebligen und süjcit- 


.-. klag, und A. M. 


lud A. M. der Ft.- 




licntn Aii^ii:l:lü.|^En 


Jer Auslhlüg« 


Zelt in Keifenden 




'!! i ■ "■. 1 ■:...!. !'• ' 








+ S,3 


7,6 


0>4 




+ 3,8 


'.» 


°,z 


Geb-ild. Männer . r r , r . 


+ 1,8 


2,1 


0,1 




+ ',° 


*,5 


°.S7 



Wiederum weisen die gebildeten Frauen den höchsten Durchschnittfi- 
Yucit aufj d. h. hei den gebildeten Frauen sind die Ausschlage,, die auf P1 au 
lange" Zeiten fallen, am deutlichsten verlängert. Ein weiterer He weis, daß 
die verlängerten Zeiten bei den gebildeten Flauer in der Tat emotiven Ur- 
sprungs sind. Bei den ungebildeten Frauen ist die Differenz, die uns hier 
beschäftigt auffallend gröIScr als die Differenz zwischen W. M. der Ausschläge 
und A. M. derselben und derjenigen zwischen W. M. der R.-Z. und dem A. M. 
der R.-Z. Wir können diese Verhältnisse ausdrücken, indem wir sagen; bei 
den ungebildeten Frauen [unserer Versuche) kemmen wenig lange Ausschläge 
und wenig sehr lange Zeiten vor. Wo die Irtztcrcn aber auftreten., da ent- 
spricht ihnen auch ein deutlich verlängerter Ausschlag {nämlich 6,8, gegen- 
über dem W. AI sämtlicher Ausschläge- = 4). Öder; Die ungebildeten Krauen 
unserer Versuche sind sehr redegewandt, daher eine geringe Differenz zwischen 
W, M, der R,-Z. und A, kl, der K.-£. Ihre „zu langen" Zeiten sind aber 






Original from 
UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



igo L. BIWSWAliCIB. 

deutlich emotiven Ursprungs (starke Zunahme der Ausschläge, die auf zu lange 
Zeilen feilen). Bei den gebildeten Männern, die. wie wir sahen, ebenfalls 
sehr sprachgewandt sied, ist die Zeitverlängerung wiederum deutlich emotiven 
Urs prun.es. Daß die Differenz zwischen dem A, M. der Ausschlage und ihrem 
W. \f. dieselbe ist wie die Differenz, die wir hier besprechen, deutet aber an. 
daß die Verlängerung der Ausschläge, die auf ,,zu lange" 1 * Zeiten fallen» weniger 
ausgesprochen ist als bei den ungebildeten Frauen, Die geringe Differenz, (ij 
der ungebildeten Männer bestätigt, daß die Zeiten hier nur zum kleinen 
Tpü dnrrh emotive l-lr:T¥ijniing(*n verlängert wurden {da dir ihnen entsprrinhnndfin 
Ausschlage -50 wenig vergrößert sind); zum. größten Teil handelt es sich hier 
um sprachliche oder intellektuelle Schwierigkeiten, die als nicht affektive Vor- 
gänge von keiner Verlängerung des Ausschlags begleitet sind 

Wir sehen, daß die Vergleichung der drei Differenzen uns viel genauer 
als die Differenz zwischen dem arithmetischen und wahrscheinlichen Zeiten- 
miticl allein, Rückschlüsse auf die hei dem Experiment zutage getretene Emo- 
tivität der V.-P. gestattet. 

Außer den Beziehungen Ewischeü R,-Z, und Ausschlag für sich allein 
wurden noch diejenigen zwischen Ausschlag einerseits und sämtlichen Kom- 
plexmerkmalen anderseits berechnet. War eine Proportionalität zwischen der 
IJinge der R.-2, und des Ausschlages von vornherein wahrscheinlich (obwohl 
wir einzelne Bedingungen kennen gelernt hatten, die die Proportionalität auf- 
heben!), so ließ &ich über konstante Beziehungen zwischen Ausschlägen und 
Komplestmerkmalen überhaupt zunächst nichts aussagen. Auf Veranlassung 
von Jung schrieb ich daher al.c diejenigen H ,zu langen" Ausschläge für sieh 
heraus, die das einzige Komplexmerkmal waren, dann diejenigen, die zusammen 
mit einem Komplexmerkmal» ganz gleichgültig welcher Art, vorkamen, zu- 
letzt diejenigen» die sich zusammen mit zwei und mehr Komplexmerkmaten 
fanden. Als Komptexmerkmale wurden angesehen: Zu lange R.-Z., alle Arten 
von Reproduktionsstörungen r Wiederholung und Mißverstehen, des Reizwortes, 
stereotype Wiederholung desselben Reaktkms wertes [ hJ Komp]e?£vemeter , )> 
Übersetzung in eine fremde Sprach e t Versprechen, „sonderbare Reaktion", 
Klangassoziationen, die nachweisbar durch einen Komplex bedingt Maren, 
Fehler kamen in meinen Versuchen nicht vor, Man sieht, dafl tfir hier Korn- 
plexmcrkmale anführen, die unter Umständen gar nicht durch die Reaktion 
bedingt sind, mit deren Ausschlag sie verglichen werden (z-, B, Reproduktions- 
störungen infolge Perseveration/. Wenn trotzdem die Große des Ausschlags 
mit der Zahl der Komplexmerkmale zunimmt, su leig: das, daß jene Aus- 
nahmen (die ja mit zu kleinem Ausschlag vorzukommen pflegen) dfrS Gesamt- 
ergebnis nicht zu beeinträchtigen vermögen. 

Ich werde wieder die einzelnen Gruppen einander gegenüberstellen und 
itiir jede Gruppe das arithmetische Mittel des Gesamt-versuches angeben (I), 
dann dasjenige der Ausschläge, die das einzige Komplexmerkmal bilden (Uli, 
sodann dasjenige der Ausschlüge, die mit noch einem Komplexmerkmal vor- 
kommen (111) und schließlich das arithmetische Mittel derjenigen Ausachlüge, 
die mit zwei und mehr Komplexmcrknialen angetroffen werden. 



I , Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 



XI. VERHALTEN DES P5YCHOGALVAM. FI1AKOM&KS USW, 



191 



Tabelle IV. 



A, M- lin.rJieh.j 
.-■'■ ■.!,-= ■■:■: ütügi 



Ajt.-i-i^.ij 1 . du 

, einzige Kanplei- 

. □icr!kiuikl T AritL- 

i:i!!Li:,ul.«!. Kill*] 



Au5»:liLi{^ f l I AlLSdthllg + 2 u.ti> I 

Komplffimerltmill raelr Koa.pLtri- 

A- M, 1 mcAritklt. A. iL 



Gtnild, Fraurn , , , 


'3.7 


iS,j 


»4,9 


19,3 


Gebiid. Männer , , , 


1 13,1 


IgJ 


"M 


■■I.S 


Unctbild. Frauen , , 


6.S 


7,6 


S,S 


IOJ 



Ungeblkj. Männer . 



10,0 



i;,i 



Wir sehen, dal in alten vier Gruppen die durchschnittliche Länge 
des Ausschlags mit der Zahl der Komplexmerkmäle zunimmt! Diesem 
Zusammentreffen ist eine iahtütslosc, unverstandene Tatsache ohne die Kom- 
plcjdchre (und ohne die Psychanalyse). Einzig die Komplcxlchrc gibt un^s 
das Verständnis dafür und zeigt uns die notwendigen inneren Verknüpfungen 
dieser Phänomene. Was das Verbalten der einzelnen Gruppen anlangt, so 
möchte ich nur darauf hinweisen, daß die gebildeten Krauen wiederum die 
deutlichste Zunahme der einzelnen Werte zeigen. Det Werl IV ist mehr als 
doppelt so groß als Wert I, was bei keiner anderen Gruppe erreicht wird. 

Die folgende Tabelle zeigt, in ^ ausgedrückt und auf die Gesarotzahl 
der Assoziationen belogen, wie oft bei den einzelnen Gruppen der Ausschlag 
das einzige Komplcxmcrkinal bildete (1), w.e oft er mit einem (II) und wie 
<ni er mir zwei und mehreren Komplcxmcrbmalen vorkam (III). 

TibelJe V. 



Kompleiirokmil. „,„„„7^, „ „_ . •»'!* Kompl«- 

rtiel k .■ Mi *i 9 



pfcnnerltm&l in ' 



Cebild. Frauen 
Gebild. Mariner , 
Ungcbild. Frauen 
Ungebiia. Minncr 



'W 

1 5.5 

17,1 



'7.5 

'5,7 
'W 
18,3 



IM 

7,S 
IO,J 



Die Tabelle spricht für sich selber. Hesondere Schlüsse daraus zu ziehen 
halte ich noch für verfrüht. 

Daß die gebildeten Frauen in den /erstehenden Tabellen überall, w<i 
es sich um r.eliihlsniomentc handelt, so autfallend große Werte zeigen, mag 
neben zufälligen einen gemeinsamen, nicht zufälligen Grund haben. Die Kiihi- 
tivitdt gilt in dieser Gruppe von vornherein tuiipttnclilidi ,l*.ti RxperlmeiLtaUir, 

nur mm kleinen Teil etwa bemiBt wler durch äußere Umstände bedingt. 
Vielmehr handelt es sich hier um den in der Psychanalysc so äußerst wich* 
tigen Faktor der „Übertragung auf den Ant" (Freud) 1 ), in diesem 
Falle der Übertragung auf den Experimentator. 

E > Siebe Freud: HruttitÜClt eider HvSterJelQilvSe. MOBlESFChriFt tCT Psytlliltrit Uüd .Vill- 
ruiojie. Bd. XVIII, S 4 fii 



Di<5l!lJGd ; 



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*9* L. BItfSWAtfCER. 



Zusammenfassung. 
I. Teil, 
1. Es existieren drei verschiedene Methoden, psychische Vorgänge gal 
vanomelrisch zu utile rauchen: 

a) Applikation unpoiarisierbarer Elektroden au uniyinmetTi sehen Stellen 
der UautoberflaCht (Tarchanoff, Sticker}. 

b) Anwendung von Metall elektroden von erheblicher Spannungsdiffercira 
(Zinlc- und Knhl*»„ ^rmi m f* r nnd F [i ratpn anj 

c) Anwendung; von Elektroden desselben Materials und Leitung eines 
elektrischen Stromes: durch die V.-P. (R. Vigouroux» Fir^ p A, Vigotiroux, 
E. H, Müller, Veraguth), 

i. Über die physiologische und physikalische Grundlage des psyeho- 
galvanischen Phänomens sind! wir noch im unklaren,. Es scheint bis jetzt, daß 
bei allen drei Methoden das- Schweißdrüsen System eine hervorragende Rolle 
spielt, und zwar bei a) durch Lieterung der sog-, Sckrctionsstrome, bei c) durch 
Veränderung des Lcitungswid erstand es der Haut gegenüber dem. durchge- 
leiteten Strom, Die Methode b erscheint als die komplizierteste in bez-ug auf 
die physiologische und physikalische Erklärung, 

3. Obwohl Veränderungen im Schweißdrüsen System bei allen Versuchs- 
anordnungen mitwirken, wissen wir aber noch nicht, ob sie unbedingt not- 
wendig zum Zustandekommen des psychogal valiischen Phänomens sind, und 
wissen auch noch nicht, ob wii wirklich mit allen drei Methoden dieselben 
physiologischen Veränderungen messen, 

4. Ober die letzten physikalischen Verändertingen können wir uns erst 
ganz allgemein äuücrn. Jedenfalls kann es sich „bei der auffallenden Prompt- 
heit und Genauigkeit, die in dein Zusammenhang mischen dem galvanischen 
Phänomen und den psychische q Vorgängen zu beobachten sind, nicht um 
grob physikalische (oder chemische) Vorgänge handeln, die sich zwischen 
beide einschalten. Und vor allem kann es sich nicht um Vorgänge handeln, 
die einmal angeregt, unabhängig' vom psychischen Geschehen gleich abge- 
schossenen Pfeilen ihren Weg fortsetzen, vielmehr sind wir genötigt, 
solche Vorgänge anzunehmen, deren Ablauf fortwährend vom Cen- 
tralorgan beherrscht, gefördert oder gehemmt werden kann,' 1, 

5. Kontaktändertingen an de ei Elektroden können keine wesentliche Be- 
dingung für das Zustandekommen des psychogalvanischen Phänomens (bei 
Anordnung b und c) sein, da es bei Anwendung von Wasserkontakt und 
durchgeleitetem Strom gleichfalls auftritt Jedoch kann unwillkürlicher Druck 
auf die Elektroden in merkbarem Maße auf die Größe der Ausschläge ein- 
wirken, 

6. Tiefe Inspirationen (Seufzer) wirken im allgemeinen wie ein psycho- 
logischer Reiz-, d. h. durch den ihnen anhaftenden Gefrihlston. nicht etwa direkt 
durch die von ihnen Hervorgerufenen vaso motorisch en Veränderungen (Wieder- 
holungsversuche). 

7. Von psychischen Vorgängen haben wir bei den von uns angewandten 
Yersuch&anordnungen (b und c) nur affektive Vorgänge (im Sinne Bleulers) 



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XL VERHALTEN DES PSYCHOGALVAtf. PHÄNOMENS USW. 193 



auf das psycho galvanische Phänomen einwirken sehen. Bei rein intellektueller 
Athen (z. R. Addieren kleiner Zahlen. Lesen jndiflerenter Lektüre},, sowie beim 
Auftreten von Empfindungen, die von keinem deutlichen Geluhl&ton begleitet 
waren, traten keine Ausschlafe auf, 

II. Teil. 

8. h-omplcxrcaktiooeu entsprechen in den meisten Fällen „zu 
lange" Ausschläge (d. h. solche über dem wahrscheinlichen Mittel des 
Gesamt Versuches), nicht gefühlsbetonten dagegen kurze. Der zu lange Aus* 
schlag Lee daher ein wertvolles neues Komplixmerkmal. 

9. Es wird unterschieden zwischen der Assoziationakurve (Veiaguth), 
die die Basis: Hämtlicher Ausschläge eines Versuchs miteinander verbindet 
lind cwi&chcn den Komplex klirren, d. h. solctcn Abschnitten der Assoziations- 
kurve, die sich auf deren Gesamtverlaut als sekundäre Weilen abheben. 

10. L>ie typische Komplexkurve besteht in einem sehr langen Ausschlag 
und darauffolgendem abfallenden Kurvenschenke] mit kurzen Ausschlägen. 
Abweichungen von dieser Norm sind häufig. 1a dein abfallenden Schenkel 
der Komplexkurve finden wir ein dem üesamtverlauf der normalen Assoziations- 
kurve, die immer eine aufsteigende Tendent hat, entgegengesetztes Verhalten, 

11. Ein dem abfallenden Komplexkurvcrechcnkel ähnliches Bild erhält man; 

a) Bei einem, unabhängig vom Experiment bestehenden starken Affekt 
(Kurve 11c). 

b) Durch aktive Absperrung der Aufmerksamkeit von dem Experiment, 
(Kurve I1I> 

c) Durch äuflere Ablenkung (Kurve IV} 

[2. Die in iq und n enthaltenen Beobachtungen lassen sich folgender- 
maßen ausdrücken: 

Ein bestehender Komplex (DauerafTekta Dauerkomentration der Auf- 
merksamkeit auf etwas anderes als die Expcrimentieize) hemmt die psychi- 
sche Verarbeitung des Reizes. Er bleibt assoiiations- und gefühlsarm. 
Aus dem Mangel an neue« Affekten ergibt sich der Mangel an neuen Inner- 
vationen und daher auch das Verschwinden der Ausschlage, Daß die Kurve 
allmählich absinkt, erklärt «ich darauf daß der akute Affekt allmählich erlischt, 
wohingegen die durch, den Affekt geschaffene intellektuelle Hemmungsein- 
stelhing noch längere Zeit anhält 

13. Wenn es sich als richtig herausstellt, daß wir bei den von uns an- 
gewandten Versuchsanordnuiigen im Sinken der Galvanometerkurve eine Zu- 
nahme des elektrischen Lcitungs Widerstandes erblicken müssen h im Steigen 
dtr Kui-vc (lageren eine Abnahm-? desselben* a-o können wi± aagen: Überall 
da, wo ein Zuwachs an Innervation eintritt (bei der Applikation senso- 
rieller und psychischer Reize im Normalzustand., bei gesteigerter Emotivität, 
bei plötzlicher Anspannung der Aufmerksamkeit), nimmt der Lcitunga- 
widerstand ab, überall da, wo es zur Hemmung oder zum Wegfall 
von Innervationen k^rnint, nimmt der Leitnngswiderstand ? li (;ilso 
in den unter 10 und 11 genannten Fällen, ferner in der Ruhe, im Schlaf und 
bei rein intellektueller Albeil). 



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194 I- Blh'SWANGER. 



III. TeiL 

14, Verlängerung der Reaktionszeit ohne gleichzeitige Verlängerung des 
Ausschlags kann vorkommen 

a) bei intellektuellen Schwierigkeiten, wie undeutlicher Auffassung des. 
Reizwortes Wiederholung desselben, seltenem Wort als RefctfOft, 

ii) ungleich viel häufiger unter dem Einfluß der Perseveration. 

Wo ein Komplex perseverert, können die in dag Bereich der Perse- 
veration faltenden. Zeiten deutlich verlängert, die Ausschläge deutlich verkürz- 
sein- Eine Erklärung" hierfür Finden wir iri der Verschiedenheit dessen, was 
wir da, wo es sich um Perseveration handelt, mit beiden Werten messen. Die 
Reaktionszcit gibt die Intensität ücs Widerstreites ? wischen pcraeverücrcodcm 
Ocfühlston und neuaiiflretcnder Reaktion an h der Ausschlag; dagegen das- Re- 
sultat dieses Widerstreites, mit anderen Warten die Aufmetksamkeitsbcsetzung, 
die die neue Reaktion erhält. Wo der pcTsevericrende üeluhlston sehr stark 
ist s wird daher die Reaktionszeit sehr Lang, der Ausschlag aber sehr kura sein, 
da dann die eine Reaktion nur wenig Aufmerksamkeit und damit nur einen 
geringen Gefühlston erhält. 

lg. Verlängerung des Ausschlags ohne gleichzeitige Verlängerung" der 
K.--X, kann vorkommen aus rein sprachlichen Gründen: Der Komplex, der 
sich, in dem verlängerten Ausschlag kundgibt, kann dann auf die R.-Z. nicht 
verlängernd einwirken h wenn der V.-P. eine sprachlich ein geschliffene Asso- 
ziation zur Verfügung steht' an sprachlich eingeschliflencTi AMMtaUoDen 
machen sich die vom Komplex ausgehenden emotiven Hemmungen nur 
schwer geltend. 

16. Die Klangiissoiiatiorcn weisen im allgemeinen einen 1t zu langen 1 "' 
Ausschlag auf N wo *ie durch einen in der Reaktion selber enthaltenen Komplex, 
einen „va kurzen', Ausschlag, wo sie durch Perseveration von einem vor hergehenden 
Komplex hervorgerufen werden. Im ersten r'a.11 kann gewöhnlich eine korrekte 
liefergehende Verknüpfung zwischen den KlBtlfauoiUtioacfi aufgefunden werden, 
im letzterem gewöhnlich nicht. Ein bei einer Klangreaktion auftretender 
iu langer Ausschlag- weist daher anf eine liefergeheiidc Verknüpfung hin, die 
jedoch oft im Unbewußten liegt und durch Psychanalyse eruiert werden muß, 

If. Es scheint, daß aus ilem Bewußtsein verdrängte Komplexe auf das 
psychogLikanischc Phänomen einzuwirken vermögen, 

IV. Teil. 

18. Die Differenz zwischen dem W. Nf. und dem arithmetischen Mitlei 
der Ausschläge ist ein sichereres Kriterium für die Emotivität einer V,-P. als die 
PirVcrcn* zwiychcn beiden Mtltc.fi der Rcakti-Lsna^citcn. Denn bei lcttteren. 
künnc-n auch intellektuelle und sprachliche Faktoren mitwirken, wahrend die 
Ausschlage nur durch affektive psychische Vorgänge bedingt sind. 

it>. In allen 4 Gruppen von V.-P. ^gebildete und ungebildete Männer und 
Frauen) ist das Mittel derjenigen Ausschläge t die mit t ,zu langen." 1 Zeiten 
cinhcrgcheii, grüße r als das Mittel sämtlicher Ausschläge, Es entsprechen 
also durch seh ei Ulli cli in allen 4 Gruppen den „zu langen' 1 leiten auch „zu 
lange" Ausschlägen 



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XI. VERHALTEN DES PSYCH OGALVaSV PHÄNOMENS USW. I95 



20, Tn nUeo 4 Gruppen nimmt die Gräfe des Ausschlages mit der £ah| 

der Kompleumcrkmale zu. — Nur die Komplexlehrc, die aus dem Auftreten 
dejKoTiipIexmtrkinale auf das Vorhandensein einer gefühlsbetonten Vo r stell un^a- 
m;issc schließt, gibt uns das Verständnis für diese Beobachtung;. 

Zum Schlüsse sei es mir gestaltet, meinem hochverehrten früheren Chef 
und Lehrer; Herrn Professor Dr. Bleuler, fürc'as rege Interesse an dieser Arbeit 
und für manchen wichtigen Fingerzeig meinen Dank ausrusp rechen. Feiner 
bin ich zu besonderem Dank verpflichtet Herrn l'rivatdozcnLcn Dr, Jun^-, der 
mir bei der Entstehung und Durchsicht der Arbeit jederzeit mit Rat und Tat 
beistand . 



Erklärung [LtT Kurven, 
Die atifeiner Horizontalen nebeneinander stehenden Stäbchen stellen die 

Reaktionszeiten dar. Die am Fuße der Ordinate befind liehen {kleinen) Zahlen 
dienen, als. Maßstab für die lüngt der Kiraktbn Seiten und bezieh en sich auf 
*/j Sekunden, 

Die auf einer auf- ader abstellenden Linie befindlichen Stäbchen stellen 
die üalvanomelerauflsehlägc dar. Die (groücn) Zahlen der Ordinate gestatten, 
deren Stellung auf der Skala in cm und mm abzulesen. 

Reaktionszeit und Ausschlag ein und derselben Reaktion stehen über- 
einander. (Das Nähere siehe im Text.) 



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An* 'iL et pii-ebj»rrijc|ieo l.'niveraiÜiükLinili in Zürich '. 

Diagnostische Assozlatkrasstudieii* 

XII. Beitrag; 
Über körperliche Begleiter sehe irrungCn assoziativer VofgSnge. 

VWM 

II. Nunberg;, 

Einleitung, 

Aul Anregung von Herrn Privatdozent Dr, Jung habe ich an -einer Reihe 
von Versuchspersonen das A asozialem sex pvriment ausgeführt, tirtd einige der dabei 
stattfindenden psychophysiologischen Veränderungen des näheren untersucht. 

Mji Gcmüts-bewegurigen' gehen bestimmte Veränderungen auf somatischem 
Gebiete einher. Bleuler 1 ) sagt z, E- von derAffektivität; „Gewisse Affekte spannen 
unsere Muskulatur, ändere erschlaffen sie, oder sie bewirken eine andere Verteilung 
[irr Spannung auf die verschiedenen Gruppen." Wenn jemand plötzlich, sich ver- 
ändert, blaß oder rot wird, seulzt, sich unruhig bewegt usw., vermuten wir r daß 
in ihm ein ganz liestimmter Prozeß sielt abspielt, nämlich ein affektiver. Nach 
Bleuler 8 )* ist der Affekt „eine verallgemeinerte Reaktion", nach Breuer und 
Freud*} stellt diese Reaktion 1P eine ganze Reihe willkürlicher und unwillkürlicher 
Reflexe" d-ar. P ,in denen sich erfahrungsgemäß die Affekte entladen," Eine 5<>lehe 
..Reaktion'' kann anscheinend spontan auftreten, oder z, B. durch ein Gespräch 
oder ein gehörtes Wurt hervorgerufen worden sein; sie kann bewnik vertäuten, 
wenn die auftauchenden Vorstellungen mit dem [chkomplex 1 ) sieh assoziativ ver- 
binden, oder unbewußt bleiben, wenn sie diese Verbindung nicht eingehen. Da ein 
sogenannter „Komplex" 1 hJ die Gesamtzahl der auf ein bestimmtes gcfühlibctonles. 
Ereignis sich beziehenden Vorstellungen " *) darstellt, und der Gefühlston nichts 
anderes ist als „ein affektiver Zustand, der begleitet fest vr:n körperliche" Innerva- 
tionen" f K müssen besonders nach Komplexen solche Reaktionen entstehen, 

Für eine Untersuchung der körperlichen Begleiterscheinungen bei Komplexen 
kommen awei Methoden in Betracht r die eine ist die subjektive, die andere die 

■) Arbeiten unl« Leitung van Tter. C.. C-. J^t^j. 

*) Affektivität, '■■. ^i- :.l hülität, Paranoia. 5. j u. [5. Halle a. S. rrjtVi. 

*) Studien über Hütern.'. S. 5. Lei |:nij! und Wien rSy5- [Neue Auflaßt* i^u*.) 

*) Ju"rt|f vtr^Ujht llntt* iLf-cTi I chkaiM \rlkx. ..tliLi VtKiwU'LdiiigwHiilMiu 1)0 Uli*, ttfclctu.- -wii 1 
uns von dem mächtiRtis uj*d immer kdtfJiJi^cn Gelühlitrji* de* csgi-iuis Körpers beßluttet denke»". 
•ICuct die Psychologie rlcr Dementis praecox, t$07|. H. 45. 

*| LtagitOHt, Aswct "Studien : r, Betrag. Jung q. Kikliu, „t'nteFnucrnnigun dw Aanoiia* 
tionen fiepuaifkr". 5. 57. 

r, i Jun^, Ül*cr die rSytliolojjic cicr Dcniniliü prai-euK. Ha]]«: a. S. S. 45. 



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XII. KÖRPERLICHE BEGLEITERSCHEINUNGEN USW. 197 



objektive oder Ausdrucksmethode 1 ). Die Versuchspersonen sind aber nicht immer 
imstande, sich über ihre eigenen intimsten GefüblsvurgiVPK'C *u ftiiütern *>der sich an 
gefühlsbetonte Erlebnis-se zu erinnern. Wir sind daher auf die Au&dnicksmeth<Kie 
angewiesen, der ,,an und für sich alle physischen ävmptome zufallen, durch die sich 
die Gefühlt* und aus Gefühlen z.usa mm engesetzte Gemütstjewegungen nach außen 
kundgeben" *). Dieser objektiven Methode können wir das Assoziationsexperiment 
anreihen, wie es von Jung ausgearbeitet wurde. 

Bei Komplexen treten beim Assoz-iationsexperiment in den Reaktionen ge- 
wisse Störungen auf in Form, von verlängerter Reaktiorjszeit,.Keproduktioi]sstrii - üi i Lgen, 
Fehire aklio neu usw,*). Solche Störungen nennt man „objektive Komplexmcrkmale"; 
sie sind sichtbare Ausdruckserscheinungen der Komplexe und durch den diese be- 
gleitenden Gciühlston in gewissem Simic bedirgi. Bei unseren Versuchen unter- 
schieden wir auf ehest Weise die Indifferenten van den komplexen Assoziationen» 
so daß diejenigen Reaktionen, die objektiv Störungen aufwiesen, in eine besondere 
Gruppe ZQBDUQOlgerw>mmen wurden, während diejenigen, die keine der obigen 
Störungen aufwiesen, in eine andere Gruppe kamein. Spater wurden noch unbewußt 
und U-uuGt komplexe- Assoziationen unterschieden. Es sollte uniersucht werden, 
ob liflim Assoiiatinnwxperiment filr alle diese CiTVppert ihnen eigentümliche iiuUerc 
Veränderungen auftreten. 

Zu diesem Zwecke verwendeten wir den $r>mrnersi:ben Apparat für drei- 
dimensionale Bestimmung von Zillerhewegungen, den Marcyschen Pneumographen 
und das Galvanometer. 

I. Teil. 
Versuche mit dem Sommerscnen Apparat fifr AufccLchnujig drei- 
dimensionaler Bewegungen. 

Freud 1 ) sagt: ,,A]| unsere psyehisehe Tätigkeit geht von (inneren oder 
äußeren) Reizen aus und endigt in Innervation« n." Martins 6 ) schreibt* daß „un- 
willkürliche Bewegungen hei psychischen Einwirkungen, denen etwa eine im Ruhe- 
zustände befindliche Versuchsperson ausgesetzt ist, nicht di-e Ausnahme, sondern 
die Regel sind. Sie erfolgen nicht bloß hei starken und plötzlichen Reizen, im 
Schreck, bei jeder Erwartung- es sind deren mit jeder Beobachtung, mit jeder 
AufmeTk5am.keitsrkh1.ung verbunden/" 1 Preyer*) zeigte, daJJ die Hand lebhaft 
vorgestellte Figuren automatisch aufschreiben kann. Viele der unwillkürlichen Be- 
wegungen der Hände entsprechen also oft bestimmten Vorstellungen, Diese Aus- 
drucksbewegungen können der experimentellen Untersuchung bis zu einem ge* 
wissen Grade durch den SnmmrtscheTi 7 } Apparat zugänglich gemacht werden. 



l ) Wundt, PtraMoglHbt Psychologie, II, Bd. g, Aufl. t^oj. 
a 1 Wandt, I. t, 5, a<i;, 

*f Siehe die Arbeiten von Jung: Diagnostisch*.- .Assoiiationsstudtc-n; Experimentelle Bcoli- 
achtnuiRcn Tirxr tLa* ErinntrungFvermögrn. Ccntralbl. I, Ncrvcnhvilk, u. P*ych. XXVI11. Jahre;. 
*) Ww Tiundeetiuig. S. 315. 1900 (ivrcUe AiifljLßfl 1909} r^iptig n. Wien. 

-' ]-!i-:l: .in-- - *'■''" E-^-y l I iiiLOi^ll: -Jim,! E ' 1 1 1 kj^-i^phi i 1 . EJ. ]. ] kfl 4. Ld;'iifi l^OJ. ..Ober > Liu- 
Lchrc von der Beeinflussung- des Pulses und Atmung durch |. v.ln .'.:■ I-:.- n- ■ S 4 j r . 

*J EH* Erklärung d*« Gfda-n-lwnksensr taprig 18**, 

T ) Sommer, r.c-hrliuch nIct ptiyehnpathülft,fcischeii T']ttcrsuch.un(jftn-i*Lhckäcn. Berlin und 
Wien 18^5. 



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JCj8 H. NtJNBERG, 



Sommer') schreibt: pl Faßt man (dagegen)*) die Physiognomik als einen Versuch 
in der allgemciflen Riehtung eine: Lehrt vom Ausdruck auf, so wird man am Stellt 
einer Physiognomik im alten Stil die Ausdrucksbewegungen vor aJJerti an der Stelle 
zu fassen sudwn» wo sie einer Darstellung und Messung am leichtesten zugänglich 
sind, Dies scheint nun vor allem die menschliche Hand zu sein, welche neben dem 
Gesicht am deutlichsten durch ihre Bewxgungsart die psychischen Zustände aus- 
drückt und dabei im Verhältnis zum Gesicht bei der verhältnismäßig einlachen 
Beschaffenheit der Gelenke eine experimentelle Untersuchung erlaubt." Auf die 
nähere Beschreibung des Apparates verweise ich auf das Buch von Sommer'), 
WO sich auch eine Abbildung des Apparates befindet. 

Hier soll nur das Prinzip desselben erwähnt werden f daß nämjich vermittels 
eines Hebelsystems und Äquilibri-enrngsapparates die Bewegungen der Hand in die 
drei Rau rnkompcine.il ten zerlegt und durch. Schreib Vorrichtungen auf ein Kymo- 
graphion übertragen werden. Ann letaleren werden drei Kurven aufgezeichnet, von 
denen die oberste Stoß-, die mittlere Transversal- und die untere Vertikal- oder 
Druckbewegungen entspricht. Die Hand einer Versuchsperson wird in der von 
Sommer beschriebenen Weise ;tm Apparat angebracht. Es'wcrden nämlich der 
Zeige- und Mittelfinger an einer iim Äquilibriernngsapparat befindlichen Platte lx?* 
festigt* und der Arm im EMioftengeknk unterstützt. 

Gleich bei den erster Verstehen zeigte es sich aber, daß der Apparat uner- 
wünschte Nebenwirkungen hat. Erstens waren die Druck- und StoLäbcwegurLgs- 
knrve sehr inkonstant, sie wichen beständig nach oben oder unten, vorn oder hinten 
sehr stark ab. Die Versuchsperson mußte deshalb fortwährend sehr aufpassen» um 
die Hand immer in derselben Lagt au erhalten. Es entstand dadurch eine sehr große 
Muskelspannung; und infolgedessen ging ein großer Teil der feinen unwillkürlichen. 
Bewegungen verloren. (Eine Versucli£|>erson bekam sogar einen Krampf, da sie 
bestrebt war, die Hand durch das ganze Experiment hindurch in derselben Lage 
iu behalten,) Außerdem iv&r die Haltung der Hatid in sehr hohem Grade von der 
Willkür der Versuchsperson abhängig, Am konstantesten erschien noch die Trans- 
versalkurve, und es werden somit im folgenden nur Heobachtungcn über Verände- 
rungen an derselben mitgeteilt werden. 

Was nun die Rdaanbriugvmg betrifft, so war sie die gewöhnliche, d, 1i, es 
wurde der Versuchsperson ein Wort zugerufen, auf das sie sofort reagieren mußte. 
Der Reiz.- und Reaktionsmoment wurde vermittels eines Morse-Tasters am Kymo- 
graphion markiert. Der Abstand beider Striche wurde nach Beendigung des Ver- 
suches in Sekunden ausgemessen. Es wurde noch am KymOgraphiOn eine Kespira- 
tionskurve angebracht, da nach Martins*) die Armbewegungen von den Thorax ■ 
bewegungen beeinflußt weiden. Die Respirationswellen und die einzelnen Schwin- 
gungen an der Transversal kurve wurden vermittels eines Konius ausgemessen. Vor 
Beginn eines jeden Versuches sind immer durch ein Lut alle Ausgangspunkte der 
einzelnen Kurven in eine Vertikal* gebracht worden, da eine jede leichte Verschie- 
bung dieser Kurven die Resultate beeinträchtigen könnten. 

1} ibid. S, 95. 

a ] Eing«V]am liiert vom YcrfiSMi. 

»} LhiLl. 5. 97- 

*) Betör- iur Psych, u. Phil. 1, & 



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XII, KÖRPERLICHE BEGLEITERSCHEINUNGEN USW, 199 



Zunächst wurden Ruhekurven aufgenommen, d. h. die Versuchsperson befand 
sich in einem solchen Zustande, in dem sie gar keinen Reizen ausgesetzt war. Es 
zeigte sich dabei, daß die einzelnen Schwingungen an der TransveFSalkurvc |*ar£.lle1 
mit den Atmnngswellen verlaufen, und daß einer jeden Atmungswelk eine Schwin- 
gung - der Transversa] kurve entspricht, außer an manchen Stellen, wo eine plötz- 
liche Zucltung zu beobachten war. Im Ruhezustände hangen daher die Armbe- 
wegungem bis zu einetn gewissen Grade mit den Thorax Schwingungen zusammen. 
Unsere Ergebnisse stimmen also mit denjenigen von Martins 1 ) übereinj der die- 
selben Verhältni&se l>eä seinen Versuchen mit dem Plethysmographen fand. 

Nun kam die Frage, ob dasselbe Verhältnis beim Assoziatio-nsexpeFiment be- 
stehen bleibt, 

(Wir müssen aber im vornherein erwähnen, daß wit seht große technische 
Schwierigkeiten hatten beim Bearbeiten der Kurven, da manche Schwingungen an 
der Transversal kurve so klein waren, daß es nur mit Mühe gelang, sie aufzumessen. 
Die, so erhaltenen Zahlen drücken daher nur annähernd die tatsächlichen Werte aus, 
was natürlich die Resultate beeinflussen mußte. Die Ergebnisse mit dem Sommcr- 
schen Apparat müssen also vorsichtig beurteilt werden .] 

Es wurden daher an 6 VetsDchspenooen j* ca. 25 Assoziationen aufgenommen 
und die Größe der Atmungswellen mit denen der Schwingungs wellen an der Trans- 
Yemiknrve verglichen. Die Versuche wurden, mit Ausnahme von zwei Versuclis- 
personen, je zweimal ausgeführt, in Pausen von 2 bis 3 Tagen, Es wurde übrigens 
in derselben Weise bei allen anderen Versuchen verfahren, von denen in dieser 
Arbeit die Rede sein wird. Erstens könnte man dadurch sehen, nb dasselbe Phänomen 
in beiden Versuchen bei derselben Person, konstant vorkomme,, ferner sollte damit 
bezweckt werden, daß die Experimentertegung im zweiten Versuche abgeschwächt 
oder gar beseitigt werde. Jung und Feter&on*) weisen nämlich darauf hin, daß 
infolge der ungewohnten Situation, die durch das Experiment seihst bedingt wird, 
die Erregung eine so große war f daß die Reizworte nicht in ihrer vollen Bedeutung 
ap|>erzipiert werden konnten, wodurch unvollkommene Assimilation und ent- 
sprechende Verarbeitung des gegebenen Reizwortes erfolgte. Dies störte natürlich 
das ganze Experiment, und es ist daher klar, daß im zweiten Versuche, wo bereits 
eine Angewöhnung an das Experiment stattgefunden hat, die untersuchten Ver* 
atnJerungen bedeutend typisier waren als im ersten. Und in der Tat konnte ein 
Nachlassen der Experimenterregung im zweiten Versuche konstatiert werden, falls 
nicht zufällig eine vom Experiment selbst unabhängige Störung vorkam. 

Bevor wir zur Besprechung der Versuche übergehen, sollen die mitzuteilenden 
Zahlen kurz erläutert werden, Die Amplituden der einzelnen Atmungswellen und 
Schwingungen der Transversalkurve wurden nach einem jeden Reize der Reihe 

nitli nua^tirn.'Mcr, nach kurnpIcTtirt Un<l ituliff'jrvnttn Aaaymia t iunen jj&bh »rttluTt *) 

zusammengestellt, und ihr arithmetisches Mittel berechnet, Die Zahlen in den 
Tabellen bezeichnen das arithmetische Mittel der Amplituden, in Millimetern aus- 

i) Siehe I. c. 

*) L^yclio-Physical Invcstipation^ with llic r>alv£nont7tcr and l-'nc-UTnograph in Normal 
»toi Iman* lnihviduaR [Brain, t"nrt r CXV'IN, Vol. jp r igtyv) 

a ( Die EniHcliL-kliiflg. oh indifferent öder kcmpltx, murrte iluriih tlas Fc-hlen «Itr Vor- 
handensein von ..KomplcxiDcrkinBlcn" herTieigcführt. 



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H. NUNBERG. 



gedrückt, die lateinischen Ziffern hingen die Reihenfolge, der Amplituden nach 
einer Assoziation. In den Figuren vurden diese Zahlen, folgend ermaßen graphisch 
dargestellt; jede einzelne Zahl, die die Größe einer Amplitude ausdrückt, sowohl 
derjenigen der Atmung, wie der Schwingungen der Transvcr&alkurvc, wurtfc in der- 
selben Reihenfolge wie in der Tabelle in die einzelnen (Millimeter-^ Quadrate eines 
Millimeterpapiers eingezeichnet, so daß die auf diese Weise gewonnenen Säulen die 
Grüße der Amplituden darstellen. Da. jedoch unsere Zahlen keine absoluten, son- 
dern nur Vergleich swerte darstellen sollen, ^vurde von den Zahlen nur so viel in 
die Quadrate des Millimeterpapiers eingetragen, um den Vergleich der verschiedenen 
Amplituden anschaulich machen iu können. 

Von den erwähnten Versuchen (6 Versuchspersonen) sollen winiächst die allge- 
meinsten Zahlen mitgeteilt werden, d, h. diejenigen Respiration*- und Transversal- 
kurven, die wir durch Zusamrnenreehnung der indifferenten mit den kompl liierten 
erhielten ; 

1 )T III IV V V] VIS 

Atmungswellen 87 8 r 6 8 r S 8,8 8,9 8,7 3,6 

Transversa]schwingunßen . . . . 0$ o h 8 o h S o h 8 o h i> o h 8 qJ& 

Wie die Tabelle zeigt, .gehen die Atmungswelkn mit den Transversalschwin- 
gungen, aufler der ersten und letzten Welle, parallel., d. h. einer tieferen Respiration 
folgt eine stärkere Armhewegung. Bis zu einem gewissen Grade ist also die Starke 
dei' Armbewegungen van der Atmungstiefe abhängig. 

DaG von diesen Durchschnittswerten individuelle Abweichungen vorkommen, 
ist ganz natürlich, wir find*n aber tinter den Individualakten auch solche, die die 
gefundene Regel in ganz besonderem Maße bestätigen, und zwar: 

I II III IV V VI VCI 

Atmung&wellen . .* 13,2 14,1 13,4 13,6 1.3,9 *5-3 L ^. L 

Transversalschwingungen 0,8 i h i o h 6 o h 6 i>& 0,3 0,5 

Hier stimmen alle Wellen ü herein, außer der sechsten, deren Amplitude sehr 
klein im Gegensatz zur sehr großen Atmungsamplitude ist. 

Wie verhalten sich nun diese motorischen Ausdrucksbewegungen nach in- 
differenten und komplizierten Assoziationen? 

Nach indifferenten Reizen sind die Veränderungen an der Transversal- und 
Atmungslcurve folgende: 

1 11 111 iv v vi vir 

Atniungs wehen 8>r 8.5 8,5 8,6 8,5 8,3 8,6 1 



tf J 



^Fir. 

Tran sversalschwingun gen . . 0,5 o,g o,B o f B i.,o oß 

Der rarallelismus ist hier sehr wenig ausgesprochen. Keim Betrachten der 
Figur scheint jedoch im Niveauverliuf beider Kurven eine gewisse Ähnlichkeit zu 
bestehen - 

Nach komplexen Reizen sehen beide Kurven taugender maßen aus; 

1 n in iv v vi vn 

Atmung&wellen 8,6- 8,6 9,4 8,7 8,3 8,9 

Transversalschwingungen . . o,8 n-,$ 0,8 0,-n, Q-,-8 Q\,8 

Wenn nach indifferenten Reiwn wenigstens noch an manchen Stellen und im 
Niveauverlauf heider Kurven eine gewisse Ähnlichkeit au beobachten ist, so findet 






I , Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 



XII. KÖKPKKLICUE BEGLV.tTliRSt MI IKl Mil-fc USW. 



BS 



II. I 



narh ko-mpkxen AsfriTtia Halten, auUer den ersten zwei Wellen., die alter nichts sagen, 
nicht nur keine rbereinstimmung. sondern gerade das Gegenteil statt. 

Das grüßte Abhkiifpgkeitsverhiiltnis der Armlwwrgmigen su dn 1 Atmung !*■- 
steht im Ruhezustände, das geringste Isci Komplexen. Daß die Indiffenenzkurve 
auch Abweichungen 2.e.-L^T . wäre vielleicht darauf zurückzuführen, daÜ l*eim Assozia- 
tionsexjierimcnt eine fo^chjiche Tätigkeit stattfindet, Die ircliffHjrirtilr« Reizwörter 
können ah schwache und kurzdauernde Reize wtraehtel werden, die Verandeningen 

des iiHyiiiHclieTi Zun t arides Ix: wirken, und „,Cie geistigen PruiU-sse einfachster Art 

erweisen sich schon ah Tätigkcitserscheinungfn" 1 ), Diese Tätigkeitsersrheimingen 
äußern siel» natürlich in veränderter Innervation. Außerdem kömmt noch m Be- 

l rächt, was vielleicht pitf-h. wichtiger ist, daü unter der indifferenten Reaktionen 
wahrscheinlich sich mehrere Komplexe heiinden. Die Reizworte folgten sich näm- 
lich in ii ii-..-r :i: \'>.:-n- 1il-ii n;« I: vu h.dniL-.m iUig hingen Pausen, demi i - nniUn- 

abgewartet w r erden, um die Veränderungen an den Kurven sehen äu können. Die 

Versuchsperson konnte sich inidgittlessen in *icn Faunen 
erholen und auf das neue Reiz- 
Wirrt sirll Wieder eLuslelieil. 

Dadurch ging der Einfluß des 
|Hrseverierendru GcfffhlMonee 
der vnrlwrg eilenden auf die 
folgende Reaktion verlöten, vo 
daß wahrscheinlich einige kri- 
tische Reaktionen unter den 
indifferenten sich finden. Wir 
haben gesehen , daß nach 
Komplexen die Übereinstimmung im Verlaufe der Ainrings- und Transversa!- 
kurve aufgehoben ist, es ist daher möglich, daß einige Komplexe die- Indiiferenz- 
kurve U-einflußten. 

Nach diesen Auseinandersetzungen wäre daher der Schluß berechtigt, daß hei 
Komplexen die Hewegungen der Hand sich arders verhalten als nach indifferenten 
Reizen, wnd zwar in dem Sinne, daß bei Komplexen die Armbewegungen weniger 
Vflfi den Thi.r.iüs. hwingungen abhängig sind als im Ruhezustände. 
Zinn fr b hiß wollen wir noch eine Individualkurve anführen: 
i. bei indifferenten Reizen: 

[ 
Atmungswellen ,...,.»«. j t u 
Trans versalsehwuigungvn . - . . o,<> 
2. bei komplexen Assoziationen: 

3 
Atmung wellen ...... r . . ^5 

Transversal*« hwingungen .... 1,5 

Bei indifferenten Reizen ist der ParalMismus vorhanden, l*-i Komplexen ist 
er fast vollständig aufgeholter^ 



:;.:)■; 



1! ü - 



II ll| 11' T Tt 1 ll 




IE IN IV V ¥1 V» 

Fig. 3. 



II 


m 


IV 


V 


VI 


VII 


3.5 


3.5 


3.2 


3.5 


3.1 


3.7 


1,6 


afi 


3-7 


2.7 


24 


m 


II 


[][ 


IV 


V 


VI 


VII 


4.5 


4.5 


4.7 


_!._! 


4.0 


3.4 


o.S 


1." 


1.0 


n,8 


1,1 


2.4 



■l Mir Um, 1. c. s 51J 






Original from 
UNIVERSITYOF MICHIGAN 



11. NUK&Lllt*, 



Wir haben gesehen, daß zwischen indifferenten Associationen und Komplexen 
in Ix-zug auf ihre Ausdrutksbcwegßngerj im allgemeinen ein Unterschied besteht. 
Nun wollen wir sehen, ob auch, in der Intensität dieser Bewegungen eine Differenz 
besteht, 

Hier sollen die Schwitigu.ii.gerL an der Transversal kurve hei indifferenten Reixen 
und komplexen Assoziationen untereinander verglichen werden . 

Wir geben wieder von den all gemeinsten Zählen aus. Sie stellen das arith- 
metische Mittel der Amplituden dar, das gewonnen wurde nach Zusammenrechnung 
aller Welkn, 

Das arithmetische Mittel dieser Amplituden an der Transversal kurve 
beträgt bei: 

i. indifferenten Reizen o,g tnm auf eine Assoziation, 
2. komplizierten Fl ö^Jr Fl „ Fl , t 

Dieses Verhältnis findet skl. bei 5 Ver$uchs|>ersonen_ Bei 3 Personen, 
mit welchen je zwei Versuche aufgenommen, wurden , kommt es in beiden 
Versuchen vor, 

Mut eine Versuchsperson zeig: eine Ausnahme, und zwar: 

1. hei indifferenten Keinen 2,2 mm auf eine Assnaiatirtri, 
■2. ,, komplizierten M iß ,, „ ,, ,„ 

Wegen Mangels an Material kann leider dieses widersprechende Verhalten 
nicht näher diskutiert worden. Oh d:cs ein Ahekuypus oder nur durch die Versuchs- 
anordnung bedingter Ausnahmefall ist t muß daher dahingestellt bleiben. Das Merk- 
würdigt und Beachtenswerte dabei ist aber, daß dasselbe Phänomen bei dieser 
Versuchsperson in beiden Experimenten auftritt. 

Von 6 Versuchspersonen zeigen fünf stärkere Bewegungen der Hände bei 
komplexen Assoziationen, während eine schwächere Bewegungen, 

Die erste beste Inuividuaikurve der erstem Gruppe scigt dasselbe Verhalten 
(d.'h. in diesem Falle stärkere Innervationen}; 

1 H III IV V VI VII 

1. bei indifferenten Reizen . . . 0,5 0,3 0,4 0,6 0,4 0,3 0.3 

2. ., komplizierten , 7,3 t,8 1,4 i p i 1,5 o,6 1,4 

Bei Komplexen sind daher die unwillkürlichen Arm bewegu tigert ändert* 

als bei indifferenten Reizen. Die* weist auf einen veränderten Innervation* 
zustand hin, 

Binswanger 1 ) berichtet, daü beim Assuziationsexiieriment oft tiw willkürlich« 
Bewegungen entstehen., die große galvanische Ausschläge hervorrufen, da sie größten- 
teils von starken Gefühlst önen begleitet sind. Schon an der Ruhekurve sahen wir 
eine .Zuckung, auch beim Assn7Jalion$cKp*M^ment beobachteten wir solche einzelne 
Stöße an den Kurven, Diese Stoß: traten ganz unwillkürlich auf und verliefen 
scheinbar regellos. 

Es lag deshalb die Frage nahe, ob sich hier nieht doch eine Regelmäßigkeit 
herausfinden lieÜe, 



1 

1 J- Diagnostische AsscziatiansütnclLcn. Btitr, KI, ober diiR Verhalten de*; psycliogiilvftiii- 
mticQ Ptiänomcnt beim Asscu-iatJonscxpcrLment. 



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XII. KÖRPERLICHE BEGLEITERSCHEINUNGEN USW, 20$ 

Zu diesem Zweck wurden die einzelnen Stöße nach jeder Assoaiatkin 
abgezählt und der Durchschnitt dieser Zahlen berechnet. Es wurde auch 

versucht r die Intensität der Stöße zu messen . es ergab sich aber nichts 
Gesetzmäßiges. 

DeT Durchschnitt der einzelnen Stöße b*trä£t bei 6 Versuchspersonen nach. 
i, indifferenten Reizen 1.9 Stoß? auf eine Assoziation. 
2, komplizierten „ 3.2 
dagegen hei 3 Versuchspersonen, nach: 

1. indifffLcntcn Rttzen z,z Stößt auf (ine AHKiiiatimi,. 
■2, komplizierten ,, l.l „ „ „ „ 

Das Bemerkenswerte dabei ist, daß bei jeder Versuchsperson, wo nur 2 Ver- 
steht gemacht wurden, in beiden dasselbe Phänomen auftritt, außer bei einer 
einzigen unter den ersten 6 Versuchspersonen , Bei dieser sind im ersten Versuche 1 
nach komplexen weniger Zuckungen vorhanden, im zweiten mehr a(s nach indiffe- 
renten Reizen, 

Ein Beispiel wird diese Verhältnisse am besten illustrieren: 
j r Erster Versteh: 

Ikn indifferenten Reizen 1.0 Stöße, bei komplexen 2,0 Stöße. 
2. Zweiter Versuch: 

bei indifferenten Reifen 1,7 Stöüt\ Wi komplexen 2.8 Stöße. 
Es gibt zwei Typen, die twi Komplexen verschieden reagieren. Der eine zeigt 
im Affekte eine gesteigerte Erregbarkeit; der andere hl im Affekte gehemmt. Cber 
solche Typen schreibt Bleuler 1 ); „Viele Menschen, die ungefähr dem klassischen 
Sanguiniker gleichzusetzen sind, reagieren auf (k fühlsei ndrürke rasch und intensiv; 
der Affekt verfliegt foaJd wieder. Wenn der Sturm VOfflfeer ist, sind die Leute wie 
vorher. Es ist, wie wenn sie durch die äußere Reaktion, durch das Jauchzen, 
Sehimpfen, Drei noch lagen den Affekt , abreagiert" hätten. Mnü der Affekt ent- 
gegen der natürlichen Disposition unterdrückt werden, so führt er wahrscheinlich 
gerade hier, unter bisher noch nicht definierbaren Umständen, zu Verschiebungen 
und Konversionen im Sinne der pathologischen Reaktion Freuds; nachträgliches 
Abreagieren kann dann unter Umständen das Krankheits Symptom, das aus einem 
„konvertierten" Affekt besteht, heilen. " 



Fassen wir unsere Ergebnisse zusammen, so sehen, wir heim Assoziations- 
experiment eine Reihe von Veränderungen der psychomotorischen Innervation, die 
vom Ruhezustande abweichen, nämlich: 

1. Das Abhängigkeitsverhältnis der Armbewegungen von den ThoraXSChwin- 
gungen scheint bei Krvrnph'jcen siifgehube-n zu sein. 

2. Die Ausdrucksbewegungen an den Händen sind hei komplizierten Rehen 
stärker (mit einer Ausnahm*) als l>ri indifferenten, 

3. Die Frequenz der einzelnen unwillkürlichen Zuckungen ist einmal l>ei 
Komplexen geringer, das andere Mal größer. Dieses eigentümliche Verhalten läßt 
an zwei Typen denken, 



\- .'■■ !■:■■■ U iv I-..I- oiiw. S. ii, 



Original from 
UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



*<H H. NUNIH£HC. 



IL Teil. 
Atmung. 

Affofcie kommen kaum ohne TesinratorischH? Veränderungen vor 1 ), Die Atem- 
muskulatur ist zwar z.um Teil willkürlich innerviert, unter gewöhnlichen Umständen 
vollzieht sieh aber die Atmung unwi[i'l;Lij j ]Lcrj , )_ Wundt s ) saejt üher körperliche 
Ke.glriUirsdirinuriiL^ri -der Gefühle, daü sie nur dann einen Wert als objektives Merk- 
mal von Gefühlsvorgängen haben wenn die subjektive Beobachtung das Vor* 
handen sein, von Gefühlen luKtiiti^t, Dor fol^nde SaU ftlurr lautet! ^liumorhin 
lehrt die Erfahrung, daß Spuren von Geiühlen der subjektiven Beobachtung ent- 
gehen können . . " Durch das Assoziationsexperimetit haben wir die Mag] ich keil, 
g-firEihkheto-Tiift Komplexe diaEntistisieren zw können. Wenn daher ein Komplex 
diagnostiziert wird, 50 wird damit auch der ihn begleitende Geiühlston diagnostiziert. 

Wir wollen mm sehen, witsiehdieAtmunfi beim Aa^iaiirjnscKpcriment YWhaJt. 

Es soll hier schon vorausgeschickt werden, daß das Aussprechen des Reaktions- 
wortes die Atmung wenig beeinflußt*), wahrscheinlich weil die Atmungs- mit der 
Spracht ätigkeit feit aMOZÜerl is.l*J. Bei der Atmung ist dir- Spannung der Ketllkopf- 
muskein und Stimmbänder eine aidt're in der In- als in der Exspiration. Diew 
Veränderungen sind nicht passive, snncl^rn duri^h aktive Iniufvalion instand*. 1 - 
gekomfliefie.*). 

Bevur wir zu dtn eigenen Versuchen übergehen, wollen wir uns zunächst dir 
Resultate der bisherigen Arbeiten ansehen. 

Mo SSO-') ist bei Reizung der Sinnesorgane zu keinen befriedigenden Resultaten 
bezüglich der Atmungsveränderungeu gekommen. 

Delaharrc*) fand, <IrB bei Aufmerksamkeit die Atmung au Tiefe und Häufig- 
keit zunimmt, bei geistiger Tätigkeit jedoch abnimmt. 

Lehmann 8 ): Konzentration der Aufmerksamkeit bewirkt unregelmäßige 
Atmung, StaTk unlustbetonte Empfindungen sind von einem Stocken der Atmung 
begleitet, worauf einige tiefe und unregelmäßige Atemzüge folgen, Lustreize be- 
wirken eine Vtrgrölterung da Aiemtiefe. 

Mentz 10 J: Bei akustischen Reizen tritt zugleich mit der Empfindung meist 
eine Verlängerung der Atmung ein, die jedoch hei einiger Dauer des Reizes wieder 
abnimmt. Bei unwillkürlicher Aufmerksamkeit tritt meist eine Atem Verlängerung 

J ) WuTult, Ptiys-, Psycho l*TgLc, UJ. II. S, J71, <,. Aufl. Lcipckg t?OJ, 

tj iWd. 5. $6t, 

>i ibid. S. 371. 

*) Minne mann, Beiträge nr Psych, u. Philoa. Bd. 1. HcEt 4. Atmung und Puls Ixn 

aktuellen Affekt™, 

■ S J Jung und PtttrsOfl-, Psych^Phyiwe»! liweatigataüiia **ith Ihe Galvanometer and 
Fncurnoprapn In Normal and Iniane IndLvLrtuaJs. (BraLn. Fan. CXVIII, Vau. jo. iflü/O 

°J Tigcrstcdl, Lfhrbuch der Physiologie des M*rn5chcn., Leipzig Jy^5- 

? ] Di&fliiOHtik *k-* Pök-s m tn-iug ?hlJ" rlLi; Lok-iLcn VerHnrlmtngcri drüüi'llir-ii. Lfipzkp 1879. 
Über den Kreislauf des Blutes im meira blichen ■Gohirn. I.C'L|JtLg 18BJ, 

•] Kcvuc PhiloMiiihiqup. Bd. 33. iflcu. 

*] Dii.' köT|si.TlpctLL D n AiLÜrrungtn psychischer Zustande. ffhtrartti veft F, B?Rdiit*n 
I. Teil. LeLpBin iflijfl. 

]") Wjjjn.lt, PtiLlt»i. Snidicn. Bei. X1 H [895. Ülwi r\\e Wirkung akustischer Sinnesreize 
Inf Pull und Atmung. 



Original from 
UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



XU. KÖRPERLICHE BEGLEITERSCHEINUNGEN USW. £>5 

ein. bei willkürlicher vielfach Atmungs Verkürzung. Ferner untersuchte er Affekte 
und fand, daß hei Affcktttt meist «int Atemverlängerung eintritt Mit zunehmender 
Stärke der Affekte tritt eine zunehmende Atemhöhe oder Tiefe ein. Er fand auch 
einen Wechsel der Atcmform nach verschiedenen Affekten, 

Zoneff und Meumann 1 ]: Bei der „sinnlichen 1 * Aufmerksamkeit wird die 
Atmung fast vollständig gehemmt, bei der ..intellektuellen" nur partiell oder gar 
nicht. Gleich nach der Reizung nimmt die Atmung in der Nachwirkung an Tiefe 
SU, Mit der Beschleunigung der Atmung geht die Verflachung parallel. Bei unwill- 
kürlicher Konzentration der Aufmerksamkeit tritt Hemmung der Atmung ein. 
Turner hängen die Atem Veränderungen von der Adaptationsfälügkc-it der Aufmerk- 
tamkeH ah. Bei LustzuRiändeit tritt Alembeiidikutii^img und Verfluchung ein- 
Bei Unlust ist die Atmung vertieft und verlangsamt. Aller Gefühlsreaktionen rufen 
mehr Veränderungen an der thorakalcn als fibdutnitialrn Atmung hervur. 

Gent 1 ): Bei kurzdauerndem Spannungszustand ist die Atmungs kurve t außer 
minimaler Abflachung, kaum verändert t dasselbe bei chronischen Spannungs- 
gefiihlen. Wahrend psychischer Arbeit ist die Atemkurve etwas flacher und gedehnt, 
erreicht aber ihre alte Höhe uder üher&tcigi sie nach Vdlenduns der Arl>dt- Unter 
Erregungsgefühl wird die Atmung flacher, beschleunigt und unregelmäßig. Außer- 
dem untersuchte er verschiedene Affekte und bediente sich hierzu der Rcproduk- 
tionsmethode. Er fand: Bei exzi tierenden Affekten ist die Atmung unregelmäßig, 
deutlich gt:g«n die Nnrmalkurve vertieft und Ixrchleunigt ; sie wird aber auch bis- 
weilen flach und oberflächlich. Bei Inst vollen Affekten ist die Atmung frequenter, 
oft flacher und oberflächlicher, üie Atmungsgroß* wechselt mehrfach, Bei editieren- 
den und deprimierenden Unlustaffekten ist di= Atmung unregelmäßig, meistens 
flachet Und verlangsamt der Normalkurve gegenüber. 

Martins*): Bei geistiger Tätigkeit beschleunigt sich die Atmung im Ver- 
gleich zum Ruhezustände, dabei nehmen di-e Atmungsschwankungen an Höhe ab. 
Weder Lust noch Unlust zeigen etwas, Chairak:er.istisr-hes in den Symptomen, so 
daü sie sich nicht voneinander unterscheiden, Es gibt einen Affekttypus, welcher 
gegenüber dem Ruhezustände durch eine gröbere Langsamkeit der Puls- und 
Atmungstätigkeit gekennzeichnet ist. 

Minneman n*): Bei starker Erregung ist die Atmung I ».-schleunig 1 und ver- 
tieft. Bei starken Affekten ist die Atmung unregelmäßig. Am regelmäßigsten ver- 
läuft sie im Ruhezustände der Norm. Normalkurve ist iibcrhau.pt ein relativer 
Begriff. Es gibt große individuelle Differenzen in dem Verhalten verschiedener 
Versuchspersonen ^mül^r" Alfr-ktrea^n. Sprühen bceiiilhiül die Atmung wenig. 

Wir gehen nun über zu den eigenen Versuchen. Die Versuchsanordnung war 
dieselbe wie bei den Versuchen von Jung mit Peterson und Ricksher*}. Ich 

■| Wu iii.lt, PImIl^. SLuitiL'ii. Bd.. XVIII. mj-.i^. t'"1n.'i Ek-RlciletM;bi.'iu.iiii|;n! jHsyniLihiulieT 
Vor^jün^ir hei Atom und I'uIf. 

a ) Wandt. Philo-;. StuJicii, 1kl, XV] II, lijiu.. VolumimtH kurven l*d Gefühlen and 
Affefetta. 

»» I. z. 

t) L c. 

^1 Jttnfi ,iiiil l'cliTsun, I. (. — Juinc und Kickuder: FurtUr [(m-*ügmtkia4 un iUv 
Cjälv.uii:. PihvitüittL'tieMi mul Ri-^iLralion in Norm«! .nul InsatH' [nikvjdu.Llh. Thu Journal n[ Ali 
normal Psych Qlag.y. Vol. IL. Nr. 5. 



I , Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 



206 



H, MrNBfvKC. 



kann midi dabei hier kurz fassen. Es wurde an Mareyscher Pneumograph um den 
Thorax festgebunden und die Resniralionabewegungen wurden auf ein ruhig laufen- 
des Kymue^aphiun registriert, l>ie Ausmessung und IVreehnung der Amplituden 
der Atmungswellen erfolgte in der auf S. 5, ü und 7 beschriebenen Weise. 

Die Versuche wurden an 14 Versuths|>er5onen. an jeder Pt'rain zweimal aus- 
geführt, und jedesmal wurden ca. 2$ Assoziationen aufgenommen. 

Betrachtet man die Atemkurve nach indifferenten Assoziationen, so 
lie-tra^t da* arithmetische Mitte] *\rr Amplituden sämtlicher Atmuugswellen in 
neiden Versuchsreihen zusammen : 



I 
".4 



[] III 

n,7 I2 i x 






] -.4 



V I 
1X3 



MI 

iz,3 L ) (vgl. Fig. j). 



Die erste Respiration nach detii l&izwort int F itii Vergleich au allen anderen, 
am kfeinsten. Alle folgenden Amplituden wachsen bis zur sec listen b die plötzlich 
kleiner wird, und werden mit 



dem nächsten tieferen Atem- 
zuge wieder grüfler. Nach 
der Reizung nimmt in der 

Nach wir kung die Am. im h- an 
Tiefe zu 1 ). 

Die l. 1 .i' -1 1 1: 1.1. '■: .■ -.'■! 1 hti 
Verlauf der Kurve nach dem 
fünften Atemzuge wäre viel- 
leicht darauf zurück zuführen, 

d:iü siili u-iilLiAi-'ln-inh'.-li i2i-.r L - : ,.\,.i\ im kivu i \U-\i i-Imi^' ko:i,|.i|.-\r.- A»i i^sl iuiu-ii U-- 
finden. (Siehe S, 8.) Ee. können aber auch andere Momente eine RoUe spielen. 

Wie verläuft nun die Atmuns ^ komplexen Assoziationen.? 

Das arithmetische Mittel der Amplituden in beiden Versuchsreihen beträgt: 





IE Jll IV v vi 

3n iil'l-.n-iHL. 



11 Itl [\ V VJ VII 

Koüipl*.!*. 



F*. 3- 



(Indifferente . 11,4 11,7 



f f] III IV V VI VII 
n,o 11,2 11,3 11,4 11,4 ii,7 IM 

12,1 12,2 12,4 I2 ' 2 I2 *-\) 



Ev#.Ffc.3). 



Wurden beide Kurven untereinander verglichen, so ist der Verlauf der Atmung 
fast der gleiche: sofort nach item Reizwort ist die Amplitude im Vergleich zu den 
folgenden am kleinsten, in der Nachwirkung" nimmt die Atmung an Tiefe zu. Da- 
neben aber besieht ein auffallender Untt rsehied, nämlich die Atmungskurie bei 
komplexen Assoziationen ist gegenüber derjenigen bei indifferenten Assoziationen, 
deutlich erniedrigt, Der Ihiichsthnitt der sielen Amplituden nach indifferenten 
Reizen beträgt 12.0 mnx und nach komplizierten nur ir,4 nun. Infolge der ober- 
flüfblifrit'Ti und geprellten Atmung bei komplexen Assoziationen ist auch das Durch- 
schnitts volumen der in- und evspirierten Luft geringer. 



1) TjuIj iliraL* Ziililrn mit ^Irneni atif S. 7 nithfc üU.Ti-'iii&tini.iiHrii, ist dadurch zu erklären,. 

cljifl hier mehr und aud^r* V t TKuclirt.[M.THWif L n m:ltjii, lu ,h,' AtniunfPKrölie indavidcwll M'lir 
schwaijkmd ist. so ist dcninur]] iLit hun-taLJ-mitf N-i \ct.-.i tLitiliTLciL V>nun.lnjn?ttHHi*n dn wv- 

■eUedasetCi 

*} Zunclf u. Jlfiimaiin, ]. c. 



DigRizecT t 



ogle 



Original frorn 
UNIVERSITYOF MICHIGAN 



XII. KÖRPERLICHE BEGLEITERSCHEINUNGEN ÜBW. 207 

Fast alle Autoren slimm.fi darin überein, daß bei psychischer Tätigkeit die 
Atmung oberflächlicher wird. Zoaeit und Meumann 1 ) führen diese Abflachung 
auf die Wirkung 1 der Aufmerksamkeit zurück h Gent*) auf die Wirkung 1 von Span- 
nungszu ständen. Nun ist abttr die Auimerksamteit von Spann ungszuständen be- 
gleitet. Nach Bleuler*) ist auch die Aufmerksamkeit nichts anderes als eine Seite 
der Aifektivitüt, Bei unserem Assomtioosexperitient habe.n wir es mit Komplexen 
zu. tun, d. h. mit Vorstellungen, die durch einen Affekt zusammengehalten sind, 
Jung und Kiklin*) sagen: „Wir fassen die Aufmerksamkeit als einen an Assraia- 
lionskoniplexen auftretenden und in letzter Linie durch muskuläre Spannungen 
trharakter isierlen Zustand auf, weither zum beton Lrn Komplex den psycho physischen 
Hintergrund liefert." 

Wir wollen nun weitergehen und sehen, üb dieses Verhalten der Atmtwgskurve 
liei komplexen Associationen gegenüber der Kurve bei indifferenten Assoziationen 
in beiden Versuchsreihen dasselbe bleibt. Das arithmetische Mittel der Amplitude bei 

a) indifferenten Reisen in den 

I 11 
1, Versuchsreihe , 12,2 i£,2 
IL ,. - 10.7 3I »3 

b) komplizierten Reizen in der: 



111 


IV 


V 


VI 


VII 


ii, s 


13.« 


13.1 


13 ,7 


ii.S 


ii(4 


". 3 


11,7 


ii,7 


n.O 


III 


IV 


V 


VI 


Vll 


12,1 


12, ü 


ii.B 


TS ,3 


IM 


10,6 


io,8 


LI,Ü 


11,3 


u.fi 



1 II 

I. Versuchsreihe . 11,4 ir.8 
II. ¥) 10,7 10,6 

Der Verlauf der Atmungskurven ist in den zweiten Versuchsreihen ein ahn- 
licher wie früher, ebenso das Verhalten der Atmungskurve bei indifferenten Assozia- 
tionen zu derjenigen Isei komplexen. In der zweiten Versuchsreihe ist aber die 
Atmung ebensowohl bei komplexen wie bei indifferenten Associationen nicht so 
tief wie in der ersten. 

Unsere Versuchspersonen waren an das Experiment nicht gewöhn t r sie gaben 
sich meist nicht gerade gern dem Experimente hin, die Erregung war daher in der 
ersten Versuchsreihe größer als in der zweiten. (Siehe S, 6.) Gent 6 J kam zu dem. 
Resultate, daß bei existierenden Affekten die Atmung deutlich gegenüber der 
Normal kurve vertieft ist. Minnemann*) fand Ahnliches, indem er sagt, daß bei 
bestehender starker Erregung die Atmung vertieft ist. Bei bestehender Erregung 
ist die Atmung verstärkt, und die angeregten Komplexe bewirken eine Abflachung 
der Atmung, so daß diese letztere Eigenschaft der komplexen Assoziationen bei 
Erregung nicht aufgehoben zu sein scheint. Eine Ausnahme von dieser Rege] wird 
weiter unten besprochen werden, 

Eüe Regel wurde demnach lauten, daß 'bei komplexen Assoziationen 
eine Verfluchung der Atmung stattfindet. Wie bereits erwähnt, gibt es aber 

i) l. c . 
*} !, c. 

■) I. c. 

J } Di ügTlü» ti^dlC '•.-■ 'Vi ititHIhNtUi ii n. I. Bdtr. S. iltj. 

*} 1. 1. 

") l. c. 



I , Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 



?08 |[, NLTNBERG, 



IV 


V 


VI 


VII 


II-5 


u.5 


IM 


IM 


H.7 


Ir ,9 


ii,9 


12,2 



Ausnahmen; 5 Versuchspersonen zeigen nämlich in der ersten Versuchsserie bei 
komplexen Assoziationen eine vertiefte Atmung. Das arithmetiscl>e Mittel der 
Amplituden bei diesen Versuchen beträgt bei : 

I II III 
a} indifferenten Reizen . 10,5 lü,? 11^ 
b) komplexen „ . 11,0 12,3 i2 r a 

Diese 5 Versuchspersonen jejgen starke Komplexkonslellation, indem im 

Durchschnitt auf i-rj komplexe 10 indifferente Assoziationen kommen. Dieselben 

WratLchsperainen haben im sweüen Versuche 13 komplexe auf 12 indifferente 
Assoziationen. Bei den übrigen Versuchspersonen sind inri ersten Versuche 14 kom- 
plexe auf i-o indifferente Assoziationen vorhanden, während im zweiten ij auf n. 
Diese starke Komplexkonstellatiun in ikii ersten 5 Experimenten dürfte auf groüc 
Erregung 1 hinweisen. (Diskussion siehe ü. IS.) 



Die Übergänge zwischen ,,bewußt' f und „unbewußt" sind zwar fließend'),, es 
laßt sieh a!wr nicht leugnen, daß manche, zum großen Teil aktuelle Komplexe 
unter Umständen, eine solche Stärke und Deutlichkeit annehmen, daß sie leicht 
als bewußt abgegrenzt werden kämen. Zwecks Abgrenzung bewußt komplexer 
Assoziationen von unbewußt komplexen wurde folgendermaßen verfahren: Nach 
Beendigung des Experimentes wurde- die Versuchsperson gefragt, ob ihr jeweils 
bei komplexen Assoziationen etwas Bestimmtes eingefallen sei, nb sie sich an ein 
für sie wichtiges Ereignis erinnerte usw. Diejenigen Reaktionen, welche objektive 
Komplexmerkmak aufwiesen, und hei denen eine dieser Angaben gemacht wurde h 
zahlten wir zu den bewußt komplexen Assoziationen. Alle anderen und auch solche, 
bei denen die Angaben nicht ganz sicher waren, gingen unter die Kubrik der un- 
bewußt komplexen Assoziationen. Unter den bewußt komplexen Assoziationen be- 
Jindcai sich daher nur solche, die ganz deutlich bewußt waren, während unter den 
unbewußten wahrscheinlich t-inige voii den ersleren vorhanden waren, sowie Perse- 
vera t Jonen von ersteren. 

Der Verlauf beider Atniutigsliurven ist ein charakteristischer für die bewußt 
wie unbewußt komplexen Assoziationen . 

Das. arithmetische Mittel d<r Amplituden bei unbewußt komplexen 
Assoziationen: 

I II 111 IV V V[ VEI 
10,5 11,2 n,4 n -4 1I - i XI >7 1I -7- F J£' 4- 
( I ndi ff ct«iiz kurve 11,4 11,7 12,1 12,2 12,4 12,2 12,3, Fig. 3») 

Was zunächst den Verlauf dieser Kurve angeht, so ist er demjenigen der 
gemeinsamen Komplexkurve ziemlich ähnlich. Das wird dadurch zu erklären sein,, 
daß die unbewußt komplexen Assoziationen die letztere stärker beeinflussen konnten 
als die bewußt komplexen, indem auf zjq nnhewußt komplexe Assoziationen nur 
III bewußt komplexe fallen. Im übrigen ist der Verlauf demjenigen der Indifferenz- 
kurve (vgl. oben) gleich- Es besteht aber ein erheblicher Unterschied, und zwar in 

') Freud, t>n.- Tr-aurmkulMng. 



I , Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 



XII. KÖRPERLICHE BPGLEJTRRSCHEINIJNGEN USW. 



sog 




|l l|l IV V VE I ] ] 

IJnfcWwulSle. 



II IM IV V V| TJI 

huwuUlr. 



Fig. 4- 



der Atmungsgr&Be. Fast alle Amplituden sind hier kleiner als in Fig. 3- Ferner 
ist der Verlauf unregelmäßiger als in d*n Trüberen Kurven. Der erste Atemzug 
ist sdir Kcjirvüt ; au*:h djv Knispanrnina der Atmimg ist in der Nachwirkung am 
Ende der Atmungsperiode eine intensivere, d L h. die Atmungsticfc nimmt ver- 

hälUtistnäßig ge^en Ende stär- 

; gjjfcgj] ker bö. Die Differenz zwischen 
di-iu 11--I1T. iiiut k-f/U-M Atem- 
zuge in der Amplitudengröße 
beträgt ki unhuwußl kom- 
plexen Assoziationen 1,2, wäh- 
rsnd sie. naL-li indifferenten 
Assoziationen nur u,o mm 
t>et ragt . Die Nach wi rkun g 
i&t daher Iwi unl>ewußt kom- 
pletten Assoziationen stärker. Das arithmetische Mittel aller 7 Amplituden beträgt 
\k\ indifferenten Assoziationen r2 h o und. hui unbewußt komplexen nj. 

Wenn beide Versuchsreihen gesondert betra-chiet werden, äußern sich die 
unbewußt komplexen Associationen in der Atmung auf ähnliche Weist' Das 
arithmetische Mittel der Amplituden in der: 

I TI TU IV V VI VII 
I. Versuchsreihe Io f 8 11,8 llja 11,7 ir * r I2 *3 12 ^ 

II, ,, i''.j im.: io t 8 1 i._- ii, ■ n a z 11.3 

Was VerlauT und Atmuugsgroßt anbetrifft so sind sie dir; gleichen wie 
in Fig. 4. Die zweite Versuchsserie zeigt aber kleinere Amplituden als die erste. 
Dies dürlte auf die größere Experiment erregüng im ersten Versuche Itl be- 
ziehen sein. (Siehe 5. 6, 14 und 15.) Ferner ist der Verlauf, besonders im 
ersten Versuche, sehr unregelmäßig. Es könnten hier Sfwei Faktoren eine K^lle 
■piden; Zunächst im ersten Versuche die starke Experimenterregung:; ferner 
befinden sich wahrscheinlich . wie bereits erwahrt , unter den unliuwußt kom- 
plexen Assoziationen einige ijewiißtsrhi«d:il(igL\ weldie- dir AlmiiTigskurvr U- 
einflussen konnten. Diese Vermutung wird dadurch bestätigt, daß in der 
EweitMi Versuchsserie die Kurve viel regelmäßiger verläuft, und daß beide 
Atmungskurven hei bewußten komplexen Assoziationen fast parallel verlaufen. 
(Siehe unten.) 

Eine Versuchsperson, die war drei ganz sicher bewußt komplexe Asso- 
ziationen hatte, dafür aber mehrere unsichere, die deshalb den unbewußt 
komplexen angereiht werden mußten, Eeigt ebenfalls denselben Verlauf in 
der Atmung hei unbewußt komplexen Assoziationen. Das arithmetische Mittel 
der Amplituden betragt lui dieser Vmuchsperäon hei unbewußt komplexen 
Assoziationen : 

I H HI IV V 

97 W !S-3 ^7 IM 

{Indilferenzkurve 11,8 14,6 16.9 16,4 17,5 

Aus diesen Versuchen folgt, daß die unbewußt korrtpleHen Assoziationen 
hemmend auf du: Atmung einwirken. 

DiiciLotlivclH AiMJiiuM-QiiJuiJe». IL ' 4 



VI 
I5,i 
16,7 



VII 

13,8 






k 'ö l 



Original frorn 
UNIVERSITYOF MICHIGAN 



H. NUNBERG. 



Nur. kommen wir zu den bewußt komplexen Associationen. Arith- 
metische Mittel der Amplituden beider Versuchsserien beträgt: 

1 II III IV V VI VII 
ir,8 n h j 11,1 11,4 1J *5 ir .9 Öf*- Fig. 4. 
(i, Indifferenzkurve 114 11,7 12,1 ia h 2 12,4 12,2 12,3. Fig. 3.) 
(2. Unbew. kompl. 10,5 11,2 11,4 11,4 11,2 11,7 11,7* Fig. 4.) 
Di« erste Respiration ist «ine sehr liefe, dann folgt «ine Hemmung, die mit 

rlpm dritten Atpinj.iig ^ngar starker wind, als Hlp an rls»r pnt«.prfH*h finden '■UpII?: hfti 

unhewyUt komplexen Assoziationen h worauf eine umso größere Entspannung er- 
folgt; die Atmung wird am Ende so tief wie bei indifferenten Assoziationen. In der 
ersten Hälfte verläuft die Atmung bei bewuüt komplexen Assoziationen ganz anders 
als bei unbewußt komplexen [ es erfolgt nämlich bei den letzteren sofort nach dem 
Reizwort eine Hemmung, wahrend hier der Hemmung ein tiefer Atemzug voran- 
geht- Wir haben gesehen, daß bei starker Erregung die Atmung vertieft wird. Nach 
Zoneff und Meumann 1 ) verstärkt Unlust die Atmungstätigkeit. Wenn ein be- 
wußter Komplex getroffen wird, erfolgt Erregung, die von Unlust begleitet ist, 
was die subjektive Beobachtung gelegentlich bestätigen kann. Die Gefühlsbetonung' 
solcher Komplexe ist sehr statk, dit auftauchenden Vorstcllungsmassen nehmen 
die Aufmerksamkeit in Besehlag, die ihre Wirkung in Form der folgenden Hemmung 
äußert; der durch die Aufmerksamkeit hervorgerufene Zustand bildet „den psycho- 
physischen Hintergrund für den betonten Komplex 4 ' 11 ), (Siehe S- 14.) Der Verlauf 
der Atmung ist daher bei bewußt komplexen Assoziationen ein anderer als bei un- 
bewußten, und wir können mit Freud 5 ) sagen, ,,daß Erregungen, deren zugehörige 
Vorstellungen der Bewußtseinsfahigkeit ermangeln, anders- aufeinander einwirken, 
anders verlaufen und zu anderen Äußerungen führen, als die von uns ,normaT ge-- 
nannten, deren Vorstdlung&inhalt uns bewußt wird". 

Bei unbewußt komplexen Assoziationen ist die Atinung^kurve gegenüber der 
der indifferenten Assoziationen gehemmt, ebenso ist es aber auch bei bewußt kom- 
plexen Assoziationen, denn der Durchschnitt der .gesamten 7 Amplituden beträgt 
bei den letzteren 11,5 (bei indifferenten Assoziationen 12,0, bei unbewußt kom- 
plexen 1.1,3). Daß diese Gesamthemmung geringer ist als bei unbewußt komplexen 
Assoziationen, rührt vielleicht ?on der bei bewußten anfänglich auftretenden Er- 
regung her, welche infolge ihrer Nachwirkung die ihr folgende Hemmung unvoll- 
ständig sfch entfalten läßt. Bei Affekten nämlich, welche aus einzelnen Gefühls- 
arten sich zusammensetzen, beeinflussen sich diese Gefühle gegenseitig, kreuzen sich 
und können sich sogar in ihren Wirkungen aufheben*^ 

Treten dieselben Phänomene bei bewußt komplexen Assoziationen in 
beiden Versuchsreihen auf? Arithmetische Mittel der Amplituden: 

1 11 in iv v vi vn 

I. Versuchsreihe 12,5 ii,q £1,7 12,0 12, ■> 13,4 iz,S| 



it }Fig. 5. 

II- 11 IX*a 107 it>,5 lOjfl HjO «<5 ll *?l 



L| L t 

1| Jung, I. c. 

*| SimittJuug kleiner Schriften aur Neurosen lehrt. Zw \-i--- Folgtv Ldpüj u. Wien igoy, 
Bruchfctütk einer HySterieanalyse, 5. 103. 

*} Wiiudl, Phyä, P^ytb, It. 0. Ilt. Bd c 



I , Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 



XII. KÖRPERLICHE BEGLEITF.RSCIiEIXlTNGEN USW. 



Diese Kurven zeigen nicht nur dieselben Eigenschaften wie die Kurve in Fig. 4, 
sondern verlauten sogar fast parallel. Der ümnd hierfür dürfte sein, dal} hier nur 
ausgewählte Associationen zusammengestellt wurden, d L h, nur nein bewußte, FenttT 

verläuft die zweite Kurve 
flacher ab die erste, das bietet 
aber nicht* Neues. 

Auf S, 15 sind 5 Ver- 
suche angeführt worden, die 
bei kurni'h'Hen Aw"ftiativnen 
eine vertiefte Atmung haben, 
es wurde alw-r d«ft bemerkt, 
daß diese Ausnahmen erat hier 
BL-spreelLung fiudun können. 
Kom]x>nenten zerlegen h d. h- tu die 
Arithmetische 




ihn 



Ki B .(i. 




Wir wollen diese Almungskune 

Atmungskurve bei bewußt und uiiIkwuUI komplexen Associationen 

Mittel der Amplituden bei; 

1 n in iv v vi vii 

a) unbew. komplex, Assoziationen *> h p 11,8 n,6 ii.o ti,« 11,5 u,G 

b) bewußt JP H 12,4 j a.7 I2 h g i* ( 3 Ji,6 '2,4 ii»ö 

c) indifferent M „ 10,5 10,7 11,4 11.5 11,5 11,4 11,4. 

Der Verlauf stimmt wenig überein mit den bisher bekannten Kurven, außer 
der bei indifferenten Assoziationen. Die Kirvc bei bewußt komplexen Asso- 
ciationen hat die giöüten Ampli- ^ fr 
tudeu, bei unbewußt komplexen 
schwankt sie in den Grenzen 
der Atmung skurv« bei indiffe* 
reftten Assuziaiioneti. Die At- 
mungskurve bei unbewußt kom- 
plexen Assoziationen ist aber 
der liei indifferenten weniger 
ähnlich, als der bei bewußt 
komplexen, sie tat aueh un- 
bedeutend gegen diese ver- 
tieft. Das arithmetische Mittel 
aller Amplituden betragt bei 
indifferenten Assoziationen iij?, bei unbewußt komplexen 11,3 undi bei hewuBt 
komplexen 12.3, Das Atimmgsvolumen ist also bei letzteren am größten. Die 
Differenz bei Indifferenten Assoziationen und unfeflfWttfH komplexen ist eine 
minimale. Am meisten nähert sich noch lern Durchschnittstypus, was den 
Verlauf anbetrifft, die Atmungskurve hei bewußt komplexen Assoziationen, 
■d. h. sie zeigt anfänglich eine vertiefte Atmung und eine später eintretende 
Hemmung. Am meisten weicht WMn Durchtfhrtitlstypus die Atmung bei un- 
bewußt kumplexen Assoziationen ab, sie ist sm unregelmäßigsten, vielleicht ver- 
ursachen diesen Verlauf einige bewußtscilfisfäliite komplexe Assoziationen, die wegen 
der schlechten Introspektion der Versuchspersonen mit den unbewußt komplexen 




I II 111 IV v V 

Uotawalftf. 



in iv v vi vn 



Fi*. 6, 






Original frorn 
UNIVERSITYOF MICHIGAN 



II. NUNÖERG. 



Assoziationen zusammengeworfen werden mußten. Wir haben bereits erwähnt, daß 
diese Kurven von der eisten Versuchsreihe stammen, wc die Versuchspersonen er- 
regt waren, und müssen noch hin zufügen, daß diese Experimente mehrfach, unter- 
brochen werden mußten. Es scheint nun, daß hei einem außerhalb des Experimentes 
bestehenden Affekt sich nur die bewußten Komplexe äußern könnenj namentlich 
in Form von verstärkter Atmung, wahrend dieselbe bei unbewußten Komplexen 
nur wenig von derjenigen bei indiffsrenten Assoziationen abweicht. 

Sc h lu G f olg e- r u n g-, 

i. Die Atmung hl l>ei Komplexen im Vergleich mit der Atmung bei indifferen- 
ten Assoziationen gehemmt. 

2. Unljcwußte und tawuJJte Knmptexe differieren voneinander im Atmungs- 
LypnsL die unbewußten Komplexe zeigen eine starke Hemmung der Atmung, während 
bei bewußten Komplexen außer Hemmung noch Erregung vorhanden ist. 

3. Bei einem außerhalb des Experimentes bestehendem Affekt scheinen 
sich nur die bewußten Komplexe in der Atmung, die. verstärkt wird, äußern 
zu können. 

4. Bei starker Experiment erregung wird die Atmung vertieft, 

5. Es gibt zwei verschiedene Komplexatmungstypen. 

D&t eine äußert sieh in einer stark gepreßten Atmung, Das Atemholen ist 
erschwert, es besteht eine Art Dyspnoe, auch ein Beklemmungsgefiihl h das wahr- 
scheinlich Teüeischeinung der Angst werden kann. Die Ursachen dieser Beklemmung 
sind meistens nicht bewußt- Eins solche Atmung würde ungefähr dem Atmungs- 
typus bei unbewußt komplexen Assoziationen entsprechen, Der andere- Typus ist 
ein solcher, bei dem die Atmung unregelmäßig wird, abwechselnd tief und ober- 
ilüchlich t quasi seufzend. Die Seufzer treten entweder scheinbar spontan auf p oder 
bei einem z. B. im Gespräch atigeregten Komplex. Wenn man nach dem Grunde 
des Seufzers fragt, bekommt man häufig zur Antwort, daü ein gefühlsbetontes Er- 
eignis berührt w-uroVr Diese zweite Art au atmen würde ungefähr unserem Atmungs~ 
typus bei bewußten Komplexen entsprechen. Üb sich diese zwei Typen in praxi 
tatsächlich trennen lassen» können natürlich erst weitere Beobachtungen entscheiden. 

III- Teil 
Respiration und pspchogalv&niaches Phänomen. 

Wir haben gesehen, daß die Respiration in typischer Weise durch bewußte 
und unbewußte Komplexe beeinflußt wird. Wie uns die Veraguthsche 1 } und 
Binswangersche 1 ) Arbeit geaeigt haben, dürfen wir auch vom psychügAlv attischen 
Phänomen ein besonderes Verhalten gegenüber die&cn KinflüfiEen erwarten. 

Die Versuchsanordnung war eine derartige, daß die Galvanometer- und Re- 
spirations Veränderungen auf einer Trommel gleichzeitig registriert werden konnten. 
Die Anordnung war dieselbe wie sie J ung beschrieb, Ich verweise daher auf sci-iic 

') Pw pgyehcgltvanisclir Refl-c-xpriänonicn. Karger, I3er]m 1909. 

■] rfiagrjOFilLBche AsMJtLatlonastuclicn . Bcitr. XL Ob« Jus Verhalten defl pftjwfccgllVUll- 
schen Phänomens beim MmUlfaaKJeperiaLcat 



Original from 
■ ^ H, S"*- UNIVERSITYOF MICHIGAN 



XII. KORFEHIJCHE BECLEirERSCHEINUSTfiEN USW. 313 

Arbeit 1 }, ebenso auf folgende Arbeiten: Jung und PeteTBOB*), J kitig und Rick- 
5 her 1 ) und Binswanger 4 ). 

Es wurden an 10 Personen zq Versuche ausgeführt, Binswangcr hat die 
Untersuchungen von Veraguth und Jung fortgesetzt und in seiner Arbeit „Über 
das Verhalten des psycliogalvanischen Phänomens beim Ass&siatkmsexp« nimmt'' 
gezeigt, daG „das psychogalvanisehe Phänomen seine Entstehung rein affektiven 
Vorgängen verdankt, d r h. solchen, vOn denen 1*1 r bissen, daß sie alle Wirkungen 
auf die Funktionen des Körpers haben. Diese Wirkungen beruhen auf Innervations- 
änderungen". Innervationsänderung k'ulk'Tt sich in Herabsetzung des elektrischen 
Widerstandes, was sieh durch Stromschwankungen mitteilt. Diese- Ausschläge sind 
b«i Komplexen stärker als bei indifferenten Assoziationen. Die Länge der Aus- 
schläge nimmt mit der Zahl der Kamp Ick merk male zu. Es, weiden auch unbewußte 
Komplexe durch das Galvanometer angezeigt. Bei abgelenkter Aufmerksamkeit 
rufen die Reizworte gar keine oder nur abgeschwächte Ausschläge hervor und zu- 
gleich steigt der Widerstand des Körpers rapide. 

Ähnliche Resultate erhielt Vcraguth 6 ), Das psych ogalvanischc ReQex- 
phänomen besteht in einer Inte nsitätssch wank uiig des elektrischen Stromes, Die 
StrnjTijnttmsität nimmt im Ruhezustand? ab h l>ei Anwendung vu-n Krisen zu, Bei 
akustisclien Reizen entstehen nur dann lntensifälsschwankungen, wenn der Reiz 
die Aufmerksamkeit der Versuchs [lerson erregt. Mit der Stärke der Gefühlsbetunung 
nimmt die Größe des Ausschlages iu. Er behaupte' aber im Gegensatz zu Hius- 
wanger, daß- außer der Stärke der Gefühl sbetonung noch die Aktualität eine Rolle 
spielt, was aber nur ein scheinbarer Gegensatz ist. denn im Beßriifc der Gefiihls- 
betormng ist der der Aktualität schon eingeschlossen. 

Es muß biet «och hervorgehoben werden, daü unter Umständen alle objektiven 
Komplexmerkmale fehlen können und nur der große galvanische Ausschlag den 
getroffenen Komplex anzeigt. Diese Beobachtung haben wir bei unseren Versuchen 
mehrfach gemacht. Morton Frin-ce und Petersen*) zeigten, daü bei einer Person 
mit dreifacher Persönlichkeitsspaltung die vom Bewußtsein abgespaltenen Vor- 
stellungsmassen galvanische Ausschläge geben. 

Wenn das Galvanometer ein Indikator für affektive Vorgänge ist, so sollten 
auch andere körperliche Erscheinungen der Affektivität bis zu einem gewissen Grade 
wenigstens mit den Galvanometerschwankungeri parallel verlaufen. Solche Ver- 
suche stellte Veraguth 7 ) an einer Persün mit einem Schädel defekte an, kam aber 



1} On Psycheiphysicat Relation! (?i tlH' Assaciiitivf Rubriment- Journal $f the Abnormal 
Psychologyi VoL I. Na. 6. 

'J Psycho- Fhysical! lnvcstigatioas with tlie Galvanometer -and Pneumograph in Normal 
itui TnUrit! TnriivirlitftU. BraLn Part. r.XVIIf. Vnt. jn_ rprtj-. 

») Further luvest igattofls On the CiaLvanLc Phenorncncn antl Respiration, in Normal aml 
Inline InclividuaJa, The Journal &f AhJiüinial Psyi-hulnj^y, Vt>l, II, Mi 1 , g. 

*) Diagnostische AsBOiLatiüaisBtudLcn. Reitr. XL ÜL^r das Verhalten du* psychogalua* 
machen Phänomens üeini As^oziatiansaxperinicrLt. 

*) l'ivi psychoRaLvanische Rcflcsphäooincri. Berlin 1909. 

9 ) Exper inten teile UnttruucliuD^rn über p&raliüg-aäv-anischc Kea.ktioncn von mitbrwuBlcn 
(u.ntürb**ii&ten) Vot^leUungW in einein Falle von virlfadier Peraönhelikcrt. JuhitoüI iv.X rsytho- 
■ <*■•;■ <üi I N-i. :::,■*, ■■ Bd. XIII. I :.■-■. 

') 1. c. 



I , Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 



214 H. NUNBEHG. 



zu keinen eindeutigen Resultaten. Jung und Petersen 1 } nahmen an ihren Ver- 
suchspersonen gleichzeitig Pneumographen- und Galvanometer kurven auf und 
kamen zu folgenden Resultaten. Die Respirationsschwankungen (allen mit den 
GaWanometerseb wankungen zeitlich oft zusammen, oft aber auch nicht. Es kommt 
vor, daß die Galvanömeterkurve «hon deutliche Schwankungen &eigt, während 
die Respirationskurve gam ruhig bleibt, und umgekehrt [bei einem Fall von Dementia 
praecox). Die Respira-tionsstörung beruhigt sieh weniger schnell als das Galvano- 
meter. Sie wird von bewußten Affekten beeinflußt, wenn dieselben stark sind, sie 
i:-.l vorn Willen abhängig, nicht aber das psyc ho galvanische Phänomen, ebenso hängt 
sie auch von sonstigen int eile ktuellen Vorgängen ab. 

In einer späteren Untersuchung fanden Jung und Ricksher 1 ), daß die 
Größe der Respiration individuell variiert, daß während des Anstieges der Galvanü- 
meterkunre die Respirationen kleiner werden, während des Fallens derselben aber 
größer, Verkleinerung der Amplitude sei in keinem Verhältnis zur Hohe der gal- 
vanischen Kurve, es bestehen hier mannigfache individuelle Variationen* Bei 
Dementia praecox kommt es vor, daß keine Veränderungen an der Galvaiiö- 
meterkurve vorhanden sind, während sie an der Respiration Sil beobachten 
sind. Was die Geschwindigkeit der Respiration betrifft, konnte keine Regel ge- 
funden werden. 

Die Bearbeitung und Ausmessung unserer Kurven wurde folgendermaßen 
ausgeführt: Vom Gipfel der galvanischen Kurve wurde eine Gerade durch 
den synchronen Moment der Respiration skurve gesogen, und dann wurden die 
Respirationsamplituden nach vorn und rückwärts ausgemessen und in folgender 
Weise notiert: 

vor dem galvanischen Gipfel: nach dem galvanischen Gipfel: 

Erste Respirations welle Erste Respirations welle 

Zweite tr Zweite it 

Dritte „ Dritte „ usw. 

Dcr Gipfel entspricht dem stärksten galvanischen Ausschlage, d, h. dem Ab- 
stände zwischen dem höchsten Punkte der galvanischen Wehe und der Basis der 

selben . 

Bei dieser Gelegenheit möchte ich erwähnen, daO es namentlich zwei Verlaufs* 
arten für den galvanischen Ausschlag gibt. Die eine zeigt einen rasch ansteigenden 
und rasch abfallenden Schenke) mit großen Ausschlägen, so daß die Kurve einen 
mehr oder weniger spitzwinkligen Gipfel aufweist. Die zweite hat bei derselben Basis 
einen langsam und wenig ansteigenden Schenkel, sodann hält sich der Ausschlag 
etwas länger auf der maximalen Höhe, um wieder langsam zu fallen. Der Gipfel ist 
flach und die Kurve sieht wie ein stumpfer Kegel aus. Der Gipfel einer solchen Kurve 
mußte zur Ausmessung halbiert weiden, wodurch sich das Verhältnis der Atmungs- 
amplituden gegenüber denjenigen bei spitzwinkligen Gipfeln etwas änderte. Dieses 
Verhalten beeinflußte die Resultate allerdings wenig. 

Bei Bearbeitung eines psychologischen Materials, Wo Wif nur auf Spärliche 
objektive Anhaltspunkte angewiesen sind, und besonders bei einer experimentellen 

i) I. c, 
*| I. c. 



, I -, Original from 

lVH tV L UNIVERSITYOF MICHIGAN 



XI] KÖRPERLICHE BEtLEITERSrHEIKL'JWKN USW. 



2] ; 




III 11 I i I. Ctt IV 

EnJifrcTt n>-.f 



Fiff. 7- 



1 LI IM lv 



Anordnung, die der Freiheit des psych alogischen Prozesses nur gsfngfbB Fesseln 
anlegt, kann und wird es geschehen, daß nicht alt Fehlerquellen vermieden werden 
können. So ist es z. B. leicht möglich, daß ein Romple* «D ihm verwandtes Reiz- 
wort ohne weitere Störung assimiliert, aber daß dennoch dabei ein nicht unerheb- 
licher galvanischer Ausschlag auftritt. In diesem Falle würde die Assoziation unter 
die sogenannten Indifferenten fallen, einfach aus Mangel an objektiven Kennzeichen* 
Dies kommt nicht aälzuselun vor, Üa ferner die Unterschiede zwischen „bewußt 
und Jh unbewuflt" eigentlich bloß graduelle sind, so können hei der einen Versuchs- 
[HrftAiij die eine KSÜVrhte liitrrrt|M^fiihn V**it*1„ gewiR!^ Komplexe* vim slarkcr 
GduhlKbct*>niing untu-wuUt min, die tni einer einsichtsvolleren Versuchsperson schon 
längst bewußt sind, Aul diese Weise kann es leicht vorkommen, datt pflegen t Lieh 
Komplexe, deren Erregungshesetiung eigentlich Bewußtheit bedingt, noch in diu 

Rubrik der unbewußten 
Kompk'Kefalleu.derentic* 
samt resultatdadurch ge- 
trübt wird. A™ ungestör- 
testen und reinsten ist diu 
Ru hrikderbewußteii Kom - 
plexe aus leicht ersicht- 
lichen Gründen. Immerhin 
hilden die genannten Un- 
regelmäßigkeiten die Aus- 
nahme und nicht die Regel. 
Wir beschäftigen uns 
nun zunächst mit der 
Fragest t L Lhmp t ol> mit den maximalen Ausschlägen entsprechende Veränderung eh 
der Respiration einhergehen. Die arithmetischen Mittel der Atmungsamplituden 
Wider VcrsMchstfeäheii lie trafen Ik'i indifferenten Assoziationen: 

otprn 

vor . dflS nach 

III K I | a-A- 1 I IL in IV 
n,8 I3,ü ij,o | 6,ö8 | 13,0 ii.4 3:5. z 13,1. Fig. 7. 
Der Gipfel entspricht der Höhe des Ausschlages, dessen Größe unter dem 
„Gipfel des G. A." in Zahlen angegeben ist. Die Zahlen vor und nach dem Gipfel, 
deren Reihenfolge durch die lateinischen Ziffern angegeben ist, bedeuten die Größe 
der Atmungsamplituden. 

Betrachtet man diese Kurve, so ist an ihr nichts Besonderes zu sehen, außer 
daß mit dem Gipfel die Atmung etwas angehalten zu sein scheint; nach dem 
Gipfel nimmt sie an Tiefe äu. 

Bei komplexen Assoziationen ergibt sich folgendes Verhältnis: 

fiipfc] 

III II [ G.-A. I I I| HI IV 

11,$ 13,7 [ - [ 1 7jS 12,2 12,7 :J ' 1 J,4- Fig, 7. 
Mit der Höhe des galvanischen Ausschlages fallen die kleinsten Atmungs- 
nuptitodeo EDMmmvn, Ferner sind nach dem üipfcl die Amplituden größer als 



ciiidi 






Original frorn 
UNIVERSITYOF MICHIGAN 



2l6 



H. NUNUEKO. 



vor dem Gipfel. Dasselbe Phänomen tritt bei indifferenten Associationen auf. 
Unsere Resultate stimmen daher mit denen von Junfc und Rickshcr 1 ) in der 
Hinsicht ü herein, daß mit dem aufsteigenden Schenkel der Galvannmeterkurve die 
Respiration klnner ist, mit dum aljstdgtfndrn grü&cr. 

Dasselbe Verhalten kommt in beiden Versuchsreihen vor, und zwar bei : 
a) indifferenten Assoziationen: 



vor 




Gipfel 

des 




nach 




ITI 11 


1 


C-A. 


1 


11 III 


IV 


f. Versuchsreihe 12,^ 13,6 


W 


6,21 


13,8 


MJ iH-o 


■3,9 


II, ., TI,o I!,5 


12,3 


5-95 


12,2 


12,3 12,+ 


12.3 


b) komplexen Assoziationen : 

VOT 




1 Gipfel 

1 des 




nach 




III II 


1 


1 G.-A. 


1 


II III 


[V 


I. Versuchsreihe 12,7 13,0 


".5 


7.:*« 


".4 


I2,g L - ,u 


I4.S 


II. ,, n,o 12.4 


n,H 


1 8,15 


12,0 


«.5 ".9 


IM 



!■ ■; ■■■!■■ :i"V|.'v:i:v; ■■■;■ ■■■■■ ■::v i [— r 



Außer bei den indifferenten Assoziationen in der ersten Versuchsreihe fallen 
ülwüll die kleinsten Atmungsampliludeii mil lLltii Gipfel des. ^alvaueimctrraus- 
schlages zusammen. In allen Kurven ist die Atmung tiefer nach dem Gipfel als 
vor ilrmsrilKTi. Hei indifferenten und komplexen Assoziationen ist die. Atmung in 
der ersten Versuchsreihe tiefer als in der zweiten. Ebenso sind die Galvanometer- 
aussthläge l?ei indifferenten Assoziationen größer in der ersten Serie als in der zweiten. 
Die Differenz in den Ausschlägen bei indifferenten und komplexen Associationen '* !_ 
trägt inder ersten Vcrsuchsreihei,!?, in der zweiten 2,20. Die größeren Aussehlage bei 
indifferenten Assoziationen ä 

und die schwache Differenzie- 

tlinii.lri inlnni L11 ■ 1 . 1 i-rsk-jl 
Versuchsreihe, inderauch die 
Alimmggi ui 1 riilicnlei nv. ■ I ■ 1 1 

Reihe vertieft ist, lassen eint 
gewisse KxjHTimentcrTcgunri 
annehmen, (Siehe S.o, 14, ig, 
Ibundlcl.) Die Behauptung, 
die im vorangehendem Ka- 
pitel aufgestellt wurde, daß 
hei bestehender Erregung die 
Atmungvertieft wird.gewinnt 

hierfür: h eine V.T i t et e Stütze. 
Wie verhalten sich die 
riewulncn und un1>ewi]liu:n Komplexe? Aiithnietisehe Mitte] der AtiTiuogs- 
amplituden beider Versuchsserien bei unbewußt komplexen Assoziationen: 
Gipfel 
v '" de» 





l'nl«» litte. 



Hewbtfic. 



Flf. ). 



■ h 



III 

11,« 



II 

T2.6 



[ 
12,1 



G.-A. 
7.57 



1 
12,3 



II 
12,6 



III 
12. 1 



IV 
12.;. 



Fig, S. 



Digilizecll 



Original from 
UNIVERSITYOF MICHIGAN 



Xll, KÜHPERLICHE PEGLEITEHSJCHPINUNGEN t'SW. 



21" 





V DJ 


d« 


111 


II I 


G.-A. 


«.3 


12.4 u-7 


8,72 



Arithmetische Mittel der AtmungsampK luden bei bewußt kom plexen 
Aw;/.i>1 ii irr-i : 

Gipfel 

nach 

I II ][I IV 
ii,5 IM I2.I i^i&- Fig c 8. 

Mit den kleinsten Atmungsamplituden fällt der größte galvanische Ausschlag 
zusammen. Vergleicht man die obigen Tabellen und Figuren, sn kommt dieses A.b> 
l^rujigkcits. Verhältnis ganz deutlich tum Vorwhciiir J-c frjüDcrdcrGalvanürri-cteTQUs 
schlag, desto kleiner sind die in unmittelbarer Umgebung um den Gipfel herum 
l^upp'erten Amplituden dw Atmung, Mit dem HiJlpeuunkt der Affekt ent wie klung 
kommt, der größte galvanische Ausschlag und die stärkste. Hemmung der Atmung zu- 
stande. Diese größten Inne^Mionsäiiderungenfnden bei bewußten Komplexen statt. 
(Im vorangehenden Kapitel war bei bewußten Komplexen der dritte Atemzug, der 
hier dem ersten vor dem Gipfel entspricht, der oberflächlichste. Es wird darauf 
hingewiesen, daß somit kein Widerspruch, besteht.) 

Tu beiden Versuchsserien gesondert ist dasselbe Verhalten ?m beobachten. 

Das arithmetische Mittel der Atmungsamplituden beträgt hei: 

;\} uubL-wnl» komplexen A*wwiatinnun in dtfr; 

Gipfel 
vor 

II 

12,5 I2 P 2 I 7,5 
13,7 IZ '° I 7' 20 
b) bewußt komplexen Assoziationen in der: 

Gipfel 
defl 
G.-A. 
I. Versuchsreihe 12,3 13,0 12,3 
II. ,, 12,3 11,13 it.i 

Stellen wir die gsfracÜKhen Ausschlage, abgesehen von der Atmung, zu- 
sammen: 

bei indifferenten Assoziationen beträft der Galvanometcrausschlag ..... 6,08 
l>ei unlH'wußt kumnlcKfn Assoziationen beträgt der Galvanonieterausschlag L 7,57 
bei bewußt komplexen Assoziationen beLrä^t i : .rt Galvanometer auss-chlag , r Ö,j2 
Die bewußten Komplex? geben also die grüßten Ausschläge. In der 
Starke der Ausschlüge besteht zwischen bewußten und unbewußten Komplexen 
eine Differenz von oßG und zwischen letzteren und indifferenten Assoziationen 
von t,7fiL 

Ganz ahnlich sind die Verhältnisse in beiden einzelnen Versuchsserien: 



III 
1, Versuclisreihe 127 
IL ,, 11.0 






nach 




I 


II Ml 


IV 


12,1 


12,6 12,4 


IJ.'J 


I2 '5 


12,6 II,& 


12,5 



8,29 
9.50 



TU,t) 



13,8 



IZ.ü 

".3 






[.Versuchsreihe: Indifferente Assoziationen . . . . 
llnlx'wuBt komplex? Assoziationen 
Bewußt komplexe Assoziationen . 
II, Versuchsreihe: Indifferente Assoziationen , . , , 
Unbewullt komplexe Assoziationen 
Bewußt komplexe Assoziationen . 



Galvanome 



eriusseliliu* &,ar 
7.95 
Lsg 

5,95 

7,20 

9.50 






Original from 
UNIVERSITYOF MICHIGAN 



2l8 H, NUNBERG. 



In den zweiten Versuchen sintl die Ausschläge mehr differenziert infolge Ab- 
nahme der Experimenterregung. Di* Individualzah|en der einz-elntn Versuche ver- 
halten sich genau so wie die Durchs chnittszahJen, mit einer Ausnahme, 

Im Durchschnitt sind komplexe Assoziationen von größeren galvanischen 
Ausschlägen begleitet als indifferente. Im speziellen sind aber bei bewußten Kom- 
plexen die Ausschläge intensiver at§ bei unbewußten. Diese Tatsache sagt, daß 
ceteris paribus das Maximum der Innervationsanderungen mit der Bewußtheit iu- 
sammenhängi. Die Pewußtheitsqualität scheint demnach in der Regel Komplexen 
tlti] kbLtu p&^Lhu-pljväiitht'iL Eiiiüub&es Liiiz-ugeliüi eu, Ii'h drücke midi reserviert 
aus. da es von dieser Rciußl auch Ausnahmen gibt wie wir unten sehen werden. 



Aus den bisherigen Erörterungen geht hervor, daß die bewußt komplexen 
Assoziationen größere galvanische Ausschläge liefern als die unbewußten. Es wurde 
bereits erwähnt, daß in unseren Experimenten der Einfluß des persevedenenden 
Gefühlstones einer vorhergehenden Reaktion auf die nächst folgenden öfters sich 
nicht äußern kannte. Die Perseveration kann aber doch so stark Sein, daß mitunter 
nach einer Reaktion, die scheinbar harmlos war, plötzlich in den nächstfolgenden 
Reaktionen Störungen auftreten, wie falsche Reproduktionen, verlängerte, aber der 
Reihe noch kürze] werdende Reaktionszeiten usw. Solche Assoziationen, die nur 
durch den perscvieicrcndtn Gefühlstun als Komplexe erscheinen, scheinen meistens 
von kleineren galvanischen Ausschlägen hegleitet zu sein. Manche der eine kom- 
plexe Assoziation begleitenden Gefühlstone können unter Umständen so stark 
werden, daß in den fotgenden Reaktionen troU der langen Pausen in unseren Ex- 
perimenten, Störungen in Form von Perseverationen auftreten. Aus diesem Grunde 
mußte es vorkommen, daß manchmal unter die Rtibtik der unbewußt komplexen 
Assoziation solche Assoziationen einbezogen werden mußten, die in der Tat gar 
keinen Komplexen entsprachen, Wodurch natürlich das Gesarnti'estjjtat getrübt 
wurde. Um einigermaßen die dadurch entstandenen Fehlerquellen auszuschalten t 
wurde folgendermaßen verfahren; es wurde zunächst bei jeder Versuchsperson die 
Gesamtzahl der bewußt komplexen Assoziationen genommen und aus ihr die größten 
galvanischen Ausschläge [50*?« der Gesamt. zahl j ausgewählt und das Mittel der- 
selben berechnet; das gleiche geschah mit den unbewußt komplexen Assoziationen, 
Dieser Modus fußt auf folgender Überlegung: Rechnen wir alle mit Komplexmerk- 
malen versehenen Assoziationen, bei denen ein Komplex nicht bewußt ist, zu den 
unbewußt komplexen Assoziationen, so haben wir darunter eine gewiß nicht un- 
beträchtliche Anzahl von rein persevera torisehen KomplesmcrkmaJen. In solchen 
Fällen pflegt, nach allen bisherigen Erfahrungen, der galvanische Ausschlag selten 
die Größe der größten Ausschläge bei wirklich komplexen Assoziationen zu er- 
reichen. Bei peTseveiatorisch gestörten Assoziationen pflegen daher die Ausschläge 
relativ nieder au sein. Um sie möglichst zu eliminieren^ wurde obige Methode der 
größten galvanischen Ausschläge atigewendet. 

Wir hatten fhr die Experimente mit dem Galvanometer 10 Versuchs- 
personen. Auf Grund obiger Zusammenstellung; und Berechnung sollen zu- 
nächst die Durchschnittszahlen beider Versuchsreihen zusammen berechnet an- 



geführt werden; 



I , Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 



Xll. KÖRPERLICHE BEGLEITERSCHEINUNGEN USW. Stg 

Arithmetisches Mittel der größten Gal va nometerausschläge hei: 

bewpßt komplexen Assoziationen uxihewiiQj komplexen Assoziationen 

iipO 9,0 

Die Durchschnittszahlen beider Versuchsreihen, für sich einzeln berechnet, stellen 
sieb folgendermaßen dar: 

Arithmetisches Mitte] der größten Gal vannmetc-TELiiSschläKft be ^ 
bewußt komplexen Assoziationen unbewußt komplexen Assoziationen 
in der I. Versuchsreihe ro.g 8,7 

» H II .. ii.S 9,4 

Im Durchschnitt sind also auch die größten {ausgewählten) Ausschläge in beiden 
Versuchsreihen bei bewußten Komplexen starker als bei unbewußten, Kur sind 
sie, wie wir bereits an anderer Stelle gesehen haben, in der zweiten Reihe stärker 
und mehr differenziert als in der ersten. 

So stellen «ich die Verhaltnisse im allgemeinen dar. Geht man aber auf 
die Individualzahlen der einzelnen Versuchspersonen naher ein, so sehen diese Ver- 
hältnisse eLwas anders aus. Es gihl nämlich derartige Ausnahm«]!, dal) ebensowohl 
rinzelne Auwrhlüge wie der Gesamtdurch-yhnitt derselben in niir^hten ViTsn^h^n 
h*i unbewußt komplexen Asstffiat Jonen großer sind ak 1k. i i U-wußten. 

Vctku-c ha pcr.su n I. 18 ja.hic alt, Arzt. Im ersten Versuch? sind die Ausschläge 
bei unbewußt komplexen Assoziation cn im Duichschiritt großer als bei bewußten, 
und zwar: 

bewußt Komplexe unbewußt Komplexe 

9.0 M 

Es waren zusammen zo Assoziationen, davon waren. 1 L komplexe und rem diesen 
wurden 4 als bewußt angegeben. Da« arithmetische Mittel der Reaktionszeiten be- 
trug i,9", das wahrscheinliche Mittel 1^", Keine ReprodufetionsstGrungen, keine 
Fehbeahtionen . Die komplexen Assoziationen sind hauptsächlich d urch ?.\\ lange 
Reaktionszeiten gekennzeichnet. Versuchsperson *ar mit dem Assoziationscxpcrimcnt 
vertraut. Der zweite Versuch weist in hezug auf die Galvanometer ausschlage nichts 
Besondere« auf. 

VcTHuchspers^n II. 24 Jahr« alt, stud med,, ziemlich, emotiv. Im engten 

Versuche beträgt der Durchschnitt Her galvanischen Ausschläge bei; 

bewußt komplexen Assoziationen unbewußt komplexen Assoziationen 

Zusammen 3a Assoziationen, darunter zz Komplexe und davon j bewuüt, 5 Rcpruduk- 
tionastörungeil, eine Fchlreaktian. A. M. = 1+0*% W. M. = 1,8". VcrsuehS-person war 

mit dem AasöziatiöflieKpcriment vertraut. De* iwette Versuch e,ins glatt vonstatten 
und zeigte nichts Besonderes. 

Vcrsuchspti jqii 111. ii> Jähre alt, stitJ. chenu Im cralcn Versuch waren 

rfi Associationen, darunter -H komplexe, von diesen 3 bewußt j 4 Rcproduktionsstfimngcn, 
keine FchLrcaktionen, A. M. = 1,6", W, M. — 1*4**". Die Durchachnittsgrüßc der Gal- 
vanometerau Sachlage ist zwar bei unbewußt komplexen Assoziationen kleiner als bei 
bewußten (unbewußt 3,0 — bewußt 4,3}, der grölhe Ausschlag bei den erster en ist aber 
cbensogroü wie derjenige bei ileti letzteren. Die diesem Ausschlage entsprechende 
Assoziation war folgende: 

Reiz- und Reaktinnuwort Keaktiongzcit Reproduktion Galvanomctcravusscliliigc 

Wasser — See J,-cs" — falsch} 4^ 



I , Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 



H. NUtfBEKG. 



Im Anschluß an diese Reaktion konnte: Versuchsperson sofort nach Beendigung der 
Aufnahme der Assoziationen nicht* Bestimmtes angeben. Erat nachträglich erinnerte 
sich Versuchsperson an ein gefährliche* Erlebnis, daß sie an einem Gebirgssee durch- 
gemacht hat. Im zweiten Verbuche, v*t 23 Assoziationen aufgenommen wurden, wovon 
15 Komplexe waren und unter diesen 3 bewußte und 4 RoproduktionHstÖrungen, sind 
durchschnittlich die Ausschläge bei unbewußt komplexen Assoziationen größer als bei 
bewußten. Der größte Ausschlag bei letzteren beträgt 4,2, bei ersteren 0,4. Die ein- 
zelnen Assoziationen, geben nicht vie^ Aufklärung über dieses Verhalten. Das arith- 
metische und wahrscheinliche Mittel der Reaktionszeiten ist dasselbe wie im ersten 
Versuche. 

Versuchsperson V. 25 Jahre alt, sluri. jihü. KjsU<t Versuch zeigt nichts 
Besonderes in den Ausschlägen. Im zweiten Versuche beträgt der Durchschnitt der 
Ga Iva annieten ussehläge bei bewußt komplexen Assoziationen 14,5, bei unbewußten 
ebenso 14,5. art Assoziationen, darunter 35 komplexe, wovon 5 bewußt. Keine Repro- 
duktionsstörungen. Ausgesprochener Prädikattypus, was auf eine gewisse stärkere Ge- 
fühlsäußerufte hindeutet (J ung). Sehr emotiv, A. M. = z,o' J . WM. = l,g". Größter 
Galvannmeterausschlag bei 

R.-Z, 
bewußt komplexen Assoziationen 65,3 (Reise — lang) z h7"h 

anbewu&t ,„ „ 10,0 [Fenster — in den Garten) j h o", 

Versuchsperson VII. 2$ JnJire Alt,, stud. med. Erster Versuch: 27 A&sozia~ 
lionen, davon iE komplexe, 2 wurden ils bewußt an fjefyrbr-n , o K^produktionastöningen. 
Der Durchschnitt der Galvanometer aus schlage bei unbewußt komplexen Assoziationen 

beträgt 3,9, bei bewußten 4,3, Der grüßte Galvänometetaussehlag betrat bei: 

R.-Z. 

bewußt komplexen Assoziationen 4,3 (Frosch — springt) 1 ,o/' 

unbewußt „ „ 4,4 (sündigen — gut) i,Jü" Reproduktion falsch. 

Zweiter Versuch: zq Assoziationen, darunter iß komplexe, wovon z bewußte^ g R-nprü- 
duktionsstoruDgen. Durchschnitt der Galvano meterauisschl-äge bei bewußt komplexen 

Associationen 9,5, bei unbewußten s,^. Der größte galvanische Ausschlag bei 

R.-Z 
bewußt komplexen Assoziationen 3,5 (Kasten — Sand) t,B" 
unbewußt „ ,, io,6 (lieb — Knabe) i,6" Reproduktion fatech. 

Die Reaktionen S-ind in beiden Versuchen vorwiegend Prädikate. 

Versuchsperson VIII. zj Jahre alt, stucE. pbiL. Erster Versuch nichts Be- 
sonderes. Im zweiten Vertrat« sind 26 Assoziationen aufgenommen worden, darunter 
waren 17 komplexe und von diesen wurden 5 als bewußt angegeben, 3 Reproduktions- 

s-törungen, überwiegende Zahl der Reaktionen in Prädikaten. A. M. der Reaktions- 
zeiten = i h ?"> wahrscheinliches M. = i t o" Durchschnitt der galvanischen Ausschläge 
bei bewußt komplexen Assoziationen 20,2, bei unbewußten 14,4. Der größte galvanische 
Aufschlag beträgt bei: 

EL-Z, 
bewußt komplexen Assoziationen 21 „8 (heiraten — einmal} *£** 
■unbewußt „ ,, 40,ö (mali?n — mageni s,*"* 

Die dieser unbewußten Assoziation unmittelbar vorangehende war eine bewußte, 

nämlich: 

GalvaanmctcTausschlag Kcaktiongzeit 
Rübe — groß JOjfi 2,0" 

Es. ist als« nicht ausgeschlossen, daß wir es hier mit einer Perseveration zu tun haben, 

Versuchs peraon IX. Dame, £5 Jahre alt, Dt. phil. Erster Versuch: 26 Asso- 
ziationen, darunter 15 komplexe, 4 wurden als bewußt eingegeben, i Reproduktion*- 



Original from 
UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



Xll. KÖRPERLICHE BEGLEITERSCHEINUNGEN USW r 



ir.i.i im im. .Durchschnitt der galvanischen Ausschläge kibrwiui' komplexen Assoziationen 
beträgt io,g, bei unbewußten io,z. Der größte GiLvancimcteraussthJagi 
bei bewußt komplexen Associationen 11,4 (müde — lustig) 2,1" Reproduktion falwh, 

„ unbewußt „ „ 11,5 (pfeifen — Pfiff) 1,9". 

Es kt möglich. daB hier eine, Perseveration vorliegt, denn die unmittelbar der letiteren 
Association vorangeh enden Assoziationen waren folgende: 

R.-Z. G.-A. Reproduktion 
22. bescheiden — klein 1,0" 9,3 unsicher ata bewußt angegeben, 

13- Boden — oben *t9 ( * It-il + a ' B unbewußt angegeben, 

Jji pfeifen "Pi'iii l &" lt *3 I a ' s unlwwullt iinffPfjebpTi. 

Bei fast allen Versuchspersonen findet skn ein Ausschlag", der größer ist bei 
unbewußt komplexen Assoziationen als bei bewußten. Auf die einzelnen Assozia- 
tionen kann leider ohne eingehende Psychanalyse nicht näher eingegangen weiden. 
Andererseits muß aber konstatier!: werden, daß 11 manchen Fallen die Ausschläge 
bei bewußt komplenen Assoziationen im Vergleich sru denjenigen l<i unbewußten 
enorm groß sein können, wie z. B. bei 

Versuchs per s;d n VI. 13 Jahre alt, stud. med. Außerordentlich emotiv, 

A, H, - a<r" W. M, m i,8", sj Assoziationen, darunter 10 komplexe, 5 bewuüt, 4 Re- 

prodtlklpQnFistÖrunjjen., I>UTchschnttt der galvanischen Ausiehlägc bei bewußt komplexen 
Assoziationen beträgt \2 y a r bei unbewußten 17,1. Der grüßte galvanische Ausschlag be- 
trägt bei: 

H.-Z. 
bewuflt komplexen Assoziationen 42,0 {Monat — Frühling) ^tl"* 
unbewußt „ „ 19,9 (Braut — altes VeibJ 2^" Reprod, falsch. 

Schon aus dieser kurzen Zusammenstellung geht hervor, daß im großen und 
ganzen unsere gefundene Regel d. h. daß bewußte Komplexe sieh starker äußern 
als unbewußte, bestehen bleibt, daß aber unter Um stände n, die eben näher zu 
bestimmen wären, diese Regel eine Ausnahme finden kann, und zwar in dem Sinne, 
daß unbewußte Komplexe stärkere Aussehläge liefern als bewußte. Ob 
diese Umkehrung des Gesetzes im Sinne der Freud sehen pathologischen Reaktion 
aufzufassen ist, können natürlich erst die weiteren Experimente Aufschluß geben. 
Ich möchte hier nur auf das bei Versuchsperson III angeführt? Beispiel auf- 
merksam machen, wo eine bewußtse ins fähige, aber während des Experimentes nicht 
bewußte Assoziation einen ebenso großen Ausschlag wie düe ihr der Größe des Aus- 
schlages nach entsprechende bewußte Assoziation gibt. 

Man wird einwenden, daß das Kriterium der Bewußtheit sich auf eine sub- 
jektive Angabe stütze, deren Richtigkeit öfters fraglich: sein könne. Wie uns die 
Fsychanalyse lehrt,, hat dies nun nicht soviel tu bedeuten t indem zwischen be- 
wußter Verheimlichung und unbewußter Verdrängung absolut fließende Übergänge 
bestehen, die nur graduelle, nicht aber prinzi|ttelJe Unterschiede lwdingen. 

Zusammenfassung* 
I.Teil: Versuche mit dem Sommerschen Apparat, 
Der Somm ersehe Apparat ist aus verschiedenen Gründen ein zur Aufzeich- 
nung feinerer Ausdrucksbewegungen wenig geeignetes Instrument, Es ließ steh 
immerhin konstatieren, daß die Ausdruckshewe^ungen des Armes resp. der Hand 
bei komplexen Assoziationen starker sind a\s bei indifferenten („nicht gestörten") 
Assoziationen. 



Original from 
UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



222 II. NUNBERG. 



Die im Ruhezustand und bei indifferenten Assoziationen sich dem Arm mit- 
teilende Respirationsbeweinung des Thorax scheint bei komplexen Assoziationen 
durch andersartige S|*annungen s& inhibiert zu sein, daß sie sich dem Arm nicht 
mehr mitteilt. (Vgl. II. Teil unten.'] 

Alle anderen Bewegungen der Kurven sind äußerlicher Provenienz und haben 
mit Ausdrucks bewegung nichts zu tun» mit Ausnahme gewisser unwillkürlicher 
Zuckungen, die einer (allerdings, nicht näher bekannten) Regel zu folgen scheinen. 

II, Teil: Ki-tjjii aiion. 

(ji-gt-nüliei dtr Atmung ln b i indifferenten AssozialioniMi zeigt die Atmungs- 
gröth- bei komplexen Associationen eine deutliche Verminderung- Diese Hemmung 
der Atmuiigsamplitudc ist zunächst namentlich bei uuhcwuUt komplexen Assozia- 
tion™ zu finden» während W\. b*wuüt komplexen Assoziationen ein geliernmier 
und ein durch Erregung vertiefter Atnuuigstypns miteinander abwechseln. 

Hl, Teil; Respiration und paychogalvaniscnes Phänomen, 
Die Vergleichung der psychogalvanischen mit der Respirations-kurve ergibt 
(in Übereinstimmung mit dem Resultate der Ricksher- Jungschen Arbeit) eine 
Verminderung der Atmungsam plitnde mit dem aufsteigenden und eine Vermehrung 
derselben mil dem alistdgendeu Schenkel der galvanischen Kurve, Mit dem höchsten 
Punkte der galvanischen Kurve fällt das Minimum der Respirationsaniplitude zu- 
sammen- Die bewußt komplexen Assoziationen haben in der Regel einen größeren 
galvanischen Ausschlag im Gefolgt als die unbewußt komplexen. 

Zum Schluß sei es mir gestattet. Herrn Privatdoieiü Dr\ Jung 1iir die An- 
regung:, die wertvollen Ratschläge jnd das Interesse r welches er dieser Arbeit gegen^ 
über zeigte, meinen Dank auszusprechen. 

Auch Herrn Dr. Slockmayer, Assistenzarzt an der psychiatrischen Klinik 
cn Tübingen, gew, Vuloiitäraixt an da hiesiger Klinik, danke ich für die Regist rta' 
l'iiLtg um Galvanometer. 



I , Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 











^ DI AG >CI1E ( 






SSOi STUDIE 












PSYCHOPA 






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(~~r\r\n\c> Original from 
byOUU^It UNIVERSITYQF MICHIGAN 



Verlaa von Johann Ambrostus Barth In Lelp.Ia. 

i. Hirmrtm* i 

Journal für Psychologie ...tri Neurologie 

August Forel und Oskar Vogt 

K. Brodmann. 

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E<w*Ju*Hf.ii j,, |„ pM »|y„. 



CruntanguhM r S in Bull! XV , .„. . 

PMMdanr BtrUüknoMlgi,», dn ThiUim «ptictu. Mil T "" 7 ' " ^"f™"" ■» 
V06T, 0. Dkliyoloarohitsktomk «Its liOlorteK parlrlalii ) 
Crglm.ajrttfl 3 iu Bind XVIIL - 

■ ■: CLARKE, B. R, a „,L E. E. HtNDEBSON Ad., of Phg «rMli* »f S, 

BERNHHMJJrBottw» tl w.l-or Ih.r.pnü,., de rh»p»«tlKM. 



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OrigioBrfTom 
UNIVERSITYQF MICHIGAN 



Verlag von Johann Ambroalus Barth In Leipzig. 


Festschrift in Fort-I» sföhiltt*t«ii Gcbiirtatbii 






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Duiragi- iur Psychologie der Aus.»; . 

D RftchtSfUleB*» PidiQBpk. 1 GeaeatctttfarichBag 




TMtsclirin für ■ngcwacdtF Ptychotafir uid psycholof »che Sutsietfortchwg. Zu 

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ifn iin-ii Band too etwa 40 Fogm. 


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VRÄLPEl IS Prof. Dr. EMIL. PsycaiK 

R atlndijr umjc^ar Kami I. Allgesir-.ne Psychiatric. 
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IfRAEPELIN. Prof Dr. EMIL, Einführung m die stychlitriMi« Klinik. 








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UNIVERSITYÜF MICHIGAN 



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